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← Sitzung des Kulturausschusses (01.12.2023)

01 Entscheidungsvorlage

Anlage · 01.12.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage: Jahreskontrakt 2024 der Museen der Stadt Nürn-

berg (KuM)

Angesichts der erheblichen Sparzwänge und Ressourcenminderungen im Personellen wie im Operativen reduzieren die Museen der Stadt Nürnberg ihr Projektangebot im Folgejahr um etwa ein Drittel des langjährig Bewährten. Sonderausstellungen werden nicht nur in der Anzahl, sondern auch im Zuschnitt verkleinert (z.B. Kabinettausstellungen) oder von externen Kooperationspartnern ausgeliehen. Die ebenfalls langjährig verfügbaren Erwerbungsmittel für die städtische Sammlung historischen Kunstund Kulturguts sind temporär um zwei Drittel gekürzt. Zur minimalen Aufrechterhaltung z.B. des Buchungswesens für Führungen oder allgemeine Kommunikation mit Besucherinnen und Besuchern ist KuM zunehmend auf Freiwilligendienste wie FSJ angewiesen. Vermutlich verzögert oder ganz hintangestellt werden (teils bereits fortgeschrittene) Drittmitteleinwerbungen für Projektvorhaben in der Digitalisierung und Vermittlung, da gerade drittmittelfinanzierte Vorhaben eines zusätzlichen personellen Betreuungsaufwands bedürfen (z.B. Mehraufwand durch Antragstellung, Berichtswesen). Dieser kann personell derzeit nicht geschultert werden. Gleichwohl sind die Museen der Stadt Nürnberg zuversichtlich, auch in 2024 ihre positive Sichtbarkeit aufrecht zu erhalten und angestoßene Langfristvorhaben in den technischen Hauserneuerungen sowie im Strukturellen und Inhaltlichen vorantreiben zu können.

 Ausstellungen und Veranstaltungen für das Jahr 2024 (Auswahl)

Perspektiven auf 75 Jahre Ende der Nürnberger Prozesse

Memorium Nürnberger Prozesse, Februar 2024 bis März 2025

Das Jahr 1949 markiert das Ende der Nürnberger (Nachfolge-) Prozesse - und die Geburtsstunde des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Mit einer großen Reihe „Perspektiven auf 75 Jahre Ende der Nürnberger Prozesse“ beschäftigt sich das Memorium ab Frühjahr 2024 mit der Ereignis- und Wirkungsgeschichte dieser bahnbrechenden justiziellen Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen. Die Formate sind vielfältig. Teil der Reihe sind u.a. die beiden Wechselausstellungen: „‘Verräter‘ oder ‚Helden‘“ sowie „Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz“. Bei letztgenannter kooperiert das Memorium inhaltlich und finanziell mit der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien.

„ ,Verräter‘ oder ‚Helden‘ ? Fritz Bauer und der ‚Prozess um den 20. Juli 1944‘“ – geliehen von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Laufzeit: 20. März 2024 – 26. Mai 2024, Eröffnung: 19. März 2024

„Die I.G. Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz – Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus“ – geliehen vom Fritz-Bauer-Institut. Laufzeit: 19. Juni 2024 – 29. September 2024, Eröffnung: 18. Juni 2024

Dürer under your Skin. Tattoo-Art

Albrecht-Dürer-Haus; 12.4.–1.9.2024 Was verbindet Menschen heute mit Albrecht Dürer? Mehr als man denkt. Nicht wenige haben offenbar eine regelrecht intime Beziehung zu dem Künstler, denn sie tragen lebenslang Motive aus seinem Werk auf ihrer Haut. Welche sind das? Und welche persönliche Geschichte steht dahinter? Das Albrecht-Dürer-Haus präsentiert von August bis September eine partizipative Ausstellung zu Dürer-Tattoos, hauptsächlich in der dritten Etage, mit Interventionen im Erdgeschoss sowie im Dürer-Saal. Begleitend ist rund um Dürers Geburtstag eine echte Tätowier-Aktion im Museum angedacht. Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog.

Im Reich der Spiele: Die Sammlung Dieter Mensenkamp (Arbeitstitel)

Das Deutsche Spielearchiv (Haus des Spiels) zu Gast im Spielzeugmuseums, 30.05.2024 - 6.10.2024

In jahrzehntelanger Arbeit hat der Sammler Dieter Mensenkamp mehr als 5.000 Spiele aus über dreihundert Jahren Spielegeschichte zusammengetragen. Besonders ist dabei nicht nur die Vielfalt, sondern auch der exzellente Zustand vieler Objekte dieser „Sammlung Mensenkamp“, die umfassende Einblicke in gesellschaftliche, politische und kulturelle Strukturen der Vergangenheit bieten. Nicht zuletzt zeigt sich in ihr die Geschichte der Nürnberger Spieleherstellung in neuem Licht. Seit 2021 ist diese wertvolle Sammlung Teil des Deutschen Spielearchivs Nürnberg. Nun zeigt eine Sonderausstellung im Spielzeugmuseum, welche Schätze der Spielkultur durch diese private Sammelleidenschaft bewahrt werden konnten. Zu sehen sind prachtvoll illustrierte, thematisch hoch spannende und in ihrer Form einmalige Zeugnisse kulturellen Wandels und menschlichen Handelns von der Industriellen Revolution bis zum 2. Weltkrieg und in die 1950er Jahre hinein

Bienenschwarm und Honigglück. Insektenleidenschaft im Spielzeugformat

Kabinettausstellung Spielzeugmuseum, Ebene 2, 1.3. bis 8.9. 2024

Honigbienen gehören zu den komplexesten Tieren auf der Erde. Sie bilden sozial agierende Insektenstaaten. Bei Bienen, die durchschnittlich 12 mm groß sind, findet der Maßstabssprung ins Spielzeugformat ausnahmsweise als Vergrößerung statt: Spielzeugbienen sind 10 bis 15 cm groß und liegen zum Spielen weich und plüschig in der Hand. Die Ausstellung zeigt die Bedeutung von Bienen für die Honig- und Wachsproduktion und nicht zuletzt für die Bestäubung von weltweit über 70% unserer pflanzlichen Lebensmittel. Spielzeug macht unsere globalen Herausforderungen deutlich und spielerisch begreifbar.

 Langfristmaßnahmen bei KuM in 2024

Stadtmuseum im Fembo-Haus (1. Bauabschnitt), Fertigstellung der neuen Dauerausstellung

Termin der Eröffnung und Laufzeit: Eröffnung 1. Bauabschnitt (Gestaltung): 25. Januar 2023, Laufzeit 2. Bauabschnitt (Teilsanierung und Gestaltung): 09/2023- 11/2027

Im Januar 2024 wird der erste Bauabschnitt der neuen Dauerausstellung zu „Nürnberger Stadtgeschichte(n)“ im Fembo-Haus feierlich eröffnet. Möglich wurde die Erneuerung durch eine großzügige Anschubfinanzierung der Theo und Friedl Schöller-Stiftung über 1 Mio. Euro. Im BIC-Verfahren zur Teilsanierung des zweiten Bauabschnitts ist bis Ende 2024 der Abschluss der Leistungsphasen 1 bis 3 gemäß HOAI geplant („Rückgebäude Untere Krämersgasse 14: Sanierung und technische Modernisierung in Verbindung mit Nutzungsänderungen. Vorderhaus Burgstraße 15: Ausbau des Kellergeschosses in Verbindung mit einer Sanierung des Foyers und des Innenhofes). In demselben Zeitraum wird ein gestalterisches Konzept erstellt. Die Gesamtkonzeption greift bisher vernachlässigte Themen der Stadtgeschichte auf und nimmt die kunst- und alltagsgeschichtlichen Originale der Kunstsammlungen stärker in den Fokus.

„Soft-Opening“: Erste Einblicke in das neue Dokuzentrum

Termin „Soft-Opening“: Voraussichtlich 1.7.2024 bis Herbst 2025. Termin „Tag des offenen Hauses“: Voraussichtlich 30.6.2024

Seit Ende 2020 wird das Dokumentationszentrum ausgebaut und seine Dauerausstellung von Grund auf erneuert. Im Sommer 2024 soll das Haus wieder den Museen übergeben werden. Diese Teilöffnung, insbesondere der neuen Foyer-, Logistik- und Veranstaltungsflächen, wird an

einem „Tag des offenen Hauses“ gefeiert. An diesem Termin machen zahlreiche Aktionen das Zusammenspiel der unterschiedlichen Architekturen im Dokuzentrum auf eine ganz eigene Weise erfahrbar. Mit „Coming soon – Unsere neue Dauerausstellung“ präsentiert das Doku-Zentrum exklusive allererste Einblicke in das, was die Besuchenden ab Herbst 2025 bei der dann kompletten Neueröffnung erwartet.

Museum Industriekultur: Start der Brandschutzsanierung, museale Neukonzeption

Das Museum Industriekultur ist wird am / ist seit 27.11.2023 aufgrund der notwendigen baulichen Sanierung (Brandschutz, energetische Sanierung, Abdichtung der feuchten Wand) geschlossen. Zum Jahresabschluss 2023 bereiten die Museumsmitarbeitenden anschließend die Umzugsarbeiten vor. Im 1. Quartal 2024 werden die Museumsobjekte unter Aufsicht der Museumsmitarbeiter zunächst von einer Kunstspedition und danach von einer Standard-Spedition in ein Ausweichdepot verbracht. Die Sanierungsarbeiten unter Federführung des Hochbauamts beginnen in Q2 mit der Schadstoffsanierung und der Sanierung des Daches. Parallel startet der Einbau der Sprinkleranlage. Die museale Neukonzeption wird im gleichen Zeitraum vom Museumsteam im Detail geplant und gemeinsam mit einem im Jahr 2024 noch auszuwählenden Gestaltungsbüro weiterentwickelt.

Sonstiges

Als zentrales Kooperationsvorhaben mit Hochschulen steht für das Berichtsjahr der 37. Deutsche Kongress für Kunstgeschichte an, der unter dem Motto „Bild und Raum“ vom 13. bis 17. März 2024 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stattfindet und zahlreiche Programmpunkte in Kooperation mit den städtischen Museen plant.

Erneuerungsvorhaben im Haus des Spiels / Deutsches Spielearchiv sind derzeit -- abhängig von der mittelfristig nicht in Aussicht stehenden Generalsanierung des Pellerhauses/Imhof-Haus- Komplexes -- nicht verbindlich darstellbar. Der Veranstaltungsbetrieb im Pellerhaus wird mit reduziertem Kernteam trotzdem auch in 2024 aufrechterhalten.

Die diversitätsorientierte Ausstellung „Alle Puppen sind gleich“ im Spielzeugmuseum wird erneut um ein Jahr auf 2025 verschoben. Generell ist der Maßnahmenstart einer etappenweisen Grundsanierung des Spielzeugmuseums planungssicher auch in 2024 nicht verbindlich darstellbar. Im Ausstellungsforum des Fembo-Hauses wird 2024 auf eine eigene Sonderausstellung größeren Formats verzichtet. Grund hierfür ist die verstärkte Arbeit an der Teilsanierung (Maßnahme im Rahmen des BIC) und der Neukonzeption der Dauerausstellung (2. Bauabschnitt).

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