Entscheidungsvorlage: Jahreskontrakt 2024 des KunstKulturQuartiers
(KuKuQ)
Kunsthalle Nürnberg – Kunsthaus – Kunstvilla Neben dem abwechslungsreichen Ausstellungsprogramm (siehe Anlage) wird die voranschreitende Neukonzeption des Foyers für die Kunsthalle Nürnberg 2024 eine große Rolle spielen sowie der weitere Ausbau eines auf neue Besucherinnen- und Besuchergruppen abgestimmtes Vermittlungs- und Begleitprogramms. An den in 2023 eingeleiteten Maßnahmen, die eine höhere Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Besucherinnen und Besucheraufkommen erbrachten, wird weiter intensiv gearbeitet. Dies betrifft auch Kunsthaus und Kunstvilla. Noch bis zum 11. Februar 2024 präsentiert die Kunsthalle Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus die internationale Gruppenausstellung Who’s Afraid Of Stardust? Positionen queerer Gegenwartskunst. Im Anschluss wird vom 9. März bis 9. Juni 2024 die Ausstellung One Thousand Times der Künstlerin Sung Tieu (*1987 in Hai Duong, Vietnam). Ihr künstlerisches Schaffen nimmt seinen Ausgangspunkt in den Abkommen zur Anwerbung vietnamesischer Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter in der ehemaligen DDR und deren Situation nach der Wieder¬vereinigung Deutschlands. Vom 29. Juni bis 6. Oktober 2024 wird die Künstlerin und Stipendiatin des Marianne-Defet-Malerei-Stipendium 2023 Monika Michalko (*1982 Sokolov, Tschechien) ihren malerischen Kosmos in der Kunsthalle Nürnberg ausbreiten. Das Jahr endet mit der internationalen Gruppenausstellung THE BEST SHOW EVER! (09. November 2024 bis 16. Februar 2025), die kritisch, aber zugleich mit viel Humor und Ironie, eine Gesellschaft thematisiert, in der die Generierung von Aufmerksamkeit einen immer größeren Stellenwert zu gewinnen scheint.
Ab Ende Mai 2024 wird anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens die Jubiläumsausstellung 10 Jahre Kunstvilla gezeigt. Im Jahr 2014 eröffnet, schließt die Kunstvilla eine Lücke in der Nürnberger Museumslandschaft. Aufgrund ihrer Geschichte als jüdische Hopfenhändler- und Bankiersvilla stellt die Kunstvilla nicht nur ein unter Denkmalschutz stehendes, aufwendig saniertes Baudenkmal, sondern auch ein historisches Denkmal für die jüdische Geschichte Nürnbergs dar. Der Anfangsbestand der Sammlung konnte inzwischen fast versiebenfacht werden, sodass die Kunstvilla derzeit rund 5.500 Werke betreut, die die Nürnberger Kunstgeschichte abbilden. Die Jubiläumsausstellung fokussiert sich auf die Bereiche Sammlung, Ausstellung und Historie des Ausstellungsgebäudes.
Sollte in 2024 die vakante Stelle Museologin, Museologe besetzt werden können, kann der Abschluss der Revision der Sammlungsbestände, d.h. der Datenabgleich mit KuM erfolgen, ebenso der Umzug in die Bilderwerkstatt.
Nach Stardust… ist im Kunsthaus im März 2024 das junge Ausstellungsformat SHIFT/WALLS zu sehen. Mit jungen Urban Art Akteurinnen und Akteure wird sich das Haus wieder in ein offenes Atelier verwandeln. Das Format richtet sich vornehmlich an ein junges und junggebliebenes Publikum, das sich gerne überraschen lassen und Neues kennen lernen will und findet in Kooperation mit dem Künstlerhaus statt. Ab 23. März zeigt das Kunsthaus die Ausstellung Unterwegs von Michael Jostmeier, emeritierter Professor und Dekan an der TU Nürnberg für Kommunikationsdesign und einer der Pioniere für fotografische Computergrafik. Im Anschluss wird die jährliche Erfolgsschau, der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten, wieder zu Gast sein. Parallel dazu werden im Glasbau 1. OG die Debütanten des BBK Nürnberg-Mittelfranken mit ihrer ersten Ausstellung und Katalogvorstellung präsentiert. Im Herbst folgt die Einzelausstellung Floating Spaces von Gudrun Kemsa, Professorin für Bewegte Bilder und Fotografie an der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld.
Künstlerhaus – Filmhaus – Tafelhalle Im Jahr 2024 möchte das Team Künstlerhaus dort anknüpfen, wo es im Herbst 2023 durch erneute Baumaßnahmen unterbrochen wurde. Die Eröffnungssaison wird fortgesetzt und wo nötig neu aufgesetzt. Im Fokus steht dabei das neue Motto des Hauses "Kultur im Zentrum“,
das sich auf die Fahnen schreibt, in einer kulturpoltischen und inhaltlichen Auseinandersetzung neue Wege im Kulturschaffen für die aktuell herausfordernden Zeiten zu finden und zugleich ein möglichst breit aufgestelltes Kulturprogramm zu ermöglichen. Formate von Hausgruppen und Partnern, die aus 2023 geschoben werden mussten, finden dann ihr Publikum. Alte und neue Verbindungen im Netzwerk des Hauses aus Handwerk und Programmarbeit sollen herausgearbeitet und stärker sichtbar gemacht werden. Wechselseitige Vernetzung kann und soll hier ein wichtiger Motor für die zukünftige Erneuerung des Hauses sein. Das verschobene Hausfest/Tag der offenen Tür soll spätestens im Juli stattfinden und den Wendepunkt hin zum neuen Normalbetrieb markieren. Bereits fest geplant neben der Implementierung der Hausgruppen, Vereine und Werkstätten sind die Fortsetzung der "Keep the Change"-Reihe sowie schwerpunktmäßig spartenübergreifenden Projekte unter Einbeziehung digitaler Formate.
Trotz vieler Widrigkeiten hält das Filmhaus an seiner Strategie fest: auf keinen Fall an der Qualität des Programms zu sparen. Im Januar wird Heimat! Das Filmfestival, mit einem ganz besonderen Programm aufwarten zum Thema Starke Frauen, beispielsweise mit einer Fotoausstellung der Grand Dame der Nouvelle Vague Agnes Varda mit Fotos, die sie 1962 in Dinkelsbühl aufgenommen hat, oder Filmen der Nürnberger Regisseurin Sophie Linnenbaum, die 2023 einen bayerischen Filmpreis gewonnen hat. Die vollständige Öffnung des Künstlerhauses erlaubt es bald wieder, Festivals, Schulkinoreihen und Sonderveranstaltungen im großen Saal durchzuführen.
In 2024 soll sich in der Tafelhalle der eingeschlagene Weg der nachhaltigen Vernetzung und Öffnung sowohl auf rezipierender als auch produzierender Seite verstetigen. Das Erschließen neuer, jüngerer Besuchenden- und Kunstschaffendengruppen soll durch neue Kooperationen mit den verschiedenen Hochschulen, z.B. Finest Fusion (monatliche Session HfM) und Creative Crowd (große Nürnberger Kreativ-Messe) intensiviert werden. Auch das Programm für jugendliches Publikum, Schülerinnen und Schüler soll ausgebaut werden. Es gilt, einen Generationswechsel auf allen Ebenen zu moderieren. Vermittlungsformate wie „Perlentauchen“ und „Ins Blaue“ werden weitergeführt, um nachhaltig Schwellen abzubauen und hierbei nicht nur einzelne Veranstaltungen in den Fokus zu nehmen, sondern den gesamten Kulturort Tafelhalle. Mit einem zweiten, diesmal internationalen EveryBody-Weekender für mixed abled Tanz und Performance soll in 2024 erneut der Fokus auf Inklusion in den freien darstellenden Künsten liegen.
Um den Spielort St. Katharina noch stärker als musikalisch-atmosphärischen Erlebnisort im Herzen der Stadt für jüngeres Publikum zu etablieren, verknappten finanziellen und personellen Ressourcen klug und zukunftsfähig zu begegnen, wird das st. katharina open air fortan in Kooperation mit dem Club Stereo kuratiert und umgesetzt. Ein komplementierendes Angebot zum st. katharina open air ist mit einem Konzertwochenende aus dem Bereich Klassik in Planung.
Digitalisierung und Vermittlung, Kultur Information Ab 2024 soll ein neu einzuführendes Veranstaltungsmanagementtool bei der Planung, Organisation, Umsetzung und Abwicklung helfen, Prozesse der ganzen Dienststelle digital abzubilden und Veranstaltungsabläufe damit zu verbessern. Modular unterstützen dabei Schnittstellen zum Datenmanagementsystem (DMS), SAP, Veranstaltungskalender-, Personalplanung- oder Raumdatenbank. Die Verschränkung zum neuen Adressverwaltungssystem soll perspektivisch helfen ein Customer Relationship System (CRM) aufzubauen. Dies verbessert die direkte Kundenansprache, Service, Vertrieb und Marketing, was wiederum zu einer stärkeren Kundenbindung und Umsatzsteigerung führen soll.
Sämtliche Planungen stehen unter folgenden Vorbehalten: Wie wirken sich reduzierte Budgets und gleichzeitige Verteuerung der Kosten aus? Wie wirken sich die Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen im Personalbereich aus? (Hinsichtlich Mitarbeitendenzufriedenheit und Aufgabenbewältigung) Ab wann ist das Künstlerhaus bespielbar? (Verbindliche Auskünfte waren bei Redaktionsschluss seitens der Bauverwaltung nicht zu erfahren) Werden die beschlossenen, finanzierten und in 2023 terminierten Arbeiten (ohne Angabe von Gründen gecancelt) an der Kühlung der Filmhauskinos in 2024 vorgenommen? (Andernfalls droht die Schließung in den Sommermonaten)