An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Herrn Marcus König Rathausplatz 2 90403 Nürnberg
Schulsprengeländerung Nürnberg-Nord
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
mit großer Freude haben wir die Planung und den Bau der neuen Grundschule in der Forchheimer Straße im Stadtrat unterstützt. Eine neue Grundschule führt logischerweise zu einem Neuzuschnitt der umliegenden Schulsprengel. Hinsichtlich genau dieser Planungen für den neuen Schulsprengelzuschnitt im Nürnberger Norden müssen wir nun allerdings Bedenken anmelden, da diese in Teilen zu erheblichen Verschlechterungen für die betroffenen Grundschulkinder und ihre Familien führen.
Insbesondere im Wohngebiet Stirnerstraße / Großreuther Straße /Willy-Schmitzer-Weg wird sich die Länge des Schulweges durch den neuen Zuschnitt mehr als verdoppeln - von derzeit etwa 1 km auf dann über 2 km.
Da die Festlegung der Schulsprengel darauf abzielt, “dass die Schülerinnen und Schüler möglichst kurze und sichere Schulwege haben" (Zitat Oberbürgermeister Marcus König), halten wir die aktuellen Pläne für nicht überzeugend.
Aus diesem Grund stellen wir folgende Anträge:
- Die Stadt Nürnberg wirkt im Sprengeländerungsverfahren darauf hin, dass der geplante Zuschnitt des neuen Schulsprengels überarbeitet wird. Dabei wird insbesondere darauf
DIE LINKE. $m Stadtrat Nürnberg Titus Schüller, StadiratsmitgUed Rathauspiatc t j Zi, 113 stddtrat@dieümke-nuemberg.>cle Kathrin FUch Gornei, Stadiratsmkglied 9U£,ca H G rn b ero www. die-linke-nuern be rg.de difero DerrbK StadträisnumHed 09112317444a
geachtet, dass die Schulwege möglichst kurz bleiben, die Schulwegedistanz nicht verdoppelt und die Grenze von 2 km nicht überschritten wird. Deutliche Verschlechterungen wie aktuell im Wohngebiet Stirnerstraße / Großreuther Straße / Willy- Schmitzer-Weg müssen vermieden werden,
2, Es werden großzügige Ausnahmeregelungen für alle bereits eingeschulten und von der Umsprengelung betroffenen Kinder sowie für ihre Geschwisterkinder garantiert.
Zur weiteren Begründung verweisen wir auf das Schreiben des Elternbeirates der Friedrich- Hegel-Grundschule und der Gemeinschaft der von der Umsprengelung betroffenen Eltern vom 14. Juli 2023 - siehe unten.
Mit freundlichen Grüßen
Titus Schüller Kathrin Flach Gomez Özlem Demir
Eltembeirat der Friedrich Hegelschyle Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Eltern
Betreff: Geplante Umsprengelung Distrikt 830
Sehr geehrte Frau Trinkl» sehr geehrter Herr Reichert,
wir möchten auf das Schreiben von Herrn Oberbürgermeister Marcus König an Hem Titus Schüller hinsichtlich der geplanten Neusprengelung im Zuge der Fertigstellung der Grundschule Forchheimer Straße (GS FS) als Eltembeirat der Grundschule Friedrich-Hegel-Schule (GS FHS) sowie als potenziell betroffene Eltern Bezog nehmen und uns in dieser Sache höffichst mit Nachdruck an Sie wenden.
Entsprechend dem erwarteten Baufortschritt sieht die Stadt Nürnberg demnach vor, dass ab dem Schuljahr 2024/2025 alle Kinder - außer Viertkiasskinder, für die als einzige Bestandsschutz gelten soll
- aus dem Distrikt 830 (nördlich der Ringbahn und des Nordrings) der Grundschule Thoner Espan (GS
TE) zugeordnet werden. Dies soll also nicht nur neu einzuschulende Kinder ab dem Schuljahr 2024/2025 betreffen, sondern auch alle Kinder, die zum Schuljahr 2022/2023 an der GS FHS eingeschult wurden und zum kommenden Schuljahr 2023/204 eingeschult werden.
Wir können nachvollziehen, dass durch die Fertigstellung der GS FS eine Umsprengelung der Schulbezirke für die Zukunft erforderlich wird.
Jedoch möchten wir darum bitten, dass Sie unsere nachfolgend detailliert dargestellten Zweifel und Sorgen bezüglich der momentanen Planungen der Schulsprengeländerungen berücksichtigen. Wir möchten Sie bitten, mit uns in einen direkten Dialog und Austausch zu treten und unsere Argumente in Ihre Erwägungen und Planungen einzubeziehen. Wir sind hoffnungsvoll, dass wir gemeinsam eine noch bessere Lösung erarbeiten können. Wir bitten daher um ein zeitnahes Gespräch, um die Bedenken und Änderungsvorschläge diskutieren zu können und bitten möglichst um einen Terminvorschlag vor den Sommerferien.
Unsere Bedenken und Sorgen lassen sich wie folgt in Kürze zusammenfassen:
L Für einzelne Straßenzüge nördlich der Ringbahn Wohngebiet Stimerstraße/Großreuther Straße./Willy-Schmitzer-Weg würde die Sptengeländerung eine deutliche Verlängerung des
Schulweges (von über 2,2 km) bedeuten, den wir vor allem für sehr unsicher und
unverhältnismäßig halten. 2. Wir bitten um Übergangsszenarien für bereits eingeschulte Kinder. Nach den neuen Plänen sollten auch bereits eingeschulte Kinder aus ihrer gewohnten Schulumgebung „herausgerissen“ werden (mit Ausnahme der dann Viertklasskinder). Es handelt sich unseres Wissens nach um acht jetzige Erstklasskinder und vermutlich 15 Schülerinnen und Schüler die im Schuljahr 2023/2024 eingeschult werden. Eine Umsprengelung dieser Kinder würde an der GS FHS zu keiner Raumeinsparung fuhren. Wir bitten daher an der geübten Verwaltungspraxis festzuhalten, diese Kinder nicht umzusprengeln. 3. Wir bitten um ein Übergaugsszenario für Geschwisterkinder. Bislang hatten Sie in ihren Planungen immer vorgesehen „Übergangsszenarien für Geschwisterkinder zu schaffen“, vgl. Schulraumentwicklungspläne der Stadt Nürnberg. Wir bitten an dieser guten Verwaltungspraxis festzuhalten.
Wir möchten auf die einzelnen Argumente nachfolgend detailliert eingehen:
- Argument des sichereren, wohnortnäheren Schulwegs
Herr Oberbürgermeister Marcus König schreibt, dass die „Festlegung des zukünftigen Sprengels der GS FS unter der Prämisse [erfolgt], dass die Schülerinnen und Schüler einen möglichst kurzen und sicheren Schulweg haben und Wohngebiete städtebaulich und sozialräiimlich im Zusammenhang stehen/' Dieses
Elternbeirat der Friedlich Hegelschule Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Eltern
Argument verfängt unseres Erachtens nicht. So verdoppelt sieh beispielsweise für ein Kind, das am Ende der Großreuther Straße wohnt, der Schulweg von 1,0 km auf 2,0 km, wie die folgenden Screenshots zeigen. Derzeitiger Schulweg ab Großreuther Straße 173-215: 1,0 km
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Drohender Schulweg ab Willy-Schmitzer-Weg 2,2 km; Stimerstraße 2,1 km; ab Großreuther Straße 173-215: 2,0 km
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Es ist bei einer Zeit von bis zu 27 Minuten außerdem zu beachten, dass Google Maps die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Erwachsenen zugrunde legt, so dass eher von einem täglichen einfachen Schulweg von 35 Minuten auszugehen ist. Der Schulweg würde sich nicht nur deutlich verlängern, sondern er würde auch deutlich unsicherer werden. Dies zeigt die folgende Grafik, auf der sämtliche Hindernisse wie zwingend zu nutzende Ampeln und gefährliche Ausfahrten (z.B, BayWa, Johanniter) entsprechend markiert sind. Konkret muss die Kilianstraße zweimal überquert werden, da kein durchgehender Bürgersteig vorhanden ist. Somit ergibt sich sogar ein noch längerer Schulweg als über Google Maps dargestellt. Doch auch der Schulweg über den Marienbergpark oder die Großreuther Straße und Kleinreuth wäre keine sinnvolle Alternative.
Eltembeirat der Friedrich Hegelschule Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Eltern
Zum einen würde sich der Schulweg dadurch noch einmal, verlängern und mm anderen ist der Schulweg weder durchgehend befestigt (Feldweg) noch beleuchtet (Marienbergpark), Auch eine Fahrt mit dem ÖPNV erscheint uns nicht machbar, da hierfür mindestens einmal umgestiegen werden müsste. Dies ist insb. Erstklasskindem, die noch nicht lesen können, nicht zuzumuten.
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In Anbetracht dieses Weges würden insb. die bereits eingeschulten Kinder all die Verkehrssicherheit und Selbständigkeit, die sie bisher schon auf ihrem Schulweg gewinnen konnten* wieder einbüßen. Es ist aus unserer Sicht schwer vorstellbar, dass dieser Weg realistisch von Kindern zweimal am Tag sicher alleine bewältigt werden kann.
Völlig unklar ist zudem, wie Bestandskinder, die einen Betreuungsplatz am Hegelhort haben, diesen selbständig nach Schulschluss aufsuchen können sollen. Auch hier wäre ein ca. 40-45-minütiger Fußmarsch überwiegend entlang der Kilianstraße vonnöten, was Grundschulkindem unseres Erachtens ebenfalls nicht zumutbar ist. Ferner kann aber auch nicht von uns Eltern verlangt werden, die Kinder täglich von der GS TE zum Hegelhort zu bringen. Dies ließe sich mit der regelmäßig vorliegenden Doppelberufstätigkeit der Eltern von Hortkindern nicht in Einklang bringen. Auch diesen Weg haben wir zur Verdeutlichung abgebildet:
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Elternbeirat der Friedrich Hegelschule Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Ettern
Mithin bitten wir dämm, die bisher geplante Umsprengelung hinsichtlich Wohnortnähe und Schulwegsicherheit einer neuerlichen kritischen Würdigung zu unterziehen. Dabei könnten mit Wirkung für die Zukunft auch die freien Kapazitäten der GS Paniersplatz mitbedacht werden. Sollte an der Planung dennoch festgehalten werden, bitten wir dämm, sämtliche Bestandskinder von der Umsprengelung auszunehmen: Die Kinder haben sich an den Schulweg zur GS FHS gewöhnt und können diesen sicher alleine bewältigen. Auch die .Freizeitaktivitäten der Kinder, die diese alleine aufsuchen können, spielen sich überwiegend im derzeitigen Schulsprengel z.B. unmittelbar nach Schuloder Hortschluss ab.
Weiterhin geben wir zu bedenken, dass auch ältere Schulkinder sowie Geschwisterkinder bei ihrem Schulweg Richtung Nordstadt orientiert sind, da sämtliche weiterfuhrenden Schulen dort gelegen sind.
Ferner bitten wir darum, auch noch nicht eingeschulte Geschwisterkinder von der Umsprengelung auszunehmen, da mindestens zwei Kinder auf unterschiedlichen Grundschulen einen erheblichen logisttschen Aufwand im Familienalltag darstellen.
Sehr gerne laden wir Sie zu einer gemeinsamen Schulwegbegehung mit unseren Kindern und deren voll bepackten Schulranzen ein, um den Schulweg unter realen Bedingungen abzugehen.
- Argument der Einsparung einer Klasse an der GS FHS
Ferner wurde an uns herangetragen, dass an der GS FHS wegen fehlender Räume eine Klasse eingespart werden soll, wozu die Umsprengelung der Bestandskinder beitragen soll. Wir denken j edoch nicht, dass der gewünschte Effekt eintreten wird: Laut Aussagen der Schulleitung wären von den Kindern mit Einschulung 2022/2023 (derzeitige Erstklasskinder) acht Kinder und von den Kindern mit Schulstatt 2023/2024 (derzeitige Vorschulkinder) 15 Kinder von einer Umsprengelung betroffen. Die derzeitigen Erstklasskinder verteilen sich auf mind, drei Klassen. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie dadurch eine Klasse eingespart werden könnte. Dies bestätigt uns im Übrigen auch die Schulleiterin Frau Söhnlein.
- Soziale und psychische Folgen einer Umsprengelung während der Gmndschullaufbahn
Darüber hinaus möchten wir auf die sozialen und psychischen Folgen eines derartigen Eingriffs hinweisen. Das Entreißen aus einem gefestigten sozialen Umfeld würde die Kinder emotional sehr belasten. Die derzeitigen Erstklasskinder erleben gerade zum ersten Mal seit Jahren Kontinuität in einer BiIdungs- und Betreuungseinrichtung. Diese Kinder sind in der Regel zum Kindergartenjahr 2019/2020 in den Kindergarten gekommen und haben damit die Kindergartenzeit überwiegend unter Einfluss von Corona und allen damit verbundenen Einschränkungen verbracht. Unsere Kinder haben durch freiwillige Spucktests, Kindergartenschließungen, eingeschränkte Betreuungszeiten, Ausfall von üblicherweise stattfindenden Aktivitäten usw. auf sehr viel unbeschwerte Kindheit verzichten müssen und sich vorbildlich zurückgenommen. Sie sind nun gut in der Schule angekommen, haben alte Freundinnen und Freunde aus dem Kindergarten mit in der Klasse oder Schule sowie neue Freundinnen und Freunde in Schule, Ganztagsbetreuung und Hort lünzugewormen. Durch eine Umsprengelung erfuhren die Kinder einen neuerlichen Schock und würden ihrem gewohnten sozialen Umfeld entrissen werden. Nur dass dieses Mal die Einschränkungen nicht global gelten, sondern nur sie alleine oder mit 2-3 Mitschülerinnen und Mitschülern davon betroffen wären. Den Einwand, dass Kinder immer schnell neue Freundinnen und Freunde finden, mögen wir nicht gelten lassen. Dass unsere Kinder resilient sind, haben sie in Zeiten von Corona hinlänglich bewiesen. Allerdings würden die Kinder hier ohne Not „umgetopfi;“ werden, also ohne dass dafür überzeugende Argumente greifen würden (siehe oben). Wie
Elternbeirat der Friedrich Hegelschule Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Eltern
Kindern nachvollziehbar erklärt werden soll, dass sie eine neue Grundschule besuchen müssen, ohne dass ihr Schulweg kürzer und sicherer wird oder sich daraus sonstige Vorteile ergeben würden, ist fiir uns nur schwer vorstellbar,
4, Berücksichtigung von bestehenden Zuweisungen bis zum Ende der Grundschulzeit
Schließlich gibt es noch den Sonderfali der Kinder in der Wohnsiedlung Großreuther Straße 173-215. Diese gehörten ursprünglich zum Schulsprengel der Grundschule Ziegelstein (GS Z), wurden aber auf Antrag gemäß Art. 43 Abs. 3 BayEUG jeweils für ihre gesamte Grundschulzeit der GS FHS zugewiesen. Mündlich wurde dies auch mit dem unzumutbaren und deutlich längeren Schulweg entlang der Kilianstraße begründet. Unseres Erachtens sind die Gründe für die jeweilige Zuweisung weiterhin bindend und nicht durch eine etwaige Umsprengelung außer Kräh gesetzt. Auch dies bitten wir dementsprechend zu berücksichtigen. Wir können nicht nachvollziehen, warum - zurecht - ein Schulweg von mind, 1,9 km von der Großreuther Straße 3 73-215 zur GS Z als unzumutbar gilt, ein noch einmal längerer und unsicherer Weg zur GS TE aber nun als sicherer und wohnortnäher dargestellt wird.
- Übergangsszenarien Geschwisterkinder
Offenbar ist entgegen der bisherigen Verwaltungspraxis auch kein Übergangs Szenario für Hort- und Geschwisterkinder oder andere Härtefälle vorgesehen. Da es sich nur um wenige Kinder handelt, bitten wir für diese ebenfalls um zukünftige eine Einschulung in die Friedrich Hegelschule.
Fazit;
Insgesamt liegt unseres Erachtens mit der Umsprengelung eine, organisatorische Maßnahme vor, die unzumutbare Nachteile für Kinder und Eltern hätte und auch - wie aufgezeigt - sachlich nicht zu rechtfertigen ist (vgl BayVGH, Beschluss vom 7.12.1992 - 7 CE 92.3287; RayVGH, Beschluss vom 10.9.2013-7 CS 13.1880).
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir gemeinsam am Runden Tisch zeitnah die Thematik erörtern und zu einer guten Lösung kommen könnten. Wir bitten um einen Terminvorschlag möglichst noch vor den Sommerferien. Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen
im Namen des Elternbeirates der Friedlich Hegelschule
Dr. Christine Elsweiler und Ute Wolf
Für die Gemeinschaft von der Umsprengelung betroffener Eltern
V
Elternbeirat der Friedrich Hegelschule Gemeinschaft der
von der Umsprengelung
betroffenen Eltern
Nachrichtlich an:
Claudia Arabackyj, SPD
Gabi Klaßen; Die Grünen
Carin Seel, CSU
Daniel. Frank, CSU
Helmine Büchsbaum, CSU
Titus Schüller, Die Linke
Kathrin Flach Gomez, Die Linke
Stefanie Söhnlein, Schulleitung Friedrich-Hegel Grundschule
Oliver .Barthelmes, Nürnberger Nachrichten
Pfarrer Wagner, St. Matthäus Gemeinde
Mitglieder des Arbeitskreises Nordstadt z.H. Herrn Jörg Basel
Michael Ruppreeht, Leitung Hegelhort
Elternbeirat Hegelhort
GEB Gesamtdternheirat
NEV Nürnberger Elteraverband