Bildung für Nachhaltige Entwicklung
an den allgemeinbildenden kommunalen Schulen der Stadt Nürnberg
Seit nunmehr zwei Jahrzehnten hat die Stadt Nürnberg eine aktive Rolle in der Förderung von Nachhaltigkeit in diversen Bereichen übernommen und wurde im Jahr 2016 hierfür ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2004 werden durch das Referat für Umwelt und Gesundheit Nachhaltigkeitsberichte für die Stadt Nürnberg erstellt. Der vierte dieser Berichte, der die Jahre 2015- 2017 umfasst, legt den Fokus ganz klar auf Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) gemäß der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.
Die Stadt Nürnberg engagiert sich auf verschiedenen Ebenen für soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Auch im Bereich Bildung und Bewusstseinsbildung hinsichtlich Nachhaltigkeit ist die Stadt aktiv. Es werden Bildungsprogramme und Schulungen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Schulen angeboten, um das Verständnis für Umweltthemen zu fördern. Dies trägt dazu bei, die Gemeinschaft in die nachhaltige Entwicklung der Stadt einzubeziehen und einen breiten Konsens über die Bedeutung von Umwelt und Klimaschutz zu schaffen. Hierzu unterhält etwa das Schulreferat die Energie- und Umweltstation am Wöhrder See. Letztere bietet ein breitgefächertes Programm für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in Nürnberg an, insbesondere für Schülerinnen und Schüler.
Im Bildungsbereich hat die Förderung Nachhaltiger Entwicklung, inklusive Umweltbildung und globalem Denken auch seit vielen Jahren oberste Priorität in den bayerischen Lehrplänen und ist ein fester Bestandteil des Unterrichts an den Schulen in Nürnberg. Zusätzlich zum regulären Unterricht verstärken dies spezielle Projekte und Aktivitäten an den allgemeinbildenden Schulen in der Stadt Nürnberg. Der vor einigen Jahren durch das heutige Referat für Schule und Sport initiierte jährliche Umwelttag an städtischen Schulen wird so ganzjährig durch ein vielfältiges Curriculum im Bereich Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz ersetzt. Einen ausschnittsweisen Einblick geben die folgenden exemplarisch dargestellten Projekte im Bereich der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) an den städtischen allgemeinbildenden Schulen in Nürnberg.
Adam-Kraft Realschule (AKR)
Projekt „Fahrradwerkstatt“ (SDGs: 4, 9, 11, 12,13) Im Schuljahr 2022/2023 ermöglichte das Projekt "Fahrradwerkstatt" den Schülerinnen und Schülern die Erlangung grundlegender handwerklicher Fahrrad-Fertigkeiten. Zu diesen Fertigkeiten gehörten das Wechseln von Fahrradschläuchen und Bremsbelägen, die Pflege der Fahrradkette sowie auch anspruchsvollere Reparaturarbeiten. Die wöchentlichen Treffen zogen Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 7 - 9 an.
Eine Herausforderung bestand in dem begrenzten zeitlichen Rahmen von 90 Minuten, da einige Reparaturen mehr Zeit in Anspruch nahmen oder Ersatzteile bestellt werden mussten. Im vergangenen Schuljahr konnten insgesamt 25 Aufträge bearbeitet werden, wodurch Schülerinnen und Schüler ihre Fahrräder wieder in einen fahrtüchtigen Zustand versetzen konnten. Das Projekt vermittelte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Erkenntnis, dass Reparaturen durchaus möglich sind und einfache Handgriffe eigenständig durchgeführt werden können. Dabei wurde stets auf den sorgsamen Umgang mit Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien geachtet, was das Projekt in Bezug auf Nachhaltigkeit zu einem vollen Erfolg werden ließ. Mobilität und Nachhaltigkeit konnten praktisch erlebt werden.
Good Food 7 (SDGs: 2, 3, 4,) Der Inhalt des Projekts umfasste verschiedene Aspekte der Ernährung, wobei der Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen Zucker und komplexen Kohlenhydraten lag. Das Herzstück des Projekts bildete ein "Frühstücksversuch", der an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit allen 7. Klassen der Schule durchgeführt wurde. Dabei wurden die Klassen per Los in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei eine Gruppe ein gesundes Frühstück (Müsli mit Obst) erhielt, während die andere Hälfte ein sehr zuckerhaltiges Frühstück (süße Cornflakes und Saft) serviert bekam. Am darauffolgenden Tag erhielten beide Gruppen das jeweils andere Frühstück. Die Menge an Kohlenhydraten war bei beiden Frühstücken identisch. Den Schülerinnen und Schülern wurde der Unterschied zwischen den beiden Frühstücksvarianten durch angeleitete Selbstwahrnehmung, Konzentrationstests und theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema verdeutlicht. Weitere Aktionen wie gesundes Kochen, ein Psychologie-Workshop (zur Änderung von Gewohnheiten), die Untersuchung von Softdrinks, eine Sporteinheit und Unterrichtsstunden zum Thema Zusatzstoffe in Lebensmitteln ergänzten den Hauptbestandteil des Projekts.
Das Projekt erreichte etwa 75 Schülerinnen und Schüler. Der zeitliche Umfang belief sich auf ungefähr zwei Schultage (ohne Nachmittagsunterricht), wobei die einzelnen Bausteine in den Klassen leicht variierten. Das Ziel des Projektes bestand darin, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Essgewohnheiten reflektieren und ihr Grundwissen über gesunde und nachhaltige Ernährung vertiefen.
Bertolt-Brecht-Schule (BBS)
Der SDG DAY (SDGs: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17) Der SDG DAY ist ein schulart- und jahrgangsübergreifendes Bildungsprojekt im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), welches seit dem Schuljahr 2021/2022 erfolgreich implementiert wird. Im Durchschnitt nehmen daran pro Schuljahr 120 Schülerinnen und Schüler teil. Die Jugendlichen werden vor die Herausforderung gestellt, eigene Projekte zu konzipieren und umzusetzen, die auf den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen basieren. (vgl. Schulausschuss 19.01.2023)
Der SDG DAY 2023/2024 ist im Rahmen der "Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit" des Freistaates Bayern angesiedelt.
Hermann-Kesten-Kolleg (HKK)
(SDGs: 3, 4, 13, 15) Das Herrmann-Kesten-Kolleg ist eine Bildungseinrichtung, die sich explizit darauf spezialisiert hat, Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Zeitraums von zwei bis drei Jahren auf das allgemeine Abitur vorzubereiten. Aufgrund der kurzen Verweildauer und der intensiven Vorbereitung auf den Abschluss bleibt weniger Raum für außerunterrichtliche Projekte im Vergleich zu anderen allgemeinbildenden Schulen.
Im vergangenen Schuljahr wurde dennoch im Rahmen eines P-Seminars neben einer Müllsammelaktion in der näheren Umgebung der Schule und der Neugestaltung des Schulgartens auch über Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Schulgebäude nachgedacht. Darüber hinaus betreibt das Kolleg ein Schulcafé, welches sein Sortiment bereits seit einiger Zeit auf Bio-Qualität umgestellt hat. Das Café ist während des Schultages an drei Pausen täglich geöffnet und wird von jeweils einer Schülerin oder einem Schüler betreut.
Johannes-Scharrer-Gymnasium (JSG)
Workshop Angebot Schulmesse EineWelt / Fairtrade School (SDGs: 2, 3, 4, 8, 10) Im März 2023 bestätigte das JSG erneut seine Mitgliedschaft im Netzwerk als „Fairtrade School". Seit sechs Jahren ist die Schule aktives Mitglied dieses Netzwerks und trug im vergangenen Schuljahr dazu bei, indem sie einen von Schülerinnen und Schüler geleiteten Workshop auf der Schulmesse EineWelt mit dem Motto "#wecareforfuture" anbot. In diesem Workshop erklärten Schülerinnen und Schüler des JSG anderen Jugendlichen und Interessierten, wie Schulen das Zertifikat "Fairtrade School" erlangen können und welche Anstrengungen dazu an der Schule notwendig sind. Zusätzlich dazu gestalteten Jugendliche aus der Schule eine virtuelle Schnitzeljagd auf der Plattform Actionbound mit dem Motto "Fair durch Nürnberg", bei der verschiedene Rätsel im Zusammenhang mit fairem Handeln in Nürnberg gelöst werden mussten.
Des Weiteren kooperiert das Johannes-Scharrer-Gymnasium in den ersten beiden Schulwochen des Schuljahres mit einem Wahlkurs und dem P-Seminar "fairtrade", um nachhaltiges Schulmaterial für alle Schülerinnen und Schüler anzubieten.
Kinderrechte Tag (SDGs: 4, 10, 16, 17)
Ein weiteres Projekt stellt der „Kinderrechte Tag“ dar, ein zweitägiges Vorhaben, das anläss-
lich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November eines jeden Jahres durchge-
führt wird. Im Rahmen dieses Projektes werden verschiedene Workshops und Projekte für die
Schülerinnen und Schüler angeboten. Das Programm umfasst unter anderem den „Eine-Welt-
Koffer“, Ausstellungen zum Thema Kinderrechte, Schatzsuchen in der Umgebung der Schule
bezüglich der Kinderrechte, einen Parcours zu Kinderrechten sowie Lesungen und Workshops
zum Thema „Recht auf Gesundheit“ mit dem Schwerpunkt auf Ernährung und Frühstück. Im
Zuge des Kinderrechte-Tages nehmen Schülerinnen und Schüler auch an der Aktion „Lesen
für UNICEF“ teil, wodurch sie sich sozial für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus den
Ländern des globalen Südens engagieren.
Labenwolf-Gymnasium (LG)
Projekt Laborradeln (SGDs: 4, 9, 11, 12,13)
Das Projekt "Laborradeln23" wurde im Schuljahr 2022/23 erneut durchgeführt, wobei die
Schule sich an der bayern- und bundesweiten Kampagne "Stadtradeln" beteiligte, die ebenfalls
von Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg unterstützt wird. Das Hauptziel dieses Projekts
besteht darin, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen Zeitraum von drei Wochen
vermehrt das Fahrrad als Verkehrsmittel für ihre täglichen Wege und Freizeitaktivitäten nutzen.
Am LG wird die Kampagne von einem Arbeitskreis, zusammengesetzt aus Schülerinnen und
Schülern, unter der Begleitung einer Lehrkraft, konzipiert und organisiert. Auf diese Weise
können die Schülerinnen und Schüler aktiv am Projekt teilnehmen und dazu beitragen. Des
Weiteren steht die Teilnahme der gesamten Schulgemeinschaft offen, wodurch ein generati-
onsübergreifendes Miteinander ermöglicht wird. Das Projekt fördert zudem nachhaltige Mobi-
lität, die Integration von Bewegung in den Alltag und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls
in der Schule. Die Kampagne wird durch die Aktion "KM für dein Projekt" der Bürgerstiftung
Kerscher begleitet, wodurch Anschaffungswünsche der Schülermitverantwortung (SMV) reali-
siert werden können. Im Jahr 2023 nahmen etwa 180 aktive Radlerinnen und Radler sowie 10
Schülerinnen und Schüler im Organisationsteam teil. Der zeitliche Rahmen für die Arbeit des
Arbeitskreises "Laborradeln" erstreckte sich von Februar bis Juli 2023, während der Aktions-
zeitraum drei Wochen im Juni/Juli 2023 umfasste.
Projekttage (SDGs: 1, 4, 5, 12, 13, 16)
Im Schuljahr 2022/23 wurden erstmals Projekttage mit einem neuen Konzept durchgeführt.
Dieses Konzept betont insbesondere die Aspekte der Partizipation, des projektorientierten Ler-
nens und der Durchmischung verschiedener Jahrgänge. Es sieht vor, dass Schülerinnen und
Schüler nicht nur an Projekten teilnehmen, sondern auch eigene Ideen entwickeln und somit
die Verantwortung für ihre Projekte übernehmen können. Lehrkräfte bieten ebenfalls Projekte
an. Insgesamt wurden rund 50 Projektideen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften
eingereicht, wobei viele Themen im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwick-
lung (SDGs) behandelt wurden, wie beispielsweise Projekte zur Unterstützung von Obdachlo-
sen, zu Genderfragen und zum Upcycling. Durch klassenübergreifende Angebote wird das
gemeinsame und altersgemischte Miteinander gefördert. Das neue Konzept trägt somit zur
schrittweisen Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Lernkultur bei.
Im Jahr 2023 nahmen etwa 550 Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen teil. Die Konzeption
und Organisation des Projekts erfolgte durch ein Lehrerteam von März bis Juli 2023, der Akti-
onszeitraum erstreckte sich über zwei Tage im Juli 2023.
Peter-Vischer-Schule (PVS)
Grünes Klassenzimmer (SDGs: 3, 4, 11, 12, 15)
Im Verlauf des vergangenen Schuljahres wurde in der städtischen PVS ein Projekt initiiert, das
die Integration von Grünflächen auf dem Schulgelände zum Ziel hatte. Das sogenannte "Grüne
Klassenzimmer" ist als ein Open-Air-Klassenzimmer angelegt. Dieses Projekt verfolgt nicht
nur die ästhetische Verschönerung des schulischen Geländes, sondern beinhaltet auch einen
pädagogischen Mehrwert: Die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in die Planung und
Umsetzung schafft eine direkte Verbindung zur Natur und fördert ihr Bewusstsein für Nachhal-
tigkeit. Es ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, die Umwelt unmittelbar zu erfahren und
greifbar zu machen.
Das Grüne Klassenzimmer, welches sich am Rand des Pausenhofs unter Bäumen befindet,
wurde mit Sitzgelegenheiten aus Gabionen erweitert. Eine renovierte Garage dient als Außen-
tafel. Die Gabionen sind mit Erde befüllt und werden im laufenden Schuljahr mit verschiedenen
Pflanzen bepflanzt. Eine Tropfbewässerung wird installiert, um die nachhaltige Pflege und Be-
ständigkeit der neuen Pflanzen zu gewährleisten. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen einer
Mittagsaktivität und umfasste jeweils etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5
bis 7 pro Halbjahr. Dieses Klassenzimmer steht jedoch nicht nur dieser Schülergruppe zur
Verfügung. Da es als reguläres Klassenzimmer genutzt werden kann, profitieren potenziell alle
1200 Schülerinnen und Schüler der Schule von dieser Neuerung. Es bietet nicht nur eine al-
ternative Lernumgebung, sondern auch eine ansprechende Sitzgelegenheit während der Pau-
senzeiten und trägt insgesamt zur Aufwertung des Pausenhofs bei.
Insgesamt stellt das Grüne Klassenzimmer einen bedeutenden Schritt zur Steigerung der Le-
bensqualität an der PVS dar und fördert die Verbundenheit der Schülerinnen und Schüler mit
der Natur. Es ist Teil eines umfassenden Konzepts, das darauf abzielt, die schulische Umge-
bung insgesamt lebenswerter zu gestalten.
Mülleimeraktion (SDGs: 4, 11, 12, 13, 14)
Im Verlauf des Schuljahres 2021/2022 wurde der Umwelt-AG die Situation hinsichtlich der
Mülltrennung an der PVS bewusst. Es wurde festgestellt, dass zu viele Produkte nicht in Über-
einstimmung mit den Vorschriften entsorgt wurden, insbesondere in Bezug auf Papier, Verpa-
ckung und Restmüll. Es wurde beschlossen, jedes Klassenzimmer mit drei verschiedenen
Müllbehältern (für Papier, Plastik und Restmüll) entsprechend zu ergänzen und zu beschriften.
Nachdem die Anzahl der Behälter ermittelt und fehlende Müllbehälter bestellt wurden, erstellte
die Umwelt-AG hochwertige, selbst gestaltete Aufkleber für die verschiedenen Behältertypen
in den Klassenzimmern und Fluren.
Sigena-Gymnasium (SG)
Schulgarten (SDGs: 3, 4, 6, 11, 13, 15)
Der Schulgarten am SG wurde im Jahr 2022 etabliert und wird seitdem aktiv entwickelt und
bewirtschaftet. Im Juli 2022 wurden Hochbeete aus Paletten konstruiert, die im Schuljahr
2022/2023 mit einer Auskleidung und Füllmaterial versehen wurden. Die Setzung und Auf-
zucht der Setzlinge erfolgten unter Anleitung in den Klassenzimmern. Die Setzlinge sowie zu-
sätzliche Pflanzenspenden von Lehrkräften wurden zum geeigneten Zeitpunkt in die Hoch-
beete eingepflanzt. Dank der großzügigen Unterstützung des Fördervereins konnte ein Solar-
bewässerungssystem erworben werden, welches sicherstellt, dass die Pflanzen auch im Som-
mer ausreichend bewässert werden, ohne Wasser zu verschwenden. Die Schülerinnen und
Schüler des Wahlfachs finanzierten die Anschaffung eines Gartenschlauchs und eines
Schlauchwagens durch einen Kuchenverkauf und einen Zuschuss des Fördervereins. Die
Ernte in diesem Sommer umfasste eine Vielzahl von Gemüsesorten, darunter Mangold, To-
maten, Gurken, Rote Bete, Kürbis, Karotten, Mais, Bohnen, Kohlrabi, Brokkoli sowie Garten-
kräuter wie Schnittlauch und Rosmarin. In diesem Schuljahr ist der Bau eines Komposthaufens
geplant, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, ihre eigene nährstoff-
reiche Erde herzustellen. Ebenso steht die Errichtung einer Kräuterschnecke auf dem Pro-
gramm, die aus recycelten Steinen gebaut wird. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich
außerdem engagiert für die Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung ein, auch wenn dies
derzeit leider noch nicht umgesetzt werden kann.
Nachhaltigkeits-Schulfest (SDGs: 3, 4, 11, 12, 14)
Am 27.07.2023 veranstaltete das SG ein außergewöhnliches Schulfest mit einem klaren Fokus
auf Nachhaltigkeit. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und der Mensabetreiber Pa-
nini arbeiteten gemeinschaftlich daran, dieses Fest zu einem nachhaltigen Erfolg zu machen.
Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte setzten sich intensiv mit dem Ziel auseinander,
ein Fest zu gestalten, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch die Umwelt schonend be-
handelt. Dazu wurden Ideen gesammelt und Maßnahmen erarbeitet, um den ökologischen
Fußabdruck auf ein Minimum zu reduzieren. Besonderes Augenmerk lag auf der Abfallredu-
zierung, wobei die Jugendlichen ermutigt wurden, wiederverwendbare Geschirrsets mitzubrin-
gen, um Einweggeschirr zu vermeiden. Des Weiteren wurden Mülltrennungsstationen bereit-
gestellt, um die ordnungsgemäße Entsorgung und das Recycling von Abfällen zu gewährleis-
ten. Auch die Dekoration des Festes wurde aus recycelten Materialien gefertigt, um Ressour-
cenverschwendung zu minimieren. Die Verpflegung auf dem Fest wurde ebenfalls nachhaltig
gestaltet und umfasste Bio-Produkte aus regionaler Herkunft sowie eine Vielzahl von vegeta-
rischen und veganen Optionen.
Das Schulfest am SG wurde nicht nur in Bezug auf die Unterhaltung, sondern auch im Hinblick
auf den nachhaltigen Ansatz äußerst positiv aufgenommen. Alle Beteiligten zeigten ein hohes
Maß an Engagement und Umweltbewusstsein. Das Fest hat eindrucksvoll demonstriert, dass
es möglich ist, Freude zu erleben und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.
Veit Stoß-Realschule (VSR)
Umwelthelfer (SDGs: 4, 6, 11, 12, 14)
An der VSR wird jedes Schuljahr eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern benannt, die
sich dazu bereit erklärt, die Einhaltung der Umwelt- und Schulregeln in den einzelnen Klassen
zu überwachen. An zwei Tagen pro Woche, jeweils am Ende des Schultages, erfolgt eine
Inspektion der Klassenzimmer, wobei eine vorher festgelegte Checkliste zur Anwendung
kommt. Hierbei werden unter anderem folgende Kriterien geprüft:
• die ordnungsgemäße Abschaltung aller elektrischen Geräte,
• das Schließen der Fenster,
• das Kehren des Bodens,
• das korrekte Abstellen des Wasserhahns,
• und ähnliche Aspekte.
Abhängig von der Sorgfalt und Ordnung in einer Klasse werden entsprechende Punkte verge-
ben. Die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erzielten Resultate der einzelnen Klassen werden
während der letzten Schulwoche vor den bevorstehenden Ferien in der Schulaula öffentlich
sichtbar gemacht. Dies geschieht in Form von Umweltwolken, die für sämtliche Mitglieder der
Schule, einschließlich der Besucherinnen und Besucher, einsehbar sind. Dieses Konzept hat
das Ziel, die Klassen zu einem Wettbewerb zu motivieren und gleichzeitig zu vermitteln, dass
das Sparen von Strom und Wasser sowie die Unterstützung unserer Reinigungskräfte keines-
wegs kompliziert sind. Schon kleine Handlungen können hierbei von Bedeutung sein.
My-Future-Week (SDGs: 3, 4, 7, 8, 10, 12, 14, 15,)
| In allen achten Klassen wird alljährlich eine Projektwoche mit dem Titel "My-Future-Week" | ||
|---|---|---|
| durchgeführt. Im Rahmen dieser Veranstaltung setzen sich die Klassen intensiv mit den The- | ||
| men gesunde und nachhaltige Ernährung, Upcycling, finanzielle Grundbildung, Ökosystem | ||
| Gewässer, Umweltverschmutzung sowie Nachhaltigkeit und Wald auseinander. Für die Abde- | ||
| ckung der Inhalte in den Bereichen "Finanzielle Grundbildung", "Ökosystem Gewässer" sowie | ||
| "Nachhaltigkeit und Wald" werden externe Dienstleister und außerschulische Bildungsorte in | ||
| den Lernprozess eingebunden. Mehrere Klassen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen be- | ||
| suchen im Laufe des Schuljahres das Besucherzentrum "Bionicum" im Tiergarten Nürnberg. | ||
| Hierbei setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Klimawandel, Ressourcen- | ||
| knappheit und Artensterben auseinander. Die Teilnahme an dieser Exkursion ist für die Klas- | ||
| sen kostenfrei. | ||
| Schlussbemerkung | ||
| Letztendlich ist die Intention aller schulischen Bemühungen im Bereich der Nachhaltigkeit die | ||
| Erreichung des SDG 4.7. „ | Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kennt- | |
| nisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem | ||
| durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, | ||
| Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürger- | ||
| schaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger | ||
| Entwicklung | “. (Quelle: SDG 4 - Hochwertige Bildung - Deutschlands Indikatoren der VN | |
| Sustainable Development Goals (sdg-indikatoren.de)) | ||
| Die Finanzierung der hier erwähnen Projekte gelingt zum einen über die Fördermittel für pä- | ||
| dagogische Projekte, des Elternbeirats, der Fördervereine der Schulen sowie durch externe | ||
| Förderer, wie zum Beispiel Stiftungen, Krankenkassen und Eigenbeteiligungen. |