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Sachverhalt

Anlage · 15.12.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Langwasser Hauptmarkt Altstadt Fürther Straße Schule & Bildung St. Leonhard Eibach Wirtschaft & Arbeit St. Sebald Digitalisierung & Verwaltung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Die Inklusion im Nürnberger Schul- und Sportbereich 2023

1. Gesamtbetrachtung

Das Schuljahr 2022/23 sowie auch die vorherigen Jahre waren geprägt von zahlreichen Kriegen und Krisen. Dies stellte und stellt uns alle vor große Herausforderungen. Trotzdem gelang es in dieser schwierigen Zeit viel für Inklusion im schulischen und auch sportlichen Bereich in Nürnberg zu erreichen.

Durch den vom Stadtrat zur Verfügung gestellten Verfügungsfonds für inklusive Maßnahmen konnte das Werkstatt-Programm „Lernen - individuell und gemeinsam“ gestartet werden. Insgesamt fördert das Werkstattprogramm die Inklusion, indem es den Fokus auf individuelle Bedürfnisse, Selbstständigkeit und soziales Miteinander legt und dadurch eine nachhaltige Wirkung erzielen wird. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiven Bildung. Des Weiteren war Nürnberg war im Zuge der Special Olympics World Games 2023 in Berlin, für Menschen mit geistiger Behinderung und mehrfachen Behinderungen, Teil des Host Town Programs. In dem Programm ging es um Sport, um Kultur, vor allem aber um Begegnungen von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Die Stadt konnte sich als herzliche und weltoffene Gastgeberin präsentieren und bedeutende Fortschritte im Bereich „Inklusion im und durch Sport“, mit Schulen der Stadt Nürnberg, die in das Programm des Projekts eingebunden waren, erzielen.

Inklusion wird auch die nächsten Jahre eine wichtige Herausforderung schulischer und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse sein und konsequent weiterverfolgt. Menschen mit ihrer individuellen Ausgangslage sollen bereits im Kindesalter als gleichwertig angesehen, wertgeschätzt und respektiert werden. Vielfalt soll als Normalität und Bereicherung begriffen werden. Menschen mit Beeinträchtigungen sollen die Möglichkeit bekommen, ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Inklusion soll alle Bereiche des öffentlichen Lebens umfassen.

2. Weiterentwicklung der inklusiven Prozesse im Schul- und Sportbereich

2.1 Werkstatt-Programm „Lernen - individuell und gemeinsam“

Im Schuljahr 2022/23 wurden organisatorisch und inhaltlich vorbereitende Arbeiten für das mehrjährige Projekt "Werkstatt Lernen: individuell und gemeinsam" durchgeführt, das in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung aufgesetzt und aus den Mitteln des Verfügungsfonds Inklusion finanziert wird: Nach der Vorstellung in den Direktorenkonferenzen vom Amt für allgemeinbildende Schulen (SchA) und Amt für berufliche Schulen (SchB) wurde eine Informationsveranstaltung mit den beiden Trainerinnen aus Baden-Württemberg durchgeführt. Von den neun teilnehmenden Schulteams entschieden sich im Anschluss sieben für eine Teilnahme an dem zweijährigen Programm. Aus dem Mitarbeiterkreis des IPSN werden darüber hinaus sechs Mitarbeiterinnen teilnehmen, die im Rahmen der Werkstatt als Prozessbegleiterinnen geschult werden, um die teilnehmenden Schulen im Anschluss bei der Umsetzung zu unterstützen und so die nachhaltige Verankerung einer inklusiven Schul- und Unterrichtskultur zu etablieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass hierdurch auch eine Begleitung weiterer Schulen erfolgen kann.

Am Werkstatt-Programm „Lernen - individuell und gemeinsam“ nehmen folgende Schulen Teil:

 Konrad-Groß-Schule (Grundschule)  Mittelschule Schlößleinsgasse  Scharrer-Mittelschule  Sigena-Gymnasium  Ludwig-Erhard-Berufsschule  Berufliche Schule B2  Berufliche Schule B10

2.2 Verstetigung inklusiver Strukturen im Sportbereich

Im „Jahr der Inklusion 2023“ stand das Host Town Program1 der Special Olympics World Games im Zentrum. Es war aber nicht nur der viertägige Besuch der österreichischen Delegation, der Inklusion (im Sport) erleben lies: Mit dem Host Town Program wurden im Vorfeld des Besuches Projekte und Maßnahmen unterstützt und initiiert, welche die Inklusion in den Bereichen Sport, Kultur, Schule und Wissenschaft usw. sichtbar machten. Ziel war, eine Nachhaltigkeit zu generieren, um die Inklusion auch nach den Weltspielen in Nürnberg stetig voranzutreiben. Dieses ist durch den Aus- und Aufbau eines großen Netzwerkes gelungen und der allgemeine „inklusive Motivationsschub“ lässt sich für den Bereich des Sports z. B. am gestiegenen Engagement für Inklusion im Bereich des Vereinssports (Inklusionssporttage, Initiierung inklusiver Sportangebote u. a.) ablesen.

Nürnberg ist nun bestens aufgestellt, das bundesweit größte Inklusionssport-Event umzusetzen und bewirbt sich für die Special Olympics Nationale Spiele 2026. Inklusion soll auch weiterhin im gesamten gesellschaftlichen Zusammenleben sichtbar gemacht werden und Menschen und Akteure vor Ort begeistern, um das gegenseitige Verständnis von Menschen mit und ohne Behinderung zu stärken sowie Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.

3. Veranstaltungen zum Thema „Inklusion“ am Institut für Pädagogik und

Schulpsychologie Nürnberg (IPSN)

3.1 Hospitationen

Bei insgesamt fünf Hospitationen haben Teams aus Lehrkräften, Schulleitungen und IPSN- Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern im letzten Schuljahr außerdem Schulen in ganz Deutschland besucht, die Vorbilder sein können für die Gestaltung von Lernen und Leben in der inklusiven Schule: die Blautopfschule in Blaubeuren, die Eichendorffschule in Erlangen, die Max-Brauer-Schule und die Berufliche Schule 24 in Hamburg sowie das Berufliche Schulzentrum Waren/Müritz. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Hospitationen wurden in Form von digitalen Booklets dokumentiert und im Rahmen des Nürnberger Lehrerinnen- und Lehrer-Netzwerks einem großen Kreis von Lehrkräften zur Verfügung gestellt.

1 Ausführliche Informationen findet man hier: https://www.nuernberg.de/internet/sportservice_nbg/hosttown2023nbg.html

3.2 Fortbildungen und Kurse

Das Thema Inklusion wird seit diesem Jahr auch im Rahmen von neuen Leseclubs in den Fokus genommen, die mit Unterstützung der Nürnberger Versicherung für die 4. und 5. Jahrgangsstufe angeboten werden. Am IPSN werden hierfür Lese-Coaches fortgebildet und begleitet, die inhaltlich und methodisch inklusiv Leseförderung für benachteiligte Kinder anbieten.

Im Bereich Inklusion war die kommunale Schulpsychologie am IPSN auch im Schuljahr 2022/23 insbesondere in der Unterstützung von Personen mit psychischer Beeinträchtigung tätig.

Zu den Aktivitäten gehörten hauptsächlich:

 Beratungstätigkeit: Schulpsychologinnen und Schulpsychologen unterstützen Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte, Inklusionsbeauftragte und Schulleitungen in Einzelgesprächen und runden Tischen. In multiprofessionellen Teams unterstützen sie das Vorgehen in der Schule. In Sprechstunden sind sie niedrigschwellige Ansprechpersonen bei Krisen oder psychischen Problemen um eine Chronifizierung zu vermeiden.  Unterstützung bei Teilleistungsstörungen: Schulpsychologische Diagnostik und Stellungnahmen ermöglichen Kindern und Jugendlichen Nachteilsausgleich und Notenschutz. Begutachtungen zur Eingliederungshilfe im Rahmen des §35a SGB VIII bei Teilleistungsstörungen werden durchgeführt.  Kooperationen im Themenfeld: Um die schulische Sicht und schulpsychologische Expertise einzubringen, beteiligt sich die Schulpsychologie in verschiedenen Netzwerken und Arbeitsgruppen, z. B. Bündnis junge Psyche, AG Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen der Stadt Nürnberg, Arbeitskreis Kinder psychisch erkrankter Eltern, Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft usw.  Prävention an Schulen: Zur Prävention psychischer Erkrankungen sind Schulpsychologinnen und Schulpsychologen in Klassenprojekten tätig und beteiligen sich bspw. als fachliche Expertinnen beim Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ zur Sensibilisierung und Entstigmatisierung bzgl. psychischer Erkrankungen. Weiterhin werden Lehrkräfte zum Umgang mit psychischen Auffälligkeiten in der Schule geschult (z. B. Ängste in der Schule usw.)

Wie seit einigen Jahren eingespielt fand abschließend am Ende des Schuljahres im Juli das diesjährige Netzwerktreffen Inklusion statt.

Ein weiteres umfangreiches Fortbildungsprogramm wurde in Form des ebenfalls auf zwei Jahre angelegten Qualifizierungskurses „Schule der Vielfalt" gestartet: Hier nehmen Lehrkräfteteams aus zehn kommunalen Nürnberger Schulen teil, die im Rahmen der Module mit Unterstützung durch externe Experten und IPSN-Mitarbeiterinnen konkrete Maßnahmen zu einem wertschätzenden Umgang mit Heterogenität an der eigenen Schule planen und umsetzen. Dieser Kurs wurde in Anlehnung an das sehr erfolgreiche gleichnamige Konzept des Pädagogischen Instituts (PI) München entwickelt und an die spezifischen Verhältnisse vor Ort angepasst.

4. Inklusionsmodelle an Nürnberger Schulen im Schuljahr 2022/23

4.1 Allgemeinbildende Schulen

4.1.1 Einzelintegration

Die individuellen Inklusionsmaßnahmen umfassen hauptsächlich die Beratung, Betreuung und Beschulung der Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die im schulischen Alltag von Schulbegleitungen unterstützt werden, sowie Einzelfallberatung zur Genehmigung von Inklusionsmaßnahmen. Auch die gezielte Lernförderung durch Lerncoaching ist als individuelle Inklusionsmaßnahme zu sehen. An Schulen wie der Adam-Kraft-Realschule, der Realschule der Bertolt-Brecht-Schule, dem Sigena-Gymnasium und der Peter-Vischer-Schule finden sich Kinder und Jugendliche mit Schulbegleitung, deren Anwesenheit in den Schulalltag integriert werden muss. Die Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter sind sowohl für ihre Schützlinge als auch für die betreuenden Lehrkräfte eine wichtige Unterstützung und gewährleisten einen möglichst reibungslosen Ablauf des Schultages für das betreffende Kind selbst, wie auch dessen Mitschülerinnen und Mitschüler. Einzelförderungen einer etwas anderen Art ist das Lerncoaching an den allgemeinbildenden Schulen. Hier sind Kinder und Jugendliche angesprochen, die Probleme damit haben, ihren Alltag so zu strukturieren, dass Lerninhalte sinnvoll vertieft, Hausaufgaben erledigt und somit der Schulerfolg gewährleistet ist. Diese Maßnahme greift immer dann, wenn etwa der angebotene Hausaufgabenunterricht alleine nicht genügt, um Schülerinnen und Schülern das nötige Handwerkszeug zu vermitteln, um ihr individuelles Potenzial voll auszuschöpfen.

Insgesamt sind im Schuljahr 2022/23 drei Schülerinnen und Schüler mehr in Einzelintegration an den allgemeinbildenden städtischen Realschulen und Gymnasien wie im vorherigen Schuljahr 2021/22. Auch die Zahl der zusätzlichen Förderstunden mit LWS-Budget hat im Schuljahr 2022/23 an den allgemeinbildenden städtischen Realschulen und Gymnasien zugenommen.

Schule Anzahl der Schülerinnen und Schüler (SuS) Lehrerwochen- stunden (LWS)
Peter-Vischer-Schule (PVS) 1 3
Veit-Stoß-Realschule (VSR) 3 9
Adam-Kraft-Realschule (AKR) 1 2
Bertolt-Brecht-Schule (BBS) 3 4
Labenwolf-Gymnasium (LG) 2 3
Sigena-Gymnasium (SG) 1 3
Johannes-Scharrer-Gymnasium (JSG) 1 3
Hermann-Kesten-Kolleg (HKK) 0 0

Die LWS zur Förderung der Schülerinnen und Schüler werden durch den jeweiligen Mobilen Sonderpädagogischen Dienst durch eine individuelle Betrachtung der Situation des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen veranschlagt.

Schuljahr SuS in Einzelintegration Zusätzliche Förderstunden im LWS-Budget
2017/2018 13 28
2018/2019 14 31
2019/2020 16 33
2020/2021 11 27
2021/2022 9 21
2022/2023 12 27

4.1.2 Exemplarische Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf an

städtischen Realschulen und Gymnasien

Maßnahmen in Kleingruppen

Gerade im Bereich der Lese- und Rechtschreibförderung gibt es vielerlei Fördermaßnahmen an allen städtischen Schulen. Anzuführen sind hierbei spezielle LRS-Förderstunden, so bietet zum Beispiel das Labenwolf-Gymnasium einen LRS-Förderkurs in den Jahrgängen 5 und 6 an, an der Adam-Kraft-Realschule werden Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung oder deren isolierten Varianten in Kleingruppenunterrichten und durch gezielten Einsatz von Lesestunden und Lesetrainings gefördert. Das Johannes-Scharrer-Gymnasium bietet darüber hinaus noch eine Berufsberatung inklusiv an, die den Jugendlichen einen erfolgreichen Übertritt in Studium und Berufsleben ermöglicht.

Projekte und außerschulische Partner An den städtischen allgemeinbildenden Schulen finden immer wieder auch Schülerprojekte zum Thema Inklusion statt. So wurden z. B. an der Bertolt-Brecht-Schule im Rahmen eines Nachhaltigkeitsprojektes im Bereich soziale Nachhaltigkeit gemeinsam mit Menschen mit Behinderung der Noris Inklusion Palettenmöbel für die Außenanlagen der Werkstatt gebaut. Die Fachschaft Biologie organisierte gemeinsam mit der Sportkoordination der Bertolt-Brecht- Schule die Bepflanzung eines Innenhofs durch Schülerinnen und Schüler der Mittelschule sowie jugendlichen Auszubildenden der Noris Inklusion. In der Veit-Stoß-Realschule findet alljährlich in der 8. Jahrgangsstufe das Projekt „Blindheit verstehen“ statt, in dessen Rahmen Schülerinnen und Schüler den Alltag einer Person mit Sehbehinderung nahegebracht wird und Sensibilisierung durch Perspektivwechsel erreicht wird. Einzelprojekte hierbei sind beispielsweise ein Fußballspiel mit „grauer Star-Brillen“ und dem Versuch mit einem Blindenstock durch das Schulhaus zu navigieren. Zukunftspläne der Schulen Die allgemeinbildenden Schulen der Stadt Nürnberg sind sehr aktiv im Bereich der Inklusion und planen auch weiterreichende individualisierte pädagogische Konzepte. So arbeitet die Adam-Kraft-Realschule derzeit ein Konzept mit freier Lernzeit und freier Wahl des Lernortes im Schulhaus aus. Die Arbeitskreise an den Schulen zu Inklusion und Prävention wollen sich weiter vernetzen. Das Labenwolf-Gymnasium plant einen pädagogischen Tag mit dem Ziel, ein umfassendes Präventionskonzept im Bereich psychosozialer Einschränkungen zu erarbeiten. Neben den folgenden Maßnahmen (vgl. 4.1.3 – 4.1.6), gibt es selbstverständlich eine Vielzahl von staatlichen Schulen mit Klassen, in denen einzelne Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert beschult werden.

4.1.3 Partnerklassen

Partnerklassen der Förderschule oder der allgemeinen Schule kooperieren eng mit einer Klasse der jeweils anderen Schulart. Regelmäßig findet gemeinsamer lernzieldifferenter

Unterricht statt. Angebote des Schullebens und außerunterrichtlicher Aktivitäten werden gemeinsam genutzt. Die Zahl der Partnerklassen bleibt im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr in Nürnberg konstant (siehe Anhang).

4.1.4 Kooperationsklassen

In den langjährig bewährten Kooperationsklassen der Grund- und Mittelschulen werden Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten in Unterricht und Erziehung nachhaltig gefördert. Merkmal der Kooperationsklasse ist der durchgängig gemeinsame Unterricht in allen Fächern. Dies erfordert eine qualitative und quantitative Anpassung der Unterrichts- und Förderangebote an die individuellen Bildungs- und Erziehungsbedarfe der Schülerinnen und Schüler. In Kooperationsklassen werden drei bis fünf Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf integriert beschult. Die Zahl der Kooperationsklassen bleibt im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr in Nürnberg konstant (siehe Anhang).

4.1.5 Alternative schulische Angebote (AsA)

Das Alternative schulische Angebot (AsA) stellt eine Sonderform der Mobilen Sonderpädagogischen Diensten (MSD) dar. So zeigt es sich als eine Form der Erziehungshilfe. Ziel ist eine vorbeugende Wirkung, um das Auftreten massiver Verhaltensauffälligkeiten zu verhindern. Daher setzt das AsA in schwierigen Erziehungssituationen an, z. B. bei Schüler-Lehrer-Konflikten, Leistungsverweigerung, massivem Störverhalten oder Schulschwänzen. Die Zahl der Alternativen schulische Angebote (AsA) bleibt im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr in Nürnberg konstant (siehe Anhang).

4.1.6 Schulen mit dem Schulprofil Inklusion

Schulen, die dieses Profil erworben haben, nehmen Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf auf der Grundlage eines inklusiven Bildungs- und Erziehungskonzepts auf. Der Unterricht und das Schulleben orientieren sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten aller Schülerinnen und Schüler. Lehrkräfte der Förderschulen sind in das Kollegium der allgemeinen Schule eingebunden, in Kooperation mit den Lehrkräften der allgemeinen Schule gestalten sie vielfältige Formen des kooperativen Lernens. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch den kontinuierlichen fachlichen Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen der Förderschule und der allgemeinen Schule ein Kompetenztransfer stattfindet. Die Schulen erhalten exklusiv eine zusätzliche Unterstützung durch eine Sonderschullehrkraft und eine weitere Differenzierungsstunde. Festzuhalten ist, dass diese Unterstützung von Seiten des Kultusministeriums weiterhin nur staatlichen Schulen offensteht. Im Vergleich zum vorherigen Schuljahr ist die Anzahl der Schulen mit dem Schulprofil Inklusion gleichgeblieben (siehe Anhang).

4.2 Berufliche Schulen

4.2.1 Einzelintegration

Im Rahmen der Einzelinklusion wurden von den beruflichen Schulen der Stadt Nürnberg 21 Fälle gemeldet, von denen elf Inklusionsbedarf im Bereich der körperlichen Entwicklung und Motorik (neun im Vorjahr), sechs in der Sensorik (Hören und Sehen, sechs im Vorjahr) und vier in der geistigen Entwicklung (vier im Vorjahr) aufwiesen. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gestiegen.

Einzelinklussionsschüler/innen

Schuljahr 2022/23

6

11

4

Hören/Sehen geistige Entwicklung körperlich-motorische Entwicklung

Quelle: Eigene Darstellung, SchB

Um das Lernen der Schülerinnen und Schüler mit besonderen Förderbedarfen individuell gestalten zu können, beantragen die Schulen in Abstimmung mit dem MSD für Schülerinnen und Schüler mit großen Unterstützungsbedarfen Budget- und Anrechnungsstunden bei der Regierung von Mittelfranken. Über die Direktorate B1 bis B14 hinweg, wurden im Schuljahr 2022/23 insgesamt 11,5 Lehrerwochenstunden beantragt.

Anrechnungs- und Budgetstunden für Einzelinklusion im

Schuljahr 2022/23

33 27 24 20 19

11,5 9

2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23

Quelle: Eigene Darstellung, SchB

Da Jugendliche und junge Erwachsene ihren Bildungsweg selbst (unter 18-Jährige in Abstimmung mit ihren Erziehungsberechtigten) wählen, liegt die zukünftige Entwicklung der Zahl der Einzelinklusionen von Faktoren ab, die außerhalb des Einflussbereichs der Schulen liegt.

Die intensive Zusammenarbeit mit dem MSD wurde fortgeführt, wodurch die eingesetzten Lehrkräfte in kollegialen Fallberatungen zu einer noch gezielteren Handlungsfähigkeit geführt werden konnten. Auch über die Schülerinnen und Schüler mit diagnostiziertem Inklusionsbedarf hinaus, fanden an den beruflichen Schulen zahlreiche „Breitenförderungsmaßnahmen“ statt, die den individuellen Bedürfnissen und Problemfeldern der Jugendlichen Rechnung tragen. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrkräften, Schulleitung, Schulpsychologie, Sozialpädagogik und MSD sorgte an den beruflichen Schulen auch im Schuljahr 2022/23 für ein engmaschiges Netz und eine effektive Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Unterstützungsbedarfen.

4.2.2 Exemplarische Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf an

Berufsschulen

Die Direktorate 4 und 6 verfolgen die Kooperationen mit der Alfred-Welker-Förderschule bzw. der Rummelsberger Berufsschule weiter. Diese Piloten könnten in Zukunft als Muster für weitere Kooperationen zwischen den Nürnberger beruflichen Schulen und Förderschulen dienen. Zwischen den Lehrkräften der B6 und denen der Berufsbildungswerk Rummelsberg gGmbH besteht ein enger Austausch, der den Lehrkräften wichtige Einblicke in Techniken inklusiver Beschulung gibt. Hierbei handelt es sich vorwiegend um psychosoziale Problemstellungen. Für den Bereich Hören besteht an der B2 eine enge Kooperation mit einer Gebärdendolmetscherin. Lehrkräfte der B3 stehen in Austausch mit der Blindenanstalt Nürnberg, um Expertise und praktische Tipps im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit sensorischen Störungen zu erhalten.

Weitere bereits bestehende Projekte wie die Bereitstellung inklusiv gestalteter, digitaler Lernmaterialien am Direktorat 4 oder der virtuelle MSD Raum am Direktorat 1 werden fortgeführt.

4.2.3 NQS-Forum 2023 – Heterogenität und Inklusion

Am Freitag, dem 05.05.2023 fand das jährliche, ganztägige NQS-Forum der Stadt Nürnberg im BBZ mit ca. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Das NQS-Forum dient zum Austausch und zur Qualitätsentwicklung im Rahmen des Nürnberger Qualitätsmanagements an Schulen (NQS). Im vergangenen Schuljahr wurden die Themen Heterogenität und Inklusion in den Fokus genommen. Neben den Schulleitungen und NQS-Teams der kommunalen beruflichen Schulen nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Stadtratsfraktionen, des IPSN, des ISB2 und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg teil. Auftakt der Veranstaltung war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine erste Key Note von Frau Prof. Dr. Burda-Zoyke, in der ein grundlegendes Verständnis und theoretische Ansätze dargelegt wurde, sowie ausgewählte Instrumente und Good-Practice-Beispiele auch

2 ISB = Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

unter Berücksichtigung des Einsatzes digitaler Medien vorgestellt und diskutiert wurden. Des Weiteren konnten Denkanstöße zum Transfer in die diversen Bildungsgänge der beruflichen Schulen vermittelt werden. Im Anschluss folgte eine weitere Key Note von Frau Prof. Dr. Marion Händel zum selbstregulierten Lernen. Selbstreguliertes Lernen ist eine zentrale Kompetenz für lebenslanges Lernen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung von Bildung, Beruf und Gesellschaft. Im Vortrag wurden auf Basis theoretisch und empirisch fundierter Modelle niederschwellige Maßnahmen zur Implementation und Förderung selbstregulierten Lernens in der beruflichen Bildung diskutiert. Dabei wurden direkte und indirekte Fördermaßnahmen sowie deren Evaluation in der Praxis beleuchtet.

Nach den Fachvorträgen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit an vielseitigen Workshops teilzunehmen:

 Unterstützung bei verschiedenen Förderschwerpunkten  Gewaltfreie Kommunikation  Inklusion im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) – B5  STARK – Resilienz und Stresskompetenz in Schule und Ausbildung – B14  PerLen – Personalisiertes Lernen – B2  Cool – Cooperatives offenes Lernen – B6  Medienselbstkompetenz bei Schülerinnen und Schülern entwickeln

4.2.4 Special Olympics Host Town Projekt

Im Sommer 2022 wurde die B14 vom SportService angefragt, ob der Berufsbereich „Tourismus“ einen Beitrag zum Host Town Projekt der Special Olympics leisten könne, etwa durch Organisation von Gästeführungen für ca. 200 bis 300 Athletinnen und Athleten sowie Begleitpersonen. Die Planung eines solchen Events fällt genau in das Aufgabengebiet der Kaufleute für Tourismus und Freizeit und wurde deshalb zielgerichtet mit dieser Schülerklientel geplant, durchgeführt und reflektiert. Die Schülerinnen und Schüler der B14 haben insgesamt 16 Gästeführungen für insgesamt 160 Athletinnen und Athleten aus Österreich und Venezuela sowie deren Begleitpersonen in Nürnberg geplant, daran teilgenommen und anschließend ihr Ergebnis reflektiert. Die Gästeführungen wurden von „Kult(o)uren für alle“ (Caritas-Pirckheimer-Haus), der Congressund Tourismuszentrale, Geschichte für alle, Spielzeugmuseum und dem Zukunftsmuseum durchgeführt. Die Führungen fanden u. a. in der Altstadt, am Hauptmarkt, im Germanischen Nationalmuseum und an vielen anderen Orten in Nürnberg statt. Vor den Gästeführungen gelang es ein kleines Orgelkonzert in der Kirche St. Sebald zu organisieren. Besonders für Menschen mit Seheinschränkungen ist der Klang der Orgelmusik ein wunderbares Erlebnis.

Auch die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Gästeführungen waren durchweg positiv. Das Projekt wurde bereits detailliert im letzten Schulausschuss vorgestellt.3

3 vgl. Sitzung des Schulausschusses am 27.10.2023 – Ö5 Vergabe von pädagogischen Projektmitteln

4.2.5 Alternative schulische Angebote (AsA)

An der B5 ist wie in den beiden Vorjahren eine Stelle für eine Zweitqualifikantin für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen und emotional-soziale Entwicklung eingerichtet. Hierdurch kann nicht nur eine enge Kooperation, sondern sogar eine Verzahnung der schulischen Aktivitäten mit denen des MSD weitergeführt werden. In Abstimmung mit dem Schulleiter der Alfred-Welker-Schule verfügt das Direktorat 5 über eine Stelle, die sich in zwölf Lehrerwochenstunden Unterrichtszeit und fünf Wochenstunden Einsatz in der MSD-AsA-Ü- Klasse an der Beruflichen Schule Direktorat 5 und „klassischen MSD“-Dienst an den beruflichen Schulen gliedert. Die Lehrkraft verfügte schon vor ihrer Anstellung über Erfahrung in der Durchführung Alternativer schulischer Angebote, und konnte hierdurch mit Beginn der Tätigkeit wichtige Beiträge bei der Förderung der Schülerinnen und Schüler leisten. Damit existiert ein äußerst wertvolles Bindeglied zwischen dem MSD und den beruflichen Schulen der Stadt Nürnberg.

4.2.6 Weiteres Vorgehen - Einbindung in die Aktivitäten zur Inklusion auf Stadtebene Von den Schulen wird häufig der Wunsch geäußert, den Begriff der Inklusion weiter zu fassen. Die Entwicklung der letzten Jahre setzt sich fort: Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben, wächst Jahr für Jahr. Die Verhaltensauffälligkeiten inner- und außerhalb des Unterrichts steigen kontinuierlich. Es handelt sich hierbei um ganz besondere Herausforderung, denen sich nicht mit Nachteilsausgleich, Notenschutz oder Budgetstunden begegnen lässt. Hier sind mehr Unterstützung durch die Schulpsychologie, durch die Jugendsozialarbeit und den MSD gefordert. Da Maßnahmen der Einzelinklusion und das Wahrnehmen von Unterstützungsangeboten immer von der Mitwirkung der Erziehungsberechtigten abhängen, ist ein wichtiger Bestandteil, der Stigmatisierung spezieller Bedürfnisse weiter entgegenzuwirken, damit nicht nur das Angebot ausgeweitet, sondern auch die Akzeptanz vergrößert wird.

5. Inklusives Handeln im Sportbereich

5.1 Netzwerk Inklusiver Sport

Gemeinsam mit dem Freizeitnetzwerk Sport der Lebenshilfe Nürnberg erarbeitet der SportService für den „inklusiven Sport“ Ansatzpunkte konkreter Maßnahmen. Dabei ist die enge Kooperation mit Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern, Sportlerinnen und Sportlern sowie Expertinnen und Experten selbstverständlich. Ziel ist, dass Menschen mit Behinderung Sport machen können, auch mit Menschen ohne Behinderung. Das Motto: Inklusion im und durch Sport!

Im Rahmen des Host Town Programs der Special Olympics World Games 2023 und der dadurch geschaffenen Ressourcen traf dieses Netzwerk von Beginn an auf großes Interesse und wird auch aktuell durch weitere Akteurinnen und Akteure sowie Unterstützerinnen und Unterstützer stetig gestärkt und ausgebaut. Nun gilt es, nachhaltige Strukturen für inklusiven Sport zu stärken.

5.2 Möglichkeiten der Bezuschussung inklusiver Sportangebote

Im Rahmen des Projektpreises was bewegen (früher: Projektförderung) der Stadt Nürnberg werden u. a. inklusive Vorbildprojekte von Vereinen gewürdigt und unterstützt. Beispielhaft hierfür wurden 2023 bereits 570 € für Assistenzen im Sport, 1 490 € für Tennis- Rollstühle beim Schwimmerbund Bayern 07 e. V. und knapp 200 € für Lizenzfortbildungsmaßnahmen Inklusion ausgezahlt.

Der Behinderten- und Versehrtensportverein (BVSV) Nürnberg e. V. erhält zur Durchführung seines Auftrages im Bereich des Behindertensports einen jährlichen Zuschuss. Für 2023 wurde wie im Vorjahr ein Zuschuss von 2.600 EUR gewährt. Der SportService verwaltet diesen Zuschuss.

6. Bauliche Maßnahmen

Inklusion ist ein Querschnittsthema. Schulbereichsübergreifendes Denken und Handeln sind in der Inklusion unerlässlich und werden in allen Bereichen berücksichtigt, z. B. auch bei der Planung und Gestaltung aller neuer Schulgebäude4 und bei der Modernisierung von Bestandsbauten5.

Aktuelle Baumaßnahme: 3-fach Turnhalle Schulzentrum Südwest

Folgende inklusive Maßnahmen wurden nach DIN 190404-1 umgesetzt:  Sanitärbereich Für die Sportlerinnen und Sportler, sowie für die Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Tribüne stehen auf selbiger Ebene, und kurzem Weg, Behindertentoiletten bereit. Die Sanitärausstattung ist farblich abgesetzt. Die Behinderten-WCs sind außen mit Griff und Schließzylinder für Euroschlüssel ausgestattet.  Aufzug Ein Aufzug im EG zum OG ermöglicht gehbehinderten Personen sowie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern in den Zuschauerbereich der Tribüne zu gelangen. Die Aufzüge sind ca. 1,1 m x 2,1 m groß. Das Tableau gemäß EN81-70 B ist waagrecht auf einer Höhe von 90 cm angeordnet. Eine Induktionsanlage für den Notruf ist in den Aufzügen vorhanden. Für den Notfall sollen auf dem Display Nachrichten für taube Menschen angezeigt werden können.  Tribüne Auf der Tribüne sind zwei Zuschauerplätze mit guter Sichtbeziehung zum Sportgeschehen in der Halle für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer reserviert. Weiterhin ist die Tribüne mit einer induktiven Höranlage ausgestattet.  Parkplätze Für gehbehinderte Personen, sowie Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer stehen entsprechende Parkplätze mit kurzen Wegen zur Sporthalle zur Verfügung.  Umkleiden Die Umkleiden sind schwellenfrei und je Sporthalle ist ein Behinderten-WC mit Dusche und Umkleidemöglichkeit vorgesehen.  Treppen/Flure

4 Anhang: Standards, hinsichtlich Inklusion, bei Neubauten von Nürnberger Schulen

5 Anhang: Maßnahmen der HVE Schule und Sport, die im Hinblick auf Barrierefreiheit erfolgt sind.

Sämtliche Treppen und Stufenkanten sind farblich markiert. Die Treppen haben einen durchgehenden Handlauf mit ca. 30 cm Überhang. Die Handläufe an beiden Seiten haben keine scharfen Kanten. Die Flure sind entsprechend breit und für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer geeignet.  Haupteingangstüre Die Haupteingangstüre der Sporthalle ist mit einer Offenhaltung oder einer automatischen Türöffnung ausgestattet. Sämtliche weitere Glastüren sind auf zwei Höhen mit kontrastreichen Markierungen versehen. Weiterhin unterstützt ein Informationssystem die Orientierung im Gebäude. Die Türen sind eindeutig zu erkennen, leicht zu öffnen und zu schließen sowie sicher passierbar.  Leitstreifen Sporthallen und Schulgebäude (Bauabschnitt 2) sollen mit einem Leitstreifen miteinander verbunden werden.  Brandschutz Das Brandschutzkonzept ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit verschiedenen Einschränkungen ausgerichtet. Dabei ist nicht nur die Rettung durch Hilfspersonen gewährleistet, sondern auch die Möglichkeit zur Selbstrettung.

7. Ausblick

Mit einem auf mehreren Feldern aktiven Netzwerk aus Sport, Kultur, Gesellschaft, Politik, Bildung und Verwaltung will Nürnberg das größte inklusive Sportevent Deutschlands stattfinden lassen. Als Stadt der Demokratie, des Friedens und der Menschenrechte möchte Nürnberg dabei ein Zeichen setzen. Hierzu hat die Stadt ihre 120-seitige Bewerbung um die Ausrichtung der „Special Olympics Nationale Spiele 2026“ eingereicht. Die Begeisterung die das Host Town Program 2023 ausstrahlte und verdeutlichte, wie gelebte Inklusion funktioniert, hat mehr als 30 Sportvereine und Verbände sowie unterschiedliche Institutionen dazu bewogen ihre Unterstützung für die „Special Olympics Nationale Spiele 2026“ in Nürnberg zuzusagen. Die sportliche Infrastruktur ist in Bezug auf Sportveranstaltungen erprobt und das geplante Kultur- und Freizeitangebot für die zu erwartenden 13.000 Gäste verspricht eine Veranstaltungswoche, die weit über die Region hinaus zeigen wird, getreu dem Motto: Inklusion bereichert, macht Freude und ist gelebter Zusammenhalt in seiner besten Form. Das Werkstatt-Programm „Lernen - individuell und gemeinsam“ soll nachhaltige Vernetzungsstrukturen schaffen, indem es das Ziel verfolgt, einen Verbund von Schulen unterschiedlicher Schularten zusammenzuführen, die im Hinblick auf Inklusion einen gemeinsamen Wirkungsraum bilden, ihre Kooperation ausbauen und einen inklusionsermöglichenden Unterricht mit Unterstützung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des IPSN entwickeln. Dadurch soll der Willen der Schulen, sich für alle Schülerinnen und Schüler zu öffnen, zusätzlich gefördert werden.

Alles in allem verfolgen die Schulen das Thema Inklusion konsequent weiter und unternehmen auch Anstrengungen, den Schülerinnen und Schülern passgenaue Angebote zu machen, um sie dort abzuholen, wo sie stehen.

Anhang

zu 4.1.3 Partnerklassen im Schuljahr 2022/23  Grundschule Friedrich-Hegel-Schule (kooperiert mit Partnerklassen der Merianschule, Förderzentrum „Geistige Entwicklung“)  Grundschule Wahlerschule (kooperiert mit vier Partnerklassen der Jahrgangstufen 1- 4 der Jakob-Muth-Schule, Förderzentrum „Geistige Entwicklung“ der Lebenshilfe)  Mittelschule Konrad-Groß-Schule (kooperiert mit Partnerklassen der Paul-Moor- Schule, Sonderpädagogisches Förderzentrum Merseburger Str.)  Grundschule Dunant-Schule bildet vier Partnerklassen, die an der Jakob-Muth- Schule, SFZ „Geistige Entwicklung“ der Lebenshilfe, unterrichtet werden. Dazu werden vier Regelklassen am Förderzentrum unterrichtet [IKON-Klassen (Intensiv kooperierende Klassen Nürnberg) mit wissenschaftlicher Begleitung]

zu 4.1.4 Kooperationsklassen im Schuljahr 2022/23 Grund-/Mittelschulen in Kooperation mit Förderzentren:

 GS Knauerschule SFZ Bärenschanze
 GS Erich-Kästner-Schule SFZ Eva-Seligmann-Schule
 GS Eibach SFZ Eva-Seligmann-Schule
 GS Reutersbrunnenschule SFZ Bärenschanze
 GS Scharrerschule SFZ Jean-Paul-Platz
 GS Friedrich Wanderer SFZ Bärenschanze
 GS Birkenwald-Schule SFZ Eva-Seligmann-Schule
 MS Schlößleinsgasse SFZ Eva-Seligmann-Schule

zu 4.1.5 Alternative schulische Angebote (AsA) in Kooperation mit Förderzentren im Schuljahr 2022/23

 GS Michael-Ende SFZ Martin-Luther
 GS Bartholomäus SFZ Paul-Moor
 GS Friedrich-Wilhelm-Herschel SFZ Langwasser
 GS Ludwig-Uhland-Schule SFZ Paul-Moor-Schule
 MS (D) St. Leonhard SFZ Bärenschanze
 MS (D) Adalbert-Stifter-Schule SFZ Langwasser
 MS Dr.-Theo-Schöller-Schule SFZ Bärenschanze
 MS Friedrich-Wilhelm-Herschel SFZ Jean-Paul-Platz

zu 4.1.6 Schulen mit dem Schulprofil „Inklusion“ im Schuljahr 2022/23  GS Hegelschule  GS Bismarckschule  GS Michael-Ende-Schule  MS Bismarckschule  GS Wahler-Schule  MS St. Leonhard  RS Geschwister-Scholl  BS Alfred-Welker

zu 6. Standards, hinsichtlich Inklusion, bei Neubauten von Nürnberger Schulen

 Blindenleitsystem am Boden [von der Straße (Haltestelle) bis zum Sekretariat]  Aula, Mehrzweckräume, Turnhalle sind ausgestattet mit Induktionsschleifen  Behindertenparkplätze an den Schulen  auf jeder Etage besteht eine Behindertentoilette (im Idealfall im Erdgeschoss eine Behindertentoilette mit automatischer Türöffnung)  im Einzelfall eine Behindertentoilette mit Duschmöglichkeit  Fahrstuhl  Haupteingang mit Gegensprechanlage, Klingel, Kamera und mit Türantrieb  Verwendung kontrastreicher Farben für seheingeschränkte zur Markierung von Übergängen (zu Beginn der Treppenstufe und am Ende der Treppenstufe, Boden und Wände haben unterschiedliche Farben)  ein inklusives Klassenzimmer pro Zug o inklusive Klassenzimmer sind größer (75 m² statt 66 m² pro Klassenzimmer) o Inklusionsklassenzimmer haben auch eine Induktionsschleife im Klassenzimmer  Schulgebäude und -gelände sind barrierefrei (Pausenhofgestaltung nach DIN 18034)

zu 6. Maßnahmen der Hausverwaltungseinheit Schule und Sport (HVE – Schule und Sport), die im Hinblick auf Barrierefreiheit erfolgt sind:

2022 und 2023

 Grimmschule, Ertüchtigung von Klassenzimmern mit Schallschutz gemäß geforderten Nachhallzeiten für Schülerinnen und Schüler mit schwerer Hörschädigung  Hans-Sachs-Gymnasium, Installation eines Aufzuges für mobil eingeschränkte Personen im Zuge der Flucht- und Rettungswegsanierung  Melanchthon-Gymnasium, Ertüchtigung von Klassenzimmern mit Schallschutz gemäß geforderten Nachhallzeiten für Schülerinnen und Schüler mit schwerer Hörschädigung  Berufsschule 2, Umbau eines behindertengerechten WC.  Turnhalle Schulzentrum Süd-West, Neubau mit Behinderten-WC und Aufzug, auch vorgesehen für die darauffolgende Fertigstellung der Schulgebäude  Neubau Mensa Ludwig-Uhland-Schule mit Aufzuganlage, behindertengerechten WC- Anlagen  Neubau Kinderhort Fürther Straße 285, Hort mit Aufzugsanlage, behindertengerechte WC-Anlagen sowie Barrierefreiheit

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