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THN Abschlussbericht WohnLB

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Zur Wohnsituation einkommensarmer

Haushalte in Nürnberg

Abschlussbericht zum Projekt:

Analyse der tatsächlichen Wohnsituation von Leistungsbezieher-

und Grenzhaushalten (WohnLB)

01.01.2023 bis 31.08.2023

Vorgelegt von:

Prof. Dr. Sabine Fromm Prof. Dr. Frank Ebinger Tiffany Heymann M.Sc. Franziska Simon-Erhardt M.A.

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Oktober 2023

Danksagung

Die vorgelegte Studie wäre nicht möglich gewesen ohne die offenen und tatkräftigen Beiträge

vieler Personen, die als Multiplikatoren die Studie unterstützten, ihre Expertise in zwei

Fokusgruppen zur Verfügung stellten und uns gestatteten in ihren Dienststellen und

Einrichtungen Vor-Ort-Befragungen durchzuführen.

Unser herzlicher Dank geht an die Vertreterinnen und Vertreter von sozialen Diensten und

Einrichtungen, Wohnungs- und Energiewirtschaft und Verbände: Haus & Grund Nürnberg, wbg

Nürnberg, AWO Nürnberg – Seniorennetzwerk Südstadt-West, N-ERGIE, Stadt Nürnberg – Stab

Wohnen, Ökumenisches Arbeitslosenzentrum Nürnberg (ÖAZ), Evangelisches Siedlungswerk

Nürnberg, Mieterbund Nürnberg, EnergieSparProjekt Nürnberg (ESP), Diakonie Nürnberg -

Seniorennetzwerk Eberhardshof, Evangelische Jugend Nürnberg – Projekt „Wohnraum für Alle

(WoFA)“, Noris-Arbeit (NOA) Nürnberg, Stadt Nürnberg – Sozialamt (Sozialpädagogischer

Fachdienst FSD), Netz gegen Armut, STARK St. Leonhard/Schweinau/Sündersbühl, STARK

Muggenhof/Eberhardshof, STARK Gibitzenhof/Rabus, STARK Gostenhof West, Tafel Nürnberg mit

allen Ausgabestellen, Stadtmission Nürnberg, Straßenkreuzer e.V., und SIGENA Treff

Sündersbühl.

Zusätzlich unterstützten uns das Julius-Schieder-Haus der Stadtmission, die Stadt Nürnberg –

Seniorenamt, das Quartiersbüro St. Leonhard/Schweinau, das Mehrgenerationenhaus Schweinau,

der Caritasverband Nürnberg Obstmarkt, das Gemeindezentrum Langwasser, das

Nachbarschaftshaus Gostenhof, die Migrationsberatungsstelle für Erwachsene und wiederum die

Noris-Arbeit (NOA), in dem sie die Informationsflyer und Fragebögen auslegten oder sie mithilfe

ihrer Fachkräfte vor Ort ausgefüllt werden konnten.

Ganz besonderer Dank gilt den Dienststellen, Anlaufstellen und sonstigen Organisationen, die uns

eine Vor-Ort-Befragung ermöglicht haben. Dies sind alle Abteilungen von Noris-Arbeit (NOA)

(Umweltservice, Bürgerservice, Südstadtforum und Bleiweiß, NOA kommunal, Bürgerservice

kommunal). Ebenfalls wurde uns der Feldzugang durch Befragungen in den Jobcentern West und

Süd sowie den Dienststellen des Sozialamts in der Marienstraße und am Frauentorgraben

ermöglicht. Auch die Tafel Nürnberg gestattete es uns, mehrfach an allen Ausgabestellen Vor-

Ort-Befragungen durchzuführen. Befragen durften wir auch im Café Willkommen, im

Mehrgenerationenhaus Schweinau und im SIGENA-Treff in der Bertha-von-Brecht-Straße.

I

Eine große Anzahl von Haushalten mit Wohngeldbezug konnte durch die rasche und

unkomplizierte Kontaktaufnahme durch das Sozialamt, Bereich Wohnen und Wohngeld erreicht

werden, wofür wir uns herzlich bei Frau Strebel, Herrn Frank und Herrn Bach bedanken.

Herzlicher Dank geht auch an Hannah Chao-Kinkelin und ihre Energiesparberater, die im Rahmen

des „EnergieSparProjekts“ über die Jahre nicht nur einen großen empirischen Datenfundus

erarbeitet haben, sondern auch bei der Datenauswertung und -interpretation mit Rat und Tat zur

Seite standen.

Im Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth danken wir sehr herzlich Herrn

Nirschl und Frau Dr. Rebien für die sehr fundierte Beratung zu vorhandenen Studien und Daten.

Und schließlich möchten wir allen studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unserer

Mastermentorandin einen ganz herzlichen Dank aussprechen. Sie unterstützten uns mit großem

Engagement bei Projektvorstellungen, Entwicklung, Verteilung und Erfassung der Fragebögen,

Feldeinsätzen und der Erstellung der Website sowie des Informationsflyers.

Diese Studie konnte nur durch diese vielen unterstützenden Menschen erstellt werden. Vielen

herzlichen Dank dafür!

Für das gesamte Projektteam,

Prof. Dr. Sabine Fromm und Prof. Dr. Frank Ebinger

II

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ............................................................................................................................................................. V

Tabellenverzeichnis .................................................................................................................................................................. VI

0 Management Summary ............................................................................................................................................ VIII

1 Hintergrund und Leitfragen der Untersuchung ................................................................................................ 1

2 Forschungsdesign ........................................................................................................................................................... 3

2.1 Mixed-Methods-Ansatz ....................................................................................................................................... 3

2.2 Öffentlichkeitsarbeit und Gewinnung von Multiplikatoren............................................................... 3

2.3 Durchführung von Fokusgruppen .................................................................................................................. 4

2.4 Standardisierte Befragung von Leistungsbezieher- und Grenzhaushalten ............................. 6

2.4.1 Ziele und Inhalte der Befragung........................................................................................................... 6

2.4.2 Stichprobenplanung ................................................................................................................................... 7

2.4.3 Strategien zur Erreichung der Zielgruppen und Durchführung der Befragung ........... 7

2.4.4 Bewertung der Strategien des Feldzugangs und realisierte Stichprobe ...................... 10

2.5 Auswertung von Erhebungsbögen aus dem Projekt „EnergieSparProjekt (ESP)“ der Stadt

Nürnberg .................................................................................................................................................................... 11

2.5.1 Hintergrundinformationen und Vorgehen ...................................................................................... 11

2.5.2 Einordnung der Datengrundlage aus den ESP-Begehungsbögen .....................................12

2.5.3 Stichprobe ..................................................................................................................................................... 13

2.5.4 Vorgehen bei der Auswertung ............................................................................................................. 13

2.5.5 Einschränkungen bei der Auswertung und bei Aussagefähigkeiten ............................... 14

3 Ergebnisse der drei empirischen Erhebungen: Fokusgruppen, standardisierte Befragung und

ESP-Begehungsbögen ................................................................................................................................................ 15

3.1 Ergebnisse der Fokusgruppen ....................................................................................................................... 15

3.1.1 Einschätzungen der Situation am Wohnungsmarkt für einkommensschwache

Haushalte ...................................................................................................................................................... 15

3.1.2 Energetische Sanierung, Kostenentwicklung und Marktkonzentration ........................ 19

3.1.3 Wohnungsqualität......................................................................................................................................20

3.1.4 Extremfälle: Sogenannte Problemimmobilien .............................................................................21

III

3.1.5 (Negative) Erfahrungen mit Mietern in Leistungsbezieher-Haushalten ........................ 22

3.1.6 Zusammenfassung ....................................................................................................................................23

3.2 Ergebnisse der standardisierten Befragung ......................................................................................... 25

3.2.1 Realisierte Stichprobe und Datenqualität .................................................................................... 25

3.2.2 Soziodemografische Merkmale der Befragten ...........................................................................29

3.2.3 Wohngegend, Alter und Zustand der Wohngebäude ............................................................. 33

3.2.4 Mietverhältnis und Wohndauer .......................................................................................................... 35

3.2.5 Etage, Größe und Kosten der Wohnung ........................................................................................ 37

3.2.6 Angaben zum energetischen Sanierungszustand der Wohnungen................................. 44

3.2.7 Allgemeine Ausstattung der Wohnungen .................................................................................... 49

3.2.8 Schäden und Mängel in den Wohnungen....................................................................................... 51

3.2.9 Bewertung der Wohnsituation und Umzugswunsch................................................................ 54

3.2.10 Zusammenfassung ................................................................................................................................... 57

3.3 Auswertung der Begehungsbögen des EnergieSparProjekts Nürnberg (ESP) ................... 59

3.3.1 Realisierte Stichprobe und Datenqualität .................................................................................... 59

3.3.2 Kennzahlen zu Größe und sozio-demographischen Merkmalen der Haushalte ......... 61

3.3.3 Kennzahlen zur Wohnsituation ........................................................................................................... 64

3.3.4 Wohnausstattung Heizung ................................................................................................................... 69

3.3.5 Wohnausstattung bezogen auf die Warmwasserversorgung ............................................ 75

3.3.6 Sanierungszustand Fenster ................................................................................................................. 78

3.3.7 Sanierungszustand Gebäudesubstanz ............................................................................................79

3.3.8 Zusammenfassung ................................................................................................................................... 82

3.4 Diskussion und Einordnung der Ergebnisse ........................................................................................... 85

4 Literatur- und Quellenverzeichnis .........................................................................................................................92

IV

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Teilnehmer der Befragung ...................................................................................................................... 25

Abbildung 2: Zielgruppen der Befragung nach Art der Sozialleistungen.................................................... 27

Abbildung 3: In den Haushalten der Befragten mit Migrationshintergrund gesprochene Sprachen

(außer Deutsch; Mehrfachnennungen) ............................................................................................. 31

Abbildung 4: Schäden und Mängel in den Wohnungen........................................................................................ 52

Abbildung 5: Schäden und Mängel in den Wohnungen – Freitext (MSL-Haushalte) ............................ 53

Abbildung 6: Schäden und Mängel in den Wohnungen – Freitext (WohnG-Haushalte) ...................... 54

Abbildung 7: Angegebene Leistungsbezüge............................................................................................................. 60

Abbildung 8: Aufteilung der Haushalte nach Gruppen der Studie.................................................................. 61

Abbildung 9: Aufteilung der ESP MSL-HH nach Wohnform ...............................................................................62

Abbildung 10: Sprachen im Haushalt ............................................................................................................................. 64

Abbildung 11: Alter der Wohnung nach Baualtersklassen .................................................................................. 65

Abbildung 12: Sanierungszustand ....................................................................................................................................67

Abbildung 13: Wohnungsausstattung in Bezug auf die Heizung ..................................................................... 69

Abbildung 14: Energieträger Zentralheizung .............................................................................................................70

Abbildung 15: Wohnungsausstattung in Bezug auf Kleinheizungen ...............................................................71

Abbildung 16: Wohnungsausstattung in Bezug auf die Warmwasserversorgung ...................................76

Abbildung 17: Wohnungsausstattung in Bezug auf dezentrale Einzelgeräte zur

Warmwasseraufbereitung .................................................................................................................... 77

Abbildung 18: Wohnungsausstattung in Bezug auf Fenstertypen ..................................................................79

Abbildung 19: Sanierungszustand Gebäudesubstanz ........................................................................................... 80

Abbildung 20: Dämmung der Wände .............................................................................................................................. 81

Abbildung 21: Lokalisierung der Geschoßdecke ....................................................................................................... 81

Abbildung 22: Dämmung der Geschoßdecke ............................................................................................................ 82

V

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht Projektvorstellung .......................................................................................................................... 4

Tabelle 2: Beteiligte Organisationen an der Fokusgruppe am 14.03.2023 ................................................... 5

Tabelle 3: Beteiligte Organisationen an der Fokusgruppe am 16.03.2023 ................................................... 5

Tabelle 4: Leitfragen für die Fokusgruppen ................................................................................................................. 6

Tabelle 5: Vor-Ort-Befragungen: Einsatzorte............................................................................................................... 8

Tabelle 6: Auslagestellen der Fragebögen und Flyer ............................................................................................ 10

Tabelle 7: Form der Teilnahme an der Befragung ................................................................................................... 28

Tabelle 8: Haushaltstyp ........................................................................................................................................................29

Tabelle 9: Zahl der Personen im Haushalt und Berücksichtigung der Kinder im Haushalt ............... 30

Tabelle 10: Befragte mit bzw. ohne Migrationshintergrund ............................................................................... 30

Tabelle 11: Zielgruppen der Befragung – im Alltag gesprochene Sprachen ..............................................32

Tabelle 12: Wohngegend ...................................................................................................................................................... 33

Tabelle 13: Alter des Wohngebäudes ............................................................................................................................ 34

Tabelle 14: Allgemeiner Zustand des Wohngebäudes.......................................................................................... 35

Tabelle 15: Mietverhältnis und Förderstatus der Wohnung ............................................................................... 35

Tabelle 16: Vermieter der Wohnung ............................................................................................................................... 36

Tabelle 17: Einzugsjahr.......................................................................................................................................................... 37

Tabelle 18: Etage, in der die Wohnung liegt ............................................................................................................... 37

Tabelle 19: Größe der Wohnung: Zahl der Räume ................................................................................................... 38

Tabelle 20: Größe der Wohnung: Quadratmeter ...................................................................................................... 38

Tabelle 21: Kennzahlen zur Wohnungsgröße ............................................................................................................. 39

Tabelle 22: Größe der Wohnung: Bewertung............................................................................................................. 40

Tabelle 23: Kosten der Wohnung, differenziert nach Kostenarten ................................................................. 41

Tabelle 24: Nettokaltmiete pro Quadratmeter, differenziert nach Wohnungsgröße ............................ 41

Tabelle 25: Wohnkosten nach Kostenarten pro Quadratmeter ........................................................................42

Tabelle 26: Belastung durch oder Zufriedenheit mit Wohnkosten ................................................................ 43

Tabelle 27: Zahlungsprobleme bei Wohnkosten ..................................................................................................... 44

Tabelle 28: Energetischer Sanierungszustand: Dämmung der Außenwände ........................................... 45

Tabelle 29: Energetischer Sanierungszustand: Fenster – Möglichkeit der Verdunklung .................. 45

Tabelle 30: Energetischer Sanierungszustand: Fenster – Art der Verglasung ........................................ 46

Tabelle 31: Energetischer Sanierungszustand: Heizung (1) ................................................................................ 47

VI

Tabelle 32: Energetischer Sanierungszustand: Heizung (2) .............................................................................. 47

Tabelle 33: Energetischer Sanierungszustand: Warmwasserbereitung ..................................................... 48

Tabelle 34: Ausstattung von Küche und Bad ............................................................................................................ 49

Tabelle 35: Ausstattung: Böden ....................................................................................................................................... 50

Tabelle 36: Ausstattung - Sonstiges .............................................................................................................................. 51

Tabelle 37: Belastungsfaktoren der Wohnsituation .............................................................................................. 55

Tabelle 38: Umzugswunsch in den nächsten zwei Jahren .................................................................................. 56

Tabelle 39: Personen und Kinderanzahl....................................................................................................................... 63

Tabelle 40: Einzugsjahr......................................................................................................................................................... 66

Tabelle 41: Größe der Wohnung und Haushaltsgröße .......................................................................................... 68

Tabelle 42: Vergleich der Energieträger zwischen ESP-Auswertung und standardisierter

Befragung ........................................................................................................................................................... 72

Tabelle 43: Monatlicher Stromverbrauch pro Wohnung und m2 ..................................................................... 73

Tabelle 44: Nutzung von Energieträgern nach monatlichen Vorauszahlungen ...................................... 74

Tabelle 45: Energieträger bei Warmwasser ............................................................................................................... 77

VII

0 Management Summary

Das vorliegende Management Summary fasst die Vorgehensweise der Studie und ihre

wesentlichen Ergebnisse zusammen und dient als schneller Überblick zu den wesentlichen

Erkenntnissen.

Ziel und Methodik der Studie

Ziel der vorliegenden Studie ist es, die tatsächliche Wohnsituation von einkommensschwachen

Haushalten in der Stadt Nürnberg zu erfassen. Hierbei wird zwischen zwei Gruppen an Haushalten

unterschieden:

Grundsicherung im Alter/Sozialhilfe nach SGB II bzw. SGB XII.

beziehen. Als Indikator wurde hierzu das Beziehen von Wohngeld (WohnG-HH) herangezogen.

Der Studie geht es um die Beantwortung folgender drei Forschungsfragen:

Hinblick auf den Sanierungszustand der Wohnung?

sogenannten „Grenzhaushalten“? Leben MSL-Haushalte in ungünstigeren Wohnverhält-

nissen?

Gesamtbelastung der Haushalte aus?

Um diesen Forschungsfragen nachzugehen wurde ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, der drei

unterschiedliche Forschungsansätze kombinierte:

Wohlfahrtspflege, Wohnungs- und Energiewirtschaft.

bzw. Wohngeld.

Mit der standardisierten Befragung wurden 362 Haushalte mit Bezug von

Mindestsicherungsleistungen erreicht, 536 Haushalte mit Bezug von Wohngeld und weitere 240

VIII

Haushalte, die als einkommensarm gelten (z.B. Tafelkunden), bei denen aber keine sichere

Zuordnung möglich war. Letzteres wurde bei der Auswertung entsprechend berücksichtigt.

Mit den ESP-Bögen konnten 545 MSL-Haushalte erfasst werden, aber lediglich 17 WohnG-

Haushalte. Aufgrund der sehr geringen Anzahl, wurden letztere daher nicht ausgewertet.

Im Rahmen dieser Studie wurden ausschließlich Haushalte in regulären Mietverhältnissen befragt

bzw. erhoben (also keine Eigentümer oder auch Bewohner von Pensionen etc.).

Ergebnisse zur Soziodemographie der untersuchten Haushalte

Um die untersuchten Haushalte und die Ergebnisse der Studie besser einordnen zu können, sollen

zunächst einige Informationen zur Soziodemografie dargestellt werden. Hier sind zwei Aspekte

von Bedeutung: a) Wie gut repräsentieren die untersuchten Haushalte die beiden Zielgruppen der

Studie? – und b) Wie stark unterscheiden sich die beiden Zielgruppen voneinander und von der

allgemeinen Wohnbevölkerung in Nürnberg?

Auf Basis definierter Indikatoren der amtlichen Statistik zur Zusammensetzung von

Bedarfsgemeinschaften in Nürnberg, kann für die untersuchten MSL-Haushalte geprüft werden,

wie gut sie die Gesamtheit der Bedarfsgemeinschaften repräsentieren. Haushalte von

Alleinlebenden sind sowohl in der standardisierten Befragung (42%) als auch in den ESP-Daten

(34%) gegenüber ihrem Anteil an allen Bedarfsgemeinschaften (57%) unterrepräsentiert.

Alleinerziehenden-Haushalte wurden in etwa ihrem Anteil entsprechend erfasst (Befragung: 17%,

ESP: 21%, alle Bedarfsgemeinschaften: 19%). Gleiches gilt für die in der Befragung erfassten

Paarhaushalte mit und ohne Kinder. Paare mit Kindern stellen 14% der befragten Haushalte mit

MSL (alle Bedarfsgemeinschaften: 15%), Paare ohne Kinder 10% (vs. 9%). In den Daten des ESP

sind dagegen MSL-Paarhaushalte mit Kindern stark überrepräsentiert mit 33% der erfassten

Haushalte.

Für die WohnG-Haushalte liegen keine entsprechenden Vergleichsdaten vor, so dass hier nur ein

Vergleich mit der allgemeinen Wohnbevölkerung Nürnbergs möglich ist: Mit 42% der befragten

Haushalte sind Paarhaushalte mit Kindern stark überrepräsentiert (allgemeine Bevölkerung: 14%).

Paare ohne Kinder sind stark (4% vs. 31%) unterrepräsentiert, ebenso Alleinlebende (35% vs. 50%),

während Alleinerziehenden-Haushalte auch bei dieser Zielgruppe überrepräsentiert sind (14% vs.

4%).

IX

Sowohl auf Basis der Befragungsdaten als auch der Daten des ESP sind also Paar-Haushalte mit

Kindern viel häufiger erreicht worden, als es ihren Anteilen an den Bedarfsgemeinschaften wie

auch an der Wohnbevölkerung insgesamt entspricht. Alleinerziehende MSL-Haushalte wurden in

etwa entsprechend ihrem Anteil an den Bedarfsgemeinschaften erreicht. Bei den WohnG-

Haushalten sind Paarhaushalte mit Kindern und Alleinerziehende im Vergleich zur

Wohnbevölkerung ebenfalls stark überrepräsentiert.

WohnG-Haushalte bestehen durchschnittlich aus 2,8 Personen, MSL-Haushalte aus 2,2

(Befragung) bzw. 2,6 (ESP). Damit sind die Haushalte aller untersuchten Gruppen deutlich größer

als im Durchschnitt der Bevölkerung (1,9 Personen). WohnG-Paar-Haushalte mit Kindern haben

durchschnittlich 2,5 Kinder, MSL-Haushalte 2,2.

Das Vorliegen eines Migrationshintergrundes wurde in der Studie über die im Alltag gesprochenen

Sprachen erfasst, wodurch Vergleiche sowohl mit den amtlichen Strukturdaten der

Bedarfsgemeinschaften (Erfassung der Staatsangehörigkeit) als auch mit der Wohnbevölkerung

(Erfassung des Migrationshintergrundes gemäß der Definition des Statistischen Bundesamts)

kaum möglich ist. Zwischen den in der Studie erfassten Haushalten zeigen sich diese Unterschiede:

Knapp zwei Drittel der MSL-Haushalte in der Befragung wie auch im ESP sind Haushalte mit

Migrationshintergrund, bei den WohnG-Haushalten sind es 58%.

Bezüglich des Mietverhältnisses sind mit 84% deutlich weniger MSL-Haushalte Hauptmieter als

bei WohnG-Haushalten (94%) oder der Wohnbevölkerung insgesamt (97%).

Einkommensschwache Haushalte wohnen generell seltener seit sehr langer Zeit in ihrer Wohnung

und häufiger erst seit kurzer Zeit. Dies gilt stärker für WohnG-Haushalte als für MSL-Haushalte.

Lediglich in den Jahren 2022 und 2023 überwiegt der Anteil der MSL-Haushalte deutlich; ein Grund

hierfür könnte der verstärkte Zuzug von Ukrainern sein.

Ergebnisse zur Wohnsituation der untersuchten Haushalte

Generell zeigten sich in allen drei Erhebungen keine gravierenden Unterschiede zwischen den

beiden Zielgruppen der Befragung. In den Fokusgruppen wurde das sehr geringe Angebot an

günstigen Wohnungen thematisiert; verstärkt gelte dies für sehr kleine und sehr große

Wohnungen. Aufgrund der Entwicklungen am Immobilienmarkt und der privaten Bautätigkeit

sowie vermehrter Zuzüge nach Nürnberg sei mit einer weiteren Verschärfung der Problematik zu

rechnen.

X

Demgegenüber steht ein leicht höherer Umzugswunsch der untersuchten Haushalte im Vergleich

zum statistischen Durchschnitt in Nürnberg. Während in der Wohnbevölkerung Nürnbergs der

durchschnittliche Umzugswunsch mit 47% statistisch festgehalten wurde, wünschen sich die

MSL-Haushalte mit 54% und die WohnG-Haushalte mit 58% einen Wohnungswechsel. Jedoch

erwarten in beiden Gruppen knappe 30% keine andere Wohnung zu bekommen. Deutlich mehr

WohnG-Haushalte (35%) als MSL-Haushalte (26%) geben an, sich keine andere Wohnung leisten

zu können. Dies deckt sich mit Feststellungen aus den Fokusgruppen, dass durch das geringe

Wohnangebot wenige Haushalte umziehen könnten und entsprechend oft schlechtere

Wohnverhältnisse akzeptierten.

WohnG-Haushalte haben dabei etwas größere Wohnungen als MSL Haushalte, aufgrund der

geringeren Haushaltsgrößen verfügen MSL Haushalte aber pro Person über mehr Wohnfläche als

WohnG-Haushalte.

Die Nettokaltmiete ist bei WohnG-Haushalten im Mittel um 75€ (15%) höher als bei MSL-

Haushalten. Auch liegen die Heizkosten bei den WohnG-Haushalten im Mittel um knappe 20%

höher und die Stromkosten um etwas mehr als 10% höher als bei den MSL-Haushalten; wobei Heiz-

und Stromkosten knappe 28% der Wohnkosten ausmachten. Hierbei entsprechen die Kosten pro

m² weitestgehend denen der Gesamtbevölkerung. Lediglich bei Wohnungen unter 40m² bei MSL-

Haushalten lag die Nettokaltmiete pro m² mit 13,08€ deutlich über den Werten der WohnG-

Haushalte und der Gesamtbevölkerung Nürnbergs (beide ca. 11,50€).

Auf Basis der Befragungsdaten gibt es hinsichtlich des Alters der Wohnungen kaum Unterschiede

zwischen den MSL-Haushalten, den WohnG-Haushalten und den statistischen Werten zur

Gesamtbevölkerung. Dagegen waren im ESP erfasste Gebäude deutlich älter.

Viele der befragten Haushalte berichteten von schweren Mängeln oder Schäden in ihren

Wohnungen, z. B. von Schimmel (circa 30%), im Sommer sehr heißen oder im Winter sehr kalten

Wohnungen (je circa 30%), Ungeziefer (etwa 20%) und anderen Mängeln. Weniger als 40% der

geben an, dass Schäden schnell durch Vermieter oder Hausmeister repariert würden.

In den Fokusgruppen wurde zudem von Härtefällen mit inakzeptabel schlechten

Wohnbedingungen berichtet, die von Haushalten ohne entsprechende Alternativen bewohnt

würden. Vom Hilfesystem würden diese Haushalte schlecht erreicht, da sie sich aus Furcht vor

Wohnungslosigkeit nicht an die entsprechenden Stellen wenden würden. Das Problem werde

daher möglicherweise unterschätzt. Vereinzelt wurden Haushalte mit sehr prekären

XI

Wohnbedingungen (z.B. sehr geringe Wohnflächen oder Bäder außerhalb der Wohnung) auch bei

den MSL-Haushalten der Studien gefunden.

Ergebnisse zur energetischen Situation einkommensschwacher Haushalte

Bei den untersuchten Haushalten sind gebäudezentrale Heizungen seltener als in der

Wohnbevölkerung: Am häufigsten heizen auf diese Weise die untersuchten WohnG-Haushalte

(76%), am seltensten die im ESP erfassten MSL-Haushalte (52%). In der Gesamtbevölkerung liegt

der Vergleichswert bei 83% der Haushalte. Wohnungszentrale Etagenheizungen sind dagegen bei

den untersuchten Haushalten deutlich häufiger (knapp 20%) als bei der Wohnbevölkerung

Nürnbergs (11%) anzutreffen, ohne einen signifikanten Unterschied zwischen WohnG-Haushalten

und MSL-Haushalten.

Bei den Energieverbräuchen pro Wohnung und m² zeigte sich eine sehr starke Streuung, sowohl

gemessen anhand der Stromablesedaten, wie auch anhand der monatlichen Vorauszahlungen für

Strom, Erdgas und Zentralheizung. Darüber hinaus gaben immerhin 14% der untersuchten

Haushalte an, keine Thermostate zu haben. Deutlich mehr MSL-Haushalte (24%) als WohnG-

Haushalte (18%) gaben zudem an, alte Elektrogroßgeräte zu haben.

Die untersuchten Haushalte nutzen deutlich häufiger Strom zum Heizen und zur Aufbereitung von

Warmwasser als im statistischen Vergleich zur Wohnbevölkerung Nürnbergs. Die Ergebnisse für

die MSL-Haushalte weichen zwischen standardisierter Befragung (26%) und ESP (21 – 24%) nur

geringfügig voneinander ab, aber deutlich von den WohnG-Haushalten (17%). Dabei wird das

Warmwasser häufiger über dezentrale Einzelgeräte aufbereitet, die meist mit Strom betrieben

werden. Dies ist bei MSL-Haushalten mit ca. 57% noch stärker als WohnG-Haushalten mit 47% der

Fall. Gebäudezentral wird Warmwasser seltener (32-36%) bereitgestellt als in der

Wohnbevölkerung Nürnbergs (51%). Dies gilt umso mehr für die energietechnisch schlechter

ausgestatteten MSL-Haushalte des ESP (26%). Zwar sind Stromtarife von 2020 bis Anfang 2023

weniger stark angestiegen als jene für Gas oder Fernwärme, dennoch waren diese durchweg

teurer als Systeme mit anderem Energieträgermix.

Der Sanierungszustand wurde von den Energieberatern des ESP für MSL-Haushalte in nur 4% der

Fälle als umfassend energetisch saniert bewertet. Knappe 40% wurden dagegen als nicht saniert

und knappe 58% als teilweise energetisch saniert eingeordnet.

XII

Beim Zustand der Fensterausstattung der untersuchten Haushalte ergibt sich kein eindeutiges

Ergebnis. Keine signifikanten Unterschiede zwischen einkommensschwachen Haushalten und dem

statistischen Vergleichswert zur Wohnbevölkerung Nürnbergs bestehen bei der Nennung zur

Ausstattung mit doppelt verglasten Fenstern. Allerdings kann aus dieser allgemeinen Aussage

nichts über den technischen Zustand und die Dämmfähigkeit der Fenstersysteme ausgesagt

werden. Dass es hier deutlichen Differenzierungsbedarf gibt, zeigt die Aussage, dass nur 40% der

untersuchten Haushalte angaben, alle Fenster seien dicht. Hier gab es keinen Unterschied

zwischen WohnG-Haushalten und MSL-Haushalten.

Eine Dämmung der Außenwände liegt bei den untersuchten Haushalten etwa gleich häufig vor wie

beim statistischen Vergleichswert zur Wohnbevölkerung Nürnbergs, dabei bei WohnG-Haushalten

etwas häufiger als bei MSL-Haushalten. Die Dämmung von Geschoßdecken zu unbeheizten

Bereichen ist auf Basis der ESP-Daten als eher niedrig einzustufen. Zudem berichteten etwa 24%

der untersuchten Haushalte von Rissen oder Löchern in Wänden.

Ökonomische Auswirkungen einer energetischen Sanierung

Sowohl die Auswertung der Fokusgruppen als auch der standardisierten Befragung und der ESP-

Bögen ergab viele Bedarfe für Renovierungen und Sanierungen zur Reduzierung des

Energieverbrauchs.

Die Energiekosten von einkommensschwachen Haushalten sind mit etwa 28% der Wohnkosten

ohne sonstige Betriebskosten substantiell - und waren gerade in den letzten Jahren starken

Anstiegen ausgesetzt. Untersuchungen des ESP zeigen, dass diese Kosten für einige Haushalte

noch deutlich stärker ins Gewicht fallen.

Die hohen Sanierungskosten würden laut den Fokusgruppen seltener von Privatvermietern

aufgebracht werden können, weswegen diese teilweise dazu tendierten ihre Immobilien an

Wohnungsbauunternehmen zu verkaufen, was zu einer Konzentration auf dem Wohnungsmarkt

beitrage.

Viele Haushalte scheuten Sanierungen, da diese die Miete erhöhen würden, die dann teilweise

nicht mehr von ihnen bezahlbar wäre. Vor allem Senioren scheuten zudem die Belastungen durch

die Sanierungsarbeiten. In den Fokusgruppen wurde die Sorge geäußert, dass sich durch den

Sanierungsdruck das Angebot an erschwinglichen Wohnungen für einkommensschwache

Haushalte weiter reduzieren würde.

XIII

Der Gesamtkosteneffekt einer energetischen Sanierung lässt sich mit dieser Studie nicht

feststellen, ließe sich aber mit einer Nachfolgestudie anhand von Musterwohnungen schätzen.

Abgesehen von den kostentechnischen Effekten würden viele Sanierungsmaßnahmen die

Wohnqualität deutlich anheben.

XIV

1 Hintergrund und Leitfragen der Untersuchung

Die Wohnverhältnisse und der Sanierungszustand bei einkommensarmen bzw. Leistungsbezieher-

Haushalten sind aktuell in der Stadt Nürnberg nicht vollständig und umfassend bekannt.

Besonders durch inflationsbedingte Preissteigerungen und die stark gestiegenen Energiekosten

könnten aber genau für diese ökonomisch vulnerable Gruppe deutliche Verschärfungen auf dem

Wohnungsmarkt entstehen, die zudem mit der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes

(GEG) und den damit einhergehenden Sanierungsanforderungen eine weitere Erhöhung der

Wohnkosten zur Folge haben könnten. Aus politischer Perspektive ist zur Erreichung der

Klimaziele grundsätzlich eine Verbesserung der Sanierungsrate und der energetischen

Qualifizierung des Wohnungsbestandes einer Kommune unabdingbar. Damit nimmt zugleich auch

die Qualität des kommunalen Wohnraums insgesamt zu.

Für einkommensschwache Haushalte sind aus dieser Entwicklung allerdings ambivalente

Ergebnisse zu erwarten: Sie sind stärker vom Sanierungszustand der gemieteten Wohnungen

abhängig als Menschen mit hohem Einkommen, da sie aufgrund des begrenzten

Wohnungsangebots in Ballungsräumen wie Nürnberg geringe Chancen auf einen Wechsel in eine

bessere und zugleich erschwingliche Wohnung haben. Zudem ist es bei einkommensarmen

Haushalten von besonderer Relevanz, wie energieeffizient ihre Wohnung ist: Bei einem

schlechteren Sanierungsstand wird mehr Energie verbraucht, so dass der finanzielle Aufwand für

die Wohnung größer wird. Andererseits führen Sanierungsmaßnahmen in der Regel auch zu

höheren Mieten, so dass die Gefahr besteht, dass dadurch die Zahl der verfügbaren Wohnungen

für einkommensarme Haushalte noch kleiner wird.

Für alle betroffenen Akteure stellen sich dadurch neue Herausforderungen: Einkommensarme

Haushalte stehen vor dem Dilemma, entweder in günstigen Wohnungen zu bleiben und hohe

Energiekosten (sowie Belastungen durch schlechte Wohnstandards) hinzunehmen oder in besser

sanierte Wohnungen zu ziehen – sofern sie diese finanzieren können und Wohnungen auf einem

engen Wohnungsmarkt finden – und einen noch größeren Anteil ihres Einkommens für Wohnen

auszugeben. Aber auch Vermieter stehen vor dem Problem, zunehmende Sanierungspflichten

umsetzen und finanzieren zu müssen. Die Kommunen erwartet ein höherer Finanzierungsbedarf,

insbesondere bei der Übernahme der Kosten für Unterkunft und Heizung (KdU) für Haushalte, die

Mindestsicherungsleistungen beziehen. Mit der Übernahme der KdU im Rahmen der jeweils

geltenden Richtwerte wird sichergestellt, dass die betroffenen Haushalte überhaupt Zugang zum

Wohnungsmarkt haben. Bislang wird der energetische Zustand der Wohnungen bei der

Kostenübernahme jedoch nicht berücksichtigt. Vermieter können auch dann mit Mieteinnahmen

rechnen, wenn sie nicht in entsprechende Sanierungsmaßnahmen investieren da eine Übernahme

der KdU rechtlich nicht an die Forderung nach energetischen Sanierungen durch die Vermieter

gekoppelt werden kann.

Vor diesem Hintergrund wurde von der Stadt Nürnberg die vorliegende Studie in Auftrag gegeben,

die die tatsächliche Wohnsituation einkommensarmer Haushalte in den Blick nehmen soll. Sie soll

grundsätzlich die Wohnverhältnisse und den Sanierungszustand der Wohnungen der betroffenen

Haushalte untersuchen. Da bei Haushalten, die Mindestsicherungsleistungen beziehen, die KdU

unabhängig vom energetischen Sanierungszustand der Wohnungen übernommen werden müssen,

sollte zudem zwischen zwei Gruppen von einkommensarmen Haushalten differenziert werden:

Grundsicherung im Alter/Sozialhilfe nach SGB II bzw. SGB XII („Leistungsbezieher-Haushalte“,

im Folgenden abgekürzt als MSL-HH).

Mindestsicherungsleistungen beziehen. Als Indikator zur Identifikation dieser Gruppe wurde

der Bezug von Wohngeld definiert („Grenzhaushalte“, im Folgenden abgekürzt als WohnG-HH).

Auch andere Gruppen würden inhaltlich der Zielgruppe entsprechen, zum Beispiel Haushalte, für

die die Gebühren für Kindertagesbetreuung ganz oder teilweise übernommen werden. Da hier aber

Überschneidungen mit anderen Leistungen (SGB II oder Wohngeld) bestehen können, ist eine

Abgrenzung ohne Zusatzinformationen nicht möglich. Deshalb wurde die Studie auf Haushalte im

Leistungsbezug nach SGB II oder SGB XII bzw. auf Bezieher von Wohngeld beschränkt.

Vor diesem Hintergrund ist es Ziel der Studie, die folgenden Fragestellungen zu beantworten:

Hinblick auf den Sanierungszustand der Wohnung?

sogenannten „Grenzhaushalten“, hier also Haushalten, die Wohngeld erhalten? Leben MSL-

Haushalte in ungünstigeren Wohnverhältnissen?

Gesamtbelastung der Haushalte aus?

2 Forschungsdesign

2.1 Mixed-Methods-Ansatz

Die empirische Erfassung der Wohnsituation der betroffenen Haushalte steht vor erheblichen

methodischen Problemen: Einerseits muss beim Einsatz klassischer Methoden (z. B. postalische

Befragung der betroffenen Haushalte) mit einer geringen Teilnahmebereitschaft gerechnet

werden. Andererseits erfordert eine detaillierte Erfassung des energetischen Zustands der

Wohnung Fachwissen, das üblicherweise bei den Betroffenen nicht vorausgesetzt werden kann.

Um der komplexen Fragestellung dennoch gerecht zu werden, wurde eine multimethodische

Herangehensweise gewählt, die wie ein Mosaik mehrere Zugänge und Datenquellen aus der

quantitativen sowie qualitativen Forschung kombiniert. Um die aktuelle Wohnsituation und

typische Belastungen von Leistungsbezieher- und Grenzhaushalten, sowie Unterschiede zwischen

diesen Gruppen herauszuarbeiten, wurden folgende Ansätze gewählt:

Wohlfahrtspflege, Wohnungs- und Energiewirtschaft und Mieterverbänden,

bzw. Wohngeld sowie

2.2 Öffentlichkeitsarbeit und Gewinnung von Multiplikatoren

Zur Sicherstellung von Kooperationen, zur Vorbereitung des Feldzugangs für die standardisierte

Befragung und zur Gewinnung von Multiplikatoren – ein zentraler Baustein für die Erhöhung der

Teilnahmebereitschaft für die standardisierte Befragung – wurde das Projekt zunächst bei

relevanten Akteuren in Nürnberg bekannt gemacht, indem die Projektbeteiligten an Sitzungen

zahlreicher Gremien aus dem Bereich der Sozialverwaltung teilnahmen und zusätzlich das Projekt

bei verschiedenen Dienststellen und Einrichtungen vorstellten (Tabelle 1).

Tabelle 1: Übersicht Projektvorstellung

Datum Gremien/Dienststellen/Organisationen
09.02.2023 Netz gegen Armut
09.02.2023 STARK St. Leonhard/Schweinau/Sündersbühl
15.02.2023 STARK Muggenhof/Eberhardshof
23.02.2023 Sozialamt, Wohngeldstelle
06.03.2023 Große Dienstbesprechung Stadt Nürnberg
07.03.2023 Sozialamt, Grundsicherung/Finanzielle Hilfen
10.03.2023 Erste Vorstellung Jobcenter
15.03.2023 STARK Gibitzenhof/Rabus
16.03.2023 Jobcenter West
16.03.2023 Jobcenter Süd
23.03.2023 STARK Gostenhof West
28.03.2023 Nürnberger Tafel
30.03.2023 Heftvorstellung Straßenkreuzer
31.03.2023 Noris-Arbeit (NOA) gGmbH
19.04.2023 Runder Tisch SIGENA Treff Sündersbühl

Ergänzend wurde das Projekt durch eine Pressemitteilung der Stadt Nürnberg (13.04.2023) in

Verbindung mit einem Beitrag in den Nürnberger Nachrichten (12.05.2023) der Öffentlichkeit

gegenüber bekannt gemacht. Auch das Sozialmagazin „Straßenkreuzer“ berichtete in seiner Mai-

Ausgabe über den Projektstart. Auf einer eigens eingerichteten Website (www.wohnstudie-

nuernberg.de), wurde über die Befragung informiert und die Möglichkeit geschaffen, per Online-

Zugang an der Befragung teilzunehmen.

2.3 Durchführung von Fokusgruppen

Expertinnen und Experten aus Sozialverwaltung, Wohlfahrtspflege, Mieterverbänden und

Organisationen der Wohnungs- und Energiewirtschaft erhalten in vielfältigen Bereichen Einblicke

und Informationen über die Wohnbedingungen einkommensarmer Haushalte. Um diese

Perspektiven und Erfahrungen für das Projekt aufzuschließen und einschätzbar zu machen,

wurden zwei Experten-Fokusgruppen durchgeführt. Ein besonderes Augenmerk in den

Diskussionen lag auf der Einschätzung zum (energetischen) Sanierungsstand und den sozialen-

und marktlichen Rahmenbedingungen der untersuchten Haushalte. Die Auswahl der Teilnehmer

erfolgte in Abstimmung mit der Stadt Nürnberg.

Die erste Fokusgruppe fand am 14.03.2023 am Nuremberg Campus of Technology (Fürther Straße

146b, Nürnberg) statt. Neben den Projektbeteiligten der TH Nürnberg nahmen Vertreter von

Organisationen der Wohnungswirtschaft, Mieterverbänden, Sozialverwaltung, freier

Wohlfahrtspflege und Energieversorgung teil:

Tabelle 2: Beteiligte Organisationen an der Fokusgruppe am 14.03.2023

Organisation
1. Haus & Grund Nürnberg
2. wbg Nürnberg
3. AWO Nürnberg, Seniorennetzwerk Südstadt-West
4. Stadt Nürnberg, Sozialamt
5. N-ERGIE
6. Stadt Nürnberg, Stab Wohnen
7. Ökumenisches Arbeitslosenzentrum Nürnberg (ÖAZ)
8. Evangelisches Siedlungswerk Nürnberg
9. Mieterbund Nürnberg

In einer zweiten Fokusgruppe diskutierten am 16.03.2023 an der Technischen Hochschule

Nürnberg (Bahnhofstraße 87, Nürnberg) sieben Expertinnen und Experten aus Sozialverwaltung

und freier Wohlfahrtspflege mit den Projektbeteiligten.

Tabelle 3: Beteiligte Organisationen an der Fokusgruppe am 16.03.2023

Organisation
1. Stadt Nürnberg, Sozialamt
2. EnergieSparProjekt Nürnberg (ESP)
3. Diakonie Nürnberg, Seniorennetzwerk Eberhardshof
4. Ev. Jugend Nürnberg, Projekt „Wohnraum für Alle (WoFA)“
5. Noris-Arbeit (NOA) Nürnberg

Nachstehende Leitfragen wurden dann in den beiden Gruppen mit unterschiedlicher

Schwerpunktsetzung diskutiert.

Tabelle 4: Leitfragen für die Fokusgruppen

Thematik Schwerpunkte
Wohnungsmarkt für Geringverdiener- und Leistungsbezieher- Haushalte: Aktuelle Situation in Nürnberg Wohnraumangebot, Kostenentwicklung, Wohnqualität und Sanierungszustand
Probleme für einkommensarme Mieter-Haushalte
Räumliche Verteilung einkommensarmer Mieter-Haushalte in Nürnberg
Die Perspektive der Eigentümer und Vermieter Energetische Sanierung: Position der Verbände
Energetische Sanierung: Probleme, Strategien, Rahmenbedingungen
Vermietung an Leistungsbezieher-Haushalte bzw. Geringverdiener-Haushalte: Vorbehalte, Erfahrungen, Probleme
Zukunftsperspektive Energetische Sanierung – und dann? Kostensteigerung und Verdrängung ärmerer Haushalte?

Die Gruppendiskussionen wurden aufgezeichnet, transkribiert und thematisch ausgewertet.

2.4 Standardisierte Befragung von Leistungsbezieher- und Grenzhaushalten

2.4.1 Ziele und Inhalte der Befragung

Mit einer standardisierten Befragung der Zielgruppen wurden Informationen über Ausstattung und

Sanierungszustand der Wohnungen erhoben, aber auch Bewertungen der Wohnsituation

(Wohnung, Gebäude, Wohnumfeld), Belastungen und Umzugswünsche. Der Fragebogen1 war (in

der Papier-Variante) sechsseitig und umfasste die folgenden Themenblöcke:

Einzugsjahr, Mietverhältnis, ggf. Förderung, Wohnungsgröße und Ausstattung, Schäden und

Mängel

Kosten, Sauberkeit und Sicherheit von Wohnung und Wohnumfeld, Umzugswunsch

Einkommensart, Straße und Postleitzahl

Um Vergleichbarkeit mit vorhandenen Befragungsdaten herzustellen, wurden auch Fragen der

regelmäßig in Nürnberg durchgeführten Erhebung „Wohnen in Nürnberg“ übernommen.

1 Siehe Anlage zu diesem Bericht

2.4.2 Stichprobenplanung

Insbesondere für die Befragung der Haushalte mit Bezug von Mindestsicherungsleistungen

wurden besondere Herausforderungen in der Umsetzung erwartet: Mangelnde Sprachkenntnisse,

institutionelles Misstrauen und vielfach geringe Kompetenzen im Umgang mit Texten ließen eine

postalische Befragung auf Basis einer Zufallsstichprobe aus der Gesamtheit der

Leistungsbezieher als methodisch kaum umsetzbar erscheinen. Diese Einschätzung wurde durch

die Diskussionen und Gespräche mit den Multiplikatoren während der Vorbereitung der Befragung

bekräftigt. Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet, eine Zufallsstichprobe aus der Gesamtheit

der Leistungsbezieher zu realisieren, sondern ein Methodenmix aus persönlichen Vor-Ort-

Befragungen, Auslegen von Werbematerial und Fragebögen an verschiedenen Anlaufstellen und

Einsatz von Multiplikatoren in sozialen Einrichtungen und Sozialverwaltung zum Abbau von

Misstrauen gewählt. Durch den Verzicht auf eine Zufallsauswahl wurde innerhalb der Zielgruppe

der Haushalte mit Mindestsicherungsleistungen nur eine Teilgruppe angesprochen: diejenigen

Haushalte, die beim Kontakt mit Behörden, Sozialverwaltung oder sozialen Einrichtungen oder auf

andere Weise von der Befragung erfahren hatten. Die Frage, wie gut diese Personen die Zielgruppe

repräsentieren bzw. ob sie sich in bestimmten Aspekten systematisch von ihr unterscheiden, lässt

sich nur eingeschränkt beantworten (Kapitel 4.2.1.). Die Auswertung der Befragung ergab jedoch

eine breite Streuung bezüglich der erhobenen Informationen, so dass davon auszugehen ist, dass

nicht nur eine Extremgruppe erreicht wurde.2

2.4.3 Strategien zur Erreichung der Zielgruppen und Durchführung der Befragung

Strategien zur Erhöhung der Teilnehmerzahl

Um eine möglichst hohe Teilnehmerzahl zu erreichen, wurden verschiedene Strategien

miteinander kombiniert

durch das Auslegen von Flyern und die Unterstützung durch Multiplikatoren in sozialen

Einrichtungen und Dienststellen. Die WohnG-Haushalte wurden zusätzlich schriftlich durch

das Sozialamt kontaktiert.

„Landing Page“ für die Online-Teilnahme an der Befragung (www.wohnstudie-nuernberg.de).

2 Auch bei einer postalischen Befragung auf Basis einer Zufallsauswahl wäre kaum davon auszugehen, dass die Teilnehmer alle Untergruppen der Zielgruppe gleich gut repräsentieren würden. Es wären auch hier systematische Ausfälle zu erwarten, z. B. durch eine Einschränkung auf Personen mit guten Sprachkompetenzen.

verschiedenen Sprachen angeboten. Die Sprachauswahl (arabisch, persisch, rumänisch,

bulgarisch, russisch, ukrainisch, türkisch, englisch und deutsch) orientierte sich an den in der

Zielgruppe der MSL-Bezieher am häufigsten gesprochenen Sprachen.

erstellt, die auch einen QR-Code bzw. Link zur Befragung enthielten.

Projektleitern in die Projektentwicklung eingebunden, als Interviewer geschult und erhielten

die Möglichkeit, an der Durchführung der Vor-Ort-Befragungen mitzuarbeiten. Diese

Studierenden waren zum Teil Native Speakers in den Befragungssprachen. Zusätzlich wurden

Studierende mit entsprechendem muttersprachlichem Hintergrund als Interviewer eingestellt,

geschult und bei den Vor-Ort-Befragungen eingesetzt, so dass alle Sprachen abgedeckt

waren.

Befragung zu werben, sowie Flyer und Fragebögen zur Verfügung zu stellen.

Vor-Ort-Befragungen

Vor-Ort-Befragungen fanden von 17.04. bis 15.06.2023 in Ämtern, sozialen Einrichtungen, bei der

NOA und im öffentlichen Raum statt (Tabelle 5).

Tabelle 5: Vor-Ort-Befragungen: Einsatzorte

Noris- Arbeit (NOA) NOA Umweltservice Gutenstetter Straße 10.05.2023
NOA Bürgerservice Allerbergerstraße 09.05.2023
NOA Südstadtforum und Bleiweiß 02.05.2023
Siebenkeesstraße
NOA kommunal Grün Gutenstetter Straße 04.05.2023
NOA kommunal Bürgerservice Diebacher 12.05.2023
Straße
Jobcenter Jobcenter West Nicolaistraße 26.04.; 03.05.; 04.05. & 11.05.2023
Jobcenter Süd Platenstraße 25.04.; 28.04. & 02.05.2023
Sozialamt Sozialamt Marienstraße (Wohngeld) 25.04.; 27.04.; 28.04.; 08.05.; 09.06.; 14.06. & 15.06.2023
Sozialamt Frauentorgraben (GruSi/Soz.hilfe) 25.04.; 28.04.; 05.05. &
10.05.2023
Ausgabestelle Zentrale Sigmundstraße

Noris-

Arbeit

(NOA)

Tafel Nürnberg Ausgabestelle Pfarrzentrum Martin Zwei bis drei Einsätze pro Ausgabestelle zwischen Mitte April und Mitte Mai 2023
Grolandstraße
Ausgabestelle BRK Nunnenbeckstraße
Ausgabestelle Pfarrzentrum zum guten Hirten
Namslauerstraße
Ausgabestelle Pfarrzentrum St. Elisabeth Jakobsplatz
Ausgabestelle Pfarrzentrum St. Lukas
Wartburgstraße
Öffentliche Plätze Aufseßplatz 28.04. & 12.05.2023
Plärrer 29.04. & 05.05.2023
Frankencenter 05.05. & 09.05.2023
Jamnitzerpark 29.05.2023
St. Leonhard/Schweinau (vor dem Sparkassengebäude) 04.05.2023
Röthenbach bei Schweinau (U-Bahn-Aufgang 06.05. & 11.05.2023
vor dem Einkaufszentrum)
Sonstige Café Willkommen 09.05.2023
Mehrgenerationenhaus Schweinau 11.05.2023
SIGENA Bertha von Brecht Straße 16.05.2023

Tafel

Nürnberg

Öffentliche

Plätze

Die potenziellen Teilnehmer wurden von den oben bereits angesprochenen geschulten und zum

Teil mehrsprachigen Interviewern aktiv angesprochen und zur Teilnahme eingeladen. Um die

Teilnahmebereitschaft zu erhöhen, wurden kleine Incentives, wie z.B. Energiesparlampen

angeboten. Die Teilnahme war sowohl mit Unterstützung durch die Interviewer vor Ort möglich

(persönliche Befragung und Erfassung über Online-Eingabemaske), als auch durch selbständiges

Ausfüllen des Papierfragebogens oder des Online-Fragebogens, den die Teilnehmer über das

Scannen eines QR-Codes aufrufen konnten.

Auslage des Fragebogens und Informationsflyers

Zahlreiche Dienststellen, soziale Einrichtungen und Anlaufstellen im Quartier unterstützten die

Befragung, indem sie ihre Adressaten auf die Befragung aufmerksam machten und Flyer bzw.

Fragbögen auslegten oder verteilten (siehe Tabelle 6). Zusätzlich zu den Orten, an denen

Befragungen stattfanden, waren dies:

Tabelle 6: Auslagestellen der Fragebögen und Flyer

Auslagestelle Adresse Dauer
Julius-Schieder-Haus (Sozialpsychiatrischer Dienst) Pirckheimer Str.16 02.05. – 17.07.2023
Straßenkreuzer e. V. Maxpl. 7 02.05. – 17.07.2023
NOA Seniorenstammtisch Siebenkeesstr. 4 02.05. – 12.05.2023
Seniorenamt Hans-Sachs-Platz 2 09.05. – 12.05.2023
Quartiersbüro St. Leonhard/Schweinau Schwabacher Str. 63 02.05. – 17.07.2023
Mehrgenerationenhaus Schweinau Schweinauer Haupstr. 31 11.05. – 17.07.2023
Gemeindecaritas Nürnberg Obstmarkt 28 25.05. – 17.07.2023
Gemeinschaftshaus Langwasser Glogauer Str. 50 01.06. – 17.07.2023
Nachbarschaftshaus Gostenhof Adam-Klein-Str. 6 01.06. – 17.07.2023
Migrationsberatung für Erwachsene BRK (im Südstadtforum) Siebenkeesstr. 4 01.06. – 17.07.2023

Persönliches Anschreiben von Wohngeldbeziehern durch Sozialamt/Wohngeldstelle

Zusätzlich wurden 4.838 WohnG-Haushalte durch das Sozialamt, Abteilung Wohngeld

angeschrieben und gebeten an der Befragung online teilzunehmen.

2.4.4 Bewertung der Strategien des Feldzugangs und realisierte Stichprobe

Die Durchführung als Vor-Ort-Befragung erwies sich als sehr hilfreich für die Befragung der MSL-

Haushalte. Die Teilnahmebereitschaft war hier insgesamt gut, sofern die Personen aktiv

angesprochen wurden und nicht befürchten mussten, durch die Teilnahme Nachteile zu erleiden

(z.B. Termin im Jobcenter versäumen). Als wichtig erwies sich zudem, entweder Wartezeiten zu

nutzen oder die Personen beim Verlassen des jeweiligen Gebäudes anzusprechen, wenn ihr

eigentliches Anliegen erledigt war. Als sehr hilfreich erwies sich der Einsatz der mehrsprachigen

Interviewer, mit deren Hilfe es sehr gut gelang, Personen mit geringen Deutschkenntnissen

anzusprechen und auch Vertrauen herzustellen. Die Befragungen bei NOA wurden während der

Arbeitszeit der dort beschäftigten Zielgruppe durchgeführt und vom jeweiligen Schichtleiter

organisiert. Auch hier war die Teilnahmebereitschaft hoch. Die Einsätze im öffentlichen Raum

waren dagegen weniger erfolgreich: Viele Menschen begegneten den Befragungsteams mit

Misstrauen. Andere machten ihrem Ärger über ihre Wohnsituation Luft und darüber, sich von der

Politik im Stich gelassen zu fühlen. Viele erzählten ausführlich von ihrer Wohnsituation, wollten

dann aber doch lieber nicht teilnehmen. Andere waren an einer Teilnahme interessiert, wollten den

Fragebogen aber lieber zuhause ausfüllen. Ihnen wurden zusätzlich zu Fragebogen und Flyer in

der gewünschten Sprache adressierte und freigemachte Umschläge für den Rückversand

mitgegeben wurden; insgesamt kamen aber weniger als zehn Fragebögen auf diese Weise zurück.

Sehr viele Teilnehmer benötigten Unterstützung beim Ausfüllen des Fragebogens. Vielfach

musste der Fragebogen mit den Befragten Frage für Frage durchgegangen werden, und häufig

baten die Befragten die Interviewer ihre Antworten für sie online einzugeben. Nicht wenige

Befragten waren sehr an einer Teilnahme interessiert, reagierten dann aber geradezu hilflos auf

die Aufgabe, einen Fragebogen auszufüllen, so dass eine entsprechende Begleitung erforderlich

war. Ohne den Einsatz der Interviewer vor Ort wäre die Befragung dieser Zielgruppe vermutlich

gescheitert.

Bei den WohnG-Haushalten war die Erreichbarkeit zunächst schlecht: Mögliche Befragungsorte

waren hier die Dienststelle des Sozialamts am Marientorgraben, die Tafel-Ausgabestellen und die

öffentlichen Plätze. Da die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, sehr viel kleiner ist als die

der Bezieher von Mindestsicherungsleistungen, konnten schon aus diesem Grund weniger

Personen dieser Zielgruppe angetroffen werden. Erst durch die schriftliche Einladung zur

Befragung durch das Sozialamt gelang es, die Zielgruppe zu erreichen und eine letztlich eine sehr

gute Teilnahmequote zu realisieren. Bei der Aufbereitung der Daten zeigte sich dann auch, dass

die Fragebögen dieser Zielgruppe sehr viel seltener widersprüchliche Angaben enthielten, es also

deutlich weniger Verständnisproblem gegeben hatte.

Insgesamt haben 1.219 Personen zumindest einen Teil der Fragen beantwortet. Davon sind 74

Prozent (n = 898) eindeutig einer der Zielgruppen zuordnen. Bei knapp 20 Prozent der Teilnehmer

(„Sonstige“) handelt es sich um Personen, die nicht eindeutig zugeordnet werden können. Dies sind

zum Beispiel Befragte, die keine Angaben zu ihrem Einkommen gemacht haben oder deren

Angaben widersprüchlich sind (gleichzeitiger Bezug von Bürgergeld und Wohngeld etc.) und sich

nicht auflösen lassen; es ist jedoch davon auszugehen, dass es sich auch bei dieser Gruppe um

einkommensarme Haushalte handelt (vgl. Kapitel 4.2.1).

2.5 Auswertung von Erhebungsbögen aus dem Projekt „EnergieSparProjekt (ESP)“ der Stadt

Nürnberg

2.5.1 Hintergrundinformationen und Vorgehen

Seit 2008 unterstützen Energieberaterinnen und Energieberater Leistungsbezieher sowie

Geringverdiener dabei, Kosteneinsparpotenziale beim Stromverbrauch, Heizung und Warmwasser

zu identifizieren und beraten hierzu. Das kostenlose Angebot ist im Amt für Existenzsicherung und

soziale Integration – Sozialamt angesiedelt und richtet sich an alle Nürnberger Bürgerinnen und

Bürger, die Leistungen empfangen oder wenig Geld zur Verfügung haben. Unter dem Motto „Hilfe

zur Selbsthilfe“ konnten anhand der intensiven, persönlichen Beratung durch sozial geschulte

Energieberaterinnen und Energieberater einkommensschwache Haushalte sensibilisiert und

selbst dazu befähigt werden, ihr Nutzerverhalten bewusst zu steuern und ihren Energieverbrauch

nachhaltig zu senken.

In der Zusammenarbeit mit der Stadt Nürnberg konnten die aus dem stadtinternen

„EnergieSparProjekt“ entstandenen Dokumentationen der Erstbegehung (sog. Energiesparbögen)

aus den Jahren 2017 bis 2022 digitalisiert und ausgewertet werden. Das betrifft ungefähr 700 ESP-

Bögen, die in den letzten Jahren von den Energiesparberatern analog ausgefüllt wurden. Die

Erfassungsbögen geben Auskunft über die Energieverbrauchssituation der Beratungshaushalte

(meist Leistungsbezieher-Haushalte in prekären Energieverhältnissen), die Soziodemographie der

Haushalte und den Stand der energetischen Sanierung der Wohnungen. Ursprünglich sollten diese

Informationen als Grundlage für die weiteren Beratungsschritte durch die Energieberater dienen.

2.5.2 Einordnung der Datengrundlage aus den ESP-Begehungsbögen

Die anonymisierte Auswertung und digitale Sicherung der vorliegenden Daten aus den ESP-

Begehungsbögen in Bezug auf eine Einschätzung der Wohn- und energetischen Standards der

Haushalte schafft einen weiteren Einblick in die Wohnsituation der zu untersuchenden Haushalte.

Entsprechend fand die Aufbereitung und Digitalisierung der Daten aus den Begehungsbögen in

Bezug auf die Projektziele statt, auch um die Daten der ESP-Bögen mit den Daten der

standardisierten Befragung vergleichen zu können. Die ESP Begehungsbögen profitieren von der

vertieften Expertise der Energieberater und ermöglichen so wichtige Querbezüge und eine

sichernde Funktion der Ergebnisse aus den empirischen Erhebungen (Datentriangulation), sowie

eine tiefergehende Betrachtung einzelner Thematiken, wie der Heizungsausstattung. Daten zur

sozialräumlichen Verteilung wurden anonymisiert erfasst, es wurde aber bisher von einer

geographischen Auswertung abgesehen, welche beispielsweise mit einer Clusteranalyse möglich

wäre.

Die Energiesparbögen umfassen 23 Seiten und enthalten folgende Themenblöcke:

Energiekosten)

Haushaltsgroßgeräte; Sonstige Elektrogeräte und Unterhaltungselektronik)

Außenwände/Geschossdecken und Lüftungsverhalten)

(bei zentraler Versorgung))

bei Nachzahlung)

Geburtsland, Berufsabschluss, Art der Leistungsbezüge und Zugang zum Projekt)

Ein Muster-Begehungsbogen befindet sich im Anhang.

2.5.3 Stichprobe

Aufgrund der langjährigen Laufzeit des EnergieSparProjekts konnten im Rahmen der vorliegenden

Erhebung 692 Bögen gesichtet und geprüft werden; von diesen konnten 689 verwendet werden.

Die Stichprobe umfasst daher 689 teilnehmende Haushalte. Es handelt sich um Haushalte mit

Leistungsbezug nach dem SGB II oder XII sowie Wohngeldbezieher- und Geringverdiener-

Haushalte, die in der Stadt Nürnberg wohnen. Bei 545 Haushalten handelt es sich um MSL-

Haushalte, jedoch wurden nur 17 WohnG-Haushalte erhoben. Die Analyse der ESP-Bögen wurde

daher auf MSL-Haushalte beschränkt.

2.5.4 Vorgehen bei der Auswertung

In einem ersten Schritt wurden die Erfassungsbögen hinsichtlich der zur Verfügung stehenden

Informationsdichte gesichtet. Auf der Basis der Sichtungsergebnisse wurde eine Maske mithilfe

des Statistical Package for Social Sciences (SPSS) entwickelt, die zur Dokumentation und zur

einfachen Verarbeitung der anonymisierten Daten diente. Die in den Begehungsbögen enthaltenen

Informationen wurden mit den Mitgliedern der Lenkungsgruppe des Projekts bei der Stadt

Nürnberg hinsichtlich ihrer Aussagefähigkeit und Nutzungsmöglichkeit diskutiert. Bevor die

ausgefüllten Erfassungsbögen aufgenommen werden konnten, wurden sie anonymisiert, indem

das Deckblatt mit Angaben zum Haushalt entfernt wurde. Die Erfassung und Auswertung der in

Papierform vorliegenden Erfassungsbögen erfolgte mittels manueller Eingabe der Informationen

in die entwickelte Datenmaske, die schlussendlich als Grundlage für die statistische Auswertung

diente. Die statistische Auswertung wurden mit SPSS und Python vorgenommen. Die Daten wurden

zunächst auf der Ebene des EnergieSparProjekts ausgewertet und in einem zweiten Schritt in

Beziehung zu den Ergebnissen der standardisierten Befragung gesetzt.

2.5.5 Einschränkungen bei der Auswertung und bei Aussagefähigkeiten

Bei der Sichtung der ESP-Bögen zeigte sich, dass diese durchgehend nicht vollständig ausgefüllt

waren, was nach Auskunft von Energieberatern des Projektes unter anderem auf die begrenzte

Zeit bei der Energieberatung zurückzuführen war. Zudem dienten die Begehungsbögen lediglich

als dokumentierte Hintergrundinformationen der Energiesparberater zu den begangenen

Wohneinheiten. Sie hatten nicht das Ziel, die Daten vollständig statistisch zu erheben.

Es wurden verschiedene Bereiche häufiger (Beispielsweise der allgemeine Anfangsbereich A, der

Bereich mit den Abschlägen B1, oder der Schlussbereich J) und andere Bereiche seltener

(Informationen zu den Außenwänden oder die Ablesedaten für Erdgas) ausgefüllt. Auch war unklar,

ab wann ein Bogen als ein Ausreißer gewertet werden sollte und ab wann nicht. Es wurden einige

offensichtliche Ausreißer entfernt, die sich meist sehr deutlich abhoben, beispielsweise nur 3 oder

4 Quadratmeter als Wohnfläche angaben, so dass man spekulieren könnte, dass die Zimmerzahl

gemeint wurde. Diese wurden aber dann nur aus der jeweiligen Analyse und nicht aus dem

Gesamtdatensatz entfernt.

Der besondere Wert der Daten beruht auf der Tatsache, dass die Bögen von den entsprechend

ausgebildeten Energieberatern und nicht von den Mitgliedern der Haushalte selbst ausgefüllt

wurden, wodurch die Angaben auf den Bögen eine hohe Validität aufweisen. Dennoch wurde der

auf Grundlage der erfassten Bögen entstandene Datensatz vor und während der Analysen kritisch

auf widersprüchliche Angaben untersucht.

Da der entstandene Datensatz aufgrund der Lücken in den Begehungsbögen nicht vollständig ist,

mussten unterschiedliche Abgrenzungen der Stichprobe getroffen werden, je nachdem welche

Sektion des Erhebungsbogens ausgewertet wurde. Die Auswertungen basieren also nicht auf einer

gleichbleibenden Anzahl von Haushalten. Zudem muss davon ausgegangen werden, dass die

Auswahl der ausgefüllten Erhebungsbogen-Segmente nicht zufällig ist: Vielmehr kann zum

Beispiel angenommen werden, dass diejenigen Abschnitte ausgefüllt wurden, die beim jeweiligen

Haushalt problematisch waren.

Darüber stellt bereits die Teilnahme am ESP eine Verzerrung der Grundgesamtheit der MSL- und

WohnG-Haushalte dar: Es kann davon ausgegangen werden, dass vor allem Haushalte mit bereits

vorhandenen Problemen bezüglich Energiekosten oder Wohnsituation am Projekt teilnahmen.

Somit sind mindestens zwei Verzerrungen bei der Sample Selection zu erwarten: Zum einen durch

die (Selbst-)Selektion der teilnehmenden Haushalte, zum anderen durch die Auswahl der

jeweiligen bearbeiteten Themen. Dennoch sind die Daten des ESP wertvoll für einen Vergleich und

eine tiefere Analyse des Sanierungsstands von MSL-Haushalten

3 Ergebnisse der drei empirischen Erhebungen: Fokusgruppen,

standardisierte Befragung und ESP-Begehungsbögen

Im Folgenden werden die Ergebnisse der drei empirischen Feldzugänge nacheinander vorgestellt:

In Abschnitt 4.1 die Ergebnisse der Fokusgruppen, in Abschnitt 4.2 die Ergebnisse der

standardisierten Befragungen und in Abschnitt 4.3 die Ergebnisse der ausgewerteten ESP-

Begehungsbögen.

3.1 Ergebnisse der Fokusgruppen

In den beiden Fokusgruppen am 14.03.2023 (F1) und am 16.03.2023 (F2) diskutierten die

Teilnehmer zu den in Kapitel 3.3 skizzierten Fragen bezüglich Struktur und Entwicklung des

Wohnungsmarktes für einkommensschwache Haushalte. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Frage,

wie sich Sanierungszustände aktuell bei einkommensarmen Haushalten darstellen und wie sich

Sanierungsbedarfe sowie potenzielle Sanierungsmaßnahmen auf die Wohnkosten und damit die

finanzielle Gesamtbelastung der Haushalte auswirken. Die Ergebnisse aus den beiden

Fokusgruppen werden im Folgenden entlang der sich in den Diskussionen herauskristallisierenden

Themen dargestellt.

3.1.1 Einschätzungen der Situation am Wohnungsmarkt für einkommensschwache Haushalte

Der Wohnungsmarkt für einkommensschwache Haushalte ist durch große Knappheit

gekennzeichnet. Als Ursachen hierfür wurden von den Diskutanten eine sichtbare Stagnation der

Versorgung mit öffentlich geförderten Wohnungen, ein genereller Rückgang der Bautätigkeit, die

hohen und sanierungsbedingt noch steigenden Wohnkosten sowie eine Kluft zwischen Angebot

und Nachfrage bei sehr kleinen und sehr großen Wohnungen genannt.

Stagnation bei der Versorgung mit öffentlich geförderten Wohnungen

Nach übereinstimmender Auffassung der Diskutanten könne eine Stagnation bei der Versorgung

mit öffentlich geförderten Wohnungen festgestellt werden. Das Interesse, in Immobilien zu

investieren lasse generell nach (F1, Z. 163-170).3 Das gelte für Privatpersonen, aber zum Teil auch

für Wohnungsbauunternehmen bzw. Projektentwickler. Zudem könnten die neu erbauten oder in

Planung stehenden Sozialwohnungen den Bedarf nicht decken (F1, Z. 179f. & Z. 188f.). Aktuell gebe

es in Nürnberg ca. 17.000 geförderte Wohnungen im Bestand. Den etwa 7.000 Vormerkungen

stünden etwa 1.000 jährliche Vermittlungen gegenüber (F2, Z. 790-801). Der Kauf von

Belegungsrechten durch die Kommune könne hier keine Lösung erzielen: Zum einen würde der

Ankauf nicht mehr durch den Freistaat gefördert, zum anderen sei angesichts des angespannten

Marktes zu erwarten, dass keine oder völlig überteuerte Angebote gemacht würden. Entsprechend

sei die Situation im Bestand als prekär zu bezeichnen (F1, Z. 515-528).

Trotz verschiedener Dringlichkeitsstufen in den vermittelnden Einheiten in der Stadt, würden

manche Gruppen, vor allem Haushalte mit Vermittlungshemmnissen, sehr große Familien oder

obdachlose Personen kaum zum Zug kommen. Durch Sanierung und Neubau werde von den

Wohnbaugesellschaften und privaten Investoren durchaus versucht, den Wohnungsmarkt an die

veränderten gesellschaftlichen und politischen Anforderungen anzupassen. Bezüglich der

Wohnungsgröße finde bei Neubauten eine Bedarfsanpassung in beide Richtungen statt (F1, Z. 129-

134, Z. 145-150 & Z. 572-584; F2, Z. 315f., Z. 383-389). Auch die Barrierefreiheit von Wohnungen

werde wichtiger, auch wenn diese in Bestandsbauten nicht einfach umsetzbar sei (F1, Z. 572-584,

Z. 1099-1110). Für die Zukunft erwarteten die Teilnehmer eine weitere Verschärfung der

Wohnungsmarktproblematik in Nürnberg, auch deshalb, weil der Zuzug vom Land in die Stadt

zunehme (F2, Z. 258ff., Z. 740-747 & Z. 782-785); die Anfragen würden aktuell steigen. Zusätzlich

könne die Baubereitschaft aufgrund der erhöhten Kosten weiterhin abnehmen (F2, Z. 760-765).

Steigende Wohnkosten

3 Hier ist anzumerken, dass die Diskussion sich auf den Stand im März 2023 bezieht. Aufgrund der gestiegenen Kapitalmarktzinsen, ist frei finanziertes Bauen aktuell weniger attraktiv, bereits geplante Bauvorhaben verzögern sich in vielen Fällen. Für den geförderten Wohnungsbau gibt es dagegen attraktive Zuschüsse. Vor diesem Hintergrund steigt das Interesse der Bauträger an einer Erhöhung der Anteile geförderten Wohnens bei ihren Bauprojekten. Es findet aktuell (Stand 12/2023) also eher eine Verschiebung der Bautätigkeit zugunsten des geförderten Wohnungsbaus statt, als ein genereller Rückgang der Bautätigkeit. Dennoch fallen nach wie vor so viele geförderte Wohnungen aus der Bindung heraus, dass selbst mit erhöhten Anteilen allenfalls eine kompensatorische Wirkung erzielt wird, geförderte Wohnungen in Summe aber nicht mehr werden. Bsp. Nürnberg Lichtenreuth.

Die wachsenden energetischen und technischen Anforderungen an eine Sanierung des

Wohnungsbestandes ließen die für einkommensarme Haushalte ohnehin belastenden

Wohnungskosten weiter steigen (F1, Z. 121ff., Z. 128f.; Z. 883-893, Z. 896 & Z. 977-983). Zwar habe

die jüngste Wohngeldreform für Haushalte mit niedrigem Erwerbseinkommen diesen Effekt auf

Haushaltsebene gedämpft, langfristig aber werde es zu einer weiteren Verschärfung kommen. Die

Wohnungssuche würde dadurch noch schwieriger werden und betroffene Haushalte könnten sich

nach Einschätzung der Diskutanten immer weniger Wohnungen innerhalb der Stadt Nürnberg

leisten (F2, Z. 865-870).

Um eine Deckung der Sanierungskosten zu erreichen, würden vor allem private Vermieter nach

einer Sanierung nicht auf Mieterhöhungen verzichten, um keine Verluste zu erleiden (F1, Z. 1141-

1147, Z. 1017-1021 & Z. 1023). Das führe zu einem doppelten Effekt: Auf der einen Seite erhöhten

Vermieter nach der Sanierung die Mieten. Auf der anderen Seite entschieden sich einige private

Vermieter bewusst gegen eine Sanierung. Letzteres führe tendenziell in einen strukturellen

Sanierungsstau, insbesondere bei Sozialwohnungen (F2, Z. 72-88).

Für Bezieher von Mindestsicherungsleistungen werden die KdU in den jeweilig geltenden

kommunalen Grenzen übernommen. Die Höhe dieser Richtwerte bzw. die Frage ihrer

ausreichenden Anpassung an die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt wurden kontrovers

diskutiert: Nach Einschätzung einiger Diskutanten würden die betroffenen Haushalte angesichts

steigender Wohnkosten immer wieder in die Situation kommen, dass ihre tatsächlichen

Wohnkosten diese Richtwerte überstiegen. Strittig war insbesondere die Frage einer Festlegung

der Richtwerte für die Bemessung der KdU auf einem zu niedrigen Niveau (F1, Z. 134-137, Z. 318-

330 & Z. 347-350, Z. 931-941; F2, Z. 69-72). Obwohl die Richtwerte der Entwicklung auf dem

Wohnungsmarkt (Mietspiel) grundsätzlich folgten, entstehe somit eine (wachsende)

Deckungslücke zwischen der tatsächlichen Höhe der Kosten und den KdU-Leistungen, die

wiederum zu Mietzahlungsproblemen führen könne. Dabei spielten nach Einschätzung einiger

Diskutanten auch datentechnische Probleme bei der Erfassung der tatsächlichen Kosten eine

Rolle, weshalb von ihnen auch eine bessere Datengrundlage für die Berechnung der Richtwerte

gefordert wurde (F1, Z. 318-330 & Z. 332-345).

Eine Verdrängung der einkommensschwachen Mieter-Haushalte finde aufgrund der mit der

Sanierung verbundenen Mieterhöhungen statt. Hier komme es zu der Situation, dass die KdU-

Grenzen überschritten und die Kosten somit nicht mehr vollständig übernommen würden. Durch

die Sanierung könnten sich auch die bereits vorhandene Bedarfsunterdeckungen verstärken, die

von den Mietern nun nicht mehr ausgeglichen werden könnten, so dass der Verlust der Wohnung

drohen könne (F1, Z. 996-1015). Da passende und günstigere Wohnungen in Nürnberg aber nicht zu

bekommen seien, seien einkommensarme Haushalte dazu gezwungen aus der Stadt wegzuziehen,

zu ihren Kindern zu ziehen oder in Wohnungen zu ziehen, die keinen vertretbaren Standard bieten

würden (F1, Z. 987-994). Zwar versuche etwa die wbg, die Mieter beim Umzug in eine neue, für sie

bezahlbare Wohnung zu unterstützen, auch um einer Gentrifizierung entgegenzuwirken (F1, Z. 996-

1015). Aber durch den Wohnungswechsel finde dennoch „eine Verdrängung sukzessive statt, weil

dann ist die Wohnung ja leer (ist), und dann wird sie neu vermietet, und dann ist sie teuer, und so wird

halt ein Stadtteil dann langfristig, sage ich jetzt mal, gentrifiziert“ (F1, Z. 1012-1015). Im Ergebnis

würden die schwierigen Bedingungen des Nürnberger Wohnungsmarktes durch die eigentlich

wünschenswerte Sanierungs- und Neubautätigkeit paradoxerweise verstärkt. Zum einen, weil das

für einkommensschwache Mieter-Haushalte zugängliche Marktsegment sehr klein sei, so dass sie

bei ungünstigen Wohnverhältnissen kaum Chancen auf eine andere Wohnung hätten, zum anderen

aber auch durch steigende Kosten nach einer Sanierung der aktuell von ihnen bewohnten

Wohnungen (vgl. hierzu auch Abschnitt 4.1.2, der diese Perspektive stärker aus Sicht der

energetischen Sanierung beleuchtet).

Kluft zwischen Angebot und Nachfrage

Nach Einschätzung der Teilnehmer sei der Mangel an verfügbarem Wohnraum für

einkommensarme Haushalte nicht nur durch den Mangel an geförderten Wohnungen und die

gestiegenen Wohnkosten zu erklären, sondern auch durch die fehlende Menge an passendem

Wohnraum, wodurch eine Kluft von Angebot und Nachfrage entstehe: Es fehle an geeigneten

Wohnungen für Alleinlebenden-Haushalte einerseits, große Haushalte andererseits.

Die Ursachen für den Mangel an geeigneten Wohnungen lägen historisch in der Orientierung an

der „Normalfamilie“ im Wohnungsbau und sei auch in der Geschichte der Wohnungsbauförderung

begründet. So liege das Hoch der „Sozialbauten“ in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, in der es

wenig Bedarf nach sehr kleinen oder sehr großen Wohnungen gab. In der Folge löse heute die

Durchschnittsgröße der Wohnungen im Bestand entsprechende Probleme bei der Wohnungssuche

für Alleinstehende und Großfamilien aus (F1, Z. 190-193). Besonders fehle es an Wohnraum für

einkommensschwache Haushalte, für die in Nürnberg kaum bezahlbarer, passender Wohnraum

vorhanden sei (F2, Z. 862-865).

Gerade diejenigen Haushalte, die zu den Zielgruppen der vorliegenden Studie gehören, würden bei

der Suche nach kleinen Wohnungen scheitern, denn diese seien in einer geringen Zahl am Markt

vorhanden und vergleichsweise teuer (F2, Z. 333-337, Z. 380-383 & Z. 383-389). Aufgrund der

erschwerten Suchbedingungen nach kleineren Wohnungen verblieben auch Senioren, etwa nach

dem Tod ihres Partners, in ihren zu großen Wohnungen, häufig bis sie nicht mehr alleine wohnen

könnten (F1, Z. 55-58, Z. 77-85, Z. 207-218 & Z. 225f.; F2, Z. 656ff. & Z. 918-922). Anfangs würden

manche Betroffene versuchen umzuziehen, aber ein Umzug würde für sie meist mit einer Erhöhung

der Mietkosten einhergehen (F1, Z. 229-234; F2, Z. 637-651). Die höhere finanzielle Aufwendung

bei einem Wohnungswechsel sei einerseits darin begründet, dass Senioren meist langjährige und

unter dem aktuellen Wohnungsmarktwert liegende Mietverträge hätten, so dass sie bei einem

Umzug mit höheren Kosten rechnen müssten (F1, Z. 1027-1062). Andererseits seien sie auf

Barrierefreiheit und dadurch auf entsprechend ausgestattete Wohnungen angewiesen, die in der

Regel hochpreisiger seien (ebd. & Z. 637-651). Um hier zu unterstützen, biete die wbg für Senioren

ein „Umzugsmanagement Plus“ an (F1, Z. 922-929 & Z. 1064-1072). Damit werde Interessierten ein

Umzug in kleinere, seniorengerechte Wohnungen zum gleichen Mietpreis angeboten und auch der

Umzug selbst organisiert (ebd.).

Unter dem Mangel an in der Größe passenden Wohnungen litten nach Einschätzung in den

Fokusgruppen auch Großfamilien (F1, Z. 96ff.). Auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt seien

(erschwingliche) Wohnungen mit mehr als vier Zimmern kaum vorhanden (F1, Z. 85-94, Z. 102-107

& Z. 109ff.). Vor allem im Bestandsbau sei es schwierig, größere Wohnungen zu finden (F2, Z. 389-

397). Es komme daher immer wieder vor, dass Wohnungen überbelegt seien, was problematisch

sei, weil sich dadurch etwa die Gefahr für stärkere Wohnraumabnutzung oder Schimmelbildung

erhöhen würde (F2, Z. 307-312). Seriöse private Vermieter und Wohnungsbaugenossenschaften

würden eine Überbelegung der vorhandenen Bestandswohnungen ablehnen, um Mängel an den

Wohnungen und Gebäuden zu vermeiden (ebd.). Großfamilien seien somit auf Neubauten mit

größeren Wohnungen angewiesen, die wiederum hochpreisiger und nicht in der benötigten Anzahl

vorhanden seien (ebd., Z. 260-263, Z. 312ff. & Z. 117ff.).

3.1.2 Energetische Sanierung, Kostenentwicklung und Marktkonzentration

Um die Klimaziele zu erreichen, sei eine weitere Zunahme der Verpflichtungen zu energetischer

Sanierung zu erwarten (Stichwort: Gebäudeenergiegesetz GEG), die, ebenso wie die gestiegenen

energetischen Anforderungen an Neubauten, letztlich zu höheren Mieten führen würden (F2, Z.

810-817). Dabei treibe die Politik die Sanierung voran, und die Vermieter seien durch die Umbau-

oder Baukosten gezwungen den Mietpreis zu erhöhen, um die eigene Wirtschaftlichkeit zu

gewährleisten (F1, Z. 906-918). Im schlechtesten Fall sinke die bereits geringe Anzahl von

günstigen Wohnungen weiter (ebd.). Auch die verschiedenen Förderungen, wie die

Klimakomponente beim Wohngeld, die Mietpreisobergrenze nach Sanierungsstandards, die

Neubauförderungen etc., würden dieser Entwicklung nicht ausreichend entgegenwirken können

(F1, Z. 564-584 & Z. 815-829). Zusätzlich sei der Aufwand hoch, eine solche Förderung zu erhalten,

denn diese sei aus Sicht der betroffenen Haushalte oft durch Intransparenz, Komplexität und lange

Bearbeitungsdauer geprägt (F1, Z. 471-478, Z. 1147-1155; F2, Z. 930-950, Z. 956-964 & Z. 986-991).

Die hohen Kosten für den energetisch qualifizierten Neubau bzw. die Sanierung von Wohnungen

seien auf Seiten der Mieter und der Vermieter spürbar (F1, Z. 117ff. & Z. 903-906; F2, Z. 65-72, Z.

88-103 & Z. 113-115). Dies könnte eine Verdrängung von Privatvermietern zur Folge haben, da diese

die Sanierungskosten nicht tragen bzw. nicht übertragen könnten (F2, Z. 747-753). Privatvermieter

hätten im Gegensatz zu Wohnungsbaugesellschaften häufig keine Möglichkeit, die dafür

erforderlichen hohen Geldsummen aufzubringen (F1, Z. 831-860). Sie müssten die Sanierungen

eher stufenweise in Auftrag geben oder würden an der Finanzierung scheitern (ebd., Z. 1128-1155,

Z. 1074-1110). Die Gesetze zu Sanierungspflichten sorgten gerade bei (kleinen) privaten Vermietern

für starke Verunsicherungen (F1, Z. 831-860). In der Folge sei bereits heute zu beobachten, dass

Privatvermieter ihre Gebäude bzw. Wohnungen an Wohnungsbauunternehmen verkaufen (F1, Z.

866-878).

3.1.3 Wohnungsqualität

Die meisten Haushalte der Zielgruppe lebten in älteren Wohnungen, die oft seit längerem nicht

saniert wurden oder Mängel aufwiesen. „Die sind natürlich zum einen sehr günstig, aber dann haben

die halt die hohen Nebenkosten, weil sie halt nicht saniert sind, weil alte Fenster drin sind und (…) weil

vielleicht noch ein Nachtspeicher unten drin ist, ganz großes Thema nach wie vor, obwohl es da ja auch

eigentlich Gesetzesänderungen gab. Und ja, also das ist so, was wir eigentlich täglich sehen.“ (F2, Z.

55-59). Zu einem energetischen Sanierungsstau würden oft auch noch bauliche Mängel

verstärkend hinzukommen (F2, Z. 121-135). So könne Feuchtigkeit und Schimmelbildung durch den

Einbau von isolierenden Fenstern in ein altes Haus verursacht/begünstigt werden, denn aufgrund

der schlechten oder nicht gedämmten Wände kondensiere die Feuchtigkeit in den Räumen und

nicht am Fenster (ebd.).

Die Wohnungsgröße sei meist gering, wodurch bei größeren Haushalten eine überdurchschnittlich

hohe Verdichtung von Personen auf kleinem Raum stattfinde (F1, Z. 219-223; F2, Z. 604-630). Ein

Umzug sei für die betroffenen Haushalte oft auch bei erheblichen Mängeln, wie z. B. Schimmel in

der Wohnung, nicht möglich, obwohl der Wunsch danach sehr groß sei (F2, Z. 263-268).

Schlussendlich gebe es kaum bezahlbare Wohnungen für sie (F2 Z. 63-65, Z. 72-88 & Z. 96-105).

Der tendenzielle Ausschluss aus dem Wohnungsmarkt aufgrund des Mangels an bezahlbaren

Wohnungen werde zusätzlich durch negative Vorbehalte gegen die betroffenen Haushalte

verstärkt (F2, Z. 379f. & Z. 398f.).

Einer möglichen Sanierung stünden diese Haushalte oft ambivalent gegenüber, da ihnen die dann

zu erwartende Erhöhung der Miete und auch die Belastungen durch die Sanierungsarbeiten große

Sorgen mache. Letzteres gelte vor allem für Senioren, bei denen anstehende Sanierungsarbeiten

viele Ängste auslösten, so dass sie eine Sanierung eher ablehnten (F1, Z. 1094-1099; F2, Z. 212-228,

Z. 233-242 & Z. 703ff.).

3.1.4 Extremfälle: Sogenannte Problemimmobilien

Aufgrund der angespannten Situation am Wohnungsmarkt komme es auch dazu, dass besonders

betroffene Haushalte in sog. Problemimmobilen ausweichen würden (F1, Z. 767-733; F2, Z. 30-43,

Z. 408ff. & Z. 466-470), die von den Diskutanten auch als „Abbruchhäuser“ (F2, Z. 408ff.)

bezeichnet wurden. Nach Einschätzung der Teilnehmer handelt es sich hier eher um einzelne

Wohnungen als um große Wohnanlagen (F1, Z. 1194-1220 & Z. 1293-1301). Das Phänomen sei sowohl

bei privaten wie auch bei gewerblichen Eigentümern zu finden (F1, Z. 767-773; F2, Z. 30-43). Nach

Einschätzung der Diskussionsteilnehmer finden sich diese Wohnungen und Häuser vor allem in den

Stadtteilen Nordostbahnhof, Mögeldorf, Gostenhof, Gibitzenhof und generell in der Südstadt (F1,

Z. 729f., Z. 770, Z. 1212, Z. 1194-1220; F2, Z. 35). Es handle sich beispielsweise um

Einzimmerwohnungen mit Gemeinschaftsbädern auf der Etage (F1, Z. 708-713 & Z. 767-773; F2, Z.

35). Die betroffenen Gebäude würden einen hohen Sanierungsstau und zahlreiche gravierende

Schäden und Mängel aufweisen (F1, Z. 767-773; F2, Z. 30-43 & Z. 95-103; F2, Z. 170f.). Es sei

allerdings unklar, ob überhaupt noch von Sanierungsrückstand gesprochen werden könne oder

eine Sanierung gar nicht mehr möglich wäre und das Gebäude eigentlich ein Abrisshaus sei (F1, Z.

186f. & Z. 787-796). Berichtet wurde auch von Wohnungen, in denen die Heizung immer wieder

ausfalle oder die Wasserschäden aufwiesen (F2, Z. 215ff.). Auch Ungezieferbefall durch

Kakerlaken oder Bettwanzen sei häufig (F1, Z. 1194-1220 & Z. 1244-1254; F2, Z. 170f.). Es herrschten

generell sehr schlimme Wohnbedingungen in diesen Gebäuden (F2, Z. 177ff.).

Eine Einflussnahme auf diese Zustände sei nur begrenzt möglich, auch wenn rechtlich

unterschiedliche Instrumente dafür zur Verfügung stünden; so könnten zum Beispiel Bußgelder

verhängt werden (F2, Z. 107-113). Allerdings müssten die Missstände dafür erst einmal bekannt

werden. Die Erfahrung zeige, dass dem Hilfesystem – auch von den Bewohnern – nicht selten der

Zugang verweigert oder bestimmte Teile der Häuser nicht gezeigt würden (F1, Z. 1278-1287, Z.

1289f. & Z. 1292f.). Es handle sich teilweise um eine „Schattenwohnungswirtschaft“, die Bewohner

seien oft Personen ohne Aufenthaltstitel oder andere Gruppen, die von sozialen Hilfen nicht

erreicht würden und lieber derartige Bedingungen hinnähmen als obdachlos zu werden und somit

auch kaum Beschwerdemöglichkeiten sähen bzw. hätten (F1, Z. 1194-1220, Z. 1244-1254 & Z. 1222-

1231). Auch beispielsweise Menschen mit Vermittlungshemmnissen, z. B. durch negative Schufa-

Einträge, würden mangels Alternativen immer wieder in Abrisswohnungen oder -häusern wohnen

(F2, Z. 399-404). Verschärfend komme für die Betroffenen hinzu, dass das Kriterium der

Dringlichkeit für sie wegfalle, im Gegensatz zu denen, die in Gemeinschaftsunterkünften

untergebracht seien oder keine Wohnung hätten (ebd., Z. 410-423 & Z. 470-481). Die Betroffenen

hätten damit kaum Chancen auf bessere Wohnungen (F2, Z. 470-481).

Nach Überzeugung der Diskussionsteilnehmer müsse es im Interesse und in der Verantwortung

aller liegen, derartigen Wohnverhältnissen entgegenzuwirken (F1, Z. 1293-1301). Hierfür wäre die

Festlegung von Mindeststandards von Relevanz: Wohnungen mit eigenem Badezimmer (F1, Z. 714-

718 & Z. 734), Qualitätssicherung durch Überprüfung auf bauliche Fehler (F2, Z. 126-135) und das

Einhalten angemessener Wohnungsmindestgrößen bzw. Vermeiden von Überbelegungen (F1, Z.

730-734). Zusätzlich zur verbindlichen der Festlegung von Mindeststandards müssten die

Instrumente zum Einschreiten gegen Missstände verbessert werden (F1, Z. 749-754). Hierfür solle

eine schnellere Identifizierung der Häuser stattfinden (F1, Z. 722ff.), was voraussetzen würde, dass

Mieter bei der Meldung von Missständen und danach mehr Unterstützung erhielten (ebd., Z. 724-

729). Letzten Endes sei es eine gesellschaftliche Aufgabe: die politischen Strukturen und Kulturen

müssten „sozialer“ werden (F1, Z. 756-760).

3.1.5 (Negative) Erfahrungen mit Mietern in Leistungsbezieher-Haushalten

Aus der Praxis werde immer wieder berichtet, dass vor allem MSL-Haushalte häufig wenig

pfleglich mit den Wohnungen bzw. der Ausstattung umgingen, so dass die Wohnungen beim

Auszug oft stark abgewohnt seien. (F2, Z. 187-199 & Z. 275-279). Die Ursache dafür seien nicht

immer Nachlässigkeit, sondern zum Teil auch Wissensdefizite. Dies gelte vor allem für Personen,

die zunächst in Gemeinschaftsunterkünften lebten, wo ihnen jegliche Verantwortung

abgenommen werde (F2, Z. 279-285, Z. 537-548, Z. 565-568, Z. 526-535, Z. 550-563 & Z. 583-

592). Beim Umzug in Übergangswohnungen würde dann z.B. beim Heizen der Wohnung oder in

Bezug auf Müll(trennung) so verfahren, wie es im Herkunftsland üblich sei. Es fehle an Wissen über

die Regeln für das Wohnen in Deutschland (F2, Z. 433-442). Beim Auszug entstehe dann eine

Überforderung (F2, Z. 279-285 & Z. 526-535). Besonders herausfordernd sei die Situation auch für

Menschen mit besonderen Schwierigkeiten, hier habe man auch immer wieder vermüllte

Wohnungen. Ein solches mietwidriges Verhalten würde dann oft zur Kündigung führen, wobei die

Wohnungsbaugenossenschaften kulanter als die Privatvermieter seien (F2, Z. 349-351).

Der Umgang mit Müll sei generell immer wieder Thema. Für manche Haushalte sei vor allem die

Mülltrennung eine Überforderung (F2, Z. 323-329 & Z. 340-344). Allerdings könne in Nürnberg

generell beobachtet werden, dass Mülltrennung unzureichend durchgeführt werde (F2, Z. 572-

583). Die Mülltrennung werde auch aufgrund fehlender Lagermöglichkeiten und zu langen

Zeiträumen zwischen den Abholungen durch die Müllabfuhr erschwert (F2, Z. 486-518). Zusätzlich

werde der Sperrmüll nicht mehr regelmäßig abgeholt, und Haushalte ohne Auto könnten ihren

Sperrmüll kaum zum Wertstoffhof transportieren (ebd.).

Eine mögliche Intervention könne der sog. Wohnungsführerschein sein, bei dem Wissen zum

pfleglichen Umgang mit der Wohnung und deren Ausstattung vermittelt wird (F2, Z. 203-208, Z.

271-275, Z. 316-323, Z. 427-433 & Z. 592-597). Menschen die bereits eine Wohnung haben, seien

daran sehr interessiert worden (F2, Z. 462-466 & Z. 597-600). In der Umsetzung würden dann

allerdings häufig Schwierigkeiten auftreten (F2, Z. 600-604). Auf Personen ohne Mietvertrag sei

die Wirkung allerdings gering (F2, Z. 447-451 & Z. 455-462).

3.1.6 Zusammenfassung

Sozialverwaltung, Wohlfahrtspflege, Mieterverbänden und Organisationen der Wohnungs-

und Energiewirtschaft ihre Einschätzungen zum (energetischen) Sanierungsstand und den

sozialen- und marktlichen Rahmenbedingungen der untersuchten Haushalte. Die Auswahl der

Teilnehmer erfolgte in Abstimmung mit der Projektlenkungsgruppe der Stadt Nürnberg.

passenden Wohnungen für einkommensarme Haushalte. Diese resultiere nicht nur aus

aktuellen Entwicklungen der Bautätigkeit und hohen Wohnkosten, sondern auch aus einem

„mismatch“ von Angebot und Nachfrage: So gebe es im Bestand zu wenige Wohnungen für Ein-

Personen-Haushalte und für sehr große Haushalte; beim Neubau sei zwar eine Anpassung an

diese Bedarfe festzustellen, die Wohnungen seien aber in der Regel für einkommensarme

Haushalte zu teuer.

Sanierung des Wohnungsbestandes würden die Wohnkosten weiter steigen und das Segment

der finanzierbaren Wohnungen werde noch kleiner. Zwar habe die jüngste Wohngeldreform

diesen Effekt etwas gedämpft, langfristig sei aber eine weitere Verschärfung zu erwarten.

Letztlich würden die schwierigen Bedingungen des Nürnberger Wohnungsmarktes durch die

eigentlich wünschenswerte Sanierungs- und Neubautätigkeit paradoxerweise verstärkt.

Mieten zu erhöhen oder aber auf Sanierungen zu verzichten. Gerade ältere Vermieter würden

sich auch für einen Verkauf ihrer Immobilien entscheiden, weil sie mit den Kosten und dem

Aufwand von Sanierungen überfordert seien.

Übernahme der KdU für Bezieher von Mindestsicherungsleistungen. Strittig war insbesondere

die Angemessenheit der Richtwerte für die Bemessung der KdU. Die Koppelung der Richtwerte

an die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt (Mietspiegel) wurde von einigen Teilnehmern als

nicht ausreichend eingeschätzt bzw. als aufgrund von Erfassungsproblemen der tatsächlichen

Wohnkosten als fehlerbehaftet.

mit baulichen Mängeln. Einer Sanierung stünden die betroffenen Haushalte dennoch oft

ambivalent bis ablehnend gegenüber, weil sie die Mieterhöhungen und vielfach auch (vor allem

Senioren) die Belastungen durch die Bauarbeiten fürchteten. Oft seien die Wohnungen zu klein

für die Haushalte, und durch Überbelegungen verschlechtere sich der Zustand der Wohnungen

weiter. Ein Umzug sei aufgrund der Situation am Wohnungsmarkt kaum möglich, obwohl der

Wunsch danach oft sehr groß sei.

Gebäude, die Wohnmindeststandards unterliefen und zahlreiche gravierende Schäden und

Mängel aufwiesen, wie Schimmel, Ungezieferbefall, nicht funktionierende Heizungen usw.

Zwar handle es sich hier nur um einzelne Wohnungen (und nicht ganze Wohnanlagen), die auch

gesundheitliche Belastung für die Bewohner sei jedoch enorm und oft handle es sich im Grunde

um Abbruchhäuser. Zwar gebe es rechtliche Instrumente, um der Vermietung derartiger

Objekte entgegen zu wirken und die Vermieter z.B. mit Bußgeldern zu belegen, doch scheitere

ihr Einsatz oft daran, dass auch die Bewohner die Missstände verheimlichten, aus Angst, sonst

obdachlos zu werden. Als Ansatz zur Verbesserung wurde hier angemahnt, dass Mieter bei der

Meldung von Missständen und danach mehr Unterstützung erhalten sollten.

mietwidriger Umgang mit den Wohnungen zu beobachten, so dass sie nach einem Auszug oft

vollständig renoviert werden müssten. Die gelte insbesondere für Mieter, die zunächst in

Gemeinschaftsunterkünften oder Pensionen gelebt hätten. Abhilfe könne hier ggf. der sog.

„Wohnungsführersein“ leisten, der jedoch nur bei Personen, die auch bereits einen Mietvertrag

hätten, Wirkung entfalten würde.

3.2 Ergebnisse der standardisierten Befragung

3.2.1 Realisierte Stichprobe und Datenqualität

Insgesamt nahmen 1.219 Personen an der standardisierten Befragung teil, indem sie zumindest

einen Teil des Fragebogens ausgefüllten. Die Teilnehmer setzen sich wie folgt zusammen:

Abbildung 1: Teilnehmer der Befragung

Teilnehmer der Befragung (n = 1.219)

Bürgergeld (n = 290) 6,6%

23,8% GruSi/SozHi (n = 72) 19,7%

Wohngeld (n = 536)

5,9%

Sonstige (n = 240)

Nicht Zielgruppe (Eigentümer, Pension, 44,0% Gemeinschaftsunterkunft) (n = 81)

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ –TH Nürnberg 2023 (n= 1.219)

Damit lassen sich diese Gruppen in Hinblick auf die Zugehörigkeit zur Zielgruppe der Befragung

unterscheiden:

beziehen Bürgergeld, 72 Befragte Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe, insgesamt

umfasst die Zielgruppe 1 also 362 Befragte.

werden.

Einkommens. Für diese Befragten konnte z. T. über den Abgleich mit den Terminen der Vor-

Ort-Befragungen festgestellt werden, wo sie befragt wurden und daraus abgeleitet, ob sie

Bürgergeld oder Wohngeld beziehen. So wurden alle Befragten, die im Jobcenter an der

Befragung teilnahmen, als Bezieher von Bürgergeld erfasst. Bei insgesamt 240 Befragten war

eine solche Zuordnung jedoch nicht möglich, weil aus dem Befragungsort nicht auf die Art des

Einkommens geschlossen werden konnte. Das gilt insbesondere für Personen, die an den

Ausgabestellen der Tafel teilgenommen hatten. Für sie ist zwar belegt, dass sie über ein

niedriges Einkommen verfügen, da dessen Nachweis eine Voraussetzung ist, um bei der Tafel

einkaufen zu können. Bei fehlenden oder widersprüchlichen Angaben zur Art des Einkommens

ist es jedoch nicht möglich, sie einer der Zielgruppen zuzuordnen. Auch bei einem Teil der

Befragten, die online teilnahmen, konnte aus dem Zeitpunkt ihrer Teilnahme nicht sicher

geschlossen werden, wo die Befragung stattfand, so dass keine Zuordnung stattfand. Es kann

jedoch davon ausgegangen werden, dass auch diese Befragten Menschen mit geringem

Einkommen sind, so dass sie bei den Auswertungen berücksichtigt wurden, jedoch immer als

eigene Gruppe ausgewiesen werden.

regulären Mietverhältnissen. Um sicherzustellen, dass die Befragten auch wirklich dieser

Gruppe angehören, enthielt der Fragebogen eine Kontrollfrage zum Mietverhältnis (Frage 7),

bei der eine Antwortkategorie lautete „Sonstiges Wohnverhältnis (Eigentümer,

Gemeinschaftsunterkunft, Sozialimmobilie, Heim usw.)“. Die 81 Personen, die diese

Antwortkategorie wählten, wurden aus der Stichprobe ausgeschlossen und bei den

Auswertungen nicht berücksichtigt.

Knapp 900 Personen gehören somit einer der beiden zentralen Zielgruppen der Befragung, 40%

davon Bezieher von Mindestsicherungsleistungen – davon überwiegend Bürgergeld – und 60%

Bezieher von Wohngeld.

Abbildung 2: Zielgruppen der Befragung nach Art der Sozialleistungen

Abbildung 1

Die Teilnahme an der Befragung war online oder in Papierform möglich (Kapitel 3.4). Hier gab es

erhebliche Unterschiede bei den Zielgruppen: Wohngeld-Bezieher konnten mit den Vor-Ort-

Befragungen nur schlecht erreicht werden. Um dem entgegenzuwirken, wurden sie schriftlich

durch das Sozialamt (Wohngeldstelle) zur Teilnahme (online) eingeladen, worauf die

Teilnahmezahlen sofort und sehr stark anstiegen. Fast 90% der Wohngeld-Bezieher nahmen somit

online teil. Personen mit geringer Online-Kompetenz wurden in dieser Gruppe daher vermutlich

systematisch untererfasst. Bei den Beziehern von Mindestsicherungsleistungen überwog in beiden

Gruppen die Teilnahme per Papierfragebogen. Dennoch wurde von 36% bzw. 46% der Fragebogen

online ausgefüllt. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass bei den Vor-Ort-Befragungen die

Interviewer häufig gebeten wurden, die Antworten für die Teilnehmer (online) einzugeben, so, dass

der tatsächliche Anteil der Online-Teilnahmen geringer sein dürfte.

Tabelle 7: Form der Teilnahme an der Befragung

Papier-Fragebogen Online-Fragebogen
Bürgergeld
Anzahl Teilnehmer 185 105
Prozent Teilnehmer 63,8% 36,2%
GruSi/SozHi
Anzahl Teilnehmer 39 33
Prozent Teilnehmer 54,2% 45,8%
Wohngeld
Anzahl Teilnehmer 62 474
Prozent Teilnehmer 11,6% 88,4%
Sonstige
Anzahl Teilnehmer 80 160
Prozent Teilnehmer 33,3% 66,7%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.138)

Bei der Erfassung der Papierfragebögen und der Aufbereitung der Daten zeigte sich – wie schon

bei den Befragungen vor Ort – dass viele Befragte Schwierigkeiten hatten, einen Teil der Fragen

zu beantworten. So gab es zahlreiche Befragte, die widersprüchliche Angaben zum Einkommen (v.

a. gleichzeitiger Bezug von Bürgergeld und Wohngeld) oder zur Ausstattung ihrer Wohnungen

machten (z. B. gleichzeitige Auswahl von „Doppelte Verglasung an allen Fenstern“ und „Doppelte

Verglasung an einigen Fenstern“). Die Daten wurden deshalb einem aufwändigen

Aufbereitungsprozess unterzogen, in dem Widersprüche identifiziert und, sofern möglich,

bereinigt wurden. Dabei wurde ein konservatives Vorgehen gewählt: Korrekturen wurden nur dort

vorgenommen, wo die entsprechenden Entscheidungen mit hoher Sicherheit getroffen werden

konnten. Andernfalls wurde den Befragten bei den jeweiligen Antworten ein fehlender Wert

zugewiesen, die Antworten also nicht berücksichtigt.

Anmerkung zur Darstellung der Auswertungen

Die Auswertungen der Befragung folgen einem durchgehenden Muster: Es werden jeweils die

Zielgruppen der Befragung sowie die sonstigen Befragten aufgeführt. Tests auf Signifikanz von

Unterschieden zwischen den Gruppen werden jedoch jeweils nur zwischen den Beziehern von

Mindestsicherungsleistungen und von Wohngeld vorgenommen. Bei der Darstellung werden

signifikante Unterschiede oder Zusammenhänge fett gedruckt und die Stärke und Signifikanz der

Unterschiede im Text angegeben. Die Gruppen werden durchgehend als „MSL-HH“ (Haushalte mit

Mindestsicherungsleistungen), „WohnG-HH“ (Haushalte mit Wohngeld) und „Sonst. HH“ (Sonstige

Haushalte) bezeichnet.

3.2.2 Soziodemografische Merkmale der Befragten

Erfasst wurden hier die Größe des Haushalts und der Haushaltstyp, sowie ein möglicher

Migrationshintergrund.

Tabelle 8: Haushaltstyp Frage 23: Sind Sie… (Haushaltstyp)

MSL-HH WohnG-H HSonst. HH Alle SGB II-Bedarfs- gemeinschaften Nürnberg1 (Stand: Mai 2023) Wohnbevölkerung Nürnberg2
Alleinlebend 42,0% 34,7% 33,9% 37,0% 54,6% 50,4%
Alleinerziehend 16,9% 14,2% 8,2% 14,0% 19,4% 4,3%
Paar mit Kind(ern) 14,1% 41,9% 21,1% 28,6% 14,8% 13,8%
Paar ohne Kind(er) 10,0% 3,6% 21,6% 9,1% 9,1% 31,4%
Anderer Haushalt (mehrere Generationen, WG, Sonstige) 16,9% 5,7% 15,2% 11,2%
99,9% 100,1% 100,0% 99,9%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 892) 1 Statistik Bundesagentur 2 StA 2023b, Tab. für Arbeit 2023 BSDH_02;

Bezüglich des Haushaltstyps zeigen sich deutliche und signifikante Unterschiede zwischen den

Befragten (Cramer’s V = 0,336; p < 0,001): MSL-Haushalte sind ganz überwiegend Alleinlebenden-

Haushalte, während bei den WohnG-Haushalten-Familien überwiegen. Deren Anteil ist in der

Befragung gegenüber ihrem Anteil an den Bedarfsgemeinschaften in Nürnberg und auch

gegenüber der Wohnbevölkerung insgesamt sehr stark überrepräsentiert. Alleinerziehenden-

MSL-Haushalte wurden in etwa entsprechend ihrem Anteil an den Bedarfsgemeinschaft-

Haushalten erfasst. Alleinlebende Bezieher von Mindestsicherungsleistungen sind

unterrepräsentiert. Hier ist jedoch zu beachten, dass in der Befragung auch andere

Haushaltsformen angegeben werden konnten als bei den Vergleichsdaten, unter anderem

Wohngemeinschaften. Vermutlich wäre ein Teil dieser Befragten als Single-Bedarfsgemeinschaft

im Sinne der Jobcenter-Statistik einzustufen.

Tabelle 9: Zahl der Personen im Haushalt und Berücksichtigung der Kinder im Haushalt Frage 22: Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt, Sie selbst mit eingerechnet?

Abbildung 2

Aufgrund der hohen Anteile von Paar- und Alleinerziehenden-Haushalten ist auch die Zahl der

Personen im Haushalt deutlich größer als in der Gesamtbevölkerung (Tabelle 9). Die gilt für alle

Gruppen, die an der Befragung teilgenommen haben, am deutlichsten für die WohnG-Haushalte.

Um den Fragebogen so einfach wie möglich zu halten, wurde darauf verzichtet, das Vorliegen eines

Migrationshintergrundes analog der amtlichen Statistik über mehrere Fragen zu

Staatsangehörigkeit und Zuwanderung zu ermitteln. Stattdessen wurden eine Frage nach im

Alltag gesprochenen Sprachen als Indikator für einen Migrationshintergrund wie folgt eingesetzt:

verwendet

deutsche Fragebogen-Version verwendet

Tabelle 10: Befragte mit bzw. ohne Migrationshintergrund Frage 24: Welche Sprachen werden bei Ihnen zuhause im Alltag gesprochen (z.B. mit Verwandten oder Freunden)?

MSL-HH WohnG-H HSonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 31.12.2022
Migrationshintergrund 62,6% 58,2% 61,3% 60,3% 47,5%
Kein Migrationshintergrund 37,4% 41,8% 38,7% 39,7% 52,5%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.025) 1 StA 2023b, Tab. (BSDB_05); eigene Berechnung Der Anteil der Haushalte mit Migrationshintergrund ist bei den MSL-Haushalten etwas höher als

bei den WohnG-Haushalten, die Unterschiede sind jedoch nicht signifikant. Beim Vergleich mit den

amtlichen Vergleichsdaten für die Wohnbevölkerung in Nürnberg ist zu beachten, dass dort der

Migrationshintergrund entsprechend der amtlichen Definition erfasst wird. Daraus ergeben sich

Differenzen zur vorliegenden Studie: Personen, die in der amtlichen Statistik als Personen mit

Migrationshintergrund erfasst würden, jedoch im Alltag ausschließlich deutsch sprechen, würden

in der vorliegenden Studie als Personen ohne Migrationshintergrund kategorisiert. Auch ein

Vergleich mit den Strukturdaten der Bundesagentur für Arbeit ist kaum möglich. Dort wird nicht

das Vorliegen eines Migrationshintergrundes erhoben, sondern die Staatsangehörigkeit. Der Anteil

der Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit an den erwerbsfähigen Leistungsbeziehern lag

im Mai 2023 bei 57%, an den nicht erwerbsfähigen Leistungsbeziehern ebenfalls bei 57%.4 Da von

der Wohnbevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland insgesamt etwas mehr als die

Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, dürfte auch der Anteil der Personen mit

Migrationshintergrund unter den Leistungsbeziehern erheblich höher als 57% sein.

Abbildung 3: In den Haushalten der Befragten mit Migrationshintergrund gesprochene Sprachen (außer Deutsch; Mehrfachnennungen) Frage 24: Welche Sprachen werden bei Ihnen zuhause im Alltag gesprochen (z.B. mit Verwandten oder Freunden)?

Abbildung 3

Wie aus Abbildung 3 hervorgeht, wurde als häufigste nicht-deutsche Sprache Russisch genannt.

Hier zeigte sich während der Vor-Ort-Befragung jedoch, dass auch ukrainische Befragte häufig

Russisch sprachen und die russische Variante des Fragebogens wählten. Aus den Anteilen der

jeweiligen Sprachen kann also nicht zuverlässig auf den tatsächlichen Migrationshintergrund

geschlossen werden. Auch bei einer nicht genauer zu bestimmenden Anzahl der Russisch

4 Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2023, Tabellenblatt 3.2

Sprechenden handelt es sich um Befragte aus der Ukraine. Generell kann davon ausgegangen

werden, dass durch die Befragungen vor Ort der Anteil der Personen aus der Ukraine

überrepräsentiert ist, da diese besonders häufig noch in Prozesse der Antragstellung bzw. der

Abklärung von Voraussetzungen und Formalitäten eingebunden sind. Tabelle 11 gibt einen

Überblick, wie sich die häufigsten Sprachen auf die Zielgruppen der Befragung verteilen:

Tabelle 11: Zielgruppen der Befragung – im Alltag gesprochene Sprachen

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle
(Auch) Deutsch 73,0% 83,4% 78,5% 78,9%
Russisch 26,7% 13,5% 16,4% 18,5%
Sonstige Sprachen 11,8% 19,6% 9,0% 15,0%
Englisch 11,5% 9,1% 18,1% 11,6%
Ukrainisch 16,4% 3,9% 9,0% 9,1%
Türkisch 8,2% 7,6% 6,2% 7,5%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 968)

Der Anteil der (auch) deutschsprechenden Personen ist in der Gruppe der WohnG-Haushalte

größer als in allen anderen Gruppen und signifikant größer als bei den MSL-Haushalten (Cramer's

V = 0,127; p < 0,001). Russisch wird mit großem Abstand am häufigsten in den MSL-Haushalten

gesprochen: Mehr als ein Viertel der Befragten dieser Gruppe gibt Russisch als Alltagssprache an

(Cramer's V = 0,166; p < 0,001). Auch Ukrainisch wird in den MSL-Haushalten deutlich und

signifikant häufiger gesprochen als in den WohnG-Haushalten (Cramer's V = 0,213; p < 0,001).

3.2.3 Wohngegend, Alter und Zustand der Wohngebäude

In Hinblick auf Merkmale der Wohngegend scheinen MSL-Haushalte ruhiger zu wohnen als

WohnG-Haushalte: Sie geben häufiger an, in einer Nebenstraße mit wenig Verkehr zu wohnen und

signifikant häufiger, dass die Wohngegend tagsüber und nachts ruhig sei (p = 0,013).

Tabelle 12: Wohngegend Frage 1: Wie würden Sie die Gegend beschreiben, in der Ihre Wohnung / Ihr Haus liegt? (Mehrfachnennungen)

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle
Wohnung / Haus liegt an einer Hauptstraße (viel Verkehr) 31,7% 34,4% 34,0% 33,5%
Wohnung / Haus liegt an einer Nebenstraße (wenig Verkehr) 54,6% 49,3% 52,1% 51,6%
Es gibt viel Grün in der Wohngegend 43,1% 42,3% 37,8% 41,6%
Die Wohngegend ist tagsüber ruhig 33,9% 27,2% 31,9% 30,3%
Die Wohngegend ist nachts ruhig 47,9% 39,7% 45,0% 43,4%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.024)

Etwa 40% der Befragten geben an, dass es viel Grün in der Wohngegend gebe. Ein Vergleich mit

Befragungsdaten für die Gesamtbevölkerung ist nur eingeschränkt möglich: In der Studie „Leben

in Nürnberg 2021“ wird danach gefragt, wie die Wohnsituation in Hinblick auf Parks oder

Grünflächen in der Nähe bewertet wird (StA 2023a: 15). Hier bewerten 61% der Befragten die

Situation als gut und weitere 25% als mittel. Sofern die Angaben vergleichbar sind, hätten die

Teilnehmer der Befragung also deutlich seltener Grünflächen in der Wohngegend.

Nur 517 Befragte konnten angeben, in welchem Jahr, das Wohngebäude, in dem sie leben erbaut

wurde. Ein Vergleich mit dem Gebäudebestand der Gesamtstadt zeigt, dass die Teilnehmer der

Befragung etwas häufiger in Gebäuden der ältesten Gebäudeklasse wohnen (26% zu 22%) und

seltener in der mittleren Gebäudeklasse (11% zu 19%) als die Gesamtbevölkerung.

Tabelle 13: Alter des Wohngebäudes Frage 2: In welchem Jahr wurde das Haus, in dem Sie wohnen, ungefähr erbaut?

Anzahl Befragte (nur MSL-HH & WohnG- HH) Prozent Gültige Prozente Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1
bis 1948 135 15,0% 26,1% 22,2%
1949-1980 274 30,5% 53,0% 52,0%
1981-2007 59 6,6% 11,4% 18,8%
2008-2015 15 1,7% 2,9% 4,2%
ab 2016 34 3,8% 6,6% 2,8%
Gültige Werte 517 57,6% 100,0% 100,0%
Fehlend 381 42,4%
Gesamt 898 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 517) 1 StatA 2022: 84 ff.; eigene Berechnungen

Überrepräsentiert sind sie dagegen in der jüngsten Gebäudeklasse (7% zu 3%). Dies kann

beispielsweise damit erklärt werden, dass neue EOF-Wohnungen häufiger durch die Zielgruppe

bezogen werden (besondere Dringlichkeit der Vermittlung). Dennoch sollten diese Ergebnisse

aufgrund der sehr kleinen Fallzahlen vorsichtig interpretiert werden. Ein Vergleich der Zielgruppen

der Erhebung ist daher nur eingeschränkt möglich: Wohngeldbezieher wohnen tendenziell in

neueren Gebäuden, jedoch ist der Unterschied nicht signifikant. Eine weitere Einordnung der

Gebäudealtersklassen bietet der Mietenspiegel Nürnberg (2022): Hier ist für Wohnungen, die vor

1977 erbaut wurden ein Abschlag bei der Festlegung der Miete anzusetzen. 78% der MSL-

Haushalte und 75% der WohnG-Haushalte wohnen in einem solchen Gebäude.

Hinsichtlich der Beschreibung des allgemeinen Zustandes der Wohngebäude gibt es kaum

Unterschiede zwischen den Befragten. Über alle Gruppen hinweg bewerten etwa drei Viertel der

Befragten den Zustand als eher gut oder sehr gut. Ungefähr ein Viertel bewertet den Zustand als

eher schlecht oder sehr schlecht.

Tabelle 14: Allgemeiner Zustand des Wohngebäudes Frage 4: Alles in allem: Wie würden Sie den Zustand des Gebäudes beschreiben?

Abbildung 4

Im Einzelnen beklagen 24% der Befragten den Renovierungszustand des Hauses, 19% mangelnde

Sauberkeit im Haus (z.B. Keller, Treppenhaus) und 21% mangelnde Sauberkeit im Hof (vgl. Tabelle

37: Belastungsfaktoren der Wohnsituation).

3.2.4 Mietverhältnis und Wohndauer

Der ganz überwiegende Teil der Befragten lebt als Hauptmieter. MSL-Haushalte sind mit 84%

jedoch deutlich und signifikant seltener Hauptmieter als WohnG-Haushalte (94%) und viel

häufiger Untermieter oder Wohngemeinschaft-Haushalte (Cramer’s V = 0,173; p < 0,001). Bei den

sonstigen Haushalten ist diese Verteilung noch deutlicher ausgeprägt. Deutlich ist auch der

Unterschied zur Bevölkerung insgesamt, in der fast alle Mieter-Haushalte auch Hauptmieter sind

und nur knapp 3% Untermieter oder in einer Wohngemeinschaft wohnen.

Tabelle 15: Mietverhältnis und Förderstatus der Wohnung Frage 10: Wohnen Sie in der Wohnung als… Frage 8: Haben Sie eine geförderte Wohnung (Wohnberechtigungsschein, EOF Einkommensorientierte Förderung oder Sozialwohnung)?

Abbildung 5

Mehr als 30% aller Befragten haben angegeben, in einer geförderten Wohnung zu leben. Es ist

jedoch fraglich, wie valide diese Daten sind, da bei den Vor-Ort-Befragungen immer wieder die

Situation eintrat, dass die Befragten die Übernahme der KdU mit einer Förderung der Wohnung

verwechselten. Dies würde erklären, warum der Anteil der Ja-Antworten bei den MSL-Haushalten

so viel höher ist.

Tabelle 16: Vermieter der Wohnung Frage 9: Wer ist Eigentümer Ihrer Wohnung?

MSL-HH WohnG-H HSonst. HH Alle
Informationen zum Eigentümer der Gültige Antworten 94,2% 96,4% 95,7% 95,6%
Wohnung (n = 1.067) Weiß nicht 5,8% 3,5% 4,2% 4,4%
Nur gültige Antworten (n = 1.020): Privat(er) Eigentümer 53,8% 45,1% 53,2% 49,5%
Eigentümer der Wohnung Privates Wohnungsunternehmen (Dawonia, Vovonia, Deutsche Wohnen) 8,3% 10,0% 7,9% 9,0%
Städtisches oder genossenschaftliches Wohnungsunternehmen oder Stiftung (wbg, Noris eG, ESW, SW Nürnb.) 31,8% 38,6% 31,5% 35,0%
Betriebs- oder Werkswohnung 1,5% 1,4% 1,5% 1,5%
Sonstige Eigentümer 4,6% 4,9% 5,9% 5,0%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023

Ungefähr 6% der befragten MSL-Haushalte und 3% der WohnG-Haushalte wussten nicht, wer ihr

Vermieter ist. Bei den anderen Haushalten sind private Eigentümer am häufigsten, gefolgt von

städtischen oder genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen oder Stiftungen. Dabei leben

MSL-Haushalte ebenso wie sonstige Haushalte deutlich häufiger in Wohnungen privater

Eigentümer als WohnG-Haushalte.

Bezüglich der Wohndauer gibt es deutliche und signifikante Unterscheide zwischen den

Zielgruppen der Befragung: Fast ein Drittel der MSL-Haushalte – 31% – sind erst seit 2022 in ihre

Wohnungen eingezogen, gegenüber 12% der WohnG-Haushalte (Cramer’s V = 0,180; p < 0,001).

Umgekehrt sind fast 40% der WohnG-Haushalte zwischen 2017 und 2021 eingezogen, aber nur ca.

23% der MSL-Haushalte. Um einen Vergleich mit den verfügbaren Daten der städtischen

Haushaltbefragung „Leben in Nürnberg 2021“ zu ermöglichen, wurde in einem zweiten

Auswertungsschritt das Einzugsjahr auf 2021 begrenzt. Im Vergleich zur Bevölkerung insgesamt

sind beide Zielgruppen der Befragung bei den langjährigen Mietern unterrepräsentiert, vor allem

die WohnG-Haushalte, die dafür bei der jüngsten Zuzugskategorie überrepräsentiert sind. Unter

den Teilnehmern der Befragung ist also vor allem der hohe Anteil der MSL-Haushalte auffallend,

die erst seit 2022 ihre Wohnungen bezogen haben.

Tabelle 17: Einzugsjahr Frage 5: Seit wann leben Sie in Ihrer Wohnung?

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Jahre bis 2021 (MSL) Jahre bis 2021 (WohnG) Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1
bis 2000 12,5% 9,0% 12,9% 18,0% 10% 22%
2001-2010 18,4% 16,5% 14,0% 26,6% 19% 19%
2011-2016 15,3% 25,7% 17,7% 22,1% 29% 22%
2017-2021 23,1% 37,0% 29,6% 33,3% 42% 37%
2022-2023 30,6% 11,8% 25,8% 100,0% 100% 100%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 973) 1 StatA 2023a: 17

Vermutlich sind Geflüchtete aus der Ukraine in der Befragung überrepräsentiert, wie sich aus dem

hohen Anteil Ukrainisch oder Russisch Sprechender in der Befragung folgern lässt (Tabelle 11). Das

würde den hohen Anteil der in den Jahren 2022 und 2023 in ihre Wohnungen Gezogenen erklären.

3.2.5 Etage, Größe und Kosten der Wohnung

Hinsichtlich der Etage, in der die Wohnung liegt, gibt es kaum Unterschiede zwischen den

Befragten und auch nicht zur Bevölkerung insgesamt. Knapp 2% der MSL-Haushalte bewohnen

eine Souterrain- oder Kellerwohnung. Lediglich etwa 3% wohnen in einem Haus.

Tabelle 18: Etage, in der die Wohnung liegt Frage 6: Handelt es sich bei Ihrer Wohnung um…

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 2021
Souterrain, Keller 1,7% 0,4% 0,9% 0,9%
Erdgeschoss 19,9% 17,4% 20,6% 18,9% 25,0%
Ab 1. Etage 65,0% 66,2% 65,4% 65,7% 67,0%
Dachgeschoß 10,1% 13,2% 9,8% 11,5% 12,0%
Einfamilien-/Reihenhaus 3,2% 2,8% 3,3% 3,0%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.066) 1 StatA 2023a: 20

Die Wohnungsgröße ist bei den betrachteten Zielgruppen deutlich unterschiedlich: MSL-

Haushalte haben deutlich und signifikant weniger Räume zur Verfügung als WohnG-Haushalte

(Cramer's V = 0,229; p < 0,001). Fast zwei Drittel der MSL-Haushalte haben Wohnungen mit

maximal zwei Räumen. Aber auch die WohnG-Haushalte, die im Durchschnitt größer sind als die

MSL-Haushalte haben zu etwa 85% max. drei Zimmer, während in der Bevölkerung insgesamt ca.

72% in Wohnungen dieser Größe leben. Über Wohnungen mit fünf und mehr Räumen verfügen ca.

3% der MSL-Haushalte und 2% der WohnG-Haushalte, gegenüber 12% in der Bevölkerung

insgesamt.

Tabelle 19: Größe der Wohnung: Zahl der Räume Frage 11: Wie viele Zimmer hat Ihre Wohnung? (separate Küche, Bad/WC und Flur bitte nicht mitzählen, nur Räume ab 6 Quadratmeter)

Anzahl Räume MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 2021
1 21,0% 12,5% 11,5% 15,1% 7%
2 42,7% 30,2% 33,2% 34,9% 30%
3 26,8% 42,7% 38,9% 36,8% 35%
4 6,6% 12,9% 12,0% 10,7% 12%
5 u. mehr 2,9% 1,6% 4,4% 2,6% 12%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.058) 1StatA 2023a: 18

Auch bei der Betrachtung der Wohnfläche unterscheiden sich die betrachteten Gruppen

signifikant (Cramer’s V = 0,198; p < 0,001): Fast jeder fünfte MSL-Haushalt lebt in einer Wohnung

mit weniger als 40 Quadratmetern, und die im Durchschnitt größeren WohnG-Haushalte sind auch

hier bei den größeren Wohnungen im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung deutlich

unterrepräsentiert (Tabelle 20).

Im Vergleich zur amtlichen Statistik der Bedarfsgemeinschaften in Nürnberg (Statistik der

Bundesagentur für Arbeit 2023a, Tab. 1a) sind in der Befragung Haushalte mit weniger als 40 m²

etwas seltener, dafür solche zwischen 40 und 60m² häufiger und Haushalte zwischen 60 und 80m²

wieder seltener. Die Größenordnungen sind ähnlich, allerdings sind die Wohnungsgrößen der

standardisierten Befragung etwas konzentrierter bei den mittleren Größen.

Tabelle 20: Größe der Wohnung: Quadratmeter Frage 10: Wie groß ist Ihre Wohnung ungefähr in Quadratmetern?

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg 1 Stand: 2021
< 40 19,4% 9,8% 11,3% 13,2% 6%
40 bis unter 60 39,4% 31,1% 27,6% 33,1% 22%
60 bis unter 80 27,4% 37,3% 37,4% 34,1% 30%
80 bis unter 120 11,2% 19,6% 20,7% 17,1% 29%
>= 120 2,6% 2,2% 3,0% 2,5% 13%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0% 100%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.042) 1 StatA 2023a: 17

Tabelle 21 gibt einen Überblick über verschiedene Kennzahlen zur Wohnungsgröße, wobei die

Größe der Wohnung auch zur Haushaltsgröße in Beziehung gesetzt wird. Zusammenfassend lässt

sich feststellen, dass beide Zielgruppen der Befragung in Wohnungen mit weniger Zimmern und

weniger Fläche leben und zudem auch pro Person weniger Wohnfläche zur Verfügung haben. Mit

Ausnahme der Zimmer pro Person unterscheiden sich auch die beiden Zielgruppen der Befragung

signifikant voneinander: MSL-Haushalte haben im Mittel zwar kleinere Wohnungen mit weniger

Quadratmetern, pro Person stehen ihnen jedoch etwas mehr Räume und Quadratmeter zur

Verfügung als den WohnG-Haushalten, die pro Person am wenigsten Wohnfläche haben (Tabelle

21). Auffallend ist, dass der Median der Wohnfläche und der Wohnfläche pro Person jeweils unter

dem arithmetischen Mittel liegt (Tabelle 21). Das bedeutet, dass wenige größere Wohnungen das

arithmetische Mittel nach oben beeinflussen.5 – Vergleicht man zusätzlich mit den amtlichen Daten

zur Wohnfläche der Bedarfsgemeinschaften in Nürnberg (Statistik der Bundesagentur für Arbeit

2023a, Tab. 1a), sind die Wohnungen und Wohnflächen pro Person, die in der Befragung erfasst

wurden, um jeweils ca. einen Quadratmeter größer (ohne Tabelle).

Tabelle 21: Kennzahlen zur Wohnungsgröße

MSL-HH WohnG-HH Sonst.-HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg 1 Stand: 2021
Zimmer je Wohnung (n = 1.058)
arith. Mittel 2,3 2,6 2,7 2,5 2,7
Median 2,0 3,0 3,0 2,5
Fläche je Wohnung (in qm) (n = 1.038)
arith. Mittel 57,2 65,1 65,7 62,6 69,6
Median 54,0 64,0 65,0 60,0
Personen je Wohnung (n = 930)
arith. Mittel 2,2 2,8 2,2 2,5 1,8
Median 2,0 3,0 2,0 2,0
Zimmer je Person (n = 912)
arith. Mittel 1,3 1,2 1,4 1,2 1,5
Median 1,0 1,0 1,0 1,0
Fläche je Person (n = 900)
arith. Mittel 33,1 30,6 35,7 32,3 38,8
Median 30,0 25,0 33,0 28,5

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 1 StatA 2023a: 18

Unabhängig von der tatsächlich zur Verfügung stehenden Wohnfläche: Wie bewerten die

Befragten die Größer ihrer Wohnungen? Tabelle 22 zeigt, dass etwa die Hälfte der Befragten mit

der Größe ihrer Wohnungen zufrieden sind. Für ein knappes Drittel der beiden Zielgruppen sind die

Wohnungen etwas zu klein und für 16% bzw. 18% viel zu klein. Fast niemand gibt an, dass die

5 Der Median teilt eine Verteilung in zwei gleich große Hälften. Der Median von 30 qm/Person bei den MSL- Haushalten bedeutet, dass die Hälfte der MSL-Haushalte höchstens 30 qm zur Verfügung haben, die andere Hälfte mehr als 30 qm.

Wohnung zu groß sei. Die Unterschiede zwischen den MSL-Haushalten und den WohnG-

Haushalten sind nicht signifikant.

Tabelle 22: Größe der Wohnung: Bewertung Frage 12: Wie bewerten Sie die Größe Ihrer Wohnung? Ist sie für Ihren Haushalt…

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle
Viel zu klein 15,8% 18,4% 12,1% 16,3%
Etwas zu klein 31,3% 31,8% 26,2% 30,5%
Genau richtig 48,2% 47,4% 55,6% 49,3%
Etwas zu groß / viel zu groß 4,8% 2,4% 6,0% 3,9%
Gesamt 100,1% 100,0% 99,9% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 1.075)

Zum Vergleich: In der Befragung „Leben in Nürnberg 2021“ bewerteten 63% der Befragten die

Größe ihrer Wohnung als „gut“ (StA 2023a: 15).6

Im Folgenden werden die Auswertungen zu den Wohnkosten dargestellt, die methodisch mit

einigen Schwierigkeiten verbunden war: Viele Befragte konnten die Kosten für die Nettokaltmiete,

die Heizkosten und die Stromkosten nicht differenziert angeben. Nach der Prüfung und

Bereinigung der Daten konnten blieben etwas mehr als 700 Befragte übrig, deren Angaben nach

Kostenarten differenziert ausgewertet werden konnten.7 Ohne weitere Unterscheidung nach

Wohnungsgröße und Haushaltsgröße sind die Kosten der MSL-Haushalte signifikant geringer als

diejenigen der WohnG-Haushalte, sowohl bei Betrachtung des arithmetischen Mittels als auch des

Median der verschiedenen Kostenarten. Wie Tabelle 23 zeigt, bezahlt also die Hälfte der MSL-

Haushalte weniger als 480 € im Monat (Nettokaltmiete), die andere Hälfte mehr.

6 Mögliche Antwortkategorien zur Bewertung der Größe der Wohnung waren hier: gut- mittel – schlecht – keine Angabe 7 Um trotz der schwierigen Datenlage möglichst valide Daten zu erhalten, wurden diese wie folgt bereinigt: Es wurden nur Befragte berücksichtigt, die Angaben zu allen drei Kostenarten gemacht hatten. Zudem wurden die Angaben auf Plausibilität geprüft und z.B. Angaben, bei denen die Stromkosten höher waren als die Nettokaltmiete aus der Berechnung ausgeschlossen. Ebenso wurden unplausible Ausreisser (z.B. 20.000€) ausgeschlossen.

Tabelle 23: Kosten der Wohnung, differenziert nach Kostenarten Frage 18: Was bezahlen Sie jeden Monat für Ihre Wohnung? (Kaltmiete (ohne Heizung, Strom und andere Betriebskosten), Kosten für Heizung, Kosten für Strom)

MSL-HH WohnG-HH Sonst.-HH Alle
Nettokaltmiete (n = 717) arith. Mittel 506,3 575,5 579,4 554,6
Eta2 = 0,024; p < 0,001 Median 480,0 540,0 550,0 520,0
Heizkosten (n = 717) arith. Mittel 106,9 126,4 109,8 117,5
Eta2 = 0,013; p = 0,006 Median 90,0 109,0 100,0 100,0
Stromkosten (n = 717) arith. Mittel 90,0 101,0 87,5 95,2
Eta2 = 0,009; p 0,024 Median 70,0 95,0 75,0 81,0
Gesamkosten (n = 736) arith. Mittel 701,0 800,4 776,8 764,8
Eta2 = 0,026; p < 0,001 Median 635,0 775,7 738,0 720,0

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 Bei Berücksichtigung der Wohnungsgröße zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen MSL-

Haushalten und WohnG-Haushalten vor allem bei den kleinen Wohnungen unter 40

Quadratmetern, für die MSL-Haushalte im Durchschnitt deutlich mehr Nettokaltmiete bezahlen

(Eta2 = 0,183; p < 0,001). Die Unterschiede sind zwar signifikant, sollten aber dennoch mit

Zurückhaltung interpretiert werden, da die dahinter liegenden Fallzahlen bei der kleinsten

Wohnungsgröße sehr gering sind. Nur für 39 MSL-Haushalte und für 35 WohnG-Haushalte liegen

Daten zu den Wohnkosten von Wohnungen unter 40 Quadratmetern vor.

Tabelle 24: Nettokaltmiete pro Quadratmeter, differenziert nach Wohnungsgröße

MSL-HH WohnG-HH Sonst.-HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg 1 Stand: 2021
<40 13,08 11,46 14,09 12,58 11,56
40 bis unter 60 8,50 8,90 9,33 8,81 8,80
60 bis unter 80 8,31 8,42 9,22 8,53 8,13
80 und größer 8,46 8,74 7,80 8,48 8,42
Insgesamt 9,25 8,92 9,44 9,11 8,58

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 706) 1 StatA 2023a: 21

Die Angaben fast aller Befragten liegen höher als die städtischen Vergleichsdaten. Hier ist jedoch

zu berücksichtigen, dass letztere aus dem Jahr 2021 stammen und seither die Mieten weiter

gestiegen sind.8

8 Dargestellt sind Befragungsdaten aus dem Jahr 2021 ohne Differenzierung nach Baujahr.

Tabelle 25: Wohnkosten nach Kostenarten pro Quadratmeter

MSL-HH WohnG-HH Sonst.-HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg (2021)1 Stand: 2021
Nettokaltmiete/m 2 arith. Mittel 9,2 8,9 9,4 9,1 8,58 bzw. 9,182
Median 8,7 8,8 9,2 8,8
Heizkosten/m2 (n = 706) arith. Mittel 1,9 1,9 1,8 1,9
Median 1,7 1,8 1,5 1,7
Stromkosten/m2 (n = 706) arith. Mittel 1,6 1,6 1,4 1,5
Median 1,3 1,4 1,3 1,3
Gesamtkosten/m2 (n = 724) arith. Mittel 12,7 12,4 12,5 12,5
Median 12,0 12,0 11,9 12,0

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 1 StatA 2023 28,58 = durchschnittl. Nettokaltmiete für alle Wohnungen, inkl. Sozialwohnungen; 9,18 = durchschnittl. Nettokaltmiete nach dem Mietenspiegel

Betrachtet man die Wohnkosten pro Quadratmeter Wohnfläche, sind die durchschnittlichen

Nettokaltmieten der MSL-Haushalte höher als die der WohnG-Haushalte, die medianen

Nettokaltmieten jedoch etwas niedriger. Einige MSL-Haushalte haben also deutlich höhere

Nettokaltmieten; vermutlich gibt es hier einen Zusammenhang mit der Wohnungsgröße: MSL-

Haushalte wohnen deutlich häufiger in Ein-Zimmer-Wohnungen, für die die Nettokaltmieten pro

Quadratmeter tendenziell höher sind. Zudem werden seit der Covid-19-Pandemie die tatsächlichen

Kosten übernommen, und mit dem Bürgergeld wurden neue Karenzregelungen eingeführt; ein

weiterer Grund dürfte der hohe Anteil von Befragten aus MSL-Haushalten sein, die erst in jüngerer

Zeit in ihre Wohnungen gezogen sind. Generell liegt bei allen Kostenarten der Median unterhalb

des arithmetischen Mittels, die Werte liegen also überwiegend im unteren Bereich und werden

durch eine kleinere Zahl hoher Kosten nach oben verzerrt. Zu prüfen wäre, ob die Nettokaltmieten

im Vergleich zu den aktuellen Werten für die Gesamtstadt tatsächlich höher sind, oder ob sich hier

die Mietsteigerungen gegenüber 2021 abbilden, dem Jahr, aus dem die Vergleichsdaten stammen.

Vergleicht man zusätzlich mit den amtlichen Daten zu den Wohnkosten von

Bedarfsgemeinschaften in Nürnberg, fallen die Angaben aus der Befragung zum Teil deutlich

höher aus (Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2023a, Tab. 1a). So liegt die tatsächliche

Nettokaltmiete der Bedarfsgemeinschaften mit durchschnittlich 467 € um 40 € unterhalb der

durchschnittlichen Nettokaltmiete in der Befragung (506 €). Da diese amtlichen Daten ungefähr

zeitgleich mit den Befragungsdaten erhoben wurden, kann der Unterschied nicht durch die

sozialpolitischen Neuerungen im Zusammenhang mit der Einführung des Bürgergelds bzw. der

Regelungen im Zuge der Covid-19-Pandemie erklärt werden. Vielmehr ist zu vermuten, dass eine

Ursache für diese Abweichung die zahlreichen neueren Bezüge der in der Befragung erfassten

Haushalte (Tabelle 17) sind. Zudem kann nicht ausgeschlossen, dass der Begriff „Nettokaltmiete“

in der Befragung häufig missverstanden wurde und evtl. auch die Betriebskosten enthält.9

Wie stark werden die Haushalte der Zielgruppen durch die Kosten der Wohnung belastet? – Um

Informationen darüber zu erhalten, wurde sowohl nach dem subjektiven Belastungsempfinden

gefragt als auch nach objektiven Indikatoren wie Mietrückstände oder Androhung einer

Stromsperre. Hinsichtlich des Belastungsempfindens gibt es signifikante Unterschiede zwischen

MSL-Haushalten und WohnG-Haushalten (Tabelle 26, Cramer’s V = 0,113; p = 0,045).

Tabelle 26: Belastung durch oder Zufriedenheit mit Wohnkosten Frage 20: Gibt es an Ihrer Wohnung etwas, das Sie belastet oder sind Sie zufrieden? - Kosten der Wohnung insgesamt

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg 1 Stand: 2021
Sehr belastet 8,6% 11,1% 8,5% 9,8% 12% ("schlecht")
Eher belastet 14,4% 18,4% 14,8% 16,4%
Teils, teils 25,9% 29,9% 29,5% 28,5% 40% ("mittel")
Eher zufrieden 27,5% 24,2% 24,4% 25,3%
Sehr zufrieden 23,6% 16,4% 22,7% 20,0% 44% ("gut)
Insgsamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 940) 1 StatA 2023a: 22

MSL-Haushalte sind deutlich seltener sehr oder eher durch ihre Wohnkosten belastet als WohnG-

Haushalte (23% zu 29%) und umgekehrt deutlich häufiger eher oder sehr zufrieden (51% zu 41%).

Ein Vergleich mit der Bevölkerung insgesamt („Leben in Nürnberg 2021“) ist nur eingeschränkt

möglich, weil die Fragen und Antwortkategorien sich unterscheiden. Sofern „eher belastet/sehr

belastet“ als Entsprechung zur Kategorie „schlecht“ interpretiert werden kann, wären MSL-

Haushalte stärker belastet als die Bevölkerung insgesamt (23% zu 12%), aber auch häufiger eher

oder sehr zufrieden (51% zu 44%). WohnG-Haushalte wären deutlich häufiger belastet (29% zu

12%) und etwas seltener eher oder sehr zufrieden (41% zu 44%).

9 In der Befragung wurden die Nettokaltmiete, sowie die Kosten für Heizung und Strom erhoben, nicht aber die sonstigen Nebenkosten.

Tabelle 27: Zahlungsprobleme bei Wohnkosten Frage 19: Hatten Sie schon einmal eines dieser Probleme bei den Kosten für Ihre jetzige Wohnung?

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle
Ich konnte meine Miete nicht bezahlen 16,7% 15,9% 11,1% 15,3%
Ich konnte meine Stromkosten nicht bezahlen 15,1% 11,4% 8,2% 12,1%
Mir wurde eine Stromsperre angedroht 5,8% 3,6% 3,5% 4,3%
Mir wurde der Strom abgestellt 4,2% 2,0% 2,9% 2,9%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 929)

Von tatsächlichen Zahlungsproblemen bei Miete und Stromkosten sowie bei Ankündigung oder

Durchsetzung einer Stromsperre sind MSL-Haushalte etwas stärker betroffen als WohnG-

Haushalte, die Unterschiede sind jedoch nicht signifikant. Beide Zielgruppen der Befragung weisen

hier auch höhere Werte auf als die sonstigen Befragten.

3.2.6 Angaben zum energetischen Sanierungszustand der Wohnungen

Anders als bei den Erhebungen im Rahmen des ESP-Projekts, die von technisch qualifizierten

Beratern durchgeführt werden, konnten in den Fragebogen nur wenige Fragen aufgenommen

werden, die den energetischen Sanierungszustand abbilden. Zum einen musste die Befragung so

kurz wie möglich gehalten werden, zum anderen wurde bereits bei der Vorstellung des Projekts

bei Stadtteilarbeitskreisen usw. immer wieder darauf hingewiesen, dass zumindest bei einem Teil

der Zielgruppe nur geringe Text-Kompetenzen vorausgesetzt werden könnten. Dies bestätigte

sich im Pretest und auch bei den Befragungen vor Ort, bei denen vor allem die Fragen zur Art der

Heizung und Warmwasserbereitung immer wieder erklärt werden mussten. Konkret wurde nach

der Außendämmung der Wände, der Ausstattung der Fenster sowie der Art der Heizung und der

Erzeugung von Warmwasser gefragt.

Etwa ein Viertel der Befragten gibt an, dass die Außenwände der Wohnung gedämmt sind. Das

entspricht in etwa den Ergebnissen der städtischen Befragung „Leben in Nürnberg 2019“. Im

Vergleich der beiden Zielgruppen der Befragung sind die Wohnungen der WohnG-Haushalte etwas

häufiger gedämmt, der Unterschied ist jedoch nicht statistisch signifikant.

Tabelle 28: Energetischer Sanierungszustand: Dämmung der Außenwände Frage 13: Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet?

Zielgruppen Häufigkeit
MSL-HH 24,7%
WohnG-HH 29,1%
Sonst. HH 26,2%
Gesamt 27,1%
Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 (Stand: 2019) 24,7%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n= 919) 1 StatA 2022a: 16; eigene Berechnung

Bezüglich der Möglichkeit einer Außenverdunklung der Fenster, die ist sowohl als Schutz vor

Kälte als auch vor Hitze von Bedeutung ist, gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen den

verschiedenen Gruppen der Befragungsteilnehmer (Tabelle 29). Alle betrachteten Gruppen liegen

jedoch deutlich unter dem Durchschnitt der allgemeinen Bevölkerung (57%). Allerdings ist zu

berücksichtigen, dass relativ viele Befragte die Frage nicht beantworten konnten oder

widersprüchliche Angaben gemacht haben.

Tabelle 29: Energetischer Sanierungszustand: Fenster – Möglichkeit der Verdunklung Frage 14: Die Fenster haben Rollläden, Außenjalousien oder Fensterläden an…

Abbildung 6

Auch hinsichtlich einer isolierenden Verglasung der Fenster unterscheiden sich die Zielgruppen

der Befragung nicht signifikant voneinander und auch nicht von der allgemeinen Bevölkerung

(Tabelle 30). Demgegenüber geben die sonstigen Befragten deutlich häufiger an, doppelt

verglaste Fenster zu haben (63%) und konnten zu dieser Frage auch sehr viel häufiger

(widerspruchsfreie) Auskünfte geben.

Tabelle 30: Energetischer Sanierungszustand: Fenster – Art der Verglasung Frage 14: Die Fenster sind… einfach verglast – mehrfach verglast (Isolier- oder Schallschutzfenster – in allen Räumen – in einigen Räumen – in keinem Raum – weiß nicht

Abbildung 7

Hinsichtlich der Art der Heizung unterscheiden sich die Zielgruppen der Befragung kaum

voneinander und auch nicht von der allgemeinen Bevölkerung. Die meisten Befragten haben

Wohnungen mit Zentralheizung oder Fernwärme. MSL-Haushalte haben etwas häufiger Einzelöfen

als andere Befragte. Auffallend ist der hohe Anteil der sonstigen Haushalte, deren Wohnungen mit

einer Etagenheizung ausgestattet sind. Etwa 11% der MSL-Haushalte konnte die Frage nach der

Heizung nicht beantworten.

Tabelle 31: Energetischer Sanierungszustand: Heizung (1) Frage 16: Wie wird Ihre Wohnung überwiegend geheizt?

Abbildung 8

Tabelle 32: Energetischer Sanierungszustand: Heizung (2) Frage 16: Womit wird Ihre Wohnung überwiegend geheizt?

Abbildung 9

Nur 82% bzw. 80% der Befragten der beiden Zielgruppen konnten die Frage beantworten, womit

ihre Wohnungen beheizt werden. Auffallend sind die sehr hohen Anteile bei allen Teilnehmern der

Befragung, die mit Strom heizen. Fast jeder fünfte Befragte gibt diese Form des Heizens an, und

sogar mehr als jeder Vierte der MSL-Haushalte. Deutliche und signifikante Unterschiede (Cramer’s

V = 0,176; p = 0,001) bestehen zwischen den beiden Zielgruppen der Befragung. Während MSL-

Haushalte deutlich häufiger mit Strom heizen (dies zeigt auch die Auswertung der ESP-Bögen, vgl.

Kapitel 4.3.4), werden die Wohnungen der Wohngeldbezieher viel häufiger mit Gas beheizt. Diese

Angaben können nur eingeschränkt mit den für die Studie „Leben in Nürnberg 2021“ erhobenen

Daten verglichen werden, da dort Fernwärme als weitere Form der Heizungs“materials“ erfasst

wurde, während in der vorliegenden Studie Fernwärme als Heizungstyp abgefragt wurde.

Tabelle 33: Energetischer Sanierungszustand: Warmwasserbereitung Frage 13: Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet?

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg 1 Stand: 2019
Warmwassererzeugung mit Strom (Durchlauferhitzer i. d. Whg.) 39,8% 31,2% 32,4% 34,3%
Warmwassererzeugung mit Strom (Boiler i. d. Whg.) 16,9% 16,2% 15,7% 16,3%
Warmwassererzeugung mit Strom insgesamt 56,7% 47,4% 48,1% 50,6%
Warmwassererzeugung mit Gas (i. d. Whg.) 17,7% 25,3% 21,9% 22,1%
Warmwassererzeugung über Zentralheizung (Heizung i. Keller) 16,3% 17,7% 13,8% 16,4%
Warmwassererzeugung durch Fernwärme 16,0% 18,0% 14,0% 16,0%
Zentralheizung/Fernwärme insgesamt 32,3% 35,7% 27,8% 32,4% 51,1%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n= 1.041) 1 StatA 2022a: 21

MSL-Haushalte nutzen deutlich häufiger mit Strom betriebene Geräte zur Warmwasserbereitung

in der Wohnung als WohnG-Haushalte (57% zu 47%) und deutlich seltener Warmwasserbereitung

mit Gas (18% zu 25%). Beide Gruppen nutzen zudem deutlich seltener zentrale

Warmwasserbereitung als die allgemeine Bevölkerung (51%). In Bezug auf die

Warmwasserbereitung ist ein Vergleich mit den Befragungsdaten der Studie „Leben in Nürnberg“

([StA] 2022a) nur sehr eingeschränkt möglich: Dort wurde zwischen den Optionen „über

Zentralheizung“, „Boiler in Bad/Dusche“ und „Durchlauferhitzer in Bad/Dusche“ differenziert. In

der vorliegenden Studie sollte jedoch bei Warmwasserbereitung in der Wohnung (Boiler,

Durchlauferhitzer) unterschieden werden, ob die Geräte mit Strom oder Gas betrieben werden, da

die Aufwendungen für Strom nicht in den KdU, sondern im Regelsatz enthalten sind.

3.2.7 Allgemeine Ausstattung der Wohnungen

Zur Bewertung des Wohnstandards wurden neben den energetischen Merkmalen allgemeine

Ausstattungsmerkmale (Küche, Bad, Böden und sonstige Merkmale) erhoben und zusätzlich

Schäden und Mängel in den Wohnungen (Kapitel 4.2.8).

Tabelle 34: Ausstattung von Küche und Bad Frage 13: Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet?

Ausstattung Küche MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 2019
Küche ist ein eigener Raum (n = 890) 80,3% 87,2% 90,3% 85,6%
Küche ist eine Kochnische (n = 890) 19,7% 12,8% 9,7% 14,4% 8,0%
Komplette Ausstattung (Herd, Backofen, Dunstabzug, Kühlschr.) (n = 566) 78,9% 81,5% 81,1% 80,6% ("EBK komplett m. E.geräten") 76%
Nur allernötigste Ausstattung (einzelne Kochplatten statt Herd) (n = 566) 21,1% 18,5% 18,9% 19,4%
Ausstattung Bad (Mehrfachnennungen) MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 2019
Dusche vorhanden (n = 847) 50,6% 43,9% 58,4% 49,0% ("Separate Dusche vorhanden") 31,9%
Badewanne vorhanden (n = 847) 69,4% 77,3% 69,9% 73,2% 76,9%
Boden gefliest (n = 847) 66,9% 73,2% 73,2% 71,1% 82,9%
Wände im Bereich der Dusche bis mindestens ca. 1,95 m gefliest (n = 847) 46,0% 55,7% 59,8% 53,3% 61,4%
Bad ist kein eigener Raum (n = 8 4 11,1% 5,4% 6,2% 7,5% 6,6%
Bad oder WC befindet sich außerhalb 3,1% 1,2% 3,8% 2,4% 0,8%
Weder Dusche noch Badewanne vorhanden (n = 847) 3,7% 2,4% 1,4% 2,7%
Bad hat Fenster oder eine Lüftungsanlage (n = 838) 58,6% 55,2% 55,5% 56,4%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 1StatA 2022a: 21

Als Küche haben MSL-Haushalte signifikant häufiger lediglich eine Kochnische zur Verfügung als

WohnG-Haushalte und sehr viel häufiger als die allgemeine Bevölkerung (Cramer's V = 0,093; p =

0,013). Eine mögliche Erklärung bietet die geringere durchschnittliche Wohnfläche und

Raumanzahl von MSL-Haushalten sowie – und in Zusammenhang damit – der größere Anteil an

Ein-Personen-Haushalten. Gerade Einzimmerwohnungen sind bei MSL-Haushalten deutlich

häufiger, als bei WohnG-Haushalten und nochmals häufiger im Vergleich zur Gesamtbevölkerung

der Stadt. (vgl. Tabelle 19 und Tabelle 20). Etwa jeder fünfte MSL-Haushalt gibt zudem an, nur über

die allernötigste Küchenausstattung zu verfügen. Auch bei der Ausstattung der Badezimmer

zeigen sich Unterschiede sowohl zwischen den Zielgruppen der Befragung als auch zwischen den

Befragungsteilnehmern und der Bevölkerung insgesamt: Bei beiden Zielgruppen sind Böden und

Wände deutlich seltener gefliest, wobei MSL-Haushalte hier erheblich schlechter abschneiden.

Mit 11% geben MSL-Haushalte zudem doppelt so häufig wie WohnG-Haushalte an, dass das Bad

kein eigener Raum sei, und bei einigen (3%) befindet sich das Bad außerhalb der Wohnung

(Cramer's V = 0,105; p = 0,002). Ein erheblicher Anteil der Befragten gibt an, dass das Bad weder

über ein Fenster noch über eine Lüftungsanlage verfügt.

Tabelle 35: Ausstattung: Böden Frage 13: Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet?

Abbildung 10

Die meisten Befragten geben an, dass ihre Wohnungen mit Parkett/Holzboden, Laminat oder

Fliesen ausgestattet sind; anzumerken ist, dass viele Befragte hier als zusätzlich als offene

Texteingabe „Dielen“ oder „Holzböden“ nannten. In etwas mehr als einem Viertel der Wohnungen

gibt es überwiegend Bodenbeläge aus PVC. Die Zielgruppen der Befragung unterscheiden sich in

diesem Punkt kaum voneinander. Im Vergleich zur Bevölkerung insgesamt geben sie seltener an,

dass ihre Wohnung keinen Bodenbelag hat, die Unterschiede können jedoch auf etwas

unterschiedliche Formulierungen der Fragen zurückzuführen sein (StA 2022a: „kein

Fußbodenbelag auf mehr als 50% der Wohnfläche“).

Tabelle 36: Ausstattung - Sonstiges Frage 13: Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet?

Abbildung 11

Bei den sonstigen betrachteten Ausstattungsmerkmalen finden sich kaum Unterschiede zwischen

den Zielgruppen der Befragung. WohnG-Haushalte haben lediglich deutlich häufiger einen Aufzug

im Haus. Dass nur ein Fünftel bis ein Viertel der Befragten einen Wäschetrockenraum zur

Verfügung hat, könnte in Hinblick darauf problematisch sein, dass die Wäsche dann vermutlich in

der Wohnung getrocknet wird und so zu mehr Feuchtigkeit führt, zumal viele Befragte angegeben

haben, keine Lüftungsmöglichkeit für das Bad zu haben (Tabelle 34). Etwa die Hälfte der Befragten

kann Grünflächen am Haus nutzen oder verfügt über einen Gartenanteil. Dies sind mehr als in der

Bevölkerung insgesamt. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass nur ca. 3% der Befragten in

einem Einfamilien- oder Reihenhaus wohnen, so dass der Unterschied auch daraus resultieren

kann, dass in der Erhebung „Leben in Nürnberg 2019“ vermutlich mehr Befragte enthalten sind, die

ein Haus bewohnen und einen eigenen Garten haben.

3.2.8 Schäden und Mängel in den Wohnungen

Viele Befragte berichten von Schäden, Mängeln oder Abnutzungserscheinungen in ihren

Wohnungen (Abbildung 4). Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen

der Befragungsteilnehmer. Lediglich veraltete Elektrogeräte, die vermutlich viel Strom

verbrauchen, werden von MSL-Haushalten signifikant häufiger genannt als von WohnG-

Haushalten (Cramer's V = 0,07; p = 0,05). Viele Befragte beklagen Schäden wie Schimmel,

Feuchtigkeit, Risse und Löcher in den Wänden oder – seltener – kaputte elektrische Leitungen.

Ebenso werden vielfach Abnutzungserscheinungen wie renovierungsbedürftige Badezimmer,

abgenutzte Bodenbeläge und veraltete Elektrogeräte genannt. Etwa jeweils ein Drittel der

Befragten gibt an, dass die Wohnung im Winter zu kalt bzw. im Sommer zu heiß sei; die Thermostate

an den Heizungen lassen sich bei 14% der Befragten nicht richtig einstellen. Bei etwa jedem

fünften Befragten gab es mindestens einmal Ungeziefer in der Wohnung oder im Haus.

Abbildung 4: Schäden und Mängel in den Wohnungen

Abbildung 12

Als positiv formulierte Kontroll-Items wurden Statements zu dichten Fenstern und schneller

Reparatur von Schäden in den Fragebogen aufgenommen. Ca. 40% der Befragten gaben an, dass

die Fenster in ihren Wohnungen dicht seien. Etwas weniger geben an, dass Schäden schnell

repariert werden.

Zusätzlich zu den standardisierten Fragen nach Schäden und Mängeln konnten die

Befragungsteilnehmer auch selbst Angaben dazu formulieren (offene Texteingabe). Abbildung 5

und Abbildung 6 geben die Antworten differenziert nach den Zielgruppen der Befragung wieder.

Die Antworten wurden zum Teil ins Deutsche übersetzt und bezüglich der Rechtschreibung

überarbeitet.

Abbildung 5: Schäden und Mängel in den Wohnungen – Freitext (MSL-Haushalte)

Abbildung 13

Abbildung 6: Schäden und Mängel in den Wohnungen – Freitext (WohnG-Haushalte)

Abbildung 14

3.2.9 Bewertung der Wohnsituation und Umzugswunsch

Zwischen etwa 20 bis 25% der Befragten fühlen sich durch Faktoren, die mit der Wohnung oder

dem Wohngebäude zu tun haben sehr oder eher belastet, wobei die MSL-Haushalte durchweg

häufiger angeben, sie seien sehr belastet. Signifikant unterscheiden sich die beiden Gruppen bzgl.

der Belastung durch oder der Zufriedenheit mit der Sauberkeit im Haus (Cramer’s V = 0,114; p =

0,04) und – sofern vorhanden – im Hof (Cramer's V = 0,142; p = 0,007). Auch die Zufriedenheit mit

dem Zusammenleben mit den Nachbarn unterscheidet die beiden Gruppen, jedoch nicht

signifikant. Hinsichtlich des erweiterten Wohnumfeldes – Sicherheit und Sauberkeit im

Wohnviertel – fühlen sich die Befragten zu etwa 18% sehr oder eher belastet. Lediglich bei der

Verkehrsbelastung erreichen die WohnG-Haushalte hier höhere Belastungswerte. Die sonstigen

Befragten sind durchgehend durch ihre Wohnsituation weniger belastet und lediglich in Hinblick

auf die Verkehrsbelastung weniger zufrieden.

Tabelle 37: Belastungsfaktoren der Wohnsituation Frage 20: Gibt es an Ihrer Wohnung etwas, das Sie belastet oder sind Sie zufrieden? (Mehrfachnennungen)

Bewertung von… MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle
Renovierungszustand der Wohnung (n = 912) sehr belastet 11,7% 8,9% 6,1% 9,3%
eher belastet 17,9% 19,8% 14,0% 18,1%
teils, teils 28,9% 31,6% 36,6% 31,6%
eher zufrieden 25,0% 26,4% 28,0% 26,2%
sehr zufrieden 16,6% 13,4% 15,2% 14,8%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Renovierungszustand des Hauses (n = 897) sehr belastet 12,5% 9,5% 7,5% 10,1%
eher belastet 12,2% 15,0% 15,6% 14,2%
teils, teils 28,3% 31,4% 34,4% 30,9%
eher zufrieden 29,9% 29,8% 26,3% 29,2%
sehr zufrieden 17,1% 14,3% 16,3% 15,6%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Sauberkeit im Haus (Treppenhaus, Keller usw.) sehr belastet 11,4% 8,0% 4,2% 8,5%
(n = 931) eher belastet 9,8% 10,0% 12,0% 10,3%
teils, teils 19,6% 25,4% 19,9% 22,4%
eher zufrieden 30,9% 35,3% 33,1% 33,4%
sehr zufrieden 28,4% 21,2% 30,7% 25,3%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Sauberkeit und Ordnung im Hof (falls vorhanden) sehr belastet 11,4% 8,8% 5,8% 9,2%
(n = 863) eher belastet 12,1% 11,9% 11,6% 11,9%
teils, teils 15,5% 24,3% 23,2% 21,1%
eher zufrieden 30,3% 33,6% 33,5% 32,4%
sehr zufrieden 30,6% 21,4% 25,8% 25,4%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Zusammenleben mit den Nachbarn (n = 921) sehr belastet 9,7% 7,4% 6,5% 8,0%
eher belastet 10,0% 7,4% 8,9% 8,6%
teils, teils 17,8% 25,3% 18,3% 21,5%
eher zufrieden 33,7% 31,2% 39,6% 33,6%
sehr zufrieden 28,8% 28,7% 26,6% 28,3%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Sicherheit in der Wohngegend (n = 924) sehr belastet 5,8% 6,5% 6,6% 6,3%
eher belastet 11,9% 12,1% 9,0% 11,5%
teils, teils 18,9% 17,5% 22,9% 18,9%
eher zufrieden 35,6% 37,9% 34,3% 36,5%
sehr zufrieden 27,9% 26,0% 27,1% 26,8%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Sauberkeit in der Wohngegend (n = 930) sehr belastet 9,8% 9,4% 7,6% 9,2%
eher belastet 11,7% 10,6% 16,5% 12,0%
teils, teils 23,5% 25,4% 29,4% 25,5%
eher zufrieden 30,2% 35,1% 29,4% 32,4%
sehr zufrieden 24,8% 19,6% 17,1% 20,9%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%
Verkehrsbelastung in der Wohngegend sehr belastet 10,7% 14,2% 13,0% 12,8%
(n = 915) eher belastet 10,7% 12,4% 19,8% 13,1%
teils, teils 25,2% 22,7% 22,8% 23,6%
eher zufrieden 30,7% 28,2% 27,2% 28,9%
sehr zufrieden 22,7% 22,5% 17,3% 21,6%
Gesamt 100,0% 100,0% 100,0% 100,0%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023

Einen Umzug in eine andere Wohnung wünschen sich viele Befragte, sehen jedoch nur geringe

Chancen dafür (Tabelle 38). Weniger als die Hälfte der Befragten gibt an, in der aktuellen

Wohnung wohnen bleiben zu wollen, in der Bevölkerung insgesamt sind dies 53%. MSL-Haushalte

wollen etwas häufiger in der aktuellen Wohnung bleiben als WohnG-Haushalte, der Unterschied

ist jedoch nicht signifikant. Am häufigsten wollen die Befragten umziehen, weil sie sich in ihren

Wohnungen nicht wohlfühlen, gefolgt davon, dass sie sich im Haus, in dem die Wohnung liegt, nicht

wohlfühlen. Bezüglich der Wohngegend unterscheiden sich die beiden Gruppen geringfügig, aber

signifikant (Cramer's V = 0,06; p = 0,092): MSL-Haushalte geben häufiger die Wohngegend als

Umzugsgrund an. Viele Befragte möchten gerne umziehen, können sich aber keine andere

Wohnung leisten oder bekommen keine andere Wohnung. WohnG-Haushalte geben signifikant

häufiger finanzielle Hemmnisse für einen Wohnungswechsel an (Cramer's V = 0,094; p = 0,08) – für

mehr als ein Drittel sind diese der Grund, warum sie in der aktuellen Wohnung verbleiben. Das

Thema Umzug bzw. Wunsch nach einer anderen Wohnung wurde bei den Vor-Ort-Befragungen

immer wieder angesprochen, häufig verbunden mit Klagen über die Wohnsituation aufgrund zu

kleiner Wohnungen bzw. Wohnungen in schlechtem Zustand und mit Wut und Verzweiflung über

die Aussichtslosigkeit der Wohnungssuche. Andere Befragten gaben an, keine Versuche mehr zu

unternehmen, weil es ohnehin aussichtslos sei.

Tabelle 38: Umzugswunsch in den nächsten zwei Jahren Frage 21: Haben Sie vor, in den nächsten 2 Jahren umzuziehen? (Mehrfachnennungen)

MSL-HH WohnG-HH Sonst. HH Alle Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand: 2021
Nein, ich möchte hier wohnen bleiben 45,6% 42,4% 46,9% 44,3% 53,0%
Ja, weil ich mich in meiner Wohnung unwohl fühle (z.B. schlechter Zustand) 16,6% 16,2% 11,9% 15,5%
Ja, weil ich mich im Haus, in dem meine Wohnung liegt, unwohl fühle 11,8% 9,5% 6,8% 9,8%
Ja, weil ich mich in meiner Wohngegend unwohl fühle 10,0% 6,7% 12,4% 8,9%
Ja, aus Gründen, die nicht mit der Wohnung zu tun haben (z.B. wg. Arbeitsstelle) 10,3% 5,5% 10,7% 8,1%
Ich würde gerne umziehen, kann mir aber keine andere Wohnung leisten 26,0% 34,8% 23,2% 29,6%
Ich würde gerne umziehen, bekomme allerdings keine andere Wohnung 29,3% 29,9% 21,5% 28,2%

Quelle: Datensatz „WohnLB Nürnberg“ – TH Nürnberg 2023 (n = 959) 1 StatA 2023a: 16

3.2.10 Zusammenfassung

Einsatz mehrsprachiger Interviewer, die Unterstützung durch Multiplikatoren und die

Möglichkeit, in unterschiedlichen Sprachen online oder per Paper&Pencil teilzunehmen vor

allem für die MSL-Haushalte. Bei den Vor-Ort-Befragungen wurde deutlich, dass das Ausfüllen

der Bögen eine hohe Hürde darstellte, sei es aufgrund sprachlicher Probleme oder aber weil

zunächst Vertrauen in Ablauf und Ziele der Befragung geschaffen werden musste oder weil

viele Befragte generell Schwierigkeiten im Umgang mit Texten hatten. Wie wichtig die Vor-

Ort-Befragungen waren, zeigt sich auch daran, dass trotz adressierter und frankierter

Rückumschläge nur weniger als zehn Fragebögen per Post zurückgeschickt wurden. – Die

Gruppe der WohnG-Bezieher konnte dagegen sehr gut über die Kontaktaufnahme durch die

Wohngeldstelle erreicht werden.

repräsentiert, wenn man sie mit den Bedarfsgemeinschaften insgesamt in Nürnberg

vergleicht. Bei den WohnG-Haushalten fehlt eine derartige Vergleichsgruppe, so dass unklar

ist, ob der hohe Anteil von Paaren mit Kindern (42%) dem Anteil dieser Gruppe an allen

Wohngeldempfängern entspricht. In Hinblick auf Staatsangehörigkeit sind vermutlich

ukrainische MSL-Bezieher überrepräsentiert.

MSL-Haushalte sind seltener Hauptmieter als WohnG-Haushalte (84% zu 94%) o MSL-Haushalte bewohnen häufiger als WohnG-Haushalte Wohnungen privater o Vermieter (54% zu 45%) und seltener Wohnungen von Wohnungsbaugesellschaften

(32% zu39%).

31% der MSL-Haushalte haben ihre Wohnung erst seit 2022 bezogen, gegenüber 12% o der WohnG-Haushalte. Für Bürgergeldbezieher ist bekannt, dass mehr als die Hälfte

als Langzeitleistungsbezieher gelten (Statistik der Bundesagentur für Arbeit 2023,

Tab. 3.4). Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass fast ein Drittel aller

Leistungsbezieher seit 2022 umgezogen ist. Vermutlich spielt auch hier der hohe Anteil

der ukrainischen Geflüchteten eine Rolle, die erst seit 2022 in Deutschland sind und

dementsprechend erst eine kurze Wohndauer haben.

WohnG-Haushalte haben im Durchschnitt größere Wohnungen als MSL-Haushalte. o Dies liegt jedoch auch an den größeren Haushalten dieser Gruppe. Bezogen auf Fläche

pro Person haben Personen in WohnG-Haushalten durchschnittlich 31 qm zur

Verfügung, in MSL-Haushalten 33 qm. Beide liegen damit unter dem Durchschnitt der

Wohnbevölkerung (39 qm).

Die Nettokaltmieten der MSL-Haushalte liegen durchschnittlich etwas über o denjenigen der WohnG-Haushalte (9,2 Euro/qm zu 8,9 Euro/qm). vermutlich gibt es hier

einen Zusammenhang mit der Wohnungsgröße: MSL-Haushalte wohnen deutlich

häufiger in Ein-Zimmer-Wohnungen, für die die Nettokaltmieten pro Quadratmeter

tendenziell höher sind. Zudem werden seit der Covid-19-Pandemie die tatsächlichen

Kosten übernommen, und mit dem Bürgergeld wurden neue Karenzregelungen

eingeführt; ein weiterer Grund dürfte der hohe Anteil von Befragten aus MSL-

Haushalten sein, die erst in jüngerer Zeit in ihre Wohnungen gezogen sind. Bei der

medianen Betrachtung sind die Nettokaltmieten der MSL-Haushalte jedoch etwas

niedriger (8,7 Euro/qm zu 8,8 Euro/qm). Vermutlich kommt der Unterschied dadurch

zustande, dass MSL-Haushalte häufig Single-Haushalte sind und in kleinen

Wohnungen wohnen, die grundsätzlich relativ teurer (pro qm) sind als größere

Wohnungen. Die Heizkosten und Stromkosten unterscheiden sich nicht zwischen den

beiden Gruppen.

Durch die Wohnkosten fühlen sich MSL-Haushalte weniger stark belastet bzw. sind o häufiger damit zufrieden als WohnG-Haushalte.

Von Zahlungsproblemen bei Miete und Stromkosten wie auch von der Ankündigung o oder Durchsetzung einer Stromsperre sind MSL-Haushalte häufiger betroffen, jedoch

auf relativ niedrigem Niveau.

MSL-Haushalte heizen sehr viel häufiger mit Strom (26% zu 17%) und bereiten auch o Warmwasser deutlich häufiger mit Strom (58% zu 47%)

In Hinblick auf Ausstattungsmerkmale der Wohnung haben MSL-Haushalte häufiger o nur eine Kochnische zur Verfügung. Mögliche Erklärungen sind der hohe Anteil der Ein-

Personen-Haushalte sowie die geringere durchschnittliche Wohnfläche und

Raumanzahl von MSL-Haushalten. Gerade Einzimmerwohnungen sind bei MSL-

Haushalten deutlich häufiger, als bei WohnG-Haushalten und nochmals häufiger im

Vergleich zur Gesamtbevölkerung der Stadt. MSL-Haushalte verfügen auch seltener

über ein Bad mit gefliestem Boden und Wänden und haben häufiger Wohnungen, in

denen das Bad kein eigener Raum ist.

Durch Faktoren wie den Renovierungszustand des Hauses und der Wohnung, o Verkehrsbelastung, Ruhe, Sauberkeit und Sicherheit im Wohnumfeld fühlen sich etwa

20% bis 25% eher oder sehr belastet, wobei MSL-Haushalte fast immer häufiger

angeben, sie seien sehr belastet. Lediglich durch die Verkehrssituation fühlen sich

WohnG-Haushalte stärker belastet.

Weniger als die Hälfte der Befragten in beiden Gruppen möchte in der aktuellen o Wohnung wohnen bleiben, sehen aber wenig Chancen, eine andere Wohnung zu finden.

Dabei geben WohnG-Haushalte häufiger als MSL-Haushalte an, sich keine andere

Wohnung leisten zu können (35% zu 26%).

Jeweils etwas unter 75% bewerten den Zustand des Wohngebäudes als sehr gut oder o eher gut, etwa 25% als eher oder sehr schlecht.

Beide Gruppen bewerten ihre Wohnungen zu ungefähr 50% als zu klein und zu o ebenfalls 50% als „gerade richtig“. Kaum jemand sagt, die Wohnung sei zu groß.

Bezogen auf den energetischen Zustand der Wohnungen gibt es kaum Unterschiede o bzgl. Dämmung der Außenwände, Doppelverglasung der Fenster und Vorhandensein

von Außenjalousien, gleiches gilt für die Art der Heizung.

Die Ausstattungsmerkmale Wäschetrockenraum, Keller- oder Speicherabteil und o Grünflächen im Innenhof oder zwischen den Gebäuden sind bei beiden Gruppen

ungefähr gleich häufig vorhanden.

Schäden und Mängel in der Wohnung, wie Schimmel, Risse oder Löcher in den Wänden, o Feuchtigkeit, Ungezieferbefall sind bei ca. 20% bis 32% gegeben. Jeweils etwa 30%

berichten, dass das Bad renovierungsbedürftig und/oder die Bodenbeläge abgenutzt

seien. Ebenso viele geben an, es sei im Winter oft zu kalt und im Sommer zu warm in

der Wohnung. Von alten Elektrogeräten mit hohem Stromverbrauch berichten 18% der

WohnG- und 24% der MSL-Haushalte.

3.3 Auswertung der Begehungsbögen des EnergieSparProjekts Nürnberg (ESP)

3.3.1 Realisierte Stichprobe und Datenqualität

Im Rahmen des ESP wurden für diese Studie 689 verwendbare Begehungsbögen aus den Jahren

zwischen 2017 und 2022 zusammengetragen und analysiert, die um nicht auswertbare Bögen

bereinigt wurden. Vor dem Hintergrund des Betrachtungszeitraums von 2017 bis 2022 sind die

Angaben etwas veraltet und ließen sich nicht nach Jahren aufteilen, weswegen Entwicklungen

innerhalb der Periode von 2017 bis 2022 nicht dargestellt werden konnten. Um irreführende

Angaben zu vermeiden wurde entsprechend von einer Darstellung der Wohnkosten abgesehen.

Um die Zielgruppen der Studie – MSL-Haushalte und WohnG-Haushalte – in den Daten des ESP zu

identifizieren, wurden die Kategorien zur Erhebung von Einkommen oder

Grundsicherungsleistungen wie folgt zusammengefasst: Haushalte, die angaben ALG 2 zu

beziehen, auch aufstockend, sowie Haushalte mit der Angabe „Grundsicherung“ wurden als MSL-

Haushalte kategorisiert. Haushalte mit Bezug von Wohngeld bilden auch hier die

Vergleichsgruppe.10 Insgesamt gab es jedoch nur 17 Haushalte mit Wohngeldbezug, so dass die

Auswertung der ESP-Bögen auf die Analyse der Situation der MSL-Haushalte beschränkt werden

musste.

Die 587 Bögen, die Angaben zu den von dem jeweiligen Haushalt bezogenen Leistungen

enthielten, erfassten 545 Haushalte, die mindestens eine der oben genannten

Grundsicherungsleistungen beziehen.

Abbildung 7 zeigt, dass ALG 2 die am häufigsten bezogene Leistung war. Es gab keine MSL-

Haushalte in den ESP Bögen, die angaben, zusätzlich auch Wohngeld zu beziehen (was sich

wechselseitig ausschließen würde).

Abbildung 7: Angegebene Leistungsbezüge

Abbildung 15

10 Leistungsbezüge wurden im ESP mit nicht völlig disjunkten Kategorien erfasst: ALG 1, ALG 2, Grundsicherung, Aufstockende Leistungen, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Bafög, Rente, Wohngeld und Sonstige waren die vorgesehenen Kategorien

Entsprechend den Angaben in den Begehungsbögen, stellt sich die Verteilung der Haushalte im

Sinne dieser Studie wie folgt dar:

Abbildung 8: Aufteilung der Haushalte nach Gruppen der Studie

Abbildung 16

Hiernach setzen sich die untersuchten Gruppen aus rund 79% von MSL-Haushalten und rund 2,5%

Wohngeld-Haushalten zusammen. Aufgrund des zu geringen Anteils an Wohngeld-Haushalten,

lassen sich anhand der Daten des ESP keine Vergleiche zwischen MSL-Haushalten und WohnG-

Haushalten ziehen. Entsprechend kann die Analyse der ESP-Bögen keine Erkenntnisse zum

Vergleich der beiden Zielgruppen der Studie bereitstellen und fokussiert sich entsprechend auf

eine vertiefte Analyse der ersten Forschungsfrage nach der Wohnsituation von einkommensarmen

Haushalten, insbesondere hinsichtlich ihres Sanierungszustandes.

3.3.2 Kennzahlen zu Größe und sozio-demographischen Merkmalen der Haushalte

Insgesamt wurden in 614 Bögen Angaben zur Belegung der Wohnungen gemacht, darunter 513

von MSL-Haushalten. Um eine Vergleichbarkeit mit der standardisierten Befragung vornehmen zu

können, wurden die Kategorien aus den ESP-Bögen an diese angepasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit jeweils etwa einem Drittel der Haushalte alleinlebende Personen

und Paare mit Kindern dominierten. Ähnlich wie bei der standardisierten Befragung sind auch hier

Alleinerziehenden-Haushalte im Vergleich zum Anteil dieser Haushalte an der Wohnbevölkerung

weit überrepräsentiert: Mit 21% Alleinerziehenden-Haushalten weisen die Daten aus den ESP-

Bögen hier eine höhere Häufigkeit aus, als bei der Vergleichsgruppe der standardisierten

Befragung. Im Vergleich zur statistischen Gesamtheit der Stadt Nürnberg liegt dieser Wert der

MSL-Haushalte der ESP-Studie fast 5-mal so hoch.

Der Anteil von Paaren ohne Kinder liegt in den ESP-Bögen mit 7% zwischen denen der WohnG-

Haushalte und der MSL-Haushalte der standardisierten Befragung.

Die genannten Ergebnisse sind allerdings mit einiger Vorsicht zu betrachten, da es teilweise

schwierig war, die genaue Wohnform zuzuordnen. Beispielsweise gab es Haushalte, die neben

einer anderen Wohnform noch angaben, dass ein Großelternteil bei ihnen wohnen würde. Da solche

Angaben in Notizenform vorlagen - und nicht den vorgesehenen Kategorien entsprachen - ist es

wahrscheinlich, dass eine geringe Zahl der anderen Haushalte nicht als solche klassifiziert wurden

und der Anteil dieser um eine in absoluten Zahlen geringe Menge unterschätzt wird.

Die Auswertung ergab folgendes Bild:

Abbildung 9: Aufteilung der ESP MSL-HH nach Wohnform

Abbildung 17

Die Personenzahl in den Haushalten ist mit 2,6 Personen im Mittel bei den MSL-Haushalten des

ESP deutlich höher als bei den Vergleichsdaten der Stadt und merklich höher als bei den MSL-

Haushalten der standardisierten Befragung. Zur Ermittlung der Kinderzahl wurden bei den ESP-

Bögen die Zahl der Personen unter 18 in einem Alleinerziehenden-Haushalt oder einem Haushalt

von Paaren mit Kindern herangezogen.

Die Personenzahl konnte bei den ESP-Bögen an zwei verschiedenen Stellen eingetragen werden.

Wenn an nur einer der beiden Stellen eine Personenzahl angegeben wurde, wurde diese

aufgenommen. Wenn an beiden Stellen eine Personenzahl angegeben wurde, wurde diese nur

aufgenommen, wenn beide Zahlen übereinstimmten, ansonsten wurde der Bogen nicht für diese

Analyse berücksichtigt, was aber nur auf wenige Bögen zutraf.

Hieraus ergibt sich die folgende Zusammensetzung der Haushalte im Vergleich mit der

standardisierten Befragung:

Tabelle 39: Personen und Kinderanzahl

Abbildung 18

Zum Migrationshintergrund und Sprachen in den ESP-Haushalten

Im Rahmen der ESP-Begehung wurde der Migrationshintergrund direkt über das Geburtsland der

Ansprechperson und der Partnerperson erfragt. Im Vergleich zur standardisierten Befragung sind

diese Angaben als genauer zu bewerten, da das Vorliegen eines Migrationshintergrundes bei der

standardisierten Befragung ausschließlich über die Wahl der Sprache des Fragebogens abgeleitet

wurde.

Die ESP-Bögen weisen mit 65% einen etwas höheren Migrationshintergrund der Ansprechperson

auf, als es sich bei den MSL-Haushalten der standardisierten Befragung zeigte. Bei der

Partnerperson wurde noch etwas häufiger, mit fast 70% ein Migrationshintergrund angegeben.

Bezüglich der Sprachen, die im Haushalt gesprochen werden, gab auch bei den ESP-Bögen die

deutliche Mehrheit Deutsch an. Russisch wurde sehr viel seltener ausgewählt als bei der

standardisierten Befragung. Dagegen gab es sehr viele, die eine sonstige Sprache angaben, wobei

Arabisch und Syrisch dominierten.

Sprachangaben die nicht eindeutig zuordenbar waren, wurden der letzten Rubrik „Nicht

zuordenbar“ hinzugefügt, ebenso wie Sprachen, die nur sehr vereinzelt genannt wurden.

Abbildung 10: Sprachen im Haushalt

Abbildung 19

3.3.3 Kennzahlen zur Wohnsituation

Alter der Wohnung

Die Angaben zu Baualtersklassen der Wohnungen bzw. des Hauses unterliegen in den ESP-Bögen

einer leicht anderen Systematik, als es in der standardisierten Befragung der Fall ist. Zur möglichst

guten Vergleichbarkeit mit der standardisierten Befragung wurden die Baualtersklassen soweit

wie möglich angepasst, indem jeweils zwei Kategorien zusammengelegt wurden.

In 514 Bögen wurde die Baualtersklasse angegeben; ausgeschlossen wurden Bögen, in denen eine

doppelte Angabe zu finden war. Auf Basis dieser Angaben lässt sich sagen, dass die Bausubstanz

der ESP-Haushalte im Schnitt älter als 40 Jahre ist. Neue Wohnungen sind sehr selten, die

allermeisten Wohnungen (46%) wurden in der frühen Nachkriegszeit errichtet und zwei Drittel

zwischen 1949 und 1983.

Die ältesten Wohnungen sind etwa so häufig wie in den Daten der standardisierten Befragung.

Beide empirische Erhebungen weisen einen etwa 25%igen Anteil an Wohnungen auf, die vor 1949

errichtet wurden. Allerdings sind neuere Wohnungen deutlich seltener in den ESP-Bögen zu

finden, dafür aber diejenigen häufiger, die zwischen 1949 und 1980 erbaut wurden. Dies kann

vermutlich durch die Zielgruppe des ESP erklärt werden, welche auf Haushalte mit prekären

Energieverhältnissen abzielt, die bei neueren Wohnungen seltener anzutreffen sind. Zusätzlich,

wenn auch in geringerem Umfang kann der geringere Anteil neuer Wohnungen auch damit erklärt

werden, dass die Daten aus dem ESP älter sind als die Befragungsdaten. Ein genauer Abgleich

zwischen den beiden Erhebungen ist nicht möglich, da die Kategorien der ESP Bögen nicht exakt

denen der standardisierten Befragung entsprachen.

Die ältere Bausubstanz der Wohnungen der MSL-Haushalte des ESP deutet auch auf einen

potentiellen höheren Sanierungsbedarf hin, da die damaligen Wohnungen basierend auf älteren

baulichen Standards errichtet wurden.

Die folgende Abbildung 11 zeigt die Verteilung der Baualtersklassen aus den ESP-Bögen:

Abbildung 11: Alter der Wohnung nach Baualtersklassen

Abbildung 20

Einzugsjahr

Von den 462 MSL-Haushalten, die valide Angaben zu ihrem Einzugsjahr in den ESP-Bögen

machten, sind deutlich weniger als bei der standardisierten Befragung vor dem Jahr 2001

eingezogen. Der Großteil (fast 80%) zog in den Perioden 2011 – 2016 und 2017 – 2021 ein.

Der deutlich höhere Anteil der Einzugsjahre 2022 – 2023 bei den Teilnehmern der standardisierten

Befragung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass für 2023 keine ESP-Bögen ausgewertet

wurden sowie auf den hohen Anteil der neu Zugwanderten (v. a. aus der Ukraine) in der

standardisierten Befragung

Tabelle 40: Einzugsjahr

Abbildung 21

Sanierungszustand

Im Rahmen ihrer Begehung konnten die Energieberater angeben, ob die betrachteten Wohnungen

umfassend energetisch saniert, teilweise energetisch saniert oder unsaniert waren.

Von den MSL-Haushalten des ESP wurden etwa 57% der Haushalte als teilweise energetisch

saniert und knappe 40% als unsaniert klassifiziert. Nur sehr wenige Haushalte wurden als

umfassend energetisch saniert eingestuft, was konsistent ist mit beispielsweise Angaben zu den

Außenwänden.

Allerdings bedeutet die Einordnung „nicht saniert“ in diesem Falle nicht zwangsweise, dass

keinerlei Sanierungsmaßnahme seit der Errichtung der Wohnung durchgeführt wurde, oder die

Wohnungen in der ESP-Analyse einen einheitlichen Sanierungsbedarf hätten. So gibt es

beispielsweise einige Gebäude, die errichtet wurden, bevor Wärmeschutzverglasungen gesetzlich

vorgeschrieben wurden, die also bereits eine Wärmeschutzverglasung aufweisen, aber als

unsaniert angegeben wurden. Dies ist ein Indiz dafür, dass Sanierungsmaßnahmen durchgeführt

wurden, diese aber in der Einschätzung des Gesamtensembles der Wohnungsstruktur

untergeordneter Natur sind.

Der eingeschätzte Sanierungszustand der MSL-Haushalte aus dem ESP stellt sich wie folgt dar:

Abbildung 12: Sanierungszustand

Abbildung 22

Haushalts- und Wohnungsgröße

Ein Vergleich der Größe der Haushalte und der Wohnungsgröße zwischen ESP-Bögen,

standardisierter Befragung und statistischen Angaben der Stadt Nürnberg zeigt eine Vielzahl von

interessanten Informationen:

Befragung und kleiner als im statistischen Mittel in der Wohnbevölkerung allgemein.

MSL-Haushalten der standardisierten Befragung, aber ebenfalls kleiner als die

Vergleichswerte für die Wohnbevölkerung insgesamt.

höher als in den Vergleichsdaten der Stadt.

als bei den MSL-Haushalten der Befragung und etwa auf dem Niveau der WohnG-Haushalte

der Befragung.

Es gibt jedoch auch Haushalte mit sehr wenig Wohnfläche, ohne dass es einen Grund gäbe, hier

von fehlerhaften Angaben auszugehen: Bei den Zimmern pro Person leben in den kleinsten

Wohnungen vier Personen in einer Ein-Zimmer-Wohnung. Darüber hinaus wohnen über 30% der

MSL-Haushalte, die eine entsprechende Angabe gemacht haben, in Wohnungen mit weniger

Zimmern als Personen. Bei knapp 30% der Haushalte kann angenommen werden, dass sie über

weniger als 20 Quadratmeter pro Person verfügen; bei einem Haushalt leben 9 Personen auf 47

Quadratmetern.

Tabelle 41 gibt einen Überblick über die genannten Zusammenhänge:

Tabelle 41: Größe der Wohnung und Haushaltsgröße

ESP standardisierte Befragung Vergleichsdaten Stadt Nürnberg1 Stand 2021
Zimmer je Wohnung (n = 384)
arith. Mittel 2,4 2,3 2,7
Median 2 2
Fläche je Wohnung (n = 465)
arith. Mittel 63,8 57,2 69,6
Median 60 54
Personen je Wohnung (n = 513)
arith. Mittel 2,6 2,2 1,8
Median 2 2
Kinder je Wohnung (n = 239)
arith. Mittel 2,1
Median 2
Zimmer je Person (n = 366)
arith. Mittel 1,2 1,3 1,5
Median 1 1
Fläche je Person in m² (n = 438)
arith. Mittel 31,5 33,1 38,8
Median 27 30

Quelle: Datensatz „ESP“ – TH Nürnberg 2023 1 StatA 2023a: 18

3.3.4 Wohnausstattung Heizung

Die meisten (52%) der 437 MSL Haushalte weisen eine gebäudezentrale Wärmeversorgung auf,

beispielsweise über eine Zentralheizung im Haus.

Abbildung 13 zeigt dies in der Übersicht:

Abbildung 13: Wohnungsausstattung in Bezug auf die Heizung

Abbildung 23

Die entsprechenden Energieträger der Heizungen für eine gebäudezentrale Wärmeversorgung

(zentrale Wärmeversorgung) konnten entweder direkt oder durch einen eventuell angegebenen

Zentralheizungsabschlag abgeleitet werden (Abbildung 14). In beiden Fällen sind die Häufigkeiten

der Angaben sehr ähnlich: bei der zentralen Wärmeversorgung in der Heizungsrubrik des ESP-

Bogens (E1 Heizungsanlage erste Zeile) gaben etwa zwei Drittel an, dass deren zentrale

Heizungsanlage mit Fernwärme betrieben wird. Etwas über 20% der Haushalte gaben als

Energieträger Gas und weitere 10% Öl im Rahmen ihrer zentralen Wärmeversorgung an.

Abbildung 14: Energieträger Zentralheizung

Abbildung 24

Von den 48% der Haushalte, die kein wohnungszentrales Heizsystem angaben, haben 19% eine

Gas-Etagenheizung und 20% eine wohnungszentrale Elektroheizung wie einen Nachtspeicher,

eine Marmorplattenheizung oder Radiatoren. 39% der Haushalte haben also ein

wohnungszentrales Heizsystem.

Insgesamt 9% der MSL-Haushalte, für die hierzu Angaben vorliegen, nutzen nur kleinere

wohnungsdezentrale Heizungstypen, meistens Gas-Einzelöfen (1 bis 3 pro Wohnung). Etwa ein

Drittel der 41 MSL-Haushalte, die nur wohnungsdezentrale Heizungen als Wärmeversorgung

angaben, haben auch Elektro-Zusatzheizungen. Andere Kleinheizungen, wie andere Einzelöfen, die

mit Öl, Holz oder Kohle betrieben werden oder Heizherde sind dagegen relativ selten.

Abbildung 15 gibt die Verwendung von Kleinheizungen bei Haushalten, die ausschließlich

wohnungsdezentral heizen, nochmal in der Zusammenschau an:

Abbildung 15: Wohnungsausstattung in Bezug auf Kleinheizungen

Abbildung 25

Ein Vergleich bezüglich der Nutzung primärer Energieträger war schwer möglich, da ihre

Erfassung in der standardisierten Befragung und in den ESP-Bögen schwer zu vergleichen war. Die

primär benutzten Heizmittel zu ermitteln, erforderte einige Annahmen, da viele Haushalte mehrere

Arten von Heizmitteln benutzen, beispielsweise eine Elektro-Zusatzheizung neben einem anderen

Heizungstyp. Hierzu wurde zunächst die Klassifizierung der groben Heizungsausstattung der

oberen Abbildung 14 als Basis genommen. Die Anzahl der Wohnungen, die über eine zentrale

Wärmeversorgung verfügen, wurde über die Prozente der Haushalte, die ihren zugehörigen

Energieträger bei einer zentralen Heizung angaben, multipliziert.

Die Elektroheizungen nach der oberen Klassifizierung wurden direkt dem Heizmittel Strom und die

Gas-Etagenheizungen direkt dem Heizmittel Gas zugeordnet, da diese höchstens noch über

Einzelgeräte verfügen, womit die jeweilige größere wohnungszentrale Heizung als primär

klassifiziert wurde.

Die 41 Haushalte, welche ausschließlich wohnungsdezentral heizen, waren weniger eindeutig

kategorisierbar. Hierbei wurden alle Haushalte, die einen Gas-Einzelofen benutzten dem

Heizmittel Gas zugeordnet, und die Haushalte, die keinen Gas-Einzelofen, aber eine Elektro-

Zusatzheizung haben, wurden dem Heizmittel Strom zugeordnet. Entsprechend unterschätzt die

Angabe an Elektroheizungen leicht die tatsächliche Anzahl an Haushalten, welche primär mit

Strom heizen und überschätzt um dieselbe Höhe den Anteil an primär mit Gas heizenden

Haushalten. Die übrigen 4 Haushalte ließen sich noch schwerer aufteilen, es handelte sich um

Haushalte, welche andere Heizöfen (mit z.B. Holz oder Öl) oder Heizherde nutzen, ohne andere

Heizungen zu haben, aber dabei oft eine Mischung verwenden. Diese wurden als „Andere

Heizstoffe“ klassifiziert, womit auch alle Heizmittel, der standardisierten Befragung, die nicht Gas,

Fernwärme, Öl oder Strom sind, zusammengefasst wurden.

Hieraus ergibt sich die folgende Übersicht in Tabelle 42:

Tabelle 42: Vergleich der Energieträger zwischen ESP-Auswertung und standardisierter Befragung

Abbildung 26

Die MSL-Haushalte aus dem ESP heizen vorwiegend mit Gas und Fernwärme, wobei Gas deutlich

seltener genannt wurde als bei den Vergleichsdaten der Stadt Nürnberg und auch seltener als bei

der standardisierten Befragung. Der Gesamtwert aus Fernwärme und Gas ist dagegen mit 73%

sehr ähnlich zu dem der städtischen Vergleichsdaten. Öl wird mit 5,6% merklich seltener als

primärer Brennstoff benutzt als in der standardisierten Befragung und von der Bevölkerung

insgesamt. Dies kann zu einem geringen Maße auf die Art der Kategorisierung bei den

Einzelgeräten zurückzuführen sein, welche den Anteil an Einzelöfen mit Öl unterschätzt. Es würde

aber weniger als einen Prozentpunkt Unterschied machen, wenn stattdessen eine Methode

gewählt werden würde, die Öl als primäres Heizmittel durch Einzelgeräte leicht überschätzt.

Auch die Daten des ESP bestätigen das Ergebnis der standardisierten Befragung, dass sehr viele

Haushalte primär mit Strom heizen. Mit über 20% haben im Vergleich mit den statistischen

Angaben der Stadt Nürnberg mehr als doppelt so viele Haushalte des ESP angegeben, primär mit

Strom zu heizen. Damit liegen die Daten der MSL-Haushalte im ESP zwischen denen der MSL-

Haushalte und der WohnG-Haushalte der standardisierten Befragung.

Bezüglich des Energieverbrauchs für Strom der jeweiligen Haushalte gibt es sehr deutliche

Schwankungen. Im Mittel haben die jeweiligen MSL-Haushalte über die jeweils angegebenen

Zeitspannen 9 kWh/ Tag verbraucht; darunter sind einige Haushalten mit erheblich höherem

Verbrauch, weswegen der Median mit 7,4 kWh/Tag deutlich geringer ist.

Die 10% am wenigsten verbrauchenden Haushalte hatten dabei mit 3,2 kWh/Tag höchstens ein

gutes Sechstel des Stromverbrauchs pro Tag, der bei den 10% der Haushalte mit dem höchsten

Verbrauch festgestellt wurde (mindestens 17,8 kWh/Tag).

Tabelle 43: Monatlicher Stromverbrauch pro Wohnung und m2

Abbildung 27

Pro Quadratmeter betrachtet, sind die Größenverhältnisse sehr ähnlich, allerdings ist der

Unterschied zwischen Median und Mittelwert dort noch etwas größer.

Es ist wichtig anzumerken, dass dies nur den Stromverbrauch nach Zählerwerten bemisst und

damit sowohl verschiedene Stromtarife, wie auch viele verschiedene Haushalte in verschiedenen

Situationen zusammenlegt. So wurden die Daten teilweise im Winter und im Sommer erfasst, auch

gibt es Haushalte, die mit Strom heizen und/oder ihr Warmwasser mit Strom aufbereiten und auch

mit Strom kochen. Aus diesen Gründen ist es kaum bis gar nicht möglich, real-kausale

Zusammenhänge zwischen dem Stromverbrauch und den Ausstattungen der Wohnungen

herzustellen.

Eine ähnliche Betrachtung für die Erdgas-Ablesedaten wäre möglich, aber begrenzter, da bei

weniger Haushalten hierzu Angaben vorliegen. Eine klare Zuordnung, wieviel Energie für

Heizungen, Warmwasser und Haushaltsstrom verbraucht wurde, ist in einzelnen Kategorien

vermutlich für eine relativ geringe Zahl an Haushalten möglich, in denen beispielsweise beim

Erdgasabschlag angegeben wurde, dass dieser für Warmwasser benutzt worden sei, oder bei

einem Zentralheizungsabschlag, dass dieser nur für die Heizung verwendet wird. Eine Aufteilung

für ganze Haushalte nach diesen drei Kategorien würde vermutlich höchstens eine einstellige Zahl

an Beobachtungen umfassen und damit nicht aussagekräftig sein.

Tabelle 44: Nutzung von Energieträgern nach monatlichen Vorauszahlungen

Abbildung 28

In der bisherigen Analyse wurden die Energieträger für Heizungen über die angegebene

Heizausstattung ermittelt. Die ESP-Begehungsbögen ermöglichten aber auch Angaben zu den

monatlichen Vorauszahlungen für Strom, Erdgas und Zentralheizung, mit den jeweiligen

Verwendungszwecken. Als Robustheitstest wurden diese mit den ermittelten Energieträgern über

angegebene Heizungen abgeglichen. Da die ESP-Erfassungsbögen einen Zeitraum von 2017 bis

2022 abdecken und in dieser Zeit Heiz- und Stromkosten nicht konstant blieben, wurde von einer

Analyse der Höhe der monatlichen Vorauszahlungen abgesehen.

Es gaben 443 MSL-Haushalte mindestens einen monatlichen Abschlag an. Zur Nutzung der

Abschläge wurde die jeweilige Abschlagsgruppe, also die Anzahl an Bögen, bei denen der jeweilige

Abschlag angegeben wurde zugrunde gelegt. Bei knappen 88% der relevanten Haushalte, liegt

eine Angabe zu Abschlägen für Strom vor. Unter den Haushalten, deren Stromabschlag bekannt

ist, verwenden knapp 24% ihren bezogenen Strom auch zum Heizen. Dies deckt sich mit den

Ergebnissen aus der Heizungsanalyse in Kapitel 4.3.4, wo über 20% primär mit Strom heizten, es

aber auch Haushalte gibt, die Strom beispielsweise zum zusätzlichen Heizen mit kleinen

Radiatoren nutzen.

64% der MSL- Haushalte nutzen Strom auch für die Warmwasser-Erzeugung. Diese Angabe liegt

etwas über dem in Kapitel 4.3.5 ermittelten Anteil an Strom zur Warmwasseraufbereitung, was

allerdings daran liegen kann, dass Haushalte, die wohnungszentral- oder über ihre Haus-

Zentralheizung Warmwasser beziehen auch noch ein elektrisches dezentrales Einzelgerät besitzen

könnten. Hier zeigen sich einige Unklarheiten in den Daten. Allerdings liegen die 64% sehr nahe an

den bis zu 59% der Haushalte, die bei ihrer Warmwasserversorgung angaben, dieses mit Strom zu

erzeugen.

Etwa 30% der MSL-Haushalte, von denen monatliche Abschläge bekannt sind, gaben an, für

Erdgas Vorauszahlungen zu tätigen, wovon 87% angaben, mit Erdgas zu heizen, was 26% der

relevanten Gruppe entspricht. Dies ist deutlich weniger, als der in Tabelle 42 ermittelte Gas-Anteil,

allerdings sind auch viele Zentralheizungen mit Gas betrieben (vgl. Abbildung 14), womit der

Gesamtanteil wieder sehr ähnlich ist. Auch gaben 18% der relevanten Haushalte an mit Gas

Warmwasser aufzubereiten, was sehr nahe an dem Anteil in Tabelle 45 liegt. Knappe 30% der

Abschlagsgruppe und 9% der relevanten Haushalte gaben an, auch mit Gas zu kochen. Der Anteil

der Haushalte, die Vorauszahlungen für Erdgas leisten ist besonders relevant, da die Preise dafür

bis zum 31.05.2023 besonders stark angestiegen sind. Im Vergleich zum Basisjahr 2020 gab es hier

fast eine Verdreifachung (vgl. Stellungnahme Heizkostenaufwand)

Vorauszahlungen für eine Zentralheizung gab die knappe Hälfte der MSL-Haushalte an, die

mindestens die Nutzung zum Heizen angaben. Genaue Zahlen zur Preissteigerung bei einer

Ölheizung liegen nicht vor, doch abgesehen von der bereits genannten gravierenden

Preissteigerung für Erdgas, haben sich auch die Kosten für Fernwärme vom Basisjahr 2020 bis zum

1.10.2022 verdoppelt (vgl. Stellungnahme Heizkostenaufwand). Zusammen machen diese beiden

Energiequellen fast 90% der genannten Energieträger bei Zentralheizungen aus, die die MSL-

Haushalte des ESP nutzten.

3.3.5 Wohnausstattung bezogen auf die Warmwasserversorgung

Über die Warmwasserversorgung liegen ebenfalls zu vielen MSL-Haushalten (431) in den ESP-

Bögen relevante Angaben vor. Anders als bei den Angaben zu den Heizungen gab nur etwa ein

Drittel eine zentrale Warmwasserquelle an, wovon die Mehrheit Warmwasser über die

Zentralheizung bezieht und ein kleinerer Teil über eine wohnungszentrale Warmwasserquelle.

Etwa zwei Drittel der MSL-Haushalte gaben in den ESP-Bögen dagegen an, ihr Warmwasser aus

dezentralen Einzelgeräten zu beziehen.

Abbildung 16: Wohnungsausstattung in Bezug auf die Warmwasserversorgung

Abbildung 29

Bei den dezentralen Einzelgeräten dominieren sehr deutlich elektrische Lösungen zur

Warmwasseraufbereitung, allen voran elektronische oder hydraulische Durchlauferhitzer. Es

haben aber auch viele Haushalte mindestens einen elektrischen Kleinspeicher (5-10l), oder einen

größeren elektrischen Speicher.

Gasbetriebene Einzelgeräte sind dagegen selten, mit knappen 9% der 280 MSL-Haushalte, die ihr

Warmwasser aus dezentralen Einzelgeräten (Erdgas Durchlauferhitzer) beziehen.

Abbildung 17: Wohnungsausstattung in Bezug auf dezentrale Einzelgeräte zur Warmwasseraufbereitung

Abbildung 30

Die folgende Tabelle 45 gibt einen Überblick über primäre Energieträger für Warmwasserbereitung.

Tabelle 45: Energieträger bei Warmwasser

ESP standardisierte Befragung
Warmwassererzeugung mit Strom (Durchlauferhitzer i. d. Whg.) 57,3 - 59,2% 56,7%
Warmwassererzeugung mit Gas 18,8 - 20,7% 17,7% + unbekannt
Warmwassererzeugung durch Fernwärme 18,5% 16,0%
Warmwassererzeugung durch Öl 3,6% unbekannt

Quelle: Datensatz „ESP“ – TH Nürnberg 2023 (n= 431)

Viele Haushalte haben laut den ESP-Daten mehrere Systeme zur Warmwasseraufbereitung.

Hierbei wurde bei Haushalten, die ihr Warmwasser über eine Zentralheizung beziehen

angenommen, dass diese deren primäre Warmwasserquelle ist, auch wenn es mindestens 7 MSL-

Haushalte gab, die zusätzlich noch dezentrale Einzelgeräte, wie einen elektrischen Boiler oder

Durchlauferhitzer haben. Nicht bei allen Haushalten, die Warmwasser über die Zentralheizung

beziehen, liegt eine eindeutige Erfassung des Energieträgers ihrer Zentralheizung vor.

Entsprechend wurden die Anteile der Haushalte zugrunde gelegt, die den Energieträger ihrer

Zentralheizung benannten - und diese auf die Gesamtzahl der über eine Zentralheizung

Warmwasser beziehenden Haushalte angerechnet. Bei diesen waren die angegebenen

Energieträger Fernwärme, Gas oder Öl. Darüber hinaus gaben 39 Haushalte an, ihre Heizung

wohnungszentral (nicht über eine Zentralheizung für das gesamte Wohngebäude) zu beziehen. Bei

diesen haben fast alle Haushalte klar ihr Warmwasser über eine Gas-Etagenheizung bezogen.

Allerdings waren 2 Bögen uneindeutig, womit nur 37 Bögen gezählt wurden, welche über eine

wohnungszentrale Lösung ihr Warmwasser aus Gas beziehen. Auch hier galt die wohnungszentrale

Warmwasserquelle als die primäre Warmwasserquelle, auch wenn ein Haushalt über zusätzliche

über dezentrale Einzelgeräte verfügt. Die übrigen 280 MSL-Haushalte, die nur dezentrale

Einzelgeräte angaben, beziehen ihr Warmwasser meist elektrisch (Speicherlösungen oder

Durchlauferhitzer) und seltener mit Gas. Bei einer Mischung aus dezentralen Einzelgeräten, die

mittels Stroms oder Gas Warmwasser aufbereiten, war nicht mehr eindeutig, welche Energiequelle

die primäre Energiequelle ist. Für die Zuordnung zu Gas oder Strom als primären Energieträger

wurde deshalb diese Vorgehensweise gewählt: Für Haushalte, die nur dezentrale Einzelgeräte

nutzen und dabei mindestens ein gasbetriebenes Einzelgerät einsetzen, wurde dann als primärer

Energieträger Gas angenommen, wenn der Verbrauchswert von Strom der niedrigere Wert war.

War der Verbrauchswert von Strom der höchste Wert, wurde bei diesen Haushalten als primärer

Energieträger Strom angenommen. Entsprechend wurde bei strombetriebenen Einzelgeräten

verfahren. Auf diese Weise ergibt sich die Bandbreite für Strom und Gas in Tabelle 45.

Wie auch bei den MSL-Haushalten der standardisierten Befragung haben deutlich über die Hälfte

der Haushalte ihr Warmwasser mittels Stroms erzeugt, gefolgt von Gas und Fernwärme als danach

häufigsten Energieträgern. Öl wurde nur zur Warmwasseraufbereitung genutzt, wenn dieses über

die Zentralheizungen bereitgestellt wurde, und Öl war selten der Energieträger der

Zentralheizungen.

3.3.6 Sanierungszustand Fenster

Die Auswertung der ESP-Bögen zeigt, dass der Austausch von Fenstern die am häufigsten seit

1995 durchgeführt Modernisierungsmaßnahme darstellt. Hier ist davon auszugehen, dass der

Einbau von Wärmeschutzverglasungen mit Zwei- bzw. Dreifachverglasung üblich ist. In den ESP-

Erhebungsbögen wurden zu zwei Fünfteln der MSL-Haushalte Angaben zu ihren Fenstern

gemacht.

Über 74% der angebenden Haushalte weisen Wärmeschutzverglasungen auf. Während etwa 20%

die bis 1994 vorgeschriebenen Fenstertypen, wie Zwei-Scheiben-Holzfenster oder

Verbundverglasungen hatten, lagen bei etwa 6% der Haushalte noch Einfachverglasungen vor.

Abbildung 18 weist die verschiedenen Fensterausstattungen der Wohnungen aus:

Abbildung 18: Wohnungsausstattung in Bezug auf Fenstertypen

Abbildung 31

3.3.7 Sanierungszustand Gebäudesubstanz

Bezüglich der Gebäudesubstanz liegen mit 176 Haushalten noch etwas weniger Angaben vor als

zu den Fenstern. Von diesen haben etwa drei Viertel angegeben, Außenwände aus Mauerwerk zu

haben und weitere 18% Außenwände aus Sandstein zu.

Betonfertigteile sind bei den MSL-Haushalten des ESP mit 7% selten und Fachwerk kommt fast

nicht vor. Bedauerlicherweise wurden zu den Außenwänden kaum weitere Angaben gemacht.

Abbildung 19: Sanierungszustand Gebäudesubstanz

Abbildung 32

Auch zu vielen weiteren interessanten Fragen kann aufgrund von nur sehr wenigen

Beobachtungen keine Aussage getroffen werden. Dies gilt insbesondere für Feuchteschäden und

Schimmel, bei welchen eine Erfassung mithilfe der ESP-Begehungsbögen wünschenswert

gewesen wäre.

Die Außenwände wurden von 78% der 176 hier betrachteten Haushalten explizit als ungedämmt

beschrieben, während jeweils 3 und 4% angaben, eine Innen- und/oder Außendämmung zu

besitzen. Damit liegt der Anteil an Haushalten mit ungedämmten Außenwänden zwischen 78% und

96%. Die 78% wären ähnlich, aber etwas geringer als die Vergleichswerte aus der standardisierten

Befragung (vgl. Tabelle 28).

Abbildung 20: Dämmung der Wände

Abbildung 33

Hinsichtlich der Geschossdecke gaben 41 von 176 Haushalten eine Geschossdecke zu einem

unbeheizten Bereich an, wie einen unbeheizten Dachboden oder einen Keller.

Abbildung 21: Lokalisierung der Geschoßdecke

Abbildung 34

Von diesen 23% der Haushalte wurde bei 81% explizit eine ungedämmte Geschossdecke erfasst,

während bei einem Haushalt angemerkt wurde, dass diese teilweise gedämmt sei, aber nicht dem

Energiesparverordnungs-Standard (ENEV-Standard) entspräche. Es ist unklar wie die übrigen 17%

der Haushalte zu bewerten sind. Damit liegt der Anteil an den MSL-Haushalten, die hierzu eine

Angabe machten und eine ungedämmte Geschossdecke zu einem ungedämmten Bereich haben,

zwischen 81 und 98%. Eine entsprechend den ENEV-Standards oder besser gedämmte

Geschossdecke wurde bei keinem Haushalt angegeben.

Abbildung 22: Dämmung der Geschoßdecke

Abbildung 35

3.3.8 Zusammenfassung

bis 2022 zusammengetragen und analysiert. Von diesen konnten 545 Haushalte als MSL-

Haushalte identifiziert wurden. Da nur 17 Haushalte als Grenzhaushalte (WohnG-Haushalte)

identifiziert werden konnten, war ein Vergleich zwischen diesen Gruppen nicht möglich. Es

wurden entsprechend ausschließlich die vorliegenden Daten zu MSL-Haushalten analysiert.

zum Beispiel der Fensterausstattung, als untersuchte Stichprobe herangezogen. Die

angegebenen Anteile beziehen sich daher immer auf die Teil-Stichprobe des ESP, bei der

relevante Angaben zu der Fragestellung vorliegen, nicht die Gesamtstichprobe des ESP.

Alleinlebenden-Haushalte (34%) sind deutlich seltener als bei den Vergleichsdaten o der Stadt und der standardisierten Befragung. Alleinerziehenden-Haushalte (21%)

dagegen sehr viel häufiger und im geringeren Maße auch Paare mit Kindern (33%).

Die Haushalte sind im Mittel mit 2,6 Personen größer als bei der standardisierten o Befragung oder der Stadt, die durchschnittliche Kinderzahl bei Alleinerziehenden ist

auch höher als bei der standardisierten Befragung.

Ein Migrationshintergrund lag in etwa 65% der Haushalte vor. Da dieser direkt ermittelt o wurde ist kein direkter Vergleich mit der standardisierten Befragung möglich. Unter

den Sprachen, die im Haushalt gesprochen wurden, gaben die meisten Haushalte

(86%) Deutsch an, gefolgt von Arabisch (19%), Syrisch (8%) und Russisch (5%).

Die meisten Wohnungen (67%) wurden zwischen Kriegsende und den frühen 1980ero Jahren errichtet, die meisten anderen Wohnungen (29%) sind älter. Wohnungen die

nach 1984 errichtet wurden sind dagegen mit 4% wenig vertreten.

Die meisten Befragten sind zwischen 2017 und 2021 (40,5%) oder zwischen 2011 und o 2016 (39%) in ihre Wohnung eingezogen, also sind knapp 80% der Haushalte des ESP

Projektes während der Erfassungsperiode oder kurz vor dieser eingezogen. Mieter, die

vor 2001 eingezogen sind, stellen dagegen mit 4% weniger als ein Fünftel des Anteils,

den dieselbe Gruppe bei der Stadt Nürnberg ausmacht.

Im Mittel haben MSL-Haushalte des ESP Wohnungen mit 2,4 Zimmern und 63,8 m² und o sind damit etwas kleiner als im Mittel der Stadt Nürnberg.

Aus den größeren Haushalten und den kleineren Wohnungen ergeben sich weniger o Zimmer pro Person (1,2) und weniger Fläche pro Person (31,5m²) als bei den

Vergleichsdaten der Stadt Nürnberg. Allerdings sind diese ähnlich den Ergebnissen

der standardisierten Befragung.

Der Energieverbrauch pro Tag nach Wohnung für Strom streut stark, wobei das 10%o Perzentil 3,2 kWh/Tag verbraucht und das 90%-Perzentil 17,8 kWh/Tag. Die Höhe der

monatlichen Vorauszahlungen für Strom und Erdgas schwanken ähnlich stark, was

auch auf stark streuende Energieverbräuche hinweist.

Aufgrund der erheblichen Steigerung der Energiepreise für Wohnungen, ist davon o auszugehen, dass die Energiekosten der betroffenen Haushalte, seit der Erhebung der

ESP-Daten, deutlich gestiegen sind. Dies gilt besonders für Tarife von Erdgas und

Fernwärme, wo eine Steigerung auf die zwei- bis dreifachen Kosten während der ersten

Hälfte des Jahres 2023 im Vergleich zu dem Basisjahr 2020 (vgl. Stellungnahme

Heizkostenaufwand) vorliegt.

Es ist anzunehmen, dass Haushalte des ESP entsprechend sehr unterschiedlich stark o von den Energiekostensteigerungen betroffen sind.

Von den Haushalten, die einen monatlichen Abschlag für Strom angaben, nutzten o 23,9% diesen zum Heizen, 64% für die Warmwasseraufbereitung und 85% zum

Kochen.

Monatliche Abschläge für Erdgas wurden etwa 3-mal seltener angegeben, als solche o für Strom. Von diesen nutzten 87% der Haushalte Erdgas zum Heizen und 61% zur

Warmwasseraufbereitung. 29% nutzten dieses auch zum Kochen.

Von den Haushalten, die monatliche Abschläge für eine Zentralheizung angaben, o haben 40% diese auch zur Warmwasseraufbereitung genutzt.

Die meisten betrachteten Haushalte nutzten eine Zentrale Wärmeversorgung (52%) o zum Heizen, gefolgt von einer Elektroheizung (20%) und einer Gas-Etagenheizung

(19%). Entsprechend haben 39% der Haushalte eine wohnungszentrale Heizung.

Manche der Wohnungen sind dagegen nur mit wohnungsdezentralen Heizungen

ausgestattet (9%).

Gas (37%) und Fernwärme (36%) dominieren als Energieträger zum Heizen, in Summe o sind diese sehr ähnlich zu den Vergleichsdaten der Stadt Nürnberg.

Öl und andere Heizstoffe sind dagegen mit insgesamt 6% deutlich seltener vertreten o als in den städtischen Vergleichsdaten.

Ähnlich wie bei der standardisierten Befragung heizen deutlich mehr Haushalte des o ESP mit Strom (21%), als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Die meisten Haushalte bereiten ihr Warmwasser mit dezentralen Einzelgeräten auf o (65%), 26% beziehen ihr Warmwasser über eine Zentralheizung und 9% beziehen es

wohnungszentral über eine Gas-Etagenheizung.

Bezüglich der dezentralen Einzelgeräte dominierten elektrische Durchlauferhitzer, o gefolgt von elektrischen Speichern. Erdgasbetriebene Durchlauferhitzer waren

dagegen selten (8%).

Die meisten Haushalte benutzten Strom als primären Energieträger zur o Warmwasseraufbereitung (57% – 59%), gefolgt von Gas (19% - 21%) und Fernwärme

(18%). Öl wurde mit 4% nur sehr selten zur Warmwasseraufbereitung genutzt.

Von den relevanten Haushalten des ESP wurden 39% als nicht saniert und 57% als o teilweise saniert angegeben. Umfassend energetisch saniert waren dagegen nur 4%.

74% der Haushalte haben eine seit 1995 vorgeschriebene Wärmeschutzverglasung mit o mindestens 2 Scheiben. Jeweils 10% verfügen über eine Isolierverglasung oder eine

Holzfenster-2-Scheiben-Isolier- bzw. Verbundverglasung. 6% der Wohnungen haben

einfachverglaste Fenster.

Andere Fenstertypen als Wärmeschutzverglasungen waren bei nicht sanierten o Haushalten deutlich häufiger, als bei teilweise sanierten. Es ist denkbar, dass Fenster

entsprechend eine beliebte Teilsanierungsmaßnahme waren.

Die meisten Haushalte haben Außenwände aus Mauerwerk (74%), gefolgt von o Sandstein (18%) und Betonfertigteilen (7%).

Zu Feuchteschäden und Schimmel konnten wie in vielen anderen interessanten o Fragestellungen keine Angaben gemacht werden, wegen einer zu geringen Zahl von

Angaben.

78% - 93% der Haushalte haben ungedämmte Außenwände, je nach Interpretation der o vorliegenden Angaben.

23% der Haushalte gaben an eine Geschossdecke zu einem unbeheizten Bereich zu o haben, davon je nach Dateninterpretation zwischen 81% und 98% eine ungedämmte

Geschossdecke.

3.4 Diskussion und Einordnung der Ergebnisse

Zwischen den beiden Zielgruppen der Studie zeigen sich keine gravierenden Unterschiede

bezüglich der Wohnsituation. Generell besteht ein Mangel an erschwinglichen und relativ gut

sanierten Wohnungen für einkommensschwache Haushalte. Dies bestätigen die Ergebnisse der

drei empirischen Erhebungen direkt und indirekt - insbesondere in Bezug auf sehr kleine und sehr

große Wohnungen. Entsprechend sei ein Umzug einkommensschwacher Haushalte häufig nicht

oder nur schwer möglich und sie seien gezwungen, sich auch mit schlechten Wohnsituationen

abzufinden. Dies konnte besonders durch die standardisierte Befragung abgebildet werden, wo

knappe 30% der MSL-Haushalte angaben, sehr oder eher belastet durch den

Renovierungszustand der Wohnung zu sein. Im Vergleich zu städtischen Umfragedaten in der

Wohnbevölkerung insgesamt, gab ein geringerer Anteil der MSL-Haushalte und ein nochmals

geringerer Anteil der WohnG-Haushalte an, in ihrer Wohnung bleiben zu wollen. Als häufigster

Grund für den Umzugswunsch wurde genannt, dass sich die Befragten in ihrer Wohnung nicht

wohlfühlten. WohnG-Haushalte gaben häufiger als MSL-Haushalte an, einen Umzugswunsch zu

haben, sich aber keine andere Wohnung leisten zu können (35%), und in beiden Gruppen gaben

knappe 30% an gerne umziehen zu wollen, aber keine andere Wohnung zu bekommen.

Hinsichtlich des energetischen Sanierungsbedarfs besteht tendenziell bei dem zur Verfügung

stehenden Wohnungsbestand ein großer Nachholbedarf. So wurden von den Energieberatern des

ESP nur 4% der MSL-Haushalte als umfassend saniert eingeschätzt, dagegen wurden 57% als

teilweise energetisch saniert und 39% als nicht energetisch saniert eingestuft. Darüber hinaus ist

die Bausubstanz bei den in der Studie erfassten MSL-Haushalten und WohnG-Haushalten etwas

älter als im Durchschnitt der Stadt Nürnberg und deutlich älter bei den Haushalten aus dem ESP-

Projekt. Bei diesen Haushalten ist zu beachten, dass eine Verzerrung vorliegen kann, weil ältere

Wohnungen häufiger zu hohen Energiekosten führen und diese daher eher bei dem ESP

teilnehmen.

Ein differenziert anderes Bild zeigt sich strukturell bei der Fensterausstattung der Wohnungen. Bei

den MSL-Haushalten des ESP waren 74% der HH mit mindestens Wärmeschutzverglasung

ausgestattet und insgesamt 94% mit mindestens Doppelverglasung. Lediglich 6% der Wohnungen

wiesen nur einfache Fensterverglasung auf. Der Anteil an doppelt verglasten Fenstern liegt in den

Daten des ESP höher als bei den Vergleichsdaten der Stadt. Hier kann eine Verzerrung durch die

sample selection vorliegen. Bei der standardisierten Befragung entspricht dagegen der Anteil an

Haushalten, bei welchen alle Fenster doppelt verglast sind, in etwa den statistischen Daten der

Stadt Nürnberg. Allerdings gaben sowohl MSL-Haushalte wie auch WohnG-Haushalte in nur 40%

der Fälle an, dass die Fenster dicht seien und es an keiner Stelle ziehe. Darüber hinaus hat die

standardisierte Befragung gezeigt, dass MSL-Haushalte und WohnG-Haushalte etwas seltener

Verdunkelungsmöglichkeiten an allen Fenstern haben als im Mittel der Wohnbevölkerung

insgesamt.

Bezüglich der Gebäudesubstanz haben die meisten MSL-Haushalte des ESP Außenwände aus

Mauerwerk, einige auch aus Sandstein; Betonfertigteile sind als Außenwände selten. Diese

Außenwände sind in der Regel weder innen noch außen gedämmt. Nur wenige Wohnungen weisen

eine Dämmung auf. Der Anteil an ungedämmten Außenwänden liegt bei den MSL-Haushalten des

ESP zwischen 78% und 96%, wobei die untere Grenze dieser Bandbreite den Ergebnissen der

standardisierten Befragung und den statistischen Daten der Stadt Nürnberg entspricht. Ähnlich

häufig haben MSL-Haushalte des ESP keine gedämmte Geschossdecke, wenn jene zu einem

unbeheizten Bereich führt.

Wegen einer zu geringen Zahl an entsprechenden Angaben ließ sich aus den ESP-

Begehungsbögen nichts zu der Häufigkeit von Feuchteschäden oder Schimmel aussagen.

Allerdings haben 18% der MSL-Haushalte bei der standardisierten Befragung von Feuchtigkeit an

Boden, Wänden oder Decke berichtet - und fast ein Drittel der befragten MSL-Haushalte gaben

Schimmel in mindestens einem Zimmer an. Ebenso hat fast ein Viertel der entsprechenden

Haushalte Risse oder Löcher in den Wänden angegeben. In keiner dieser Kategorien gibt es

signifikante Unterschiede zwischen Leistungsbezieher- und Grenzhaushalten.

Generell heizen laut dem ESP mehr als die Hälfte der Wohnungen gebäudezentral und knappe

40% wohnungszentral - ein deutlich höherer Anteil als in der Stadt Nürnberg allgemein. 9% der

befragten Haushalte heizen mit Kleingeräten, vor allem Gas-Einzelöfen.

Sowohl aus der standardisierten Befragung als auch aus dem ESP zeigt sich, dass die meisten

Haushalte mit Gas oder Fernwärme heizen; dies entspricht auch den Werten der statistischen

Erhebungen der Stadt Nürnberg. Gerade in den Tarifen für Gas und Fernwärme gab es allerdings

massive Kostensteigerungen, vor allem in den ersten beiden Quartalen 2023, welche die finanziell

vulnerable Gruppe der MSL-Haushalte vermutlich ohne entsprechende Hilfsprogramme stark

belastet hat.

Ein weiteres markantes Ergebnis der Studie ist, dass MSL-Haushalte sehr viel häufiger mit Strom

heizen als der städtische Durchschnitt. Dies trifft in geringerem Maße auch auf die WohnG-

Haushalte zu. Dies ist insofern relevant, da auch die Tarife für Strom pro Energieeinheit deutlich

teurer sind als jene für Erdgas oder Fernwärme (vgl. Stellungnahme Heizkostenaufwand).

Darüber hinaus gaben 14% der Haushalte der standardisierten Befragung an, keine Thermostate

an den Heizungen zu haben. Hierdurch ist eine Regulierung der Wärme in den Räumen kaum

möglich.

Warmwasser beziehen die untersuchten MSL-Haushalte meist über Strom und seltener über eine

Zentralheizung oder Fernwärme, was zur geringeren Ausstattung mit gebäudezentralen

Heizsystemen passt. Dies trifft auf die MSL-Haushalte der standardisierten Befragung, aber noch

stärker auf die MSL-Haushalte des ESP zu. Hinsichtlich der Energieträger bereiten knappe 60%

der MSL-Haushalte sowohl des ESP, wie auch der Befragung ihr Warmwasser mit Strom auf, bei

Gas sind dies knappe 20%, wobei wohnungszentrale Gas-Etagenheizungen dominieren.

Fernwärme wird über eine gebäudezentrale Heizung ähnlich oft genutzt wie Gas, allerdings ist der

Anteil an Haushalten, die mit Gas Warmwasser aufbereiten vermutlich bei den MSL-Haushalten

der standardisierten Befragung höher, da bei diesen die Energieträger der Zentralheizung nicht

genauer aufgeschlüsselt werden konnten.

Gebäudezentrale Ölheizungen sind generell selten bei den MSL-Haushalten des ESP, allerdings

fehlen Vergleichsdaten der Stadt Nürnberg und der standardisierten Befragung, um hier etwas

über die relative Häufigkeit aussagen zu können.

Über den Sanierungszustand hinaus lassen sich viele weitere wichtige Dinge zur Wohnsituation

von einkommensarmen Haushalten festhalten. So haben sowohl die standardisierte Befragung,

wie auch die ESP-Begehungsbögen ergeben, dass die Wohnungen von sowohl WohnG-Haushalten

wie auch MSL-Haushalten im Mittel weniger Fläche und weniger Zimmer als der Durchschnitt der

Stadt Nürnberg aufweisen. Darüber hinaus sind die Haushalte im Schnitt größer und es gibt sehr

viel mehr Alleinerziehenden-Haushalte. Entsprechend ist die Fläche pro Person niedriger. Dies

deckt sich damit, dass 47% (50%) der MSL-Haushalte (WohnG-Haushalte) angaben, dass ihre

Wohnung zu klein sei, und 16% (18%) angaben, dass diese viel zu klein sei. Das passt zu dem Bild

der häufigen Überbelegung von einkommensarmen Haushalten, welches in den Fokusgruppen

aufgezeigt wurde. Die Analyse der ESP-Begehungsbögen kann dieses Bild jedoch noch schärfen,

da dort eine deutliche Streuung der verfügbaren Wohnfläche erkennbar ist. Jeweils ungefähr 30%

der MSL-Haushalte des ESP hatten weniger als ein Zimmer oder weniger als 20 Quadratmeter pro

Person. Innerhalb dieser Gruppe gibt es eine in absoluten Zahlen geringe, aber nicht zu

vernachlässigende Zahl an erfassten Härtefällen, mit sehr geringen Flächen von weniger als 10

Quadratmetern oder mehr als zwei Personen pro Zimmer.

Viele Haushalte berichteten auch von weiteren Schäden in den Wohnungen. Besonders oft wurden

abgenutzte Bodenbeläge, ein renovierungsbedürftiges Bad, eine zu kalte Wohnung im Winter und

eine zu heiße Wohnung im Sommer angegeben. Diese Mängel wurden jeweils von in etwa 30% der

befragten Haushalte der standardisierten Befragung angegeben, ohne dass ein signifikanter

Unterschied zwischen MSL- und WohnG-Haushalten vorliegt.

Darüber hinaus gab etwa ein Fünftel der Haushalte an, mindestens einmal Ungeziefer in der

Wohnung oder im Wohngebäude gesichtet zu haben. Auch gab etwa ein Zehntel der Haushalte an

kaputte elektrische Leitungen zu haben und 24% der MSL-Haushalte und 18% der WohnG-

Haushalte gaben an, alte und damit vermutlich viel Energie verbrauchende Elektrogeräte in der

Küche zu haben. Dies ist der einzige Mangel, bei welchem ein signifikanter Unterschied zwischen

MSL-Haushalten und WohnG-Haushalten vorlag. Allerdings wurden bezüglich Elektrogroßgeräten

(C1 ESP Erfassungsbögen) fast keine Angaben zu Zustand, Alter oder Energieeffizienz gemacht,

weshalb eine differenziertere Analyse nicht möglich war.

Etwas mehr als ein Drittel der MSL-Haushalte und knapp 40% der WohnG-Haushalte gaben

darüber hinaus an, dass wenn etwas kaputt gehe, dies schnell durch Vermieter oder Hausmeister

repariert werden würde. Im Umkehrschluss kann dies darauf hinweisen, dass viele Schäden lange

in einer Wohnung verbleiben, bevor sie behoben werden.

Hinsichtlich der Wohnkosten zahlen MSL-Haushalte monatlich im Mittel 506 Euro und WohnG-

Haushalte 576 Euro an Grundmiete. Die Grundmiete schwankt mit der Größe der Wohnung, bleibt

allerdings ähnlich zu den Vergleichsdaten der Stadt und ohne signifikante Unterschiede zwischen

MSL-Haushalten und WohnG-Haushalten. Eine Ausnahme davon stellen Wohnungen dar, die

kleiner als 40 Quadratmeter sind. Diese sind in der Stadt Nürnberg generell deutlich teurer pro

Fläche als andere (11,56 Euro/m² versus 8,58 Euro/m² (StatA 2023a: 21)). Im Gegensatz zu den

WohnG-Haushalten, die den Daten der Stadt entsprechen, liegen Wohnungen unter 40m² bei MSL-

Haushalten der Befragung bei über 13 Euro/m².

Zu diesen Kosten müssen zusätzlich die Betriebskosten betrachtet werden. Die standardisierte

Befragung erhob hierzu Angaben zu den Heiz- und Stromkosten. Insgesamt beliefen sich die

Strom- und Heizkosten im Mittel auf 197 Euro bei MSL-Haushalten und 227 Euro bei WohnG-

Haushalten.

Die Höhe der sonstigen Betriebskosten ohne Heizung und Strom wurden von der standardisierten

Befragung nicht erfasst.

In der ersten Fokusgruppe wurde kontrovers über die Angemessenheit der Richtwerte für die

Übernahme der KdU diskutiert. Nach Auffassung einiger Diskutanten ist das aktuelle Verfahren

der Koppelung an die Entwicklung des Mietenspiegel nicht ausreichend, auch gäbe es Probleme

mit der datentechnischen Erfassung. Auf diese Weise entstehe eine Deckungslücke zwischen den

tatsächlichen Wohnkosten und den KdU-Leistungen, die durch die Entwicklung der Energiekosten

verstärkt werde.

Wie sich Sanierungsmaßnahmen auf die Wohnkosten und damit die finanzielle Gesamtbelastung

der Haushalte auswirken, lässt sich mit den vorliegenden Daten nur sehr eingeschränkt

beantworten, da die Erfassungsbögen des ESP hier keine Vergleiche ermöglichen. Aus den

Fokusgruppen ging die Erkenntnis hervor, dass die aufgrund der notwendigen und politisch

geforderte Sanierungsmaßnahmen entstehenden Umbaukosten auf die Miete umgelegt würden,

womit diese entsprechend steige. Vorhandene Förderungen, wie die Klimakomponente beim

Wohngeld, würden diese Kostensteigerungen tendenziell nicht auffangen können. Zudem sei es

für viele Haushalte schwierig eine solche Leistung zu bekommen, was auf eine wahrgenommene

Intransparenz, Komplexität und lange Bearbeitungsdauer zurückgeführt wird. Auch stünden viele

Haushalte wegen der Sorge um Mietpreissteigerungen einer möglichen Sanierung ambivalent

gegenüber. Besonders bei Senioren bestehe zudem Sorge über die mit den Sanierungsarbeiten

verbundenen Belastungen.

Andererseits sind von der Durchführung von Sanierungen neben einer Verbesserung der

Wohnqualität auch Einsparungen bei den Energiekosten zu erwarten. Um einzuschätzen welcher

dieser Aspekte finanziell überwiegt, wäre es sinnvoll zu analysieren, in welchem Umfang einerseits

Mieterhöhungen bei verschiedenen Sanierungsmaßnahmen zu erwarten wären und welche

Einsparungen beim Energieverbrauch (unter Abschätzung der Entwicklung der Energiepreise) sich

andererseits durch die Sanierung ergeben würden. Daran anschließend können Förderungen und

unterschiedlichen Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung abgeleitet werden. Es wäre zu

prüfen, welche Forschungsarbeiten hierzu bereits vorliegen, welche Aspekte diese tatsächlich

erfassen bzw. welchen Detaillierungsgrad sie aufweisen und ob bzw. in welcher Weise die Situation

einkommensarmer Haushalte in prekärem Wohnungsbestand berücksichtigt wird. Auch indirekte

Effekte, wie Auswirkungen auf das Wohnungsangebot und eine entsprechende Änderung der

Wettbewerbssituation auf dem Wohnungsmarkt müssten Gegenstand derartiger ökonomischer

Analysen sein.

Es lässt sich mit relativ hoher Sicherheit annehmen, dass die Erhöhungen der Mietpreise durch

Sanierungen stabiler und berechenbarer für einen Haushalt sind, als die volatileren und damit auch

mit der KdU schwerer abzudeckenden Energiekosten. Gerade für finanziell vulnerable Haushalte

ist eine solche Kostenvolatilität besonders gefährlich, da diese häufig nur geringe Rücklagen oder

sogar Schulden haben. Bei der standardisierten Befragung im Rahmen der vorliegenden Studie

machten Strom- und Heizkosten ca. 28% der Wohnkosten ohne sonstige Nebenkosten aus. Die

Tatsache, dass die die Energietarife, je nach Energieträger, zwischen 2020 und den ersten beiden

Quartalen 2023 um 56 – 196% anstiegen, zeigt deutlich das hohe finanzielle Risiko, welches von

den Energiekosten für einkommensarme Haushalte ausgehen kann.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass es viele mögliche Sanierungsmaßnahmen gibt, die recht

einfach umzusetzen wären und so dem in den Fokusgruppen angesprochenen Sanierungsstau

entgegenwirken könnten. Zu nennen wären hier unter anderem nicht wärmeisolierte oder sogar

undichte Fenster, ungedämmte Außenwände und Geschossdecken, wobei erstere nicht selten

Löcher oder Risse aufwiesen, Bäder mit ungefliesten Böden, gebäudedezentrale Heizungen und

Heizungen ohne Thermostat. Entsprechend sind die zu erwartenden Sanierungskosten ebenso wie

die zu erwartenden Energiekosteneinsparungen sehr unterschiedlich zu bewerten - je nachdem

welche Maßnahmen getroffen werden.

Nur ein Bruchteil der MSL-Haushalte des ESP wurde als umfassend energetisch saniert

eingeschätzt, während die meisten Haushalte als teilweise energetisch saniert galten. Der genaue

Effekt der Sanierungsmaßnahmen auf die Wohnkosten bleibt schwer abschätzbar, beinhaltet aber

zumindest eine Reduktion des finanziellen Risikos von einkommensarmen Haushalten durch eine

Reduktion der Volatilität ihrer variablen Wohnkosten. Der Nettoeffekt zwischen einer Erhöhung

der Miete und einer Reduzierung der Energiekosten ist vor allem über verschiedene mögliche

Sanierungsmaßnahmen hinweg schwer abschätzbar. Dies könnte Gegenstand spezifischerer

künftiger Forschungsarbeiten sein.

Sowohl die MSL-Haushalte des ESP wie auch alle Haushaltsgruppen in der standardisierten

Befragung weisen häufig einen Migrationshintergrund auf. Einige dieser Haushalte sprechen im

Alltag nicht Deutsch. Dies sollte bei der Kommunikation mit den Haushalten berücksichtigt

werden.

4 Literatur- und Quellenverzeichnis

Lauer, Isabel (12.05.2023). Die eigenen vier Wände als Wohlfühlfaktor. Studie untersucht Wohnsituation von Geringverdienern. Nürnberger Nachrichten. https://www.nn.de/nuernberg/die-eigenen-vier-wande-als-wohlfuhlfaktor-studieuntersucht-wohnsituation-von-geringverdienern-1.13217601 (abgerufen am: 25.07.2023).

[StA 2023] Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2023). Statistisches Infosystem Nürnberg und Fürth, Entwicklung der Nettokaltmieten je Quadratmeter Wohnfläche nach Baujahr und Wohnflächengröße der bewohnten Mietwohnungen (in EUR/qm) (gms_j01) https://online-service2.nuernberg.de/asw/aswn.dll?aw=GMS_J01

[StA 2023a] Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2023a). Wohnungs- und Haushaltserhebung - Leben in Nürnberg 2021. Grundauszählung, Statistische Nachrichten für Nürnberg

[StA 2022] Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2022). Innergebietliche Strukturdaten Nürnberg 2021 https://www.nuernberg.de/imperia/md/statistik/dokumente/veroeffentlichungen/tabellen werke/gebietszahlen/auszug_ innergebietliche_strukturdaten_nbg_2021.pdf

[StA 202a] Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2022a). Wohnungs- und Haushaltserhebung - Leben in Nürnberg 2019. Grundauszählung, Statistische Nachrichten für Nürnberg

Stadt Nürnberg (n.d.). EnergieSparProjekt (ESP). https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/energiesparprojekt.html (abgerufen am: 25.07.2023).

Stadt Nürnberg (13.04.2023). Wohnsituation von Haushalten mit geringem Einkommen. Nachrichten aus dem Rathaus (Nr. 369): Nürnberg.

Stadt Nürnberg, Stab Wohnen, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2022). Mietenspiegel Nürnberg 2022 https://www.nuernberg.de/imperia/md/wohnen/dokumente/20220530_msp2022_locked. pdf (abgerufen am 30.08.2023)

Stadt Nürnberg, Sozialamt Stadt Nürnberg – EnergieSparProjekt, Interne Stellungnahme zum Heizkostenaufwand (2023) nach N-ERGIE, November 2023

Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2023). Eckwerte für Jobcenter, JC Nürnberg, Stadt. Berlin, September 2023

Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2023a). Tabellen, Wohn- und Kostensituation SGB II (Monatszahlen), Nürnberg, November 2023

Statistisches Bundesamt (n.d.). Verbraucherpreisindex und Inflationsrate. https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.ht ml (abgerufen am: 25.07.2023).

Anhang

Wie wohnen Sie

in Nürnberg?

Eine Umfrage zur Wohnsituation von

Menschen mit geringem Einkommen

Abbildung 37

3202.40.71 tratssgnugarfeB Ihre Erfahrungen sind wichtig.

Abbildung 36

Machen Sie mit !

www.wohnstudie-nuernberg.de

Abbildung 38

Um was geht es bei der Befragung? Warum sollte man mitmachen?

Wie wohnen Menschen mit wenig Geld in Nürnberg? Das untersucht die Technische Hochschule Nürnberg im Auftrag der Stadt Nürnberg. Damit wollen wir herausfinden, wie die Wohnsituation von Menschen mit wenig Geld verbessert werden kann. Sie wohnen in Nürnberg zur Miete und verdienen nur wenig? Sie haben nur eine kleine Rente? Sie bekommen Sozialleistungen wie Bürgergeld oder Grundsicherung im Alter? Dann bitten wir Sie sehr herzlich, an der Befragung teilzunehmen.

Abbildung 39

Wie?

  1. Sie scannen den QR-Code, oder 2. Sie gehen auf unsere Website: www.wohnstudie-nuernberg.de Dort erfahren Sie mehr über die Befragung, oder 3. Sie können unseren Papierfragebogen ausfüllen und

- dort abgeben, wo Sie ihn bekommen haben, oder

Fragebogen ausgeteilt wird. Dann brauchen Sie kein Porto zu bezahlen. Wann?

Was ist noch wichtig?

Hier geht's zur Befragung:

www.wohnstudie-nuernberg.de

Kontakt für Rückfragen: Franziska Simon-Erhardt, M.A.

E-Mail: franziska.simon-erhardt@th-nuernberg.de

Impressum: Angaben gem. §5 TMG:

Technische Hochschule Nürnberg Georg-Simon-Ohm

Kompetenzzentrum KoSIMA

Keßlerplatz 12

90489 Nürnberg

Vertreten durch:

Prof. Dr. Sabine Fromm, Prof. Dr. Frank Ebinger

Telefon: 0911-5880-0

Email: sabine.fromm@th-nuernberg.de , frank.ebinger@th-nuernberg.de

Fotos: Kompetenzzentrum KoSIMA; pixabay.com

Wie wohnen Sie in Nürnberg?

Eine Umfrage der Stadt Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg zur Wohnsituation von Menschen mit geringem Einkommen

Liebe Nürnbergerinnen und Nürnberger, gerade in einer großen Stadt wie Nürnberg ist es nicht einfach, eine Wohnung zu finden. Oft kann man sich nicht aussuchen, wo man wohnt. Wie geht es Ihnen mit Ihrer Wohnung? Ist sie groß genug? Ist in der Wohnung alles in Ordnung? Würden Sie am liebsten wegziehen oder gefällt es Ihnen in Ihrer Wohnung?

Was Menschen mit wenig Geld auf diese Fragen antworten, möchte die Stadt Nürnberg mit dieser Umfrage gerne herausfinden, damit sie besser auf die Situation reagieren kann.

Sie wohnen zur Miete und verdienen nur wenig? Sie bekommen Bürgergeld, Wohngeld, Grundsicherung im Alter oder eine andere Sozialleistung? Dann bitten wir Sie sehr herzlich an unserer Befragung teilzunehmen. Sie helfen dadurch herauszufinden, wie die Wohnverhältnisse von Menschen verbessert werden könnten, die auf finanzielle Hilfen angewiesen sind. Die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig und anonym.

Abbildung 40

Bitte senden Sie den Fragebogen mit beiliegendem Rückumschlag bis zum 14. Mai an uns zurück oder gehen Sie auf unsere Website (www.wohnstudie-nuernberg.de oder QR-Code) und nehmen online an der Befragung teil. Dort gibt es auch Informationen zu unserem Projekt.

Verantwortlich für die Durchführung der Befragung ist die Technische Hochschule Nürnberg. Bei Fragen und Rückmeldungen wenden Sie sich gerne an Frau Simon-Erhardt (franziska.simon-erhardt@th-nuernberg.de).

Teil I: Allgemeine Fragen zu Ihrer Wohngegend und zum Wohngebäude

  1. Wie würden Sie die Gegend beschreiben, in der Ihre Wohnung / Ihr Haus liegt? (Bitte kreuzen Sie

alles an, was zutrifft.)

Wohnung / Haus liegt an einer Hauptstraße (viel Verkehr) Wohnung / Haus liegt an einer Nebenstraße (wenig Verkehr) Es gibt viel Grün in der Wohngegend Die Wohngegend ist tagsüber ruhig Die Wohngegend ist nachts ruhig Sonstige: _____________________________________________________________________

2. In welchem Jahr wurde das Haus, in dem Sie wohnen, ungefähr erbaut?

Ungefähr im Jahr _________ Weiß nicht

  1. Wenn Sie nicht wissen, in welchem Jahr das Gebäude ungefähr fertiggestellt wurde, wie würden

Sie es beschreiben? Handelt es sich um:

Ein sehr altes Gebäude Ein älteres Gebäude Ein ziemlich neues Gebäude Ein ganz neues Gebäude

4. Alles in allem: Wie würden Sie den Zustand des Gebäudes beschreiben?

Eher gut (aber einige Dinge müssten renoviert Sehr gut (alles ist in Ordnung) werden) Eher schlecht (es müsste vieles renoviert Sehr schlecht (das Gebäude ist heruntergekommen) werden)

Teil II: Informationen zur Wohnung

  1. Seit wann leben Sie in Ihrer Wohnung? ________________ (Jahr des Einzugs eintragen)

  2. Handelt es sich bei Ihrer Wohnung um: Eine Wohnung im Erdgeschoss Eine Wohnung ab 1. Stock Eine Wohnung im Souterrain, Keller Eine Dachgeschoßwohnung Ein Einfamilien- oder Reihenhaus

7. Wohnen Sie in der Wohnung als

Hauptmieter Untermieter (einzelne Zimmer) Sonstiges Wohnverhältnis (Eigentümer, Gemein- Wohngemeinschaft schaftsunterkunft, Sozialimmobilie, Heim usw.)

  1. Haben Sie eine geförderte Wohnung (Wohnberechtigungsschein, EOF Einkommensorientierte Förderung

oder Sozialwohnung)?

Ja Nein Weiß nicht

9. Wer ist Eigentümer Ihrer Wohnung?

Privat(er) Eigentümer Privates Wohnungsunternehmen (z.B. Dawonia, Vonovia, Deutsche Wohnen) Städtisches oder genossenschaftliches Wohnungsunternehmen oder Stiftung (z.B. wbg, Noris eG, Evangelisches oder Nürnberger Siedlungswerk, Frankenheim eG, BGSN, Nürnberg-Nord oder -Ost eG) Betriebs- oder Werkswohnung Sonstige Eigentümer Weiß nicht

  1. Wie groß ist Ihre Wohnung ungefähr in Quadratmetern?

_________ qm

  1. Wie viele Zimmer hat Ihre Wohnung? (separate Küche, Bad/WC und Flur bitte nicht mitzählen, nur Räume

ab 6 Quadratmeter)

_________ Zimmer

  1. Wie beurteilen Sie insgesamt die Größe Ihrer Wohnung? Ist sie für Ihren Haushalt ... Viel zu klein Etwas zu klein Genau richtig Etwas zu groß Viel zu groß

  2. Wie ist Ihre Wohnung aktuell ausgestattet? (Bitte kreuzen Sie alles an, was zutrifft.)

Küche

Küche ist ein eigener Raum Küche ist eine Kochnische Komplette Ausstattung mit üblichen Elektrogeräten (Herd, Backofen, Dunstabzug, Kühlschrank usw.) Nur aller nötigste Ausstattung (z.B. einzelne Kochplatten statt Herd)

Bad und WC

Dusche vorhanden Badewanne vorhanden Wände im Bereich der Dusche bis Boden gefliest mindestens ca. 1,95 m gefliest Bad oder WC befindet sich außerhalb der Bad ist kein eigener Raum Wohnung Bad hat Fenster oder eine Lüftungsanlage

Warmwasser

Warmwassererzeugung mit Strom (Durchlauferhitzer in der Wohnung) Warmwassererzeugung mit Strom (Boiler in der Wohnung) Warmwassererzeugung mit Gas (in der Wohnung) Warmwassererzeugung über Zentralheizung (Heizung im Keller) Warmwassererzeugung durch Fernwärme Sonstige: ___________________________________

Böden in den Wohnräumen

Überwiegend Parkett, Fliesen oder Laminat Überwiegend Teppichboden Überwiegend PVC Überwiegend kein Bodenbelag (nur Estrich) Sonstige: ________________________________________________________________________

Sonstige Ausstattung

Dämmung der Außenwände Fußbodenheizung Wäschetrockenraum Keller- oder Speicheranteil Aufzug Grünflächen im Innenhof, zwischen den Häusern oder Gartenanteil

14. Die Fenster…

…sind einfach verglast

In allen Räumen In einigen Räumen In keinem Raum Weiß nicht

…sind mehrfach verglast (Isolier- oder Schallschutzfenster)

In allen Räumen In einigen Räumen In keinem Raum Weiß nicht

…haben Rolläden, Außenjalousien oder Fensterläden

An allen Fenstern An einigen Fenstern An keinem Fenster

  1. Gibt es in Ihrer Wohnung Schäden und Mängel oder ist alles in Ordnung? (Bitte kreuzen Sie alles

an, was zutrifft.)

Die Fenster der Wohnung sind dicht, es zieht nirgends rein In mindestens einem Zimmer gibt es Schimmel an Wänden oder Decke Es gibt Risse oder Löcher in den Wänden Es gibt Feuchtigkeit an Böden, Wänden oder Decke Die Bodenbeläge (z.B. Teppichboden, Laminat, Parkett) sind abgenutzt Es gibt kaputte elektrische Leitungen in der Wohnung Die Elektrogeräte in der Küche (Kühlschrank, Herd usw.) sind alt und verbrauchen vermutlich viel Energie Das Badezimmer müsste renoviert werden (z.B. Schäden an Dusche oder Badewanne, schimmelige Fliesenfugen usw.) Die Heizung lässt sich schlecht einstellen (keine Thermostate) Im Winter ist es oft zu kalt in der Wohnung Wenn das Wetter im Sommer sehr heiß ist, kann man es in der Wohnung kaum aushalten Es gab schon mindestens einmal Ungeziefer in der Wohnung oder im Haus (Kakerlaken, Ratten etc.) Wenn etwas kaputt geht, wird es durch den Vermieter oder Hausmeister schnell repariert Sonstige Mängel: __________________________________________________________________

16. Wie wird Ihre Wohnung überwiegend geheizt?

Zentralheizung (Heizungsanlage im Keller) Etagenheizung (z.B. Gastherme in der Wohnung) Einzelöfen Fern-, Blockheizung andere Heizung:______________________ Wärmepumpe oder Solarthermie Weiß nicht

17. Womit wird Ihre Wohnung überwiegend geheizt?

Gas Kohle Öl Strom Holz Erd-/Umweltwärme (Luft, Wasser) Weiß nicht Sonstige: _______________________________________________________________________

Solarenergie

Biomasse, Biogas (Pellets)

18. Was bezahlen Sie jeden Monat für Ihre Wohnung?

Kaltmiete (ohne Heizung, Strom und andere Betriebskosten): _____________Euro Kosten für Heizung: ________________Euro Kosten für Strom: ______________Euro

  1. Hatten Sie schon einmal eines dieser Probleme bei den Kosten für Ihre jetzige Wohnung? (Bitte

kreuzen Sie alles an, was zutrifft.)

Ich konnte meine Miete nicht bezahlen Ich konnte meine Stromkosten nicht bezahlen Mir wurde eine Stromsperre angedroht Mir wurde der Strom abgestellt Nein, nichts davon

Teil III: Bewertung der Wohnsituation

20. Gibt es an Ihrer Wohnung etwas, das Sie belastet oder sind Sie zufrieden?

Ich bin… sehr belastet Kosten der Wohnung insgesamt Renovierungszustand der Wohnung Renovierungszustand des Hauses Sauberkeit im Haus (Treppenhaus, Keller usw.) Sauberkeit und Ordnung im Hof (falls vorhanden) Zusammenleben mit den Nachbarn Sicherheit in der Wohngegend Sauberkeit in der Wohngegend Verkehrsbelastung in der Wohngegend Sonstige: ________________________________

sehr zufrieden eher zufrieden teils, teils eher belastet
  1. Haben Sie vor, in den nächsten 2 Jahren umzuziehen? (Bitte kreuzen Sie alles an, was zutrifft.) Nein, ich möchte hier wohnen bleiben Ja, weil ich mich in meiner Wohnung unwohl fühle (z.B. weil sie in schlechtem Zustand ist) Ja, weil ich mich im Haus, in dem meine Wohnung liegt, unwohl fühle Ja, weil ich mich in meiner Wohngegend unwohl fühle Ja, aus Gründen, die nichts mit der Wohnung zu tun haben (z.B. Umzug wegen neuer Arbeitsstelle) Ich würde gerne umziehen, kann mir aber keine andere Wohnung leisten Ich würde gerne umziehen, bekomme allerdings keine andere Wohnung

Teil IV: Fragen zu Ihrem Haushalt

  1. Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt, Sie selbst mit eingerechnet?

_____ Personen

23. Sind Sie…

Alleinlebend Alleinerziehend Paar ohne Kind(er) Paar mit Kind(ern) Haushalt mit mehreren Generationen Wohngemeinschaft Sonstige: _______________________________________________________________________

  1. Welche Sprachen werden bei Ihnen zuhause im Alltag gesprochen (z.B. mit Verwandten oder

Freunden)?

Englisch Französisch Arabisch Rumänisch

Deutsch Persisch Türkisch Griechisch Bulgarisch Russisch Ukrainisch Sonstige: _____________

  1. Welche Einkommen hat Ihr Haushalt? (Bitte kreuzen Sie alles an, was zutrifft.) Lohn/Gehalt aus Erwerbstätigkeit Bürgergeld (ehemals „Hartz IV“) Rente/Pension Grundsicherung im Alter (Sozialhilfe) sonstiges Einkommen sonstige Sozialleistungen/Transferleistungen Wohngeld Nürnberg PASS

  2. Bitte geben Sie den Straßennamen und die Postleitzahl Ihrer Adresse an. (So können wir feststellen,

wo in Nürnberg Mieter zufrieden oder unzufrieden sind.)

_________________________________________________________ ________________________ Straßenname Postleitzahl

Teil V: Abschluss

27. Gibt es noch etwas zu Ihrer Wohnsituation, das Sie uns mitteilen möchten?

______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Hinweis: Kostenlose Informationen und Beratung für Mieterhaushalte gibt es hier:

https://www.nuernberg.de/internet/wohnen/mietrechtsinformationen.html

26 38 oder 231-22 13 https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/wohnungslosigkeit.html

https://www.nuernberg.de/imperia/md/sozialamt/dokumente/katalog_wohnen_in_nurnberg-gesamt_.pdf

Kennung Beratung:

Sozialamt Stadt Nürnberg

ESP-Erfassungsbogen

EnergieSparProjekt Nürnberg

Angaben zum Haushalt

Name, Vorname:

Straße, Hausnummer: Stockwerk: PLZ:

9 0 Nürnberg

Telefon/Mobil: Email:

Datum Erstberatung:

Tag Monat Jahr

  1. Folgeberatung:

  2. Folgeberatung:

  3. Folgeberatung:

  4. Folgeberatung:

  5. Folgeberatung:

Beratung abgeschlossen:

Anmerkungen:

Hinweise

(1) Kennung Beratung (Deckblatt und Abschnitt A): Bitte tragen Sie hier Ihre Beratungsnummer nach dem folgenden Beispiel ein: um-0450 (Berater Uwe Meißner, 450. Beratung). Für die Rechnungsstellung wird die Kennung mit laufenden Nummern für Erstberatung und Folgeberatungen versehen. Beispiel: um-450-0; um-450-1; um-450-2; … (2) Pflichtfelder: Die grau hinterlegten Felder sind Pflichtfelder, und sollten nach Möglichkeit ausgefüllt werden, alle übrigen Felder können bei Bedarf ausgefüllt werden. (3) A1 – Allgemeine Angaben zum Gebäude: Bitte möglichst vor Beratungsbeginn (vor Betreten der Wohnung) ausfüllen. Definition „Energetischer Standard der Gebäudehülle - teilweise energetisch saniert“: z.B. neue Fenster wurden eingebaut, oberste Geschossdecke ist gedämmt. (4) B2 – Zuschüsse Energiekosten Bei Aufstockern „Eigenes Einkommen“ und „Jobcenter“ bzw. „Sozialamt“ ankreuzen. (5) D1 – Allgemeine Angaben zur Beleuchtung Wenn mindestens eine der Fragen mit „Nein“ beantwortet wurde, empfiehlt sich die detaillierte Aufnahme der Beleuchtung. (6) E2.1 Raumtemperaturen und Einstellung Heizung Bei überdurchschnittlich hohen Heizkosten, bitte detaillierte Erfassung durchführen. Entsprechende Seite bei Bedarf doppelt ausdrucken und einsetzen.

Inhaltsverzeichnis A. Allgemeine Angaben B. Energiekosten C. Erfassung Elektrogeräte D. Erfassung Beleuchtung E. Erfassung Heizung/Warmwasser F. Erfassung Bausubstanz/Lüften G. Anhang 1: Empfehlungen/Aufgaben H. Anhang 2: Erfassung Verbrauch I. Anhang 3: Energienachzahlungen J. Anhang 4: Persönliche Angaben

Platz für Notizen: 1

1

Kennung Beratung: _________________________

A. Allgemeine Angaben

A1) Allgemeine Angaben zum Gebäude Baujahr: vor 1918 1919 - 1948 1949 - 1968 1969 - 1983 1984 - 1994 ab 1995 Hausart: Einbindung: Energetischer Standard Gebäudehülle: Ein-/Zweifamilienhaus freistehend nicht saniert Mehrfamilienhaus </= 10 WE einseitig angebaut teilweise energetisch saniert Mehrfamilienhaus > 10 WE beidseitig angebaut umfassend energetisch saniert

A2) Allgemeine Angaben zur Wohnung Jahr des Einzugs: Wohnungsgröße: Belegung: Anzahl der Räume: Anzahl der Bewohner: Wohnfläche: m² Kosten: Kaltmiete/Monat: , € oder, falls nicht aufschlüsselbar: Nebenkosten: , € Miete inkl. Nebenkosten/Monat: , €

A3) Lage der Wohnung Keller/Außenwände: Dach: über unbeheiztem Keller unter unbeheiztem Dachgeschoss über ungedämmter Durchfahrt im Dachgeschoss hoher Außenwandanteil unter Flachdach Sonstiges: Thermisch nicht getrennte Balkone überwiegend Nordausrichtung Laubengangerschließung dauerhafter Leerstand benachbarter Wohnungen Sonstiges: _____________________

Platz für Notizen:

B. Energiekosten

B1) Energieabrechnungen B1.1) Strom Aktueller Abschlag / Monat: , € für: Haushaltsstrom Heizung Warmwasser Kochen Aktueller Tarif: Neuer Tarif: Tarifwechsel ab (Datum):

B1.2) Erdgas Aktueller Abschlag / Monat: , € für: Heizung Warmwasser Kochen Aktueller Tarif: Neuer Tarif: Tarifwechsel ab (Datum):

B1.3) Zentralheizung Aktueller Abschlag / Monat: , € für: Heizung Warmwasser Energieträger: Öl Erdgas Fernwärme Abrechnungsunternehmen:

B1.4) Sonstiges (z.B. Einzelöfen, Holz, Kohle): Aktuelle Kosten / _____: , € für: Heizung Warmwasser ggf. Tarif:

B2) Zuschüsse Energiekosten Eigenes Einkommen Jobcenter Sozialamt bewilligter Heizkostenzuschuss/Monat: , € bewilligter Warmwasserkostenzuschuss/Monat: , € Abtretungserklärung: keine Strom Erdgas Sonstige:_________________

Platz für Notizen:

C. Erfassung Elektrogeräte

C1) Haushaltsgroßgeräte
Geräte/Verbraucher Energieverbrauch/Effizienzklasse Betriebszeit/Sonstiges
Kochplatte Elektro Gas Backofen Elektro Gas Nicht vorhanden Alter: Jahre E-Oberfläche: Gussfeld Ceran Induktion Effizienzklasse: __________ Betriebszeit Herd: bis 0,5h/Tag bis 1h/Tag bis 1,5h/Tag > 1,5h/Tag: h Auslastung vorwiegend mit: 1-2 2-4 Kochplatten Betriebszeit Backofen: täglich 1-2 x /Woche 1-2x /Monat selten/nie
Kühlschrank Ohne Gefrierfach Mit Gefrierfach Kühl- /Gefrierkombination Alter: Jahre Volumen (in Liter): <150 <200 <300 >300 Anzahl Sterne: Jahresverbrauch: kWh/Jahr Effizienzklasse: Reglerposition: niedrig mittel hoch Temp. Kühlen: + °C Temp. Gefrieren: - °C Vereisung: keine / gering mittel (ca. 1cm) stark (> 1cm) Zustand Dichtung: ok gering undicht undicht Standort neben wärmeabstrahlendem Gerät: ja nein
Gefrierschrank oder 2. Kühlschrank ohne Gefrierfach mit Gefrierfach Kühl- /Gefrierkombination Alter: Jahre Volumen (in Liter): <150 <200 <300 >300 Anzahl Sterne: Jahresverbrauch: kWh/Jahr Effizienzklasse: Reglerposition: niedrig mittel hoch Temp. Kühlen: + °C Temp. Gefrieren: - °C Vereisung: keine / gering mittel (ca. 1cm) stark (> 1cm) Zustand Dichtung: ok gering undicht undicht Standort neben wärmeabstrahlendem Gerät: ja nein
Platz für Notizen:
E- Oberfläch e:

eglerposition:

ereisung:

eglerposition:

ereisung:

Waschmaschine Alter: Jahre Jahresverbrauch: kWh/Jahr Effizienzklasse: _ Trommelgröße: 5-6 kg 7-8 kg mehr als 8 kg: kg Anzahl der Waschgänge / Woche: Grad Waschgänge/Woche 30° 40° 60° 95° Vorwäsche: meistens manchmal nie Enthärter: meistens manchmal nie Höchste Schleuderzahl: meistens manchmal nie Mit voller Trommel: meistens manchmal nie
Wäschetrockner In Waschmaschine Ablufttrockner Kondensations- trockner Mit Wärmepumpe Alter: Jahre Jahresverbrauch: kWh/Jahr Effizienzklasse: _ Läufe: / Woche Wäsche wird: schranktrocken bügeltrocken Verwendung Trockner: fast immer manchmal (z.B. nur im Winter) selten/nie
Geschirrspüler Alter: Jahre Jahresverbrauch: kWh/Jahr Effizienzklasse: _ Läufe: / Woche Mit voller Beladung: meistens manchmal nie Geschirr wird meist gespült bei: niedrigen mittleren hohen Temperaturen
Alter: Jahre Leistung: W Effizienzklasse: Läufe: / Woche
Platz für Notizen:
Grad Waschgänge/Woche
30°
40°
60°
95°

C2) Sonstige Elektrogeräte

Energieverbrauch/Effizienzklasse Betriebszeit/Sonstiges
Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal Gerät ist verkalkt: nicht wenig/gering stark
Kaffeemaschine Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal Gerät ist verkalkt: nicht wenig/gering stark Heizplatte wird: abgeschaltet nicht abgeschaltet Gerät ohne Heizplatte
Mikrowelle Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Staubsauger Leistung: W Betriebszeit/Woche: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Leistung: W Betriebszeit/Tag: < 1 mal 1-2 mal 3-4 mal > 4: mal
Platz für Notizen:

C3) Unterhaltungselektronik

G eräte/Verbraucher Energieverbrauch/Effizienzklasse Betriebszeit/Sonstiges
1. Fernseher mit Receiver ohne Röhre LCD Plasma Rückprojektion/Beamer LED Leistung TV/Fernseher: Betrieb: W Standby: W Leistung Receiver: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ Fernseher im Standby: meistens manchmal nie Receiver im Standby: meistens manchmal nie schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein
2. Fernseher mit Receiver ohne Röhre LCD Plasma Rückprojektion/Beamer LED Leistung TV/Fernseher: Betrieb: W Standby: W Leistung Receiver: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ Fernseher im Standby: meistens manchmal nie Receiver im Standby: meistens manchmal nie schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein
Abspielgerät DVD Festplattenrecorder Videorecorder Leistung: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ im Standby: meistens manchmal nie schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein
Computer PC Notebook Leistung: Inklusive Zusatzgeräte (Periph.) Betrieb: W Standby: W Leistung Zusatzgeräte: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ im Standby: meistens manchmal nie Energiesparoption genutzt: ja nein schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein
Platz für Notizen:

>

Fernseher im Standby:

ja

>

ja

>

im Standby:

ja

>

im Standby:

____________________ Leistung: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ im Standby: meistens manchmal nie schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein
____________________ Leistung: Betrieb: W Standby: W Betriebszeit: <1 1-2 2-3 3-5 5-7 > >7 Stunden/Tag: ______ im Standby: meistens manchmal nie schaltbare Steckerleisten vorhanden: ja nein

>

>

Raum Leuchtmittel Anzahl Leistung [w]
Platz für Notizen:

E. Erfassung Heizung/Warmwasser

E1) Heizungsanlage

Anzahl Anzahl Anlagetyp Alter Wartung/Sonstiges
Zentrale Wärmeversorgung -- Energieträger:
Gas-Etagenheizung mit Warmwasserbereitung ohne Warmwasserbereitung Heizpumpe: W Standflamme: ja nein Gas-Einzelofen Heizherd Aufgestellt in: Wohnzimmer Schlafzimmer Küche Kinderzi. 1 Kinderzi. 2 Sonstiges: __________________________ Raumluftverbund gewährleistet: Ja Nein Letzte Wartung: dieses Jahr letztes Jahr länger her Bei Gasetagenheizung: Referenzraumregler: im wärmsten nicht vorhanden in anderem Raum: _____________________ Position Vorlauftemperaturregler: niedrig mittel hoch Einstellung wird geändert: nie 1-2/Jahr öfter
Elektroheizung Nachtspeicher Marmorplattenheizung Radiatoren bis 1977 1978-1986 1987-1994 ab 1995 Baujahr: mit Raum- mit Gerätethermostat Aufgestellt in: Wohnzimmer Schlafzimmer Küche Kinderzi. 1 Kinderzi. 2 Tagnachheizung: ja nein
Elektro-Zusatzheizgeräte Heizlüfter Radiator/Konvektor Heizstrahler Standort: im Bad/WC im Wohnraum Leistung: W Einsatz während der Heizperiode: an extremen Tagen öfters fast täglich
Einzelofen: Holz Öl Kohle Klimagerät Einsatz während der Heizperiode/Klimagerät im Sommer: an extremen Tagen öfters fast täglich Leistung: W
Wartungskosten: Mieter Vermieter
Platz für Notizen:

Letzte Wartung

E2) Raumtemperaturen und Einstellung Heizung

E2.1) Allgemein: Hohe Heizkosten: nein ja
Raum- Temp. Änd.Thermostat- stellung/ Ladestufe Heizkörper/Heizgerät
von (z.B.: 2 von 3) täglich wöchentl. monatlich selten/nie falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
von falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt g größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
von täglich wöchentl. monatlich selten/nie falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt g größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
von täglich wöchentl. monatlich selten/nie falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt g größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
von täglich wöchentl. monatlich selten/nie falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt g größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
von täglich wöchentl. monatlich selten/nie falls Heizgerät vorhanden; Funktion: ok eingeschränkt defekt bei Heizkörper: frei teilweise verdeckt g größtenteils/Heizkostenerfasser verdeckt
Räume ohne Heizung:
Platz für Notizen:

Position

Thermostat

/Ladestufe

g

g

g

g

g

E3) Warmwasserversorgung

Anlagetyp Alter Wartung/Sonstiges
Warmwasser über Zentralheizung --
bis 1977 1978- 1986 1987- 1994 ab 1995 Elektrisch An- Art Position Standort Funktion zahl Temp. einstellung Durchlauf: Niedrig geändert: Küche Ok hydraulisch Mittel Täglich Bad Eingeschränkt elektronisch Hoch Wöchentl. Defekt Monatl. Selten, nie Niedrig geändert: Küche Ok Kleinspeicher Mittel Täglich Bad Eingeschränkt (5-10L) Hoch Wöchentl. Defekt Monatl. Selten, nie Speicher Niedrig geändert: Küche Ok _________ L Mittel Täglich Bad Eingeschränkt Hoch Wöchentl. Defekt Sonstiges Monatl. Selten, _________ nie Erdgas Etagenheizung Niedrig geändert: Küche Funktion: Durchlauferhitzer Mittel Täglich Ba Bad Ok Hoch Wöchentl. Eingeschränkt Montal. D Defekt Selten, Letzte Wartung: nie Dieses Jahr Letztes Jahr Länger her
Bei zentraler/wohnungszentraler Warmwasserbereitung: Zapfstelle weit vom Warmwasserbereiter entfernt (keine gemeinsame Installationswand): Ja Nein Leitungen unzureichend gedämmt: Ja Nein
Platz für Notizen:
Art Position Temp. einstellung Standort
Durchlauf: hydraulisch elektronisch Niedrig Mittel Hoch geändert: Täglich Wöchentl. Monatl. Selten, nie Küche Bad
Kleinspeicher (5-10L) Niedrig Mittel Hoch geändert: Täglich Wöchentl. Monatl. Selten, nie Küche Bad
Speicher _________ L Sonstiges _________ Niedrig Mittel Hoch geändert: Täglich Wöchentl. Monatl. Selten, nie Küche Bad
Niedrig Mittel Hoch geändert: Täglich Wöchentl. Montal. Selten, nie Küche Ba Bad

Ba

D

E4) Nutzerverhalten Warmwasser

Erläuterungshilfe: Um das Einsparpotential ihres Haushaltes zu ermitteln, stellen wir Ihnen im Folgenden auch Fragen zu ihrem persönlichen Wasserverbrauch.
Art der Nutzung Häufigkeit Verhalten/Sonstiges (aller Haushaltsmitglieder)
Art der Nutzung Häufigkeit
Geschirrspülen pro Woche: selten 1-2x 3-5x 6-9x >10x: Geschirrspülmaschine vorhanden: ja nein B i s meistens manchmal selten/nie genutzt Geschirr wird gespült: Bis meist mit Stöpsel manchmal unter fließendem Warmwasser meist unter fließendem Warmwasser Spüldauer (wenn unter fließendem Warmwasser gespült) : bis 5 5-10 10-20 mehr als 20 min.: Wassersparperlator: Bis vorhanden nicht vorhanden nicht einsetzbar
Waschbecken Bad/WC - Hände werden mit warmen Wasser gewaschen: meistens manchmal (z.B. Winter) nie Wassersparperlator: Bis vorhanden nicht vorhanden nicht einsetzbar
Baden Keine Badewanne vorhanden pro Woche: selten 1-2x 3-5x 6-9x >10x: Für Badewasser wird Temperatur an Warmwassergerät: höher eingestellt nicht verändert
Duschen pro Woche: bis 1x bis 2x 3-5x 6-9x >10x: Die Mehrheit der Bewohner duscht: Bis 5 min. 5-10 min. > 10 min.:___________min. Wasser wird während des Haarwaschens und Einseifens: Bis meist abgedreht manchmal abgedreht läuft durch Zum Duschen muss Kaltwasser beigemischt werden: Bis kaum etwas viel Wassersparduschkopf: Bis vorhanden nicht vorhanden nicht einsetzbar
Platz für Notizen:
B i s meistens
Geschirr wird gespült:
Bis
bis 5 5-10
Wassersparperlator:
Bis

Wassersparperlator

Bis

Die Mehrheit der Bewohner duscht

Bis

Wasser wird während des Haarwaschens und Einseifens:

Bis

Wassersparduschkopf

Bis

F. Erfassung Bausubstanz/Lüften – F1) Fenster

Fenstertypen Dichtigkeit Rollladen
bis 1983 – Holzfenster, Einfachverglasung Dichtungen: vorhanden ohne dicht gering undicht undicht ohne vorhanden teilweise vorhanden falls vorhanden: integriert: ja nein
bis 1994 – Holzfenster, 2-Scheiben-Isolier- bzw. Verbund- verglasung oder Kastenfenster bis 1994 – Kunststofffenster, Isolierverglasung Dichtungen: vorhanden ohne dicht gering undicht undicht ohne vorhanden teilweise vorhanden falls vorhanden: integriert: ja nein
ab 1995 – Holz- bzw. Kunststofffenster mit Wärmeschutzverglasung 2- Scheiben 3- Scheiben Dichtungen: vorhanden ohne Rahmenlüfter: vorhanden ohne dicht gering undicht undicht ohne vorhanden teilweise vorhanden falls vorhanden: integriert: ja nein
Dichtungen: vorhanden ohne dicht gering undicht undicht ohne vorhanden teilweise vorhanden falls vorhanden: integriert: ja nein
Zustand: Dichtungen: vorhanden nicht vorhanden Schwellenbereich Konstruktion: dicht gering undicht undicht Rahmen Verglasung: keine teilweise großflächig
Platz für Notizen:

F2) Außenwände / Geschossdecke

Konstruktion Zustand
Aussenwände: Mauerwerk Sandstein Fachwerk Betonfertigteile Sonstige ungedämmt mit Innendämmung nur teilweise mit Außendämmung nur teilweise trocken Feuchteschäden (innenseitig): gering stärker beträchtlich bitte Anmerkungen zum Ausmaß Schimmelbefall: Ja Nein bitte Anmerkungen zum Ausmaß
Geschossdecke zum unbeheizten Bereich: keine Decke zum unbeheizten Bereich zum Dachboden zum Keller über Durchfahrt Aufbau: Stahlbeton/Massivdecke Holzbalkendecke ungedämmt teilweise gedämmt bzw. nicht EnEV-Standard gedämmt, entspr. EnEV oder besser
Wie wird gelüftet? Häufigkeit Dauer Rel. Feuchte gemessen
überwiegend Stoß- bzw. Querlüften manchmal mit gekippten Fenstern meist mit gekippten Fenster Zur kältesten Jahreszeit: Bis 5 5-10 10-20 min. Mehr als 20 min.: min. < 20% 20-40% 40-60% 60-70% > 70%
Lüftungssystem: vorhanden nicht vorhanden Abluft Bad Rahmenlüfter Fenster Sonstige: _____________________________________________
Platz für Notizen:
R au m f ür Ski zze n e tc. :

Kennung Beratung:

G. Anhang 1: Empfehlungen und Aufgaben

G1) Empfehlungen/Aufgaben Energieberater/in

Kontakt Energieversorger N-ERGIE Anderer: Kundennummer:

Kontakt Vermieter schriftlich telefonisch Kontaktdaten Vermieter: Name, Vorname: Straße, Hausnummer: Stockwerk: PLZ, Ort: Telefon: E-Mail:

Jobcenter Sozialamt BG-Nummer: _______________________ Aktenzeichen:____________________ Org. Zeichen: ________________________ Ansprechpartner: _____________________________________________________________ Zi.-Nr.: ________ Telefonnummer: ______________________________________________

Kontakt Soziale Dienste Dienststelle: _______________________________________________________________

Kontakt Mieterverein Grund: _____________________________________________________________________

Anmerkungen:

G2) Empfehlungen/Aufgaben Haushalt

Datum: Empfehlungen/Aufgabe: erledigt (Zeichen/ Datum)
Energiesparartikel:
Datum Anzahl Artikel erledigt (Zeichen/Datum)

Anmerkung: Bitte weiteres Blatt ergänzen, falls Platz nicht ausreichend.

H. Anhang 2: Erfassung Verbrauch

H1) Strom

Zählernummer: ________________________ Standort: Wohnung Treppenhaus Keller

Zugänglich: Ja Nein

*Ablesung durch: Datum: Differenz Tage Zähler ET/HT Zähler NT Differenz kWh kWh/Tag

H2) Gas

Zählernummer: _______________________ Standort: Wohnung Treppenhaus Keller

Zugänglich: Ja Nein

*Ablesung durch: Datum: Differenz Tage Zähler ET m3 Differenz m3 Differenz kWh kWh/Tag

*Ablesung: K = Kunde, A = Ableser, M = maschinell (Schätzung), ESP = Energieberater Anmerkung: Bitte weiteres Blatt ergänzen, falls Platz nicht ausreichend.

H3) Zentralheizung

Versorger/Abrechnungsunternehmen:____________________________________________________

Energieträger: Erdöl Erdgas Fernwärme Sonstiges:____________________

Berechnungsgrundlage:

Anteil %
Grundkosten
Verbrauchskosten

Verbrauch:

Abrechnungszeitraum Kosten/€ Verbrauch kWh kWh/Tag

Einzelne Heizkörper mit hohen Ablesewerten vorhanden

H4) Warmwasserkosten bei zentraler Versorgung

Versorger/Abrechnungsunternehmen: ____________________________________________________

Abrechnungszeitraum Kosten/€ Verbrauch / Liter Verbrauch / kWh kWh / Tag Liter / Tag

I. Anhang 3: Energienachzahlungen

I1) Sind Sie derzeit bei Ihrem Energieversorger im Zahlungsrückstand? Nein (bitte weiter mit Anhang 4 „Persönliche Angaben“ Ja, und zwar: Aus der Jahresabrechnung in Höhe von € Aus dem laufendem Abschlag für Strom/Gas, in Höhe von €

I2) Haben Sie mit dem Energieversorger eine Rückzahlungsvereinbarung abgeschlossen? Nein Ja, und zwar: Ratenplanverfahren direkt mit dem Energieversorger in Höhe von € Ratenplanverfahren über das Jobcenter/Sozialamt in Höhe von € Ratenplanverfahren über den ASD/SFD in Höhe von €

I3) Sind Sie beim Abbau der Nachzahlungen unterstützt worden? Nein Ja, und zwar durch: Sozialdienst Schuldnerberatungsstelle Sonstige, und zwar: Wurde die Nachzahlung vom Leistungsträger (Jobcenter/Sozialamt) übernommen? Ja Nein Falls JA: komplett anteilig in Höhe von €

I4) Haben Sie einen Teil der Nachzahlung über Spenden begleichen können? Nein Ja, und zwar in Höhe von: € I5) Haben Sie bereits einmal eine Sperrandrohung erhalten? Nein Ja Falls JA: Ist bei Ihnen bereits einmal die Stromnetzzufuhr gesperrt worden? Nein Ja

Platz für Notizen:

J. Anhang 4: Persönliche Angaben

Zum Schluss noch ein paar Fragen zu Ihrer Person. Die Angaben dienen rein statistischen Zwecken zur Analyse unserer Teilnehmerstruktur und um das Projekt weiterhin zu fördern. Wir versichern ausdrücklich, dass Ihre Anonymität gewährleistet ist und Ihre Angaben nicht mit Ihrem Namen in Verbindung gebracht werden.

Keine Auskunft

J1) Wie viele Personen leben – Sie selbst mit eingeschlossen - in Ihrem Haushalt? Davon Kinder unter 14 Jahren Davon Kinder von 14-18 Jahre

J2) In welchem Jahr wurden Sie geboren (Hauptansprechpartner Energieberatung) Geburtsjahr weiblich männlich

J3) Welche Wohnform haben Sie? (Bitte nur eine Antwort) alleinlebend alleinerziehend Paar ohne Kinder Wohngemeinschaft Paar mit Kindern Sonstiges, und zwar: _____________________________________

J4) In welcher Sprache wird bei Ihnen zuhause im Haushalt gesprochen? (Mehrfachantwort möglich) deutsch türkisch russisch italienisch englisch französisch spanisch sonstige, und zwar: ____________

J4) In welchem Land wurden Sie bzw. Ihr/e Partner/in geboren? Sie selbst Ihr/e Partner/in Deutschland In einem anderen Land, und zwar: __________________________________________  Falls in einem anderen Land geboren (bitte ggf. Kennzeichnen Hauptansprechpartner/Partner): Geburtsland Vater: ____________________________________ Geburtsland Mutter: ___________________________________

J6) Welchen Berufsabschluss haben Sie bzw. Ihr/e Partner/in erworben?

(Bitte nur eine Antwort: den höchsten erworbenen Berufsabschluss)

Sie selbst Ihr/e Partner/in Berufsabschluss Im Ausland erworben
keinen Berufsabschluss
eine abgeschlossene Ausbildung als
einen Fachhochschulabschluss als
einen Hochschulabschluss als
einen anderen Abschluss, und zwar:
derzeit in Ausbildung/Umschulung als:
derzeit Student/In im Fachbereich:
J7) Beziehen Sie Leistungen wie z.B. Rente, Grundsicherung, Bafög? Nein Ja, und zwar: ALG I ALG II Grundsicherung Aufstockende Leistungen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Bafög Rente Wohngeld Sonstiges: _________________________________________________
J8) Zum Abschluss noch die Frage: „Wie wurden Sie auf uns/das Energiesparprojekt aufmerksam?“ Jobcenter Sozialdienste (bitte nennen: ________________) Freunde/Bekannte N-ERGIE/Energieversorger (________________________) Webseite Zeitungsartikel, TV Infostand Infoveranstaltung Sonstiges, und zwar: _________________________________________________________ Kennen Sie noch andere Haushalte, für die eine Energiesparberatung hilfreich bzw. von Interesse wäre? (ggf. Anzahl angeben) Ja Nein

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