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01 Entscheidungsvorlage

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage: Jahreskontrakt 2024 des Stadtarchivs (Av)

 Digitale Fachstrategie Die im Jahreskontrakt 2023 avisierten Ziele zum Strategiekonzept wurden fast alle erreicht: Das Speicherkonzept steht. Das Leitbild für das Stadtarchiv ist fertig und wird vor Plan am 06.12.2023 verabschiedet. Die Arbeiten zum Community bzw. Audience Development sind weit fortgeschritten und eine Plattform für das Wissensmanagement wurde definiert. Die Installation von WLAN bei Av, die in vielen Häusern inzwischen gängiger Service für die Benutzer und auch zur digitalen Magazinverwaltung dringend erforderlich ist, konnte aufgrund fehlender Kapazitäten bei H noch nicht umgesetzt werden. Sowohl die initiale Prozesslandkarte für Av als auch die Definition digitaler Übernahmeprozesse sind hingegen vor Plan abgeschlossen. Letztere erlaubt eine Priorisierung der digital angebotenen Bestände bzw. Ablieferungen. Aus deren Anzahl und Format resultieren jedoch für die nächsten Jahre Umsetzungsarbeiten, die im Kontext einer weiteren Reduktion des Personals wohl kaum angegangen werden können, vielmehr wäre hier ein Ausbau der Ressourcen erforderlich. Im kommenden Jahr wird die Etablierung eines Wissensmanagements für Av sowie die Erstellung eines Dokumentationsprofiles im Mittelpunkt stehen. Ersteres ist angesichts der zahlreichen Ruhestandseintritte dringend geboten, mit letzterem soll eine Darstellung der Nürnberger Geschichte möglich werden, die nicht nur die amtliche Überlieferung, sondern umfassend die Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Für die interne Organisation unserer Arbeit ist geplant, die Vorbereitung des Jahreskontraktes ab dem nächsten Prozess in Zielvereinbarungskolloquien bis auf Abteilungsebene herunter zu brechen. Auch die kontinuierliche Erstellung eines Schadenskatasters soll vom Projekt in den Leistungsauftrag übergehen. Weiterhin verfolgt werden Arbeiten zum Audience Development, deren Ergebnisse auch in Methoden zur Einholung von Kundenfeedback einfließen sollen. Beide Projekte werden noch 2024 abgeschlossen, genau wie einige kleinere Aufgaben im Rahmen der Fachstrategie. Neben der Evaluierung der Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes und der Machbarkeit des Once-Only Prinzips bei Av ist dies unter anderem auch die Einrichtung des digitalen Lesesaales, zu der mit der 10. Version unserer Archivsoftware FAUST demnächst hoffentlich das passende Werkzeug zur Verfügung steht. Weiterhin ist geplant, partizipative Elemente in der Arbeit von Av fortzuführen. Angesichts der anstehenden Stellenstreichungen ist eine tatsächliche Realisierung dieses Zieles jenseits der Beschreibung von Aufgaben jedoch nicht realistisch.

 Records Services: Einrichtung einer Fachstelle Schriftgutverwaltung als zentraler An-

sprechpartner für die Verwaltung

Die Beratungs- und Serviceleistungen von Av werden innerhalb der Stadtverwaltung intensiv genutzt. Zur Bündelung unserer Angebote wurden Anfang 2023 die Records Services ins Leben gerufen. Sie umfassen Records Management (Schriftgutverwaltung), Records Center (Auftragsverwahrung und Digitalisierung) sowie Records Appraisal (Aussonderung, Bewertung und Übernahme). Av bewirbt sein Leistungsportfolio aktiv durch analoge und digitale Info-Veranstaltungen (z.B. für Dienststellenleitungen, Digitalkoordinationen) oder einen neu gestalteten Flyer. Innerhalb der Archivcommunity werden die fachlichen Entwicklungen bei Av mit Interesse verfolgt. Für Frh konnten 2023 rund 65.000 kostenpflichtig ausgelagerte Sterbefallakten nach Nürnberg zurückgeholt werden. Die Aufnahme von rund 3.600 Regalmetern Baugenehmigungsakten im Records Center im Rahmen von Sanierungsarbeiten im Bauhof bis ins 2. Quartal 2024 vermeidet die kostenintensive Anmietung von Ausweich-Lagerräumen. Ein Konzept zur mittelfristigen Verwahrung digitaler Informationen (Digitales Zwischenarchiv) wird kommendes Jahr umgesetzt. Die Bestände von Av konnten allein letztes Jahr durch Abgaben von 17 städtischen Dienststellen Zugänge erfahren. Für 2024 hat Ref. VI umfassende Aussonderungen der nachgeordneten Dienststellen angeregt. Auch zu halbamtlichen Überlieferungsbildnern wie städtischen Beteiligungen (z.B. PEG, Kh) müssen in Zukunft vermehrt Kontakte geknüpft werden (z.B. durch vertragliche Archivierungsvereinbarungen). Nach Abschluss der DMS-Basis-Rollout-Projekte stehen fachliche Anforderungen im Fokus. So besteht Beratungsbedarf für ein rechtssicheres und transparentes Verwaltungshandeln, u.a. die Konzeption von Aktenplan- und Ablagestrukturen sowie der Wunsch, Prozesse papierlos und effizient im DMS abzubilden. Dazu bedarf es einer Kooperation mit IT und DiP zur Gestaltung

von Muster-Laufwegen. Der Bedarf nach einer umfassenden Digitalisierung von Bestandsakten führt zu steigendem Beratungs- und Schulungsbedarf. Die Auswirkungen des Starkregenereignisses vom 17.08.2023 zeigen im analogen Bereich einen weiterhin vorhandenen Unterstützungsbedarf (z. B. Schimmelprävention). 2024 wird im Hinblick auf den Umzug nach The Q die Abgabe nicht digitalisierter Unterlagen von J fortgesetzt. Vermehrte Bestellungen aus dem Zwischenarchiv erfordern eine Verfeinerung der Logistik sowie die Einrichtung einer Scan-on-Demand-Station. Digitalisierungsprojekte wurden bislang bevorzugt an die noris inklusion vermittelt. Aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs der Dienststellen muss das Records Center nun auch bei der externen Vergabe (z.B. bei SUN und OA) unterstützen.

 Digitales Archiv Im Zuge der Digitalen Fachstrategie Av wurde eine Priorisierung der Übernahmekonzeption für die bei Av anfallenden digitalen Archivaliengattungen vorgenommen. Es wurden 11 digitale Archivaliengattungen identifiziert. Priorisiert wurden Ton- und Videodokumente sowie bestimmte Datenbanken, die aufgrund ihres Formats in absehbarer Zeit nicht mehr allgemein zugänglich sein werden. Ohne Aufstockung des Personalstands können 2024 nur die dringendsten Arbeiten unmittelbar angegangen werden: Mit Blick auf dringend erforderliche Maßnahmen zur Bestandserhaltung werden genuin digitale wie auch analoge Ton- und Videoaufnahmen in den Beständen ermittelt und in langzeitstabile Formate konvertiert bzw. Sicherungsdigitalisate angefertigt. Auch anderes Archivgut, das bislang auf verschiedenen Datenträgern in den Magazinen lagert, wird in diesem Zuge ausgelesen und in das Langzeitarchivierungssystem DiPS.kommunal überführt. Die Übernahme der Tonaufnahmen des Stadtrats und seiner Ausschüsse wird ebenfalls fortgesetzt. Aufgrund der damit verbundenen Prüf- und Korrekturmaßnahmen (Vollständigkeit der Überlieferung, fehlerhafte MP3-Dateien) wird die Übernahme noch einige Zeit in Anspruch nehmen (im Jahreskontrakt 2023 war der Abschluss für dieses Jahr vorgesehen). Zudem werden Fotos amtlicher und nichtamtlicher Herkunft in DiPS.kommunal übernommen. Dafür steht ein 2023 entwickelter Basisworkflow zur Verfügung. Dieser deckt die komplette Übernahme bis zur Verzeichnung in der Archivsoftware FAUST einschließlich des Imports von Vorschaubildern ab und wird individuell angepasst.

 Projekt Stadtteilhandbuch Die Grundlagen zur Erstellung eines Stadtteilhandbuches für Nürnberg waren schon 2022 mit der Veranstaltung eines Methodentages gelegt worden. Aus dessen Erträgen wurde eine Gliederung für den Band und die Aufsätze zu den einzelnen Stadtteilen erstellt, an denen seit April 2023 die ersten Autorinnen und Autoren arbeiten. Das Stadtteilhandbuch war zudem Thema von Av bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 21.10.2023. Geordnet nach Eingemeindungsjahrgängen kommen immer weitere Beiträge hinzu, flankierend zu den Autorenkolloquien ist zudem mit der entsprechenden Stelle bei BgA eine Form der E- Partizipation geplant. Insgesamt ist vorgesehen, bis 2026 Beiträge zu erfassen und zu redigieren und den Band anschließend zu gestalten und herauszugeben. Durch die stark modulare Struktur eignet sich das Projekt zudem zur Wiedergabe in einer Datenbank.

 Projekt Historische Nürnberger Friedhöfe Das 2021 begonnene wissenschaftliche Projekt zur Gesamterfassung aller historischen Gräber und Epitaphien auf den Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus ist mit geringen Haushaltsmitteln und hauptsächlich aus Drittmitteln finanziert (Haller’sche Forschungsstiftung und Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg) weiter fortgeschritten. Der erste Projektschritt, die Anlage einer einzelnen Einheit zu jedem Grab und Epitaph, steht kurz vor dem Abschluss. In derzeit rund 6.500 Datensätzen wurden 4/5 des Johannisfriedhofs, die Johanniskirche, die Holzschuherkapelle, der gesamte Rochusfriedhof und der gesamte Wöhrder Friedhof in ihrem Altbestand, insgesamt rund 3.500 Gräber und Epitaphien erfasst. Die Anschlussfähigkeit an die Dokumentation von Gräbern und Epitaphien aus der frühindustriellen und industriellen Zeit bis in die Gegenwart ist durch die Kooperation mit der kirchlichen Verwaltung gegeben. In der Software MonArch sollen die Daten zusammengestellt werden.

Für 2024 ist die virtuelle Zugänglichmachung der bisherigen Grunderfassung auf der Homepage von Av geplant. Zudem wurde bei der Haller’schen Forschungsstiftung ein Antrag auf Förderung für den nächsten Projektschritt gestellt: dieser soll die Grundlagenerfassung um sozial- und wirtschaftsgeschichtlich bedeutsame Angaben aus der Amtsbuchüberlieferung des Landeskirchlichen Archivs ergänzen. Am Ende steht ein Grundlagenwerk zur Bevölkerungsgeschichte der Stadt Nürnberg für den Zeitraum von ca. 1550 bis 1850, das sowohl quantitative als auch qualitative Analysen ermöglicht.

 Projekt Nürnberger Häuserbuch (TopoN) Die Arbeiten für das Projekt TopoN wurden in der östlichen Lorenzer Altstadt fortgesetzt. Nach Abschluss des Barfüßerviertels folgten die weiteren Gebäudeensembles im Umgriff der Lorenzkirche und an der nördlichen Königstraße, um die Dokumentation der städtebaulichen Entwicklung im eigentlichen Zentrum der Lorenzer Stadtseite abzuschließen: Bearbeitet wurde Block 1 des Kartäuserviertels mit 24 Liegenschaften (‚Dudaeck‘ heute ‚Müller‘) und Block 6 des Frauenbrüderviertels mit 25 Hausobjekten (u.a. mit Nassauerhaus). Parallel wurden die Arbeiten im nordöstlichen Frauenbrüderviertel fortgesetzt. Dabei wurden die noch ausstehenden Gebäude des großen Blocks F 1 (8 Hausobjekte) sowie alle Liegenschaften des Blocks F 2 (16 Hausobjekte) bearbeitet. Die Quartiere weisen eine ausgesprochen komplexe Bau- und Nutzungsgeschichte auf, die von nicht wenigen Dismembrationen, aber auch Vereinigungen, teils interimsweise, geprägt sind. 2024 wird der Focus auf die zentralen Gebäudeensembles in der Stadtmitte an der Pegnitz gelegt. Auf der Lorenzer Stadtseite sind dies Blöcke des Elisabethviertels (u.a. Sattlerbad, Krötenmühle) zwischen Fleischbrücke und Karlsbrücke sowie die Baiernmühle auf einer Pegnitzinsel. Auf der Sebalder Stadtseite wird der äußerst bedeutende Häuserblock zwischen Museums- und Fleischbrücke bearbeitet und westlich fortgesetzt (Fleischbrücke, Fleischhaus bzw. Fleischbänkebad, Pfannenmühle bzw. Tuchhaus). Im Anschluss ist die Bearbeitung des östlichen Hauptmarkts bis St. Sebald vorgesehen. Hier würde mit dem Heilsbronner Hof begonnen werden und die Bearbeitung in der Reihenfolge Frauenbrüder-, Augustiner-, Prediger- und Egidienkloster fortgesetzt werden.

 Social Media Die beiden von Av seit Juli 2020 bespielten Kanäle instagram und facebook werden weiterhin intensiv von Followern genutzt. 2023 war ein leichtes, aber konstantes Wachstum zu verzeichnen, so dass 2023 auf instagram rund 9.500 und auf facebook rund 1.700 Personen das Angebot wahrnehmen. Hauptzielgruppen sind nach wie vor an der Stadtgeschichte interessierte Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, wobei mit rund 70 % der Großteil der erreichten Personen zwischen 18 und 44 Jahre alt ist. Die veröffentlichten Beiträge von Av werden regelmäßig geliked, kommentiert und geteilt. Durch Kommentare und Nachrichten von Nutzerinnen und Nutzern kann eine positivere und intensivere Wahrnehmung der Dienststelle Av durch Bürgerinnen und Bürger festgestellt werden. Auf den Kanälen angekündigte Veranstaltungen werden wahrgenommen und besucht. Das Angebot wird 2024 durch die Reihe „True Crime“ und weitere thematische Reihen sowie interaktive Formate erweitert.

 Ausstellungen Ab 26.11.2023 ist auf dem Friedhof Wöhrd die Dauerausstellung mit dem Titel „Totengräberhaus Wöhrd. Museum für Ortsgeschichte und Bestattungskultur“ zu sehen, die von Av kuratiert und konzipiert wurde. Kooperationspartner sind die Kirchengemeinde St. Bartholomäus Wöhrd, der Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg, die Altstadtfreunde e.V. sowie der Vorstadtverein Nürnberg-Wöhrd von 1877 e.V. Die Ausstellung ist in der Regel zu den Öffnungszeiten des Friedhofs zu besichtigen, eine Online-Präsentation der Inhalte gewährt einen barrierefreien Zugang. Seit Spätherbst 2023 ist die zusammen mit dem Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. gestaltete Online-Ausstellung „Mögeldorf: Gefunden – Erschlossen – Gezeigt“ zur Sammlung des Mögeldorfers Edwin Hölzl zu sehen. Die Ausstellung im großen Foyer wird sich 2024 dem Thema „Brücken in Nürnberg“ widmen und von Ende Mai bis Mitte Oktober gezeigt. Kooperationspartner ist das Institut für Bauingenieurwesen an der TH Georg Simon Ohm (Prof. Dr. Wanzek). Ein Katalog ist in Vorbereitung. Ab Oktober

2024 wird eine weitere Online-Ausstellung mit einem analogen Teaser im kleinen Foyer zum Thema „Neu im Stadtarchiv. Neuzugänge aus den Jahren 2022-2024“ zu sehen sein. Diese wird von der Abteilung 3 für nichtamtliches Archivgut und Sammlungen konzipiert und umgesetzt. Überblick über Ausstellungen und Veranstaltungen (sowie Publikationen) 2023 und Planung 2024 siehe Anlage zum Jahreskontrakt.

 Städte-Quadralog Zu den Partnern des Städtetrialoges Krakau – Nürnberg – Prag tritt 2024 als vierter Partner die Stadt Wien hinzu und gibt mit einer Tagung zur Migration in der Vormoderne vom 6.-8.11.2024 seinen Einstand in diesem Kreis. Um eine in den jeweiligen Partnerstädten gleichmäßige Möglichkeit zur Vorbereitung unter Einbindung aller relevanten Kulturinstitutionen zu gewährleisten, wurde von Av für Nürnberg ein Ortskomitee unter Beteiligung von KuM, BCN (StB), und FAU gegründet, das Vorschläge für Themen und Vortragende sammelt und so das Programm mitgestaltet.

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