Anlage 8.1
Paraleistungssport in Nürnberg
Antrag von B‘90/Die Grünen und SPD vom 22.03.2023
Der Paraleistungssport in Deutschland ist beim Deutschen Behindertensportverband (DBS) bzw. auf Landesebene beim Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS) verortet. Der DBS ist in Abstimmung mit dem Bundesministerium des Innern und für Heimat für die Umsetzung des Stützpunktsystems verantwortlich.
Para Schwimmen in Nürnberg
Das Stützpunktkonzept Paralympischer Sport umfasst zwei wesentliche Strukturelemente (Bundesstützpunkte und Paralympische Trainingszentren) und zielt darauf ab, optimale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche leistungssportliche Karriere der Athletinnen und Athleten mit einer Behinderung zu schaffen. Bundesstützpunkte Para Sport sind gekennzeichnet durch bestmögliche Rahmenbedingungen (qualifiziertes Leistungssportpersonal, geeignete Trainingsstätten, Anbindung an einen Olympiastützpunkt, Eliteschulen des Sports und Häuser der Athletinnen und Athleten mit den Elementen Sportinternate und Wohnheime) und eine hohe Konzentration von Bundeskaderathletinnen und -athleten am Standort. Paralympische Trainingszentren sind vom DBS anerkannte Standorte in paralympischen Sportarten, an denen Entwicklungspotential zur Anerkennung eines Bundesstützpunkt Para Sport besteht, gute infrastrukturelle Bedingungen vorherrschen oder Nationalmannschaften regelmäßig ihre zentralen Maßnahmen durchführen. Eine Bundesförderung wird ausschließlich den Bundesstützpunkten gewährt.
Die Sportart Para Schwimmen ist bislang die einzige, die einen Stützpunkt in der Region aufweisen kann. Dabei handelt es sich nicht um einen Bundesstützpunkt, sondern um ein Paralympisches Trainingszentrum an den Standorten Nürnberg / Erlangen. Dieses ist aktuell bis 31.12.2024 anerkannt. Obwohl sich die Kaderzahlen gut entwickelt haben (16 Kaderathletinnen und -athleten sowie weitere 15 im Blickfeld), kann der Stützpunkt aktuell noch nicht die für einen Bundesstützpunkt erforderliche Zahl an Bundeskaderathletinnen und -athleten vorweisen. Auch für eine Aufnahme an der Eliteschule des Sports sind die sportlichen Leistungen derzeit noch nicht ausreichend. Deshalb soll zunächst eine Fokussierung auf die Arbeit mit den Sportlerinnen und Sportlern aus dem Landeskadern erfolgen. Hierzu wird der BVS eine Verlängerung der Anerkennung als Paralympisches Trainingszentrum beantragen. Der DBS wird bis Mitte 2024 darüber entscheiden. Bei entsprechend positiver Entwicklung der betreuten Sportlerinnen und Sportler wird perspektivisch auch eine Bewerbung als Bundesstützpunkt in Erwägung gezogen.
Weitere paralympische Sportarten mit Perspektive für einen Stützpunkt in Nürnberg Auch die Sportart Rollstuhlbasketball hat in Nürnberg eine positive Entwicklung genommen. Mittlerweile trainiert diese Sportart am Abend auch schon regelmäßig in den Hallen der Bertolt- Brecht-Schule. Dieser Entwicklung möchte der BVS Rechnung tragen und hat beantragt, die Sportart Rollstuhlbasketball ab dem 01.01.2024 ebenfalls als Paralympisches Trainingszentrum anzuerkennen.
Bertolt-Brecht-Schule und Haus der Athleten
Im Hinblick auf das Haus der Athleten (HdA) ist zu konstatieren, dass dieses nicht barrierefrei ist, so dass hier aktuell keine Möglichkeit besteht, Parasportlerinnen und -sportler aufzunehmen. Das geplante und vom Stadtrat beschlossene neue HdA, welches in unmittelbarer Nähe zur Bertolt-Brecht-Schule entstehen soll, wird barrierefrei sein. Vorgesehen ist deshalb, dass mit Eröffnung und Bezug des neuen HdA auch der Parasport eine Heimat an der Eliteschule des Sports finden soll. In einem ersten Schritt wird es hier vor
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allem um die Sportart Basketball gehen. Aktuell befinden sich an der Bertolt-Brecht-Schule im Rahmen der Eliteschule des Sports keine Parasportlerinnen bzw. -sportler.
Olympiastützpunkt Bayern für den Para Sport
Der Olympiastützpunkt Bayern betreut aktuell zehn Sportlerinnen und Sportler in Nordbayern (OK: Olympiakader, PK: Perspektivkader, NK: Nachwuchskader):
Engel, Taliso, OK (Para Schwimmen) Glossner, Lukas, PK (Rollstuhlbasketball) Jäger, Maximilian, OK (Para Radsport) Klinge, Jakob, NK1 (Para Radsport) Korber, Manuel, PK (Para Radsport) Meyer, Tobias, NK1 (Para Sportschießen) Quellhorst, Marie, NK1 (Para Leichtathletik) Schindler, Matthias, PK (Para Rad) Teuber, Michael, OK (Para Rad) Topf, Josia, OK (Para Schwimmen)
Ausblick
Ein Konzept zur Förderung des Leistungssports kann nur durch die jeweiligen Verbände federführend erstellt und umgesetzt werden. Die Stadt Nürnberg befindet sich im Austausch mit diesen, um Unterstützungsbedarfe im städtischen Einflussbereich identifizieren zu können. Zusätzliche Unterstützungsbedarfe artikulieren die Organisationen des Paraleistungssports in Bezug auf die Nutzungszeiten in den Sportstätten. Vor allem im Langwasserbad ist die Verfügbarkeit von Wasserzeiten ein Flaschenhals für die weitere leistungssportliche Entwicklung der Schwimmsportarten. Hier ist mit der Eröffnung des Volksbads unter Umständen eine Entspannung möglich. Darüber hinaus ist es den Verbänden ein Anliegen, möglichst viele Menschen mit Behinderung zum Sport zu bringen, um aus einer breiten Basis nach Möglichkeit eine Vielzahl an Leistungssportlerinnen und -sportler entwickeln zu können. Hier wünscht man sich eine Kooperation mit den Schulen und in diesem Zusammenhang einen Zugang zur Zielgruppe, um dieser den Sport nahebringen zu können. Insgesamt nehmen die Organisationen des Paraleistungssports deutlich war, dass in Nürnberg in jüngster Zeit ein Fokus auf dem Thema Inklusion liegt, der in vielen Bereichen unterstützend bzw. ermöglichend wirkt.
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