Beschluss
des Nürnberger Rates für Integration und Zuwanderung
vom 25.07.2023
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öffentlich -
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einstimmig angenommen -
Unterstützung des Antrags im Nürnberger Stadtrat zur Schaffung einer Berufs-
messe für zugewanderte Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund
Antragsteller/innen: Betül Özen, Sorush Mawlahi, Diana Lutz
Der Integrationsrat unterstützt den Stadtratsantrag von Frau Diana Liberova (SPD) vom 23.03.2023, in Nürnberg eine Berufsmesse für zugewanderte Menschen zu schaffen und schlägt vor, die Zielgruppe ausdrücklich auch auf andere Menschen mit Migrationshintergrund auszudehnen und explizit ein mehrsprachiges Angebot vorzusehen. Darüber hinaus regt der Integrationsrat an, auch über die Etablierung kleinere Formate zum Kennenlernen bzw. zum Austausch zwischen Arbeitgebern und potenziellen Arbeitnehmerinnen nachzudenken, etwa Vorstellungen bzw. Informationsveranstaltungen von Firmen bzw. Branchen am Rande der Integrationskurse.
Begründung:
Eine solche Berufsmesse würde es qualifizierten Fachkräften mit Flucht- und Migrationsgeschichte ermöglichen, sich gezielter über mögliche Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Oft haben zugewanderte Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund (auch solche, die schon länger in Deutschland leben) Schwierigkeiten, in ihrem Berufsfeld Fuß zu fassen oder eine passende Ausbildung zu finden. Da das Sprachniveau oft eine Barriere darstellt, wäre es von Vorteil, wenn die Berufsmesse mehrsprachig angeboten würde.
Eine derartige Berufsmesse würde den Menschen und Schüler*innen helfen, mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt zu treten und sich über Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren. Gleichzeitig würden Unternehmen von der Berufsmesse profitieren, indem sie in Zeiten des Fachkräftemangels Zugang zu den oben genannten Zielgruppen erhalten. Eine solche Berufsmesse fördert somit die Integration von zugewanderten Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt und trägt zur Stärkung der Wirtschaft bei.
Der Integrationsrat wäre bereit, mit 1-2 Personen aus seinen Reihen in dem im Antrag von Frau Liberova angeregten Initiativkreis für eine Berufsmesse mitzuwirken. Die vorhandenen Netzwerke einzelner Integrationsratsmitglieder könnten das Zusammenbringen von zugewanderten Fachkräften mit Firmen begünstigen, die entsprechenden Personalbedarf aufweisen.
Neben der Messe könnten (ggf. auch pilotweise) in kleinerem Rahmen einzelne Kennenlern-Treffen während der Integrationskurse stattfinden. Beispielweise können Firmenvertretungen verschiedener Branchen am Bildungsort Informationsveranstaltun-
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gen für die Kursteilnehmenden anbieten. Somit können die interessierte Kursteilnehmenden bzw. die zugewanderten Personen, die die geforderten Fachkenntnisse aufweisen, schneller mit geeigneten Arbeitgebenden in Verbindung treten. Infolgedessen könnte sowohl der Kontaktaustausch von potenziellen Bewerbenden mit entsprechenden Firmen als auch die Informationsvermittlung effektiver und zielgerechter erfolgen. Evtl. könnten Firmenvertretungen für die Integrationskursteilnehmenden auch als Mentor*innen gewonnen werden.
Nürnberg, 26.07.2023
Die Vorsitzende Schriftführerin
Betül Özen Gülay Incesu-Asar
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ANLAGE
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An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Marcus König Rathaus 90403 Nürnberg
Nürnberg, 23. März 2023 Antragsteller: Liberova
Eine Berufsmesse für zugewanderte Menschen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
in den letzten Jahren sind viele Menschen aus dem Ausland in die Stadt Nürnberg gekommen und bauen nun ihren Lebensmittelpunkt hier auf. Es sind neben den vielen Geflüchteten aus der Ukraine und aus anderen Ländern auch viele Partner*innen, die als Familienmitglieder der Fachkräfte oder im Rahmen des Familiennachzugs nach Nürnberg kamen. Alle diese Menschen bringen wichtige Ressourcen der Vorbildung und ihre Fachlichkeit mit ausländischen Abschlüssen mit. Viele besuchen auch die Integrationskurse, doch fehlt oft im Anschluss an die Kurse die Möglichkeit, sich im Arbeitsleben auszuprobieren. Oft ist es schwierig, einen Arbeitsplatz entsprechend der eigenen Qualifikation zu finden. Dies liegt nicht nur an fehlenden Anerkennungen, sondern oft auch an der Tatsache, dass man sich mit einem bestandenen Sprachniveau B1 einen Berufs- oder Ausbildungseinstieg nicht zutraut und auch nicht immer einen Zugang zu berufsbezogenen B2-Kursen bekommt.
Diese Gruppe an zugewanderten Menschen mit den Firmen, die sich um die Fachkräfte bemühen, zusammenzubringen und damit Chancen zu eröffnen, kann Perspektiven eröffnen und Firmen beim Bewältigen des Fachkräftemangels entlasten. Beispielsweise führt die IHK bereits eine vergleichbare Integrationsmesse durch. Anknüpfungspunkt wäre hier eine Veranstaltung, explizit für Menschen nach Abschluss des Integrationskurses und dem Sprachniveau zwischen B1 und C1.
Die SPD-Stadtratsfraktion stellt aus diesem Grund zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden
Antrag:
Die Stadtverwaltung ruft gemeinsam mit dem Jobcenter einen Initiativkreis zusammen und unterstützt die Akteure bei der Organisation einer solchen Veranstaltung. Als Partner sind die Kammern – insbesondere die IHK unter Berücksichtigung der bereits durchgeführten Messe – die Agentur für Arbeit sowie AAU e.V. und weitere Firmen aus der Region zu gewinnen.