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Grundwasserbericht

Anlage · 29.11.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Referat für Umwelt und Gesundheit

Daten zur Nürnberger Umwelt /

Sonderausgabe

Grundwasser-

bericht 2023

Abbildung 1

Herausgeber: Datenquellen: Stadt Nürnberg / Referat für Umwelt und Gesundheit Wo nicht anders vermerkt, stammen die Daten von den Dienststellen Hauptmarkt 18 der Stadt Nürnberg (Jahres- und Geschäftsberichte, interne Angaben 90403 Nürnberg und Auswertungen).

Tel.: 0911 / 231 – 4977 Fax: 0911 / 231 – 3391 Papier: Mail: umweltreferat@stadt.nuernberg.de Chlorfrei gebleichtes Bilderdruckpapier

Koordination, Konzeption, Gesamtredaktion: Druck: Stadt Nürnberg / Umweltamt: SAFNER Druck und Verlags GmbH Gisela Löhr Mittelgrundstraße 24/28 Stefan Schuster 96170 Priesendorf bei Bamberg Mechthild Wellmann Dr. Klaus Köppel Auflage: 300 Exemplare Autoren: Die an der Datenrecherche und Texterstellung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter externer Organisationen und der Stadtverwal- Bezugsadresse: tung sind am Ende des Berichtes im Anhang VIII – Autorenverzeichnis Stadt Nürnberg Umweltamt aufgeführt. Abteilung UwA/1 Umweltplanung Bauhof 2 90402 Nürnberg Fotos: vgl. Anhang III – Abbildungsverzeichnis

Diagramme, Karten: Kartengrundlagen: A mt für Geodaten und Bodenordnung, wo nichts anderes vermerkt Diese Druckschrift wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Eine Karten: vgl. Anhang V – Kartenverzeichnis Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann dennoch nicht Kartenumsetzung: Raimund Rech, wo nichts anderes vermerkt übernommen werden. Sofern in dieser Broschüre auf Internetangebote Dritter hingewiesen wird, sind wir für deren Inhalte nicht verantwortlich. Alle Rechte vorbehalten. Illustration: Titelseite, Abbildung 18 Studio Plan X, Alexandra Kuhn Nürnberg, September 2023

Referat für Umwelt und Gesundheit

Grundwasser-

bericht 2023

4 Vorwort GRUNDWASSERBERICHT 2023

Vorwort

Abbildung 3

Abbildung 2

Britta Walthelm Dr. Klaus Köppel Referentin für Umwelt und Gesundheit Leiter des Umweltamtes

Seit 35 Jahren legt das Umweltamt Grundwasserberichte vor. Wir freuen uns, hiermit den siebten Bericht in dieser Reihe vorstellen zu können. Angesichts des Klimawandels bildet – wie im Grundwasserbericht 2017 angekündigt – die intensive Untersuchung der quantitativen Situation des Grundwassers im Stadtgebiet (Grundwasserneubildung und –bilanz) einen neuen Schwerpunkt.

Positiv kann dazu festgestellt werden, dass hier (noch) ein guter quantitativer Zustand und eine nachhaltige Nutzung vorliegen. In Folge der klimatischen Veränderungen nimmt jedoch die Grundwasserneubildung nachweislich ab und die oberflächennahen Grundwasserstände sinken.

Eine wichtige Zukunftsaufgabe als Reaktion auf den Klimawandel ist daher die wassersensible Stadtentwicklung (Schwammstadt) im Neubau und vor allem zunehmend im Bestand. Um weiterhin eine nachhaltige Grundwassernutzung sicherzustellen, sind erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich. Gleiches gilt für den dringenden Appell zum sparsamen und intelligenten Umgang mit Wasser.

Eine gesonderte Betrachtung erfährt in diesem Bericht die Häufung von Starkniederschlägen im Stadtgebiet. Ein Phänomen des Klimawandels, der sich durch stärkere Extrem-Wetterlagen auszeichnet.

Ein zentrales Ergebnis unseres aktuellen Grundwasserberichts zeigt: das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie – ein guter chemischer Zustand der Grundwasserkörper – ist im Norden und Südwesten unseres Stadtgebietes noch immer nicht erreicht. Auch bis 2027 werden wir dieses Ziel nicht erreichen können. Die Ursachen

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Vorwort 5

sind vor allem die Hauptschadstoffe Nitrat, Pflanzenschutzmittel und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Es bleibt damit weiterer langfristiger Handlungsbedarf. Dies gilt auch und insbesondere für die Altlastenerkundungen und -sanierungen, für die ganz aktuell die rechtlichen Rahmenbedingungen für Boden- und Grundwasserschutz maßgeblich geändert wurden.

Bereits im Grundwasserbericht 2017 wurde umfangreich zum geothermischen Potential des oberflächennahen Grundwasserkörpers berichtet. Im vorliegenden Bericht wird die durch unterirdische Bauten erzeugte Wärmeinsel im Stadtgebiet näher untersucht. Das energetische Potential lohnt für eine weitergehende Betrachtung in der weiteren Berichterstattung.

Der aktuelle Grundwasserbericht wurde wieder mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen staatlicher Fachbehörden, universitärer Forschungseinrichtungen, Wasserversorgern, Sachverständigen und weiteren Stellen der Stadtverwaltung erarbeitet. Das bayerische Landesamt für Umwelt, das staatliche Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, die bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Würzburg, das Geozentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim, die NERGIE AG, der Wasserverband Knoblauchsland, das Sachverständigenbüro Eber, der Servicebetrieb öffentlicher Raum der Stadt Nürnberg haben eigene Beiträge zu diesem Bericht beigesteuert. Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg hat die Untersuchungen des Grundwassermonitorings durchgeführt.

Hierfür und für die insgesamt sehr gute Zusammenarbeit gilt unser herzlicher Dank. Gleiches gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umweltamtes, die eigene Beiträge erstellt und die intensive Koordinationsarbeit bewältigt haben. Danke!

Der vorsorgende Grundwasserschutz ist und bleibt somit eine dauerhafte Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Verwaltung, Unternehmen und Bürgern, um diese wertvolle und lebensnotwendige Ressource mit ihren vielfältigen ökologischen und ökonomischen Funktionen zu schützen und zu bewahren. Angesichts der Zuführung sehr großer Wassermengen für Trinkwasserversorgung, Beregnung und Wasserführung der Flüsse in unsere Stadt, reicht diese Verantwortung deutlich über das Stadtgebiet Nürnberg hinaus. Eine weiterhin gute Zusammenarbeit über die Grenzen von Verwaltung und örtlichen Zuständigkeiten hinweg ist daher von größter Bedeutung.

Wir wünschen eine anregende Lektüre und vielfältige Beachtung der mit diesem Grundwasserbericht 2023 vorgelegten Informationen und Erkenntnisse.

Britta Walthelm Dr. Klaus Köppel Referentin für Umwelt und Gesundheit Leiter des Umweltamtes

6 Inhaltsverzeichnis GRUNDWASSERBERICHT 2023

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ......................................................................................................................................................... 4

Zusammenfassung und Fazit ....................................................................................................... 8

1 Grundwassersituation in Nürnberg .......................................................................... 13

1.1 Grundwasserqualität ....................................................................................................................... 15 1.1.1 Überwachung der Grundwasserqualität .................................................................................. 15 1.1.2 Grundwasserbelastungssituation – Hauptschadstoffe und Leitparameter ................................. 17 1.1.3 Grundwasserbelastungssituation – PFAS .................................................................................. 35 1.1.4 Grundwasserbelastungssituation im Knoblauchsland –Sonderuntersuchungsprogramm des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg .................................................................................... 41 1.1.5 Zustand der Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ................................. 47 1.1.6 Nitratbelastete Gebiete – Ausweisung Roter Gebiete nach Düngeverordnung ......................... 53 1.1.7 Maßnahmen in der Landwirtschaft für den Gewässerschutz ................................................... 57 1.1.7.1 Optimierung der Düngung ...................................................................................................... 57 1.1.7.2 Vorgaben und Entwicklungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln .................................... 60 1.1.8 Nachsorgender Grundwasserschutz ........................................................................................ 63 1.1.8.1 Altlastenbearbeitung .............................................................................................................. 63 1.1.8.2 Auswirkungen der novellierten BBodSchV auf die Altlastensachbearbeitung ........................... 65 1.2 Grundwassertemperatur in Nürnberg – Geothermische Nutzung .................................................. 68 1.2.1 Untersuchung und Überwachung der Grundwassertemperatur ............................................... 68 1.2.2 Grundwassertemperaturverteilung in Nürnberg ....................................................................... 70 1.2.3 Aktueller Stand der Nutzung von Geothermie ......................................................................... 76 1.2.4 Thermische Interaktion und gegenseitige Beeinflussung geothermischer Anlagen ................... 81 1.3 Grundwasserquantität .................................................................................................................... 85 1.3.1 Erhebung der Grundwasserstände .......................................................................................... 85 1.3.2 Entwicklung der Grundwasserstände im Stadtgebiet ............................................................... 87 1.3.3 Aktualisierte Grundwasserkarten ............................................................................................ 94

2 Nürnbergs Wasserhaushalt im Klimawandel

2.1 Der Wasserhaushalt ......................................................................................................................... 97 2.2 Wasserstrategien - Rahmenbedingungen und Herausforderungen ................................................ 100 2.2.1 Globale und nationale Wasserstrategien ................................................................................. 100 2.2.2 Wasserwirtschaftliche Verhältnisse .......................................................................................... 102 2.2.3 Herausforderungen für die Wasserwirtschaft, die Wassernutzer und die Stadtverwaltung ....... 106 2.3 Daten zum Nürnberger Wasserhaushalt .......................................................................................... 108 2.3.1 Klimatische Entwicklung ......................................................................................................... 108

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Inhaltsverzeichnis 7

2.3.2 Bedeutung der Versiegelung für den Wasserhaushalt .............................................................. 111 2.3.3 Grundwasserneubildung und Grundwasserstände in der Region Nürnberg

2.3.4 Grundwasserentnahmen und Bilanzierung der Wasserressource ............................................. 118

2.4 Auswirkungen eines verändernden Wasserhaushalts auf den Naturhaushalt

am Beispiel des Marienbergweihers ............................................................................................... 125 2.5 Trinkwasserversorgung der Stadt Nürnberg – Entwicklung in den Wasserschutzgebieten ............ 132 2.6 Nachhaltigkeit bei betrieblichen und landwirtschaftlichen Gewässerbenutzungen ...................... 137 2.6.1 Grundwasserschutz in der wasserrechtlichen Genehmigungspraxis ......................................... 137 2.6.2 Herausforderungen für die Bewässerung des Knoblauchslandes ............................................. 140 2.6.3 Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Bewässerung im Garten- und Ackerbau .................. 145 2.7 Wassersensible Stadtentwicklung ................................................................................................... 149 2.7.1 Versickerung von Niederschlagswasser – Aktueller Stand ........................................................ 150 2.7.2 Wassersensible Stadtentwicklung – Beispiele in Nürnberg ........................................................ 152 2.7.2.1 Umgang mit Niederschlagswasser in der Bauleitplanung ......................................................... 152 2.7.2.2 Zukunftsweisende Planungsbeispiele ....................................................................................... 155 2.7.3 Hydrogeologische Strategieplanungen zur Schwammstadt in Nürnberg .................................. 165 2.7.3.1 Hydrogeologische Untersuchungsmethoden – Grundlage für Schwammstadtkonzepte .......... 166 2.7.3.2 Hydrologische Untersuchungen zur Nutzung eines vorhandenen Wasserspeichers in Nürnberg – der Alte Kanal ................................................................................................... 169 2.8 Starkregen und Hochwasserschutz in Nürnberg ............................................................................. 177 2.8.1 Umgang mit Starkregen .......................................................................................................... 177 2.8.2 Überschwemmungsgebiete und Hochwasserschutz ................................................................ 181

Anhänge

Anhang I: Weiterführende Informationen zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser ....... 184 Anhang II: Glossar ............................................................................................................................. 186 Anhang III: Abbildungsverzeichnis ..................................................................................................... 191 Anhang IV: Diagrammverzeichnis ....................................................................................................... 195 Anhang V: Kartenverzeichnis ............................................................................................................. 198 Anhang VI: Tabellenverzeichnis .......................................................................................................... 200 Anhang VII: Literaturverzeichnis .......................................................................................................... 201 Anhang VIII: Autorenverzeichnis .......................................................................................................... 208

Anlagen

Anlage 1: Grundwassergleichenplan (Stichtagsmessung März 2022) Anlage 2: Flurabstandskarte (Stichtagsmessung März 2022) Anlage 3: Grundwasserbelastungskarte

8 Zusammenfassung und Fazit GRUNDWASSERBERICHT 2023

Zusammenfassung und Fazit

Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstrategie der Bundesrepublik Deutschland am 15.03.2023 wird deutlich, dass das Thema „Umgang mit der Ressource Wasser“ ein wichtiges Handlungsfeld auch auf höchster politischer Ebene geworden ist. „Die Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten, Grundwasser und Ökosysteme zu schützen, Landwirtschaft und Wirtschaft mit ausreichend Wasser zu versorgen – das sind Kernziele der Nationalen Wasserstrategie“, teilt die Bundesregierung mit.

Auch das Bayerische Umweltministerium bezeichnet das Thema Wasser, neben dem Klima- und Artenschutz, als drittes großes Existenzthema. Die Sicherung der Wasserzukunft in all seinen Facetten – Hochwasser und Starkregen auf der einen Seite und Trockenheit und sinkende Grundwasserstände auf der der anderen Seite – erfordert einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz und ein modernes Wassermanagement.

Teil des Wassermanagements ist der Grundwasserschutz. Nicht nur angesichts der Auswirkungen des Klimawandels auf den (Grund-)Wasserhaushalt, sondern auch durch andauernde Flächeninanspruchnahme und Versiegelung in den Städten, ergibt sich dort ein besonderer Handlungsbedarf.

Mit dem vorliegenden, mittlerweile 7. Grundwasserbericht wird deutlich, dass sich die Stadt Nürnberg schon seit langem mit dem Schutz des Grundwasserwassers und der Reduzierung der Grundwasserbelastungen auseinandergesetzt hat und somit frühzeitig die Wichtigkeit der Vorsorge und Überwachung der Ressource Grundwasser – mit seiner Bedeutung für den Wasser- und Naturhaushalt der Stadt, aber auch für die Daseinsvorsorge der Stadtbevölkerung – erkannt hat. Wesentliche Basis dafür ist einerseits die langjährige sehr gute Vernetzung und Zusammenarbeit mit externen Forschungseinrichtungen, übergeordneten Behörden und Ingenieurbüros und andererseits die bei der Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) zur Verfügung stehenden Untersuchungs- sowie Laborkapazitäten und -kompetenzen.

Angesichts der spürbaren Auswirkungen des Klimawandels widmet sich dieser Bericht – neben der Darstellung der aktuellen Grundwassersituation, die mit dem mittlerweile 35-jährigen Grundwassermonitoring kontinuierlich untersucht wird – dem Nürnberger Wasserhaushalt im Klimawandel und den sich daraus ergebenden Herausforderungen.

Hinsichtlich der Grundwasserqualität im Nürnberger Stadtgebiet zeigt sich – bezogen auf die Hauptschadstoffe

die überwiegend in den alten Industriegebieten im Süden und Südwesten Nürnbergs zu finden sind, haben sich in den letzten Jahren kaum verändert. Wenngleich durch die erfolgten Sanierungsmaßnahmen bereits erhebliche Schadstoffmengen aus dem Grundwasser entfernt werden oder zumindest erheblich reduziert werden konnten, verbleiben Belastungsbereiche mit Werten > 40 µg/l, die gemäß der vorliegenden Maßnahmen- und Orientierungswerte eine relevante Grundwasserbelastung darstellen.

nutzten Bereichen im Nürnberger Norden gefunden, die z.T. über 150 bis max. 400 mg/l und damit bereichsweise weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung (TrinkWV) liegen. Untergeordnet finden sich auch im Süden und Südwesten Überschreitungen des TrinkWV-Grenzwertes. Gemäß Düngemittelverordnung sind diese Gebiete als „Rote Gebiete“ gekennzeichnet. Wenngleich in Teilbereichen stagnierende bis leicht abnehmende Belastungen festgestellt werden konnten, ist eine einheitliche Tendenz nicht erkennbar. Daher sind weiterhin die konsequente Umsetzung der definierten Maßnahmen nach EG- Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Düngemittelverordnung, nachhaltige Bewässerungsmethoden sowie kontinuierliche Erfolgskontrollen erforderlich.

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Zusammenfassung und Fazit 9

Untersuchungssuchungszeitraum deutlich erweitert worden und ermöglicht somit eine differenziertere Auswertung; lässt aber eine direkte Vergleichbarkeit mit früheren Untersuchungen nur noch bedingt zu. Über das Stadtgebiet verteilt zeigen sich Schwerpunktbereiche mit Pflanzenschutzmittelbelastungen, die sowohl in den landwirtschaftlichen Bereichen, wie dem Knoblauchsland und in Krottenbach, aber auch in städtisch geprägten Bereichen, wie am Südbahnhof und im Umfeld von öffentlichen Grünflächen zu finden sind.

here Konzentrationen finden sich vor allem entlang von Verkehrswegen und in Industriegebieten, sind aber auch auf die im gesamten Stadtgebiet anzutreffenden Auffüllmaterialien zurückzuführen. Insgesamt sind die Belastungen gegenüber dem Untersuchungszeitraum 2011 – 2016 geringfügig erhöht.

erstmals eine gesamtstädtische Übersicht gegeben werden. Diese Stoffe, die in vielen Produkten (Lebensmittelverpackungen, Textilien, aber auch in Löschschäumen) seit langem eingesetzt werden, sind aufgrund ihrer Persistenz in den Fokus der Altlastenbearbeitung gelangt. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass zwar Belastungen bzw. Kontaminationen mit PFAS über das gesamte Stadtgebiet verteilt vorliegen, die Anzahl der Schadensfälle sich aber in einem überschaubaren Rahmen bewegt.

Die qualitative Bewertung der Grundwasserkörper auf Basis der EG-Wasserrahmenrahmenrichtlinie zeigt, dass der chemische Zustand in Teilbereichen – im Nürnberger Norden und Südwesten – in keinem guten Zustand ist. Ursachen sind vor allem die vorab genannten Hauptschadstoffe, Nitrat, Pflanzenschutzmittel und auch PFAS.

Im Rahmen des Grundwassermonitorings wurden auch die Grundwassertemperaturen im Stadtgebiet untersucht. Differenzierte Ergebnisse dazu lieferte ein Forschungsprojekt des Geozentrums Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Sie zeigen eine deutlich erkennbare urbane Wärmeinsel im Nürnberger Stadtgebiet. Die Temperatur im dicht bebauten Innenstadtbereich liegt um bis zu 7 Kelvin über den Werten der unbebauten Stadtrandlagen. Zudem ist eine Erwärmung des Grundwassers in den letzten Jahren um durchschnittlich 0,07 K/Jahr erkennbar.

Die thermische Nutzung des Grundwassers durch geothermische Anlagen beläuft sich derzeit auf 79 Grundwasser-Wärmepumpenanlagen und 347 Erdwärmesonden-Anlagen. Darunter befinden sich 48 Sondenfelder. Die thermische Gesamtleistung aller Erdwärmesonden beläuft sich auf 14,4 Megawatt. Insgesamt ist eine steigende Tendenz geothermischer Nutzungen erkennbar. Die weitere Zunahme geothermischer Anlagen kann zu Konkurrenzsituationen und gegebenenfalls Abnahme der Effizienz von einzelnen Anlagen führen. Diese gegenseitigen Wechselwirkungen müssen zukünftig bei der Planung und Genehmigung stärker berücksichtigt werden.

Grundlage für alle mit vorliegendem Bericht erfassten Aspekte sind aktuelle und umfassende hydrogeologische Daten.

Aussagen zur Entwicklung der Grundwasserstände können nun auf Basis 10-jähriger, kontinuierlicher Zeitreihen (2013 – 2022) getroffen werden. Wenngleich die für Nürnberg relevanten Grundwasserkörper gemäß Bewertung nach Wasserrahmenrichtlinie in einem guten quantitativen Zustand sind, ist auch in Nürnberg ein Absinken der Grundwasserstände und damit ein Rückgang der Grundwasservorräte erkennbar.

10 Zusammenfassung und Fazit GRUNDWASSERBERICHT 2023

Für die Aktualisierung der Grundwasserkarten wurde die Datenerhebung bewusst in das Frühjahr gelegt, um Grundwasserhochstände erfassen zu können. Aufgrund der defizitären Niederschläge im Winterhalbjahr 2021/2022 konnten sich die Grundwasservorräte allerdings nicht entsprechend auffüllen. Die aktuelle Karte bildet daher den mittleren Grundwasserstand ab.

Diese Daten bildeten auch eine wesentliche Grundlage für das zweite Schwerpunktthema dieses Grundwasserwasserberichtes: den Nürnberger Wasserhaushalt im Klimawandel.

Grundwasser spielt als Wasserspeicher und Wasserspender eine zentrale Rolle bei der Bewertung der Wasserressourcen in Nürnberg. Bedingt durch den hohen Versiegelungsgrad in Städten, ist der natürliche Wasserhaushalt bereits deutlich in Richtung Oberflächenabfluss verschoben. Die erkennbare Zunahme von Extremwetterereignissen, wie Hitze und Starkregen, verstärkt diesen Effekt. Insgesamt gehen diese Veränderungen zu Lasten der Grundwasserneubildung. So hat sich die Grundwasserneubildungsrate in der Region Nürnberg nach den Untersuchungen des bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) in den letzten 10 Jahren durchschnittlich um 20 % auf rund 65 mm/Jahr reduziert.

Die Grundwasserentnahmemengen im Stadtgebiet haben im Untersuchungszeitraum insgesamt abgenommen, insbesondere durch die Betriebsaufgaben großer Nutzer. Im Berichtszeitraum wurden jedoch gleichzeitig 21 Brunnenanlagen mit einem Entnahmekontingent von 1 Mio. m³ neu genehmigt. Im Zeitraum 2017

ten maximalen Entnahmemenge (Gesamtentnahmekontingent) von rd. 11 Mio m³ in Betrieb. Hinzu kommen Grundwasserentnahmen durch Bauwasserhaltungen, die zwar zeitlich begrenzt sind, aber immer wieder an unterschiedlichen Standorten und mit unterschiedlichen Entnahmemengen stattfinden. Weitere Grundwasserentnahmen erfolgen durch die ca. 2000 privaten Gartenbrunnen mit ca. 0,2 Mio m³/Jahr entnommenem Grundwasser im Stadtgebiet.

Zusammen mit den Entnahmen für die Trinkwasserversorgung werden aktuell tatsächlich ca. 9 Mio m³/Jahr Grundwasser im Stadtgebiet gefördert. Das entspricht ca. 22 % des jährlichen Wasserbedarfs insgesamt in Nürnberg. Um den gesamten Wasserbedarf von rund 40 Mio m³/Jahr abdecken zu können, müssen große Wassermengen ins Stadtgebiet importiert werden. Dies betrifft insbesondere die Zuleitung für den Bedarf an Trinkwasser mit rund 28 Mio m³/Jahr und für die Bewässerung des Knoblauchslandes mit 2,7 Mio m³/Jahr. Um die Versorgung der Wasserbedarfe unter den veränderten klimatischen Rahmenbedingungen auch zukünftig sicher zu stellen, ist, neben der Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bei der Bewässerung, auch die konsequente Ausschöpfung der rechtlichen Möglichkeiten zu einem nachhaltigen Umgang in allen Facetten erforderlich.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist – neben der grundsätzlichen Vorgabe einer möglichst geringen Flächenneuinanspruchnahme, d.h. Versiegelung und Überbauung – die Rückhaltung von Niederschlagswasser im Gebiet. Bereits seit dem Stadtratsbeschluss 2013 besteht in Nürnberg die Verpflichtung, für alle Bebauungsplanverfahren die Möglichkeiten einer ortsnahen Beseitigung des anfallenden Niederschlagswassers zu prüfen. Bei ca. 70 % der seitdem in Kraft getretenen Bebauungspläne wurden auf Basis vorgelegter Entwässerungskonzepte entsprechende Maßnahmen umgesetzt.

Zukünftig ist jedoch ein noch weitreichenderer nachhaltiger Umgang mit Regenwasser erforderlich, der sich auch in einer wassersensiblen Stadtentwicklungsplanung niederschlagen muss. Dieses System aus Rückhaltung, Versickerung, Verdunstung und damit auch Kühlung wird bei den aktuellen Bebauungsplanverfahren, wie z.B. Tiefes Feld und Wetzendorf, bereits eingeplant bzw. umgesetzt. Die Umsetzung dieses Schwamm-

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Zusammenfassung und Fazit 11

stadtprinzips muss aber auch im Bestand erfolgen, da hier ein weitaus größeres Potential liegt als in den Neubaubereichen. Wo immer möglich, werden daher bei Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen, z.B. am Obstmarkt oder an der Ambergerstraße entsprechende Elemente der blau-grün-grauen Infrastruktur geplant und realisiert. Überlegungen für zukünftige Umsetzungsprojekte werden im vorliegenden Bericht u.a. im Freiraumkonzept Nürnberger Süden mit der sog. SüdstadtKlimaMeile und in der Studie des Geozentrums Nordbayern zur Reaktivierung des Ludwig-Main-Donau-Kanals als Wasserspeicher vorgestellt.

Aufgrund des mittlerweile über 35jährigen Grundwassermonitorings liegen fundierte Kenntnisse zum Nürnberger Grundwasservorkommen und dem Grundwasserhaushalt vor. Die im Rahmen des Grundwasserberichtes 2023 durchgeführten Untersuchungen, Auswertungen und fachlichen Expertisen hinsichtlich der Grundwasserqualität und –quantität zeigen, dass sich die Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität zwar erkennbar niederschlagen, aber gleichzeitig noch über lange Jahre Grundwassersanierungen erforderlich sein werden. Bei der Belastung mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln in den Grundwasserkörpern im Knoblauchsland wird voraussichtlich erst nach 2027 ein guter chemischer Zustand erreichbar sein.

Hinsichtlich der Nutzung des Grundwassers (insbesondere für Betriebs- und Beregnungszwecke) kann noch von einer nachhaltigen Nutzung gesprochen werden, d.h. das Verhältnis zwischen Grundwasserentnahmen und Grundwasserneubildung liegt noch im Gleichgewicht gemäß dem Beurteilungsmaßstab nach Wasserrahmenrichtlinie.

Gleichzeitig zeigt sich, dass die klimatischen Veränderungen zu einer verringerten Grundwasserneubildung und damit zu einem gewissen Absinken der Grundwasserstände führen. Die Überleitung von Flusswasser aus dem süd- in den nordbayerischen Raum (Überleitung Donau – Main mit durchschnittlich rund 150 Mio m³/ Jahr) über Altmühl-, Brombach- und Rothsee in die Rednitz trägt jedoch zu einer gewissen Nivellierung / Stabilisierung bei und hat damit auch für die Grundwasserkörper einen positiven Einfluss.

Der Nutzungsdruck auf das vorhandene Grundwasserreservoir wird auf Grund der klimatischen Rahmenbedingungen und neuer und weiterer Nutzungen (z.B. energetische Nutzung, Bewässerung) voraussichtlich wieder ansteigen. Deshalb gilt es, die Vergabe von Entnahmekontingenten – sowohl hinsichtlich der Menge, als auch der Dauer – künftig kritischer zu betrachten. Die Grundwasserkörper als Wasserreservoir weiter zu nutzen und gleichzeitig weiter zu pflegen, ist angesichts der Klimaprognosen eine der vorrangigen Aufgaben der Zukunft, um negative Auswirkungen auch auf die Stadtentwicklung zu verhindern.

GRUNDWASSERBERICHT 2023 1 Grundwassersituation in Nürnberg 13

1 Grundwassersituation in Nürnberg

Bedeutung der Ressource Grundwasser die metallverarbeitende Industrie ist, kann es und ist es zu Belastungen des Bodens und Grundwassers aus produkti- Grundwasser ist eine bedeutende Wasserressource, aus ihm onsbedingten Schadensfällen gekommen (vgl. Kapitel 1.1.2 wird Trinkwasser und Brauchwasser für die Bewässerung und 1.1.8.1). In den landwirtschaftlich genutzten Bereichen sowie für gewerbliche Zwecke gewonnen (vgl. Kapitel 2.3.4 des Stadtgebietes, insbesondere im intensiv genutzten Geund 2.5). Grundwasser benötigen wir existentiell, in ausmüseanbaugebiet Knoblauchsland, sind es vor allem die reichenden Mengen und guter Qualität. Die bedeutendste Schadstoffeinträge über Dünge- und Pflanzenschutzmittel- Grundwassernutzung ist die Trinkwassergewinnung, die anwendungen, die seit langem die Grundwasserqualität begleichzeitig die höchsten qualitativen Ansprüche erfüllen einträchtigen und aufgrund vieler Faktoren nur langsam im muss. Grundwasser ist genauso auch ein elementarer Be- Grundwasser minimiert werden können (vgl. Kapitel 1.1.4). standteil im Naturkreislauf. So wirken sich z.B. sinkende Grundwasserspiegel erheblich auf Vegetation und Lebens- Die mengenmäßige Beanspruchung des Grundwassers für raum aus und verändern unser Landschaftsbild. direkte Nutzungen wie betriebliche Zwecke oder zur Bewässerung sowie die zunehmende direkte oder indirekte Gefährdung und Beanspruchungen Nutzung des Grundwassers zur Klimatisierung von Gebäu-

des Grundwassers den können sich sowohl quantitativ als auch qualitativ auf

das Grundwasser auswirken. Und nicht zuletzt zeigt der Kli- Grundwasser ist besonders in urbanen Räumen vielen Gemawandel seine Auswirkungen auf Grundwasserquantität fährdungen ausgesetzt. In einer Stadt wie Nürnberg, die und -temperatur und kann damit unter anderem auch die dicht bebaut ist, zahlreiche Industrie- und Gewerbegebiet Grundwasserqualität beeinträchtigen. hat und v.a. auch ein historischer Industriestandort u.a. für

Abbildung 4

Abbildung 5

Abbildung 8

Abbildung 6

Abbildung 7

Abbildung 9

Abbildung 1: Grundwasserberichte der Stadt Nürnberg (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

14 1 Grundwassersituation in Nürnberg GRUNDWASSERBERICHT 2023

Der Schutz des Grundwassers Das Grundwassermonitoring der Stadt Nürnberg wurde

bereits Mitte der ´80er Jahre des vorigen Jahrhunderts be- Grundwasser muss also gut geschützt und mit ihm sorgsam gonnen. In den Jahren 2009 bis 2011 wurde dieses neu umgegangen werden. Grundwasser, wie das Wasser genekonzipiert und vor allem ein Grundwassermessnetz für die rell, ist ein Allgemeingut. Gesetzliche Regelungen sorgen regelmäßige Erhebung von Grundwasserständen eingerichfür den Schutz und den Nachhaltigen Umgang mit dieser tet. Hier werden auch erste Daten zur Grundwassertempe- Ressource (vgl. z.B. Kapitel 2.6.1). Das Umweltamt Nürnratur erhoben. Ende 2012 wurde dieses Messnetz um ein berg und das staatliche Wasserwirtschaftsamt Nürnberg als Datenloggermessnetz ergänzt. Für die Grundwassserquaamtlicher Sachverständiger übernehmen die Aufgaben für lität besteht ein Messnetz aus Not- und Betriebsbrunnen. das Stadtgebiet Nürnberg, fachlich fundiert über erforderliche Maßnahmen zum nachhaltigen Schutz des Grundwas- Das Grundwassermonitoringprogramm wird in enger Zusamsers. Bereits eingetretene Beeinträchtigungen des Grund- menarbeit des Umweltamtes (UwA) mit der Stadtentwässewassers werden verfolgt, erkundet und bei Bedarf saniert. rung und Umweltanalytik (SUN) erarbeitet und umgesetzt. Insbesondere die Wartung und Pflege des Grundwasser- Das Grundwassermonitoring der Stadt Nürnberg messnetzes, die regelmäßige Erhebung der Grundwasserstände und -temperaturen, die Wartung und Auslesung der Um Grundwasser optimal zu schützen und zu nutzen, ist Datenlogger, die Organisation und Durchführung von Stichdie Kenntnis über Grundlagendaten zum Wasserhaushalt, tagsmessungen und Sonderuntersuchungsprogramme liegt zur hydrogeologischen Situation und zu den natürlichen im Aufgabenbereich von SUN. Das staatliche Wirtschaftsamt Voraussetzungen (Wasserinhaltsstoffe, Grundwassertem- Nürnberg (WWA) unterstützt bei konkreten Fragestellungen peratur, Grundwasserstände) wichtig. Durch die Beobachund fügt eigene Messporgramme bei. tung der Entwicklungen in der Zeitschiene können nachteilige Veränderungen frühzeitig erkannt werden. Dies ist Die Grundwasserberichte der Stadt Nürnberg dokumendie Aufgabe des flächendeckenden Grundwassermonito- tieren in regelmäßigen Abständen seit nunmehr 35 Jahren rings der Stadt Nürnberg (vgl. Grundwasserberichte 2011 die Ergebnisse dieser Überwachung. Mit dem vorliegenden und 2017 [49] [12]). Es liefert gleichzeitig wertvolle erste 7. Grundwasserbericht werden im Kapitel 1 die Ergebnisse Planungshinweise und Grundlagen für Bau- oder Planungs- des Grundwassermonitorings der letzten 6 Jahre (2017 bis vorhaben. 2022) sowie die Entwicklungen im Vergleich zu den Vorjahres-Zeiträumen vorgestellt.

1.1.1 Überwachung der Grundwasserqualität

Das Messnetz zur Überwachung Alkylsubstanzen), die in vielen Einsatzbereichen bereits seit

der Grundwasserqualität den 70er Jahren Verwendung finden. Dieser Schadstoff-

gruppe wird ein eigenes Kapitel gewidmet (Kapitel 1.1.3). Die Das Monitoring der Grundwasserqualität in der Stadt Nürn- Hauptschadstoffe- und Leitparameter, die im Grundwasserberg dient der Überwachung und Berichterstattung über bericht näher betrachtet werden, sind in Tabelle 1 aufgeführt. die z.T. stark beanspruchten Grundwasserkörper. Zuvorderst werden die Belastungssituationen und Entwicklungen durch

Auswertungsmethodik und Bewertungskriterien

Hauptschadstoffe in einem gesamtstädtischen Überblick ermittelt. Und es werden das Ausmaß und die Verbreitung Als Bewertungskriterien für die Grundwasserqualität werurbaner sowie diffuser Stoffeinträge geprüft. den vorrangig die Grenzwerte aus der Trinkwasserverordnung (TrinkWV [1]) herangezogen. Auch wenn das Grund- Das Qualitätsmessnetz des Grundwassermonitorings soll den wasser nicht immer zur Trinkwasserversorgung verwendet allgemeinen, flächendeckenden Zustand des Nürnberger Grundwird, werden so die höchsten Anforderungen an die Waswassers dokumentieren und Grundlage für Maßnahmenserqualität zu Grunde gelegt. Die Schwellenwerte der Grundkonzepte sein sowie frühzeitig ggf. neue oder bislang unentwasserverordnung des Bundes (GrwV [2]), auf deren Basis deckte Belastungsherde erkennen helfen. Bei diesen Auswerder chemische Zustand des Grundwasserkörpers gemäß tungen bleiben Analysenwerte aus Sanierungsbrunnen oder Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL [3]) beurteilt wird, wird von Einzel- und Altlastenuntersuchungen unberücksichtigt. bei der nachfolgenden Bewertung der Belastungssituation Für den Zeitraum 2017 – 2022 waren Untersuchungen von in Nürnberg ebenfalls berücksichtigt. Oft entsprechen die 310 Brunnen/Messstellen, für den vorausgegangenen Ver- Schwellenwerte den Werten der TrinkwV. gleichszeitraum 2011 – 2016 waren Analysendaten von 278 Weiter werden die Stufenwerte für Schadstoffparameter Brunnen/Messstellen verfügbar. Da nicht bei allen Messaus dem bisher zur Anwendung gekommenen Merkblatt stellen immer alle Parameter analysiert werden konnten, 3.8/1 „Untersuchung und Bewertung von Altlasten, schädkann die Anzahl der auswertbaren Brunnen/Messstellen je lichen Bodenveränderungen und Gewässerverunreinigun- Schadstoff/Leitparameter differieren. Im Wesentlichen wurgen – Wirkungspfad Boden-Gewässer“ des Bayerischen den die Messdaten von Notbrunnen sowie von Betriebs- Landesamtes für Wasserwirtschaft (Stand 31.10.2001 [4]) und Beregnungsbrunnen, z.T. auch von geeigneten Gartenals einschlägig für die Einstufung der Grundwasserqualität und Trinkwasserbrunnen herangezogen. Ergänzend wurde herangezogen. Stufe-1-Wert bedeutet dabei, dass bei desin 2022 ein Sondermessprogramm im Rahmen des Grundsen Unterschreitung eine allenfalls geringfügige Grundwaswassermonitorings durchgeführt. Hierbei wurden 23 zusätzserverunreinigung vorliegt, Stufe-2-Werte sind Entscheilichen Messstellen mit dem Ziel ausgewählt, die Erkenntnisse dungsgrundlage für die Gefährdungsabschätzung und das zur Verbreitung der Hauptschadstoffe und Leitparameter zu Sanierungserfordernis bei vorliegenden erheblichen Grundverdichten. Ein weiteres Sondermessprogramm wurde vom wasserverunreinigungen. Hinweis: eine Aktualisierung des staatlichen Wasserwirtschaftsamt Nürnberg im Knoblauch- Merkblattes erfolgte im August 2023 (vgl. Kapitel 1.1.8.2) sland durchgeführt (vgl. Kapitel 1.1.4). und findet für die ausgewerteten Analysenergebnisse aus den Jahren zwischen 2017 und 2022 noch keine Anwendung.

Hauptschadstoffe und Leitparameter

Für die vorliegenden Auswertungen der Analysedaten wer- Die Hauptschadstoffe im Nürnberger Stadtgebiet stehen im den über einen Zeitraum von sechs Jahren Mittelwerte je Zusammenhang mit industriellen Nutzungen, verkehrlicher Parameter und je Brunnen/Messstelle (i.d.R. aus ein bis drei und sonstiger technischer Infrastruktur und der landwirt- Messwerten) gebildet und u.a. in Form von Karten aufbeschaftlichen Nutzung vorwiegend im Norden und Süden reitet. Die Kartendarstellungen, im Wesentlichen für die des Stadtgebietes. Es sind im Wesentlichen die Schadstoffe Hauptschadstoffe, erfolgen in der Regel mittels Interpola- Leichtflüchtige Halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), tionen, so dass eine flächige Gesamtübersicht möglich wird. Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel (PSM). Eine neue Schwer- Es werden dadurch Schwerpunktbereiche der nachgewiesepunktbetrachtung erfährt im vorliegenden Grundwasserbenen Konzentrationen ermittelt und dargestellt. Durch den richt die Schadstoffgruppe der PFAS (per- und polyfluorierte

Einsatz einer anderen Software sowie die Nacherfassung angegeben (vgl. Kapitel 1.1.8.1). Eine Gesamtübersicht von Analysewerten können die Darstellungen im vorliegen- über die Erkenntnisse aus der Schadensfallbearbeitung wird den Bericht im Vergleich zu früheren Grundwasserberichten in der Grundwasserbelastungskarte in Anlage 3 gegeben. geringfügig abweichen. Folgender Hinweis ist mit Blick auf die Interpolierten Karten Auf die Unterschiede bei der Anzahl der in den Auswer- zur Grundwasserqualität zu beachten: Reale Messwerte lietungen jeweils herangezogenen Brunnen- und Messstellen- gen lediglich für die einzelnen Messpunkte vor. Das tatsächanalysen wurde bereits oben eingegangen. Das gewählte liche Ausbreitungsverhalten der Schadstoffe kann durch die Vorgehen gewährleistet jedoch in jedem Betrachtungszeit- Interpolationen nicht wiedergegeben werden, da dieses raum ein weitgehend ähnliches Verteilungsmuster der sowohl von den jeweiligen Eigenschaften der Stoffgruppe Messstellen über das Stadtgebiet zu jedem Parameter und als auch der hydrogeologischen Situation vor Ort abhängt. in jedem Betrachtungszeitraum. Somit bilden die interpolierten Flächen schadstoffbelastete Schwerpunktgebiete ab. Differenzierte, standortbezogenen Bei den Ergebnisdarstellungen und Erläuterungen zu den Aussagen sind hieraus nicht möglich. Für einen Gesamtjeweiligen Hauptschadstoffen und Leitparametern werden überblick über die Grundwasserqualität im Stadtgebiet sind ergänzend die Fallzahlen aus der Schadensfallbearbeitung diese Darstellungen geeignet und hilfreich.

Parameter Hinweis auf:
Hauptschadstoffe
Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) Verunreinigung durch Gewerbe / Industrie
Nitrat, Ammonium Landwirtschaftlicher/gärtnerischer Einfluss
Pflanzenschutzmittel (PSM) Landwirtschaftlicher/gärtnerischer Einfluss
PFAS Industrie und Gewerbe (Einsatz bei z.B. Kosmetika, Kochgeschirr, Papierbeschichtungen, Fastfood- Verpackungen, Textilien, etc.); Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen; mögl. Eintrag durch Klärschlamm, aus Feuerlöschmitteln
Weitere Leitparameter für die urbane Wasserqualität
Kurzkettige Aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX); Verunreinigung durch Gewerbe / Industrie
Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) Abbrandrückstände, Gaswerke und Kokereien
Halb- und Schwermetalle: Chrom, Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber Verunreinigung durch metallverarbeitende Industrie, zum Teil geogen (Arsen)
pH-Wert, Leitfähigkeit Allgemeine Charakterisierung des Grundwassers
Chlorid Einträge vorwiegend durch Streusalz; auch durch Deponien/künstlichen Auffüllungen, ggf. punktuelle Abwassereinleitungen, untergeordnet Düngemitteleinträge; selten geogen im Stadtgebiet
Eisen, Mangan Gefahr der Verockerung von Brunnen und geo- thermischen Anlagen – überwiegend geogen

Tabelle 1: Ü bersicht der Hauptschadstoffe und Leitparameter (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

1.1.2 Grundwasserbelastungssituation – Hauptschadstoffe und Leitparameter

LHKW litätsmessnetz zu finden, in knapp 24 % liegen Überschrei-

tungen des Stufe-1-Wertes [4] und des Grenzwertes der Bei der Stoffgruppe der leichtflüchtigen halogenierten Koh- TrinkwV von 10 µg/l vor. lenwasserstoffe (LHKW) handelt es sich um kettenförmige Kohlenstoffverbindungen, welche v.a. in der Vergangen- Insgesamt hat sich das Bild der Belastungszonen im Stadtheit in großen Mengen insbesondere als Lösungsmittel zur gebiet im Vergleich der Zeiträume 2011 bis 2016 und 2017 Reinigung von Metallen und Textilien in entsprechenden bis 2022 nicht nennenswert verändert. Dies war angesichts Industriezweigen Verwendung fanden. Sie zeichnen sich der Nutzungshistorie in Nürnberg auch nicht zu erwarten. durch den Einbau mindestens eines Halogen-Atoms aus Aufgrund der genannten Depot-Wirkung können sich die und weisen, einmal als Verunreinigungen in die Umwelt ge- bekannten Belastungen über sehr lange Zeiträume auslangt, eine außerordentliche Persistenz und Mobilität auf. wirken. Mittels Sanierungen werden zwar z.T. bereits seit Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften können sich in Jahrzehnten erhebliche Schadstoffmengen aus dem Grund- Gesteinsklüften und in der Bodenmatrix Depots bilden, die wasser entfernt. Die im Rahmen der Altlastensanierung dazu führen, dass auch lange nach dem Zeitpunkt der Ver- stattfindende Reduzierung der Belastungen von oftmals unreinigung noch LHKW an das Grundwasser abgegeben mehreren 10.000 µg/l auf niedrige dreistellige Konzentrawerden. LHKW wirken akut toxisch, z.T. karzinogen und tionen sind jedoch bei einer großmaßstäbigen Betrachtung erbgutverändernd [5]. über das Gesamtstadtgebiet graphisch kaum darstellbar. Diese Standorte werden in der Übersichtskarte den Be- Größere Belastungsbereiche finden sich in Nürnberg vorlastungsklassen > 100 µg/l zugeordnet. Im Nürnberger wiegend in der stark gewerblich und industriell geprägten Nordwesten sind dennoch Verbesserungen im Hinblick auf Südstadt. Dabei werden im Untersuchungszeitraum teilweidie Höhe der Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser se auch Konzentrationen von über 1000 µg/l nachgewie- sichtbar. Im Bereich der Südstadt konnte ein vormals stark sen. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) belasteter Brunnen aufgrund Brunnenrückbaus nicht mehr bezieht sich auf die Summe zweier maßgeblicher Einzel- im Messprogramm berücksichtigt werden. Abgesehen daparameter, Trichlorethen (Tri) und Tetrachlorethen (Per), von sind auch in diesem Umfeld Rückgänge der Schadstoffund liegt bei 10 µg/l, ebenso der Schwellenwert der GrwV. konzentrationen feststellbar. Demgegenüber sind in den Dieser Summenparameter wird deshalb auch für die Aus- Industriegebieten im Nürnberger Südwesten kaum Veränwertungen der LHKW in den Grundwasserberichten her- derungen zu erkennen. Im Nordosten ist eine Mehrung der angezogen. Die beiden Einzelstoffe sind nach wie vor die Belastungsbereiche durch hinzugekommene Messstellen Hauptkomponenten bei LHKW-Schäden. Zudem kann mit mit erhöhten LHKW-Konzentrationen augenfällig. diesem Summenparameter eine Vergleichbarkeit mit zurück- Die Entwicklung der qualitativen Belastungssituation seit liegenden Zeiträumen gewährleistet werden. Es gilt jedoch 1995 ist in Diagramm 1 dargestellt. Als erfreulich ist zu zu ergänzen, dass inzwischen auch die Zahl der Schadensfälnennen, dass in den letzten 25 Jahren die Brunnenanzahl le mit den Abbauprodukten cis-1,2-Dichlorethen (CDE) und mit Überschreitungen des zum Zeitpunkt der Berichterstel- Vinychlorid (VC, Monochlorethen) als Hauptkomponenten lung gültigen Stufe-2-Wertes (40 µg/l – Prüfwert für den zunimmt. Sanierungsbedarf [4]) von über 40 Messstellen im Zeitraum Bezüglich der Ausbreitung von LHKW im Grundwasserkör- 1995 – 1999 (28 % der Messstellen, vgl. Diagramm 1) auf per ist zu beachten, dass sich in der Regel, ausgehend von inzwischen 22 (10 %) zurückgegangen ist. Gleichwohl finpunktuellen Schadensfällen, schmale Ausbreitungsfahnen den sich nach wie vor noch Brunnen mit sehr hohen Belasin Grundwasserfließrichtung bilden. Sie weisen teilweise tungen von z.T. über 1.000 µg/l. eine Breite von lediglich 10 m auf, können jedoch eine be- Der LHKW-Parameter Vinychlorid (VC, Monochlorethen), trächtliche Länge erreichen. Eine flächenhafte Ausbreitung kommt im Grundwasser oft als Abbauprodukt vor und ist ist bei LHKW-Schadensfällen somit i.d.R. nicht gegeben. kanzerogen. Er wurde hier separat ausgewertet. Bei den ver- Dies gilt es mit Blick auf die interpolierten Kartendarstelfügbaren Daten aus dem Qualitätsmessnetz sind im Zeitraum lungen, Karte 1 und 2, zu beachten. In den Karten 3 und 4 2017 – 2022 vermehrt Überschreitungen des TrinkWV-Grenzsind die Analysendaten als gewichtete Punktdarstellungen wertes von 0,5 µg/l festzustellen. Knapp 18 % der Messstelverbildlicht. Die Verbreitung der Vorkommen von Verunreilen mit VC-Analysen weisen entsprechend erhöhte Werte auf. nigungen im Stadtgebiet geht letztlich auf den intensiven Einsatz als Reinigungs-, Extraktions- und Lösemittel im Zeit- Aktuell werden an 34 Standorten LHKW-Sanierungen raum der 50er bis 80er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. durchgeführt oder sind erforderlich, 39 weitere Sanierungs- Diese Schadstoffe sind in ca. 61 % der Messstellen im Qua- maßnahmen konnten zwischenzeitlich abgeschlossen wer-

Entwicklung der LHKW-Belastungen im Stadtgebiet Nürnberg

3 2 1 0 0 100% 1 1 2 2 2 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1995-1999 (152) 2000-2004 (126) 2005-2010 (181) 2011-2016 (208) 2017-2022 (219)

4 8 3 6 3 3 7 5 13 6 14
13 12 14
14
74 74 77 76
58

> 1000 µg/L > 250 bis <= 1000 µg/L > 100 bis <= 250 µg/L > 40 bis <= 100 µg/L > 10 bis <= 40 µg/L <= 10 µg/L

Vergleichs-Zeiträume (Anzahl der Brunnen)

Diagramm 1: Prozentuale Verteilung von LHKW-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) gnulietreV elautnezorP den (vgl. Anlage 3). Auffällige LHKW-Werte wurden bei geologischen und hydrogeologischen Bedingungen im Nürn- 13 Bauwasserhaltungen, 8 Notwasserbrunnen und 8 Be- berger Untergrund, mit ausgeprägten Tonhorizonten (sog. triebsbrunnen festgestellt. Sofern Grundwassernutzungen Zwischenletten) und überwiegenden Kluftgrundwasserleiin Bereichen mit relevanten Schadstoffkonzentrationen (gelbe tern, eine hydraulische Sanierung deutlich erschweren und Markierung in Anlage 3) stattfinden, werden die entsprech- sich die LHKW aus meist länger zurückliegenden Einträgen enden Anträge im Verfahren vertieft hinsichtlich der Be- oft hartnäckig im Untergrund halten, ist weiterhin mit einem lastungssituation überprüft und in der wasserrechtlichen anhaltenden Bedarf der Altlastenbearbeitung mit dieser Erlaubnis i.d.R. Beweissicherungsuntersuchungen und/ Schadstoffgruppe zu rechnen. Dabei soll in Zukunft im Rahmen des gesamtstädtischen Grundwassermonitorings auch oder Abreinigungsmaßnahmen gefordert. ein verstärktes Augenmerk auf die hydrologischen Milieube- Insgesamt ist festzuhalten, dass die Bemühungen zur Ein- dingungen zur Förderung eines biologischen LHKW-Abbaus dämmung der LHKW-Problematik Erfolge zeigen. Da die gelegt werden.

Entwicklung der Nitratbelastungen im Stadtgebiete Nürnberg

1 4 5 1 4 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1995-1999 (146) 2000-2004 (171) 2005-2010 (216) 2011-2016 (216) 2017-2022 (260) gnulietreV elautnezorP Nitrat und Ammonium lematik in den Gebieten traditioneller intensiver agrarischer Nutzung detaillierter darstellt. Die fraglichen Bereiche kön- Höhere Konzentrationen an Stickstoffverbindungen findet nen so besser abgegrenzt und genauer definiert werden. man häufig, aber nicht nur, in den intensiv landwirtschaftlich Auch im gesamten Stadtgebiet standen für die Auswertung genutzten Bereichen des Knoblauchslandes im Norden des der Nitratbelastung deutlich mehr Messwerte zur Verfügung, Stadtgebietes. In geringerer Dimension sind auch bei den im da in 2018 die Parameterliste für Betriebsbrunnen aktualisiert Nürnberger Süden gelegenen Agrarflächen erhöhte Gehalund einige Parameter neu in die standardmäßige Beprobung te im Grundwasser nachgewiesen. Gleichfalls sind Bereiche aufgenommen wurden, u.a. der Parameter Nitrat. mit anderweitigen gärtnerischen Nutzungen im Stadtgebiet von Nitratbelastungen im Grundwasser betroffen. Ursache ist Insgesamt zeigen sich im zeitlichen Verlauf sowohl in den jeweils der Einsatz von Mineraldünger oder Gülle. Des Weite- Karten als auch im Zeitreihendiagramm (vgl. Diagramm 2) ren kann es auch in geringerem Umfang zu Einträgen aus de- die Gebiete mit hohen Belastungen wie auch deren Belasfekten Abwasserleitungen oder Altablagerungen kommen [6]. tungsniveau konstant. Eine nennenswerte Verbesserung ist noch nicht erkennbar. Die bisherigen Anstrengungen zur Die Hauptrolle unter den Stickstoffverbindungen spielt in Reduzierung von Stickstoffeinträgen, etwa eine bedarfsge- Bezug auf das Grundwasser das Nitrat. Der Grenzwert der rechte Düngung, zeigen bislang noch keine deutlich erkenn- TrinkwV liegt bei 50 mg/l. Dieser dient auch als Schwellenbare Wirkung im chemischen Zustand des Grundwassers. wert der GrwV. Weitere Informationen finden sich in den Kapiteln 1.1.4 bis Die Auswertungen und graphischen Darstellungen orientie- 1.1.7. Bei der Betrachtung der Entwicklungen von nicht bis ren sich, im Gegensatz zu früheren Grundwasserberichten, gering belasteten Bereichen (vgl. Diagramm 2) zeigt sich jean der Kategorieneinteilung des staatlichen Wasserwirt- doch, dass sich der seit 2004 erkennbare positive Trend zur schaftsamtes Nürnberg (vgl. Kapitel 1.1.4), um eine bessere Zunahme von Brunnen mit <50mg/l Nitratgehalt weiter verund einfachere Vergleichbarkeit zwischen den Beiträgen im festigt. 72% der Messstellen unterschreiten zwischenzeitlich Rahmen des aktuellen Berichtes zu gewährleisten. Als unters- den Schwellenwert der TrinkwV/GrwV. ter Wert der Einteilung wird nunmehr der Grenz-/Schwellen- Unter reduzierenden Verhältnissen, d.h. bei sauerstoffarmen wert von TrinkwV/GrwV gewählt und es sind weitere Zwi- Bedingungen im Grundwasser, tritt Stickstoff in Form von schenstufen eingefügt. Ammoniumverbindungen auf. Aufgrund der hohen Was- Die Auswertungsergebnisse für Nitrat für die beiden Ver- serlöslichkeit dieser Verbindungen, kommt es hierbei in der gleichszeiträume 2011 – 2016 und 2017 – 2022 sind in Dia- Regel zu einer schnellen Verdünnung innerhalb des Wassergramm 2 sowie Karten 5 und 6 dargestellt. Bei einem Ver- körpers. Der Grenzwert der TrinkwV und der Schwellenwert gleich der Karten fällt eine Verdichtung der Messwerte im der GrwV von 0,5 mg/l Ammonium wird im Zeitraum 2017 Nürnberger Norden auf, die aus dem Sondermessprogramm – 2022 an drei Messstellen überschritten, im Bereich des Klärdes staatlichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg (vgl. Kapi- werks, an einem Notbrunnen im östlichen Stadtgraben sowie tel 1.1.4) resultieren und hier die flächenhafte Nitrat-Prob- einmal im Knoblauchsland.

8 8 8
1 18 12 5 7
22 4 6 11 16 10
16
68 66 70 72
57

> 250 mg/l

> 150 - <= 250 mg/l

> 100 - <= 150 mg/l

> 50 - <= 100 mg/l

<= 50 mg/l

Vergleichs-Zeiträume (Anzahl der Brunnen)

Diagramm 2: Prozentuale Verteilung von Nitrat-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Schwerpunktbereiche mit LHKW - belasteten

Entnahmebrunnen (hier: Summe aus "Tri" und "Per")

2011 - 2016

Hinweis: interpolierte Übersichtskarte; für differenzierte, standortbezogene Aussagen nicht geeignet; ") ") die Karte veranschaulicht lediglich Schwerpunktbereiche der Belastungen; Schadstoffnachweise liegen nur für die dargestellten Messstellen vor. #* ") ") #* $+ $+$+ ") !( $+ ") !( ") ")!( ") #* #* !(") $+ ") ") ") XW ") XW ") ") ") ") #* #* $+ #* !( $+ $+ $+ $+ #* $+ ") ") #*$+ #* $+ ") ") XW ") ")#* ") $+ ") #* ") ") ") ") ") ") ") !( #* ") ") !(!(!( ") ") ") !( ") ") #* ") ")$+ #* ") #*") ") #* ") ") $+$+ #* #* ") $+ $+$+$+$+$+$+ !(!( ") #* ") $+$+ !(!( $+ !( XW $+#* #* ") ") #* ") #* ") $+ #* #* #* ") #* !( ") ") #* $+ ") #* $+#* #* $+ $+ ") #* ") ")#* $+ #*$+ ") ") ") !( !( ") !(#* #* ") #* !( !( #* #* !(!( !( ") !( ") ") #* ") $+ #* ") ") #* ") #* ") ") $+$+ ") $+ ") $+ ") #* $+ ") $+ $+ XW ") !( !( ") $+ #* ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") $+ ") #* $+$+$+ ")

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") LHKW - Konzentration 2011 - 2016 ")

Art der Messstelle LHKW - Konzentration

W in µg/l ") Beregnungsbrunnen ") 0 - 10 + $+ Betriebsbrunnen 10 - 40 $+ ) Notwasserbrunnen 40 - 100 ( Sonstige Messtellen 100 - 250 #* LHKW- 250 - 1000 Schadensfälle > 1000 ´ 0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 1: Schwerpunktbereiche mit LHKW-belasteten Entnahmebrunnen und Messstellen (hier: Summe aus „Tri“ und „Per“) im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Schwerpunktbereiche mit LHKW - belasteten

Entnahmebrunnen (hier: Summe aus „Tri“ und „Per“)

2017 - 2022

!( XW Hinweis: interpolierte Übersichtskarte; für differenzierte, standortbezogene Aussagen nicht geeignet; ") die Karte veranschaulicht lediglich Schwerpunktbereiche ") der Belastungen; Schadstoffnachweise liegen nur für die dargestellten Messstellen vor.

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Art der Messstelle LHKW - Konzentration

W in µg/l ") Beregnungsbrunnen ") + 0 - 10 Betriebsbrunnen 10 - 40 ) Notwasserbrunnen 40 - 100 ( Sonstige Messtellen 100 - 250 #* LHKW- 250 - 1000 Schadensfälle > 1000

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0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 2: Schwerpunktbereiche mit LHKW-belasteten Entnahmebrunnen und Messstellen (hier: Summe aus „Tri“ und „Per“) im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

LHKW - Belastungen des Grundwassers

(hier: Summe aus „Tri“ und „Per“)

2011 - 2016

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LHKW - Konzentration

2011 - 2016

LHKW - Konzentration in µg/l < 10

10 - 40

40 - 100

100 - 250

250 - 1000

> 1000 #* LHKW- Schadensfälle

´

0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 3: LHKW-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Abbildung 10

Abbildung 11

LHKW - Belastungen des Grundwassers

(hier: Summe aus „Tri“ und „Per“)

2017 - 2022

Abbildung 12

#*

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Abbildung 13

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Abbildung 14

#*

Abbildung 15

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LHKW - Konzentration

2017 - 2022

Abbildung 16

Abbildung 17

LHKW - Konzentration in µg/l < 10

10 - 40

40 - 100

100 - 250

250 - 1000

> 1000 #* LHKW- Schadensfälle

´

0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 4: LHKW-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Nitrat-Belastungen des Grundwassers

XW

2011 - 2016

XW XW XW XW

Hinweis: interpolierte Übersichtskarte; XW XW für differenzierte, standortbezogene Aussagen nicht geeignet; XW XW die Karte veranschaulicht lediglich Schwerpunktbereiche XW ") der Belastungen; Schadstoffnachweise liegen nur für XW XW ") !( die dargestellten Messstellen vor. XW XW XW XW XW ") XW ") !( XW XW $+ XW $+$+ XW XW XW XW XW ") XW XW !( ") XW !( ") ") !(") ")!( ") ") ") XW XW XW ") XW $+ $+ $+$+$+ ") XW ") XW ") ") ") ") !( ") ") ") ") ") !( !( ") $+ $+") ") ") ") ") ") ") ") ")!( ") !( ") ") ") ") ") ")$+ ") ") ") ") ") ") $+ !(!( ") ") ") ") ") !( ") ") $+ XW $+ ") ") !( ") ") $+ ") ") ") ") !(!( ") ") $+ ") ") ") $+ ") !( !(!( !( ") $+ ") ") ") ") ") ") ") ") $+ ") ") ") ") ") ") XW !( !( $+ ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") $+$+$+ ") XW !( ") !( ") XW ") XW

Nitrat - Konzentration 2011 - 2016

") ") Art der Messstelle Nitrat in mg/l XW!(!(!(!( W Beregnungsbrunnen < 50 !( ") ") + Betriebsbrunnen 50 - < 100 ) Notwasserbrunnen 100 - < 150 ( Sonstige Messtellen 150 - < 250

> 250

´

0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 5: Nitratkonzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016

Nitrat-Belastungen des Grundwassers

XW

XW 2017 - 2022

XW XW XW !( XW XW Hinweis: interpolierte Übersichtskarte; XW XW für differenzierte, standortbezogene Aussagen nicht geeignet; XW ") die Karte veranschaulicht lediglich Schwerpunktbereiche XW XW XW ") der Belastungen; Schadstoffnachweise liegen nur für XW XW XW die dargestellten Messstellen vor. XW XW XW XW XW XW XW ") XW !( XW ") XW XW XW XW XW XW XW XW XW $+ $+ ") XW XW $+ $+ $+$+ XW XW XW ") XW XW XW ") ") XW ") !(")!( $+ $+ ") XW !(!( !( ") ") !( XW XW !( !( !( ") $+ $+ $+$+$+ ") XW!( ") $+ ") ") !( !( ") ") !( ") ") ") XW !( ") !( ") $+ $+ !( $+$+") ") ") ") ") ") !( ") ")$+!( $+ ") ") !( ") ") ") ") ") ") !( ") ") ") ") ") ")!( ") ")!( ") !( $+ !(!( ") ") ") ") ") $+!( ") ") !( $+ XW ") ") !( ") $+$+ ") ") ") ") ") $+ $+ $+ ") ") !( $+!( ")!( !( $+ $+$+ ") !( $+ ") ") ") $+ !( ") ") ") ")") ") $+ ") $+ ") $+ $+ ") $+ ") $+") ") ") ") $+ ") ") $+ ") ") ") ") ") ") ") ") ") !( !( $+ $+$+$+ !( ") !( XW ")

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") Nitrat - Konzentration 2017 - 2022 ")

Art der Messstelle Nitrat in mg/l

XW XW ") W Beregnungsbrunnen < 50 ") + Betriebsbrunnen 50 - < 100 ) Notwasserbrunnen 100 - < 150 ( Sonstige Messtellen 150 - < 250

> 250

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0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 6: Nitratkonzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022

Pflanzenschutzmittel (PSM) Auch im restlichen Stadtgebiet ist die Belastungssituation deutlicher als bisher zu erkennen. So fallen die Bereiche Bei dem Parameter Pflanzenschutzmittel (PSM) handelt es Hummelstein/Lichtenreuth, Schweinau und im Südwesten sich um einen Summenparameter, der sich aus einer Viel- Eibach und Krottenbach auf. Außerdem ist im Nordwesten, zahl von Einzelparametern aus den vielen verschiedenen zwischen Schoppershof und Schafhof ein Ballungsgebiet Pflanzenschutzprodukten und deren Abbauprodukten höherer Analysenwerte festzustellen. Vielfach finden sich (relevante Metabolite) zusammensetzt (vgl. hierzu auch die höheren Belastungen in Notwasserbrunnen, die im Be- Kapitel 1.1.4). Die Messergebnisse der jeweils in der Wasreich öffentlicher Grünflächen, teilweise auch in landwirtserprobe analysierten Einzelstoffe werden zu einem Geschaftlich genutzten Gebieten liegen. Auch einige Industsamtwert aufsummiert. Im Berichtsjahreszeitraum 2017 riebrunnen weisen höhere Messwerte auf. Der Einsatz von bis 2022 wird der Summenparameter meist aus bis zu 130 Pflanzenschutzmitteln in diesen städtischen Bereichen kann Einzelstoffen gebildet. Der Grenzwert gemäß TrinkwV und nicht unmittelbar bestimmten Nutzungen zugeordnet wer- Schwellenwert gemäß GrwV beträgt für die Summe der den. Ein Problem stellt die Persistenz (Langlebigkeit) dieser Pflanzenschutzmittel 0,5 µg/l. In der Vergangenheit wurden Stoffe in der Umwelt dar. in der Regel weniger Einzelparameter erhoben. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass die Stadt Nürnberg Des Weiteren konnte im Zeitraum 2017 bis 2022 die Messgemäß eines Beschlusses im Umweltausschuss bereits seit stellendichte für den Parameter PSM deutlich erhöht wer- Mitte 1989 konsequent keine Pestizide mehr anwendet, den. So wird seit 2018 bei Betriebsbrunnen alle 6 Jahre auch nicht gegen den Eichenprozessionsspinner. das Rohwasser auf das Spektrum der Pflanzenschutzmittel untersucht und im Bereich des Knoblauchslandes fand ein Sowohl aktuell genutzte wie auch ehemalige Bahnflächen Sonderuntersuchungsprogramm des staatlichen Wasser- werden bzw. wurden regelmäßig mittels Pestizideinsatz von wirtschaftsamtes Nürnberg statt (vgl. Kapitel 1.1.4). Beide sogenannten Beikräutern freigehalten. Hierzu gilt es anzu- Aspekte tragen zu einem wesentlich besseren flächenhaf- merken, dass die Deutsche Bahn im März 2023 [7] entschieten Belastungsbild bei. den hat, zukünftig auf Pestizide, und insbesondere den Einsatz von Glyphosat, zu verzichten. Stattdessen soll ein Für den jeweiligen Einzelparameter geben TrinkwV und sogenanntes „nachhaltiges Vegetationsmanagement“, be- GrwV einen Grenz- bzw. Schwellenwert von 0,1 µg/l vor. stehend aus einer digitalen Vegetationskontrolle, dem Ein- Die vorliegende Auswertung der Entwicklung der Belassatz mechanisch-manueller Verfahren sowie der Nutzung tungssituation mit Pflanzenschutzmitteln für das gesamte von umweltschonender Pelargonsäure, eingeführt werden. Stadtgebiet wird in der Hauptsache auf den Summenparameter abgestellt. Ein Grund dafür ist, dass in den früheren Im Vergleich mit den Analysendaten des Zeitraums 2011 – Vergleichszeiträumen ausschließlich das Ergebnis der PSM- 2016 scheint es für 2017 – 2022 stellenweise nun insgesamt Summe registriert wurde. Im vorliegenden Bericht können eine negative Entwicklung bei der PSM-Belastungssituation nun Messwertüberschreitungen von Einzelstoffen für die zu geben (vgl. Diagramm 3). Doch ist die Vergleichbarkeit letzten beiden Vergleichszeiträume in den Karten 7 und 8 aus vorgenannten Gründen nicht unmittelbar gegeben, vielergänzend dargestellt werden. mehr hat sich im Zeitraum 2017 – 2022 die Erkenntnislage wesentlich verbessert. Dennoch ist festzustellen, dass der Aufgrund des deutlich erweiterten Untersuchungsspektursprüngliche gesamtstädtische Trend abnehmender Belasrum der Einzelparameter und der deutlichen Erhöhung der tungen aus den vorhergehenden Vergleichszeiträumen für Messstellendichte im Zeitraum 2017 bis 2022 ist eine Ver- 2017 – 2022 nicht bestätigt werden kann. Es ist u.a. eine gleichbarkeit mit den Auswertungen aus zurückliegenden deutliche prozentuale Zunahme an Messstellen zu verzeich- Zeiträumen nur bedingt möglich. Dies wird auch durch die nen, an denen der TrinkwV-/GrwV- Grenz-/Schwellenwert Trennlinie in Diagramm 3 zwischen den Zeiträumen 2011 – nicht eingehalten wird. Dieser Anteil liegt inzwischen wie- 2016 und 2017 – 2022 verdeutlicht. der bei sieben Prozent. In den Karten 7 und 8 sind die flächenhaften Interpolatio- Bei der Auswertung der Messwertüberschreitung von Einnen der gemessenen PSM-Summenkonzentrationen für die zelparametern fällt sowohl für den Zeitraum 2011 – 2016, Zeiträume 2011 – 2016 und 2017 – 2022 zum Vergleich wie auch für 2017 – 2022 auf, dass bei den meisten Übergrafisch dargestellt. Dabei ist erkennbar, dass sich hinsichtschreitungen des Summenwertes von TrinkwV/GrwV auch lich der Verteilung der Belastungen kaum nennenswerte zumindest ein Einzelwert über dem Grenzwert von 0,1 µg/l Veränderungen ergeben haben. liegt. Einzelwertüberschreitungen sind jedoch auch bei Die Belastungssituation im Knoblauchsland wird in Kapitel Messstellen zu verzeichnen, bei denen der Summengrenz- 1.1.4 ausführlich beschrieben. wert eingehalten wird.

In der Gesamtbetrachtung der PSM-Überschreitungen, d.h. In der Einzelbetrachtung des Wirkstoffes Glyphosat und sowohl der Summen- als auch der Einzelparameter, wurden seines Metaboliten AMPA kann festgestellt werden, dass im Zeitraum 2017 – 2022 bei insgesamt 17% der Mess- lediglich an einem Standort im Südwesten von Nürnberg stellen im Stadtgebiet Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel Überschreitungen des TrinkwV-Grenzwertes für Einzelstoffe überschritten, im Zeitraum 2011 – 2016 waren dies 13%. bei beiden Parametern vorliegt.

Entwicklung der Pflanzenschuztmittel-Belastungen (PSM)

im Stadtgebiet Nürnberg

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1995-1999 (125) 2000-2004 (119) 2005-2010 (205) 2011-2016 (223) 2017-2022 (254)

9 8 4 4 7
11 8 13 10 17
85 82 86
80 76

deutlich vergrößerter Parameterumfang ab dem Zeitraum 2017 -2022

> 0,5 µg/l

> 0,1 - <= 0,5 µg/l

<= 0,1 µg/l

Vergleichs-Zeiträume (Anzahl der Brunnen)

Diagramm 3: Prozentuale Verteilung von PSM-Summen-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) gnulietreV elautnezorP

Pflanzenschutzmittel im Nürnberger Grundwasser

#XW

XW 2011 - 2016

#XW XW XW XW #XW Hinweis: interpolierte Übersichtskarte; XW XW für differenzierte, standortbezogene Aussagen nicht geeignet; XW ") die Karte veranschaulicht lediglich Schwerpunktbereiche #XW #XW ") der Belastungen; Schadstoffnachweise liegen nur für XW die dargestellten Messstellen vor. XW XW XW #XW ") XW ") XW XW $+ XW XW#XW #XW ") #XW $+ !( $+ ") !( ") ") ")!( !(") $+ $+ # ") ") ") #XW XW XW # ") XW $+ !( $+ $+ $+ $+$+ ") ") $+ $+ ") ") XW ") ") ") # ") ") ") ") ") ") ") ") ") !( ") ") !( ") ") ") !(!(!( ") ") ") !( ") ") # ") ") ")$+ $+ ") ") ") ") ") # $+ ") ") ") ") !( ") ") $+#XW ") ") # !( !( ") ") $+ # ") ") ") # ") # ") !(!( !( ") !( ") $+$+$+$+$+$+ # ") !( ") !( ") $+ $+ $+$+# ") !( !(!( ") $+ # ") ") ") ") ") $+ ") $+ ") ") $+ ") ") ") ") ") ") $+ XW !( !( $+ ") ") ") ") ") ") ") ") ") ") $+ ") $+$+ ") XW !( ") #XW ") ") XW

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0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 7: Pflanzenschutzmittel-Konzentration im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

XW Pflanzenschutzmittel im Nürnberger Grundwasser

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XW 2017 - 2022

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Karte 8: Pflanzenschutzmittel-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

BTEX und PAK Schwermetalle und Arsen

Die Schadstoffgruppe der monozyklischen aromatischen Einträge von Schwermetallen in das Grundwasser können Kohlenwasserstoffe, v.a. bestehend aus den Parametern im Zusammenhang mit einem relativ breiten Spektrum an Benzol, Toluol, Ethylbenzolen und Xylolen aber auch wei- Nutzungen oder ggf. geogenen Belastungen stehen. So teren Einzelstoffen, firmiert unter der Abkürzung BTEX. Die ist es nicht ungewöhnlich auf erhöhte Schwermetallkon- Einsatzbereiche dieser Stoffe finden sich vorwiegend bei zentrationen an Altstandorten der metallverarbeitenden Kraftstoffen sowie als Löse- und Entfettungsmittel. Betrach- Industrie, z.B. Verzinkereien oder galvanischen Betrieben zu tet wird i.d.R. der Summenwert, also der Gesamtgehalt an treffen. Es können aber auch Verbrennungsrückstände fos- BTEX im Grundwasser. Für den aus toxikologischer Sicht am siler Brennstoffe, Klärschlämme oder Agrochemikalien für kritischsten einzustufenden Einzelparameter Benzol existiert Einträge von Schwermetallen verantwortlich sein. In der nach TrinkwV ein Grenzwert von 0,001 mg/l (entspricht Regel sind diese Verunreinigungen nicht sehr mobil, da die 1 µg/l), der nicht überschritten werden darf. Hierbei handelt Stoffe größtenteils in der Bodenmatrix gebunden vorliegen. es sich gleichzeitig auch um den Stufe-1-Wert nach bisher Änderungen in der Nutzung, Baustellen oder anderweitige geltendem LfW-Merkblatt 3.8/1 [4]. Die Untersuchungen physikalische Einwirkungen können allerdings eine Mobiliim Rahmen des Grundwassermonitoringprogramms zeigen sierung herbeiführen und zeitweise zu erhöhten Werten im auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Analysedaten Grundwasser beitragen. im Stadtgebiet diesbezüglich keine Auffälligkeiten. Im Zeitraum zwischen 2017 und 2022 wurden bei allen Punktuelle Einzelbelastungen gibt es jedoch. So befinden betrachteten Metallen stellenweise Überschreitungen der sich im Stadtgebiet Nürnberg derzeit 6 Standorte in der TrinkwV-Grenzwerte nachgewiesen. Die Verteilung über Schadensfallbearbeitung mit einer laufenden bzw. erfor- das Stadtgebiet ist diffus. Es lassen sich Verbindungen zu derlichen BTEX-Sanierung. Bei 15 weiteren Schadensfällen vormaligen oder aktuellen Industrie-/Gewerbegebieten, aber konnten Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden. auch zu landwirtschaftlichen Bereichen oder Kleingärten An 23 Standorten wurden Grundwassererkundungs- bzw. finden. Letzteres steht möglicherweise einerseits im Zusam- –monitoringmaßnahmen durchgeführt, von denen 8 rele- menhang mit der früher gängigen Aufbringung von Klärvante Konzentrationen aufwiesen. Zudem gab es zwei ent- schlamm und/oder mit Auffüllmaterialien auf ehemaligen sprechend auffällige Bauwasserhaltungen. Brachflächen, die jetzt gärtnerisch genutzt werden. An dieser Stelle sei auf das Infoblatt der Stadt Nürnberg „Schwer- Zur Stoffgruppe der PAK gehören Verbindungen, die aus metallinfo für den Garten“ hingewiesen [8]. zwei bis sieben Kohlenwasserstoff-Ringen aufgebaut sind. Sie entstehen, wenn organisches Material (z.B. Holz, Koh- Drei Standorte im Stadtgebiet weisen im Grundwasser bei le oder Öl) unvollständig verbrennt – wie es etwa bei Ver- den Metallen Überschreitungen der Stufe-2-Werte auf. Vorbrennungsrückständen und Rauchgasemissionen von Gas- gefunden wurden dort Blei, Cadmium und Chrom. Erhöhwerken oder Kokereien der Fall ist. In der Regel sind PAK te Schwermetallkonzentrationen kommen im Nürnberger fest in der Bodenmatrix gebunden und werden daher nor- Stadtgebiet häufig in Verbindung mit Auffüllungen oder malerweise nicht in größeren Mengen in das Grundwasser Altdeponien vor. verlagert. Durch die Vergesellschaftung mit BTEX kann es Höhere Arsengehalte im Grundwasser können in Nürnberg jedoch, aufgrund deren Wirkung als Lösungsvermittler, zu geogen bedingt sein, da die, den Nürnberger Untergrund einer Mobilisierung von PAK kommen. An sechs Messstellen aufbauenden Gesteinsschichten des Mittleren Keuper bedes Grundwasserqualitäts-Überwachungsmessnetzes wird reichsweise hohe Arsengehalte aufweisen. So können bayder TrinkwV-Grenzwert für PAK von 0,1 µg/l überschritten. ernweit im Grundwasser des Mittleren und Oberen Keuper Darunter kommt es zudem an zwei Standorten zu einer (in klastischer Fazies) Arsenkonzentrationen von im Mittel Überschreitung des Stufe-1-Wertes des bisher gültigen 0 µg/l bis ca. 6 µg/l, aber auch Maximalwerte von über LfW-Merkblattes 3.8/1 [4] von 0,2 µg/l. 70 µg/l geogen bedingt sein [9]. Größtenteils bleiben die Im Rahmen der Schadensfallbearbeitung werden aktuell im Überwachungsmessnetz vorgefundenen Arsengehalte insgesamt 5 PAK-Grundwassersanierungen durchgeführt, innerhalb dieses Bereichs. Der weitaus größte Teil dieser vier Bauwasserhaltungen wiesen auffällige PAK-Konzentra- Messstellen weist Arsengehalte unterhalb des aktuell gültitionen auf. Des Weiteren wurde an 11 Standorten jeweils gen Grenzwertes der TrinkwV von 10 µg/l auf, der Bereich eine Grundwassererkundung bzw. –monitoring durchge- zwischen dem 25 %- und 75 %-Quantil liegt bei 0 µg/l führt. Häufig besteht eine räumliche Verbindung zu ehe- bis 5,5 µg/l. Einige Ausnahmen kommen vor (ca. 2 % der maligen Gaskraftwerken oder auch Tankstellen. Messstellen) und übersteigen geogene Hintergrundgehalte. Diese Nachweise stehen zum Teil mit Altdeponien oder Auffüllungen in Verbindung.

Chlorid

Leitfähigkeit und pH-Wert

Der Parameter Chlorid, als Indikator für typische anthropo- Das Grundwasser aus den Grundwasservorkommen im gene Beeinflussung im urbanen Raum, findet sich flächen- Sandsteinkeuper, das neben dem Quartär im Wesentlichen deckend im gesamten Stadtgebiet und größtenteils auch den Hauptgrundwasserleiter im Nürnberger Stadtgebiet mit Werten größer 25 mg/l. Bis zu diesem Wert kann man bildet, weist im Mittel einen Hintergrundwert der Leitfä- noch bei dem in Nürnberg vorliegenden geologischen Unhigkeit von ca. 500 µS/cm auf [9]. Im Nürnberger Stadt- tergrundaufbau von einem natürlich vorkommenden Salzgebiet werden Werte bis zu 1.000 µS/cm als allgemeine gehalt ausgehen. Darüber liegende Messwerte deuten auf urban geprägte Hintergrundwerte angenommen. Darüber Einträge aus anthropogenen Nutzungen und Tätigkeiten hinaus bildet sich der Zusammenhang zwischen erhöhter hin. Insbesondere Streusalzeinsätze im Winter stellen eine Leitfähigkeit und erhöhten Chlorid-Werten, wie auch in Eintragsquelle dar. Weitere Quellen können Deponien und den vorherigen Grundwasserberichten beschrieben, wieder künstliche Auffüllungen, punktuelle Abwassereinleitungen deutlich ab. Zusätzlich finden sich entsprechende höhe- oder auch Düngemitteleinsatz sein. re Befunde im Bereich von Gewerbe- und Industriegebie- Aus Karte 9 und Karte 10 geht hervor, dass höhere Konten, teilweise auch in agrarisch genutzten Gebieten. Der zentrationen vielfach in Bereichen höherer Verkehrsdichte Grenzwert von 2.500 µS/cm bei 20 °C Wassertemperatur und größeren Aus- und Einfallstraßen um den Stadtkern bzw. von 2.790 µS/cm bei 25 °C Wassertemperatur aus herum auftreten. Auch in industriell/gewerblich geprägten der TrinkwV wurde im Zeitraum 2017 – 2022 bei keiner Gebieten finden sich z.T. höhere Werte. Im Vergleich zu den Messstelle des Überwachungsmessnetzes überschritten. vorhergehenden Betrachtungszeiträumen ist festzustellen, Die pH-Werte des Grundwassers im Nürnberger Stadtge- dass keine nennenswerten Veränderungen in der prozenbiet reichen bei den Messungen im Zeitraum 2017 – 2022 tualen Verteilung der Analysendaten zu verzeichnen sind. in den Maxima von 5,6 bis 8,2. Für das Puffer- und Lösungs- Es ist vielmehr zu einer leicht negativen Gesamtentwicklung vermögen der Inhaltsstoffe im Grundwasser ist der pH-Wert mit insgesamt steigender Tendenz gekommen. An neun maßgebend. Bei natürlichen, unbeeinflussten Grundwäs- Prozent der betrachteten Messstellen wird der TrinkwVsern wird der pH-Wert hauptsächlich durch die Konzent- Grenzwert von 250 mg/l überschritten (vgl. Diagramm 4). rationen von CO und gelöstem Kalk, zum Teil aber auch 2

Entwicklung der Chlorid-Belastungen im Stadtgebiet Nürnberg

2 1 4 8 9 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1987 (86) 2000-2004 (108) 2005-2010 (157) 2011-2016 (208) 2017-2022 (239) gnulietreV elautnezorP Im Rahmen der Altlastenbearbeitung sind drei Standorte im durch den Austausch mit der umgebenden Festphase als Nürnberger Stadtgebiet mit einer laufenden oder erforder- Puffersystem (vermittels Huminstoffen und Mineralsalzen lichen Grundwassersanierung (bzgl. Arsen, Cadmium, Zink) des Bodens), bestimmt. Fast 90 % der Analysendaten liegen konfrontiert. Bei zwei weiteren wurde diese abgeschlossen in einem für Grundwässer in Keupergesteinen charakteristi- (Chrom VI). Dazu kommen zwei Bauwasserhaltungen mit schen pH-Bereich von 6,5 – 8 [9]. auffälligen Analysen sowie ein Notwasserbrunnen.

74
79 78 75 78
25
19 18 17 13

> 250 mg/L

> 10 - <= 250 mg/L

<= 10 mg/L

Vergleichszeiträume (Anzahl der Brunnen)

Diagramm 4: Prozentuale Verteilung von Chlorid-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Chloridgehalte des Nürnberger Grundwassers

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XW 2011 - 2016

XW XW

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Karte 9: Chlorid-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Chloridgehalte des Nürnberger Grundwassers

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Karte 10: Chlorid-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Eisen & Mangan Fazit

In den Schichten des Sandsteinkeupers liegende Grundwas- Nürnberg hat eine lange und intensive Geschichte als indusservorkommen zeichnen sich regelmäßig durch geogen be- trielles und gewerbliches Zentrum Nordbayerns, als überdingte höhere Konzentrationen an Eisen und Mangan aus. regionaler Verkehrsknotenpunkt und mit seinem großen Gesundheitlich ist dies unbedenklich und birgt keine wei- Anbaugebiet für Gemüse und andere landwirtschaftliche teren Risiken, jedoch kann ein unangenehmer Geschmack Produkte. Schließlich erfolgten sehr umfangreiche Zerstödes Wassers daraus resultieren. Für Brunnen, geothermi- rungen im 2. Weltkrieg und anschließend die Anlage von sche Anlagen sowie Wasserrohre können die hieraus ent- Altdeponien. Die qualitative stoffliche Beschaffenheit des stehenden Ablagerungen auf Dauer jedoch problematisch Nürnberger Grundwassers ist daher im Wesentlichen durch werden, da sie zu einer raschen Alterung der Rohre und verschiedene Belastungsschwerpunkte geprägt. Durch Er- Leitungen bis hin zur Unbrauchbarkeit führen können. Dieser kundung und Sanierung/Sicherung von Altlasten sowie den Vorgang wird auch als Verockerung bezeichnet. Die Grenz- Einsatz neuer Technologien in Landwirtschaft und Gartenwerte nach TrinkwV liegen für Eisen bei 0,2 mg/l und für bau werden sukzessive Fortschritte bei der Vermeidung von Mangan bei 0,05 mg/l. Als verockerungsrelevant gelten Schadstoffeinträgen und in der Beseitigung von Belastun- Schwellenwerte von 0,2 mg/l für Eisen sowie 0,1 mg/l für gen erzielt. Mangan. Diese werden in Nürnberg bei einer Vielzahl der Durch das Vorliegen von beachtlichen Schadstoffdepots in Messstellen nicht eingehalten und z.T. auch deutlich über- Boden und Grundwasser sind jedoch weiterhin erhebliche schritten. Etwa die Hälfte der Analysenergebnisse bei Man- Bemühungen erforderlich, um im Stadtgebiet Nürnberg gan überschreiten im Zeitraum 2017 bis 2022 den Schwelinsgesamt mittel- bis langfristig flächendeckend eine gute lenwert für Brunnen, knapp über 40 Prozent auch den Grundwasserqualität zu erreichen (vgl. Kapitel 1.1.4 – 1.1.8). TinkwV-Grenzwert. Bei Eisen wird der Grenzwert bei etwa 15 Prozent der Analysedaten nicht eingehalten. Die räum- Zusätzliche Herausforderungen bringt der Umgang mit liche Verteilung ist undifferenziert und kann stark variieren. „neuen“ Schadstoffgruppen (vgl. Kapitel 1.1.3). Durch Er- Sie hängt von den räumlich und zeitlich wechselnden Abkundungen und Monitoring werden zum einen weiterhin lagerungsbedingungen der Gesteinsschichten, aus welchen Standorte mit Sanierungsrelevanz hinzukommen. Die Ändas Grundwasser entnommen wird, ab. derungen der gesetzlichen Vorgaben mit Inkrafttreten der neuen BBodSchV im August 2023, bewirken jedoch, dass zukünftig vielmehr auf die Schadstofffracht abgezielt wird und die Konzentrationen, insbesondere im Feststoff, nicht mehr die maßgebliche Rolle spielen. Dadurch bietet sich zum anderen die Möglichkeit, laufende Grundwassersanierungsmaßnahmen unter Verhältnismäßigkeitsaspekten teilweise neu zu beurteilen.

1.1.3 Grundwasserbelastungssituation - PFAS

Stoffgruppen-Übersicht Stoffeigenschaften

Die Abkürzung PFC steht für per- und polyfluorierte Che- Durch die Fluorbindung weisen diese organischen Stofmikalien, in der Literatur hat sich zwischenzeitlich allerdings fe spezielle Eigenschaften auf. PFAS sind chemisch und der Begriff PFAS (per- oder polyfluorierte Alkylsubstanzen) thermisch extrem stabil und biologisch nicht oder nur sehr durchgesetzt. Chemisch gesehen bestehen die organischen schwer abbaubar, sie sind also persistent. Aufgrund ihrer Verbindungen aus Kohlenstoffketten verschiedener Län- wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften wergen, bei denen die Wasserstoffatome vollständig (perfluo- den PFAS in zahlreichen Verbraucherprodukten und in verriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt schiedensten Industriezweigen eingesetzt. sind. Die Stoffgruppe der PFAS umfasst derzeit ca. 4.700 bekannte Einzelsubstanzen.

Einsatzbereiche

Die perfluorierten Verbindungen lassen sich grundsätzlich PFAS kommen nicht natürlich vor. Sie werden durch den in zwei Klassen einteilen: Perfluorcarbonsäuren und Per- Menschen geschaffen. Aufgrund ihrer besonderen technifluorsulfonsäuren. Die wichtigsten Vertreter dieser beiden schen Eigenschaften werden PFAS in vielen verschiedenen Klassen sind PFOA (Perfluoroktansäure) und PFOS (Perfluo- industriellen Prozessen und in Verbraucherprodukten eingeroktansulfonsäure). Daneben sind noch die Fluortelomeral- setzt (vgl. Abbildung 3). Der Herstellungs- bzw. Einsatzzeitkohole (z.B. H4-PFOS) als wichtige Gruppe zu nennen. raum von PFAS lässt sich auf Grundlage von verschiedenen Literaturrecherchen auf die frühen 1950er Jahre zurückver- Außerdem werden PFAS in langkettige und kurzkettige Verfolgen. bindungen mit jeweils unterschiedlichen chemischen Eigenschaften unterteilt. Als langkettig gelten alle Perfluorsulfon- Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) finden sich in säuren ab sechs perfluorierten Kohlenstoffatomen (≥ C6) vielen alltäglichen Produkten wie z.B. in fettabweisenden sowie alle Perfluorcarbonsäuren ab sieben perfluorierten Lebensmittelverpackungen, Imprägniersprays, Textilien (ins- Kohlenstoffatomen (≥ C7). Beide Substanzklassen, Perflu- bes. Outdoor-Bekleidung), Farben und Lacke, antihaft-beorsulfonsäuren und Perfluorcarbonsäuren ab einer Kohlen- schichtetem Kochgeschirr (Teflon) und Feuerlöschschäumen stoffkettenlänge von C4 werden auch als poly-/perfluorierte (AFFF-Schäume). Tenside (PFT) bezeichnet (vgl. Abbildung 2). Aufgrund ihrer schmutz-, farb-, fett-, öl- und gleichzeitig Darüber hinaus sind auch die so genannten Precursor (Vor- wasserabweisenden Eigenschaften finden insbesondere die läufersubstanzen zu perfluorierten Verbindungen) von gro- perfluorierten Tenside (PFT) Anwendungen in zahlreichen ßer Bedeutung. Industriezweigen (z.B. Galvanik, Farb- und Lackherstellung, Kosmetik, Papier, Textilveredelung).

PFAS

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen

PFC

Kurzkettige PFC Langkettige PFC

Per- und polyfluorierte

≤ C6 ≥ C6/ C7

Chemikalien

PFT

Perfluorierte Tenside

PFAC PFOS FTOH

Perfluorierte Carbonsäuren Perfluorierte Sulfonsäuren Fluortelomeralkohole

Bsp: PFOA Bsp: PFOS Bsp: H4-PFOS

Abbildung 2: Übersicht über die Stoffgruppe der PFAS (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Einsatz von PFAS-hal- Analytik und Grenzwerte für Boden und Grundwasser tigen Feuerlöschmitteln zur Bekämpfung von Bränden oder Bei der Laboranalytik zur Bewertung von schädlichen Bodenim Rahmen von Löschübungen. Potenzielle Verdachtsbereiveränderungen und Altlasten werden derzeit standardmäßig che stellen somit auch Flughäfen, Berufs- und Werksfeuer- 13 PFAS-Einzelverbindungen untersucht. Für sieben der 13 Parawehren sowie alle Brandübungsplätze und (frühere) Großmeter wurden zwischenzeitlich Leitwerte mit Geringfügigbrandereignisse dar. keitsschwellen (GFS) abgeleitet, bei den restlichen sechs Stoffen existieren gesundheitliche Orientierungswerte (GOW) [11].

Abbildung 18

Abbildung 3: Anwendungsbereiche der PFAS (Quelle: Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach, ÖVGW, Wien [10])

PFAS-Einzelparameter Hinweis
Prüfwert [µg/l] 1)
Perfluornonansäure (PFNA) 0,06 Übernahme des GFS- Wertes als Prüfwert in der BBodSchV (gültig ab 01.08.2023)
Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) 0,1
Perfluoroktansäure (PFOA) 0,1
Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) 0,1
Perfluorhexansäure (PFHxA) 6
Perfluorbutansulfonsäure (PFBS) 6
Perfluorbutansäure (PFBA) 10
Schwellenwert [µg/l]
2)
Perfluordekansäure (PFDA) 0,1 Übernahme des gesundheitlichen Orientierungswertes (GOW)
H4-Perfluoroktansulfonsäure (H4- PFOS) 0,1
Perfluoroktansulfonamid (PFOSA) 0,1
Perfluorheptansulfonsäure (PFHpA) 0,3
Perfluorheptansäure (PFHpA) 0,3
Perfluorpentansäure (PFPeA) 3
  1. 1 P ) rPüfrwüfewretert sei n s d in " d W "W er e te r , t e b , e b i e d i e d re e n re Ü n b Ü er b s e ch rs r c ei h te re n i t u e n n t e u r n B te e r r ü B c e k r s ü ic c h k t s ig ic u h n ti g g u d n e g r B d o e d r e B n o n d u e tz n u n n u g tz e u in n e g e e i i n n z e e lfallbezogene Prüfung einzelfallbezogene Prüfung durchzuführen und festzustellen ist, ob eine schädliche Bodenveränderung durchzuführen und festzustellen ist, ob eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast vorliegt" (§8 Abs.1 Nr.1 und 2, BBodSchV) oder Altlast vorliegt" (§8 Abs.1 Nr.1 und 2, BBodSchV) 2) Schwellenwerte: bei Überschreitung dieser Werte im Grundwasser liegt in der Regel eine schädliche Veränderung des Grund- 2)w a S s c se h r w s e im ll e S n in w n e e r d te e : s bWeai sÜsberehrasucshhrealittusgnegs edtizeesse vr oWr e(WrteH Gim) [G11ru]ndwasser liegt in der Regel eine schädliche Veränderung des Grundwassers im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes vor (WHG [11]) Tabelle 2: Prüfwerte für PFAS für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser gemäß neuer BBodSchV (Stand 01.08.2023)

Für die in Tabelle 2 aufgeführten sieben PFAS-Einzelverbin- Weitere PFAS-Schadensfälle in Nürnberg dungen mit definierten GFS-Werten wurden in der neuen, Seit dem Bekanntwerden der PFAS-Problematik im Jahr 2010 im August 2023 in Kraft getretenen Bundesbodenschutzwurden bei zahlreichen PFAS-Verdachtsflächen in Nürnberg und Altlastenverordnung (BBodSchV) bundeseinheitliche Altlastenuntersuchungen zur Beweissicherung vorgenom- Prüfwerte festgelegt. Bei den sechs weiteren Parametern men. Neben dem Flughafen konnten bisher neun weitere werden amtlich festgesetzte Schwellenwerte als Vollzugs- Standorte mit erhöhten PFAS-Nachweisen im Grundwasser hilfe herangezogen. identifiziert werden (vgl. Tabelle 3). Die Neufassung der seit Anfang 2021 gültigen Europäi- Am Standort einer ehemaligen Lackfabrik in Nürnberg schen Trinkwasserrichtlinie listet erstmalig 20 Verbindungen Schweinau wurde im Schadenszentrum eine umfangreiche aus der PFAS-Gruppe als Schadstoffe auf, die auch in die Bodensanierung erforderlich, bei der rund 6.000 Tonnen Neufassung der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) an PFAS-belastetem Aushub entsorgt wurden. Das Schad- 2023 mit verbindlichen Grenzwerten einfließen werden. Für stoffpotenzial konnte durch den Erdaushub maßgeblich redie 20 aufgeführten Einzelverbindungen kommt ab dem duziert werden, was sich u.a. auch durch weitergehende 12.01.2026 ein Summenwert von 0,1 µg/l zur Anwendung Grundwasseruntersuchungen (z.B. Pumpversuche) bestäoder alternativ 0,5 µg/l, wenn die gesamte PFAS-Gruppe tigte. Derzeit findet noch ein nachlaufendes Monitoring zur erfasst wird. Für die Summe von den 4 Einzelsubstanzen Überwachung der Grundwassersituation statt. PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS gilt außerdem ab 12.01.2028 ein Grenzwert von 0,02 µg/l. Weiterhin sind bisher vier Galvaniken aufgefallen, bei denen u.a. in der Verchromung PFAS als Benetzungs- und Anti- PFAS-Untersuchungen im Stadtgebiet Nürnberg schleiermittel eingesetzt wurden. Hierbei ist zu erwähnen, dass PFAS bei Galvanik-Betrieben neben Schwermetallen Dem Umweltamt liegen Ergebnisse zu PFAS-Untersuchunund Lösungsmitteln überwiegend als Begleitkontamination gen z.B. im Zuge der Altlastensachbearbeitung, in Zusamvorkommen. menhang mit der wasserrechtlichen Überwachung (z.B. von Industriebrunnen) oder im Rahmen von Sonderprojekten vor. Darüber hinaus sind zwei Standorte in Zusammenhang mit Brandereignissen und Löschübungen zu nennen. Bei einem Flughafen Brand auf einem Betriebsgelände in Nürnberg Gibitzenhof Die ersten gezielten PFAS-Altlastenerkundungen im Stadt- im Jahr 2021 wurde im beprobten Löschwasser PFAS gegebiet Nürnberg erfolgten im Jahr 2010 am Flughafen funden, das anschließend auch im Boden und in den neu Nürnberg im Bereich eines früheren Löschübungsbeckens. errichteten Grundwassermessstellen festgestellt wurde. Die Der Schadensfall am Flughafen Nürnberg stellt bis heute Nachweise waren allerdings aus bodenschutzrechtlicher die größte PFAS-Altlast im Stadtgebiet Nürnberg dar (wei- Sicht insgesamt nur als geringfügig erhöht einzustufen. Im tere Detailinformationen können dem Grundwasserbericht Fall des Brandübungsplatzes stehen derzeit noch die Ergeb- 2017, Kapitel 5.1.4, entnommen werden [12]). nisse aus der Detailerkundung zur abschließenden Gefährdungsabschätzung aus. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Sanierung seit 2015 in Abstimmung mit den Behörden er- Einen Überblick der bisherigen PFAS-Schadensfälle zeigt Tafolgreich betrieben wird. Seit 2018 finden die Sanierungs- belle 3. maßnahmen auf Grundlage eines verbindlich erklärten Sa- Klassische Metallverarbeitungsbetriebe, die aufgrund ihres nierungsplanes statt. Lösemitteleinsatzes im Stadtgebiet vielfach als langjährige Am Flughafen wird derzeit in zwei Bereichen aktiv Grund- LHKW-Schadensfälle in Bearbeitung sind/waren, nehmen wasser gefördert und ausgereinigt. Im Hauptschadenszent- bezüglich der PFAS-Stoffgruppe bisher keine bedeutende rum, das ehemalige Löschbecken Ost, wird eine Quellensa- Rolle ein. Im Jahr 2020 wurden im Auftrag des staatlichen nierung betrieben und südwestlich des Ziegellach Biotopes Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg sechs ausgewählte Beerfolgt eine Abstromsicherung vor Übertritt der Schadstoff- triebe mit Lösemittelschäden exemplarisch auf PFAS unterfahne in den Bucher Landgraben (vgl. Karte 12 weiter un- sucht. Hierbei konnten insgesamt keine erhöhten Gehalte ten). Durch die beiden Maßnahmen konnten bis Ende 2022 nachgewiesen werden. Auch andere Schadensfallstandorte, bereits rund 8 kg an PFAS-Schadstoffen aus dem Grund- bei denen beweissichernde PFAS-Analysen gefordert wurwasser entfernt werden. den, zeigten insgesamt nur untergeordnete PFAS-Nachweise im Spurenbereich.

Standort Branche Sachstand (06/2023)
Ziegelstein Flughafen (Löschübung) Grundwassersanierung
Gleißhammer Löschübungsplatz Detailerkundung (ggf. Bodensanierung)
Sündersbühl Galvanik Monitoring
Höfen Galvanik Monitoring
Eibach Druckerei (mit Galvanik) Detailuntersuchung + Monitoring
Langwasser Druckerei (mit Galvanik) Monitoring
Schweinau Farben- und Lacke Bodensanierung + Monitoring
Gibitzenhof Schrottplatz Monitoring abgeschlossen
Gibitzenhof Brandereignis Beweissicherung abgeschlossen
Großreuth h.d. Veste Elektrotechnik Detailerkundung ausstehend

Tabelle 3: PFAS-Schadensfälle im Stadtgebiet Nürnberg – Stand 06/2023 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Industriebrunnen Mögeldorf und Laufamholz) insgesamt elf ausgewählte Brunnen sowie der Langsee beprobt und auf PFAS untersucht. Im Zuge der wasserrechtlichen Überwachung von Industriebrunnen sind durch den Betreiber im zweijährigen Rhythmus Im Ergebnis wurden bei der Untersuchungskampagne keine behördlich geforderte Grundwasseranalysen durchzuführen. bodenschutzrechtlich oder wasserwirtschaftlich relevanten Der Untersuchungsumfang wurde ab dem Jahr 2019 um PFAS-Gehalte festgestellt. Alle Messwerte lagen deutlich den Parameter PFAS erweitert. Seither liegen PFAS-Untersu- unterhalb der oben genannten Prüf- bzw. Schwellenwerte. chungsergebnisse für insgesamt 45 Industriebrunnen vor. Bei Die Lage der 12 Probenahmestellen ist in Karte 11 dargestellt. 43 Industriebrunnen konnten bisher keine erhöhten PFAS- Konzentrationen gemessen werden. Lediglich zwei Förder- PFAS-Monitoring Knoblauchsland brunnen zeigten Auffälligkeiten durch geringfügig erhöhte Gehalte oberhalb der Prüfwerte. In Zusammenhang mit dem PFAS-Schadensfall am Flughafen Nürnberg findet seit 2011 ein Grundwassermonitoring Für Einen der betroffenen Brunnen im Gewerbegebiet Ziean ausgewählten Beregnungsbrunnen im landwirtschaftlich gelstein ist aufgrund der räumlichen Nähe zum Flughafen geprägten Knoblauchsland statt. Seit 2011 wurden insgevon einer PFAS-Verschleppung im Zuge der Grundwassersamt sieben verschiedene Beregnungsbrunnen untersucht, förderung auszugehen. Dieser Brunnen wird allerdings nicht vier davon werden im Auftrag des Umweltamtes regelmämehr genutzt und wurde im Jahr 2021 zurückgebaut. Bei ßig jedes Jahr beprobt. den anderen Brunnen im Gewerbegebiet Hafen finden derzeit weiterführende Untersuchungen im Rahmen der Alt- Im Ergebnis ist festzuhalten, dass im Rahmen des über lastensachbearbeitung statt. Die Ursache der dortigen PFAS- 10-jährigen Monitorings keine bodenschutzrechtlich oder Nachweise konnte mit Stand Juni 2023 noch nicht abschlie- wasserwirtschaftlich relevanten PFAS-Gehalte in den unterßend geklärt werden (s.o.). suchten Beregnungsbrunnen des Nürnberger Knoblauchlandes festgestellt werden konnten. Wasserschutzgebiet (WSG) Erlenstegen Die Lage der betreffenden Beregnungsbrunnen ist in der Im Rahmen eines Sonderprojektes wurden in 2019 in Teilbe- Karte 12 dargestellt. reichen des Wasserschutzgebietes Erlenstegen (Gemarkung

¯

GWM!._B0883

!.GWM_B0539

Pegnitz

Langsee

!. !.GWM_B1767 !.GWM_B0344

Langsee

!.GWM_B0148 !.GWM_B2254 !.GWM_B2456!.GWM_B0338

!.GWM_B0137 !.GWM_B0385 !.GWM_B1831

Legende

!. Messstellen

Gewässer Gemeindegrenze Nürnberg

0 250 500 1.000

Meter

Karte 11: Probenahmestellen im Wasserschutzgebiet Erlenstegen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

¯

Löschbecken

Ost

!.

WB !. 351 Ziegelach

WB 297

!. WB 56 !. !. !.

WB 558 !.WB 159

WB 333 TB

Legende

!. Messstellen

Löschbecken Ost

Ziegellach Gewässer

0 250 500 1.000

Meter

Karte 12: Auf PFAS untersuchte Beregnungsbrunnen im Knoblauchsland (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Ausblick bedeutende Rolle einnehmen, die anfängliche Befürchtung

einer enormen Anzahl an neuen PFAS-Schadensfällen, ähn- Zu Beginn der PFAS-Altlastenbearbeitung in den Jahren lich den LHKW-Verunreinigungen, hat sich jedoch auf Grund- 2009/2010 lagen bei Behörden und Sachverständigen inslage der aktuell vorliegenden Ergebnisse nicht bestätigt gesamt relativ wenige Erfahrungen bzgl. Umgang und Be- (vgl. Karte 13). Die bisher festgestellten Verunreinigungen wertung von PFAS-Verunreinigungen vor. Mit der verstärkten können eher als lokal und überwiegend kleinräumig ein- Erforschung der Stoffgruppe, der Bereitstellung von fachligeschätzt werden. chen Arbeitshilfen, der zunehmenden Praxiserfahrung und schließlich der Ableitung von gesetzlichen festgelegten Eine große Herausforderung bzw. Unbekannte ergibt sich Grenzwerten für die Hauptvertreter aus der PFAS-Gruppe aber weiterhin durch die schwierige Recherche von PFASstehen aktuell wichtige Instrumente für eine fundierte Ge- Verdachtsflächen und die lückenhafte Dokumentation von fährdungsabschätzung und die Ableitung von Sanierungs- früheren Brandereignissen, bei denen PFAS-haltige Löschmaßnahmen zur Verfügung. Die anfängliche Unsicherheit mittel eingesetzt wurden. In diesem Zusammenhang ist es ist zwischenzeitlich durch eine gewisse Routine in der Sach- wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere PFAS-Schäden beibearbeitung abgelöst worden. spielsweise durch gezielte Historische Nutzungsrecherchen, Monitoringprogramme oder auch durch Zufallstreffer ent- Die bisherigen Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass deckt werden. PFAS-Altlasten im Stadtgebiet Nürnberg tatsächlich eine

PFAS - Belastungen des Grundwassers

2017 - 2022

PFAS - Konzentration

2017 - 2022

PFAS - Konzentration in µg/l

< 0,1

0,1 - 0,4

0,4 - 4

> 4

´

0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Meter

Karte 13: Nachweis von PFAS (per- oder polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätmessnetzes von Nürnberg im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

1.1.4 Grundwasserbelastungssituation im Knoblauchsland

–Sonderuntersuchungsprogramm des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg

(Wasserwirtschaftsamt Nürnberg – Hans Splitgerber)

Anlässlich des Grundwasserberichtes 2023 der Stadt Nürn- Nitratbelastungen im Grundwasser lässt sich mangels geberg erfolgte in enger Abstimmung mit dem Umweltamt eigneter, in verschiedenen Horizonten verfilterter Brunnen der Stadt Nürnberg im Jahr 2022 durch das Wasserwirt- schwer beurteilen. Vergleicht man die Nitratbelastung des schaftsamt Nürnberg im Knoblauchsland eine groß ange- 28,5 m tiefen Beregnungsbrunnens im Norden Buchs von legte Untersuchungsaktion an insgesamt 47 Brunnen. Wie ca. 400 mg/l mit den Nitratbelastungen in den tieferen, bis zuletzt 2009 wurde das Grundwasser sehr umfangreich auf ca. 50 – 60 m reichenden Brunnen im Umfeld von ca. 180 – Nitrat, Pflanzenschutzmittel und Metabolite sowie eine er- 300 mg/l Nitrat deutet sich an, wie stark die Belastungen gänzende Parameterliste untersucht. mit der Tiefe abnehmen.

Das langjährige, seit 1983 laufende Grundwassermonitoring Zeitliche Entwicklung der Nitratbelastungen bzgl. Nitrat musste im Jahr 2018 aus Kapazitätsgründen von a) Neues Nitratmessnetz des Wasserwirtschaftsamtes Nürn- 24 auf 12 Brunnen reduziert werden. Von den ursprüngberg (12 Brunnen): lichen 24 Brunnen werden 8 weiter überwacht und 4 neue Brunnen sind dazugekommen. Der zeitliche Verlauf der Jahresmittelwerte der Nitratbelastungen im Grundwasser an den langfristig und regelmäßig Zur Erfassung der mit dem Oberflächenwasser abströmenuntersuchten Brunnen ist im Diagramm 5 dargestellt. Es den Nitratbelastungen wurde der Bucher Landgraben vor der sind die 12 Brunnen des neuen WWA-Messnetzes soweit Mündung in die Gründlach stichprobenartig mit untersucht. möglich mit langfristigen Zeitreihen abgebildet. Bezüglich Die Untersuchungen der Wasserproben wurden durch das der neu aufgenommenen Brunnen wurden orientierend Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und das Bayerische Landes- auch historische Nitratwerte von Dritten übernommen. amt für Umwelt (LfU) durchgeführt. b) Beurteilung der Entwicklung der Nitratbelastungen im gesamten Betrachtungsgebiet:

Verteilung und Entwicklung der Nitratbelastungen im

Grundwasser Eine einheitliche Tendenz im gesamten Betrachtungsraum ist

nicht erkennbar. An einem Großteil der untersuchten Brunnen Die Nitratbelastungen des Grundwassers im Knoblauchsland verbleibt die Nitratbelastung unter gewissen Schwankungen wurden durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg fortlauin einem ähnlichen Bereich wie in den letzten 10 – 15 Jahren. fend 1 – 2 x jährlich an 11 Beregnungs- und einem Industrie- Insbesondere im Kernbereich der landwirtschaftlichen Nutbrunnen in Buch untersucht. Im Lageplan in Karte 14 sind die zung um Buch und im zugehörigen Grundwasserabstrom Nitratbelastungen im Jahr 2022 dargestellt. liegen die Nitratkonzentrationen unverändert auf einem sehr hohen Niveau von rund 180-300 mg/l. Beurteilung der Nitratsituation im Grundwasser Auffällig ist insbesondere ein 28,5 m tiefer, im Norden Es ist erkennbar, dass die Nitratbelastungen im Kernbereich von Buch gelegener Beregnungsbrunnen, bei dem in den des Knoblauchslands immer noch in einer Größenordnung letzten Jahren ein Anstieg der Nitratbelastungen auf rund von überwiegend ca. 150 – 300 mg/l liegen und damit der 400 mg/l festgestellt wurde. Zielwert der Wasserrahmenrichtlinie von 50 mg/l großflächig deutlich überschritten wird. Besonders zu erwähnen ist die Entwicklung der Nitratbelastungen in dem oben genannten, von 17,5 – 58,5 m verfilter- Die Hauptbelastung liegt nach wie vor im Bereich Buch. Hier ten Industriebrunnen in Buch (vgl. Diagramm 6). Hier zeichnet wurde in einem im Norden von Buch gelegenem, 28,5 m sich bei Förderraten von einigen zehntausend m³/a seit 2001 tiefen Beregnungsbrunnen mit ca. 400 mg/l weiterhin die eine tendenzielle Abnahme der Nitratbelastungen von ca. höchste Nitratbelastung im Knoblauchsland festgestellt. 200 mg/l auf ca. 150 mg/l bis 2020 ab. Nach der Einstellung Im Vergleich dazu lagen die Nitratbelastungen eines im Sü- der Grundwasserentnahme 2021 gingen die Nitratwerte hier den von Buch gelegenen, 60,5 m tiefen Industriebrunnens weiter auf ca. 100 mg/l zurück. Anzunehmen ist, dass durch im Durchschnitt der letzten 6 Jahre bei 148 mg/l. die Grundwasserförderung bis dato stark nitratbelastetes Grundwasser aus dem intensiv landwirtschaftlich genutzten Da die Beregnungsbrunnen durchgehend zwischen ca. Umfeld herangezogen wurde, was nun nicht mehr der Fall 30 – 60 m tief und im Sandstein verfiltert sind, erlauben ist. Offensichtlich ist das Grundwasser im Bereich des Sieddie Messwerte eine gute Aussage zu großräumig im Sand- lungsgebietes Buch selbst erkennbar geringer belastet. Dieser stein vorliegenden Belastungen. Die Tiefenausbreitung der Brunnen fällt zukünftig jedoch aus dem Messnetz heraus. Als

Ersatz soll ein aussagekräftiger Ersatzbrunnen im Umfeld zur In den im Zustrom zu den Wasserschutzgebieten gelegeweiteren Untersuchung ausgewählt werden. nen Brunnen im großräumigen Abstrom des intensiv landwirtschaftlich genutzten Bereichs zeigen sich im Vergleich Im Bereich um Wetzendorf ist teilweise eine leicht ansteigenzu 2009 bzw. zu dem letzten Beobachtungszeitraum 2011 de Tendenz festzustellen, wobei an einem Brunnen in diesem

Umfeld auch abnehmende Werte zu beobachten waren. Belastungen. In einem Notwasserbrunnen auf Fürther Stadtgebiet traten unerklärliche, sehr stark schwankende Nitrat-Belastungen auf. Den Ursachen soll weiter nachgegangen werden.

Nitratuntersuchungen im Knoblauchsland 2022

282 #52 140 284 D 117 682 D

84

1 2 D882 0 8 290 101 1 7 D 6 4 3 D ,8

4

1

8

0 1

0

7

0

4

292 1 8 D 1 3 1 1 1 4 6 ! 7 5 294 692

2

38

1 1

2 !

3 6

300 892 003 13 ! 1

7 6 D 9 6 6 ! 0 1 1

803 803 803 013

1 3 ,

5 0

82 250 266 320 103

1 D 5 29 ! 8 280 20 2 D 10

11 5 0 9 258 270 253 1 D 90 310

D 71 293 150

405

195 ! 120

0,9 180 ! 337

230 1 8 2 9 8 2 0 003 9 ! 7 3 2 D 6

1

1 D 40 248 180 280 171

199 280 178 180 286 6 ! 7 1 D 6 199 180 98 190 83 17 192 260 221

150

237

170

51

20

21

19 ! 3 304 306 312

!

!

290 170109 308 310

¯
0 500 1.000 2.000 Meter

288 288

Nitratkonzentration in mg/l Wasserschutzgebiete Grundwassergleichen

270 Messwert 2022

(bei mehreren Messwerten in 2022: Mittelwert) ZONE 2 293 Vergleichswert: 10 Mittelwert von 2011-2016 (kursiv, schwarz) I Werte aus 2009 ( kursiv, grau) < 50 II Bucher Landgraben 50 - 100 III Grenze Verbandsgebiet 100 - 250 IIIA #* Probenahmestelle am 150 - 250 Bucher Landgraben IIIB > 250 D altes Nitratmessnetz ! neues Nitratmessnetz

Karte 14: Nitratbelastungen im Knoblauchsland im Jahr 2022. Das aktuelle Routine-Messnetz des Wasserwirt schaftsamtes Nürnberg (12 Brunnen) ist durch das Symbol • und das ehemalige Nitratmessnetz ist durch das Symbol x markiert. Der Bucher Landgraben wird als bedeutendster Vorfluter hervorgehoben und zur Visualisierung der Grundwasserfließrichtung werden die Grundwassergleichen aus der aktuellen Grundwasserstichtagsmessung 2022 des Umweltamtes Nürnberg eingeblendet (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Jahresmittelwerte Nitrat in mg/l im Knoblauchsland Nürnberg

Beginn der Beileitung 2004

450

400

350

300

250

200

150

100

50

0

1983 1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021

Diagramm 5: Zeitreihen der Nitratbelastungen an 12 Brunnen des WWA-Messnetzes – z.T. mit Daten historischen Daten Dritter (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Industriebrunnen Buch

250

200

150

100

50

0 ]l/gm[ tartiN

1002 2002 3002 4002 5002 6002 7002 8002 9002 0102 1102 2102 3102 4102 5102 6102 7102 8102 9102 0202 1202 2202 500

Diagramm 6: Zeitreihe der gemessenen Nitratwerte bei einem Industrie-

brunnen in Buch (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Ergänzende, stichprobenartige Untersuchung des Bucher sucht. Dabei wurden vor der Einmündung in die Gründlach Landgrabens schwankende Werte zwischen 58 mg/l (Mitte August) und 130 mg/l (Ende September) gemessen. Der Jahresmittelwert Ergänzend wurde im Jahr 2022 durch das Wasserwirtschaftslag bei 89 mg/l. Die Einzelmessungen von 2014 und 2022 amt Nürnberg eine Gewässerprobe aus dem Bucher Landlagen somit im Schwankungsbereich. Die jeweils gemessegraben vor der Einmündung in die Gründlach stichprobennen Nitratkonzentrationen sind stark abhängig von Niederartig auf Nitrat untersucht. Die Nitratkonzentration lag im schlagsereignissen und Düngung, so dass einzelne Werte August 2022 bei 52 mg/l im Vergleich zu 93 mg/l im Denur eine geringe Aussagekraft haben. Diesbezüglich wird auf zember 2014. Im Jahr 2021 wurde der Bucher Landgraben die ausführliche Betrachtung im Grundwasserbericht 2017 monatlich durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg unter- [12] verwiesen. ]l/gm[ tartiN

Pflanzenschutzmittelbelastungen und Untersuchun- untersucht, die insgesamt 246 Stoffe (Wirkstoffe und relegen auf weitere Stoffe vante sowie nicht relevante Metabolite) erfassten. Der Untersuchungsumfang war noch weitgehender als für den letzten Im Herbst 2022 und bei einem Brunnen im Februar 2023 Grundwasserbericht und umfasst unter anderem alle Parawurden durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg aus insmeter des aktuellen Pflanzenschutzmittel-Konzeptes (PSMgesamt 47 Beregnungsbrunnen Grundwasserproben ent- Konzeptes) für Wasserschutzgebiete. Deshalb sind Vergleinommen und durch das LfU auf relevante Pflanzenschutzche zu den vorhergehenden Messaktionen 2009 und 2011 mittel (PSM) und Metabolite untersucht. Dabei wurde sehr

umfangreich nach verschiedenen Messprogrammen des LfU gänzende Parameterliste untersucht.

Pflanzenschutzmittel-Untersuchungen im Knoblauchsland 2022

#

!

0,10 0,09

!

! !

0,02 !

nn nn

nn

!5,2 ! !2,7 ! nn ! 0,04 0,77

!

0,14

0,55 !

! 0,30 !4 !

0,21 !1,5

! 0,08 0 ! ,09 0 1 , , 1 7 9 ! ! 0,0 1 9 ,2 0,1 ! 7 2,5 nn

nn 0,16

0,44 1!,4

! !1,2

0,17 0,06 0,77

!15,9

! !

! !

0,26

nn nn 0,01 0,22 !

!5,3 !

0,09

! 0,25 ! !1,3

! !

0,08 0 ! ,22 16,8 ! ! nn 0, 0 1 ,! 8 17 4 ! ,7 0,01 nn

nn 0,02!8,8 0,02

! 0,35

0,14

!

!1,1!

nn

0,10nn

¯
0 500 1.000 2.000 Meter

Pflanzenschutzmittel in µg/l Wasserschutzgebiete

!

Einzelstoff < 0,1 ZONE Bucher Landgraben

!

Einzelstoff 0,1 - 0,5 I Grenze Verbandsgebiet

!

#

Summe PSM > 0,5 II # Probenahmestelle am Bucher Landgraben

0,01 Messwert PSM-Summe (nach TrinkwV) 2022 III

Summe nicht relevanter Metaboliten 16,8 > Gesundheitlicher Orientierungswert (GOW) IIIA

IIIB

Karte 15: Ergebnisse des Sonderuntersuchungsprogrammes auf Pflanzenschutzmittel 2022 des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg. Die Summe der ermittelten Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und der relevanten Metabolite gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) steht unter dem Punktsymbol und die Summe der nicht relevanten Metabolite über den Punkten (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Der Notbrunnen B702a bei der Kriegsopfersiedlung, bei 1 oder 3 µg/l. Die Einstufung kann sich je nach Erkenntnisdem zuletzt 2016 sehr hohe Pflanzenschutzmittelbelastun- stand wieder ändern [15]. gen festgestellt wurden, konnte aus technischen Gründen Im bundesweiten Vergleich wurde für den Zeitraum 2013 bis diesmal nicht untersucht werden. Dieser Brunnen wird auch 2016 festgestellt, dass die Konzentrationen von PSM-Wirknicht mehr aktiv zur Bewässerung benutzt. stoffen und relevanten Metaboliten eher stagnieren, wäh- Die aktuellen Untersuchungsergebnisse aus der Sonderunter- rend die Belastung mit nicht relevanten Metaboliten (nrM) suchung 2022 sind aus dem Lageplan in Karte 15 ersichtlich. tendenziell ansteigt. So wurden an 58 % aller untersuchten Grundwassermessstallen nicht relevante Metabolite nachge- Bei 12 Brunnen wurden Überschreitungen der Grenzwerte wiesen, bei 4,7 % lag der Wert über 3 μg/l ( [15] und [16]). der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) festgestellt, nämlich Wobei dort ebenso wie bei den aktuellen Untersuchungen bei drei Brunnen Überschreitungen des Summenwertes von im Knoblauchsland vor allem die wachsende Datenbasis 0,5 µg/l und bei neun Brunnen Überschreitungen des Einund höhere Sensibilität für solche Stoffe erst die Schadenszelwertes von 0,1 µg/l für sieben Wirkstoffe. Insgesamt lasituation genauer erkennen lassen. gen bei 27 PSM-Einzelstoffen bzw. relevanten Metaboliten (Abbauprodukte der Pflanzenschutzmittel, die gleichwertig Bezüglich der weiter untersuchten Stoffe zeigten sich in zu den Wirkstoffen eingestuft werden) Belastungen über 9 Brunnen erhöhte Arsen-Belastungen über dem Stufeder Bestimmungsgrenze vor. Teilweise handelt es sich dabei 1-Wert von 10 µg/l und in zwei Brunnen Überschreitungen um inzwischen nicht mehr zugelassene Wirkstoffe bzw. de- des Stufe-2-Wertes bis zu max. 137 µg/l. Vermutlich sind ren Abbauprodukte (vgl. Kapitel 1.1.7.2.) die erhöhten Arsenkonzentrationen auf geogene Ursachen zurückzuführen. Insbesondere Überschreitungen des Stufe- Bei 16 Brunnen wurden teils erhebliche Überschreitungen 1-Wertes kommen im Nürnberger Stadtgebiet geogen, d.h. des Gesundheitlichen Orientierungswertes (GOW) [13] für natürlich/geologisch bedingt immer wieder vor. 5 verschiedene nichtrelevante Metabolite (nrM) bis zu max. 16,8 µg/l ermittelt. Insbesondere wurden wieder teils sehr

Beileitung von Beregnungswasser aus dem Regnitz-

hohe Belastungen mit Metazachlor-Metaboliten vorgefun-

grund durch den Wasserverband Knoblauchsland und

den. Für die Summe aller untersuchten Metabolite, also

Sicherung des Benker Sandsteins als Trinkwasser-

auch für solche, für die noch keine GOW-Werte festgelegt

reservoir

wurden, ergaben sich Belastungen bis zu 18,7 µg/l. In etwa 75 % der untersuchten Brunnen wurden mehr als rund Eine Verbesserung der Grundwasserverhältnisse in quantita- 2 µg/l nicht relevante Metabolite ermittelt und überschrei- tiver und qualitativer Hinsicht wird unter anderem durch die ten damit den Gesundheitlichen Orientierungswert (GOW). Beileitung von Beregnungswasser aus dem Regnitzgrund erreicht (Gewinnung von Beregnungswasser aus dem soge- Bezüglich Glyphosat und AMPA (Metabolit von Glyphosat) nannten Grundwasserbegleitstrom der Regnitz/Pegnitz, auch ergaben sich bis auf einen einmaligen, sehr geringen Beals „Uferfiltrat“ bezeichnet). Hierdurch sollen die Grundwasfund von 0,071 µg/l keine nachweisbaren Belastungen. serressourcen vor Ort geschont werden und durch die Bereg- Bei der Bewertung der Untersuchungsergebnisse der nicht nung mit gering Nitrat-belastetem Wasser wird auch, neben anrelevanten Metabolite (nrM) ist zu beachten, dass diese Ab- deren Maßnahmen (vgl. Kapitel 1.1.6 und 1.1.7.1), eine langbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln keine biologische / fristige Verbesserung der qualitativen Verhältnisse erwartet. pestizide Aktivität im Sinne der Muttersubstanz aufweisen Durch den erfolgten Rückbau ursprünglich mischverfilterter und nicht gentoxisch bzw. nicht als giftig, sehr giftig, repro- (Beregnungs-)Brunnen im Knoblauchsland wird der Benker duktionstoxisch oder kanzerogen eingestuft sind. Da jedoch Sandstein (2. Grundwasserstockwerk, vgl. Grundwasserbemit Einträgen von nrM in das Grundwasser dennoch speziricht 2017 [12]) dauerhaft vor anthropogenen Schadstofffische Risiken für Mensch und Umwelt einhergehen köneinträgen geschützt. Dadurch befindet sich dieser quantitanen, gibt es nach der EU-Leitlinie EC 2003 [14] einen Richttiv und qualitativ in einem guten Zustand und bleibt somit wert von 10 µg/l und für den Trinkwasserbereich gelten die für kommende Generationen als Reserve für hochwertiges vom Umweltbundesamt herausgegebenen Gesundheitlichen Trinkwasser erhalten. Orientierungswerte (GOW) für bestimmte nrM in Höhe von

Zusammenfassende Bewertung und Folgerungen lichen jahreszeitlichen Verlängerung der Anbauzeit, dem fortschreitenden Klimawandel mit tendenziell längeren Die durchgeführten Untersuchungen zeigen im Kernbereich Trockenzeiten und häufigeren Extremwetterereignissen liedes Knoblauchslandes um Buch unverändert sehr hohe Nigen. Die vorliegenden durchlässigen Böden weisen gleichtratbelastungen zwischen ca. 150 – 300 mg/l mit Spitzenzeitig ein hohes Nitrat-Verlagerungspotential auf. Bislang ist werten von um 400 mg/l in einem 28,5 m tiefen Brunnen noch unklar, wie hoch der Anteil an Nitrat ist, der aus länger im Norden von Buch. zurückliegenden Nitrateinträgen durch Düngung stammt Der Zielwert der Wasserrahmenrichtlinie von 50 mg/l wird und erst zeitlich verzögert – aufgrund geringer Sicker- und weiterhin großräumig überschritten. Damit befindet sich Durchlässigkeitseigenschaften von wasserundurchlässigeren das Grundwasser im Knoblauchsland gemäß EG-Wasser- Bereichen im Untergrund (i.W. Lettenlagen) – weiter transrahmenrichtlinie in einem schlechten Zustand und die Flä- portiert wird. Mit einer Verbesserung der Grundwasserbelastungssituation ist insgesamt nur langfristig zu rechnen. chen im Knoblauchsland sind als „Rotes Gebiet“ (mit Nitrat belastetes Gebiet) gemäß Düngeverordnung (DüV) ausge- Zur nachhaltigen Reduzierung des Eintrags von Nitrat und wiesen (vgl. Kapitel 1.1.6). Pflanzenschutzmitteln in Boden und Grundwasser sind die festgelegten Maßnahmen nach der Wasserrahmenrichtlinie Die Hauptbelastung liegt unverändert im ungefähr nach (Bewirtschaftungsplan 2022 – 2027) und die aktuelle Dün- Westen orientierten Grundwasserabstrombereich von Buch geverordnung konsequent umzusetzen. Neueste wissenund um Wetzendorf. Im Norden von Buch sind die Nitratbeschaftliche Erkenntnisse auf Seiten der Landwirtschafts- wie lastungen in einem 28,5 m tiefen Brunnen tendenziell weiter auch Wasserwirtschaftsverwaltung zum Prozessverständnis auf bis zu rund 400 mg/l angestiegen. gilt es hierbei weiterhin und stetig zur Erreichung der ge- Ein eindeutiger Trend zur Abnahme der Belastungen ist noch setzten Ziele im Grundwasserschutz einzubringen. nicht erkennbar. Die Nitrat-Belastungen schwanken teilweise stark.

Ausblick

In Teilbereichen des Knoblauchslandes wie Neunhof und Das Messnetz des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg soll im teils in Wetzendorf sind bereits langsam abnehmende Nitrat- Rahmen der vorhandenen Kapazitäten laufend weiter betriekonzentrationen festzustellen. Dies gilt teilweise auch für das ben und hinsichtlich einer möglichst repräsentativen Aussage zu den Wasserschutzgebieten abströmende Grundwasser. zu den großräumig vorliegenden Grundwasserbelastungen sowie deren zeitlichen Entwicklung optimiert werden. Bezüglich Pflanzenschutzmitteln zeigen die erweiterten Untersuchungen in einem Großteil der untersuchten Brunnen Für den weggefallenen Industriebrunnen in Buch und zur erhebliche Konzentrationen an Metaboliten über 2 µg/l. In besseren Erfassung großräumig aus dem Hauptbelastungsungefähr 25 % der Brunnen wurden Überschreitungen gebiet abströmender Belastungen sollen geeignete Ersatzder Werte der Trinkwasserverordnung (TrinkwV-Werte) von brunnen ausgewählt und neu aufgenommen werden. Im 0,1 µg/l für den Einzelstoff (9 Brunnen) bzw. von 0,5 µg/l für Bereich Wetzendorf sollen aufgrund der engen räumlichen die Summe der Pflanzenschutzmittel (3 Brunnen) festgestellt. Nähe Brunnen herausgenommen werden.

Die genauen Ursachen für die nur sehr langsame Abnahme Um die Tiefenausbreitung des Nitrats zu ermitteln, sollen der Nitratkonzentrationen im Grundwasser sind nach wie soweit möglich im Rahmen der technischen Gewässeraufvor nicht vollständig klar. Maßgebliche Faktoren dürften in sicht zukünftig weitere, unterschiedlich tief verfilterte Brunder im Gebiet intensivierten Landwirtschaft mit einer deut- nen untersucht werden.

1.1.5 Zustand der Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie

(Wasserwirtschaftsamt Nürnberg – Dr. Hatice Frühauf)

„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererb- 2_G019 (Sandsteinkeuper - Forst Tennenlohe), tes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behan- 2_G084 (Sandsteinkeuper - Nürnberg), delt werden muss." (Präambel Europäische Wasserrahmenrichtlinie [3]). 2_G082 (Sandsteinkeuper - Fischbach b. Nürnberg), Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) trat im Dezem- 2_G083 (Quartär - Nürnberg), ber 2000 in Kraft und bietet seitdem die rechtliche Basis dafür, mit EU-weit einheitlichen Umweltzielen das Wasser 2_G081 (Quartär - Stein (Mfr)). auf hohem Niveau zu schützen. Sie stellt den nachhaltigen An den Grundwasserkörpern 2_G007 (Sandsteinkeuper - Ressourcenschutz und den Erhalt der ökologischen Funkti- Heilsbronn), 2_G009 (Sandsteinkeuper - Roth) und 2_G011 onsfähigkeit der Gewässer in den Mittelpunkt, erfordert für (Feuerletten/Albvorland - Hersbruck) hat es ebenfalls einen grenzüberschreitende Gewässer die Zusammenarbeit auf kleinen Anteil; die Anteile an zwei weiteren Grundwasserinternationaler Ebene und legt fest, dass sowohl wirtschaftkörpern im Randbereich (2_G016 Quartär - Alterlangen und liche Aspekte der Wassernutzung als auch die Öffentlichkeit 2_G015 Feuerletten/Albvorland - Eckental) sind sehr gering. in die Planungsprozesse einbezogen werden. Zur Beurteilung des Zustands im Grundwasser wird sowohl Wichtigstes Ziel ist es, dass alle Fließgewässer, Seen, Küsdie Nutzung des Grundwassers (Menge) als auch die Qualitengewässer und das Grundwasser den guten Zustand nach tät des Grundwassers (Chemie) bewertet. Möglichkeit bis Ende 2015 – spätestens bis Ende 2027 – erreichen. Für erheblich veränderte oder künstliche Gewässer Mengenmäßiger Zustand: gilt anstelle des guten ökologischen Zustands das Umweltziel des guten ökologischen Potenzials. Um dies zu realisie- Alle zehn Grundwasserkörper sind mengenmäßig im guten ren, werden alle sechs Jahre für ganze Flussgebiete – teils Zustand, d.h. es findet bezogen auf die Grundwasserneuländerübergreifende – umfassende Bewirtschaftungspläne bildungsrate keine Übernutzung statt. mit Maßnahmenprogrammen aufgestellt (zuletzt im De- Chemischer Zustand: zember 2021) und deren Erfolg im Rahmen der ebenfalls sechsjährlich durchzuführenden Bestandsaufnahme regel- Die Messwerte der Grundwassermessstellen zeigen, dass mäßig überprüft (nächste Überprüfung: 2025). Die kleinste sich drei der zehn Grundwasserkörper (2_G019, 2_G084 Darstellungseinheit bilden dabei die sog. Wasserkörper, für und 2_G007) nicht im guten chemischen Zustand (vgl. Karderen Zustand sowohl ein Verbesserungsgebot als auch ein te 16) befinden, da sowohl für Nitrat (vgl. Karte 17) als auch Verschlechterungsverbot gilt. In die Bewertung des Grundz.T. Pflanzenschutzmittel (PSM) und ihre relevanten Metawassers fließen zusätzlich Trendanalysen ein. Bei einem Grundbolite (vgl. Karte 18) eine Überschreitung der Schwellenwasserkörper handelt es sich um ein abgegrenztes Grundwerte der Grundwasserverordnung vorliegt. Die jahrelange, wasservolumen, für das möglichst einheitliche hydrogeolointensive gärtnerische Nutzung des Knoblauchslandes, das gische Verhältnisse vorliegen. Flusswasserkörper bestehen innerhalb der GWK 2_G019 und 2_G084 liegt, spiegelt sich aus einem oder mehreren Gewässern oder Gewässerabin der Belastung des Grundwassers wider. schnitten mit gleichartigen Eigenschaften. Neben den Belastungen, die auf Wasserkörper einwirken, werden auch deren Im Grundwasserkörper 2_G019 liegen zusätzlich Grund- Zuschnitte im Rahmen der Bestandsaufnahmen überprüft. wasserverunreinigungen mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) im Bereich des Flughafengeländes vor (vgl. Kapitel 1.1.3). Diese stammen vornehmlich aus frühe-

Zustand des Grundwassers im Stadtgebiet

ren Löschmitteleinsätzen und -übungen. Das in den Bucher Für den aktuellen Bewirtschaftungsplan (2022 – 2027) wur- Landgraben und den Unterlauf der Gründlach abströmenden die Zuschnitte der Grundwasserkörper (GWK) im Be- de, mit PFAS belastete, oberflächennahe Grundwasser bereich des Stadtgebietes angepasst, da weitere Erkenntnisse einträchtigt auch dieses grundwasserverbundene, aquatiüber die Ausdehnung mächtiger Quartärrinnen im Stadtge- sche Ökosystem, so dass dort die Umweltqualitätsnorm für biet vorliegen, die hier einen eigenen Grundwasserleiter bil- PFOS (Teilgruppe aus den PFAS) von 9,1 µg/kg in Biota der den und als separate Grundwasserkörper ausgewiesen wur- Oberflächengewässerverordnung (OGewV [17]), d.h. in beden. Das Gebiet der Stadt Nürnberg liegt nun im Bereich stimmten Fischarten, deutlich überschritten wird. von drei Grundwasserkörpern des Sandsteinkeupers sowie zwei Grundwasserkörpern des Quartärs (vgl. Karte 16):

Abbildung 20

Karte 16: Chemischer Zustand des Grundwassers (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Abbildung 19

Karte 17: Chemischer Zustand des Grundwassers bezüglich Nitrat – Einzelstoffe

(Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

In der Messstelle des WRRL-Messnetzes des neu abgegrenz- nachgewiesenen PSM handelte es sich um Wirkstoffe, die ten Grundwasserkörpers 2_G084 traten keine PSM-Schwel- mittlerweile nicht mehr zugelassen sind. Weitere über das lenwertüberschreitungen auf, so dass Überschreitungen, der Verbot hinausgehende Maßnahmen sind nicht notwendig. zur Regionalisierung (Übertragung von punktuell gemesse- Die im Stadtgebiet von Nürnberg festgestellten Belastungen nen Konzentrationen in die Fläche) genutzten Zusatzmessmit LHKW (Leichtflüchtigen Halogenierten Kohlenwasserstellen bei der Zustandsbeurteilung unberücksichtigt bliestoffe) (vgl. Kapitel 1.1.2) verteilen sich auf mehrere Grundben. Im Rahmen der Risikoabschätzung 2019 wurde der wasserkörper. Bei der Prüfung signifikanter Belastungen Grundwasserkörper jedoch als im Risiko eingestuft. Bei den

Abbildung 21

Karte 18: Chemischer Zustand des Grundwassers bezüglich PSM – Einzelstoffe

(Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

durch LHKW gemäß WRRL wird geprüft, ob die Signifikanz- die Umsetzung der Düngeverordnung als wichtige grundleschwelle von 10 µg/l für die Summe LHKW in einer zusam- gende Maßnahme im Bereich der Nährstoffreduzierung aus menhängenden Fläche oder Abstromfahne von mindestens der landwirtschaftlichen Nutzung. „Mit den seit 01.05.2020 5 km² überschritten wird. Zum Zeitpunkt der letzten Aktua- geltenden Änderungen der Düngeverordnung und der Auslisierung der Bestandsaufnahme zur Wasserrahmenrichtlinie weisung der mit Nitrat belasteten und eutrophierten Geim Jahr 2019 ergaben sich bei der vorliegenden räumlichen biete in Bayern durch die Ausführungsverordnung zur Dünge- Verteilung und der abgeschätzten Flächenausdehnung keine verordnung (AVDüV, in Kraft seit 01.01.2021 [19]) haben signifikanten Belastungen gemäß den Signifikanzkriterien. sich die verpflichtend umzusetzenden Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft gegenüber dem vorherigen Bewirt- Maßnahmenprogramm: schaftungszeitraum deutlich geändert. Dies hat vielfach zur Folge, dass die im Rahmen der Defizitanalyse ermittelten Zur Zielerreichung wurden für die drei Grundwasserkörper, Minderungsanforderungen an den Nährstoffeintrag nun mit die sich noch nicht im guten Zustand befinden, Maßnahverpflichtend umzusetzenden (= grundlegenden) Maßnahmen ins aktuelle Maßnahmenprogramm (Bewirtschaftungsmen erreicht werden können. In solchen Fällen wurden keine zeitraum 2022 – 2027) aufgenommen, das eine Defizitanaergänzenden gewässerschonenden Maßnahmen für den lyse mit Maßnahmenvollplanung zur Zielerreichung auch 3. Bewirtschaftungszeitraum geplant.“ (vgl. Steckbriefe zu den über das Jahr 2027 hinaus beinhaltet. Neben grundlegeneinzelnen GWK auf der Website des Bayerischen LfU [20]). den Maßnahmen sind folgende ergänzende Maßnahmen aus dem LAWA-Katalog [18] umzusetzen: Zielerreichung:

Da sich bereits eingeleitete oder geplante Maßnahmen im aus Altlasten und Altstandorten (2_G019 – Folge des Grundwasser erst verzögert auswirken, wird das Ziel des PFC-Schadens auf dem Flughafengelände, Code 21) guten Zustands voraussichtlich erst deutlich nach 2027, im Grundwasserköper 2_G019 erst nach 2045, erreicht werden.

Grundwasser durch Auswaschung aus der Landwirtschaft (2_G019, 2_G084 und 2_G007, Code 41), Zustand der Fließgewässer im Stadtgebiet

terhalb liegenden Wasserkörpern (2_G007 und 2_G019, (FWK), vgl. Karte 19, von denen vier als natürlich, fünf als Code 512). (durch den Menschen) erheblich verändert und einer als künstlich eingestuft sind. Den künstlichen Flusswasserkör- Im Vergleich zur letzten Maßnahmenplanung wurden weni- per bildet der Main-Donau-Kanal (2_F033). Zu den erhebger ergänzende Maßnahmen aufgenommen. Allerdings gilt lich veränderten Flusswasserkörpern gehören im Süden die

Rednitz-Nebengewässer des FWK 2_F031, im innerstädt- Ökologischer Zustand/Potenzial: ischen Bereich der Rednitzabschnitt FWK 2_F016 und der Der ökologische Zustand bzw. das gute ökologische Poten- Pegnitzabschnitt FWK 2_F038, die Pegnitzzuflüsse ab dem zial wird in fünf Klassen von sehr gut bis schlecht einge- Wöhrder See (FWK 2_F043) sowie die Unterläufe der Regstuft. Es handelt sich hierbei um eine Worst-Case-Betrachnitz-Nebengewässer im Norden und der Bucher Landgratung von vier biologischen Qualitätskomponenten, d.h. die ben, zusammengefasst im FWK 2_F049. schlechteste Einzelkomponente bestimmt den ökologischen In Fließgewässern wird sowohl der ökologische als auch der Zustand/ das ökologische Potenzial. chemische Zustand bewertet. Im Stadtgebiet wird der gute ökologische Zustand / das gute Chemischer Zustand: ökologische Potenzial bislang in keinem der zehn Flusswasserkörper erreicht (Karte 21). Alle Flusswasserkörper verfehlen den guten chemischen Zustand, da die Umweltqualitätsnormen (UQN) der Ober- Die Komponenten Fische und Makrozoobenthos zeigen flächengewässerverordnung (OGewV [17]) für die allgegen- Defizite bei Struktur und Durchgängigkeit an, die in allen wärtigen Parameter Quecksilber und bromierte Diphenylet- Gewässern außer der Rednitz (2_F016) vorliegen; für den her in Biota (Fische) flächendeckend überschritten werden. Main-Donau-Kanal 2_F033 werden diese Komponenten Die Rednitz-Nebengewässer im Süden des Stadtgebietes nicht klassifiziert. Als Ergebnis der neuesten Fischuntersu- (FWK 2_F031) sowie die östlichen Zuflüssen der Regnitz chungen konnte lediglich für die Pegnitzzuflüsse im FWK im Norden (FWK 2_F049) sind darüber hinaus auch mit 2_F042 eine Verbesserung von unbefriedigend zu mäßig Nitratkonzentrationen über der UQN von 50 mg/l belastet. nachgewiesen werden. In vier Flusswasserkörpern waren Die Einzugsgebiete der belasteten Gewässer(teile) liegen sogar Verschlechterungen zu unbefriedigend (2_F037, überwiegend im Bereich der ebenfalls mit Nitrat belaste- 2_F038) oder schlecht zu verzeichnen (2_F048, 2_F031). ten Grundwasserkörper. In einem Teil der Pegnitz und ihrer Das Makrozoobenthos indiziert zusätzlich organische Be- Nebengewässer sowie im Unterlauf der Gründlach (2_F035, lastungen, die jedoch nur noch im FWK 2_F049 angezeigt 2_F038, 2_F042 und 2_F049) wird zusätzlich die UQN für werden. Die pflanzlichen Komponenten Makrophyten und PFAS überschritten. Die Einträge stammen insbesondere von Phytobenthos sowie in eutrophen Gewässern das Phyto- Abwässern aus der industriellen Produktion und sonstigen plankton dienen als Indikatoren für Nährstoffbelastungen. Grundwasserschäden im Einzugsgebiet (vgl. Kapitel 1.1.3). Diese liegen noch in allen Flusswasserkörpern mit Ausnahme der Pegnitzzuflüsse des FWK 2_F042 vor. Bei der Betrachtung ohne die ubiquitären Stoffe Quecksilber und bromierte Diphenylether zeigt sich ein differenzierteres In der Summe weisen die meisten Fließgewässer Defizite Bild (Karte 20). Demnach würde aktuell die Hälfte der zehn sowohl bei der Struktur/Durchgängigkeit als auch insbeson- Wasserkörper den guten chemischen Zustand erreichen. dere der Nährstoffbelastung auf.

Abbildung 22

Karte 19: Lage und Ausdehnung der Flusswasserkörper im Bereich der Stadt Nürnberg (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Abbildung 23

Karte 20: Chemischer Zustand der Fließgewässer (ohne ubiquitäre Stoffe

(Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Abbildung 24

Karte 21: Ökologischer Zustand der Fließgewässer

(Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Maßnahmenprogramm: tura 2000 und/oder Hochwasserschutzmaßnahmen sind im

Maßnahmenprogramm berücksichtigt. Maßnahmen zur Zielerreichung orientieren sich an den Belastungen, die auf die einzelnen Flusswasserkörper und Neben den grundlegenden Maßnahmen (gesetzliche Erfor- Seen einwirken. Für den aktuellen Bewirtschaftungsplan dernisse) umfasst das Maßnahmenprogramm zusätzlich er- (2022 – 2027) wurde eine Defizitanalyse mit Vollplanung gänzende Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinder Maßnahmen durchgeführt, die z.T. auch über diesen träge aus Abwassereinleitungen (2_F048, 2_F042, 2_F035, Bewirtschaftungszeitraum hinausreichen. Synergien mit Na- 2_F031, 2_F016) und aus landwirtschaftlichen Quellen

(2_F049, 2_F048, 2_F043, 2_F037, 2_F035, 2_F031, Mit der letzten Änderung der Düngeverordnung (DüV) 2_F016). Des Weiteren sind Maßnahmen zur Schaffung 2020 und der aktuellen Ausführungsverordnung zur DüV von Durchgängigkeiten und Strukturvielfalt (alle FWK außer (2021) haben sich die verpflichtend umzusetzenden (grunddem Main-Donau-Kanal 2_F033) sowie an den Zuflüssen legenden) Maßnahmen deutlich verändert, so dass in vielen der großen Flüsse Maßnahmen zur Stabilisierung des Was- Fällen keine darüberhinausgehenden ergänzenden Maßserhaushalts notwendig. Hierunter fallen z.B.: nahmen aufgenommen wurden.

durch optimierende Betriebsweisen und ggf. notwendi- Der gute ökologische Zustand / das gute ökologische Potenge Umbauten zial aller Flusswasserkörper im Stadtgebiet Nürnberg wird

hungsgerinne, Fischaufstiegsanlagen, Umbau von Ab- 2027, der gute chemische Zustand aufgrund der Verbreistürzen in Sohlrampen und –gleiten, tung ubiquitärer Stoffe erst nach 2045 erreicht.

Weiterführende Informationen

siver Sicherungen von Ufer und/oder Sohle, Eigendynamik fördern z.B. durch den Einbau von Totholz und Weitere Informationen zur Wasserrahmenrichtinie und die anderen Strömungslenkern, Auenentwicklung fördern. einzelnen Maßnahmen der jeweiligen Wasserkörper sind im Bewirtschaftungsplan 2022 – 2027 bzw. dem dazuge- Für die drei Wasserkörper der Pegnitz (2_F035, 2_F037 und hörigen Maßnahmenprogramm aufgeführt und auf den 2_F038) sind zusätzlich Maßnahmen zur Reduzierung der Internetseiten des LfU abrufbar [20]. Über den UmweltAtlas Belastungen infolge von Freizeit- und Erholungsaktivitäten Bayern [20] können weitere Informationen zum Zustand der in die Maßnahmenplanung eingeflossen. bayerischen Gewässer abgerufen und kartografisch dargestellt werden. Daten zu einzelnen Messstellen sind über den Gewässerkundlichen Dienst [21] im Internet zugänglich.

Ubiquitäre Stoffe

Quecksilber wird aufgrund seines hohen Dampfdruckes und der langen atmosphärischen Verweilzeit von etwa einem Jahr über den Luftweg weltweit verfrachtet, so dass auch die Belastung der Gewässer und Böden allgegenwärtig (ubiquitär) auftritt. Dieser Schadstoff wird u.a. bei Verbrennungsprozessen, z.B. Stromerzeugung mit Kohlekraftwerken, freigesetzt, kann aber auch aus natürlichen Quellen wie Vulkanausbrüchen stammen oder geogen bedingt in manchen Gebieten erhöhte Hintergrundgehalte aufweisen (z.T. auch in Buntsandsteinen, Keuper). Auch in der industriellen Produktion (Spiegelherstellung, Holzschutzmittel, techn. Bauteile wie Manometer, Leuchtstoffröhren etc.) sowie im medizinischen Bereich spielt Quecksilber eine Rolle. In der Minamata-Konvention der Vereinten Nationen wurde 2013 von 100 Staaten beschlossen, ab 2020 die Produktion oder den Verkauf quecksilberhaltiger Produkte zu verbieten, da nur global ansetzende Maßnahmen langfristige Verbesserungen versprechen.

Die Familie der Bromierten Biphenylether (BDE) besteht aus mehr als 200 verschiedenen bromhaltigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die insbesondere als additive Flammschutzmittel in Kunststoffen und Textilien seit den 1960er Jahren vielseitig und weltweit eingesetzt wurden. Sie finden sich in einer Vielzahl von Produkten, u.a. in Elektro- und Elektronikartikeln, Polyurethan-Schäumen, Kunststoffen, Textilien, Baumaterialien und Thermoplasten. Dabei werden im Wesentlichen drei technische Gemische verwendet: PentaBDE, OctaBDE und DecaBDE. Bei der Verarbeitung und Nutzung können BDE z.B. durch Ausdunsten oder Partikelabrieb entweichen. Auch beim mechanischen Zerkleinern durch Schreddern von Kunststoffabfällen können sie in die Umwelt gelangen. Viele dieser Verbindungen sind in der Umwelt sehr langlebig und reichern sich in Lebewesen an. Sie wurden auch in humaner Muttermilch nachgewiesen. Insbesondere niedriger bromierte Verbindungen, die sich vermehrt in den technischen Gemischen PentaBDE und OctaBDE finden oder durch Abbau von DecaBDE entstehen können, sind toxisch und stehen im Verdacht, kanzerogen und endokren wirksam zu sein. Hexa- und HeptaBDE sowie Tetraund PentaBDE wurden 2009, DecaBDE wurde 2017 in den Annex A der Stockholmer POP Konvention aufgenommen. Es gelten daher Herstellungsverbote mit spezifischen Ausnahmen.

1.1.6 Nitratbelastete Gebiete – Ausweisung Roter Gebiete nach Düngeverordnung

(Wasserwirtschaftsamt Nürnberg – Dr. Hatice Frühauf)

Ausweisung der mit Nitrat belasteten Gebiete zum Flächen werden unabhängig von ihrer Nutzung ausgewie- 30.11.2022 sen, also zum Beispiel auch Wald- und Siedlungsflächen. Die Maßnahmen selbst sind jedoch nur auf den landwirt- Nitrat ist – wie Phosphor – ein wichtiger Pflanzennährstoff. schaftlich genutzten Flächen umzusetzen. Mit versickerndem Wasser kann es ins Grundwasser gelangen. Zu viel Nitrat im Grundwasser gefährdet jedoch die Die belasteten Gebiete wurden in Zusammenarbeit der bay- Wasserqualität und schränkt die Nutzung als Trinkwasser erischen Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung ermittelt, ein. Nitrateinträge aus landwirtschaftlicher Düngung spie- auf deren Internetseiten ausführliche Informationen inklusilen dabei eine wesentliche Rolle. Die Vorgaben der Dünge- ve Erklärvideos abgerufen werden können [23], [24]. verordnung zielen daher auch darauf ab, diese Einträge zu senken (vgl. Kapitel 1.1.7.1). Die Belastung des Grundwas- Ausweisungsschema für mit Nitrat belastete (rote) Gebiete sers mit Nitrat ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland Die belasteten Gebiete wurden schrittweise, wie in Abnicht wesentlich gesunken, sodass die Vorgaben der EU-Nibildung 4 dargestellt, nach den Vorgaben der AVV GeA v. tratrichtlinie nicht erfüllt werden konnten und die EU ein 10.08.2022 ermittelt. Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet hat. Deshalb wurde die Düngeverordnung (DüV) von 2017 Schritt 1: Welche Grundwasserkörper sind belastet? im Jahr 2020 erneut novelliert und erhöhte Anforderungen in den mit Nitrat belasteten (roten) Gebieten zum Schutz Alle Grundwasserkörper, die sich im schlechten chemides Grundwassers und in eutrophierten (gelben) Gebieten schen Zustand befinden, da Nitrat den Schwellenwert der zum Schutz der Fließgewässer bundeseinheitlich festgelegt. Grundwasserverordnung von 50 mg/l überschreitet oder bei Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von denen mindestens 37,5 mg/l Nitrat mit steigendem Trend mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten (kurz AVV vorliegen, sind zu betrachten. Ebenso werden jene Grund- GeA [22]) gibt die Systematik vor, wie diese Gebiete zu er- wasserkörper einbezogen, bei denen an mindestens einer mitteln sind. Da die EU-Kommission die Ausweisung der mit landwirtschaftlich beeinflussten Messstelle des Auswei- Nitrat belasteten Gebiete von Anfang 2021 nicht anerkannt sungsmessnetzes der Schwellenwert von 50 mg Nitrat pro hat, wurde die AVV GeA 2022 nochmals aktualisiert. Es Liter überschritten wird oder Messwerte von mindestens werden nur noch die in den Grundwassermessstellen ge- 37,5 mgl/l Nitrat mit steigendem Trend auftreten. Grundmessenen Nitratkonzentrationen berücksichtigt, keine wasserkörper ohne belastete Messstellen des Ausweisungslandwirtschaftlichen Stickstoffsalden. Belastete Messstellen messnetzes sind für die weiteren Schritte nicht relevant. müssen in einem roten Gebiet liegen und alle belasteten

Abbildung 25

Abbildung 4: Ausweisungsschema für mit Nitrat belasteten Gebiete (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Abbildung 26

Karte 22: Ausweisungsmessnetz und zu betrachtende Grundwasserkörper

(Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Abbildung 27

Karte 23: Gebietskulisse belastete Gebiete (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Das Ausweisungsmessnetz umfasst mindestens alle land- in Form von Nitratmesswerten in die Fläche übertragen. Zur wirtschaftlich beeinflussten Messstellen, welche die Anfor- Verdichtung können zusätzlich sog. Zusatzmessstellen herderungen nach Anlage 1 der AVV GeA erfüllen, angezogen werden, sofern sie hydrogeologisch dem oberflächennächsten, wasserwirtschaftlich bedeutsamen Grund-

wasserleiter zuzuordnen sind (v.a. Wasserfassungen und chung des chemischen Zustands des Grundwassers, Vorfeldmessstellen der Wasserversorgung). Hierfür kommen Regionalisierungsverfahren zur Anwendung (Bei der aktuel-

len Ausweisung wurden in Abhängigkeit von der Messstel- Überwachung landwirtschaftlicher Landnutzungen und lendichte und –verteilung die deterministischen Verfahren

Überwachung aller Landnutzungen sowie die Daten des Zeitraums 2018 bis 2021, vereinzelt 2022. Der verwendete Nitratmittelwert wird nach Vorgabe der AVV

GeA aus den jährlichen Maximalwerten gebildet. Trinkwassergewinnungsanlagen mit einer Entnahmemenge größer 100 m3. Schritt 3: Gibt es zusätzlich belastete Einzugsgebiete von Trinkwasser- und Heilquellengewinnungen? Alle Messstellen des Ausweisungsmessnetzes sind hydrogeologisch dem oberflächennächsten, wasserwirtschaftlich Wenn an mindestens einer Wasserfassung oder einer zu bedeutsamen Grundwasserleiter zugeordnet. Das Auswei- überwachenden Messstelle eines Einzugsgebietes von Wassungsmessnetz wird im Rahmen der kontinuierlichen Ver- sergewinnungsanlagen Nitratkonzentrationen im Rohwasdichtung des WRRL-Messnetzes in den nächsten Jahren auf ser von über 50 mg/l oder mit mindestens 37,5 mg/l und mindestens eine Messstelle je 50 km2 erweitert. steigendem Trend vorliegen, werden diese Einzugsgebiete

als belastet bewertet und in die Gebietskulisse zusätzlich Vier Grundwasserkörper sind im Bereich des Stadtgebietes aufgenommen (Karte 23). belastet (Karte 22) und werden in den folgenden Schritten weiter betrachtet. Schritt 4: Welche landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen mit mindestens 20 % im belasteten Gebiet? Schritt 2: Gibt es in belasteten Grundwasserkörpern unbelastete Teilbereiche? An den Grenzen der roten Gebiete gilt, dass eine landwirt- schaftlich genutzte Fläche, die mit mindestens 20 % im be- Innerhalb der zu betrachtenden Grundwasserkörper wird lasteten Gebiet liegt, mit ihrer Gesamtfläche in die Kulisse ein- die Ausdehnung der Belastung im Grundwasser ermittelt, bezogen wird. Liegen weniger als 20 % der Fläche im belas- sodass unbelastete Teilbereiche herausgenommen werden teten Gebiet, fällt die Fläche als Ganzes heraus (Abbildung 5). können (Karte 23). Hierzu werden die Punktinformationen 1 1 BlaueB Llainuiee :L Ginrieen: Gzer ednezre b deelars bteetleanst Ketuelnis sKeulisse 22 22 ≥ 20%≥ 2d0e%r l adnedrw lairntsdcwhiartfstlcichhaeftnli cFhläecnh Fel äinc hdee rin K duelirs sKeu lisse 2 2 11 11 GesaGmetfsläacmhtefl äimch reo itmen r oGteebni eGtebiet 33 33 < 20%< 2d0e%r l adnedrw lairntsdcwhiartfstlcichhaeftnli cFhläecnh Fel äinc hdee rin K duelirs sKeulisse 3 3 GesaGmetfsläacmhtefl äiscth nei cishtt nimic hrot itmen r oGteebni eGtebiet 44 44 NichtN laicnhdtw lairntsdcwhiartfstlcichhaeft lFiclähceh Fel:äche: 4 4 GrenGzer ernoztees r Goteebsi eGtebiet Abbildung 5: Abgrenzung der Ränder (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL, verändert, Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung; Lizenz: CC BY 4.0) Daten zur Nürnberger Umwelt

Abbildung 28

Die Gebietskulisse ist im "integrierten Bayerischen Land- Die Düngeverordnung legt daher fest, dass in Gebieten mit wirtschaftlichen Informations-System (iBALIS)" des Baye- eutrophierten Gewässern, zusätzliche Anforderungen für rischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft die Landbewirtschaftung gelten, wenn der Phosphoreintrag und Forsten unter anderem im "Kartenviewer Agrar" im aus landwirtschaftlicher Nutzung einen Anteil von mind. Internet veröffentlicht. Spätestens alle vier Jahre wird die 20 % am Gesamt-Phosphoreintrag hat ("eutrophierte", bzw. Gebietskulisse anhand aktualisierter Nitratmesswerte über- gelbe Gebiete). Zur Verringerung des Phosphoreintrags aus prüft und angepasst. anderen Quellen wie Kläranlagen gibt es davon unabhängig ebenfalls Auflagen und Programme. Die in den roten Gebieten erforderlichen landwirtschaftlichen Maßnahmen werden im Kapitel 1.1.7.1 behandelt. Im Bereich des Stadtgebietes Nürnberg wurden keine eutrophierten (gelben) Gebiete ausgewiesen. Die Systematik der Ausweisung ist auf den Internetseiten von LfU und LfL

Ausweisung der eutrophierten Gebiete zum 30.11.2022

erklärt [25]. Flüsse und Seen reagieren empfindlich auf Nährstoffeinträge, insbesondere auf Phosphorverbindungen. Wird zu viel Phosphor in Flüsse und Seen eingetragen, verändern sich diese Ökosysteme. Pflanzen und Tiere werden beeinträchtigt. Dann bezeichnet man ein Gewässer als "eutrophiert".

1.1.7 Maßnahmen in der Landwirtschaft für den Gewässerschutz

1.1.7.1 Optimierung der Düngung

(Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) – Andrea Spirkaneder)

Gesetzliche Regelungen der Düngeverordnung Herausforderungen beim Intensivgemüseanbau im

Knoblauchsland

Die Düngeverordnung wurde im Jahr 2017 novelliert, um den Zielen von Umwelt- und Gewässerschutz gerecht zu Im Stadtgebiet Nürnberg konzentrieren sich die roten, d.h. werden. Die Verordnung regelt die gute fachliche Praxis bei nitratbelasteten, Flächen auf das Knoblauchsland und den der Anwendung von Düngemitteln und anderen Stoffen, Stadtteil Mühlhof (vgl. Kapitel 1.1.5). Für das kleinstruktudurch die Nährstoffe auf landwirtschaftlich genutzte Flächen rierte Knoblauchsland mit intensivem Gemüseanbau ist es ausgebracht werden und soll stoffliche Risiken dadurch ver- daher notwendig, praxistaugliche Lösungen zur Hand zu mindern. Als wesentlicher Bestandteil der Verordnung wurde haben, um die Ziele der Düngeverordnung zu erreichen die exakte Berechnung des Düngebedarfs an Stickstoff und und gleichzeitig Erträge und Qualitäten der erzeugten Pro- Phosphat einer Kultur eingeführt. Ziel ist es dabei, nicht nur dukte sicherzustellen. Denn vor allem für Gemüsekulturen die Nährstoffbedürfnisse der Kulturen zu betrachten, son- birgt eine verminderte Stickstoffdüngung Risiken: Viele Gedern auch standörtliche Bedingungen miteinzubeziehen, die müsekulturen benötigen in kurzer Zeit eine hohe Menge sich auf das Nährstoffangebot auswirken. Neben der Stick- an Stickstoff, um entsprechende Erträge und Qualitäten zu stoffmenge beispielsweise, die jede Kultur für eine optimale erzielen. Hat ein Betrieb in seinem Anbausortiment viele Entwicklung benötigt, wird hierbei unter anderem berück- starkzehrende Kulturen wie z.B. Brokkoli, Blumenkohl und sichtigt, wieviel pflanzenverfügbarer Stickstoff (N ) bereits weitere Kohlarten, so ist die ausreichende Ernährung seiner min im Boden vorhanden ist. Auch fließt mit in die Berechnungen Kulturen bei einer reduzierten Düngung in den roten Gebieein, wieviel aus zuvor angebauten Kulturen oder Zwischen- ten eine Herausforderung. Der intensive Anbau bringt mit früchten nachgeliefert wird und welche Menge an Stickstoff sich, dass auf einer Fläche nicht nur eine Kultur pro Jahr angegebenenfalls durch Ernterückstände der vorangegange- gebaut wird, sondern üblicherweise zwei bis drei Kulturen nen Kultur wieder zur Verfügung stehen. Der ermittelte Dün- aufeinander folgen. Demzufolge ist eine intensive Düngung gebedarf stellt dabei eine standortbezogene Obergrenze dar. notwendig, was auch mit erhöhtem Management sowie Zeit und Kosten für die N -Beprobung einhergeht, da vor min Im Jahr 2020 trat erneut eine überarbeitete Version der Dünjeder Kultur eine Untersuchung des N -Gehaltes erfolgt. min geverordnung in Kraft, die insbesondere in mit Nitrat oder Phosphat belasteten Gebieten weitere Maßnahmen vorgibt. Eine Nmin Untersuchung stellt stets nur eine Momentauf- In diesen roten und gelben Gebieten gelten zusätzliche Aufla- nahme dar, der Gehalt an verfügbarem Stickstoff im Boden gen bezüglich Bewirtschaftung und Düngung, um Nährstoff- kann sich schnell ändern. Das ist zum einen darauf zurückeinträge in die Umwelt, wie z.B. Nitratauswaschung, weiter zuführen, dass in Abhängigkeit von Temperatur und Bodenzu reduzieren. In den roten Gebieten ist die wohl größte He- feuchte durch Mineralisation von organischer Bodensubsrausforderung eine reduzierte zulässige N-Düngeobergren- tanz pflanzenverfügbarer Stickstoff freigesetzt wird. Zum ze: Im Durchschnitt der roten Flächen ist der Stickstoffdün- anderen fallen im Gemüseanbau je nach Kultur große Mengebedarf um 20 % zu kürzen, d.h. nur maximal 80 % des gen an Ernterückständen an, die auf dem Feld verbleiben errechneten Düngebedarfs an Stickstoff kann dort gedüngt und die darin enthaltenen Nährstoffe wieder frei geben. werden. Eine weitere Maßnahme in den roten Gebieten stellt Diese können für nachfolgende Kulturen wieder genutzt eine häufigere Ermittlung des aktuell verfügbaren Stickstoffs werden, Menge und Zeitpunkt der Nährstofffreisetzung im Boden (Nmin) dar. Sperrfristen, innerhalb denen das Aus- lässt sich aber nicht beeinflussen und ist ebenso witterungsbringen von Düngemitteln nicht gestattet ist, ziehen sich hier abhängig, so dass es zu Stickstoffpeaks im Boden kommen über einen längeren Zeitraum. Um eine Schwarzbrache über kann. Ähnliches gilt für das Ausbringen von organischen die Wintermonate zu vermeiden ist zudem der Anbau einer Düngemitteln wie z.B. Festmist oder Kompost. Umgekehrt Zwischenfrucht in den roten Gebieten verpflichtend, sofern kann bei den vorwiegend sandigen Böden im Knoblauchdie Ernte der Kultur vor Oktober erfolgt und damit die Zwi- sland ein Starkregenereignis leicht dazu führen, dass erhebschenfrucht noch genügend Zeit zur Etablierung hat. Durch liche Mengen an Nitrat aus dem Boden ausgewaschen werdie Bodenbedeckung und Durchwurzelung durch die Zwi- den, die dann der Kultur nicht mehr zur Verfügung stehen schenfrucht kann so ein Beitrag zur Reduzierung der Nähr- und potenziell ins Grundwasser gelangen. stoffauswaschung über den Winter geleistet werden.

Der Gemüseerzeugerring Knoblauchsland e.V. unterstützt auch die Bodenstruktur und die Wasserspeicherkapazität die Betriebe unter anderem bei der Düngeplanung und dem des Bodens, sodass Auswaschungsverluste von Nährstoffen Düngemanagement. Als Dienstleister erarbeiten sie z.B. die reduziert werden. Im Knoblauchsland waren humusreichere Düngebedarfsermittlungen für die Betriebe und helfen da- Flächen weniger anfällig gegenüber den Auswirkungen von bei, die rechtlichen Vorgaben umzusetzen. Auf der Basis Starkregen, trotz reduzierter Düngung kam es hier nicht langjähriger Erfahrungen in der Region können sie darüber zu einem Stickstoffdefizit im Boden. Eine Erhöhung des hinaus Empfehlungen für eine grundwasserschonende Be- Humusgehalts kann z.B. durch den Anbau von Zwischenwirtschaftung geben. Zudem verfügt der Erzeugerring über früchten sowie den Einsatz von Kompost oder Festmist im ein zugelassenes Nitratlabor, in dem Bodenproben schnell Rahmen der Düngeverordnung erreicht werden. und ohne aufwändigen Versand vor Ort im Knoblauchsland Im Projekt konnte gezeigt werden, dass vor allem in den auf ihren Nitratgehalt untersucht werden können. Das er- Sommermonaten Stickstoff eingespart werden konnte. möglicht auch ein schnelles Ergebnis, was notwendig ist, Aufgrund der höheren Mineralisierung in dieser Zeit erfolgt wenn zwischen der Ernte und Aussaat oder Pflanzung zweieine höhere Stickstoffnachlieferung, die bei Kulturen mit er Gemüsekulturen nur wenige Tage liegen und die verfüglängerer Standzeit wie z.B. Knollensellerie ausgenutzt werbare Stickstoffmenge vor der folgenden Gemüsekultur erden kann. Aber auch Kulturen mit kurzer Standzeit, wie z.B. mittelt werden muss. Salat, kamen als zweite Kultur im Jahr lediglich mit einer Grunddüngung aus, eine Kopfdüngung war aufgrund der

Erkenntnisse aus dem MuD-Projekt zur Optimierung

hohen Nachlieferung aus den Ernterückständen der Vor-

der Stickstoffdüngung

kultur nicht notwendig (vgl. Abbildung 7). Selbst bei der Für das Modell und Demonstrationsvorhaben „Optimierung starkzehrenden Kultur Brokkoli als Folgekultur nach Brokder Stickstoffdüngung im Freilandgemüsebau“ (für weitere koli konnte auf 100 kg N/ha verzichtet werden bei gleichem Informationen siehe Grundwasserbericht 2017, S. 120-121 Ertragsniveau. Ein geringerer Stickstoffüberschuss im Boden [12]) wurden in der Modellregion Knoblauchsland verschie- nach der Ernte war jeweils der Fall. Kaum Einsparpotential dene Testversuche hinsichtlich einer Optimierung der Dün- wurde dabei bei frühen Kulturen im Jahr aufgrund geringung durchgeführt und mit den Modellbetrieben entspre- gerer Bodenaktivität festgestellt. In einem Versuch sank die chende Maßnahmen zu diesem Thema ausgearbeitet. Eine Erntequote bei Brokkoli als Erstkultur, einer 20 % reduzier- Errungenschaft des Projektes war auch die Zulassung eines ten Düngung und einem Starkregenereignis (ca. 70 mm) Nitratschnelltests für den Gemüseanbau in Bayern (vgl. Ab- auf nur 55 %. Das Stickstoffeinsparpotential ist somit stark bildung 6). Der Schnelltest wurde im Projekt validiert und abhängig vom Anbauzeitpunkt, der Vorkultur sowie von dessen Ergebnisse anhand zahlreicher Bodenproben mit der Witterung. Da auf Witterungsereignisse kein Einfluss den Ergebnissen verschiedener Labore verglichen. Neben genommen werden kann, diese aber stark die Stickstoffdem Nitratlabor des Gemüseerzeugerrings bietet seitdem verfügbarkeit und -auswaschung beeinflussen, besteht hier diese Methode eine weitere Möglichkeit, den aktuellen Ge- lediglich die Möglichkeit, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, halt an Nitrat im Boden zeitnah zu erfahren. Der Schnelltest d.h. die Stickstoffgaben aufzuteilen, stabilisierte N-Dünger kann vom Betrieb selbst vor Ort durchgeführt werden, ein zu verwenden und langfristig Humus aufzubauen. Ergebnis erhält er innerhalb kürzester Zeit. Somit wird es Nicht zuletzt kann die Vermarktungsform von Wurzel- und erleichtert, auch während der Kulturzeit den Nitratgehalt Knollengemüse einen bedeutenden Aspekt darstellen: Ein im Boden zu bestimmen und die Aufteilung der Düngegadunkles Grün am Produkt signalisiert zunächst Frische, ben darauf abzustimmen oder gar Teildüngungen ganz einjedoch geht dies nicht ohne zusätzlichen Stickstoff. Erste zusparen im Falle einer ausreichenden Nitratverfügbarkeit Mangelerscheinungen beginnen oft an den Blättern bzw. im Boden. Diese kulturbegleitende Düngung stellte sich im dem Laub, ohne dass dabei die Qualität des Hauptproduk- Projekt als wichtige Maßnahme einer Optimierung heraus. tes leidet (vgl. Abbildung 8). Wird nur das Hauptprodukt, Damit einher geht auch das Splitten von Düngegaben auf d.h. die Knolle oder Wurzel z.B. von Knollensellerie, Kohlmehrere Termine. So kann besser auf die Kulturentwicklung rabi, Radieschen oder Möhre vermarktet, so kann bis zu eingegangen werden und Puffer können zurückgehalten 40 kg N/ha eingespart werden. Ein Knollensellerie beispielswerden, die im Falle eines Starkregenereignisses verwendet weise, der im Projekt 20% weniger Stickstoff erhielt, erwerden können. brachte nach einem Starkregenereignis zwar marktfähige Erträge und Qualitäten, allerdings konnten die Knollen auf- Speziell für die sandigen Böden im Knoblauchsland wurde grund einer Aufhellung des Laubs und den Anforderungen auch die Bedeutung der Humusgehalte herausgearbeitet: des Handels nicht mehr mit Grün vermarktet werden. Hier Zum einen führen höhere Humusgehalte zu einer höheren sind besonders der Handel und die Verbraucher gefragt. Stickstoffnachlieferung, zum anderen verbessern sie aber

Abbildung 29

Zusammenfassung und Ausblick

Die Betriebe im Knoblauchsland müssen sehr hohe Anforderungen an die Düngung und Flächenbewirtschaftung erfüllen. Erfahrungen unter anderem aus dem MuD Projekt zeigen, dass eine bedarfsgerechte und reduzierte Stickstoffdüngung gelingen kann sofern keine Wetterextrema auftreten. Ein Mehraufwand für die Betriebe und ein höheres Risiko von Ernteausfällen ist damit dennoch verbunden und die Gefahr der Nitratauswaschung lässt sich in einem Intensivgemüsebaugebiet nicht vollständig vermeiden. Die Ziele des Grundwasserschutzes können vor allem dann erreicht werden, wenn langfristige Maßnahmen zum Einsatz kommen, die konsequent umgesetzt werden.

Abbildung 6: Equipment zur Bodenprobenahme und Aufbe-

reitung für den Nitratschnelltest (Quelle: Bayerische Landesan- Neue Technologien im Bereich Digitalisierung und Sensorik stalt für Weinbau und Gartenbau; LWG) könnten dazu beitragen, die Stickstoffdüngung weiter zu präzisieren. Die teilflächenspezifische Düngung beispielsweise, bei der die Bodenheterogenität einer Fläche und ggf. unterschiedliche Wachstumsentwicklungen berücksichtigt werden können, ist bereits für landwirtschaftliche Kulturen wie Getreide verfügbar. Mithilfe von Sensoren, die die Lichtreflexion, abhängig vom Chlorophyllgehalt der Pflanzen, messen, wird dabei die unterschiedliche Stickstoffversorgung abgeschätzt [26]. Für den Gemüsebau jedoch steht diese Methode derzeit noch nicht in geeigneter Weise der Praxis zur Verfügung. Denn während z.B. auf großflächigen Getreideflächen mit einheitlicher Sortenwahl die Blattfärbung auf die Stickstoffversorgung zurückgeführt werden kann, ist das beim kleinstrukturierten Gemüsebau mit großer Vielfalt, wie er vor allem auch im Knoblauchsland zu finden ist, eine größere Herausforderung. Auf kleinen Flächen werden verschiedene Kulturen und unterschiedliche Sorten kultiviert, die von Grund auf bereits unterschiedliche Blattfärbungen Abbildung 7: Düngeversuch im Eissalat (Quelle: Bayerische aufweisen. Eventuell kann in Zukunft mit entsprechender Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau; LWG) Technik gerechnet werden, so widmet sich z.B. das Projekt „GeoSenSys“ der Universität Geisenheim derzeit der teilflächenspezifischen Düngung und Bewässerung im Gemüsebau mithilfe eines neuronalen Netzes und dem Ziel, diese Technik sorten- und standortunabhängig einsetzen zu können [27].

Abbildung 30

Abbildung 31

Neben dieser Technologie könnte auch der Einsatz von Bodensensoren, die eine einfache und zeitlich hochaufgelöste Echtzeitmessung der pflanzenverfügbaren Stickstoffmenge im Boden erlauben, dazu beitragen, die Düngung optimal auf das vorhandene Stickstoffangebot abzustimmen und damit Überschüsse zu vermeiden. Entsprechende Produkte sind derzeit allerdings ebenfalls noch nicht marktreif.

Abbildung 8: Stellenweise Aufhellung des Sellerielaubes bei

reduzierter Stickstoffdüngung (rechte Hälfte) nach Starkregen (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau; LWG)

1.1.7.2 Vorgaben und Entwicklungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

(Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim – Josef Hofbauer)

Allgemeines zu Pflanzenschutzmittelbelastungen im mitteln (SUR) zielt auf eine Reduzierung der Nutzung von

Grundwasser PSM ab, weniger auf ein Verbot von Stoffen [29]. Weitere

EU-Vorschriften zur Thematik Pflanzenschutzmittel grei- Belastungen von Grundwasser durch Pflanzenschutzmittel fen unterschiedliche Aspekte auf: Die Verordnung (EG) Nr. (PSM) und deren Metaboliten (Abbauprodukte) stellen eine 1107/2009 regelt die Prüfung und Zulassung von Pflanzenbundesweite Problematik dar. So beinhaltet der Themenbeschutzmitteln und ihren Wirkstoffen sowie weitere Fragen richt Pflanzenschutzmittel II des Niedersächsischen Landeswie Parallelimporte, Kontrollen oder Aufzeichnungspflichbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vom ten. Die Richtlinie 2009/128/EG enthält Vorschriften über April 2020 zu Wirkstoffen und Metaboliten im Grundwasser die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Verdes Landes Niedersachsen [28] folgende Kernaussage: „Auf pflichtung der Mitgliedstaaten, nationale Aktionspläne zur Basis aller untersuchten bzw. ausgewerteten Messstellen nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu bleiben 39,1 % ohne PSM-Nachweis, bei 12,7 % der Messverabschieden. Die Verordnung (EG) Nr. 1185/2009 verstellen werden Wirkstoffe (WS) oder relevante Metaboliten pflichtet die Mitgliedstaaten, Daten über den Absatz und (rM) nachgewiesen und bei insgesamt 48,2 % der Messdie Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu erheben und stellen werden Nachweise nicht relevanter Metaboliten (nrM) an die Europäische Kommission zu übermitteln. Die Richtligeführt.“ Weiter wurde festgestellt, dass 52 % der häufigsnie 2009/127/EG schreibt vor, dass neue Pflanzenschutzgeten nachgewiesenen Wirkstoffe nicht mehr (aber früher räte bestimmte europäische Normen erfüllen müssen und durchaus) zugelassen waren. Die Anwendung solcher Pflankünftig mit den CE-Kennzeichen zu versehen sind. zenschutzmittel liegt also bereits eine Zeit zurück. Somit handelt es sich bei diesen Wirkstofffunden im Grundwasser Die wesentlichen nationalen Regelungen in Deutschland sind dem Grunde nach um Altlasten und sie belegen die Lang- das Pflanzenschutzgesetz, die Pflanzenschutz-Geräteverlebigkeit (Persistenz) dieser Stoffe in der Umwelt. ordnung, die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung, die Pflanzenschutzmittelverordnung, die Pflanzenschutz-Sach- So haben auch die Untersuchungsergebnisse des Sonderkundeverordnung, die Pflanzenbeschauverordnung, die Anmessprogrammes des staatlichen Wasserwirtschaftsamtes baumaterialverordnung sowie die Bienenschutzverordnung. Nürnberg (vgl. Kapitel 1.1.4) ein ähnliches Bild ergeben. Bei den nachgewiesenen PSM-Wirkstoffen sind ca. 40 % nicht Generell gilt im Pflanzenschutzmittelrecht, dass das Verfahmehr zugelassen. PSM-Wirkstoffe, deren Gehalte in den ren zur Zulassung eines Pflanzenschutzmittels auf EU- oder Grundwasserproben Grenz- oder Orientierungswerte über- Bundesebene auch die möglichen Auswirkungen auf das schreiten, sind zu 15 % nicht mehr zugelassenen. Grundwasser erfasst. So ist die Zulassung nur möglich, wenn die voraussichtliche Konzentration von nicht relevanten Me- Rechtliche Vorgaben für den Einsatz von Pflanzen- taboliten (nrM) im Grundwasser < 10 μg/l bleibt. Bei der Zu-

schutzmitteln lassung ist für die Risikobewertung für das Grundwasser die

maximale Jahresdurchschnittskonzentration im Sickerwasser Das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, die Anunter ungünstigen, jedoch realitätsnahen Randbedingungen wendung von Pflanzenschutzmitteln sowie der Schutz von maßgeblich. Zulassungen werden nur erteilt, wenn Einträge Mensch, Tier und Umwelt vor schädlichen Einwirkungen des Wirkstoffes (WS) und der relevanten Metaboliten (rM) durch Pflanzenschutzmittel ist durch eine ganze Reihe von von ≥ 0,1 µg/l in das Grundwasser bei sachgerechter und rechtlichen Regelungen sowohl auf EU- als auch auf natiobestimmungsgemäßer Anwendung ausgeschlossen werden naler Ebene geregelt. können. Für die nicht relevanten Metaboliten (nrM) muss die über Simulationen oder Lysimeterstudien ermittelte maxima- Gegenüber früheren Jahrzehnten, in denen vor allem die le Jahresdurchschnittskonzentration unter 10 µg/l liegen [30]. gesicherte Lebensmittelversorgung im Vordergrund stand, wurden die rechtlichen Vorgaben erheblich verschärft und Allgemein fallen durch die in den Zulassungsverfahren imdie Auswirkungen auf Mensch und Umwelt rückten vermer enger werdenden Spezifikationen im Pflanzenschutz stärkt in den Fokus. immer mehr Pflanzenschutzmittel für Sonderkulturen aus. Auf breiter Front stehen deshalb schon jetzt gerade beim Die EU-Kommission hat sich im Rahmen des „Green Deal“ Gemüseanbau keine geeigneten/zugelassenen Pflanzenzum Ziel gesetzt, den Pestizid-Einsatz auf den Äckern der schutzmittel mehr zur Verfügung. Zudem nimmt aus die- EU bis 2030 zu halbieren. sen, wie auch aus wirtschaftlichen Gründen die Tendenz zu, Der aktuelle EU-Kommissions-Entwurf einer neuen Verord- dass Hersteller von Pflanzenschutzmitteln, für viele dieser nung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutz- Kulturen keine Zulassungen für Pflanzenschutzmittel mehr

beantragen. Denn durch die Spezifikationen sind die Ab- Land, Roth, das Landesprogramm BioRegio Bayern 2030, satzmengen im Verhältnis zum Entwicklungsaufwand oft im Zuge dessen die Öko-Fläche in Bayern bis zum Jahr 2030 zu klein. auf 30 Prozent steigen soll, oder auch die Einführung des bayerischen Bio-Siegels, aber auch die Ausweisung von Ausgleichsflächen als Folge des Ausbaus der Gewächshaus-

Landwirte sind in Bezug auf den Pflanzenschutzmit-

flächen im Knoblauchsland. Zudem hat die Absatzgenostel-Einsatz u.a. zu folgenden Maßnahmen verpflichtet: senschaft Franken-Gemüse Knoblauchsland eG aktuell eine Die Allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschut- Schwestergenossenschaft Franken-Gemüse Bio eG mit der zes, welche seit 2014 EU-weit verpflichtend anzuwenden Marke „GemüseWert- Bio von hier mit dir“ gegründet. sind, beinhalten eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechni- In den neuen, großen, modernen Gewächshausanlagen ist scher, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechni- aufgrund der permanenten Ernte und der optimalen Steuscher Maßnahmen die Anwendung von chemischen Pflan- erung fast kein chemischer Pflanzenschutz mehr möglich zenschutzmitteln auf das notwendige Maß begrenzt wird. oder nötig. Der Insektizideinsatz wurde fast komplett durch Vorbeugende Maßnahmen wie die Auswahl standortge- Nützlingseinsatz ersetzt. Aus den Gewächshausflächen finrechter Anbausysteme, Kulturarten und Fruchtfolgen haben det außerdem aufgrund der geschlossenen Kultursysteme Vorrang vor Bekämpfungsmaßnahmen. Alle Pflanzenschutz- kein Wirkstoffaustrag mehr statt. maßnahmen sind standort-, kultur- und situationsbezogen durchzuführen, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist auf das notwendige Maß zu beschränken.

Abbildung 32

Nach geltendem Fachrecht und den Richtlinien zum integrierten Pflanzenbau ist eine sogenannte Ackerschlagkartei zu führen, u.a. mit Aufzeichnungen zum Pflanzenschutz. Diese Aufzeichnungen werden im Rahmen der sogenannten Cross-Compliance-Kontrollen durch die Landwirtschaftsverwaltung kontrolliert. Für Mittelfranken ist zentral das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg i.Bay. für Fachrechts- und Förderkontrollen zuständig.

Im speziellen sind für das Gemüsanbaugebiet Kno-

blauchsland im Hinblick auf den sparsamen Pflanzen-

schutzmitteleinsatz außerdem folgende zusätzlich

ergriffene Maßnahmen und Aspekte zu nennen:

Der Gemüseerzeugerring Knoblauchsland e.V. verfolgt seit

Abbildung 9: Befallsprognose mittels Farbtafeln (Quelle: Amt

Jahren eine sogenannte To-do-Liste zur Vermeidung kriti- für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenscher Stoffe im Gemüsebau. Alle an den Lebensmittelein- heim) zelhandel oder an die Franken-Gemüse Knoblauchsland eG liefernden Betriebe in der Stadt Nürnberg sind einem Qualitätssicherungssystem (QS), z.B. QS-GAP, angeschlossen. In den QS-GAP-Richtlinien heißt es unter anderem: „Erzeuger Der Lebensmitteleinzelhandel als Hauptabnehmer von Genehmen am QS-Rückstandsmonitoring nach Vorgabe des müse aus dem Knoblauchsland ist grundsätzlich an einer Leitfadens Rückstandsmonitoring Obst, Gemüse, Kartoffeln Minimierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes interessiert. teil. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung des Bündlers Ziel ist es, bei den sogenannten „kleinen Kulturen“, also (z.B. Absatzgenossenschaft, Großhändler). Die Probenahme Produkte mit geringeren Verkaufsmengen als Hauptkultukann jederzeit unangekündigt durch autorisierte Probeneh- ren wie Tomaten oder Gurken, nur noch eine Sorte anzumer erfolgen. Dem Probenehmer muss während der üblichen bieten und dann diese aus biologischer Produktion zuzu- Betriebszeiten Zugang zu den Flächen, Lagern, Verkaufsein- kaufen. richtungen und Transportmitteln gewährt werden.“

Im Knoblauchsland steigt darüber hinaus die Fläche von Grün- und Blühstreifen und Ausgleichsflächen, auf denen keinerlei Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt, seit Jahren signifikant an. Ebenso steigt auch der Anteil an biologisch bewirtschafteten Flächen. Einen Beitrag hierzu leisten die Einrichtung der Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger

Fazit Verbesserungen bei der Belastungssituation mit Pflanzen-

schutzmitteln im Grundwasser kommen trotz all der vor- Zunächst muss festgehalten werden, dass ohne Pflanzengenannten positiven Entwicklungen in Bezug auf den Pflanschutzmittel auf der zur Verfügung stehenden landwirtzenschutzmitteleinsatz derzeit möglicherweise noch nicht schaftlichen Nutzfläche in Deutschland deutlich weniger Levoll zum Tragen. Denn die genannten Maßnahmen haben bensmittel erzeugt werden könnten. Nicht zuletzt deshalb erst Anfang der 90er Jahre allmählich begonnen und hadürfen auch im ökologischen Anbau bestimmte Pflanzenben sich erst in den letzten 10 Jahren massiv verstärkt. Verschutzmittel eingesetzt werden. änderungen bzw. Verringerungen der Rückstandsmengen Auf Grund der verschärften rechtlichen Vorgaben, aber erfolgen aufgrund der Persistenz (Langlebigkeit) der Stoffe auch durch die veränderten gesamtgesellschaftlichen Rah- teilweise nur sehr träge. menbedingungen besteht bei der weit überwiegenden In Zukunft ist also aus all den dargestellten Entwicklungen Zahl der Gemüsebaubetriebe ein hohes Maß an Sensibilität in jedem Fall mit einer Verminderung des unerwünschten und Verantwortungsbewusstsein beim Einsatz chemischer Eintrags zu rechnen. Pflanzenschutzmittel. Wo immer möglich, wird heute ganz darauf verzichtet. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Dazu trägt auch der technische Fortschritt vor allem durch die Digitalisierung bei.

Abbildung 33

Abbildung 34

Abbildung 10 links: Septoria-Blattfleckenkrankheit an Sellerie

Abbildung 11 rechts: Schädlingsbekämpfung durch Nützlingseinsatz im Gewächshaus

(Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim)

1.1.8 Nachsorgender Grundwasserschutz

1.1.8.1 Altlastenbearbeitung

Beginn der Altlastenbearbeitung in Nürnberg ten Altablagerungen wurde eine altlastentechnische Gefährdungsabschätzung durchgeführt und ggf. erforderliche Die Wirtschaftsstruktur Nürnbergs war seit Beginn der In- Sanierungs-, Sicherungs- und Monitoringmaßnahmen eindustrialisierung durch Betriebe des metallbe- und verarbeigeleitet. Aufgrund von neuen Erkenntnissen zur Schadstofftenden Gewerbes geprägt. So wurden u.a., betriebsbedingt, situation und im Rahmen von städtebaulichen Planungen in den Firmen seit Anfang der 1950er Jahre leichtflüchtige war es z.T. erforderlich, die vorhandenen Überwachungshalogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) als Entfettungsund Sicherungssysteme an die aktuellen Entwicklungskonund Lösemittel eingesetzt. Der Umsatz mit diesen Stoffen zepte anzupassen (vgl. Grundwasserbericht 2017 [12] Kawar enorm. In den Jahren 1960 – 1980 belieferte ein in pitel 5.1.5). Nürnberg ansässiger Chemiehandelsbetrieb die Industrie mit jährlich ca. 13.000 Tonnen LHKW. Mit Hilfe der drei Projekte – Betriebsüberprüfungen, flächenhafte Untersuchung der Grundwasserqualität und Bei der Stadt Nürnberg wurde Mitte der 1980er Jahre mit Erkundung von Altablagerungen – wurden erste wichtige der systematischen Altlastensachbearbeitung begonnen. Erkenntnisse zur Schadstoffsituation im Stadtgebiet gewon- Ab 1985 erfolgte durch die Mitarbeiter des Umweltamtes nen und der Grundstein für eine systematische Altlastendie gezielte Überprüfung von umweltrelevanten Gewerbesachbearbeitung gelegt. betrieben (z.B. Metallverarbeitung, Chemische Reinigungen etc.). Zwischen 1986 und 1996 wurden ca. 750 Betriebe Anfang der 1990er Jahre wurde die Kennzeichnungspflicht kontrolliert, die LHKW einsetzten oder in der Vergangen- von „Flächen mit erheblichen Bodenverunreinigungen“ im heit verwendet hatten. Ziel war es die Umgangsbereiche zu Rahmen der Bauleitplanung im BauGB verankert. Auf Grundlokalisieren, sowie aufgrund der Gegebenheiten des Einzel- lage dieser baugesetzlichen Vorgabe wurde in Nürnberg eine falles (Örtlichkeiten, Verbrauch, Sicherheitsvorkehrungen systematische Erfassung aller altlastenrelevanten Flächen usw.) zu beurteilen, ob mit einer potenziellen Grundwas- durchgeführt und eine Altlastendatenbank aufgebaut (vgl. sergefährdung zu rechnen ist. Bei konkreten Verdachtsmo- Grundwasserbericht 2017 [12] Kapitel 5.2). In der Altlastenmenten, wurde der Firmeninhaber bzw. der Grundstücks- datenbank der Stadt Nürnberg sind heute verschiedenste eigentümer zur Durchführung einer Altlastenerkundung umweltrelevante Datenquellen zusammengefasst. Sie beaufgefordert. inhaltet aktuell Informationen zu rund 5.500 Grundstücken im Stadtgebiet. Das Gefahrenpotenzial aus dem Einsatz von LHKW stellte sich als gravierend heraus. Mangelnde technische Schutz-

Die Altlastendatenbank der Stadt Nürnberg

vorkehrungen und ungenügende Kenntnis über die Stoffeigenschaften, verbunden mit vielfältigen Einsatzfeldern und Die Altlastendatenbank ist nicht nur eine wichtige Grundgroßen Verbrauchsmengen bestätigten bei einer Vielzahl lage für die Sachbearbeitung im Umweltamt, sondern kann von Grundstücken den Altlastenverdacht. auch Grundstückseigentümern und Informationsberechtigten Hinweise auf eine mögliche ehemalige altlastenrelevan- Weitere Erkenntnisse zur Schadstoffsituation im Untergrund te Grundstücksnutzung geben. Altlastenauskünfte werden lieferte im Jahr 1986 die erste flächenhafte Untersuchung häufig von Bürgern, Unternehmen sowie Ingenieur- und der Grundwasserqualität anhand von 144 Brunnen. Insbe- Planungsbüros im Zusammenhang mit Grundstücksverkäusondere in Stadtteilen mit historisch hoher Gewerbedichte fen, Nutzungsänderungen, Immobilienbewertungen oder konnten an zahlreichen Standorten (z.B. Betriebsbrunnen) Kreditvergaben angefragt. Diagramm 7 zeigt die hohe Nachz.T. deutlich erhöhte LHKW-Belastungen gemessen werden. frage nach Altlastenauskünften mit zuletzt rund 360 An- Andere Schadstoffe, wie beispielsweise PAK, BTEX, MKW trägen pro Jahr (2019 – 2022). oder Schwermetalle waren insgesamt von untergeordneter Bedeutung und auf einzelne Schadensstandorte begrenzt. Mit Inkrafttreten des Bundesbodenschutzgesetzes (BBodSchG) und der zugehörigen Bundesbodenschutz- und Altlasten- Darüber hinaus wurde im Jahr 1987 mit der Erfassung, Karverordnung (BBodSchV) im Jahr 1999, bestehen bundeseintierung und Untersuchung der im Stadtgebiet vorhandenen heitliche Regelungen für die Altlastenbearbeitung. Altdeponiestandorte begonnen (35 Stück). Für alle erfass-

Altlastenauskünfte

500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0

0102 1102 2102 3102 4102 5102 6102 7102 8102 9102 0202 1202 2202

Auskünfte gesamt Verdachtsflächen

Diagramm 7: Überblick über die Anzahl der Auskünfte aus der Altlastendatenbank

Aktueller Stand der Altlastenbearbeitung beim Aktuell werden im Stadtgebiet noch 52 Grundwasserreini-

Schutzgut Grundwasser gungen betrieben bzw. sind in Vorbereitung. 62 Sanierungs-

maßnahmen konnten zwischenzeitlich mit behördlicher Zu- Seit nunmehr 35 Jahren finden im Rahmen der Schadensstimmung beendet werden. fall-Sachbearbeitung Untersuchungen auf altlastenrelevanten Standorten statt. Aktuell liegen dem Umweltamt Alt- Seit 1985 wurden im Nürnberger Stadtgebiet über 5 Mio. m³ lastengutachten für rund 1.500 Grundstücke vor, auf denen Grundwasser gereinigt und alleine über den Grundwasser- Schadstofferkundungen und/oder -sanierungen durchge- pfad mehr als 230 Tonnen Schadstoffe aus dem Untergrund führt wurden. entfernt. Durch die derzeit noch aktiven Grundwassersanierungsmaßnahmen wird aktuell noch ein Schadstoffgesamt- Im Hinblick auf das Grundwassergefährdungspotenzial eraustrag von ca. 2,5 Tonnen/Jahr erreicht. Darüber hinaus folgte bei 295 Standorten eine Überprüfung von potentielwurden auf zahlreichen weiteren Standorten Boden- und/ len Schadensherden durch Grundwasseruntersuchungen. oder Bodenluftsanierungen mit Schadstoffentfrachtung Auf 114 Standorten wurde ein erhebliches Schadstoffpo- durchgeführt. tenzial nachgewiesen und eine Grundwassersanierung not- Die Grundwasserbelastungskarte in Anlage 3 gibt einen wendig. Der Parameter LHKW stellt im Stadtgebiet Nürn- Überblick über den aktuellen Stand der Grundwassergeberg mit großem Abstand die Hauptschadstoffgruppe im fährdung und der diesbezüglichen Altlastenbearbeitung Zusammenhang mit altlastenbedingten Grundwasserverun- (u.a. Grundwassersanierungsstandorte). In Kapitel 1.1.2 reinigungen dar (vgl. Tabelle 4). sind die schadstoffbezogenen Auswertungen mit kurzer Er- Die restlichen 181 Standorte zeigten entweder nur geringe läuterung dargestellt. Belastungen/Frachten, oder es war aufgrund der geologischen und hydrogeologischen Bedingungen keine effektive hydraulische Sanierung möglich. lhaznA

Parameter LHKW BTEX MKW PAK Schwermetalle PFAS Summe
73 21 9 5 5 1 114
Anzahl

Tabelle 4: Übersicht der Grundwassersanierungen, differenziert nach Schadstoffgruppen, Stand 08/2023

1.1.8.2 Auswirkungen der novellierten BBodSchV auf die Altlastensachbearbeitung

Einleitung von den vorgenannten Kriterien möglich (§ 8 Abs. 6 und 7

i.V.m. Anhang 1, Tab. 4 und 5 BBodSchV). Im Jahr 1999 wurde mit Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG) und der Bundesbodenschutz- Länderöffnungsklausel: und Altlastenverordnung (BBodSchV) der rechtliche Rahmen für den Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen und Aus Sicht des Freistaates Bayern wird besonderes Augen- Altlasten vorgegeben. Im Jahr 2001 wurde dann in Bayern merk auf die sogenannte Länderöffnungsklausel (§ 8 Abs. 8 durch das damalige Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) BBodSchV) gelegt. Demnach können die Bundesländer auch das Merkblatt 3.8/1 [4] als fachliche Bewertungsgrundlage andere Materialien, wie z.B. Bauschutt und Gleisschotter, zur zur Gefährdungsabschätzung für den Wirkungspfad Boden- Verfüllung von Gruben und Brüchen zulassen. Entsprechende Gewässer eingeführt. Regelungen zur Weiterführung des bayerischen Verfüll-Leitfadens (LVGBT) aus 2001 wurden mit Schreiben des Bayeri- Mit der seit dem 01.08.2023 in Kraft getretenen Neufassung schen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz der BBodSchV als Teil der sogenannten „Mantelverordnung“ (StMUV) vom 06.07.2023 bekanntgegeben. wurden die im Jahr 1999 erlassenen Regelungen nach mehr als zwei Jahrzehnten Vollzugserfahrung an den aktuellen Nachhaltigkeitsaspekt bei der Sanierungsuntersuchung und Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Sanierungsplanung: Zeitgleich veröffentlichte das Bayerische Landesamt für Um- Bei der Durchführung einer Sanierungsuntersuchung mit Vawelt (LfU) das novellierte Merkblatt 3.8/1 „Untersuchung und riantenstudie (§ 16 BBodSchV) zur Festlegung einer verhält- Bewertung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderun- nismäßigen Sanierungsmaßnahme (ggf. Maßnahmenkomgen – Wirkungspfad Boden-Grundwasser“ [31], das unter bination), sind neben fachlichen und technischen Aspekten Berücksichtigung der neuen gesetzlichen Regelungen fach- auch die Wirtschaftlichkeit und insbesondere die Nachhaltiglich überarbeitet und in wesentlichen Punkten ergänzt wurde. keit der Methode zu prüfen.

Probenahme:

Neuerungen der BBodSchV

Hinsichtlich der Probenahme (§ 19 BBodSchV) erfolgt eine Physikalische Einwirkungen: deutliche Aufwertung, der nach § 18 BBodSchG zertifizierten Altlastensachverständigen und Untersuchungsstellen. Die Neufassung der BBodSchV greift in § 3 Abs. 1 Nr. 3 erst- Bodenschutzrechtliche Untersuchungen sind zukünftig durch mals physikalische Einwirkungen durch mechanische Beanzugelassene Gutachter zu entwickeln, zu begründen, zu bespruchung (Bodenverdichtung) im Sinne einer schädlichen gleiten und zu dokumentieren. Die Probenahme im Gelände Bodenveränderung auf. Neu ist auch, dass die zuständige selbst, ist durch eine akkreditierte bzw. notifizierte Untersu- Behörde bei Baumaßnahmen mit einer Flächengröße von chungsstelle durchzuführen. Die strengeren Anforderungen mehr als 3.000 m² eine bodenkundliche Baubegleitung foran die Probenahme unterliegen einer fünfjährigen Überdern kann (§ 4 Abs. 5 BBodSchV). gangsfrist bis zum Inkrafttreten der Akkreditierungs- bzw. Einbringen von Material unterhalb der durchwurzelbaren Bo- Notifizierungspflicht (§ 28 Abs. 2 BBodSchV). denschicht: Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmenwerte: Eine wichtige Anpassung in der novellierten BBodSchV stellt Weiterhin wurden die Vorsorge-, Prüf- und Maßnahmender erweiterte Regelungsbereich an das Auf- und Einbrinwerte an den aktuellen Stand der Erkenntnisse angepasst gen von Materialien unterhalb oder außerhalb der durchund z.T. auch deutlich erweitert. Im Rahmen der Aktualiwurzelbaren Bodenschicht dar, so dass insbesondere auch sierung wurden zusätzliche Prüfwerte für eine Reihe von Verfüllungen von Abgrabungen und Tagebauen miterfasst chlororganischen Verbindungen sowie sechs sprengstofftysind (§ 8 BBodSchV). Grundsätzlich ist (ohne wasserrechtpischen Verbindungen (STV) und sieben per- und polyfluoliche Erlaubnis) nur der Wiedereinbau von unbelastetem rierten Alkylsubstanzen (PFAS) aufgenommen. Boden zulässig, welcher die entsprechenden Vorsorgewerte gemäß Anhang 1, Tab. 1 – 3 BBodSchV einhält und max. 2:1 Elution: zehn Volumenprozent Fremdbestandteile beinhaltet. Alternativ ist auch die Verwertung von Material der Einbauklasse Eine der größten Änderungen ergibt sich aus der Umstel- BM-0 / BG-0 gemäß Ersatzbaustoffverordnung möglich. In lung der Elutionsverfahren zur Überprüfung der Schadstoffgewissem Umfang sind unter Berücksichtigung der (hydro) löslichkeiten. Die bisherige Praxis vor August 2023 sah in den geologischen Standorteigenschaften auch Abweichungen meisten Fällen einen Schüttelversuch mit einem Wasser zu

Feststoffverhältnis von 10:1 vor (DEV S4-Verfahren). Nach die Einmischungsprognose wird die in erster Linie verbal-arder neuen BBodSchV können sowohl Säulenkurztests als gumentativ durchgeführte Sickerwasserprognose um einen auch Schüttelversuche mit einem Wasser zu Feststoffver- mathematischen Ansatz ergänzt und konkretisiert. hältnis von 2:1 durchgeführt werden, die als gleichwertig Geringe Schadstofffracht, lokal begrenzt und auf Dauer: eingestuft sind. Gemäß dem novellierten Merkblatt 3.8/1 sind für eine abschlie- Änderungen und Ergänzungen im Merkblatt 3.8/1 ßende Gefährdungsabschätzung die Verhältnismäßigkeitskriterien „geringe Schadstofffracht“, „lokal begrenzt“ und Prüfwerte (Eluate) am Ort der Probenahme: „auf Dauer“ zu berücksichtigen (vgl. § 15 Abs. 8 BBodSchV). Eine wesentliche Änderung stellt die nunmehr primäre Be- Diese drei Kriterien sollen bei der der Bewertung von Unterwertung einer möglichen Grundwassergefährdung auf Basuchungsergebnissen und bei der Entscheidung über die zu sis von Eluat-Analysen (W/F 2:1) am Ort der Probenahme treffenden Maßnahmen berücksichtigt werden. Bei deren (OdP) mit einer anschließenden Sickerwasserprognose zur Einhaltung können weitere Sanierungsmaßnahmen als un- Abschätzung der zu erwartenden Konzentration am Ort verhältnismäßig beurteilt werden. der Beurteilung (OdB) dar (vgl. Abbildung 12). Die Untersuchung von Feststoffproben ist im Vorfeld nicht mehr Das Kriterium „lokal begrenzt“ ist nicht erfüllt, wenn die zwingend vorzunehmen. Das bekannte Wertesystem von Belastung im Grundwasser den Stufe-1-Wert auf einer ho- Hilfswert-1 und -2 für Bodenfeststoffuntersuchungen ent- rizontalen Fläche von mehr als 1.000 m² überschreitet (vgl. fällt größtenteils und wird durch die Prüfwerte (Eluate) am Abbildung 13). Ort der Probenahme (OdP) ersetzt. Eine bedeutsame Neuerung ist insbesondere die Nennung Einmischungsprognose: von konkret abgeleiteten Werten für „geringe Schadstofffrachten“ (in der Einheit g/d). Die Schadstofffracht ist die Mit der Einmischungsprognose lässt sich für den obersmit dem Sickerwasser oder dem Grundwasser natürlich ten Meter des Grundwassers berechnen, ob die mit dem transportierte Schadstoffmenge pro Zeiteinheit. Sie kann Sickerwasser eingetragene Schadstofffracht aus der ungefür unterschiedliche Bezugsebenen, z.B. den Übergangssättigten Zone zu einer Prüfwertüberschreitung in der wasbereich von der ungesättigten in die gesättigte Zone, oder sergesättigten Zone führt. Über die Einmischungsprognose verschiedene vertikale Ebenen im Grundwasserabstrom bewird keine reale, sondern die sich in einer theoretischen rechnet werden (vgl. Abbildung 14). Einmischungszone (vgl. Abbildung 12) einstellende Schadstoffkonzentration abgeleitet („Rührkesselmodell“). Durch Die Schadstofffrachten im Sickerwasser bzw. im Grundwasserabstrom dürfen sich, wie die Schadstoffkonzentrationen am Ort der Beurteilung, auch zukünftig nicht maßgeblich gegenüber der aktuellen Situation bzw. der aktuellen Prognose erhöhen, um das Kriterium „auf Dauer“ einzuhalten. Hierbei muss die Argumentation hinreichend konservativ erfolgen, die getroffenen Annahmen begründet und Unsicherheiten benannt werden.

Abbildung 35

Abbildung 12: Wichtige Begriffe bei der Gefährdungsab- Abbildung 13: schematische Darstellung der horizontalen schätzung für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser Ausdehnung von Grundwasserbelastungen (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96) (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96)

Auswirkungen auf die Altlastensachbearbeitung Aufbringen von natürlichem Bodenmaterial oder der in situ- Untersuchung durch Flächenmischproben spielt das Eluat- Durch die Umstellung auf die 2:1-Elution im Labor wird Ergebnis somit nur eine untergeordnete Rolle. grundsätzlich mehr Untersuchungsmaterial für die Analytik von Bodenproben benötigt. Es ist daher davon auszugehen, Durch die Parallelität der oben genannten Verfahren und dass für die Gewinnung einer ausreichenden Bodenmenge Untersuchungsmethoden, mit z.T. unterschiedlichen Parameim Rahmen einer Altlastenuntersuchung mittels Kleinramm- terumfängen, ergibt sich aus behördlicher Sicht ein erhöhter bohrungen insgesamt mehr Aufschlüsse benötigt werden Prüfaufwand, insbesondere im Rahmen von Baumaßnahmen und somit bei der Auftraggeberseite höhere Kosten für die bzw. Nutzungsänderungen, bei denen vielfältige Fragestel- Erkundung anfallen. lungen zu berücksichtigen sind. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Auf Grundlage der neuen Regelungen nimmt u.a. der Aspekt je nach Betrachtungsweise (Bodenschutz- / Abfallrecht) der Nachhaltigkeit (§ 16 Abs. 2 BBodSchV) eine gewichtige weiterhin differierende Elutionsverfahren zulässig sind. Im Rolle bei der Verhältnismäßigkeitsprüfung ein. Folglich sind Gegensatz zur BBodSchV und Ersatzbaustoffverordnung bei der Beurteilung einer Sanierungsmaßnahme, hinsichtlich (jeweils 2:1) ist bei der Deklaration nach Deponieverord- der Dekontamination von Boden und Grundwasser, auch nung oder Bayerischem Verfüll-Leitfaden (LVGBT) weiterhin energetische und klimatische Kriterien, wie z.B. CO-Freiset- 2 die Elution mit einem Wasser zu Feststoffverhältnis von 10:1 zung und der Verbrauch von fossilen Rohstoffen, zu berückvorgeschrieben. sichtigen. Bei dieser ganzheitlichen Betrachtung ergibt sich in der Praxis eine gewisse Konkurrenz zwischen verschiedenen Für bodenschutzrechtliche Untersuchungen werden mit Schutzgütern (z.B. Grundwasser / Atmosphäre), die zukünfdem Säulenkurztest und dem Schüttelversuch zwei gleichtig verstärkt in die Verhältnismäßigkeitsprüfung mit einfließt. wertige Analysenmethoden angeboten, die ggf. zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. In der Folge ist Durch die Einführung der fachlichen Kriterien „geringe nicht auszuschließen, dass je nach Parameter das Verfahren Schadstofffracht“, „lokal begrenzt“ und „auf Dauer“ müsbevorzugt wird, welches in der Praxis zu den jeweils niedri- sen insbesondere langlaufende Grundwassersanierungsgeren Schadstoffkonzentrationen führt. maßnahmen unter Verhältnismäßigkeitsaspekten teilweise neu beurteilt werden. Abschließend sei noch erwähnt, dass im Hinblick auf die Verwertung von Bodenmaterial (Wiedereinbau) schwer- Im Rahmen der Orientierenden Untersuchung und insbepunktmäßig Feststoffuntersuchungen zur Beurteilung her- sondere der Detailuntersuchung sind i.d.R. umfangreiche angezogen werden. In Zusammenhang mit dem Ein- und Grundwasseruntersuchungen erforderlich, um eine abschließende Gefährdungsabschätzung des Wirkungspfades Boden-Grundwasser, unter Berücksichtigung der o.g. drei Fachkriterien, durchführen zu können. Folglich ist davon auszugehen, dass einerseits der Untersuchungsumfang in der Erkundungsphase durch die Errichtung von (mehreren) Grundwassermessstellen (im Schadenszentrum, sowie ggf. weitere im Ab- und Zustrom) deutlich erhöht wird. Andererseits wird durch die neue Frachtbetrachtung die „Schwelle“ für die öffentlich-rechtliche Notwendigkeit zur Umsetzung von aktiven Sanierungsmaßnahmen erhöht.

Abbildung 36

Abbildung 14: Modelhafte Darstellung der Schadstofffrach-

ten, Fr SW= Fracht Sickerwasser, Fr Zu= Fracht Zustrom (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96)

1.2 Grundwassertemperatur in Nürnberg – Geothermische Nutzung

1.2.1 Untersuchung und Überwachung der Grundwassertemperatur

Im städtischen Raum ist der Grundwasserkörper nicht nur kungen nicht mehr auswirken. Es liegen dort teilweise Zeitqualitativen und quantitativen Beeinträchtigungen (vgl. Ka- reihen über einen Zeitraum von mittlerweile 10 Jahren vor. pitel 1.1 und 1.3) ausgesetzt, sondern auch verschiedenen Eine erste Auswertung der gewonnenen Monitoringdaten belastenden Temperatureinflüssen. Das Thema Grundwas- wurde bereits im Grundwasserbericht 2017 [12] vorgestellt. sertemperatur ist erst relativ spät verstärkt in den Fokus der Parallel wurden zwischen 2015 und 2021, unter Einbezie- Grundwasserüberwachung gerückt. Ihm wird inzwischen seit hung der Daten aus dem Nürnberger Monitoringprogramm rund 15 Jahren vor allem in Städten vermehrt ein Augenmerk und mittels zahlreicher eigener Erhebungen durch die Friedgeschenkt. Gründe hierfür sind (vgl. Abbildung 15): rich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg (FAU) im

des mit wärmeabgebenden Tiefbauwerken wie Keller von Julian Schweighofer [33] am GeoZentrum Nordbayern, und v.a. Tiefgaragen, U-Bahn-Tunnel, Abwasserkanäle die Temperaturverhältnisse im Untergrund Nürnbergs ermit zunehmender Bautätigkeit und Nutzungsintensität kundet. Diesem Umstand ist zu verdanken, dass Nürnberg bereits heute einen sehr guten Gesamtüberblick über die

Wärmeverteilung im Untergrund hat. Die Ergebnisse sind in Oberflächen sowie der bodennahen Atmosphäre (Urba- Kapitel 1.2.2 zusammengestellt und die Zusammenhänge ne Hitzeinsel), verknüpft mit einer verringerten Grunderläutert. wasserneubildung, wirken sich bereits nachweislich auch bis in größere Tiefen in den Untergrund aus; auch In einer Untersuchung in Berlin in 2018 [35] wurde festgedie Klimaerwärmung durch Klimawandel und damit ver- stellt dass sich das Phänomen der Untergrunderwärmung bunden veränderte Sonneneinstrahlung verstärken die- seit einigen Jahren verstärkt. So erlangen flächendeckende sen Effekt [32]; [33] Kenntnisse über und die Überwachung der Grundwassertemperatur zunehmend an Bedeutung, vor allem im Zusam-

menhang mit der Planung von Geothermie-Anlagen, aber ratur zum Kühlen und zum Heizen (Geothermie) verauch im Zusammenhang mit dem Grundwasserschutz. Im bunden mit Temperatureinträgen Rahmen eines Monitorings lassen sich jeweils aktuelle erste

ser auf Grundwasserökologie und Wasserchemie felder im Grundwasser machen und entsprechende Grundlagen bereitstellen (Kapitel 1.2.2). So wird zum Beispiel Im Rahmen des Grundwassermonitorings der Stadt Nürn- insbesondere dort, wo auch noch in größeren Tiefen eine berg werden bereits seit 2012 in den Grundwassermessstel- deutliche Erwärmung des Grundwassers nachgewiesen ist, len des Messnetzes die Grundwassertemperaturen über das eine Nutzung des Grundwassers für Heizzwecke besonders gesamte Stadtgebiet tiefenorientiert in 5-m-Schritten gegünstig sein, dagegen sollte eine Errichtung einer Anlage messen. Dies geschieht bislang noch unregelmäßig im Zuge für Kühlzwecke in einem solchen urbanen Wärmefeld geder Messstellenüberwachung ca. alle 3 Jahre. Ergänzend nau überdacht werden. sind die meisten der 30 Datenloggermessstellen mit einem Temperaturfühler ausgestattet. Die Temperatur wird dort Die Bedarfe einer geothermischen Nutzung des Nürnbersoweit möglich in einer Tiefe von 20 m gemessen, einer Tie- ger Untergrundes steigen stetig (vgl. Kapitel 1.2.3). Das fe, in der sich die jahreszeitlichen Lufttemperaturschwan- Temperaturdelta, mit dem Wasser abgekühlt bzw. erwärmt

zurückgeführt werden darf, wird in Abstimmung mit dem Aus den vorhandenen Erkenntnissen kann für das weitere staatlichen Wasserwirtschaftsamt Nürnberg fachlich ermit- Grundwassermonitoring ein konkretes Konzept zur Übertelt und verbindlich in der wasserrechtlichen Genehmigung wachung der Grundwassertemperatur erstellt werden. festgeschrieben. Es kann grundsätzlich davon ausgegangen Wichtige Hinweise für eine Konzepterstellung liefern die werden, dass durch die genehmigten Temperatureinwir- Forschungsarbeiten des GeoZentrum Nordbayern der Friedkungen, abhängig von der hydrogeologischen Situation des rich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (GZN). Auf Grundwasserzu- und -abstroms, die Temperaturverände- Basis einer guten Zusammenarbeit zwischen dem GZN und rungen im Untergrund nur kleine Reichweiten haben. Doch der Stadt Nürnberg wird der Wissenstransfer sichergestellt. bei zunehmender Dichte der geothermischen Anlagen kann es zu Konkurrenzsituationen kommen (vgl. Kapitel 1.2.4). Daher sind regelmäßige Aktualisierungen des Kenntnisstandes im Zusammenhang mit der Planungs- und Genehmigungspraxis von zentraler Bedeutung.

Abbildung 37

Abbildung 15: Schematische Darstellung der Beeinflussung der Grundwasser-

temperatur. (Quelle: K. Menberg et.al. [34])

1.2.2 Grundwassertemperaturverteilung in Nürnberg

(GeoZentrum Nordbayern der FAU Erlangen Nürnberg – Dr. Julian Schweighofer)

Für die Stadt Nürnberg wurde von der Friedrich-Alexan- nur als Momentaufnahme gesehen werden kann und eine der-Universität Erlangen-Nürnberg im Projektzeitraum von Bodenerwärmung weiterhin stattfindet. 2015 – 2021 die urbane Wärmeinsel des oberflächennahen Untergrundes mittels eines umfassenden Grundwasser-

Einleitung

temperatur-Monitorings erkundet. Das Projekt zielte darauf ab, die räumliche und zeitliche Entwicklung dieser Tempera- Grundlagen – Thermisches Regime des Untergrundes turanomalie im oberflächennahen Aquifer zu erfassen und Der geothermische Gradient ΔT/Δz in [K/m] beschreibt die das geothermische Potenzial der oberflächennahen Boden- Temperaturzunahme innerhalb der Erdkruste von der Erdschichten auf Basis der Temperaturanomalie zu quantifioberfläche in die Tiefe. Seine Größe ist standortabhängig, zieren. Grundwasser- und Bodentemperaturen sind für geowobei im Mittel eine Temperaturzunahme von 0,3 K pro 10 m thermische Systeme eine entscheidende Größe, da sie auf auftritt [36]. Das thermische Regime der oberflächennahen den Wirkungsgrad der Anlagen Einfluss nehmen. Im Verlauf Bodenschichten wird zudem durch unterschiedliche atmodes Projektes wurden deswegen von 03/2019 bis 11/2021 sphärische und bodenspezifische Parameter, wie der Wärmean über 150 Grundwassermessstellen ganzjährig Temperastrahlung der Sonne und der Wärmeleitfähigkeit des Bodens, turmesswerte aufgenommen, anhand derer die thermische bestimmt. Boden- und Grundwassertemperaturen zeigen da- Situation des oberflächennahen Untergrundes mit bislang durch einen jahres-zeitenabhängigen Temperaturgang. Der unerreichter Genauigkeit abgeleitet werden konnte. Für den Bereich, in dem diese Temperaturschwankungen auftreten, Standort Nürnberg wurde eine thermische Anomalie festwird als „Zone der saisonalen Schwankung“ bezeichnet. Die gestellt, die weiträumig Boden- und Aquifertemperaturen Amplitude dieser periodischen Temperaturschwankungen von > 14 °C überschreitet, punktuell sind sogar Temperanimmt mit der Tiefe ab, so dass ab 10 – 20 m unter Geländeturspitzen von über 16 °C möglich. Der thermische Wäroberkante ganzjährig konstante Temperaturen zu erwarten meüberschuss der oberflächennahen Bodenschichten von 0 – 20 m unter Geländeoberkante konnte mit 1,6*10^10 MJ sind (vgl. Diagramm 8). Als anthropogen unbeeinflusste Jahbeziffert werden. Damit könnte für 1 Jahr der Wärmeener- resmitteltemperaturen der oberflächennahen Bodenschichgieverbrauch von 202.629 4-Personen-Einfamilienhäusern ten können in etwa die Jahresmittel der Lufttemperaturen gedeckt werden. Über das Langzeit-Monitoring konnte zu- angenommen werden. Für Nürnberg entspräche das etwa dem nachgewiesen werden, dass sich innerhalb des Projekt- Temperaturen von 10 – 11 °C. Jahresmitteltemperaturen von zeitraums die Boden- und Aquifertemperaturen jährlich im oberflächennahen Bodenschichten und Aquiferen, die über Mittel um 0,07 K erhöht haben. Dadurch lässt sich festhal- diesem Schwellenwert liegen, sind zumeist Folge von anthroten, dass die Urbane Wärmeinsel in ihrem aktuellen Zustand pogen bedingten Wärmeübertragungsprozessen.

Abbildung 38

Diagramm 8: Diagramme über den jahreszeitlichen Temperaturgang der oberflächennahen Bodenschichten bis 20 m unter Geländeoberkante.

Urbane Wärmeinsel des Oberflächennahen Untergrundes me werden in oberflächennahe (< 400 m Bohrtiefe) und tiefe (> 400 m Bohrtiefe) geothermische Systeme untergliedert. Die städtisch bedingte Erwärmung des Untergrundes beruht Der urbane Wärmeinsel-Effekt hat aufgrund seiner oberfläim Wesentlichen auf der Reduktion von kühlenden, natürchennahen Ausprägung deswegen überwiegend Einfluss auf lichen und der Anwesenheit von wärmeinduzierenden, andie oberflächennahen geothermischen Systeme. Eine Bemesthropogenen und atmosphärischen Prozessen. An der Landsung der Anlageneffizienz erfolgt beim Heizbetrieb mit dem oberfläche führt beispielsweise Änderung der Landnutzung CoP-Wert (Coefficient of Performance), der als Quotient aus zu Änderungen bei den Landoberflächentemperaturen und der Nutzleistung QN der Anlage und der investierten Energie damit zu einer Änderung des Energiehaushalts des Untergrunder elektrischen Leistung W der Wärmepumpe definiert ist. des. Landoberflächen erfahren beim Übergang von Grün- Je höher der CoP ausfällt, desto weniger elektrische Energie fläche über vegetationsarmen Boden zu Asphalt eine Temmuss für die gleiche Nutzleistung investiert werden und desperaturanhebung, da einfallende Strahlung auf Asphalt to geringer sind die Betriebskosten der geothermischen Anstärker absorbiert wird als auf Grünflächen. Außerdem ist lage. Urbane Wärme kann dadurch das technisch nutzbare, der Kühleffekt aufgrund des Rückgangs der Biomasse und geothermische Potenzial signifikant steigern. des Fehlens von biologisch-physikalischen Prozessen wie Evapotranspiration gedämpft. Ferner tragen innerstädtisch Untersuchungsgebiet der advektive Wärmetransport über Kellergeschosse und Das Grundwassermessnetz (vgl. Karte 24) umfasste das gedie im Untergrund verlegte Infrastruktur (Abwasser-, U-Bahnsamte Nürnberger Verwaltungsgebiet mit Ausnahme des und Fernwärmenetzwerk) sowie die geothermische Nut- Stadtteils Brunn. Grundwassermessstellen sind überwiezung (für Kühlzwecke) des Untergrundes direkt zur Bodengend als 4- bis 5-Zoll-Messstellen aufgebaut. Ihre Ausbauerwärmung bei. tiefe variiert und liegt überwiegend zwischen 5 m und 30 m Urbane Wärmereservoirs als Potenzial für geothermische Tiefe. Grundwassermessstellen wurden aus dem Messpro- Systeme gramm entnommen, sobald die Ausbautiefe der Messstelle weniger als 5 m unter GOK betrug. In diesen geringen Geothermische Systeme nutzen die in der Erdkruste gespei- Messtiefen führt der jahreszeitliche Temperaturgang als cherte thermische Energie. Als unerschöpfliche Energiequelle Störgröße zu hohen Ungenauigkeiten bei den aufgenomzählt die Nutzung der Geothermie zu den regenerativen Enermenen Messwerten. Der Bestand an Grundwassermessstelgieformen mit geringem CO-Bedarf. Geothermische Syste- 2 len betrug somit etwa 160 Stück.

Abbildung 39

Karte 24: Übersichtskarte über die geographische Lage der Stadt Nürnberg in

Deutschland und über die räumliche Verteilung der Grundwassermessstellen (Quelle: J. Schweighofer; Luftbild: ESA hompage, Satellit Sentinel 2A)

Abbildung 41

Diagramm 9: Graphische Darstellung der Ergebnisse zweier unterschiedlicher Methoden zur Messung von Grundwasser-temperaturen. Linkes Diagramm (a): Vier Vertikale Temperatur-Tiefenplots im Zeitraum von November 2019 bis August 2020 im 3-monatigen Abstand, aufgenommen mit einem TLC-Meter. Rechtes Diagramm (b): Temperatur-Ganglinie, aufgezeichnet mit einem Temperatur-Datenlogger bei einer Einbautiefe von 20 m u. GOK und über einen Zeitraum von Mai 2018 bis November 2020. Farbig als vertikale Referenzlinien dargestellt sind die Termine der Stichtagsmessungen. Beide Methoden (a) und (b) liefern für die Tiefe von 20 m u. GOK eine identische Jahresmitteltemperatur von 13,1 °C. Position 49° 28’ N, 11° 5‘ O / Nürnberg Innenstadt (Quelle: J. Schweighofer).

Abbildung 40

Diagramm 10: Vertikale Temperatur-Tiefenprofile ausgewählter Grundwassermessstellen, klassifiziert nach der Landnutzung (LU/LC). Der zeitliche Abstand der Messungen beträgt 3 Monate. Als vertikale Referenzlinien ist der Temperatur-Schwellenwert T0 = 10,5 °C eingezeichnet, der als Grenze zwischen „natürlichen“ und „anthropogen überprägten“ Grundwassertemperaturen angesehen wird (Quelle: J. Schweighofer)

Methodik des Grundwassertemperatur-Monitorings Datenlogger

Für das Monitoring der Grundwassertemperaturen wurden Temperatur-Datenlogger erfassen die Grundwassertemperazwei Methoden zur Datenerhebung herangezogen: tur in einer spezifischen Tiefe über einen bestimmten Zeitraum (Diagramm 9 (b)). Datenlogger sind aufgrund ihrer kon-

tinuierlichen Messdatenaufzeichnung besonders geeignet schen Tiefen fest installierter Datenloggern. für die Erhebung und Auswertung von Messdatenzeitreihen,

Temperatur-Lichtlot zu Stichtagen Messwerte von Datenloggern wurden ausschließlich vom Umweltamt Nürnberg zur weiteren Analyse zur Verfügung Die Messreihen dieser beiden Methoden, erhoben an der gestellt. Als Systeme sind AquitronicBeaver mit einer Genaugleichen Messstelle, sind beispielhaft in Diagramm 9 gra- igkeit von 0,2 K verbaut. Aufgrund der höheren Anschafphisch gegenübergestellt. fungskosten für die Systeme überwiegen in der Regel die Messungen mit dem Kabellichtlot. Vertikale Temperaturprofile

Während der Messkampagnen, die im monatlichen bis Ergebnisse 4-monatlichen Turnus stattfanden, erfolgten die Messun- Temperaturanomalie von Nürnberg gen der Grundwassertemperaturen an ausgewählten Beobachtungs-messstellen unter Verwendung eines Temperatur- Nürnberg zeigt eine ausgeprägte urbane Wärmeinsel im Kabellichtlotes (TLC-Meter) mit einer Messgenauigkeit des Untergrund und besitzt damit potenziell günstige Standorte Temperaturfühlers von < 0,1 K. Die Temperaturprofile wurfür geothermische Anlagen zu Heizzwecken. Die räumliche den ab Grundwasserstand bis zum Boden der Messstelle Verteilung der Wärmeinsel des oberflächennahen Untererhoben. Die Temperaturwerte des Grund-wassers wurden grundes ist mit Hilfe von Grundwasserisothermen in Karte in 1-m-Schritten aufgenommen (vgl. Diagramm 9 (a) und 25 dargestellt. Dabei reicht ihre thermische Ausprägung von Diagramm 10). etwa 9 °C bis 16 °C, wobei die wärmsten Untergrundtemperaturen in Richtung des Stadt-zentrums angetroffen werden. Kühlere Temperaturen sind vorwiegend an den Stadträndern und unter unbebauten Flächen registriert worden.

Abbildung 42

Karte 25: Grundwasser-Temperaturen in Nürnberg. Die Messdaten stammen aus dem Temperatur-Monitoring zwischen 2019 und 2021. Klar erkennbar ist eine Boden- und Grundwassererwärmung vom Stadtrand zum Stadtzentrum. Es wurden dabei Temperaturen zwischen 9,5 und 16°C gemessen (Quelle: J.Schweighofer)

Langzeitmonitoring +0,15 K/a liegen. Die mittlere Temperaturerhöhung von

2015 auf 2020 wurde auf 0,10 K/a bestimmt. Der Median- Zur Identifikation und Quantifizierung der Temperaturverwert liegt mit 0,08 K/a knapp unter diesem Niveau. Vier schiebungen wurden Messungen von Temperaturprofilen an ausgewählte Ganglinien sind in Diagramm 12 dargestellt. insgesamt 38 Grundwassermessstellen zwischen 2015 und 2020 durchgeführt. Elf Messstellen wurden mittels Datenloggern überwacht, bei den weiteren 27 Messstellen wurden Zusammenfassung Temperaturwerte mittels vertikaler Tiefenprofile erhoben. Oberflächennahe Aquifere und Böden sind aufgrund anthropogen bedingter Wärmeströme innerstädtisch thermisch Zwischen 2015 und 2020 konnten für die 38 Grundwasüberprägt und bieten dadurch ein verbrauchernah verfügsermessstellen Temperaturänderungen von -0,02 K/a bis bares Wärmepotenzial, das mittels geothermischer Syste- +0,21 K/a nachgewiesen werden. Als mittlere jährliche Temme erschlossen werden kann. Mit diesem Projekt wurden peraturänderung wurde ein Wert von +0,07 K/a bestimmt thermische Erkundungsmaßnahmen des Standortes Nürn- (vgl. Tabelle 5). Dies entspricht einer mittleren, absoluten Temberg zur Quantifizierung dieses geothermischen Potenzials peraturzunahme von +0,35 K von 2015 bis 2020. Die Mehrdurchgeführt. Dazu wurde ein umfangreiches Grundwasheit der Messstellen (35 Messstellen: 92 %) zeigt eine Temsertemperatur-Monitoring an über 150 Grundwassermessperaturerhöhung, wohingegen lediglich bei drei Messstellen stellen systematisch und über einen mehrjährigen Zeitraum (8 %) eine Temperaturverringerung nachgewiesen wurde. betrieben. Für diese Messstellen, die mit der TLC-Sonde befahren wur- Die detailreiche Analyse zeigt, dass der oberflächennahe den, wurde eine mittlere Temperaturerhöhung von 0,05 K/a Untergrund von Nürnberg aufgrund anthropogener Prozesund ein Medianwert von 0,04 K/a bestimmt. Sowohl der se stark thermisch überprägt ist und Temperaturanomalien stärkste Temperaturrückgang von -0,02 K/a als auch die von mehreren Kelvin zu erwarten sind. stärkste Temperaturzunahme von +0,21 K/a wurden über die vertikalen Temperatur-Tiefenprofile nachgewiesen. Die Mit dem Wärmeeintrag in die oberflächennahen Bodenschich- Diagramme a – e in Diagramm 11 zeigen die vertikalen ten steigt zudem die im Reservoir gespeicherte, thermische Temperaturprofile für ausgewählte Messstellen. Dargestellt Energie und die thermische Nutzungsmöglichkeit mittels geosind die Temperaturlogs des Referenzjahres 2015 und die thermischer Systeme, insbesondere in Bezug auf den Heiz- Messreihen der Folgemessung des Jahres 2020. betrieb von Gebäuden und Infrastruktur. Bei den aktuell nachgewiesenen Erwärmungsraten des oberflächennahen Die Temperaturdifferenzen zwischen 2015 und 2020 für Untergrundes von im Mittel 0,07 K/a (Zeitraum: 2015 – 2020) jede individuelle Messstelle in Abhängigkeit der Tiefe (grau) nimmt eine Temperaturanhebung von 1 Kelvin etwa 14,2 ist im Diagramm (f) des Diagramm 11 dargestellt. Tempera- Jahre in Anspruch. Daraus lässt sich auch ableiten, dass die turverschiebungen rechts der vertikalen, schwarzen 0,0-K- Ausbildung der Wärmeinsel im Untergrund keinen abge- Referenzlinie stellen Temperaturerhöhungen von 2015 bis schlossenen Prozess darstellt. Es empfiehlt sich deswegen, 2020 dar. In Rot ist die mittlere, absolute Temperaturverregelmäßig Temperatur-Monitorings durchzuführen. Die schiebung einer spezifischen Tiefe unter Einbezug aller in Erfahrungen aus diesem Projekt zeigen, dass man solche dieser Tiefe verfügbaren Messstellen dargestellt. Kampagnen alle 3-5 Jahre durchführen sollte. Innerhalb Die Auswertung der Temperaturaufzeichnungen aller elf eines entsprechenden Jahres sollten dabei 4 Messtermine Datenlogger (29 % aller Messstellen) belegt ausnahms- á 3 Monate Abstand eingeplant werden, um eine optimale los Temperaturerhöhungen, die zwischen +0,05 K/a und Datengrundlage für die weitere Auswertung zu erzeugen.

Datenerhebung Anzahl Temperaturänderung [K/a]
Mittelwert Minimal Maximal
Datenlogger 11 +0,1 +0,05 +0,21
Vertikale Temperaturprofile 27 +0,05 -0,02 +0,21
Gesamt 38 +0,07 -0,02 +0,21

Tabelle 5: Übersicht, Datenerhebung an ausgewählten Messstellen zur Überwachung

der Temperaturänderungen im Boden und Grundwasser im Zeitraum 2015 – 2020 (Quelle: J. Schweighofer).

Abbildung 44

Diagramm 11: Temperatur-Tiefenprofile ausgewählter Grundwassermessstellen; in Diagramm (a) bis (e) mit zwei bis vier Messkampagnen der Jahre 2015 und 2020. Temperaturverschiebungen sind in allen messstellenspezifischen Diagrammen bis ausschließlich Diagramm (d) erkennbar. Diagramm (f) zeigt die absolute Temperaturverschiebung jeder einzelnen Grundwassermessstelle von 2015 bis 2020 als graue Linien in Abhängigkeit der Tiefe. Rot dargestellt ist die mittlere, absolute Temperaturänderung in 5 Jahren, gemittelt aus allen in dieser Tiefe verfügbaren Temperaturwerten der entsprechenden Messstellen. (Quelle: J. Schweighofer)

Abbildung 43

Diagramm 12: Zeitreihenaufnahmen von Grundwassertemperaturen (Einbautiefen der Datenlogger: 15 m – 27,5 m) an vier ausgewählten Grundwassermessstellen. Deutlich erkennbar ist in den Diagrammen (b) bis (d) der jahreszeitlich bedingte Temperaturgang. Alle hier dargestellten Datenlogger zeigen vom Jahr 2015 bis 2020 eine Erhöhung des Temperaturniveaus im oberflächennahen Aquifer an. (Quelle: J. Schweighofer)

1.2.3 Aktueller Stand der Nutzung von Geothermie

Für die nachfolgende Übersicht wurden durch das Umwelt- Systeme, die nicht in das Grundwasser eingreifen). Das Umamt alle bis Dezember 2022 im Stadtgebiet Nürnberg an- weltamt der Stadt Nürnberg als Untere Wasserrechtsbehörgezeigten bzw. genehmigten Geothermie-Anlagen ausge- de ist für die Genehmigung von geothermischen Anlagen wertet. Für weitergehende Informationen zur Geothermie zuständig. Im Rahmen des Genehmigungsverfahren wird wird auch auf die ausführlichen Beiträge im Kapitel 4 des für Anlagen ab 50 kW das staatliche Wasserwirtschaftsamt Grundwasserberichtes 2017 [12] verwiesen. Nürnberg als amtlicher Sachverständiger hinzugezogen.

Ausschlaggebend für einen effizienten und wirtschaftlichen

Allgemeines

Betrieb von geothermischen Anlagen ist eine fachgerechte Die Nutzung von Geothermie (Erdwärme) gilt als umwelt- Auslegung und Planung der Anlage in Abhängigkeit der freundlich und klimaschonend. Die Technologie bietet ein geologischen und hydrogeologischen Standortverhältnisse. hohes CO -Einsparpotenzial und eine Unabhängigkeit Insbesondere der Grundwasserflurabstand, die Grundwas- 2 von fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas. Dieses Wär- serergiebigkeit und die Wärmeleitfähigkeit der Gesteine mepotenzial kann mit verschiedenen Anlagentypen unter spielen eine maßgebliche Rolle. Um die hydraulischen Be- Verwendung einer Wärmepumpe zum Heizen und/oder dingungen bewerten zu können, ist bereits im Vorfeld des Kühlen (Klimatisierung) von Gebäuden verwendet werden. Anlagenbaus ein hydrogeologisches Gutachten mit verschie- Wärmepumpen kommen insbesondere auch bei geother- densten Berechnungen, Modellierungen und bei größeren mischen Anlagen zum Einsatz. Die Energie wird dabei dem Anlagen oftmals auch Versuchsbohrungen erforderlich. Untergrund durch Erdwärmesonden, Förder- und Schluck- Es ist zu beachten, dass zum Schutz des Grundwassers hohe brunnen (Grundwasserwärmepumpe) oder Erdwärmekolwasserwirtschaftliche Anforderungen an geothermische lektoren entzogen. Anlagen gestellt werden. Die fachgerechte Ausführung darf Im Stadtgebiet Nürnberg liegen aufgrund der geologischen ausschließlich durch zertifizierte Unternehmen und Materiund hydrogeologischen Gegebenheiten grundsätzlich güns- alien erfolgen. Zwingend erforderlich ist auch eine fachliche tige Bedingungen für die Nutzung der oberflächennahen Begutachtung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Geothermie vor. Die thermische Nutzung des Untergrundes und eine baubegleitende Bauabnahme durch Private Sachist aktuell auf das erste Grundwasserstockwerk (oberhalb der verständige für Wasserwirtschaft (PSW). Estherienschichten, als Sperrschicht zu tieferen Grundwasser- Weitere Informationen zur Genehmigungspraxis in Nürnstockwerken) beschränkt. Die zulässigen Bohrtiefen für Erdberg finden sich auch im Internet auf der Homepage des wärmesonden und geothermische Brunnenanlagen liegen je Umweltamtes [37]. nach Standort im Stadtgebiet zwischen ca. 60 – 120 m (lokal auch niedriger).

Geothermische Anlagen in Nürnberg

Geothermische Anlagen für Heiz- und Kühlzwecke werden Grundwasser-Wärmepumpen u.a. von öffentlichen Auftraggebern bei der Errichtung von Schulen und Verwaltungsgebäuden umgesetzt. Auch im pri- Bei Grundwasser-Wärmepumpen bzw. Wasser-Wasser-Wärvaten Büro- und Wohnungsbau sowie in der Industrie spielt mepumpen wird das Energiepotenzial des Grundwassers die Erdwärme und damit der Einsatz von Wärmepumpen direkt über Brunnen genutzt. Benötigt wird mindestens ein eine zunehmende Rolle, insbesondere bei Firmen, die einen Förder- und ein Schluckbrunnen über die das Grundwasser hohen Kühlbedarf haben oder große Räume frostfrei halten im geschlossenen Kreislauf geführt wird und nach der rein müssen (z.B. Rechenzentren, Speditionen). Hier werden die thermischen Nutzung dem Grundwasserregime wieder zuhohen Investitionskosten für geothermische Anlagen begeführt wird. Es handelt sich hierbei um die effektivste Form wusst bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einkalkuliert der Nutzung von Geothermie. und mit den niedrigen Betriebskosten gegengerechnet. Zwischen 1981 und Ende 2022 wurden im Stadtgebiet Nürnberg insgesamt 108 Anlagen genehmigt. Diagramm

Rechtliche und fachliche Rahmenbedingungen

13 sowie die Karte 26 zeigen die Anzahl der zwischen 1981 Der Bau einer geothermischen Anlage ist in Bayern auf- und 2022 genehmigten Grundwasser-Wärmepumpenanlagrund der direkten oder indirekten Nutzung des Grundwas- gen. Zwischen 2010 und 2022 wurden zuletzt 15 Grundsers wasserrechtlich genehmigungspflichtig (Erdwärmeson- wasserwärmepumpen genehmigt. Bei sechs davon handelt den und Anlagen mit Entnahme- und Schluckbrunnen) oder es sich um Großwärmepumpen mit einer Gesamtleistung anzeigepflichtig (Erdwärmekollektoren und andere flache von jeweils > 100 kW.

1.2 Grundwassertemperatur– Geothermische Nutzung

Derzeit sind (Stand 12/2022) insgesamt noch 79 Anlagen Erdwärmesonden in Betrieb, 29 Anlagen wurden zwischenzeitlich stillgelegt Über Erdwärmesonden ist eine indirekte Nutzung des geobzw. die wasserrechtliche Genehmigung nicht verlängert thermischen Potenzials im Untergrund möglich. Innerhalb oder eine Nutzungsänderung beantragt (z.B. Gartenbruneiner Bohrung mit ca. 150 mm Durchmesser werden zwei nen). Darüber hinaus sind am Umweltamt derzeit auch viele parallel verlaufende Rohrstränge aus Kunststoff einzemen- Anfragen und Anträge zur Umnutzung eines bestehenden tiert, die an der Sohle über ein U-förmiges Fußteil mit- Förder-, Industrie- oder Gartenbrunnens für geothermische einander verbunden sind. In diesem Rohrsystem zirkuliert Zwecke in Bearbeitung. eine Wärmeträgerflüssigkeit aus Wasser und Frostschutzmittel, die sich bei der Durchströmung des Untergrundes auf die natürliche Untergrundtemperatur des Gesteins bzw. Grundwasser-Wärmepumpenanlagen Grundwassers erwärmt (ca. 10-12 °C). Diese Energie wird zur Wärmepumpe transportiert und durch die Zuspeisung von elektrischer Energie auf eine höhere Temperatur von ca. 35 °C angehoben (Vorlaufniveau für eine Niedertemperaturheizung).

10

Bei einem Einfamilienhaus werden i.d.R. 2-4 Sonden mit einer Heizleistung bis etwa 10 kW je Anlage installiert. Vorhaben mit mehr als 10 Sonden nennt man Sondenfelder, diese sind überwiegend bei gewerblichen Nutzungen und großen Wohn- und Verwaltungsgebäuden üblich.

lhaznA

Bisher wurden bis Ende 2022 im Stadtgebiet Nürnberg 347 Diagramm 13: Anzahl genehmigter Grundwasser-Wärme- Erdwärmesonden-Anlagen, davon 48 Sondenfelder wasserpumpenanlagen – Stand: 12/2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, rechtlich genehmigt (vgl. Diagramm 14 und Karte 26). Bis Umweltamt) Ende 2016 wurde für 250 Erdwärmesonden-Anlagen eine wasserrechtliche Genehmigung erteilt. In den letzten sechs Jahren hat sich die Anzahl folglich um 97 Anlagen erhöht.

Wasserrechtliche Genehmigungen für Erwärmesonden-Anlagen

Wasserrechtliche Genehmigungen für Erwärmesonden-Anlagen

40 35 33 34 29 30 30 28 28 28 26 6 24 25 22 20 19 20 21 20 7 17 5 4 15 5 15 12 1 9 9 10 7 7 8 6 5 2 2 4 3 1 4 4 0 2021 2022 20 17 4 4 Summe 9 15 28 33 28 28 34 20 22 10 8 15 11 9 15 17 24 21 lhaznA 70 58 60 50 40 30 20 10 0 1981 bis 19891990 bis 19992000 bis 20082010 bis 2022

40 35 33 34 2 30 30 28 28 28 26 26 26 24 25 22 20 19 2 21 20 17 1 1515 1 15 15 15 15 1 9 9 10 1011 9 1 10 7 8 7 5 1 1 0 0

6 4 2
2
1 0
1

4

1
1

1

1 2
1
9
7

1 3

1
1

3

20005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Kategorie-"Privat" 9 2005 15 2006 26 200 29 7 200 26 8 200 26 9 20 30 10 20 14 11 20 19 12 2 7 013 2 7 014 2 12 015 10 2016 7 2017 10 2018 15 2019 20 2020 17
Kategorie-"Priva Kategorie-Sondenfeld t" 0 9 0 15 2 26 4 29 2 26 2 2 4 6 3 6 0 1 3 4 3 19 1 7 3 7 1 12 2 10 5 7 2 10 4 15 4
Kategorie-Sonde Summe nfeld 9 0 15 0 28 2 33 4 28 2 28 2 34 4 20 22 6 10 3 8 3 15 1 11 3 9 1 15 2 17 5 24 2 21

Diagramm 14: Anzahl genehmigter Erdwärmesonden-Anlagen – Stand: 12/2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) lhaznA

1.2 Grundwassertemperatur– Geothermische Nutzung

Insgesamt sind für die Errichtung der 347 Anlagen 2.905 Erdwärmekollektoren Bohrungen ausgeführt worden, darunter 811 Sonden für In Nürnberg wurden bislang nur fünf Erdwärmekollektoren kleinere, private Anlagen und 2.094 Bohrungen bei den angezeigt und genehmigt (2004, 2005, 2006, 2018 und Sondenfeldern (vgl. Diagramm 15). 2022, vgl. Karte 26). Die gesamte Leistung aller bisher im Stadtgebiet Nürnberg er- Damit zeigt sich, dass oberflächennahe Erdwärme-Systeme in richteten Erdwärmesonden-Anlagen beträgt rund 14,4 Megastädtischen Bereichen u.a. aufgrund des hohen Platzbedarfes, watt. In Diagramm 16 ist ein jährlicher Überblick der bei der eingeschränkten späteren Nutzung der Kollektorfläche Erdwärmesonden-Anlagen mittels Wärmepumpen instal- (keine Beschattung, kaum gärtnerisch nutzbar) und den phylierten Heiz- und Kühlleistung in Kilowatt (kW), unterteilt sikalischen Anforderungen an den Boden (bindiges Material, in kleinere, private Anlagen und Sondenfelder dargestellt. gutes Wasserhaltevermögen) nur wenig Verbreitung finden.

Anzahl der Bohrungen / Sonden

Anzahl der Bohrungen / Sonden

2005 2006 20072 008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Anzahl Sonden "Privat" 12 38 84 72 84 69 81 33 56 18 21 33 26 24 48 38 42 32
Anzahl Sonden Sondenfelder 0 2005 0 2006 34 20072 227 008 95 2009 102 2010 70 2011 311 2012 110 2013 101 2014 123 2015 107 2016 13 2017 31 2018 157 2019 44 2020 232 2021 337 2022
Summe Anzahl Sonden "Privat" 12 12 38 38 118 84 299 72 179 84 171 69 151 81 344 33 166 56 119 18 144 21 140 33 39 26 55 24 205 48 82 38 274 42 369 32

Anzahl Sonden Sondenfelder 0 0 34 227 95 102 70 311 110 101 123 107 13 31 157 44 232 337 Summe 12 38 118 299 179 171 151 344 166 119 144 140 39 55 205 82 274 369

Diagramm 15: Anzahl von Bohrungen / Sonden bei Erdwärmesonden-Anlagen – Stand: 12/2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Gesamtleistung von Erdwärmesonden-Anlagen

Leistung in kW bei privaten Anlagen Leistung in kW bei Sondenfeldern

Abbildung 45

2496

1616 832 949 689 880 750 958 480 527 366 0 0 106 210 40 95 163 290 260 340 324 300 273 297 50 150 123 55 52 155 117 109 119 149 95

5002 6002 7002 8002 9002 0102 1102 2102 3102 4102 5102 6102 7102 8102 9102 0202 1202 2202

Diagramm 16: Überblick über die installierte Heizleistung bei Erdwärmesonden-Anlagen laut Genehmigungsunterlagen – Stand: 12/2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt).

Geothermische Nutzung

des Grundwassers

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$+$+ #*#*#*#*$+#* $+ $+ #*#* $+ $+ $+ $+ #*#* #* #* Anzahl der Erdwärmesonden Grundwasserwärmepumpen $+ je Standort (347 Standorte) (108 Standorte) $+$+$+ $+ $+ $+ #*#* $+ $+ $+#*#* $+ #* #*#* $+ $+ #* #* #*$+ $+ $+ + + 1 - 5 #* #* außer Betrieb (29)

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Karte 26: Überblick über die geothermischen Nutzung in Nürnberg – Stand 12/2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Machbarkeitsstudie zur Tiefengeothermie lische Parameter zugeordnet und die vertikale Temperaturim Großraum Nürnberg verteilung im Untergrund modelliert. Einleitung Darauf aufbauend erfolgt eine gemeinsame Auswertung des erstellten Untergrundmodells, des geothermischen Res- Im Februar 2023 hat die N-ERGIE Aktiengesellschaft beim sourcenmodells, der Infrastruktur (Fernwärmenetz, Sied- Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentlungsstruktur, Schutzgebiete etc.) und eine Analyse der wicklung und Energie (StMWi) einen Antrag zur Untersugeologischen Störungszonen, um Explorationsschwerpunkchung des Tiefen-Erdwärme-Potenzials im Großraum Nürnte für die Durchführung weiterer Erkundungsmaßnahmen berg eingereicht. Hierfür ist eine bergrechtliche Erlaubnis auszuwählen. erforderlich. Basierend auf den o.g. Untersuchungen wird ein Gebiet zur Ziel des Projektes ist es anhand einer umfassenden Grund- Durchführung 3D-seismischer Messungen festgelegt und lagenermittlung herauszufinden, ob und in welchem Umein entsprechender Genehmigungsantrag inkl. naturschutzfang das geothermische Potenzial im tieferen Untergrund fachlicher Prüfung und Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. erschlossen und zur umweltfreundlichen Energiegewinnung mittels Geothermie genutzt werden kann. Durch die Erschlie- Phase 3 – Durchführung von Erkundungsbohrungen ßung von geothermalen Wässern zur Wärmenutzung für die Grundlastversorgung von Industrie und Wohnbebauung Nach Auswertung der geophysikalischen Messungen ist die über ein städtisches Fernwärmenetz soll der Anteil an rege- Durchführung von zwei Großbohrungen bis in das Grundnerativen Energien kontinuierlich ausgebaut werden. gebirge in rund 600 m Tiefe geplant. Die Bohrungen sollen als primäres Erkundungsziel die hydraulischen Eigenschaf- Mit der Pilotstudie ist die Erkundung von geeigneten geo- ten des Buntsandsteinreservoirs in der Nähe von geologilogischen Strukturen bis zur Basis des Buntsandsteins in schen Verwerfungen untersuchen. Sekundäres Ziel ist die mehreren hundert Metern Tiefe vorgesehen. Bisherige Geo- Untersuchung der Lithologie und der Spannungsverhältnisthermie-Bohrungen sind aus wasserwirtschaftlichen Vorsor- se im Grundgebirge. gegründen auf eine Bohrtiefe von max. 100 m bis zum Top der Estherienschichten begrenzt. In diesem Zusammenhang Die Auswahl der Bohrpunkte soll unter Berücksichtigung der ist eine genaue Kenntnis der geologischen und hydrogeolo- Schutzgüter Mensch, Natur und Umwelt festgelegt werden. gischen Standorteigenschaften im Untersuchungsgebiet von Die einzelnen Bohrungen sollen nacheinander ausgeführt Bedeutung. Gleichzeitig müssen auch die Herausforderun- werden, um Erkenntnisse des ersten Aufschlusses bei der gen für eine Exploration in dichtbesiedelten urbanen Gebie- zweiten Bohrung nutzen zu können. Innerhalb der Bohrlöten sowie umweltrelevante Aspekte berücksichtigt werden. cher sind umfangreiche geophysikalische und hydraulische Tests im Buntsandsteinreservoir vorgesehen. Abschließend Das Untersuchungsprogramm gliedert sich in vier aufeinan- wird geprüft, ob die Aufschlüsse als Beobachtungsbohrunder aufbauende Phasen, die im Folgenden näher beschrie- gen erhalten bleiben oder diese alternativ nach Einbau einer ben werden: Temperaturmesssonde verfüllt werden.

Phase 1 – Grundlagenermittlung und Befliegung Phase 4 – Auswertung, Risikoanalyse und Prüfung der Realisierbarkeit Im ersten Schritt findet eine Recherche und Auswertung aller relevanten Standortdaten für das Untersuchungsgebiet statt. Die unter Phase 1-3 beschriebenen Untersuchungen und Die vorhandenen Gelände- und Untergrundinformationen Modellierungen werden anhand einer Gefährdungsabwerden in ein geographisches Informationssystem (GIS) ein- schätzung für die seismischen, geologischen, technischen gepflegt und ausgewertet. und wirtschaftlichen Risiken gesamtheitlich betrachtet und hinsichtlich der Realisierbarkeit des Projektes ausgewertet. Im nächsten Schritt ist die Befliegung des Untersuchungs- Hierbei sollen auch die Ergebnisse aus der Öffentlichkeitsgebietes mit einem Spezialflugzeug vorgesehen. Das mit arbeit berücksichtigt werden. In der Gesamtbetrachtung moderner Messtechnik für gravimetrische und magnetische erfolgt schließlich die technisch-wirtschaftliche und geneh- Untersuchungen ausgestattete Flugzeug ermittelt aus der migungsrechtliche Prüfung in Hinblick auf die Durchführ- Luft Daten zur Geologie, die zusammen mit den Informatiobarkeit des Vorhabens. nen aus vorhandenen Tiefbohrungen für die Erstellung eines konzeptionellen 3D-Untergrundmodells verwendet werden. Zeitrahmen und Kostenschätzung

Phase 2 – Geothermische und geomechanische Modellierungen Die Durchführung der Pilotstudie zur Untersuchung des Tiefen-Erdwärmepotenzials in Nürnberg ist für einen Zeitraum Auf Grundlage des lithologisch-strukturellen Untergrundvon insgesamt vier Jahren vorgesehen. Seitens der N-ERGIE modells wird ein statisches geothermisches Modell erstellt. Aktiengesellschaft werden für das Vorhaben rund 6,8 Mil- Hierzu werden den in der Erdkruste detektierten geologilionen Euro an Investitionskosten eingeplant. schen Körpern charakteristische physikalische und hydrau-

1.2.4 Thermische Interaktion und gegenseitige Beeinflussung geothermischer Anlagen

(Privater Sachverständiger der Wasserwirtschaft (PSW) – Alexander Eber)

Die Nutzung oberflächennaher geothermischer Energiequel- Anlagendichte, wodurch diese zueinander in thermische len beginnt in Deutschland in den 1970er Jahren, seitdem Konkurrenz treten. Folge ist, dass die Untergrundtemperakleine Wärmepumpen zur Verfügung stehen, mit denen auch turen zu schnell absinken und sich die Lebensdauer der An- Einfamilienhäuser beheizt werden konnten. Als Wärmequelle lagen verkürzt (siehe unten). Die gegenwärtige Genehmidiente anfangs überwiegend das Grundwasser, welches über gungspraxis im Bund und auch in Bayern berücksichtigt die Entnahmebrunnen dem Grundwasserleiter entzogen und gegenseitige thermische Beeinflussung bislang noch wenig nach Abkühlung in der Wärmepumpe diesem mittels Infiltra- und sollte zukünftig stärker auf die fachlichen Sachverhalte tionsbrunnen wieder zugeführt wurde. Ab den 1990er Jah- ausgerichtet werden. Die aktuellen Regelungen sind derart ren wurden dann auch vermehrt Erdwärmesonden als Erd- gestaltet, dass wärmetauscher verbaut, die als sogenanntes „geschlossenes a) die Thematik nicht im öffentlichen Sektor, sondern in System“ dem Untergrund Energie über eine in den Sonden der privatrechtlichen Sphäre abzustimmen ist, was den zirkulierende Wärmeträgerflüssigkeit entziehen. Beide Sys- Bauherren auferlegt, mit den Nachbarn privatrechtliche teme können neben der Wärme- auch zur Kälteerzeugung, Vereinbarungen zu schließen und also zur Raumkühlung eingesetzt werden, daneben auch zur Abdeckung technischer Kühllasten z.B. im Gewerbebau. b) Mindestabstände z.B. von Erdwärmesonden von Grundstücksgrenzen eingeführt wurden, die einzuhalten sind Die Umsetzung dieser Techniken in der Gebäudeklimatisie- (in Bayern nach Bayerischer Bauordnung 3 m). rung war und ist immer stark von der Quotierung der öffentlichen Förderung abhängig. Seit 2020 erlebt die Technik Die Regelung nach a) scheitert insofern, als in der aktuellen durch die deutliche Anhebung der Förderung des Bundes Normung zur Bemessung von geothermischen Anlagen [40]; und aktuell durch die Ukrainekrise neuerlich einen Boom, [41] diesbezüglich keine konkreten Vorgaben für die technider inzwischen zur Verknappung der am Markt verfügba- sche Planung formuliert sind. Dies gilt gleichermaßen für b), ren Bohrkapazitäten führt [38]. Mit einer weiteren Belebung weil die Auflagen aus dem Baurecht abgeleitet sind, die therdes Marktes ist im Zusammenhang mit der Neuauflage des mische Beeinflussung jedoch von den geothermischen Unter- Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu rechnen [39]. Neben grundverhältnissen, der Ausbautiefe z.B. der Erdwärmesonden Markteffekten führt der verstärkte Einsatz erdgekop- den, der Anlagenleistung und der Energiebilanz der Anlagen pelter Wärmepumpentechnik zu einer stetig wachsenden (z.B. Regeneration der Anlage durch Kühlung) etc. abhängt.

Betrieb erdgekoppelter Wärmepumpenanlagen:

Wärmepumpen haben gegenüber konventionellen, auf Strom basierenden Heizsystemen wesentliche Effektivitätsvorteile: Während konventionelle Systeme wie z.B. Nachtspeicheröfen oder Heiztapeten aus einer kWh Strom weniger als 1 kWh Wärme erzeugen, produziert eine moderne Wärmepumpe aus einer kWh Strom wenigstens 4 kWh Wärme. Die Wärmepumpe benötigt hierzu eine Wärmequelle, im vorliegenden Beispiel, die im Untergrund gespeicherte Wärme, die durch Erdwärmesonden erschlossen und durch den geothermischen Wärmestrom aus dem Erdinnern erneuert wird. Allerdings ist dieser Wärmestrom in Deutschland so klein, dass er alleine nicht ausreicht, um erdgekoppelte Wärmepumpenanlagen auf unbegrenzte Zeit ohne Zufuhr von zusätzlicher Wärme (sommerliche Regeneration durch Kühlung etc.) wirtschaftlich zu bauen und zu betreiben. Daher sinkt die Temperatur der Wärmeträgerflüssigkeit innerhalb der Betriebsdauer langsam ab und zwar umso stärker, je größer das Defizit zwischen entnommener Wärme und der Summe aus geothermischem Wärmefluss und zugeführter Wärme ist. Die aktuelle Norm fordert daher bei der Anlagenauslegung eine Mindestbetriebsdauer der Anlagen von 50 Jahren zu Grunde zu legen. Da die Wärmeträgerflüssigkeit in der Erdwärmesonde in Spitzenlastsituationen in den Frostbereich fahren kann, müssen Frostschutzmittel eingesetzt werden. Im Grundlastbetrieb tritt keine Frostsituation auf, da die mittlere Temperatur der Trägerflüssigkeit nicht in den Frostbereich gerät (vgl. Diagramm 18). Grundsätzlich gilt: Das Temperaturverhalten der Wärmeträgerflüssigkeit wird sich auch ohne Regeneration im Realbetrieb günstiger darstellen, weil die Heizlasten der Gebäude auf der sicheren Seite berechnet werden und die Anlagen vom Wärmebeitrag des strömenden Grundwassers profitieren, der in der Auslegung im Regelfall unberücksichtigt bleibt.

Gegenseitige geothermische Beeinflussung ve, wenn auch immer langsamer, abnehmen. Soll die Anlage

– ein Beispiel deutlich über 50 Jahre betrieben werden, muss im Betrieb

irgendwann zusätzlich Wärme eingespeist werden, um die Die gegenseitige thermische Beeinflussung soll daher am Anlage zu regenerieren. Dies kann z.B. idealerweise bereits Beispiel der Erdwärmesonde (EWS) veranschaulicht werden. zu Betriebsbeginn durch alternierende Nutzung im Sommer Voraussetzung dafür ist die Kenntnis der normativen Anfür Kühlzwecke oder durch solarthermische Regeneration erforderungen und Techniken, die bei der Anlagenauslegung folgen. zur Anwendung kommen. In Deutschland können Anlagen mit einer Heizleistung bis 30 kW vereinfacht mit sogenann- Wird nicht regeneriert, sinken nicht nur die Temperaturen ten spezifischen Entzugsleistungen dimensioniert werden. stetig ab, auch das sich im Sondenumfeld abkühlende Tem- Darunter fallen aktuell alle Einfamilienhäuser, aber auch gut peraturfeld des Untergrundes weitet sich stetig aus. Dabei gedämmte Mehrfamilienhäuser. Oberhalb dieser Leistungs- spielt verständlicherweise die Lage der Grundstücksgrenzen grenze erfolgt die Auslegung heute überwiegend softwaregestützt. Dies hat den Vorteil, dass die Temperaturen der Wärmeträgerflüssigkeit über längere Zeiträume näherungsweise berechnet werden können.

Abbildung 46

Zur Verdeutlichung zeigt das Diagramm 17 die Auslegung einer Erdwärmesondenanlage eines kleinen Einfamilienhauses mit sehr gutem Dämmstandard (z.B. KfW 40) und einer Heizlast von 5 kW. Dabei wurde unterstellt, dass:

thermischen Anlage nach Vorgabe in VDI-RICHTLINIE 4640, 2019 [41] mindestens 50 Jahre betragen soll,

warmwasserbereitung mittels Wärmepumpe erfolgen soll und

gestaltet wird, dass die Minimaltemperatur der Wärme-

Diagramm 17: Jährliche Minimal- und Maximaltemperaturen

trägerflüssigkeit am Wärmepumpenaustritt auch bei in der Wärmeträgerflüssigkeit der Erdwärmesondenanlage Spitzenlast nicht unter -3 °C am Ende des Auslegungsüber eine Nutzungsdauer von 50 Jahren (Quelle: A. Eber) zeitraumes (Grenztemperatur) abfällt.

Bezüglich der Grenztemperaturen und dem Ansatz der Spitzenlast wurde, in Ermangelung einer konkreten Vorgabe in den technischen Regelwerken für Deutschland [41], auf die in der Schweiz geltenden normativen Vorgaben [42] zurückgegriffen, die im Übrigen, jedoch nur in Teilen, auch in Bayern eingeführt wurden [43]. Die Wärmeversorgung unseres Objektes lässt sich im Ergebnis mit einer 88 m langen Erdwärmesonde realisieren, die gut wärmeleitfähige Gesteine bei einer Untergrundtemperatur erschließt, wie sie in städtischen Bereichen regelmäßig anzutreffen ist: gewählte Wärmeleitfähigkeit λ = 2,5 W/m/K, ungestörte Untergrundtemperatur Tu = 13 °C (vgl. Kapitel 1.2.2).

Abbildung 47

Jährliche Minimaltemperaturen treten im Winter bei Heizbetrieb, Maximaltemperaturen im Sommer auf, wenn die Wärmepumpe nur zur Warmwassererzeugung betrieben wird (Diagramm 17). Die Grenztemperaturvorgabe für die Minimaltemperatur von -3 °C wird am Ende des Berechnungs-

Diagramm 18: Jahresgang der Vor- und Rücklauftemperatu-

zeitraumes im Spitzenlastfall eingehalten (Diagramm 18). ren der Wärmeträgerflüssigkeit der Erdwärmesondenanlage Allerdings ist zu beobachten, dass die Temperaturen sukzessi- im 50. Betriebsjahr (Quelle: A. Eber).

Abbildung 48

Temperaturentwicklung der Wärmeträgerflüssigkeit für das Objekt links, sondern auch das Temperaturfeld des Untergrundes für beide Objekte berechnet. Die geografischen Anlagenschwerpunkte sind etwa 40 m voneinander entfernt. Die schwarzen Linien sind Isothermen (Linien gleicher Temperatur), die das gemeinsame Temperaturabsenkungsfeld (grüne Farben: relativ kalt; rote Farben: relativ warm) beider Anlagen räumlich beschreiben. Im Anlagenzentrum (Sondennahbereich) zeigt sich die erwartbare stärkere Abkühlung des Untergrundes. Wesentlich ist, dass die erkenn- Abbildung 16: Temperaturfeld des Untergrundes zweier be- bare gegenseitige thermische Beeinflussung der Anlagen nachbarter Erdwärmesondenanlagen nach einer Betriebsdauer über die etwa mittig zwischen beiden Anlagen liegende von 50 Jahren (Raster: 1*1m; Temperaturbereich von grün Grundstücksgrenze hinausreicht, ohne dass beide Anlagen nach rot: 8 Kelvin) (Quelle: A. Eber) in ihrer Funktion oder Lebensdauer beeinträchtigt wären.

Anlagenkonkurrenzen – Entwicklung und Maß-

nur eine untergeordnete Rolle. Ferner können die Sonden nahmenvorschläge in den seltensten Fällen aus baulichen Gründen, der Grund- Während in Deutschland und so auch in Bayern aufgrund stücksgröße etc. so positioniert werden, dass ein „Grenzder moderaten Anlagendichte die genseitige Anlagenbeeinübergriff“ verhindert werden kann. Es ist daher weder flussung bislang nur im Einzelfall zu betrachten war, ergewirtschaftlich noch baulich realistisch, die Möglichkeit der ben sich jetzt vor dem Hintergrund der aktuell drastischen geothermischen Nutzung von der thermischen Beeinflus- Steigerung der Anlagenzahlen regulative Konsequenzen für sung des Untergrundes über Grundstücksgrenzen hinaus die Bewirtschaftung der oberflächennahen geothermischen abhängig zu machen. Wesentlich ist vielmehr, die Anlagen- Ressourcen. Diesbezüglich lohnt sich ein Blick in die beauslegung und damit z.B. die Erdwärmesondentiefe und nachbarte Schweiz. Dort wurde bereits frühzeitig erkannt, -anordnung grundstücksübergreifend so zu gestalten, dass dass Geothermie die wesentliche Energiequelle ist, die naeine möglichst hohe Anlagendichte bei minimierter gegenhezu flächendeckend als Alternative zur Kohlenwasserstoffseitiger Beeinflussung erreicht werden kann. nutzung (Erdöl/Erdgas) ganzjährig erhebliche Beiträge zur Abbildung 16 zeigt beispielhaft zwei Erdwärmesondenanla- nationalen Wärmeversorgung leisten kann. Insofern wurde gen auf benachbarten Grundstücken, von denen die rechte der Ausbau insbesondere der oberflächennahen Geotherzuerst, die linke zeitlich versetzt errichtet wurde. Mit dem mie bereits frühzeitig forciert. Tabelle 6 zeigt den aktuellen Auslegungswerkzeug wurde in diesem Fall nicht nur die Stand im Vergleich Deutschland Schweiz.

Schweiz [44] Deutschland [45] Einheit
Erdwärmesonden und Erdregister 2) 3.763 ---1) GWh
Übrige 834 ---1) GWh
Gesamt 4.597 17.905 3) GWh
Anteil Geothermie an nationalem Wärmebedarf 5,5 1,4 %
  1. ---: Keine detaillierten Daten verfügbar 2) Erdwärmekollektoren, Erdwärmekörbe etc. 3) Die Daten enthalten auch die bereitgestellte Kälteenergie

Tabelle 6: Vergleich der geothermischen jährlich erzeugten geothermischen Endenergie Schweiz – Deutschland (Stand 2021; Quelle: A. Eber)

Die Daten zeigen, dass der geothermische Deckungsgrad am nologischen Entwicklungen die Güterabwägung zwinationalen Wärmebedarf in der Schweiz deutlich höher ist als schen geothermischer Nutzung und Wasserversorgung in Deutschland. Auffallend ist der hohe Anteil der Erdwärme- neu diskutiert werden. sonden an der gesamten Energieerzeugung in der Schweiz,

zumal die Daten auch die Wärmeerzeugung aus tiefen geolegung: Die Schweiz hat die normativen Anforderungen thermischen Anlagen enthalten. Obwohl der Anteil an der diesbezüglich überarbeitet und fordert von den Baunationalen Stromerzeugung noch relativ klein ist, nehmen die herren bei der Anlagenauslegung nicht nur die Berück- Anlagenkonkurrenzen in den Ballungsgebieten zu. Karte 27 sichtigung bestehender Nachbaranlagen, sondern auch zeigt dazu einen Auszug aus dem Wärmenutzungsatlas des künftiger in der Nachbarschaft möglicher Anlagen [42]. Kantons Zürich.

Die für Deutschland mit steigendem Geothermieausbau wie informationen werden in Bayern aktuell mit dem Umin der Schweiz erwartbare Zunahme der Anlagenkonkurweltatlas bereitgestellt [47]. Die Informationen sind renz macht auch hier Maßnahmen erforderlich, die eine opjedoch bezüglich der Anlagenkoordinaten aus Datentimale Nutzung der geothermischen Ressourcen erlauben. schutzgründen eingeschränkt. Die Daten vorhandener Dies können sein: Sonden oder Brunnen müssen für die Berechnung flur-

zulässigen Bohrtiefe verringert die Sondenanzahl je Pro- ben wären z.B. Angaben zu den Ergebnissen von Therjekt und mindert dadurch die Anlagenkonkurrenz. Bis- mal-Response-Tests, zur Anlagenleistung etc. hilfreich. lang sind die Bohrtiefen beispielsweise in Nürnberg aus

wasserwirtschaftlichen Vorsorgeaspekten auf ca. 50 – nitorings an ausgewählten Grundwassermessstellen als 100 m Tiefe limitiert. Hier sollte aus Sicht von Planern behördliche Auflage im Rahmen des Genehmigungsverund Bauherren, u.a. vor dem Hintergrund der mittlerfahrens. weile vielfach gesammelten Erfahrungen und der tech- Kanton Zürich GIS-Browser (https://maps.zh.ch)

Wärmenutzungsatlas

Abbildung 49

© GIS-ZH, Kanton Zürich, 20.07.2023 15:53:07 Massstab 1:25000 KD er i tae e s il ere n Kt a aer ll t e e i n s2 t d e i l7e lt z e:u in s e tAä n n Z duu ig sse a n mz B mue e h ngö z r u d g ea n v . oun sam dtlicehemn Da tGen veeroschpieodenretr aStle lleKn daarn. Kteoinen G aZranütier fiücr Rhich:t igEkeritd, Vwollstäänrdmigkeeit usnod Anktudalietätn. R e(chhtsevelrlb-in dulichne Adu skdünuftenkelgrüne Punkte); Zentrum: [2685436.33,1245761.9] (Quelle: Geoportal Schweiz, Wärmenutzungsatlas; © GIS-ZH, Kanton Zürich [46])

1.3 Grundwasserquantität

1.3.1 Erhebung der Grundwasserstände

Im Rahmen des Nürnberger Grundwassermonitorings wird können die Grundwasserschwankungen, die Entwicklunseit 2009/2010 ein Grundwassermessnetz mit insgesamt ca. gen und längerfristigen Veränderungen ermittelt und dar- 245 Grundwassermessstellen betrieben (vgl. Karte 28). Dort gestellt werden (vgl. Kapitel 1.3.2). werden in Abständen von 3 Jahren jeweils aktuelle Grund- Außerhalb dieses Monitorings finden aus verschiedenen Anwasserstände gemessen und auf der Homepage des Umlässen wie zum Beispiel Baugrunduntersuchungen oder Altweltamtes der Stadt Nürnberg veröffentlicht [48]. Alle 6 Jahlastenuntersuchungen meist zeitlich eng begrenzt weitere re finden diese Erhebungen in Form einer Stichtagsmessung Grundwasserstandsermittlungen im Stadtgebiet statt. Die statt. Das heißt, die Grundwasserpegel werden flächendehierfür errichteten Messstellen, v.a. wenn es sich um städtickend innerhalb eines kurzen Zeitraumes gemessen, so dass sche Messstellen handelt, werden in Nürnberg in eine Datendie gleichen klimatischen Bedingungen für den gemessenen bank eingepflegt (Bohrungskatalog). Weitere Daten aus ver- Grundwasserstand vorliegen. schiedenen Untersuchungen finden sich in Dokumenten, die Mit Hilfe der Daten aus den Stichtagsmessungen werden bei der Stadt Nürnberg vorliegen (z.B. Altlastengutachten). jeweils die Grundwasserkarten der Stadt Nürnberg aktua- Bohraufschlüsse und Grundwassermessstellen liefern wichtilisiert. Mit vorliegendem Grundwasserbericht werden die ge Erkenntnisse über die hydrogeologische Situation. Diese Ergebnisse der vierten Stichtagsmessung, die im März 2022 Daten ergänzen vereinzelt die Ergebnisse des Monitorings, an diesem Messnetz stattfand, vorgelegt (vgl. Kapitel 1.3.3 vor allem aber liefern sie zusätzliche Informationen bei der Ersteinschätzung der räumlichen Situation bei konkreten Fraund Anlagen 1 und 2). gestellungen. Die Informationen über o.g. Bohraufschlüsse Das Überwachungsprogramm zur Erfassung der Grund- und Grundwassermessstellen werden vom Bayerischen Lanwasserstände beinhaltet ein Datenloggermessnetz. An 30 desamt für Umwelt im „Bodeninformationssystem“ erfasst Grundwassermessstellen werden die Grundwasserstände und können dem UmweltAtlas Bayern des Landesamtes für kontinuierlich erhoben, d.h. mindestens 1 Messung am Umwelt (LfU) unter der Fachklasse Geologie/Bohrungen und Tag digital aufgezeichnet. Mit Hilfe dieser Aufzeichnungen Quellen entnommen werden [47].

Abbildung 53

Abbildung 50

Abbildung 51

Abbildung 52

Abbildung 17: Grundwassermessstellen des Grundwassermessnetzes der Stadt Nürnberg (Quelle: Stadt Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg)

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Grundwassermessnetz Nürnberg

2022

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0 500 1.000 2.000 3.000 4.000

Meter

Karte 28: Grundwasser- und Datenloggermessstellen des Grundwassermonitorings Nürnberg (Stand 2022; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

1.3.2 Entwicklung der Grundwasserstände

Natürliche, witterungs- und klimabedingte Einfluss der hydrogeologischen Ausgangssituation

Grundwasserstandsänderungen auf die Grundwasserstände

Grundwasserstände sind stets veränderlich. Bei den Ursachen Die naturräumliche Lage und die hydrogeologische Ausfür diese Grundwasserstandveränderungen sind zuerst die gangssituation sind ebenfalls grundlegend für das Verständnatürlichen, witterungsbedingten Einflüsse im Verlauf eines nis der Grundwasserstandschwankungen und -entwicklunhydrologischen Jahres (November bis Oktober) zu nennen. gen in Nürnberg, v.a. im Vergleich zu anderen Regionen. Der idealtypische Verlauf einer Grundwasserstands-Zeitreihe Ausschlaggebend für Nürnberg ist, dass es sich in einer Senke (Grundwasserganglinie) oszilliert zwischen einem Tiefstand befindet in der zwei Flüsse erster Ordnung, die Pegnitz und im November und einem Hochstand im Frühjahr (vgl. Grund- Rednitz, zusammenfließen und zusammen die Regnitz bilwasserbericht 2017 [12]). Die witterungsbedingten Einflussden. Kleinere Oberflächengewässer laufen zudem im Stadtfaktoren (v.a. Niederschlagsmenge, Lufttemperatur und gebiet zusammen und entwässern in die großen Flüsse (vgl. Sonnenscheindauer) sind zeitlich und mengenmäßig sehr Karte 29). Fließgewässer stellen in aller Regel die Vorflut und variabel und unterscheiden sich von Jahr zu Jahr zum Teil erdie zugehörigen Grundwasserbegleitströme in der Hauptheblich. Dies bildet sich auch bei den Grundwasserganglinien sache die Abflussbahnen für das Grundwasser dar. Sie beab, teilweise können sie erheblich vom idealtypischen Verlauf stimmen also im Wesentlichen die Grundwasserfließrichtung der Grundwasserschwankungen abweichen. Auch die langund das –fließverhalten. Entlang der größeren Gewässer im fristigen klimatischen Trends wirken sich selbstverständlich Stadtgebiet sind relativ mächtige, gut durchlässige quartäre auf die Grundwasserstände aus (vgl. Kapitel 2.1). Sedimente anzutreffen (vgl. Quartärmächtigkeitskarten in den Grundwasserberichten 2011 und 2017 [49], [12]). Somit strömt insbesondere mit und zu den Gewässern relativ viel Grundwasser dem Stadtgebiet zu.

Topografie und Flussysteme im Umkreis von Nürnberg

Forchheim

Erlangen Lauf an der Pegnitz Hersbr Fürth Roth 0 2,5 5 10
¯
2,5 5 10 15 km

Neustadt

a.d. Aisch

Ansbach

Geländehöhe in Meter NHN Gewässerordnung

Hoch : 636,6 1. Ordnung Stadtgebiet Nürnberg 2. Ordnung Niedrig : 254,43 3. Ordnung

Karte 29: naturräumliche Lage des Stadtgebietes von Nürnberg mit besonderem Blick auf die Höhenlage und Oberflächengewässer (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt; Digitales Höhenmodell DGM25: Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung 2021)

100 80 %ni 2020 60 lietnasgnutielrebÜ 40 20 0

100 80 %ni 2021 60 lietnasgnutielrebÜ 40 20 0

100 80 %ni 2022 60 lietnasgnutielrebÜ 40 20 0

In Nürnberg werden die Grundwasserstände vorwiegend durch die Nähe zu diesen Fließgewässern geprägt. Der Flusswasserpegel des jeweils nahegelegenen, mit dem Grundwasser in Kontakt stehenden, Vorfluters begrenzt letztlich das Absinken der Grundwasserspiegelhöhe. Das bedeutet, dass in Gewässernähe die Grundwasserpegel insgesamt weniger stark absinken. Im Kapitel 2.3.3. werden unterschiedliche Grundwasserganglinien in der Region Nürnberg u.a. in Abhängigkeit zur Entfernung zum Fließgewässer dargestellt.

Für Nürnberg ist zudem zu beachten, dass im Bereich der Rednitz und den Mündungsgebieten ihrer Nebenflüsse die Gewässerspiegelhöhe durch die Überleitung von Altmühlund Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet beeinflusst wird (vgl. Diagramm 19, vgl. auch Kapitel 2.2.2). Die Überleitung dient vor allem der Niedrigwasseraufhöhung [50].

Die Speichergesteine im Untergrund von Nürnberg sind in weiten Bereichen und in den größeren Tiefen vorwiegend Kluft-, untergeordnet Porengrundwasserleiter mit mäßigen Speichervolumen (vgl. Abbildung 18), so dass trotz gutem Zustrom keine sehr großen Wasservorräte darin vorkommen. Ausnahmen mit deutlich größeren Ergiebigkeiten bilden in Nürnberg die Bereiche mit mächtigen quartären Diagramm 19: Überleitungsanteile des Wasserabflusses der Lockersedimenten entlang der Flüsse und die Urtalrinnen Regnitz am Pegel Hüttendorf (Nördlich, abstromig von Nürnberg) in regenreichen und trockenen Jahren hier 2020, 2021 (Porengrundwasserleiter). Auch die unterschiedlichen Durchund 2022 (Quelle Wasserwirtschaftsamt Ansbach, verändert) lässigkeiten der Grundwasserleiter beeinflussen die hydrogeologische Situation insgesamt und u.a. die Höhe der Grundwasserschwankungen. In den Grundwasserberichten 2011 und 2017 wurde ausführlich auf die geologischen / hydrogeologischen Grundlagen im Bereich der Stadt Nürnberg eingegangen [49], [12].

Kaiserburg N or d st a dt B ur g b e Ti r e g fer Brunnen der S e b al d P e g nit z L or e n z B a h nli ni e S ü d st a dt

Quartäre Lockersedimente (vorw. Sande)

berh
Abbildung 18: schematische Darstellung der Grundwasservorkommen in Nürnberg (ca. 20-fach ü ach ü

Keuper-Sandstein

Zwischen- oder Basisletten

Lehrbergschichten

orwiegender Kluft- (und Poren-)grundwasserleiter (hier i.W. Blasen- und Burgsandstein) und Porengrundwasserleiter (z.B. Urtalrinnen); schwebende Stockwerke z.B. im Bereich der Burg (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt).

Urbane Einflüsse auf die Grundwasserstände Rahmen des städtischen Grundwassermonitorings aufgezeichnet. Sechzehn Grundwasserganglinien des Grundwas- Im städtischen Raum werden die Grundwasserstände mehr sermonitoringprogrammes mit kürzeren Laufzeiten können oder weniger stark durch menschliche Eingriffe und Sieddie Erkenntnisse ergänzen. Allerdings können acht der inslungstätigkeit geprägt. In der Regel sind dies grundwassergesamt 35 Messreihen nicht bzw. nur teilweise in die Aussenkende Einflüsse: z.B. temporäre Bauwasserhaltungen zur wertungen einbezogen werden. Es handelt sich dabei um: Trockenlegung von Baugruben (Abbildung 19), Grundwasserentnahmen v.a. durch Betriebs- und Beregnungsbrunnen • den Tiefen Brunnen auf der Kaiserburg: Die Grundwasserganglinie des Tiefen Brunnen (Diagramm 23; Messstelle des staatlichen Wasserwirtschaftsamts Nürnberg) unterscheidet sich von jeder anderen Grundwasserganglinie im Stadtgebiet. Ein Grund für den anderen Verlauf wird in der großen Tiefe von ca. 43 m (Flurabstand) und entsprechend anderen (hydro-)geologischen Voraussetzungen (z.B. geringe Klüftigkeit / Wasserwegsamkeit) gesehen. Alle anderen Grundwassermessstellen mit entsprechenden Messreihen sind in Bereichen mit Flurabständen zwischen 0,7 m und 12 m situiert, was den üblichen Gegebenheiten im Stadtgebiet entspricht Die Zeitreihe des Tiefen Brunnens wurde daher in die Auswertungen nicht mit einbezogen.

Abbildung 54

Abbildung 19: Baugrube mit Grundwasser gefüllt; Karl Schönle-

ben Straße 2017 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt). reihen sind unverkennbar durch Grundwasserentnahmen zur landwirtschaftlichen Bewässerung im näheren Umfeld beeinflusst (stärkere Schwankungen/ Absenkungen aber auch durch Grundwassersanierungsmaßnahmen, Verin den Sommermonaten; vgl. Diagramm 21). Drei Grundsiegelungen verbunden mit Niederschlagswasserableitungen wassermessstellen zeigen temporäre oder auch längerin die städtische Kanalisation und verringerter Grundwasserfristige deutliche Einflüsse durch Bauwasserhaltung, neubildung. Doch auch Maßnahmen zur Verbesserung des Sanierungsmaßnahmen oder Hochwasserschutzmaß- Grundwasserhaushaltes z.B. Versickerungsanlagen können nahmen (GWM_B1985, GWM_N0318, GWM_B1836). sich – eher kleinräumig – auf den Grundwasserstand auswirken. Auch größere Tiefbauten, die in den Grundwasser- Die nachfolgenden Auswertungsergebnisse beziehen sich körper eindringen, können die Grundwassersituation beein- auf den Grundwasserbeobachtungszeitraum von Ende 2012 flussen. bis Ende 2022. Die genauen Auswirkungen auf den Grundwasserstand sind Der Grundwasserschwankungsbereich in Nürnberg abhängig von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Vorhabens und den hydrogeologischen Bedingungen. Sie müs- Der durchschnittliche Grundwasserschwankungsbereich zwisen im Zusammenhang mit Genehmigungen abgeschätzt, schen dem höchsten und dem niedrigsten gemessenen bewertet und berücksichtigt werden. Von Bedeutung ist, Grundwasserstand auf Basis von 14 langjährigen Zeitreihen dass keine nachteiligen Auswirkungen auf benachbarte/be- liegt im Beobachtungszeitraum im Mittel bei 1,25 Meter stehende Nutzungen / Gebäude und andere Anlagen sowie (Amplitude). Die Spannbreite der Amplitudenhöhe reicht auf die Umwelt (z.B. Bäume) entstehen dürfen. von 0,5 m bis 1,9 m. Das untere und obere 25%-Quantil liegt bei ca. 1m und 1,5m.

Dynamik der Grundwasserstände im Stadtgebiet

Bei zwei Messstellen sind größere Amplituden von ca. 1,9 m zu verzeichnen: Bei der Messstelle „Reichelsdorf Q7“ des Insgesamt liegen von 35 Messstellen, die im Stadtgebiet staatlichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, in unmittelbaverteilt sind, kontinuierliche Grundwasserstandsmessungen rer Nähe der Rednitz, liegen 80 % der Messwerte in einem vor, so dass sich diese Messreihen darstellen und auswer- Schwankungsbereich von rund 30 cm, jedoch weichen einige ten lassen. Dabei liegen von 19 Messstellen mittlerweile kurzzeitige Ausschläge nach oben um ca. 1,6 m vom mittle- 9- bis10-jährige Zeitreihen vor (vgl. z.B. Diagramm 20). ren Grundwasserstand ab. Anders in der Grundwassermess- Darunter werden 4 langjährige Messreihen im Stadtgebiet stelle in Kornburg (GWM_B1071 auf einem höher gelegenen vom staatlichen Wasserwirtschaftsamt Nürnberg betrieben Gelände), bei der 80 % der Messwerte im Schwankungsbeund reichen z.T. noch weiter zurück. Diese werden stets akreich von 1 Meter liegen. Die höchsten Werte konzentrieren tuell vom Gewässerkundlichen Dienst Bayern bereitgestellt sich im Jahr 2013 (Diagramm 22). [21]. Fünfzehn solcher langjährigen Messreihen wurden im

Die Amplitudenhöhe des Grundwasserschwankungsbereichs Entwicklung der Grundwasserstände in den letzten 10 Jahren nimmt bei Standorten mit größerem Flurabstand leicht ab Für die Entwicklungen des Grundwasserstandes der letzten (vgl. Diagramm 20). 9 – 10 Jahre konnten 18 Zeitreihen im Stadtgebiet ausge- Da sich über längere Zeiträume der Schwankungsbereich wertet werden. Bei 6 dieser Zeitreihen liegen zwar einzelne aufgrund möglicher zusätzlicher Extreme noch vergrößern Aufzeichnungslücken wegen technischer Defekte vor, sie wakann, können die bisherigen Angaben zum Grundwasser- ren aber dennoch auswertbar. Die Messreihen mit urbaner schwankungsbereich von +/- 1 m, d.h. einer Amplituden- Beeinflussung (hier vier Stück) werden getrennt betrachtet. höhe von 2 m der Grundwasserberichte 2011 und 2017, als In der Region ist die Grundwasserneubildung in den letzten Orientierungsgröße für Grundwasserschwankungen in Nürn- 10 Jahren zurückgegangen (vgl. Kapitel 2.3.3). Entsprechend berg weiterhin gelten. ist, wie in vielen umliegenden Messstellen, auch im Stadt- Hoch- und Tiefstände in den langjährigen Zeitreihen gebiet ein Sinken der Grundwasserpegel zu erwarten gewesen. Die naturräumliche Lage bedingt jedoch eine geringere Die Auswertungen der Ganglinien hinsichtlich der Peaks ist Auswirkung als in flussgebietsfernen Gegenden (vgl. Kapitel in Tabelle 7 zusammengestellt. 1.3.2 und 2.3.3).

Witterungsbedingte Hintergründe Ausprägung
Zeitraum
Hochstände
Juni 2013 Niederschlagsereignis an 2 Tagen; 5- bis 10- jährliches Hochwasser Ausgeprägtes Hoch bei nahezu allen Messstellen, teilweise stark verzögertes Auftreten (ca. 4 bis 40 Tage); 60 cm bis 80 cm über dem Mittelwert
Frühjahr 2018 Frühjahreshochstand, vorausgegangen sind ein niederschlagsreicher Sommer und leicht überdurchschnittliche Winterniederschläge Bei ca. 80 % der Messstellen auftretend; Peak meist kleiner als 2013 (durchschnittlich 50 cm); nicht, oder sehr stark verzögert in Messstellen der nördlichen Innenstadt
Zwischen Aug. 2021 und Jan. 2022 Vorausgegangen war ein regenreicher Sommer 2021 und leicht überdurch- schnittliche Winterniederschläge Weniger deutlich in den Ganglinien erkennbar und nur bei gut der Hälfte aller Messreihen
Niedrigstände
August 2022 Vorausgegangen waren sehr heiße und niederschlagsarme Monate Ausgeprägtes Augusttief in ca. 90 % der Messstellen deutlich erkennbar; Absenkung v.a. bei Messstellen mit geringen Flurabständen (< 3 m); dort im Durchschnitt 45 cm unter dem Mittelwert
2019 - 2020 ein winterlicher Hochstand ist zwischen diesen Jahren nicht oder nur schwach erkennbar, der Winter 2019/20 war über- durchschnittlich warm und niederschlagsarm Bei mehr als 50 % der Messstellen erkennbar; Grundwasserstand im Durchschnitt um 20 – 25 cm unterhalb des Mittelwertes

Tabelle 7: Hoch- und Tiefstände der 10-jährigen Zeitreihen von Datenlogger-Messreihen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

GRUNDWASSERBERICHT 2023 1 Grundwassersituation in Nürnberg 91

Entwicklung der Grundwasserstände in 10 Jahren

[m] Flurabstand0 bis 3 Meter Flurabstand0 bis 3 Meter Flurabstand0 bis 3 Meter

0,40 0,20 0,00 -0,20 -0,40 -0,60 -0,80 -1,00 0700N_MWG 5070B_MWG 7Q frodslehcieR 4120N_MWG 4621B_MWG 9340N_MWG 4K 4790B_MWG 1701B_MWG 2340N_MWG 4271B_MWG eßartsrodoehT 2130N_MWG 6340N_MWG 9800N_MWG 1220N_MWG 9791B_MWG 3220N_MWG Am Beginn der Messreihen steht ein Grundwasserhöchst- Die größeren Absenkungen mit > 0,3 m bis max. 0,7 m werstand infolge des Niederschlagsereignisses im Juni 2013. Ab den öfter bei den grundwasserfernen Standorten festgestellt. 2018 folgen, mit Ausnahme des Jahres 2021, sehr trockene Teilweise kann jedoch auch ein anthropogener Einfluss bei Jahre. Auch diese Gegebenheiten verursachen den Trend zu den größeren Absenkungen nicht ausgeschlossen werden. abnehmenden Grundwasserständen in den letzten 10 Jah- Bei 6 Messstellen ist kein eindeutiger Trend in eine Richtung ren (Ende 2012 bis Ende 2022). zu verzeichnen. Drei dieser Messstellen befinden sich in Be- Bei 60 % aller, jeweils über ganze Jahre ausgewerteten reichen, in denen seit längerem ein stetiger Grundwasser- Messstellen, ist ein Absinken der Grundwasserstände wäh- anstieg in ehemaligen Grundwasserabsenktrichtern durch rend der letzten 10 Jahre festzustellen. Im Mittel liegt das Reduzierung von Grundwasserentnahmemengen festgestellt Minus bei 20-30 cm (vgl. Diagramm 24). wurde. Entsprechend können sich dort die beiden Effekte in etwa aufheben.

Diagramm 24: Entwicklungen der Grundwasserstände bei 18 Grundwassermessstellen mit langjährigen Zeitreihen; grau: entnahmebedingt beeinflusste Zeitreihen, hellblau: ohne eindeutigen Trend; (Betrachtungszeitraum: Ende 2012 bis Ende 2022

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1.3 Grundwasserquantität

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]etnakreboednäleG retnu m[ dnatsbarulF 006

1.3.3 Aktualisierte Grundwasserkarten

Die mit diesem Grundwasserbericht vorgelegten aktualisier- Die Stichtagsmessung 2022 wurde gezielt im hydrologiten Grundwasserkarten wurden auf Basis der Ergebnisse schen Frühjahr (März 2022) durchgeführt um möglichst der Stichtagsmessung vom 08.03.2022 bis 25.03.2022 er- hohe Grundwasserstände abbilden zu können. Nachdem stellt (Anlagen 1 und 2). jedoch die Winterniederschläge des Winter 2021 / 2022 bis einschließlich März mit nur 84 % im Vergleich zum langjährigen Mittel defizitär waren, war die Grundwasserneubildung

Datengrundlagen und Auswertungsmethodik

bis dahin zu gering und die Grundwasserstände sanken von Insgesamt wurden an 409 Messstellen im fraglichen Zeitraum einem Januar-Hoch bis zum März ab. Die Grundwasserstän- Pegelmessungen durchgeführt. Das qualifizierte Grundwas- de im März 2022 blieben damit unter den frühjahrsüblichen sermessnetz wurde dabei um Pegel aus vorhabenbezoge- Grundwasserhochständen. Erst im April folgten Frühjahrsnen Grundwasserüberwachungen ergänzt. Die Wasserspie- Regenereignisse, die den Grundwasserstand noch einmal gellagen der Oberflächengewässer wurden während der vor dem hydrologischen Sommer kurzfristig angehoben ha- Stichtagsmessung nicht neu ermittelt, sondern auf Basis ben. Die Auswertung der 23 Datenloggermessstellen zeigt, der bisherigen Erfahrungswerte angenommen und so in dass die Grundwasserstände im März 2022 zwar großteils die Auswertungen mit einbezogen. Die neuen Grundwas- (zu 78 %) mit 0-35 cm über dem jeweiligen Mittelwert laserkarten wurden im Auftrag des Umweltamtes der Stadt gen, jedoch gleichzeitig mit 10 cm bis 20 cm noch unter- Nürnberg von Genesis Umwelt Consult GmbH erstellt. Die halb des durchschnittlichen Grundwasserhochstandes. Zwischenergebnisse der Auswertungen und Interpolationen Zudem lagen die gemessenen Werte im Durchschnitt um wurden erneut mit den Fachexperten aus dem staatlichen 16 cm unterhalb jenen der Stichtagsmessung Oktober Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, dem GeoZentrum Nord- 2010. Im Ergebnis dieser Auswertung können die veröffentbayern (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) lichten Grundwasserkarten den verschiedenen Grundwassowie dem Umweltamt in zwei Fachgesprächen diskutiert. sersituationen zugeordnet werden (vgl. Tabelle 8). Die Diskussionsergebnisse flossen in das Endergebnis ein. Für die Flurabstandskarte wurde die interpolierte Grund- Größere Abweichungen gegenüber den Grundwasserkarwasseroberfläche mit dem digitalen Geländemodell aus der ten 2011 und 2017 haben sich methodisch bedingt im Be- Laserscan-Befliegung (DGM; Bayerische Vermessungsver- reich Kleinreuth bei Schweinau / Tiefes Feld und in Altenfurt waltung) mit einem 5 x 5 m Raster verschnitten. ergeben. Hier sind die aktuellen Auswertungen wegen einer schlechten Datenlage ungenau. Der Grund hierfür ist im ersten Fall die Bauwasserhaltung im Rahmen des dortigen

Die neuen Karten: Ergebnisse – Besonderheiten –

U-Bahnbaus. Im Bereich Altenfurt wurden die Messwerte

Veränderungen

zeitlich versetzt erhoben und mussten daher auf Basis einer Im Großen und Ganzen werden mit den aktuellen Auswer- Doppelmessung interpoliert werden. In diesen Bereichen biltungen die bisherigen Ergebnisse der Grundwasserkarten be- den die Grundwasserkarten der Grundwasserberichte 2011 stätigt. Kleinere anthropogen bedingte oder natürliche Ver- und 2017 die tatsächlichen Grundwasserverhältnisse deutänderungen des Grundwasserspiegels bilden sich bei dem lich besser ab. Bearbeitungsmaßstab von 1:25.000 kaum wahrnehmbar ab.

Grundwasserkarten aus Grundwasserberichten Grundwassersituation
Grundwasserbericht 2011 Stichtagsmessung Oktober 2010 nach einem niederschlagsreichen Spätsommer Mittlere Grundwasserstände
Grundwasserbericht 2017 Stichtagsmessung Okt 2016 Nach einem trockenen Sommer Niedrige Grundwasserstände
Grundwasserbericht 2023 Stichtagsmessung März 2022 nach defizitären Winterniederschlägen Mittlere Grundwasserstände

Tabelle 8: Grundwassersituation bei den Grundwasserkarten der Grundwasserberichte Nürnberg

Südwestlich von Kornburg, im Bereich von Greuth, sind die Hinweise zur Anwendung der Grundwasserkarten Grundwasserverhältnisse aufgrund geringer Datendichte Mit dem vorliegenden Grundwasserbericht werden nun wienoch unsicher. Daher werden hier die interpolierten Grundder aktualisierte Grundwasserkarten vorgelegt, die weitestwassergleichen als „vermutet“ ausgewiesen. gehend das gesamte Stadtgebiet Nürnberg abdecken. Es ist Zwischen Kornburg und Katzwang ergibt sich aufgrund ei- generell das obere Grundwasserstockwerk (im Wesentlichen ner Veränderung im Grundwassermessnetz ein veränderter Quartär und Sandsteinkeuper) abgebildet. Wie in Tabelle 8 Verlauf der Grundwassergleichen. Zudem gab es neue Hin- erläutert, bilden die Grundwasserkarten der verschiedenen weise auf eine vergrößerte Ausdehnung des schwebenden Jahre unterschiedliche Grundwassersituationen ab. Grundwasserkörpers am Roten Bühl. Die Grundwasserkarten stellen eine Interpolation mit ei- Der Grundwasserstand des Tiefen Brunnens der Kaiserburg ner Maßstabsgenauigkeit von 1:25.000 dar. Sie sind gute wurde erstmals in die Interpolation einbezogen und erscheint Grundlagen- und Erstinformationen für die vielfältigen plausibel. Bislang bestand Unsicherheit, wie gut der Grund- Fragestellungen und haben sich dahingehend bewährt. Es wasserspiegel der Kaiserburg den Hauptgrundwasserleiter empfiehlt sich zu einer solchen Ersteinschätzung alle Grundder Stadt Nürnberg abbildet. Durch die Einbeziehung dieser wasserkarten aus den verschiedenen Jahren heranzuziehen. Messstelle verlagern sich die Grundwasserganglinien um den Standortbezogene Aussagen sind hieraus jedoch nicht Bereich von St. Sebald deutlich nach Süden bis dann das möglich, Detailuntersuchungen für konkrete Fragestellun- Grundwasser mit größerem Gefälle der Pegnitz zuströmt. gen ersetzt die Karte nicht. Zu beachten ist zudem, dass grundsätzlich ein flacherer Zutritt von Stau- oder Schicht- Eine etwas zu geringe Messstellendichte bewirkt in Erlen- wasser oder das Vorkommen kleinräumiger schwebender stegen Ost interpolationsbedingt einen vertikalen Versatz Grundwasserstockwerke möglich ist. der Grundwassergleichen. Grundsätzlich liegen die Baugrunderkundung und die Fest- Bereiche ohne Informationen auf den Grundwasserkarten stellung des relevanten Grundwasserstandes bzw. des Besind: Buchenbühl, Tiergarten, Brunn / Netzstall / Birnthon, messungswasserstandes in der Eigenverantwortung des Bau- Katzwang West und Mühlhof / Krottenbach. In diesen Be- herrn bzw. Hausbesitzers. Für Nürnberg liegt hierzu keine reichen liegen oft, aufgrund der randlichen Lage, zu weni- allgemeine Übersicht vor, da über das Stadtgebiet verteilt ge geeignete Messstellen vor. Im Bereich Buchenbühl sind keine ausreichende Anzahl auswertbarer 30-jähriger Zeitreidurch Grundwassersanierungsmaßnahmen die Grundwas- hen und auch bislang keine flächendeckenden Messwerte serverhältnisse aktuell leicht gestört. für eine Grundwasserhochstand-Situation vorliegen. Für den Grundwasserbericht 2017 wurde eine Planungshin- Schwebende Grundwasserstockwerke, die sich kleinräumig weiskarte für wassersensible Bereiche im Stadtgebiet Nürnüber dem Hauptgrundwasserleiter ausbilden, wurden beberg erstellt und ist auf der Homepage des Umweltamtes reits in den Grundwasserkarten der Grundwasserberichte veröffentlicht. Auch diese Karte kann Orientierung bei einer 2011 und 2017 dargestellt. Lediglich im Bereich des Roten Ersteinschätzung geben [51]. Bühl im Süden von Nürnberg wurde die Ausdehnung aktuell etwas erweitert. Die Darstellung der schwebenden Grundwasserstockwerke kann jedoch nicht vollständig sein, da diese oft kleinräumig auftreten und daher oft nicht bekannt sind.

GRUNDWASSERBERICHT 2023 2 Nürnbergs Wasserhaushalt im Klimawandel 97

2 Nürnbergs Wasserhaushalt im

Klimawandel – Herausforderungen

– Maßnahmen

Die differenzierte Darstellung und Bewertung der Auswir- zunehmende Wetterextreme, d.h. um Zuwenig an Wasser kungen des Klimawandels auf den Nürnberger Wasser- während langanhaltender Trockenzeiten und temporär um haushalt sowie die sich daraus ergebenden Herausforde- Zuviel an Wasser bei Starkregen. Es werden Strategien vorrungen stellen den zweiten Schwerpunkt des vorliegenden gestellt, mit denen die Stadt Nürnberg diesen Herausforde- Grundwasserberichtes dar. rungen begegnet und im Zuge der Stadtentwicklung und Daseinsvorsorge umsetzt. Die wasserwirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft wurden bereits in den letzten Grundwasserberichten 2011 Grundwasser ist ein wichtiger Baustein im Wasserhaushalt. und 2017 [12] [49] angesprochen. Im Folgenden werden sie Grundwasserkörper sind dabei große Wasserspeicher mit vertiefend aufgezeigt. Im Wesentlichen geht es dabei um z.T. erheblichem Wasserdargebot.

2.1 Der Wasserhaushalt

Die wesentlichen Komponenten des natürlichen hydrolo- tung sowie der oberirdische und unterirdische Zu- und gischen Wasserhaushaltes sind Niederschlag und Verduns- Abfluss (vgl. Abbildung 20).

Niederschlagswasser Regen, Schnee, Hagel

Foto: Regenschleier (Quelle Timo Nickl)

Verdunstendes Wasser Wasser, das durch Temperatureinwirkung und

Sonneneinstrahlung in Form von Wasserdampf in die Atmosphäre entweicht Verdunstung erfolgt über unbewachsene Oberflächen (z.B. Dächer, Straßen offene Wasserflächen) und bewachsene Oberflächen (Vegetation) = Evapotranspiration

Foto: aufsteigender Bodennebel (Quelle: Stadt Nürnberg)

oberirdische Gewässer Flüsse, Landgräben, Stillgewässer, künstliche Ge-

wässer (z.B. der Main-Donau-Kanal)

Foto: Pegnitz (Quelle: Stadt Nürnberg)

unterirdische Gewässer Grundwasser

unterirdisches Wasser, das die Hohlräume im Untergrundgestein zusammenhängend ausfüllt

Foto: Tiefer Brunnen, wissenschaftlicher Tauchgang 2012 (Quelle: Uli Kunz)

Abbildung 20: Faktoren des Wasserhaushaltes (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

98 2.1 Wasserhaushalt GRUNDWASSERBERICHT 2023

Alle vier Faktoren des Wasserhaushaltes greifen ineinander. Die Wasserhaushaltsgleichung für ein langjähriges Mittel eines natürlichen Gebietshaushaltes lautet:

Niederschlag = Verdunstung + Oberirdischer Abfluss + Unterirdischer Abfluss
(Grundwasserneubildung)
(100%) (ca. 60–70 %) (ca. 10-20%) (ca. 10-20%)

Die jeweiligen prozentualen Anteile an den Faktoren sind Untergrund (unterirdischer Abfluss). Eine erste Wasserbilanz in den Gebieten unterschiedlich und im Wesentlichen ab- für Nürnberg wurde bereits im letzten Grundwasserbericht hängig von der Bodenbeschaffenheit (Bodenart, Bodenver- 2017 [12] in Kapitel 2.4.3 vorgestellt. Abbildung 21 verdichtung, Versiegelungsgrad), von der Art des Bewuchses/ deutlicht die Störung des Wasserhaushalts und die Verschieder Vegetation (z.B. Wald, Grasland, Acker), vom Relief (Ge- bung der Faktoren durch Urbanisierung/ Versiegelung. fälle) und den Klimafaktoren (z.B. Temperatur, Wind, Son- Die Wasserbeileitungen für Trink- und Bewässerungswasneneinstrahlung). ser (vgl. Kapitel 2.4 und 2.5.2) stellen eine positive Ergänzung des Nürnberger Wasserhaushalts dar. Während das

Urbaner Wasserhaushalt

zugeleitete Trinkwasser nach der Nutzung vorwiegend in In einer dicht bebauten Stadt ist grundsätzlich der natürliche die Abwasser- oder Trennkanalisation gelangt und damit am Wasserhaushalt durch Bebauung und Infrastruktur, durch Ende über Oberflächengewässer (z.B. bei den Klärwerken) Grundwasserentnahmen und durch Wasserzuleitungen abfließt, wird das beigeleitete Bewässerungswasser für den stark verändert. Mit Ausnahme der Wasserbeileitung für Gemüsebau im Knoblauchsland weit überwiegend von den die Bewässerung des Knoblauchslandes (Kapitel 2.5.2) ver- Pflanzen aufgenommen und teilweise transpiriert/ von Blattschieben diese anthropogenen Aktivitäten den städtischen oberflächen verdunstet, zum Teil mit der Ernte abgetragen Wasserhaushalt in Richtung eines verstärkten Oberflächen- und dem Lebensmittelsektor zugeführt. Die Auswirkungen abflusses (oberirdischer Abfluss/ Abfluss über Oberflächen- auf den Grundwasserspeicher sind im Verhältnis gering. gewässer) und einer verringerten Wasserspeicherung im

Abbildung 55

Abbildung 56

Abbildung 21: veränderte Wasserbilanz durch Versiegelung: Wege des Niederschlags bei natürlichem und bei befestigtem Untergrund (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Caroline Stumpf)

GRUNDWASSERBERICHT 2023 2.1 Wasserhaushalt 99

Wasserhaushalt im Klimawandel Die Auswirkungen des Temperaturanstiegs und der vermehrten/verlängerten Trockenzeiten sind: Niedrigwasser in Ober- Ändert sich das Klima, so wirkt sich dies in vielfältiger Weise flächengewässern und temporäre Austrocknung kleinerer auf den Wasserhaushalt und die Gewässerqualität aus. Gewässer (Abbildung 22), erhöhte Wasserbedarfe insbesondere für die landwirtschaftliche Bewässerung, Verringerung Wie stark sich das Klima ändert, hängt u.a. von der Umsetzung der Wasservorräte verbunden mit erhöhten Anstrengungen und vom Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen ab. Im Klimazur Wasserversorgung und eine Verschlechterung der Ge- Report Bayern 2021 des Bayerischen Staatsministeriums [52] wässerökologie. werden daher v.a. zwei Szenarien betrachtet: Bei dem einen Szenario ist Voraussetzung, dass die Begrenzung der Störung Die Zunahme an Häufigkeit und Intensität von Starkniederdes Klimasystems gemäß des Pariser Übereinkommens gelingt schlägen haben ein erhöhtes Risiko für Überflutungen und (Szenario RCP2.6: „2-Grad-Obergrenze“). Bei dem anderen Überschwemmungen zur Folge. Szenario wird eine Entwicklung „ohne Klimaschutz“ (RCP8.5) zugrunde gelegt. Dieses beschreibt den Worst-Case. Die zukünftig zu erwartenden Änderungen bei Niederschlag und Temperatur (v.a. Regen statt Schnee, Starkregen und da- Insgesamt wird davon ausgegangen, dass in unseren Breiten mit schneller Abfluss, Zunahme der Verdunstung) werden in der winterliche Niederschlag zunimmt und die Sommer dage- Summe zu Lasten der Grundwasserneubildung gehen [53]. gen trockener werden, Niederschläge fallen häufiger als Starkregen. Wegen steigender Temperaturen verlängert sich die Vegetationsperiode, gleichzeitig wird es jedoch zu längeren Trockenperioden kommen und die Verdunstung nimmt zu [52].

Abbildung 57

Abbildung 58

Abbildung 59

Abbildung 22: Nahezu ausgetrockneter Flusslauf der Gründlach am 16.08.2022, nach einer langanhaltenden Trockenzeit (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

2.2 Wasserstrategien – Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Extremsituationen in den letzten Jahren haben das Thema und Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen „Wasser“ nochmals stärker in den öffentlichen und poli- vorzubeugen bzw. sie zu minimieren. Wasser ist existentischen Fokus gerückt. Die Sicherstellung der Versorgung tiell und lebensnotwendig, daher wurden und werden auf mit Trinkwasser für die Bevölkerung sowie Brauchwasser internationaler und nationaler Ebene Strategien, Konzepte für Industrie, Landwirtschaft / Gartenbau und Energiever- und Programme entwickelt, um mehr Nachhaltigkeit beim sorgung ist dabei eine zentrale Aufgabe. Die Konsequenzen Umgang mit der Ressource Wasser zu erreichen. Die Umvon großer Trockenheit für die Natur- und Kulturlandschaf- setzung dieser Maßnahmen erfolgt auch und insbesondere ten (incl. Wälder) sowie Gewässer erfordern weiterreichen- auf kommunaler Ebene. de Maßnahmenpakete. Gleichzeitig gilt es, den Gefahren

2.2.1 Globale und nationale Wasserstrategien

Globaler Aktionsplan – UN-Wasserdekade stand und im Grundwasser ein guter chemischer sowie ein guter mengenmäßiger Zustand erreicht werden (vgl. Kapitel Vom 22. bis 24.März 2023 fand die erste UN-Wasserkon- 1.1.5.). Zudem wurde der Schutz und die Verbesserung der ferenz seit 46 Jahren statt. Eine weltweit drohende Was- Gewässer auch im Zielekatalog des „Green Deal“ der Euroserkrise und die Dringlichkeit, nachhaltige Entwicklungen päischen Kommission (EC 2019 [56]) aufgenommen – beibei den wasserbezogenen Zielen voranzutreiben, waren spielsweise die Reduktion von Nähr- und Schadstoffen in der Auslöser und veranlassten zu einem globalen Aktionsplan „Vom-Hof-auf-den-Tisch-Strategie“, der Strategie für eine mit 700 Selbstverpflichtungen. Auf einer Folgekonferenz in schadstofffreie Umwelt oder die Renaturierung von Auen 2025 soll die Umsetzung der angekündigten Vorhaben geund Flüssen in der Biodiversitätsstrategie. Zuletzt wurde die prüft werden. EU-Trinkwasserrichtlinie, welche die Qualität des Trinkwas- Die Mitgliedstaaten und damit auch Deutschland sind auf- sers regelt, am 16.12.2020 geändert. Hier wurden unter gerufen, sich durch Aktionen und Initiativen zur Informati- anderem die Anforderungen an einen Zugang für Alle zu on, Bildung sowie Aus- und Fortbildung für die Realisierung einer sicheren Wasserversorgung und Abwasserbehandlung eines nachhaltigen Wasserressourcen- und Gewässerma- aus der ersten europäische Bürgerinitiative – bekannt unter nagements einzusetzen, um somit die UN-Wasserdekade "Right2Water" – berücksichtigt [57]. Zahlreiche weitere EUzu unterstützen. Richtlinien behandeln Wasserbelange [57], z.B. die Grundwasser-Richtlinie, Hochwasserrichtlinie, Badegewässerricht- Bereits 2011 wurde von den Vereinten Nationen die UN- linie, Kommunalabwasserrichtlinie, Nitrat-Richtlinie. Wasserdekade beschlossen und 2017 mit einer Resolution einstimmig verabschiedet. Sie findet vom 22. März 2018 bis zum 22. März 2028 statt und verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: die Verbesserung der Wissensverbreitung zum Thema Wasser und Gewässerschutz, einschließlich Informationen zu den wasserbezogenen Nachhaltigkeitszielen (SDG) der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung und die Stärkung der Kommunikationsmaßnahmen zur Umsetzung der wasserbezogenen Ziele. [54] [55].

Abbildung 60

Pläne und Regelungen der Europäischen Union (EU)

Auch die Europäische Union (EU) befasst sich aufgrund der staatenübergreifenden Aufgaben mit dem Schutz und der Bewirtschaftung von Gewässern. Ein starkes Instrument wurde mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahr 2000 eingerichtet, die anspruchsvolle Ziele zum Schutz der Gewässer festschreibt. Bis spätestens 2027 soll in den Oberflächenge- Abbildung 23: Titelblatt zum Bericht über 20 Jahre EG wässern ein guter ökologischer und ein guter chemischer Zu- Wasserrahmenrichtlinie (Quelle: Umweltbundesamt)

Deutschlands Nationale Wasserstrategie

Deutschland hat am 15. März 2023 im Bundeskabinett die Nationale Wasserstrategie verabschiedet [58]. Auch hier ist Hintergrund der zunehmende Druck, dem die Wasserressourcen ausgesetzt sind. Wasserbezogene Maßnahmen aller relevanten Sektoren, von der Landwirtschaft und dem Naturschutz, über Verwaltung und Verkehr, Stadtentwicklung und Industrie, sollen gebündelt werden. Die Strategie, die auf den Zeitraum bis 2050 ausgelegt ist, zielt mit einem umfassenden Aktionsprogramm aus 78 Maßnahmen letztlich darauf ab, den großen Herausforderungen der Wasserwirtschaft zu begegnen, einen naturnahen Wasserhaushalt wiederherzustellen und die Wasserwirtschaft klimaresilient zu machen.

Hauptthemen sind: hochwertige und bezahlbare Trinkwasserversorgung, saubere Gewässer und Grundwasser,

Abbildung 24: Logo Wasserzukunft Bayern 2050 (Quelle: Bay-

naturnaher Wasserhaushalt, Abwasserentsorgung/-abgabe erisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz) nach dem Verursacherprinzip, Anpassung der Wasserversorgungs-Infrastruktur und der Wassernutzung an die Folgen der Klimakrise. wasserspeicher. Bei der Wasserversorgung sind es v.a. die Von großer Bedeutung ist u.a. die Ausrichtung der Stadtent- Vernetzung der Wasserversorger, der Neubau von Verbundwicklungsplanung auf die wassersensible Gestaltung. Wei- leitungen und ein Zukunftskonzept Fernwasserversorgung, terhin sind die Kommunen in die Aufgaben des qualitativen u.a. wird über eine zusätzliche Fernwasserleitung „West“ und quantitativen Gewässerschutzes, der nachhaltigen Ge- nachgedacht (Wasser aus dem Bodensee für Nordbayern) wässernutzungen (u.a. Wasserentnahmen), Überwachung, inkl. eines Ringschlusses über Wasserspeicher (Stauseen) Naturschutz und Gewässerbewirtschaftung eingebunden. (vgl. auch Projekt „SÜSWasser“ 2021, [60]). Zum Pro- Weitere Aufgaben sind die Förderung lokaler und regiona- gramm gehören außerdem ein bayernweiter Aktionsplan ler landwirtschaftlicher Produkte und Vermarktungsnetz- für Bewässerung, wobei es um intelligente Bewässerungswerke sowie die Öffentlichkeitsarbeit zur Schaffung des konzepte geht und darum, notwendige Bewässerungsmaß- Bewusstseins für den Schutz der Ressource Wasser und für nahmen nachhaltig und umweltverträglich zu gestalten. die Akzeptanz von Veränderungen und Maßnahmen. Weiter widmet sich die Offensive dem Gewässerschutz in einem Verantwortungspaket, einer Bewusstseinsoffensive Wasserzukunft Bayern 2050 „Wasserland Bayern“, dem Wasser mit Sozialfunktion, d.h. dem Wasser als wichtigen Baustein für die Lebensqualität Am 28.10.2020 wurde mit der Regierungserklärung „Wasinkl. der Erholungsfunktion. Die Abwasserinfrastruktur, die serzukunft Bayern 2050“ des Bayerischen Staatsminister Stärkung des Landschaftswasserhaushalts, Hochwasser und für Umwelt und Verbraucherschutz das Thema Wasser zu Ökologie sind weitere Aspekte, ebenso wie die Gestaltung einem zentralen Aufgabengebiet und auch in Bayern zu urbaner Räume nach dem „Schwammstadtprinzip“ [61]. einem Schwerpunktthema gemacht [59]. Zudem hat der bayerische Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung vom 21.07.2021 die Einführung eines Als zentrale Säulen wurden benannt: Wasser speichern sogenannten Wassercents angekündigt, welcher einen Auf-

schlag beim Wasserpreis darstellt. Mit dessen Hilfe sollen ei- Wasser gesamtstaatlich denken. nerseits Bürger und Unternehmen zum sorgsamen Umgang Wesentliche Aspekte dabei sind Wasserspeicher- und Über- mit Wasser angehalten werden und andererseits die Lasten leitungssysteme, z.B. die Donau-Main-Überleitung, ein und Nutzen von Wasserentnahmen, Wasserbereitstellung bayernweiter Speichercheck und ein Generalplan Niedrig- und den nötigen Schutzmaßnahmen ausgeglichen werden.

2.2.2 Wasserwirtschaftliche Verhältnisse

Im Folgenden werden zunächst die besonderen Rahmen- nennen. Die Wasserführung der Rednitz wird allerdings webedingungen in Nürnberg aufgezeigt. sentlich von der Main-Donau-Überleitung gestützt (Karte 31 nächste Seiten). Nur so kann auch dieses Fließgewässer entsprechend direkt für Kühlwasser [66] und indirekt für Ufer-

Wasserressourcen in Nürnberg

filtrat zur landwirtschaftlichen Bewässerung im Nürnberger Nürnberg befindet sich mit einer durchschnittlichen Jah- Stadtgebiet nachhaltig genutzt werden (vgl. 2.5.2). Zusätzres-Niederschlagshöhe von ca. 600 mm/Jahr (Durchschnitt lich verlaufen durch Nürnberg zwei bedeutende künstliche zwischen 1991-2020, vgl. Kapitel 2.2.1) in einem ver- Gewässer: der nur noch zum Teil erhaltene alte Ludwig-Dogleichsweise regenarmen Gebiet [62]. Das Mittel des Jah- nau-Main-Kanal (vgl. Kapitel 2.6.3) und der neue, in Betrieb resniederschlags in Deutschland liegt bei 790 mm im Ver- befindliche, Main-Donau-Kanal. gleichszeitraum [63].

Damit verknüpft ist die mittlere jährliche Grundwasserneu- Wasserbedarf in Nürnberg bildungsrate, die sich ebenfalls in der unteren Hälfte im Der gesamte Wasserbedarf eines Jahres im Stadtgebiet deutschlandweiten Vergleich befindet [64] (Näheres dazu Nürnberg im Durchschnitt der Jahre 2017-2022 beträgt rund in Kapitel 2.2.3). 40 Mio m³ (vgl. Abbildung 25). Aufgrund der geologischen Situation liegen weit überwie- Nürnberg ist eine wachsende Großstadt. Ende 2022 waren gend mäßige bis mittlere Ergiebigkeiten der Grundwasser- ca. 540.000 Personen mit Hauptwohnung gemeldet [67]. leiter und -vorkommen vor (vgl. [65], Karte 30 und zusätz- Die Trinkwassermengen, die die Haushalte (und Kleinbeliche Informationen in Kapitel 1.3.2). triebe) benötigen, stellen mit rund 60 % den weitaus größten Anteil des gesamten Wasserbedarfs in Nürnberg dar Bei den Oberflächengewässern sind in Nürnberg insbeson- (vgl. Abbildung 25). dere die zwei großen Fließgewässer Rednitz und Pegnitz zu

Ergiebigkeit

der Grundwasservorkommen

in Deutschland

Bedeutende Grundwasservorkommen

Sehr ergiebig: Einzelbrunnen meist > 40 l/s, Wasserwerke häufig > 5 Mio. m³/a

Ergiebig: Einzelbrunnen meist 15 - 40 l/s, Wasserwerke häufig 1 - 5 Mio. m³/a

Weniger oder wechselnd ergiebig: Einzelbrunnen meist 5 - 15 l/s, Wasserwerke häufig 0,2 - 1 Mio.m³/a

Weniger bedeutende Grundwasservorkommen

Ergiebigkeit von Brunnen meist < 5 l/s; örtlich in Brunnen und Quellen große Ergiebigkeit möglich; Nutzung aus technischen und hygienischen Gründen eingeschränkt

Keine bedeutenden Grundwasservorkommen

Ergiebigkeit von Brunnen meist < 2 l/s; örtliche Brunnen können für die Versorgung wichtig sein

Stadtgrenze von Nürnberg

Gewässer (Gewässerstationierungsachse)

¯

0 2550 100 150 Quellen: km BGR; GeoBasis-DE/BKG,2023

Karte 30: Ergiebigkeit der Grundwasservorkommen in Deutschland (Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, verändert)

Industrie- und Gewerbebetriebe benötigen für verschie- gegen der Einsatz von Wasser- und Erdwärmepumpen zum dene produktionsbedingte oder betriebliche Anlagen und Kühlen und Heizen (3,7 %). Das Wasser wird zwar, nachz.T. für Kühlzecke rund 20 % des gesamten Wasserbedarfs dem ihm Energie entzogen wurde, wieder unmittelbar in in Nürnberg. Da die Wasserqualität hierfür nicht immer so den Wasserkreislauf zurückgeführt oder im Untergrund behohen Ansprüchen wie jenen an das Trinkwasser genügen lassen, dennoch stellt dieser Anteil des Wasserbedarfes eine muss, kann das Betriebswasser teilweise aus eigenen Brun- Gewässerbenutzung dar, die mit Eingriffen in den Grundnen gefördert werden. wasserkörper verbunden ist (vgl. Kapitel 2.5.1).

10 % des Gesamtwasserbedarfs werden zur Bewässerung Weitere Wassermengen, ca. 3,3 % des Gesamtwasserbeder landwirtschaftlichen Flächen, insbesondere der Sonder- darfs, sind für die Daseinsvorsorge der in der Stadt lebenkulturen im Knoblauchsland im Nürnberger Norden (Gemü- den Bevölkerung, d.h. für städtische Einrichtungen, nötig: seanbau), und ansonsten zur Bewässerung der gärtnerisch So z.B. für die sozialen Einrichtungen wie Krankenhäuser, genutzten Flächen sowie der Sport- und Freizeitflächen be- Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Freizeit- und annötigt. Diese Wassermengen werden vorwiegend direkt aus deren Einrichtungen (z.B. Schwimmbäder, Sportplätze, Tier- Grundwasser mittels Brunnen vor Ort bzw. aus Uferfiltrat garten). Neben der Stadtverwaltung mit seinen Ämtern und aus dem Regnitztal gewonnen (Trinkwassermengen, die zur Büros wird z.B. auch für die Abwasserbehandlung Frisch- Bewässerung genutzt werden sind hier nicht berücksichtigt wasser benötigt. und werden unter „Haushalte“, „Kleingewerbe“ oder „Ge- Die Bewässerung von Privatgärten ist angesichts eines Anwerbe und Industrie“ nicht ausdifferenziert). Insbesondere teils von ca. 2,6 % am gesamten Wasserbedarf in Nürnberg im Knoblauchsland ist die ausreichende Wasserversorgung ebenfalls eine relevante Größe und findet sich teilweise in schon sehr lange ein grundlegendes, bedeutendes Thema der Summe des Trinkwasserverbrauchs für Haushalte wie- (vgl. Kapitel 2.5.2 und 2.5.3). der, weshalb sie nur grob geschätzt werden kann (ange- Für die Energiegewinnung bei großen Kraftwerken (v.a. lehnt an Angaben des BDEW [69]). Kohle- und Atom-Kraftwerke) wird Kühlwasser benötigt, Für die Notwasserversorgung Nürnbergs, die im Katastrowozu i.d.R. Oberflächengewässer genutzt werden. Dieser phenfall und bei temporären Ausfällen der Trinkwasserver- Bedarf ist generell rückläufig [68], er wurde in der vorliegensorgung greift, werden in Nürnberg 117 Trinkwasser-Notden Auswertung nicht berücksichtigt. Zunehmend ist da-

40 Mio m³ – diese Wassermenge entspricht:

Lorenzkirche ohne Türme; 165 ha * 24 m)

gen (je 150 l).

Beispiele für den Wasserverbrauch der Stadtverwaltung

Der städtische Eigenbetrieb „Stadtentwässerung und Umweltanalytik“ (SUN) benötigt z.B. Frischwasser in Höhe von ca. 0,44 Mio. m³ pro Jahr, wovon mehr als 90 % aus eigenen Brunnen bedient werden kann. Die anteilig größten Einsatzbereiche für Betriebswasser sind die Abluftwäsche zur Reduzierung von Geruchsemissionen, betriebliche Reinigungsprozesse, das Ansetzen von Flockungshilfsmitteln, sowie Kühlprozesse.

Straßenbäume erfüllen eine wichtige Klimafunktion in der Stadt. Da sich die Straßenbäume häufig im stark versiegelten Umfeld befinden und daher eine nur unzureichende natürliche Versorgung über das Niederschlagswasser haben, wird Bewässerungswasser für die Straßenbäume benötigt. Dieses beläuft sich auf ca. 18 Mio Liter/Jahr (0,018 Mio m³/a). Städtische Grünflächen werden nur in extremen Trockenzeiten bewässert.

brunnen bereitgehalten. Von großer Bedeutung ist hierfür, Wasserversorgung in Nürnberg die Grundwasserqualität und -quantität auch für diese Aus- Bis in das 18. Jahrhundert haben die Nürnberger die im nahmefälle sicherzustellen. Stadtgebiet vorhandenen Quellen genutzt und sich über bis Nicht zuletzt ist der Landschaftswasserhaushalt auf einen zu 137 öffentliche und weitere zahlreiche private Brunnen weitgehend intakten Wasserkreislauf angewiesen. Neben mit dem benötigten Wasser versorgt. Am Ende des 18.Jh. dem Niederschlagswasser benötigen Vegetation und Tier- gab es bis zu 3000 Brunnen für rund 100.000 Einwohner welt die Oberflächengewässer und das Grundwasser in den und für die Nürnberger Betriebe (vgl. auch Grundwasserfür sie relevanten Tiefenbereichen. Neben langanhaltenden bericht 2011 Kapitel 1.2. [49]). Vor 150 Jahren lag der Pro- Trockenzeiten beeinflussen sinkende Grundwasserstände Kopf-Wasserbedarf bei ca. 10 bis 20 Litern pro Tag [71] [72]. die natürlichen Lebensräume erheblich. Große Baumbe- Heute liegt er bei 127 Liter/Person und Tag (vgl. Kapitel 2.5). stände, Wälder, aber auch die Bäume in den Freiflächen lei- Ende des 18. Jahrhunderts wurde aufgrund der schlechten den seit den letzten Jahren zum Teil erheblich unter Wasser- Wasserqualität in der Stadt (v.a. Keime), des steigenden stress. Ähnliches gilt für grundwassernahe Standorte sowie Wasserbedarfs durch Industrialisierung und des rasanten die natürlichen und künstlichen Stillgewässer (vgl. Kapi- Bevölkerungszuwachses, damit begonnen, Wasser von Autel 2.3). Kleinere Oberflächengewässer trocknen im Sommer ßerhalb nach Nürnberg zu leiten. regelmäßig aus, aber sogar die Gründlach, ein Gewässer zweiter Ordnung, führte in der ersten Augusthälfte 2022 Wassergewinnung im Stadtgebiet Nürnberg nach einer langen Phase der Trockenheit streckenweise im Stadtgebiet gar kein Wasser mehr [70] (Abbildung 22). Heute werden 12 % des Nürnberger Trinkwasserbedarfs im Neben dem klimagerechten Waldumbau und der klima- Stadtgebiet selbst über Brunnen im Wasserschutzgebiet Ergerechten Grünplanung der Stadt ist die Minimierung von lenstegen/Eichelberg gewonnen, d.h. ca. 3,9 Mio m³/Jahr Eingriffen in den natürlichen Wasserhaushalt die wichtigste von insgesamt 32,2 Mio m³/Jahr. Maßnahme zugunsten des Naturhaushalts.

Gesamtwasserbedarf im Stadtgebiet Nürnberg - Anteile der Wassernutzer - 2017-2022

Wassernutzer öffentliche Trinkwasser- verorgung Wasser- beileitung Regnitztal private und gewerbliche Entnahme- mengen aus Brunnen im Stadtgebiet Summe Wasser- bedarf 57,9% PrivateHaushalte (und Kleingewerbe) 21,0% Gewerbeund Industrie 9,4% Bewässerung (Brunnen und Beiletung) 3,7% Wärmepumpenanlage 3,3% StadtNbg. mit Einrichtungen 3,2% Sonstige
[Mio m³] [Mio m³] [Mio m³] [Mio m³]
Private Haushalte (und Kleingewerbe) 23,10 0,2 1) 23,30
Darunter private Gartenbewässerung 0,85 0,20 1,05 2)
Gewerbe und Industrie 7,10 1,36 8,46
Bewässerung (Beregnungsbrunnen+Wasserbeileitung) v.a. Landwirtschaft, Gärtnereien, Sportplätze (hier ohne private Gartenbrunnen) 2,7 1,10 3,80
Wärmepumpenanlagen 1,47 1,47
Stadtentwässerung und Umweltanalytik 0,04 0,40 0,44
Städtische Bäder 0,11 0,01 0,12
Tiergarten 0,03 0,17 0,20
SÖR 0,07 0,03 0,10
Darunter Straßenbäume (ca. 10.000 Bäume) 0,02
Übrige Stadtverwaltung inkl. Soziale Einrichtungen und Kliniken 0,47 -- 0,47
Sonstige 1,28 --- 1,28
Summe 32,20 2,7 4,74 39,64

57,9%

21,0%

9,4%

3,7%

3,3%

3,2%

  1. Gartenbrunnen geschätzt 2) angenommen 4,5 % des Trinkwasserbedarfs der Haushalte (in Anlehnung an BDEW )

Abbildung 25: Überblick über die Wasserbedarfe in Nürnberg (ohne Kühlwasser für Kraftwerke aus Oberflächengewässern), Zusammenstellung benötigter Wassermengen nach Nutzungsarten im Durchschnitt der letzten vier bis sechs Jahre - Stand Ende 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg)

Weitere Wassermengen für betriebliche Zwecke sowie zur rund 2,7 Mio m³ (im Durchschnitt der Jahre 2017-2022) zur Wärme-/Energiegewinnung (Kühl- und Heizzwecke) wer- Bewässerung des Gemüseanbaugebietes Knoblauchsland, den mit einem Volumen von ca. 3,2 Mio m³/Jahr aus Be- Tendenz steigend (vgl. Kapitel 2.6.2). triebsbrunnen im Stadtgebiet Nürnberg geschöpft. Für die Bewässerung von Sportanlagen, Grünflächen, für die Wasserversorgung des Tiergartens und für Gartenbaubetriebe Hersbruck s b l t W Z s K R 2 a e o o w u 6 r a u a l u r w p n g e f s 2 M n e i d s i i u t . e n e n 3 e i d n

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(vgl. Kapitel 2.5). Karte 31: Schema der Überleitung Donau-Main (Quelle: WWA Ansbach) Eine große Wasserüberleitung in das gesamte Regnitz- Main-Gebiet findet seit Beginn der 90er Jahre mit dem Überleitungssystem Donau-Main statt (vgl. Karte 31). Im

Fazit

Mittel der Jahre 1999 bis 2022 werden hierüber pro Jahr 153 Mio m³ Wasser aus dem regenreichen Donaugebiet in Nürnberg kann also seinen Wasserbedarf zu einem Anteil das regenarme Maingebiet übergeleitet [73]. Einen Anteil von ca. 22 % selbst decken (vgl. Tabelle 9) und ist ansonsten, davon nutzt in Form von Uferfiltrat das Wasserbeileitungs- wie andere Großstädte auch, im hohem Maß auf eine Wasprojekt aus dem Regnitztal mit einer Wassermenge von serversorgung von außerhalb der Stadtgrenzen angewiesen.

Wassergewinnung [Mio m³/a] Wassergewinnung im Stadtgebiet Wassergewinnung unweit des Stadtgebietes Wasserzuleitung von weiter her Summe [Mio m³/a]
Trinkwasser 3,9 2,5 25,8 32,2
Wasserbeileitung zur Bewässerung des Knoblauchslandes, welches von der Donau-Main-Überleitung profitiert (Uferfiltrat; vgl. Karte 31) 2,7 2,7
Brunnenwasser (v.a. Betriebs- und Beregnungsbrunnen) 4,7 4,7
Summe 8,6 2,5 28,5 39,6
Prozent 22 % 6% 72% 100%

Wassergewinnung

[Mio m³/a]

Wassergewinnung

im Stadtgebiet

Wasserzuleitung

von weiter her

Summe

[Mio m³/a]

Tabelle 9: Gesamtüberblick über die Wasserversorgung im Stadtgebiet Nürnberg im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

2.2.3 Herausforderungen für die Wasserwirtschaft, die Wassernutzer und die Stadtverwaltung

Wasser kennen wir bislang eigentlich nur im Überfluss, geln werden angepasst. So wird z.B. bei der Planung von denn es ist aus dem Trinkwasserhahn ständig verfügbar. Abwasserinfrastrukturen ein entsprechend angepasster Be- Dies ist einerseits positiv und unterstützt den aktuellen Le- messungsmaßstab angewandt. bensstandard. Seitens der Nürnberger Wasserversorgung, In einigen Regionen Bayerns sind die Grundwasserstände der N-ERGIE Aktiengesellschaft, wird stets die Bereitstellung bereits um mehrere Meter abgesunken (Diagramm 25). mit ausreichenden Mengen an Trinkwasser auch auf lange Deutschlandweite Auswertungen weisen einen Rückgang des Sicht sichergestellt (Kapitel 2.5). Wasserdargebotes nach. So hat das Umweltbundesamt eine Nichts desto trotz gibt es für die Zukunft große Heraus- Reduktion des „langjährigen potenziellen Wasserdargeboforderungen, welche im Zusammenhang mit dem Klima- tes“ im Vergleich der Zeitreihen 1961-1990 und 1991-2020 wandel, der Verunreinigung von Gewässern und der Sied- um 6,4 % festgestellt [68] [75]. Ein Team des Deutschen lungsentwicklung (inkl. Infrastrukturen) stehen. Es sind die GeoForschungsZentrums (GFZ) hat, gemeinsam mit For- Herausforderungen, die auch letztlich hinter den dargestell- schenden der Universität Bonn und des Forschungszentten Zukunfts-Strategien des Bundes und des Freistaates ste- rums Jülich, im Hinblick auf die Wasserverluste die Jahre von hen. Dass Wasserknappheit nicht ein weiter entferntes Zu- 2002 bis 2022 v.a. mit Daten der Satellitenmissionen GRACE kunftsthema ist, sondern bei Städten und Gemeinden real (2002 bis Missionsende 2017) und GRACE-Follow On (seit als aktuelles Problem angekommen ist, zeigt auch die For- 2018 aktiv) genauer untersucht und damit erste Auswerderung der Kommunalen Spitzenverbände in Deutschland, tungen des US-Amerikaners James Famigletti verifiziert. Ihr dass mit Blick auf zunehmende Hitze- und Dürreperioden Fazit: Im Durchschnitt hat Deutschland jedes Jahr 760 Millio- Leitlinien zur Priorisierung bei der Verteilung von Wasser für nen (760 Mio m³/a; -2,1 mm Wasseräquivalent/Jahr) Wasser den Fall von Knappheit in Deutschland entwickelt werden verloren – sei es durch abnehmende Bodenfeuchte, schwinsollen [74]. dendes Grundwasser, abgeschmolzene Gletscher oder gesunkene Wasserspiegel. Der gesamte Wasserspeicher hat demnach in den zwei Jahrzehnten um zusammengerechnet

Die wichtigsten herausfordernden Aspekte

15,2 Kubikkilometer abgenommen. Um verlässlich einen Die Klimawandelprognosen unterscheiden sich je nach zug- Trend abschätzen zu können, sei der Zeitraum jedoch zu rundgelegtem Szenario (vgl. Kapitel 2). Unabhängig davon kurz und zu stark von verschiedenen Extremen geprägt [76]. werden aus Vorsorgegründen bei Planungen die erwarteten Auch ist eine flächenscharfe Auswertung für Nürnberg we- Klimaveränderungen berücksichtigt. Die technischen Re- gen der geringen räumlichen Auflösung der Satellitenbil-

Abbildung 61

Diagramm 25: Niedrigstwerte an Grundwassermessstellen des Bayerischen Landesgrundwassermessnetzes (Grundnetz-Quantität) seit 2000 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

der nicht möglich. Nürnberg ist von entsprechend starken in diesen Zeitspannen mehr an den natürlichen Abflussver- Absenkungen des Grundwasserspiegels – mit Ausnahmen hältnissen. Dieser Betrieb wurde in den letzten Jahren 2018 (Tiefer Brunnen der Kaiserburg) – nicht betroffen, da es sich bis 2022 immer wieder in unterschiedlichen Zeiträumen gein einer Senke und im Talraum des Pegnitz-Rednitz-Regnitz- nutzt und hat sich bewährt. Das Überleitungssystem sieht Talsystems befindet (vgl. Kapitel 1.3.2). Dennoch sind auch sich mit dieser Maßnahme für die Zukunft gut gerüstet. in Nürnberg bereits Grundwasserabsenkungen im Beob- Die Wasserbeileitung für das Knoblauchsland fußt auf der achtungszeitraum der letzten 10 Jahre um durchschnittlich oben genannten Überleitung. Nicht zuletzt vor dem Hinter- 0,2 bis 0,3 m und mehr festzustellen (vgl. Kapitel 1.3.2). Dies grund eines steigenden Wasserbedarfes bei zunehmenden deutet darauf hin, dass der Nürnberger Raum von länger- Trockenphasen werden verstärkt Maßnahmen zur Steigefristigen Wasserverlusten in ähnlichem Größenmaßstab wie rung der Effektivität bei der Bewässerung entwickelt (vgl. in Deutschland betroffen ist. Kapitel 2.6.2 und 2.6.3). Für die Trinkwasserüberleitung aus dem Donauraum (Gen- Neben der Quantität spielt auch die Grundwasserqualität derkingen) des Zweckverbandes „Wasserversorgung Fräneine erhebliche Rolle bei der Wasserversorgung. Wenn das kischer Wirtschaftsraum“ (WFW), welcher in Nürnberg Grundwasser nicht die geeignete Qualität aufweist können rund 1/3 des Trinkwasserbedarfs deckt (vgl. Kapitel 2.5), erhebliche Aufwendungen zur Sanierung und Aufbereitung muss, wegen Auslaufen des Bisherigen, aktuell ein neues erforderlich werden. Diese und die Verknappung von nutz- Wasserrecht, d.h. die Genehmigung zur Wasserentnahme, baren Grundwasserressourcen durch Verschmutzung gilt es beantragt werden [77]. Es handelt sich hierbei um relativ zu vermeiden. In 2020 mussten zwei Notwasserbrunnen langfristige Wasserversorgungsplanungen, weshalb sowohl wegen Schadstoffbelastungen (je einmal zu hohe Konzentbei der Einschätzung der Wasserbedarfe als auch des Wasrationen an Pflanzenschutzmitteln und LHKW) aufgegeben serdargebotes die Entwicklungen im Zusammenhang mit werden. den prognostizierten Klimaveränderungen berücksichtigt werden müssen. Die Sicherstellung einer nachhaltigen Was- Weitere Herausforderungen im Zusammenhang mit dem serversorgung wird auch in Zukunft eine große Aufgabe der Klimawandel, der vermehrt Extremwetterereignisse erwar- Kommunen und Länder sein (vgl. Wasserzukunft Bayern in ten lässt, stellen der Hochwasserschutz und die Starkre- Kapitel 2.2.1). gengefahren für die Stadt dar (vgl. Kapitel 2.8). Die Maßnahmen, die hierzu im Zuge der Stadtentwicklung und Auch bei der Vergabe von Wasserrechten in Nürnberg, d.h. Grünflächengestaltung (vgl. auch Kapitel 2.7) ebenso wie bei der Genehmigung von Entnahmekontingenten zur Nutbei den Infrastrukturen (z.B. entwässerungstechnische Anzung von Grundwasser aus dem Nürnberger Untergrund, lagen, Straßengestaltung), geplant und umgesetzt werden sei es für gewerblich-industrielle Zwecke oder für die landmüssen, bedürfen im Vorfeld einer umfänglichen Abstimwirtschaftliche und gartenbauliche Bewässerung, ist es mung unter den verschiedenen Fachgebieten und Akteuren. Aufgabe der zuständigen Behörden gleichzeitig die Bedarfe und die zukünftigen, auch klimatischen Entwicklungen zu Mit Blick auf den Naturhaushalt ergeben sich vor allem berücksichtigen, abzuwägen und nachhaltige Entscheidunaufgrund der prognostizierten häufigeren und längeren gen zu treffen (vgl. Kapitel 2.6.1). Trockenzeiten Herausforderungen für die Biotop- und Landschaftspflege (vgl. Kapitel 2.4), für die Auswahl an Straßen- Das Donau-Main-Überleitungssystem (vgl. Karte 31), das bäumen, die an das künftige Klima angepasst sind, sowie die Abflüsse in Regnitz und Main stabilisiert, muss bei für die Grünflächengestaltung und den Waldumbau. länger anhaltenden Trockenphasen, erstmals im Sommer 2015, auf einen speziell dafür ausgelegten Sonderbetrieb Ein sparsamer und effizienter sowie nachhaltiger und intelumstellen. Der Sonderbetrieb tritt ein, wenn ein bestimmligenter Umgang mit der Ressource Wasser ist angesichts ter Abfluss am Pegel Kelheimwinzer an der Donau unterder beschriebenen Herausforderungen geboten. Dies gilt schritten wird und somit kein Donauwasser mehr für die für die betrieblichen und landwirtschaftlichen Wassernutzer Überleitung abgepumpt werden darf. Der Aufhöhungsbe- (vgl. Kapitel 2.6.), die städtebauliche Planung, die Stadtvertrieb kann dann, abhängig vom Füllstand der vorhandenen waltung insgesamt (vgl. Kapitel 2.7 und 2.8), wie für jeden Speicher Rothsee und Brombachsee, mit reduzierten Übereinzelnen Bürger und Grundstücksbesitzer. Im Anhang I leitungsmengen weiterbetrieben werden und orientiert sich werden dazu weiterführende Hinweise gegeben.

2.3 Daten zum Nürnberger Wasserhaushalt

2.3.1 Klimatische Entwicklung

Das Umweltamt der Stadt Nürnberg wertet die meteoro- und 1991-2020 an der Station Nürnberg-Flughafen beträgt logischen Daten seit einigen Jahren systematisch aus. Die somit 1,0 °C. Besonders starke Zuwächse sind im Januar und klimatologische Auswertung bezieht sich v.a. auf die Sta- April (+1,5 °C) zu verzeichnen. Die Erwärmung vollzieht sich tion Nürnberg-Flughafen des Deutschen Wetterdienstes jedoch generell in allen Monaten. Der lineare Trend zeigt im (DWD), die über sehr lange Messreihen verfügt (monatliche Zeitraum 1934-2022 derzeit eine Temperaturzunahme von Temperaturdaten seit 1933, tägliche Temperaturdaten seit 1,7 °C. Bayernweit wird seit Beginn flächendeckender Wet- 1955, tägliche Niederschlagsdaten seit 1956, stündliche termessungen in 1881 eine Zunahme von 1,8 °C gemessen Niederschlagsdaten seit 1995) und auch hinsichtlich der [78]. Datenqualität die beste Station in Nürnberg darstellt. Im Ebenso ist an der Messstation Nürnberg-Flughafen auch ein Jahr 2020 endete eine neue 30-jährige Messreihe, so dass deutlicher Anstieg der Sommertage (Tagesmaximum der nun die Klimareferenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 Lufttemperatur ≥ 25 °C) und heißen Tage (Tagesmaximum miteinander verglichen werden können und somit eine verder Lufttemperatur ≥ 30 °C), die als Indikatoren für die Hitbesserte Vergleichbarkeit der klimatischen Veränderungen zebelastung dienen, zu verzeichnen. Der Vergleich der beider letzten 60 Jahre möglich ist. den Klimareferenzperioden zeigt einen mittleren Anstieg von etwa 12 Sommertagen und 6 heißen Tagen. Somit werden

Temperaturentwicklung

pro Jahr in ca. 8 Wochen Temperaturen ≥ 25 °C, in 2 Wochen Wie auch im Großraum Mittelfranken zu beobachten, ist das ≥ 30 °C erreicht. Die seit 2014 bestehende Messstation am vergangene Jahrzehnt bislang als das wärmste Jahrzehnt Jakobsplatz in der Altstadt verzeichnet jeweils etwa 10 Somund das Jahr 2018 als das heißeste Jahr in die über 80-jährige mertage bzw. heiße Tage mehr als am Flughafen. Das be- Nürnberger Statistik eingegangen. Lag die Jahresmitteltem- deutet, dass die klimatische Situation die Innenstadt verstärkt peratur im Zeitraum 1961-1990 noch bei durchschnittlich belastet und insbesondere die innerstädtische Bevölkerung in 8,8 °C, stieg sie im Zeitraum 1991-2020 auf 9,8 °C an (Dia- den z.T. stark verdichteten Siedlungsräumen Nürnbergs etwa gramm 26). Der Zuwachs der Jahresmitteltemperatur zwi- an zusätzlich 10 Tagen im Jahr Temperaturen von ≥ 25 °C schen den beiden 30-jährigen Referenzperioden 1961-1990 sowie über ≥ 30 °C ausgesetzt war.

Diagramm 26: Temperaturentwicklung an der Station Nürnberg Flughafen seit 1934 (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Dem gegenüber steht in den Wintermonaten eine Ab- tur < 0 °C), so dass sich hier der Trend zu milderen Wintern nahme um 7 Eistage (Tagesmaximum der Lufttemperatur bemerkbar macht. Es ist davon auszugehen, dass sich der < 0 °C) und 10 Frosttage (Tagesminimum der Lufttempera- Trend auch langfristig fortsetzen wird.

Top 10: Höchste Jahresmitteltemperatur an der Station Nürnberg-Flughafen [°C]
Rang 1 Rang 2 Rang 3 Rang 4 Rang 5 Rang 6 Rang 7 Rang 8 Rang 9 Rang 10
2018 2022 1994 2014 2015 2019 2020 2000 2017 2007
11,2 10,9 10,9 10,8 10,7 10,6 10,6 10,1 10,0 10,6

Tabelle 10: Die zehn wärmsten Jahre an der Messstation Nürnberg-Flughafen (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Klimatologischer Parameter Mittel 1961-1990 Mittel 1991-2020
Jahresmitteltemperatur [°C] 8,8 9,8
Anzahl Sommertage (Tmax ≥ 25 °C) 40,6 52,9
Anzahl heiße Tage (Tmax ≥ 30 °C) 7,8 13,8
Anzahl Wüstentage (Tmax ≥ 35 °C) 0,1 1,2
Anzahl Frosttage (Tmin < 0 °C) 100,3 90,3
Anzahl Eistage (Tmax< 0 °C) 23,2 16,7
Jahresniederschlagssumme [mm] 644,1 600,4

Tabelle 11: Vergleich der klimatologischen Parameter für die Klimareferenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 (Stationsdaten Messstelle Flughafen: DWD; Auswertung: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Niederschlagsentwicklung um etwa 34 mm reduzierte sich die Niederschlagssumme

von 274,8 mm (1961-1990) auf 240,6 mm (1991-2020) Bei der Niederschlagsentwicklung lässt sich an der Station (Diagramm 28). Nürnberg-Flughafen bislang ein leicht abnehmender Trend hin zu trockeneren Jahren feststellen. Der Vergleich der bei- Die langjährigen Trendanalysen der beiden weiteren Nürnden Referenzperioden zeigt eine Abnahme der Jahresnieder- berger DWD-Messstationen in Netzstall und Krottenbach schlagssumme von 644 auf 600 mm (Diagramm 27). Auch zeigen keine einheitlichen Veränderungen der Jahresniein einer differenzierten Betrachtung der hydrologischen derschlagssummen. Auch hinsichtlich der einzelnen Mona- Jahreszeiten zeichnet sich dieser Trend ab. Dabei stellen die te und Jahreszeiten lassen sich bislang keine eindeutigen Monate Mai bis Oktober den hydrologischen Sommer und Trends feststellen. Die von den Klimamodellen prognostidie Monate November bis April den hydrologischen Winter zierten trockeneren Sommer und feuchteren Winter sind in dar. Im hydrologischen Sommer zeigt sich eine leichte Ab- den Messdaten bislang nur ansatzweise bzw. (noch) nicht nahme des Niederschlags um etwa 10 mm von 369,3 mm zu erkennen. (1961-1990) auf 359,8 mm (1991-2020) im Vergleich der Die prognostizierte Zunahme von Starkregenereignissen langjährigen Mittel. Im hydrologischen Winter ist die Abspielt in Nürnberg vermehrt eine Rolle. Eine detaillierte Benahme im Vergleich der langjährigen Mittel etwas größer: trachtung erfolgt im Kapitel 2.8.1.

Diagramm 27: Jahresniederschlagssumme an der Station Nürnberg-Flughafen seit 1956 (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Summe der Niederschlagshöhe (Mai-Okt ― hydrologischer Sommer) Station Nürnberg-Flughafen 1956-2022 (mm)

550

500

450

400

350

300

250

200

150

100

50

0

1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2020 Mittelwert 1961-1990 (369,3 mm) Mittelwert 1991-2020 (359,8 mm) Gleitender 10-jähriger Mittelwert Linearer Trend (1956-2022)

Summe der Niederschlagshöhe (Nov-Apr ― hydrologischer Winter) Station Nürnberg-Flughafen 1956-2022 (mm)

650 600 550 500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0 1956 1960 1964 1968 1972 1976 1980 1984 1988 1992 1996 2000 2004 2008 2012 2016 2020 Mittelwert 1961-1990 (274,8 mm) Mittelwert 1991-2020 (240,6 mm) Gleitender 10-jähriger Mittelwert Linearer Trend (1956-2022)

Diagramm 28: Auswertung der Niederschlagssumme der hydrologischen Jahreszeiten an der Station Nürnberg-Flughafen (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

2.3.2 Bedeutung der Versiegelung für den Wasserhaushalt

Mit der weiteren Siedlungsentwicklung einer Stadt, insbe- • durch Reduzierung der Versickerung und Grundwassersondere mit der Zunahme an Bau- und Verkehrsflächen, neubildung sowie Reduzierung des Grundwasserspeigeht eine Zunahme versiegelter Flächen einher. Je nach Flä- chers/-vorrats wird der unterirdische Grundwasserabfluss chennutzung liegt der Versiegelungsgrad der Siedlungs- und in Richtung Vorflut, d.h. in Richtung Oberflächengewäs- Verkehrsflächen i.d.R. zwischen 30 und 100 %. Nürnberg ser minimiert. Es kann zu häufigeren Niedrigwasserereigist eine sehr dicht bebaute und versiegelte Stadt. Zum Stand nissen bzw. zum verstärkten Austrocknen kleinerer Grä- 2021 nehmen Siedlungs- und Verkehrsflächen 61,7 % des ben und Gewässer kommen. Stadtgebietes ein (vgl. Diagramm 29). 2011 lag der Anteil

am Nürnberger Stadtgebiet bei 60,5 % (Statistisches Jahrereignissen. Damit steigt das Risiko von Überschwembuch 2016 [79]). mungen und Überflutungen. Bodenversiegelung und Überbauung von Boden führt zu Durch Versiegelung werden so die Auswirkungen des Klimaeinem irreversiblen Verlust seiner natürlichen Funktionen wandels in einem relevanten Maß verstärkt, mit den Folgen [81]. Im Hinblick auf den Wasserhaushalt sind dies die weeines häufigeren Zuwenig bzw. Zuviel an Wasser. sentlichen Funktionen der Grundwasserneubildung durch Versickerung/Bodenpassage von Niederschlagswasser und Karte 32 gibt einen groben Überblick über das Maß der die Speicherfunktion von Wasser in Abhängigkeit der Bo- Beeinflussung des Wasserhaushaltes durch die Art der Flädenart und -ausprägung. Diese Funktionen haben außer- chennutzung. dem unmittelbar Auswirkungen auf die Retentionsleistung bei Regen- und Hochwasserereignissen und auf die Ver-

Fazit

dunstungsleistung. In ganz Deutschland und ebenso in Nürnberg ist der Be- Deshalb führt eine Versiegelung von Flächen neben der erdarf derzeit groß, v.a. mehr Wohnungen zu bauen. Sonderheblichen Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit, der programme werden daher aufgelegt. Häufig sind damit Flä- Aufheizung von Städten und verstärkter Staubentwicklung chen-Neuinanspruchnahmen verbunden, in Nürnberg sind in Bezug auf den Wasserhaushalt zu: dies z.B. die Neubaugebiete Bebauungsplan 4641 „Wetzendorf“ und 4445 „Tiefes Feld“ (vgl. Kapitel 2.7.2.1).

Neben der wichtigsten Maßnahme, der Vermeidung von

Flächenversiegelungen, verbunden mit dem Flächenrecycdunstungskühlung und damit zu einer Veränderung des ling und dem kompakten Bauen, kommen den Maßnahmen Kleinklimas. zur Bewältigung der Folgen von Versiegelung eine große

einem Verlust von guten Voraussetzungen für die städ- ereignissen, wassersensible Stadtentwicklung nach dem tische Vegetation (z.B. mit Folge eines Bewässerungs- „Schwammstadt-Prinzip“, Maßnahmen der dezentralen bedarfs von Straßenbäumen). Regenwasserbewirtschaftung (vgl. Kapitel 2.7 und 2.8).

Abbildung 62

Abbildung 64

Abbildung 63

Diagramm 29: Bodenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung der Stadt Nürnbe rg - Stand 2021 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt, Quelle der Daten: Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2022 [80])

Beeinflussung des Wasserhaushaltes

in Abhängigkeit von Nutzungsarten

im Nürnberger Stadtgebiet

Beeinflussung des

Wasserhaushaltes

in Abhängigkeit von Nutzungsarten

Siedlungs- und Verkehrsflächen

geringe Beeinflussung (Grünflächen, Friedhöfe)

Sonstige Nutzungsarten

mittel bis starke Beeinflussuung sehr geringe bis geringe (Wohnbau, gemischte Nutzungen) Beeinflussung Gewässer starke bis sehr starke Beeinflussung Wald, Gehölz (Verkehr, Industrie, Gewerbe) Landwirtschaft ´ 0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 Flughafen Vorfeld Meter

Karte 32: Das Stadtgebiet von Nürnberg: grobe Einteilung der Beeinflussung des Wasserhaushalt in Abhängigkeit von Nutzungsarten - gemäß ALKIS-Daten, Allgemeines Liegenschaftskataster, Stand 2023 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

2.3.3 Grundwasserneubildung und Grundwasserstände in der Region Nürnberg

– Entwicklungen in der Vergangenheit und Ausblick in die Zukunft

(Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 92 – Dr. Benjamin Kopp, Dr. Jörg Neumann)

Einleitung GWN-BW ist ein modular aufgebautes, deterministisches

und flächendifferenziertes Modell zur Berechnung der tat- Die Trinkwasserversorgung in Bayern stützt sich mit jährsächlichen Verdunstung, zur Simulation des Bodenwasserlich rund 800 Millionen Kubikmeter auf die Nutzung von haushaltes und der unterhalb der durchwurzelten Boden- Grundwasser. Dies entspricht einem Anteil von rund 89 % zone gebildeten Sickerwassermenge [84]. Die so modellierte an der gesamten gewonnenen Trinkwassermenge. Mehr- Grundwasserneubildung aus Niederschlag bildet somit das heitlich wird das Trinkwasser dabei aus Brunnen gewonnen Neubildungsgeschehen für den oberflächennächsten Grund- (68,3 %), gefolgt von der Quellwassernutzung (20,7 %). wasserleiter ab, während Aussagen zu Neubildungsraten Die übrigen Anteile des Trinkwassers stammen aus der Getieferer Grundwasserstockwerke methodisch bedingt nicht winnung von Uferfiltrat (7,8 %), aus Oberflächengewässern möglich sind. Des Weiteren kann die Grundwasserneubildung (2,9 %) (v.a. Trinkwassertalsperren) und angereichertem aus Niederschlag nicht direkt mit dem nutzbaren Grund- Grundwasser (0,4 %) [82]. wasserdargebot gleichgesetzt werden. Hierfür sind gege- Da das Grundwasser außerdem durch Industrie, Gewerbe benenfalls weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen [85]. und die Landwirtschaft genutzt wird, kommt der langfris- Auf Grund der Datenlage ist die Modellierung mit GWNtigen Entwicklung unserer Grundwasservorkommen eine BW in stark versiegelten Stadt- bzw. Siedlungsgebieten herausgehobene Bedeutung zu. Dabei stellt die Grundwaskleinräumig mit hohen Unsicherheiten behaftet, weshalb serneubildung aus Niederschlag ein wichtiges Maß für die im Rahmen dieses Beitrags keine belastbaren Grundwasnatürliche Regeneration der Grundwasserressourcen dar. serneubildungsdaten für das reine Stadtgebiet Nürnberg Es handelt sich hierbei per Definition um den „Zugang von ausgegeben werden können. Ursächlich hierfür sind unter infiltriertem Wasser zum Grundwasser“ (DIN 4049-3). Die anderem die durch anthropogene (Bau ) Tätigkeiten stark Grundwasserneubildung aus Niederschlag ist dabei keine überprägten Böden sowie fehlende detaillierte Informatiostatische Größe, sondern variiert von Jahr zu Jahr in Abhännen, beispielsweise zur Kanalisation sowie zu Anlagen zur gigkeit vom jeweiligen Niederschlagsgeschehen (positive Bi- Regenwasserversickerung bzw. -speicherung. Im Folgenden lanzgröße), temperaturbedingten Änderungen der Verdunswird daher eine Betrachtung der Grundwasserneubildung tung sowie der Abflussdynamik (negative Bilanzgrößen). aus Niederschlag im regionalen Maßstab auf Grundlage Auf Grund der beschriebenen Zusammenhänge erfolgt der eines Kartenausschnitts mit 50 km Kantenlänge und der Großteil der jährlichen Grundwasserneubildung während des Stadt Nürnberg im Zentrum vorgenommen (Karte 33). hydrologischen Winterhalbjahres (November bis April), wenn auf Grund niedriger Temperaturen und der Winterruhe der Messung der Grundwasserstände Vegetation die Verdunstungsverluste gering sind. Im Mittel werden in Bayern rd. 200 mm/a bzw. 200 l/m2 Grundwas- Die messtechnische Erfassung der Grundwasserstände in serneubildung verzeichnet, dies entspricht rd. 20 % der jähr- Bayern erfolgt landesweit auf Basis von staatlichen Grundlichen Niederschlagshöhe [83]. Innerhalb von Bayern sind na- wassermessstellen und Quellen durch den Landesgrundturräumlich-klimatisch bedingt große regionale Unterschiede wasserdienst. Damit wird das Ziel verfolgt, weitgehend bei der Grundwasserneubildung zu beobachten. lückenlose Zeitreihen repräsentativer und fehlerfreier Messdaten zu gewinnen. Die so erhobenen Daten dienen der Be- Im nachfolgenden Text wird die Entwicklung der Grundwas- schreibung von (langfristigen) Entwicklungen, als Grundlaserneubildung sowie der gemessenen Grundwasserstände ge für planerische oder gewässerkundliche Fragestellungen für die Region Nürnberg beschrieben und diskutiert. und finden Verwendung bei Berichtspflichten wie z.B. der EG-Wasserrahmenrichtlinie.

Methodik

Die Messdaten aller staatlichen Grundwassermessstellen Modellierung der Grundwasserneubildung werden über den Gewässerkundlichen Dienst Bayern (GKD [21]) veröffentlicht, getrennt nach oberflächennahen sowie Da sich die Grundwasserneubildung aus Niederschlag messtieferen Grundwasserstockwerken. Im Niedrigwasserinfortechnisch nur punktuell und unter erheblichem Aufwand ermationsdienst (NID [86]) erfolgt für ausgewählte Messstelmittelt lässt, erfolgt für Bayern eine flächendeckende Modellen eine Klassifizierung der aktuellen Grundwasserverhältlierung auf Basis des Bodenwasserhaushaltsmodell GWN-BW. nisse in die Kategorien „kein Niedrigwasser“, „niedrig“,

„sehr niedrig“, „neuer Niedrigstwert“ bezogen auf die jewei- bis mittlere Durchlässigkeiten bzw. Ergiebigkeiten auf, und lige mehrjährige Statistik. Die entsprechenden Einstufungen werden von quartären Grundwasservorkommen entlang sind damit von besonderem Interesse während Niedrigwas- der Fließgewässer durchzogen. serphasen und Trockenperioden. Analog erfolgt im Hochwassernachrichtendienst (HND [87]) für ausgewählte Mess- Langfristige Entwicklungen in Mittelfranken und im stellen in oberflächennahen Grundwasserstockwerken eine Großraum Nürnberg Beurteilung der aktuellen Grundwasserverhältnisse bezogen Lufttemperatur und Niederschlag auf hohe Grundwasserstände. In Mittelfranken traten seit dem Jahr 1951 die 10 wärmsten Hydrogeologie der Region Nürnberg Jahre, mit Ausnahme des Jahres 1994, nach dem Jahr 2000 auf. Spitzenreiter waren dabei die Jahre 2022 und 2018, je- Bevor im Folgenden Aussagen zur langfristigen Entwickweils mit einer Abweichung von rund +2.1 °C gegenüber lung der Grundwasservorkommen in der Region Nürnberg dem langjährigen Mittelwert 1971-2000 (Diagramm 30). getroffen werden, ist es notwendig die hydrogeologischen Diese beobachtete Zunahme der Lufttemperatur führt bei Eigenschaften des Untergrunds zu betrachten. Die Region ausreichendem Niederschlagsdargebot zu einer Zunahme Nürnberg ist Teil des nordbayerischen Schichtstufenlandes, der Verdunstung. Gleichzeitig haben sich die Niederschläge welches geologisch durch den vielfachen horizontalen sowährend des hydrologischen Winterhalbjahres (November wie vertikalen Wechsel unterschiedlicher Sedimentfolgen bis April) im 10-Jahres Zeitraum 2013-2022 in Mittelfranken mit vorwiegend geringer Schichtneigung charakterisiert im Mittel um rund 14 % verringert. Beide Prozesse (Zunahme wird. Durch deren Unterschiede bezüglich der hydrogeoder Verdunstung, Abnahme der Winterniederschläge) gehen logischen Eigenschaften, insbesondere der Durchlässigkeit, zu Lasten der Grundwasserneubildung aus Niederschlag. ergibt sich als typisches Kennzeichen die Ausbildung eines sog. Grundwasser-Stockwerkbaus. Hier wechseln sich meh-

Grundwasserneubildung aus Niederschlag

rere Grundwasserleiter und Grundwasserstauer in vertikaler Abfolge ab [88]. Die mittlere Grundwasserneubildung im 30-jährigen Zeitraum 1991-2020 der Region Nürnberg beträgt rund 81 mm/a Relevante oberflächennahe hydrogeologische Einheiten im (Karte 34 links) beziehungsweise 81 Liter pro Quadratmeter Großraum Nürnberg sind der Jura im Osten, sowie der Keuund Jahr. Dieser Wert liegt weit unterhalb des Mittelwertes per im Westen (Karte 33). Beide Einheiten weisen mäßige für Bayern und spiegelt die insgesamt limitierte Wasserver-

Abbildung 65

Karte 33: Räumliche Verteilung der relevanten oberflächennahen hydrogeologischen Einheiten im Großraum Nürnberg (LfU, 2009) mit Auswahl repräsentativer staatlicher Grundwassermessstellen in den hydrogeologischen Einheiten des Quartär, Jura und Keuper (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

fügbarkeit der Region wieder. Gut erkennbar ist auch die he- Winterniederschläge sowie des zuletzt gehäuften Aufterogene Verteilung der Grundwasserneubildung in der Re- tretens von Trockenjahren hat sich die Grundwasserneugion Nürnberg, mit vergleichsweise hohen Raten im Bereich bildung in den letzten 10 Jahren 2012-2021 im Mittel um der weiträumig verkarsteten Malmkalke im Nordosten sowie -20 % auf rund 65 mm/a verringert (Karte 34 rechts). Die deutlich geringeren Raten im übrigen Keuper-Bergland. höchsten Abnahmen traten dabei im Bereich der Malmkalke (Jura) der nordöstlich von Nürnberg gelegenen Fränki- Auf Grund der genannten Auswirkungen der Temperaturschen Alb auf. erhöhung (= Zunahme der Verdunstung), der geringeren

Abbildung 67

Diagramm 30: M ittlere jährliche Temperaturen für den Regierungsbezirk Mittelfranken der Jahre 1951 bis 2022 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU; Datenquelle: Stationsdaten des Deutschen Wetterdienst, DWD)

Abbildung 66

Karte 34: Mittlere jährliche Grundwasserneubildung aus Niederschlag (mm/a) in der Region Nürnberg im Zeitraum 1991-2020 (links) und Abnahme der Grundwasserneubildungsraten (mm/a) in der Dekade 2012-2021 (rechts) (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Abbildung 68

Diagramm 31: M ittlere jährliche Grundwasserneubildung aus Niederschlag der Jahre 1951 bis 2021 für die Region Nürnberg (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Grundwasserstände langfristig eine Tendenz zur Abnahme der mittleren Grund-

wasserstände und Quellschüttungen. In den letzten Jahren Die geringere Grundwasserneubildung in den letzten Jahren hat sich diese Entwicklung weiter fortgesetzt, womit sich zeigt sich erwartungsgemäß in vielen Fällen auch in einer Abdie direkte Auswirkung der verringerten Grundwasserneunahme der Grundwasserstände und der Quellschüttungen bildung zeigt. Bis zuletzt wurden für das Jahr 2022 an vielen im oberen Grundwasserstockwerk. Eine Ausnahme bilden Messstellen in Bayern auch neue Niedrigstwerte erfasst (vgl. hier Grundwassermessstellen entlang des Quartärs der Fließ- Diagramm 25 in Kapitel 2.2.3). Dies bedeutet, innerhalb der gewässer. Diese reagieren zwar ebenfalls deutlich auf langanjeweils vorliegenden Gesamtzeitreihe wurde bisher noch haltende Trockenperioden mit gleichzeitig sehr geringen Abkein niedrigerer Wert registriert. Die logische Konsequenz flüssen in den Fließgewässern, regenerieren sich jedoch auch der jüngsten Häufung von Trockenjahren und der damit verschnell wieder, sobald die Fließgewässer in regenreichen bundenen verringerten Grundwasserneubildung. Perioden wieder mehr Wasser führen (Diagramm 32 oben). Anders verhalten sich hingegen die gemessenen Grundwasserstände in fließgewässerfernen Grundwasservorkommen, Ausblick / zukünftige Entwicklung noch dazu bei größeren Flurabständen (Abstand zwischen Um Aussagen über die zukünftige Entwicklung der Grund- Gelände- und Grundwasseroberfläche). Hier führen auswasservorkommen treffen zu können, wurde mit dem Bobleibende Niederschläge zu einer Abnahme der Bodenwasdenwasserhaushaltsmodell GWN-BW ein auditiertes Ensemsergehalte, so dass sich entsprechend auch die gebildete ble aus 13 Klimaprojektionen gerechnet. Alle Projektionen Sickerwassermenge verringert und weniger Grundwasserbasieren auf dem IPCC-Emissionsszenario RCP8.5, also einem neubildung erfolgt. Dieser Effekt zeigt sich gut erkennbar Szenario ohne Klimaschutz. bei den gezeigten Messstellen HERZOGENAURACH 195, KAISERBURG NUERNBERG und Windsbach-Suddersdorf im Anhand der Ergebnisse lassen sich mögliche zukünftige Keuper-Bergland (Diagramm 32 Mitte und unten links) und Entwicklungsszenarien aufzeigen, auch wenn diese mit teilbesonders ausgeprägt bei der Messstelle EICHENSTRUTH-W5 weise hohen Unsicherheiten behaftet sind und eine große im Malmkalk (Diagramm 32 unten rechts). Bandbreite unterschiedlicher Entwicklungen aufweisen. Während für Mittelfranken einige Klimaprojektionen bis Die Entwicklung abnehmender Grundwasserstände in der Mitte des Jahrhunderts (Zeitraum 2036-2065) eine leichte Region Nürnberg wird durch Auswertungen zum Langzeit- Zunahme der mittleren Grundwasserneubildung gegenüber verhalten der erhobenen Grundwasserstände und Quelldem Referenzzeitraum 1971-2000 erwarten lassen, zeigen schüttungen an ausgewählten Messstellen in Bayern bis zum andere Klimaprojektionen im dreißigjährigen Mittel eine Jahr 2020 [89] bestätigt. So zeigen inzwischen rund 86 % teils deutliche Abnahme der Grundwasserneubildung um der betrachteten Grundwassermessstellen und Quellen bis zu -30 % („Worst-case“).

In den letzten Jahren hat die beobachtete Zunahme der Luft- Um die Versorgung mit Trinkwasser auch in Zukunft sichertemperatur in etwa dem Verlauf der „worst-case-Projektion“ zustellen, erfolgte zuletzt im Jahr 2016 durch die Regierung entsprochen und es ist gleichzeitig zu einer Häufung aus- von Mittelfranken die Veröffentlichung der Wasserversorgeprägter Trockenjahre gekommen. Aus Vorsorgegründen gungsbilanz Mittelfranken [90]. Diese wurde in enger Abwird daher empfohlen, zukünftige Anpassungsmaßnahmen stimmung mit den Wasserversorgern, den Kommunen, den auf entsprechend trockene Entwicklungen und reduzierte Wasserwirtschaftsämtern Ansbach und Nürnberg, dem Grundwasserneubildungsraten auszurichten. Diese Empfeh- Landesamt für Umwelt sowie der Gesundheitsverwaltung lung wird gestützt durch die Tatsache, dass auch die Klima- erarbeitet. projektionen mit einer mittleren Zunahme der Grundwasser- Um dem Aspekt der zuletzt gehäuft aufgetretenen Trockenneubildung eine Häufung von Trockenjahren aufweisen, und jahren, sowie der möglicherweise in Zukunft weiter verringersomit alle möglichen Entwicklungspfade bzw. Klimaprojekten Grundwasserneubildung, Rechnung zu tragen, erfolgt tionen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch mehrjährige Dürderzeit die Aktualisierung der Wasserversorgungsbilanz Mitreperioden geprägt sein werden. telfranken. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2025 geplant.

Abbildung 73

Abbildung 74

Abbildung 69

Abbildung 70

Abbildung 71

Abbildung 72

Diagramm 32: Entwicklung der Grundwasserstände an sechs ausgewählten Grundwassermessstellen in der Region Nürnberg. Während die quartären Messstellen (oben) keinen eindeutigen Trend aufweisen, zeigen sich bei den Messstellen im Keuper Bergland (Mitte, unten rechts) sowie im Malmkarst des Jura (unten links) eine Abnahme der gemessenen Grundwasserstände (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

2.3.4 Grundwasserentnahmen und Bilanzierung der Wasserressource

Aktueller Stand der in Betrieb befindlichen Förder- Alle anderen Brunnenanlagen, über die größere Mengen an brunnen und der Entnahmemengen Wasser zutage gefördert werden soll, benötigen eine wasserrechtliche Genehmigung (vgl. Kapitel 2.6.1). In diesem Zu- Im Stadtgebiet von Nürnberg sind rund 2.680 Grundwassammenhang wird eine maximale zugelassene Fördermenge serförderbrunnen, darunter knapp 2.000 Gartenbrunnen, in pro Jahr festgelegt, die nicht überschritten werden darf. Es Betrieb. Weitere 132 Förderbrunnen verfügen über ein Washandelt sich um das Entnahmekontingent. Da mit dem festserrecht, d.h. über Genehmigungen zur Grundwasserentgelegten Entnahmekontingent auch Spitzenlasten abgedeckt nahme, sind aber derzeit nicht in Betrieb, fördern also aktuell werden sollen, liegt dieses in der Regel höher als die tatsächlikein Wasser. In Diagramm 33, Tabelle 12 und den Karte 35 chen Entnahmen, die über eine Wasseruhr abgelesen werden. und Karte 36 sind die Verteilung und die Dimension der geförderten Wassermengen nach Nutzungsarten dargestellt. Erstmals konnten bei den vorliegenden Auswertungen des aktuellen Sachstands der Grundwassernutzungen die tatsächlichen Entnahmemengen mit einbezogen werden. Es fand dazu eine Nacherhebungsaktion und eine Zusammenführung vorhandener Informationen statt.

Abbildung 75

Sowohl bei den genehmigten Kontingentmengen als auch im Hinblick auf die tatsächlichen Entnahmemengen ist die N-ERGIE Aktiengesellschaft mit den Trinkwasserfassungen in Erlenstegen/Eichelberg der größte Grundwasserentnehmer in Nürnberg. Rund 40 % der Grundwasserentnahmen im Stadtgebiet erfolgt für die Trinkwasserversorgung. Das weitere Einzugsgebiet für diese Wasserressource liegt hauptsächlich östlich und damit bereits außerhalb von Nürnberg.

Abbildung 76

Die betrieblichen Grundwassernutzungen konzentrieren sich entsprechend ihrer Nutzungsart in den Industrie- und Gewerbegebieten in Nürnberg, d.h. im Bereich der Nürnberger Südstadt Steinbühl und Gibitzenhof, sowie am Rangierbahnhof, außerdem in Schweinau, Langwasser und im Hafengebiet. Ebenso befinden sich Betriebsbrunnen in der Innenstadt, in Ziegelstein und Schafhof und am Nordbahnhof. Neben der Brunnenanlage der Deutschen Bahn am Rangierbahnhof sind es zwei weitere städtische Brunnenbetreiber, die mit Kontingenten >0,5 Mio m³ zu den „Großverbrauchern“ gezählt werden. Diese drei Brunnenbetreiber halten rund 40 %

Diagramm 33: A nteil der tatsächlichen Grundwasser-

der Entnahmekontingente aller in Betrieb befindlichen Beentnahmemengen nach Nutzungsarten - Mittelwert zwischen 2017 und 2022; vgl. Tabelle 12 triebsbrunnen im Stadtgebiet. Insgesamt werden 1,97 Mio (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) m³/a Grundwasser durch die in Betrieb befindlichen Betriebsbrunnen im Stadtgebiet im Durchschnitt der Jahre 2017- 2022 gefördert. Ein Anteil in Höhe von 0,21 Mio m³/a wird unmittelbar in das Grundwasser zurückgeführt und belastet Die privaten Gartenbrunnen als auch vereinzelte Trinkwas- den Grundwasservorrat damit nicht. Dieses Wasser wird serbrunnen (wenn ausnahmsweise kein Anschluss an die öf- meist zur Kühlung im Produktionsprozess benötigt. Es hanfentliche Wasserversorgung vorliegt) dienen lediglich für den delt sich hierbei um die „Betriebsbrunnen mit Grundwasserhäuslichen Gebrauch (Bewässerung von Hausgärten), stellen rückführung“. zahlenmäßig aber mit rund 75 % den größten Anteil aller Brunnen dar. Doch sind die Entnahmemengen in der Grö- Ebenso verhält es sich mit dem geförderten Wasser für ßenordnung des „Hausgebrauchs“ und damit relativ gering. Grundwasser-Wärmepumpenanlagen zum Heizen oder Küh- In Summe kommen die grob angenommenen Entnahme- len von Gebäuden. Das Grundwasser wird in der Regel unmengen dennoch auf immerhin rund 2,0 % an den gesam- mittelbar wieder in den Grundwasserkörper über Sickerbrunten Grundwasserentnahmemengen in Nürnberg. nen, vereinzelt auch in Oberflächengewässer, zurückgeführt.

Brunnennutzung (Brunnen in Betrieb) Anzahl Förder- brunnen Genehmigte Entnahme- kontingente (gesamt zwischen 2017-2022; nur teilweise alle gleichzeitig) tatsächliche Entnahmen (Mittelwert 2017-2022) Anteil der tatsächlichen Entnahmen vom jeweils geltenden Kontingent
[Mio. m³/a] [Mio. m³/a] %
Öffentliche Trinkwasserversorgung 96 14,9 3,91 26,3%
Private Trinkwasserbrunnen 26 geringe Mengen keine Angaben ---
Notbrunnen 117 keine Kontingente, Entnahmen nur nach Bedarf -- --
Betriebsbrunnen (34 Anlagen) 50 3,37 1,04 32,3%
Betriebsbrunnen der Großverbraucher (Deutsche Bundesbahn, Klärwerke, Tiergarten) 16 2,76 0,72 25,9%
Betriebsbrunnen mit Grundwasserrückführung (7 Anlagen i.d.R. für Kühlzwecke) 8 0,67 1) 0,21 1) 37%
Grundwasser-Wärmepumpen 79 2,06 1) 1,47 1), 2) 72% 1), 2)
Beregnungsbrunnen 247 1,75 0,68 56,2%
Sportplatzbrunnen der Sportvereine 51 0,53 0,39 74,4%
Brunnen für die Winterberegnung 15 0,03 0,03 93,1%
Gartenbrunnen 1974 keine Kontingente, geringe Mengen 0,20 2) ---
Betriebs- und Beregnungsbrunnen (ohne Trinkwasserversorgung) Gesamt 2440 11,16 4,74
Bauwasserhaltungen (Grundwasserentnahmen zur Trockenlegung von Baugruben) 0,99 ---
Grundwasserentnahmen gesamt 2679 --- 9,64 ---
Grundwasserentnahmen gesamt ohne Entnahmemengen die das Wasser dem Grundwasserkörper wieder zurückführen 2.449 --- 7,96 ---
  1. das geförderte Grundwasser wird über Schluckbrunnen dem Grundwasserkörper wieder zurückgeführt 2) (teils) geschätzte tatsächliche Entnahmen

Tabelle 12: Überblick über Grundwasserentnahmen im Stadtgebiet; Mittelwerte zwischen 2017 bis 2022 - inzwischen stillgelegte Anlagen sind hierin noch anteilig enthalten vgl. auch Diagramm 34 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Diese Grundwasserentnahmen machen seit den 80er Jahren der Jahre 2017-2022 geförderter Wassermengen (ca. 60 % einen zunehmenden Anteil an den Grundwassernutzungen der tatsächlichen Fördermenge aller Beregnungsbrunnen) im Stadtgebiet aus (vgl. auch Kapitel 1.2.3). Mit den aktuell unterstützen diese Brunnen die Bewässerung der Sonderin Betrieb befindlichen Wärmepumpen beläuft sich gemäß kulturen. Der Großteil der Bewässerung im Knoblauchsland, grob geschätzten tatsächlichen Fördermengen der Anteil 2,7 Mio m³/a im Durchschnitt der Jahre 2017-2022, erfolgt auf ca.15 % an der gesamten geförderten Wassermenge im jedoch mittels der „Wasserbeileitung aus dem Regnitztal“ Stadtgebiet (knapp 1,5 Mio m³ Fördermenge). Neben dem (vgl. Kapitel 2.5.2). 51 Sportplatzbrunnen versorgen v.a. die relativen Einfluss auf die Grundwassertemperatur haben Rasensportflächen (z.B. Fußballplätze) mit 0,4 Mio m³/a. auch diese Grundwassernutzungen nur einen kleinräumigen Auf die übrigen Beregnungsbrunnen verteilen sich Entnahund geringen Einfluss auf den mengenmäßigen Zustand des memengen von ca. 0,1 Mio m³/a. Die Grundwasserent- Grundwassers. nahmen für die Bewässerung belaufen sich insgesamt auf 1,3 Mio m³/a (inkl. privater Gartenbrunnen 0,2 Mio m³). Beregnungsbrunnen dienen zur Bewässerung vorwiegend landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzter Flächen aber Notbrunnen dienen dazu, die Trinkwasserversorgung der auch zur Bewässerung öffentlicher Flächen sowie von Sport- Nürnberger Bevölkerung im Katastrophenfall sicherzustelplätzen oder auch der Grünflächen von Wohnanlagen. Der len. Im Stadtgebiet existieren 117 Notbrunnen. Sie wurden Anteil an der Gesamtzahl von Brunnen im Stadtgebiet ist nach Einwohnerzahl und förderbare Wassermenge sinnvoll mit ca. 315 in Betrieb befindlichen Brunnen relativ hoch. auf die Stadtteile verteilt. Die Versorgung ist so ausgelegt, Etwa 2/3 dieser Beregnungsbrunnen befindet sich im Nor- dass im Bedarfsfall pro Kopf und Tag 15 Liter Wasser abgeden Nürnbergs, d.h. im Gemüseanbaugebiet Knoblauch- geben werden können. sland. Mit ca. 0,6 Mio m³ /a tatsächlich im Durchschnitt

Temporäre Grundwassernutzungen sind in der Regel Bau- mer weiter zurück. Diese Entwicklung schien im Zeitraum wasserhaltungen zur Trockenhaltung von Baugruben, wenn 2011 bis 2016 gestoppt zu sein. diese in den Grundwasserkörper hineinreichen. Auch diese In den letzten 6 Jahren zwischen 2017 und 2022 sind nun Grundwasserbenutzungen sind genehmigungspflichtig. Die erneut zahlreiche Betriebsbrunnen mit z.T. hohen Entbei der vorliegenden Auswertung angesetzten „tatsächnahmekontingenten außer Betrieb genommen oder das lichen“ Entnahmemengen sind i.d.R. sehr grobe Anga- Wasserrecht widerrufen worden. Es handelt sich dabei um ben aus der erwarteten Wassermenge bei Antragstellung Betriebsbrunnen von Lebensmittelproduzenten, von Dru- (Annahmen). Zum Teil wird das abgepumpte Wasser dem ckereien und anderen Gewerben mit einem Entnahmemen- Grundwasserhaushalt durch Versickerung wieder zugegenkontingent von insgesamt 1,5 Mio m³/a. Zusätzlich sind führt, der Großteil aber wird direkt in nahegelegene oder in diesem Zeitraum 13 Beregnungsbrunnen und 4 Brunnen indirekt über die Kanalisation in Oberflächengewässer abfür Wärmepumpenanlagen außer Betrieb genommen, zum geleitet. Im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022 wurden untergeordneten Teil ist dort das Wasserrecht widerrufen jährlich 77 Bauwasserhaltungen betrieben. Die größte Anworden. Diese haben/hatten ein Kontingent von insgesamt zahl mit 97 Bauwasserhaltungen wurde für das Jahr 2022 0,41 Mio m³/a. registriert. Die größte Bauwasserhaltungsmaßnahme wird für den U-Bahnbau im Westen der Stadt (Verlängerung der Damit ist ein Entnahmekontingent von insgesamt ca. U3) durchgeführt. 1,9 Mio m³/a in den Jahren zwischen 2017 und 2022 außer Nutzung genommen worden.

Entwicklungen bei den Betriebs- und Beregnungs-

Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum von 2017 bis 2022

brunnen

8 Betriebsbrunnen, 9 Beregnungsbrunnen und 4 Brunnen Mit dem Strukturwandel vom Produktionsstandort zum für Wärmepumpenanlagen neu errichtet bzw. in Betrieb ge- Dienstleistungsstandort ging in der Vergangenheit der Be- nommen. Insgesamt wurden hierfür Entnahmemengen in darf an Brauchwasser für die Industrie im Stadtgebiet im- Höhe von 0,68 Mio m³/a neu genehmigt. Im Vergleichszeit-

tatsächliche Entnahmemengen im Stadtgebiet (ohne Grundwasser-Wärmepumpen und Entnahmen für Kühlzwecke, weil dort unmittelbare Rückführung ins System) 14,00 Entnahmemenge für die Trinkwasserversorgung 12,00 Entnahmemengen der Bauwasserhaltungen 10,00 (z.T. geschätze Werte) Entnahmemengen Gartenbrunnen (geschätzt) 8,00 ]a/³m oiM[ Entnahmemengen aus 6,00 Beregnungsbrunnen Entnahmemengen aus 4,00 Betriebsbrunnen Gesamtentnahmemengen im 2,00 Stadtgebiet 1) Datenreihen3 0,00 2017 2018 2019 2020 2021 2022

  1. ohne wenige private Trinkwasserbrunnen sowie ohne Brunnenentnahmen, bei welchen das Grundwasser in den Grundwasserhaushalt zurückgeführt wird (Wärmepumpen, einige Kühlanlagen)

Diagramm 34: tatsächliche Entnahmemengen; Entwicklungen zwischen 2017 und 2022

raum der Jahre 2011 bis 2016 wurde insgesamt bei 12 Be- Die anzuwendende Grundwasserneubildungsrate ist grundregnungsbrunnen, 10 Betriebsbrunnen und 9 Förderbrunnen sätzlich nach der konkreten Sachlage im Einzelfall zu ermitfür Wärmepumpenanlagen eine Entnahmegenehmigung teln/abzuschätzen. Relevant sind z.B. die Landnutzung und von insgesamt 0,96 Mio m³/a erteilt. die hydrogeologischen Voraussetzungen des betrachteten Gebietes. Es müssen zudem die Grundwasserkörper in Ihren Im Zuge von Erneuerungsanträgen für die Entnahmegenehjeweiligen Ausdehnungen in die Betrachtung einfließen. Da migung bei bereits bestehenden Brunnen, bei welchen das Nürnberg regional stark unterschiedliche Landnutzungen Wasserrecht ausläuft, wurde der tatsächliche Bedarf an Entund Versiegelungsgrade aufweist und die Grundwasserkörnahmekontingenten geprüft und entsprechend angepasst. per nicht an der Stadtgrenze enden, kann für das Stadtgebiet So sind vor allem bei den Wärmepumpen die Entnahmenur eine näherungsweise Bilanzierungsbetrachtung erfolgen. mengen um insgesamt 0,2 Mio m³/a nach unten korrigiert worden, während bei den Beregnungsbrunnen vereinzelt Zur Einschätzung der Nachhaltigkeit der Grundwassernut- Kontingente aufgrund erhöhten Bedarfes aufgestockt wur- zungen im gesamten Stadtgebiet wird für die Grundwasden. Die Kontingenterhöhungen zwischen 2017 und 2022 serneubildung zum einen der langjährige durchschnittliche belaufen sich auf insgesamt 0,07 Mio m³. Wert der Grundwasserneubildungsrate, zum anderen der Durchschnittswert der letzten 10 Jahre jeweils für die Re- Einen besonders starken Zuwachs haben die Gartenbrun- gion (vgl. Kapitel 2.2.3) herangezogen. Damit wird letztlich nen erfahren. Im Zeitraum zwischen 2017 und 2022 wur- eine Spannbreite der erneuerbaren Wasserressource aus den rund 300 Gartenbrunnen neu gebohrt. Niederschlag für das Stadtgebiet dargestellt. Die vorgestellte Bilanz ist insofern als Grobüberblick zu verstehen.

Auswertung zur Nachhaltigkeit der Grundwasserent-

Die Entnahmen für die Trinkwasserversorgung fließen in

nahmen im Stadtgebiet von Nürnberg

die vorliegende Bilanzierung nicht ein, da deren Einzugsge- Die Nachhaltigkeit der Grundwasserentnahmen orientiert biet (Gebiet der Grundwasserneubildung dieser genutzten sich an den verfügbaren und aus Grundwasserneubildung Grundwasservorräte) größtenteils außerhalb der Stadtgeerneuerbaren Wasserressourcen. bietsgrenze liegt.

Die hier vorgelegten Auswertungen für Nürnberg zeigen im Gemäß Umweltbundesamt [91] sollten die Wasserentnah- Gesamtüberblick über das Stadtgebiet, dass die tatsächlichen men 20 % der langfristig erneuerbaren Wasserressourcen Grundwasserentnahmen der Betriebs- und Beregnungsbrun- (Wasserdargebot) nicht überschreiten. Darüber hinaus spricht nen (ohne Grundwasser-Wärmepumpen und ohne Entman von Wasserstress [92]. Das Wasserdargebot gibt die nahmen mit Grundwasserrückführung) sich zuletzt weitlangjährig statistisch ermittelte Wassermenge an Oberflägehend im Feld einer nachhaltigen Nutzung bewegen (vgl. chen- und Grundwasser an, die potentiell genutzt werden Diagramm 35). Dabei sind es die wechselnden, temporär kann. Sie setzt sich zusammen aus der „gebietsbürdigen“ anfallenden Mengen an Bauwasserhaltungsmaßnahmen, die (internen) Wasserressource, die sich aus der Wasserbilanz teilweise eine Überschreitung der Nachhaltigkeitsschwelle (vgl. Wasserhaushalt unter Kapitel 2.1) ergibt und aus den verursachen. Da bereits wieder ein steigender Bedarf an neu- Zuflüssen von außerhalb des betrachteten Gebietes. Für en Brunnenbohrungen (siehe oben) erkennbar ist und sich Nürnberg liegen entsprechende konkrete Zahlen im Hingleichzeitig in den letzten 10 Jahren die Grundwasserneubilblick auf die Zu- und Abflüsse nicht vor. dungsrate verringert hat, zeigt die Grafik auch, wie groß der Nutzungsdruck, angesichts des knappen Gleichgewichtes Ein weiterer Anhaltspunkt für die Bewertung einer nachhalzwischen Grundwasserentnahme und -neubildung, auf die tigen Nutzung ist das Kriterium der EG-Wasserrahmenricht- Grundwasserressource ist. Das bedeutet für die Genehmilinie (WRRL [3]) zur Einschätzung des Risikos, den guten mengungspraxis, d.h. für die Vergabe von Entnahmekontingengenmäßigen Zustand des Grundwasserkörpers zu verfehlen ten, eine besondere Herausforderung und Verantwortung (vgl. [93], [94]). Hier wird als Orientierungswert für das nutzim Hinblick auf die Erhaltung eines guten mengenmäßigen bare Dargebot 30 % der Grundwasserneubildung angesetzt. Zustands des Grundwassers, die Vermeidung von Beeinträchtigung bereits bestehender Nutzungen und einen gerechten Ausgleich der Nutzungsinteressen (vgl. Kapitel 2.6.1).

Bilanzierung der tatsächliche Entnahmemengen im Stadtgebiet in Relation zur Grundwasserneubildungmenge Mio m³/a 6,00 Entnahmemengen der Bauwasserhaltungen (z.T. geschätze Werte) 5,00 4,00 Grundwasserentnahmemengen aus Brunnen im Stadtgebiet 1) 3,00 30%-Linie der Grundwasserneubildungsmenge im Stadtgebiet bei einer 2,00 Grundwasserneubildungsrate der Region im Mittel der Jahre 1991 - 2020 Jahre (81 mm/a) 2) 1,00 30%-Linie der Grundwasserneubildungsmenge im Stadtgebiet bei einer Grundwasserneubildungsrate der Region der 0,00 letzten 10 Jahre (65 mm/a) 2) 2017 2018 2019 2020 2021 2022

  1. ohne Trinkwasserentnahmen; und ohne Brunnenentnahmen, bei welchen das Grundwasser in den Kreislauf zurückgeführt wird (Wärmepumpen, einige Kühlanlagen); jedoch incl. Gartenbrunnen (geschätzte Mengen) 2) anhand der jeweils zugrundegelegten Grundwasserneubildungsrate (vgl. Kapitel 2.3.3) errechnete Grundwasserneubildungsmenge für die Stadgebietsfläche (186,4 km²); 30%-Linien:entsprichen dem Kriterium der Wasserrahmerichtlinie, zur Einschätzung des Risikos, den guten mengenmäßigen Zustand eines Grundwasserkörpers zu verfehlen [93],[94]

Diagramm 35: tatsächliche Grundwasserentnahmemengen im Stadtgebiet in Relation zur Grundwasserneubildung (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Grundwassenutzungen

im Nürnberger Stadtgebiet

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Betriebsbrunnen mit $+ Wasserrückführung ") Notbrunnen !( Gartenbrunnen

!R

! Wasserwerk Erlenstegen

´

0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 Meter

Karte 35: Verteilung der in Betrieb befindlichen Entnahmebrunnen im Stadtgebiet nach Nutzungsarten - Stand 2022 (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Grundwasserentnahmemengen

aus Brunnen im Nürnberger Stadtgebiet

2017 - 2022

Tatsächliche Entnahmemengen

in m³/a (Mittelwert 2017 - 2022)

kleine Mengen < 100 100 - 10.000 10.001 - 50.000

50.001 - 100.000

100.001 - 1.000.0000

> 1.000.000

")

Entnahmebrunnen

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Brunnen mit Grundwasserrückführung

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0 500 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 Meter

Karte 36: Verteilung der in Betrieb befindlichen Entnahmebrunnen im Stadtgebiet mit Darstellung der tatsächlichen Entnahmemengen - jährliche Entnahmemenge als Mittelwert zwischen 2017-2022 (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

2.4 Auswirkungen eines verändernden Wasserhaushalts

auf den Naturhaushalt am Beispiel des Marienbergweihers

Einleitung Historie

Verringerte Niederschläge als auch zunehmende Versiege- Im 19. Jahrhundert befanden sich auf dem Gelände des heulungen im urbanen Raum wirken sich, wie in den Kapiteln tigen Volksparks große, feuchte Allmendeflächen (Großreut- 2.3.2 und 2.3.3 dargestellt, in Form sinkender Grundwasser- her Espan), verschiedene Teiche und im Nordosten ein Teil des neubildungsraten und sinkender Grundwasserstände aus. Im Sebalder Reichswaldes. Naturhaushalt zeigen sich diese Effekte in der Vitalität von In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Pflanzen und Bäumen und besonders deutlich bei grundwas- Forst gerodet und es wurde ein Flughafen zwischen Großsernahen bzw. grundwassergespeisten Landschaftselemenreuth und der Marienbergstraße errichtet, im Osten begrenzt ten und Feuchtbiotopen. Ein sehr augenscheinliches Beispiel durch Ziegelstein und im Westen durch die damalige Einöde ist der künstlich angelegte Weiher im Volkspark Marienberg. Neuhaus. Dieser ist nicht nur einer der wichtigsten Naherholungsräume Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der Flugder Stadt Nürnberg, sondern auch eine der wichtigsten städplatz nach Westen bis Kleinreuth ausgedehnt und um einen tischen „Naturinseln“ mit einer bedeutenden Funktion für die militärischen Teil erweitert. In diese Zeit fällt auch der Bau städtische Pflanzen- und Tierwelt. Auf Grund seiner hochwereiner Drainageanlage. tigen Lebensraumausstattung, bestehend aus unterschiedlichen Biotopelementen wie Baumbeständen, Gebüschen, Dieses Drainagesystem liegt auf ca. 90 bis 120 cm unter dem Gewässern und artenreichen Wiesen ist der gesamte Park geehemaligen Geländeniveau und diente dazu, über den ofmäß dem Arten- und Biotopschutzprogramm als überregiofensichtlich vorhandenen Lettenlagen das Wasser im rechten nal bedeutsame Fläche kartiert. Gemäß der Stadtbiotopkar- Winkel zur ursprünglichen Fließrichtung Richtung Wetzentierung unterliegen einige Flächen dem gesetzlichen Schutz dorfer Landgraben abzuleiten. nach § 30 BNatSchG. Das Mosaik aus unterschiedlichen Biotoptypen macht den Marienbergpark zu einem Hot-Spot der In den westlich der Marienbergweihers gelegenen Kleingar- Nürnberger Artenvielfalt. So beherbergt der Park viele ge- tenanlagen sind diese Drainagen nach wie vor notwendig schützte Tierarten, wie beispielsweise die seltene Knoblauch- und müssen unterhalten werden, um die Vernässung der Ankröte (Pelobates fuscus), die FFH-Art Zauneidechse (Lacerta lagen zu verhindern. agilis) und eine hohe Anzahl an geschützten Vogelarten und Nach dem Bau des neuen Flughafens weiter im Norden des Insekten. Die Feuchtbiotope des Marienbergparks sind hier- Nürnberger Stadtgebietes, wurden Schritt für Schritt unter bei ein entscheidender Baustein, denn viele Arten wie die Regie des Gartenbauamtes der Volkspark und die heute be- Knoblauchkröte oder Libellen sind im Zuge Ihrer Entwicklung stehenden Kleingartenanlagen errichtet. Die Bauzeit kann auf Wasser angewiesen. auf 1957-1973 datiert werden. Der Marienbergweiher verfügt über keinen natürlichen Zu- Das Gartenbauamt legte die Planung des Weihers gezielt lauf und ist ausschließlich grundwassergespeist, ein sog. in dieses System. Die Nutzung der Wasserzufuhr aus diesen Himmelsweiher. In jüngerer Zeit war er immer wieder von Drainagen war durchaus beabsichtigt, wie das folgende Zischwankenden, zum Teil sehr niedrigen Wasserständen getat zeigt: prägt. So begann im Nachgang der trockenen Sommer 2018 und 2019 im Herbst 2019 der Grund des Marienbergweihers „Der Weiher im neu erstandenen „Volkspark Marienberg" sichtbar zu werden und ein Ausbleiben von Niederschlägen hat allerdings nur 2 ha Fläche; er wird vom Grundwasser im Herbst verhinderte ein Steigen des Wasserstandes bis gespeist bzw. aus Drainagen, die früher zur Melioration zum Winter. Deshalb wurde vom Servicebetrieb Öffentlicher des Geländes gelegt wurden“ [65]. Raum der Stadt Nürnberg ab Dezember 2019 eine Untersuchung von Strategien zum Umgang mit diesem Phänomen durchgeführt.

126 2.4 Auswirkungen auf den Naturhaushalt GRUNDWASSERBERICHT 2023

Abbildung 77

Karte 37: Projizierte Darstellung der alten Ausführungspläne des Drainagesystems (Lage ungefähr) (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum; Kartengrundlagen: Stadt Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik (SUN); Luftbild: Bayerische Vermessungsverwaltug)

Aus den Unterlagen des damaligen Wasserrechtsverfahrens Die Sohle der Drainage wird an der Stelle der Einleitung mit (Stadt Nürnberg) geht folgendes hervor: 313,27 m ü.NN angegeben. Aufgrund der zwischenzeitlichen Anpassung auf das neue amtliche Höhenbezugssys- In einem Abstimmungsprozess zwischen Gartenbauamt, tem „Deutsches Haupthöhennetz 2016“ (DHHN2016) sind staatlichem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und dem Hauptdiese Werte um ca. 4 cm nach unten zu korrigieren. amt für Tiefbauwesen von Juli 1958 bis Juli 1959, während der laufenden Baumaßnahme, wurde ein Wasserrechtsbe- Ca. 60 m nördlich des Drainageschachtes B2 wurde der Abscheid mit folgenden Inhalten erzielt: fluss des Teiches in Form eines kreisrunden Beckens angelegt. Ob dieser Überlauf jemals gebaut wurde ist nicht do-

tem gesetzt, um dauerhafte Bespannung zu erreichen. dem Überlauf und dem Marienbergweiher bei der Anlage des Parks zurückgebaut wurde, um ein Abfließen des Was-

sers zu verhindern. spiegels erreicht werden.

314,28 m ü.NN nicht übersteigen. Bei planmäßigem Wasserstand beträgt die Wasserfläche

melstrang zum Wetzendorfer Landgraben erfolgen. ziemlich genau 20.000 Quadratmeter - zwei Hektar.

Vor der Anlage des Marienbergweihers war das Gelände Aus den Bohrprofilen der beiden Grundwassermessstellen planeben, weil es als Rollfeld für den Flugplatz diente. Das (Pegel) im Gebiet (Lage vgl. Karte 37) ist ebenfalls wertvol- Gelände liegt auf einer Höhe zwischen 315 und 316 m NHN le Information über den vorliegenden Boden zu gewinnen. mit leichtem Gefälle von Ost nach West. Es ist davon auszu- Insbesondere finden sich Hinweise auf unregelmäßig eingehen, dass die bestehenden Erhebungen mit dem Aushub- gestreute bindige Tonschichten. material bei der Anlage des Weihers und des nach Süden Der Aufschluss des Pegels GWM_N0081 (knapp 150 m auskragenden Armes aufgeschüttet wurden. nördlich des Teiches) zeigt, dass bereits in 1,60 m Tiefe eine Das Niveau der Uferlinie entspricht dem Wasserstand bei Lettenlage vorliegt. Zur Zeit der Bohrung (2008) lag der normaler Füllung des Weihers und ist auf einer Höhe von Grundwasserdruckspiegel bei 1,55 m unter Gelände und ca. 314,21 m NHN anzusetzen. Das entspricht an den meis- damit oberhalb der bindigen Schicht über dem Sandstein. ten Stellen einem Wasserstand von ca. 55 cm. Es ist von einem ursprünglich relativ stabilen Grundwasserstand auf diesem Niveau auszugehen. Zu beachten ist, dass Die geologische Karte für Bayern (Geologisches Landesamt der Pegelausbau ein Schichten- oder Grundwasser oberhalb Bayern) [95] markiert westlich des Marienbergweihers geder Lettenlage nicht miterfasst (vgl. Abbildung 26). nau die Grenze zwischen quartären Flugsanden und Coburger Sandstein aus dem Trias. Die Flächen des ehemaligen Flugfeldes sind als Auffüllung dargestellt.

0,0 0,200 0,200 Feinsand 0,00 Abschlußkappe 0,700 Feinsand, schwach mittelsandig, 0,15 Straßenkappe 0,700 schwach feinkiesig 0,20 1,0 1 m ,6 itt 0 e 0 lk i F e e si i g n , s a sc n h d w b a is c h G f r e o i b n s k a ie n s d ig , , 0,30 B 31 o 1 h m rlo m chdurchmesser schwach schluffig, Grundwasserspiegel 1,600 (1, 55) 2,0 2,300 2,300 Ton, feinsandig 2,30

2,800 2,800 Sandstein, feinkörnig 3,0 3,200 Sandstein, schwach tonig, Ton 3,200 feinkörnig

4,0 4,400 4,400 Sandstein, feinkörnig 4,800 4,800 Ton, feinsandig Vollrohr PVC DN 125 5,0

5,70 Gegenfilter (1,0-2,0) 6,0 6,00 6,20 6,700 Sandstein, feinkörnig, 6,700 mittelkörnig 7,0 6,900 6,900 Ton, feinsandig

8,0 8,100 8,100 Sandstein, feinkörnig

Bohrlochdurchmesser 280mm 9,0

9,700 9,700 Sandstein, feinkörnig, grobkörnig 10,0

10,800 Sandstein, feinkörnig, Filterkies (3,1-5,6) 10,800 mittelkörnig 11,0 11,100 11,100 Sandstein, feinkörnig 11,700 Sandstein, feinkörnig, 11,700 mittelkörnig 12,0 12,100 Sandstein, feinkörnig, 12,100 mittelkörnig Filterrohr quer 13,000 Sandstein, stark feinkiesig, geschlitzt 1mm PVC 13,0 13,000 feinkörnig, grobkörnig DN 125 13,300 Sandstein, feinkörnig, 13,300 mittelkörnig

14,0 14,400 Sandstein, feinkörnig, 14,400 mittelkörnig

15,0 15,300 Sandstein, mittelkiesig, 15,300 mittelkörnig, grobkörnig 15,20 Bodenkappe 15,30

Abbildung 26: Bohrprofil und Ausbauplan der Grundwassermessstelle GWM_N0081

in der Nähe des Marienbergweihers (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Blatt 1 von 1

Höhenmaßstab 1 : 50 000

Projekt:

GWM_N0081

Bohrung: Auftraggeber: Rechtswert: Bohrfirma: Hochwert: Bearbeiter: Ansatzhöhe: Datum: Endtiefe:

4434142,0 m Behringer+Dittmann 5483465,0 m 315,55 m 15,30 m OLG.nalpuabsuA lkni liforprhoB H3A m u. GOK Bohrung 01 Ausbauplan

2.4 Auswirkungen auf den Naturhaushalt

des alten Drainagesystems unternommen. Dabei konnten 4 Schächte freigelegt werden. Die Schächte waren allesamt intakt und in einem guten Zustand. Der Abfluss über die Drai- 800 nagesammler (Tonrohre) war in den unteren Schächten stark 600 behindert. Die beiden Schächte waren im März 2020 eingestaut. In einem Pumpversuch konnte dokumentiert werden, 400 dass der Wasserspiegel vom Grundwasser gespeist wird. Eine 200 Absenkung des Wasserspiegels war möglich, wurde jedoch binnen ca. einer Stunde wieder ausgeglichen. 0 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Somit kann als gesichert gelten, dass der Weiher mit dem Grundwasser in Beziehung steht. Sein Wasserspiegel liegt jedoch höher als jener, welcher in der Grundwassermessstelle GWM_N0081 gemessen wird. Hier liegt die Ursache im Ausbau der Messstelle. Die weitere Auswertung zeigt, dass sich der Wasserstand im Weiher in einer etwa sechswöchigen Verschiebung hinter jenen der Grundwasserpegel her bewegt.

Jahresniederschläge

(Flugwetterwarte Nürnberg)

Jahresniederschlag

Mittelwert der Jahresniederschläge zwischen 1981-2010

Diagramm 36: Jahresniederschläge der Jahre 2015 bis 2022

an der Flugwetterwarte Nürnberg - Stationsdaten: Deutscher Wetterdienst DWD (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Die Komplexität dieser Zusammenhänge lässt keine eindeu- Bei einem Vergleich der Jahresniederschlagswerte der vertige Bewertung der Wirkung einzelner Maßnahmen zu. gangenen Jahre mit dem langjährigen durchschnittlichen mittleren Jahres-Niederschlag aus den Jahren 1981-2010 am Flughafen Nürnberg von 637 mm [96] wird ein vermin- Mögliche Maßnahme zur Erhaltung der offenen dertes Wasserdargebot deutlich (vgl. Diagramm 36). Wasserfläche Die Korrelation des Grundwassers mit dem Wasserstand im Die Möglichkeiten zum Erhalt der Wasserfläche bei dauer- Weiher (vgl. Diagramm 37) war immer offensichtlich; so war haft niedrigen Grundwasserständen gliedern sich im Weder Wasserspiegel im Frühjahr 2018 (Luftbildbefliegung), sentlichen in vier Typen: nach einem vorausgegangenen Jahr mit leicht überdurch- 1. Erhöhung des Grundwasserstandes schnittlichen Niederschlägen, wieder nahe der alten Uferlinie. 2. Künstliche Abdichtung Bemerkenswert ist der gegenüber dem Grundwasserstand im Pegel GWM_N0081 durchschnittlich gut 30 cm höhere 3. Absenkung der Gewässersohle unter das niedrige Wasserstand im Weiher. Grundwasserniveau Vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum der Stadt Nürnberg 4. Künstliche Befüllung aus Grund-/Niederschlagswasser wurden im Jahr 2020 Untersuchungen zur Aufdeckung

Wasserstände desWeihers und einer Grundwassermessstelle

314,20

314,00

313,80

313,60

313,40

313,20

313,00 ]NHN[

02 .zrM 02 .iaM 02 .luJ 02 .peS 02 .voN 12 .naJ 12 .zrM 12 .iaM 12 .luJ 12 .peS 12 .voN 22 .naJ 22 .zrM 22 .iaM 22 .luJ 22 .peS 22 .voN

Pegel Teich ]mm[

Diagramm 37: Wasserstände der Grundwassermessstelle GWM_N0081 (unten) und

im Marienbergweiher (oben) (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Die fortschreitende Bebauung und Versiegelung im Bereich Die Möglichkeit der künstlichen Abdichtung, eine beson- Großreuth h.d.Veste und Ziegelstein hat sich negativ auf die ders kostenintensive Variante, scheitert für den Weiher im Grundwasserneubildungsrate ausgewirkt. Allein im Bereich vorliegenden Fall am Problem des Auftriebs, das die stark des Flughafens 'Albrecht Dürer' sind ca. 100 Hektar ver- schwankenden Grundwasserstände hier mit sich bringen. siegelte Fläche entstanden, die nicht mehr unmittelbar zur Es wird wieder längere Niederschlagsphasen geben, die Grundwasserneubildung beitragen. Noch stärker gilt dies Hochwasser bzw. hohe Grundwasserstände auslösen und für die mit Wohnen und Gewerbe bebauten Flächen, die den Grundwasserspiegel auch im Marienbergpark, zuminteilweise noch im Mischsystem entwässert werden. Deshalb dest kurzfristig, wieder deutlich anheben. Zu prüfen wäre sind alle Maßnahmen, die Regenwasser wieder dem Grund- jedoch eine Abdichtung der besonders tiefen Stellen im Biowasser zuführen, zu begrüßen. Dies ist ein langfristiger An- top. Eine solche Abdichtung ist bisher nicht vorhanden. Dies satz, der im großen Rahmen verfolgt wird, den Wasserstand könnte zum Absickern von Wasser ins Grundwasser führen. im Marienbergweiher aber mittel- bzw. kurzfristig nicht stabilisieren wird.

Abbildung 78

Abbildung 27: Biotop des Bund Naturschutz (BN) bei Niedrigwasser im Sommer 2022

(Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Während die Nutzung von Grundwasser aus tieferen Schich- Ein Anstieg des Grundwasserspiegels würde sich dabei auch ten nicht realistisch erscheint, kann der Förderung von zuvor positiv auf das angrenzende Biotop des Bund Naturschutz bereits gesammeltem Niederschlagswasser ein erhebliches auswirken. Potential bei der Lösung des Problems zugeschrieben werden.

Ausblick

Obwohl derzeit nicht klar ist, in welchem Umfang ein zugeleitetes Wasser im Teich wieder versickern wird, geht der Ansatz Unabhängig von einer Entscheidung für bestimmte Maßjedoch in die richtige Richtung, weil damit der Ursache des nahmen, sollte die Stärkung des oberen Grundwasserkör- Problems (sinkender Grundwasserstand) entgegengewirkt pers im gesamten Bereich durch schrittweisen Rückbau der wird. Gerade weil das gesammelte Niederschlagswasser dem noch vorhandenen Mischwasserentwässerung sowie den Grundwasser fehlt, ist dieser Ansatz zielführend, zumal die Rückbau der Regenwasserableitungen von Gebäuden und bisherigen Untersuchungen darauf hinweisen, dass diese Verkehrsflächen im Einzugsgebiet forciert werden. Langfris- Versickerung langsam vor sich geht. tig sollte möglichst viel in diesem Bereich anfallendes Regenwasser dem Grundwasser zugeführt werden; dadurch Die Zuführung von gesammeltem Niederschlagswasser wird die Grundwasserneubildungsrate wieder verbessert. zum natürlichen Wasserkreislauf ist aus ökologischer und wasserwirtschaftlicher Sicht positiv zu beurteilen. Gera- Als Sofortmaßnahme wurden die Ableitungen der aufgede das beschleunigte Ableiten von Oberflächenwasser ist, deckten, alten Drainagesysteme in den freigelegten Schächneben den sinkenden Niederschlagsmengen, ursächlich für ten in 2020 verschlossen, um den Verlust von Grundwasser das Absinken des Grundwasserspiegels. Eine Rückführung über das Drainagesystem in den Wetzendorfer Landgraben dieses Wassers über den Umweg Marienbergweiher zum zu reduzieren. Inwieweit sich diese Maßnahme bei tiefen Grundwasser würde das Problem nicht nur unmittelbar, Grundwasserständen positiv auswirkt, wird sich in den komsondern auch ursächlich angehen. menden Jahren erweisen. Die Auswirkungen werden weiter dokumentiert.

130 2.4 Auswirkungen auf den Naturhaushalt GRUNDWASSERBERICHT 2023

Als weitere Maßnahme wurde im Herbst 2022 eine Besei- Verlandung durch Bildung von Sedimenten entgegen zu tigung des beim niedrigen / fehlenden Wasserstand aufge- wirken. Diese Maßnahme wird in regelmäßigen Abständen kommenen Aufwuchses im Weiher durchgeführt, um einer wiederholt werden müssen.

Abbildung 80

Abbildung 28: Aufwuchsbeseitigung in der Wasserfläche zur Verhinderung der Verlandung im Herbst 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 79

Abbildung 29: vor der Aufwuchsbeseitigung (links) – wieder freie Wasserfläche (rechts) 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Die Variante der Absenkung der Gewässersohle unter das niedrige Grundwasserniveau ist theoretisch geeignet, kurzfristig das Problem des Trockenfalls des Weihers im Volkspark Marienberg zu beheben, birgt jedoch eine Vielzahl von technischen, rechtlichen und ökologischen Risiken und ist deshalb kritisch zu betrachten, zumal durch die Beseitigung schwach sickerfähiger bzw. bindiger Schichten mit hoher Wahrscheinlichkeit das Problem des sinkenden Wasserstands im Weiher bei Trockenphasen noch weiter verstärkt würde.

Abbildung 81

Um den Lebensraum insbesondere für die Knoblauchkröte zu erhalten, wäre evtl. eine Eintiefung in Teilbereichen oberhalb von bindigen Schichten denkbar. Um dies näher

Abbildung 30: Knoblauchkröte

zu bewerten sind noch umfassende vorbereitende Unter- (Quelle: Harzheim, Mario; piclease) suchungen, insbesondere ein hydrogeologisches Gutachten notwendig.

Eine Überleitung von bereits gesammeltem Niederschlags- lagen finden. Allerdings scheinen in den letzten 20 Jahren wasser in den Teich wäre langfristig der Königsweg. Auch viele der Vorkommen erloschen zu sein. wenn das übergeleitete Wasser nach und nach im Teich Knoblauchkröten bevorzugen Sandböden, in die sie sich wieder versickert, wird der Wasserspiegel dadurch auch in tagsüber bis gut einen halben Meter, während der Laichzeit Zeiten niedrigen Grundwasserstands deutlich angehoben, aber auch nur wenige Zentimeter tief eingraben können. weil dieses Absinken zeitlich stark versetzt erfolgt. Die Erdhöhlen werden regelmäßig genutzt und immer wie- Gleichzeitig wirkt sich die Zuführung ins Grundwasser posi- der ausgebaut. Da der Aktionsradius der Tiere nur 200-400 tiv auf die Höhe des Wasserstands aus und gleicht damit m rund um das Laichgewässer beträgt, darf dieses nicht die negativen Effekte, welche niedrigen Grundwasserstand weit entfernt sein. Wenn die Bodentemperaturen im Späthervorrufen, zumindest teilweise aus. Der zu erwartende herbst unter 3-4 °C sinken, verschwinden die Tiere in Höh- Effekt rechtfertigt den notwendigen Energie- und Ressour- len und Erdgängen, wo sie überwintern. ceneinsatz. Das Vorkommen der Knoblauchkröte im Marienbergpark Sämtliche Bemühungen zum Erhalt der grundwasserge- ist aktuell durch sinkende Wasserstände in den Laichgespeisten Lebensräume im Marienbergpark bekommen be- wässern gefährdet. Eine zusätzliche Gefährdung verursacht sondere Bedeutung auch aufgrund des Vorkommens der allerdings auch der hohe Nutzungsdruck in der Parkanlage. seltenen Knoblauchkröte (Pelobates fuscus). Die Knoblauch- Beispielsweise ist die Art insbesondere zur Laichzeit vom kröte ist eine Charakterart extensiven Offenlandes und der zeitigen Frühjahr bis Ende Mai besonders sensibel gegen- Steppe. Im Stadtgebiet ist sie nur an zwei Stellen bekannt. über Störungen durch badende Hunde und spielende Kin- In Bayern konnte man früher Knoblauchkröten vom Donau- der in den Weihern, die den Laich zerstören. tal aus nach Norden fast flächendeckend in geeigneten Tief-

2.5 Trinkwasserversorgung der Stadt Nürnberg

– Entwicklung in den Wasserschutzgebieten

(N-ERGIE Aktiengesellschaft – Jiri Pavlik)

Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel Seit den 1990er Jahren beobachten wir einen deutlichen

und Trinkwasserbedarf Rückgang der Wasserabgabe. Der technische Fortschritt –

sowohl bei Haushaltsgeräten und Sanitärarmaturen als auch Die Entwicklung des Trinkwasserbedarfs in der Region ist in betrieblichen Prozessen – führte gemeinsam mit einem eng mit der Entwicklung der Stadt Nürnberg verbunden. geänderten Verbraucherverhalten der Abnehmer zu einer Wie aus der historischen Entwicklung des Trinkwasserbedeutlich verringerten Wasserabgabe (vgl. Diagramm 38). darfs in Nürnberg ersichtlich ist, gibt es viele Faktoren, die hier eine nachhaltige Auswirkung zeigen. In Nürnberg werden aktuell zwischen 530.000 und 560.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Der Trinkwasserbedarf Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person in den der Stadt Nürnberg wird sich voraussichtlich – beginnend Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2021 bei aktuell gut 33 Mio. m³ pro Jahr – in dem, in der Grafik lag bei ca. 127 Litern pro Tag ([97]). dargestellten Korridor entwickeln.

Abbildung 82

Diagramm 38: Historische Entwicklung und Prognose des Trinkwasserbedarfs in

Nürnberg (Quelle: N-ERGIE AG)

Der Klimawandel bringt steigende Temperaturen und längere verfügt über mehrere Wasserwerke mit eigenen Gewinnun- Trockenphasen mit sich. Nach den ersten Erfahrungen wer- gen. Darüber hinaus bezieht die N-ERGIE Aktiengesellschaft den aus heutiger Sicht die Tagesspitzenabgaben vermutlich Trinkwasser vom Zweckverband Wasserversorgung Fränkidennoch nicht wesentlich ansteigen. Zunehmen wird aller- scher Wirtschaftsraum (WFW). dings voraussichtlich die Anzahl der Tage pro Jahr, an wel- Mit dem steigenden Wasserbedarf in Nürnberg mussten chen sehr hohe Wassermengen sicher zur Verfügung zu stelin der Vergangenheit für eine sichere Wasserversorgung, len sind. Dies zeigte sich zuletzt während der Hitzewelle im neben den lokalen Anlagen, auch räumlich weiter entfernt Juni und Juli 2022, die mit anhaltender Trockenheit verbunliegende Gewinnungen erschlossen werden. den war. Die Tagesspitzenabgabe im Juli 2022 lag bei knapp 140.000 m³ pro Tag (vgl. Diagramm 39). Das beste Beispiel hierfür ist die in der Fränkischen Schweiz liegende Gewinnung Ranna. Diese wurde bereits im Jahre Struktur der Wasserversorgung 1912 errichtet und trägt bis heute mit ca. 40 % zum Wasserdargebot für Nürnberg bei. Das Trinkwasser aus Ranna Die Wasserversorgung von Nürnberg, Schwaig und Behrinmuss ca. 45 km nach Nürnberg transportiert werden. gersdorf ist gut aufgestellt. Die N ERGIE Aktiengesellschaft

GRUNDWASSERBERICHT 2023 2.5 Trinkwasserversorgung 133

Abbildung 84

Diagramm 39: Trinkwasser - Tagesabgaben in Nürnberg (Quelle: N-ERGIE AG)

In den 1960er Jahren ging man von einem weiter steigen- werken, Hochbehältern und Fernleitungen und der großen den Wasserbedarf aus. Da im wasserarmen nordbayerischen räumlichen Verteilung von enormer Bedeutung. Es ist eine Raum die Gewinnungsmöglichkeiten endlich erschienen, gewaltige Herausforderung, den Kund*innen jederzeit die wollte man sich nach Süden orientieren. Deshalb wurde im benötigten Trinkwassermengen mit hoher Wasserqualität Jahr 1966 der WFW gegründet. Seit dem Jahr 1973 ist die- zur Verfügung zu stellen. Der notwendige Schutz der Wasser eine wesentliche Stütze der Nürnberger Wasserversor- servorkommen wird durch ausgewiesene Wasserschutzgegung. Das Trinkwasser wird von der Gewinnung im Donau- biete und durch das Engagement des jeweiligen Wasserver- Lech-Delta ganze 100 km transportiert. Der Anteil an der sorgungsunternehmens sichergestellt. benötigten Trinkwassermenge liegt bei knapp 40 %. Die Weitläufigkeit der Anlagen und deren Anteile an der Folglich ist für eine sichere Trinkwasserversorgung die er- Wasserversorgungsmenge zeigt Karte 38. forderliche Infrastruktur mit den Gewinnungen, Wasser-

Abbildung 83

Karte 38: Übersicht Wassergewinnung (Quelle: N-ERGIE AG)

Entwicklung in den Wasserschutzgebieten fiel im Jahr 2022 ein Teil der Winterniederschläge erst im April und konnte damit nicht mehr maßgeblich zur Grund- Allgemein wasserneubildung beitragen. In Südbayern war das Winter- Weite Teile Nordbayerns sind nach wie vor extrem tro- halbjahr insgesamt zu trocken (s. o.). Auch die folgenden cken mit geringen Niederschlagswerten. Die Mehrheit der Monate waren in Bayern zu trocken. Deshalb wird in fast Grundwassermessstellen in den oberflächennahen und tie- ganz Bayern das langjährig mittlere Niveau der Grundwasfen Grundwasserstockwerken wiesen im Jahr 2022 niedrige serstände nicht erreicht. und sehr niedrige Grundwasserstände auf. Aufgrund der zu geringen Niederschläge der letzten Jah- Witterung re weist die Grundwasserneubildung in Bayern bereits seit 2003, und somit seit nahezu 20 Jahren, ein mittleres jähr- Laut dem Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern (NID liches Defizit von rund 16 % auf. Durch die zuletzt gehäuft [86]), war das Jahr 2022 das wärmste in der 142 jährigen aufgetretenen Trockenjahre mit unterdurchschnittlichen Beobachtungsreihe. Das Niederschlagsdefizit des Kalender- Niederschlägen (2015, 2018, 2019, 2020 und 2021) könnte jahres 2022 für Nordbayern gibt der NID mit 95 Litern pro dieses Defizit allenfalls durch ein außergewöhnlich nieder- Quadratmeter an. Die Niederschlagssummen des Kalender- schlagsreiches Winterhalbjahr 2022/23 verringert werden. jahres 2022 betrug für Nordbayern 708 mm (88 % vom Nähere Informationen sind in den Lageberichten des Nied- Mittel 1971 bis 2000). Im Jahr 2022 waren in Nordbayern rigwasserinformationssystems des Bayerischen Landesamts acht der zwölf Monate statistisch zu trocken. für Umwelt zu finden [86]. Grundwasser Die Entwicklung der Grundwasserstände ist anhand des Diagramm 40 zur Grundwasserstelle Betzenstein exempla- Für die Grundwasserneubildung sind viele Faktoren relevant. risch nachvollziehbar. Ein wesentlicher Faktor sind die Niederschläge. Hierbei ist die Grundwasserneubildung im Sommer aufgrund der hohen Verdunstungsrate deutlich niedriger als im Winter mit nied- Wasserschutzgebiet Ranna riger Verdunstung. Im Winter kann es allerdings an einigen In Ranna wird das im Karstgebiet vorhandene Grundwasser Tagen bei gefrorenem Boden verknüpft mit starken Niedergenutzt. Die Grundwasserentwicklung ist insbesondere bei schlägen oder Tauwetter zu einem Oberflächenabfluss der der Gewinnung Ranna I von Relevanz, da es sich hier um Niederschläge ohne wesentliche Grundwasserneubildung eine Quellfassung handelt. Somit kann hier nur das Wasser kommen. Ähnliche Effekte haben auch die zunehmenden genutzt werden, das über eine eingebaute Schwelle selbst- Extremwetterereignisse mit dem häufiger vorkommenden ständig in das Trinkwassersystem fließt. Starkregen, der ebenfalls im Wesentlichen auf der Oberfläche abfließt und wenig zur Grundwasserneubildung beiträgt. Die Grundwassermessstellen liegen wie folgt: Positiv gestaltet sich die Grundwasserneubildung aus den be-

stehenden Oberflächengewässern (Flüsse, Staustufen, Seen). Fassung Ranna I. Die Grundwasserneubildung und der damit verbundene

Anstieg der Grundwasserstände finden im hydrologischen Fassungen Ranna II. Winterhalbjahr (November bis April) statt. In Nordbayern

Abbildung 85

Diagramm 40: Grundwassermessstelle Betzenstein (Quelle: Gewässerkundlicher

Dienst Bayern)

GRUNDWASSERBERICHT 2023 2.5 Trinkwasserversorgung 135

Beide Grundwassermessstellen liegen in dem jeweiligen An- Die Grundwassermessstellen liegen wie folgt: strombereich der Quellfassungen.

Bei beiden Grundwassermessstellen liegen die Grundwasser- Brunnen und des Wasserwerks Erlenstegen nahe der stände deutlich unter den langjährigen Mittelwerten der Bundesstraße 14. letzten 20 Jahre. Bezogen auf die letzten Jahre erfolgte

eine nennenswerte Grundwasserneubildung in den Jahren Brunnen und der Pegnitz nahe der Ruine Oberbürg. 2018, 2020 und 2021, konnte jedoch die Defizite lediglich etwas aufhalten, aber nicht vollständig ausgleichen (vgl.

Diagramm 41). nen und der Pegnitz in Richtung Unterbürg.

Wasserschutzgebiet Erlenstegen

im Erlenstegener Forst. Die Grundwasserneubildung im Gewinnungsgebiet Erlenstegen wird positiv durch den Fluss Pegnitz beeinflusst. Aber Aufgrund der Nähe zum Vorfluter Pegnitz zeigen die Grundauch hier sind die Auswirkungen des Klimawandels erkenn- wasserspiegel in den Messstellen einen an den Oberfläbar. Die Pegelstände der Pegnitz lagen in den Sommermona- chengewässerwasserspiegel angelehnten Verlauf (vgl. Diaten der letzten Jahre auf einem historisch niedrigen Niveau. gramm 42).

Abbildung 87

Diagramm 41: Grundwassermessstellen Ranna (Quelle: N-ERGIE AG)

Abbildung 86

Diagramm 42: Grundwassermessstellen Erlenstegen (Quelle: N-ERGIE AG)

Wasserschutzgebiet Genderkingen Fazit

Das Gewinnungsgebiet des Zweckverbands Wasserversor- Die wichtigste Aussage zuerst: Die sichere Trinkwasservergung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) befindet sich im sorgung von Nürnberg ist dauerhaft gewährleistet. Dies gilt Flussdelta zwischen Lech und Donau. Hier ist keine wesent- unvermindert, auch unter Beachtung der oben aufgezeigliche Beeinflussung durch den Klimawandel erkennbar. ten niedrigen Grundwasserstände in einigen Gewinnungen. Trinkwasser stellt eine wertvolle Ressource dar, mit der spar- Die Grundwassermessstellen liegen wie folgt: sam und mit entsprechender Sorgfalt umgegangen werden muss.

und nahe dem Horizontalfilterbrunnen 2 und wird Die Quellschüttung in Ranna und die Förderung des Wasdurch die Entnahme und durch die Donau beeinflusst. serwerks Ursprung liegen auf historisch niedrigem Niveau. Für die Versorgung von Nürnberg erfolgt der Ausgleich u.a.

über einen höheren Bezug beim WFW. Im Wasserwerk des filterbrunnen 2 und 1 und wird von der Entnahme und WFW in Genderkingen kann perspektivisch von keiner Eindurch die Donau/den Lech beeinflusst. schränkung der Bezugsmenge ausgegangen werden, da die

stark durch die Wasserführung des Lechs beeinflusst. fluss mit lokalen Stauhaltungen profitieren.

Aufgrund der Nähe zum Vorfluter Donau zeigen die Grund- Die N-ERGIE Aktiengesellschaft versorgt Nürnberg mit wasserspiegel in den Messstellen einen an den Oberflächen- Trinkwasser aus fünf verschiedenen Gewinnungsgebieten. gewässerwasserspiegel angelehnten Verlauf. Da der Lech Damit ist eine gute Redundanz gegeben. Den vorhersehbar eine ausgeprägtere Stauhaltung hat, sind die Verläufe der weiter steigenden Anforderungen an die Trinkwasserqua- Grundwasserspiegel in größerer Entfernung zur Donau ge- lität begegnet die N-ERGIE Aktiengesellschaft durch eine dämpfter (vgl. Diagramm 43). Ergänzend ist auf eine Be- adäquate Nachrüstung von Aufbereitungsstufen in den sonderheit bei der Messstelle III/1, die auf eine künstliche Wasserwerken. Absenkung des Donauwasserspiegels im Frühsommer 2022 Auf die mit dem Klimawandel verbundenen Herausforde- (Baustelle Donaubrücke Bertholdsheim) zurückzuführen ist, rungen, wie die historisch niedrigen Grundwasserstände, hinzuweisen. vermehrte Extremwetterereignisse und die damit verbunde- Das Wasserdargebot für die drei WFW-Horizontalfilterbrun- ne erhöhte Gefahr von Trübungen oder mikrobiellen Vernen in Genderkingen wird zum überwiegenden Anteil über unreinigungen des zur Trinkwasserversorgung genutzten den Austausch zwischen Grundwasser und Lech bzw. Do- Rohwassers, ist die N-ERGIE Aktiengesellschaft bestens genau gespeist. Die lokale Grundwasserneubildung aus Nieder- wappnet. Die Folgen des Klimawandels werden zunehmend schlag nimmt nur eine untergeordnete Rolle ein. In längeren spürbar und weitere technische Maßnahmen zur Erhöhung Trockenphasen geht dieser Anteil sogar komplett zurück. der Klimaresilienz sind daher wahrscheinlich.

Ganglinien Grundwasserstände WFW vom 20.07.2023 Ganglinien Grundwasserstände WFW vom 20.07.2023

Wasserstände [m NN] Wasserstände [m NN] Diagramm 43: Grundwassermessstellen Erlenstegen (Quelle: N-ERGIE AG)

2.6 Nachhaltigkeit bei betrieblichen und landwirtschaftlichen

Gewässerbenutzungen

2.6.1 Grundwasserschutz in der wasserrechtlichen Genehmigungspraxis

Genehmigung von Gewässerbenutzungen Grundlagen einer wasserrechtlichen Genehmigung

– wasserrechtliche Rahmenbedingungen

Um eine solche Erlaubnis zu erlangen, ist ein entsprechen- Wasser muss als Grundlage allen Lebens auf der Erde ge- der Antrag beim Umweltamt der Stadt Nürnberg zu stellen. schützt werden. Auch der Gesetzgeber hat dies schon lange Der notwendige Inhalt und Umfang der Antragsunterlaerkannt und hat diverse rechtlichen Regelungen getroffen, gen hängt von der jeweiligen Art der Gewässerbenutzung die dafür Sorge tragen sollen, dass die vorhandenen Gewäs- ab. Auf der Internetseite des Umweltamtes sind hier zu den ser durch den Menschen nicht negativ beeinträchtigt bzw. gängigsten Benutzungen entsprechende Erläuterungen und idealerweise in ihrem Zustand verbessert werden. Vordrucke zu finden [98].

Diese Regelungen finden sich insbesondere im Gesetz zur Das Umweltamt prüft nach Eingang eines Antrags in einem Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG) Verwaltungsverfahren, ob die beantragte Gewässerbenutund dem Bayerischen Wassergesetz (BayWG). Solche Rege- zung den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Der Gesetzlungen haben nur Sinn und Effekt, wenn sie auch beachtet geber stellt zahlreiche Anforderungen, die erfüllt werden und durchgesetzt werden. Der Vollzug wasserrechtlicher Re- müssen, um sicherzustellen, dass eine Gewässerbenutzung gelungen obliegt in Bayern weitestgehend den Kreisverwal- nachhaltig und unschädlich ist. Lässt sich die Einhaltung tungen als Unteren Wasserrechtsbehörden. In Nürnberg ist dieser Anforderungen anhand der vorgelegten Antragsdies die entsprechende Abteilung des Umweltamtes. unterlagen nicht beurteilen, so sind sie entsprechend zu ergänzen. Das Umweltamt ist also als Untere Wasserrechtsbehörde für den Vollzug wasserrechtlicher Regelungen verantwortlich Da die Anforderungen, die erfüllt werden müssen, um eine und muss in dieser Funktion mit dafür Sorge tragen, dass Erlaubnis zur Benutzung des Grundwassers zu erlangen sehr in Nürnberg befindliche Gewässer (auch das Grundwasser zahlreich sind, seien hier beispielhaft nur die wichtigsten erist ein Gewässer im Sinne des Wasserrechts) nachhaltig be- wähnt. Eine Grundwasserbenutzung ist nur erlaubnisfähig, wirtschaftet und so als Bestandteil des Naturhaushalts, als wenn Lebensgrundlage des Menschen, als Lebensraum für Tiere

und Pflanzen sowie als nutzbares Gut geschützt werden eigenschaften nicht zu erwarten sind und (vgl. § 1 WHG).

Da Gewässer in Deutschland (anders als beispielsweise im fähigkeit des Wasserhaushalts durch die Benutzung angelsächsischen Raum) nicht eigentumsfähig sind, darf nicht sinkt. man, selbst als Grundstückseigentümer, nicht frei über das Grundwasser verfügen. Vielmehr bedarf jede Benutzung

des Grundwassers einer Erlaubnis durch die Untere Wassermischen Zustands des Grundwassers muss vermieden rechtsbehörde. Grundwasser darf also nicht ohne weiteres werden und alle signifikanten und anhaltenden Trends entnommen, zutagegefördert, zutagegeleitet oder abgeleiansteigender Schadstoffkonzentrationen auf Grund der tet werden. Ebenso wenig dürfen Stoffe in das Grundwas- Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten sollen umgeser eingebracht oder eingeleitet werden. Solche Gewässerkehrt werden. benutzungen sind grundsätzlich untersagt. Erst durch die notwendige Erlaubnis werden sie legitimiert (sog. repressi- • Ein guter mengenmäßiger und chemischer Zustand des ves Verbot mit Erlaubnisvorbehalt). Grundwassers sollen erhalten oder erreicht werden.

Einige Gewässerbenutzungen von wasserwirtschaftlich un- Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, so ist eine tergeordneter Bedeutung wurden von dieser Erlaubnispflicht beantragte Erlaubnis auf Gewässerbenutzung grundsätzlich ausgenommen. So ist beispielsweise das Zutagefördern von zu versagen (vgl. § 12 WHG). Grundwasser für den Haushalt erlaubnisfrei soweit keine signifikanten nachteiligen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt zu besorgen sind (vgl. § 46 WHG). Grundsätzlich sind Benutzungen des Grundwassers aber erlaubnispflichtig (vgl. § 8 WHG).

Beurteilung der Nachhaltigkeit und Rechtmäßigkeit cher Menge und mit welcher Förderrate das Grundwasser

einer Gewässerbenutzung abgeleitet werden darf. Bei Bedarf werden auch regelmä-

ßige Untersuchungen der Grundwasserqualität gefordert. Um zu beurteilen, ob eine Gewässerbenutzung den gelten- Der Betreiber wird verpflichtet die Entnahmemenge mittels den rechtlichen und fachlichen Anforderungen entspricht entsprechender Einrichtungen zu messen und dem Umund um über entsprechende Anträge entscheiden zu könweltamt die jeweiligen Daten regelmäßig zu übermitteln. nen, bedient sich das Umweltamt im Erlaubnisverfahren dem Bei Bewässerungsbrunnen wird regelmäßig zur Auflage Fachwissen diverser Fachbehörden. Jeder Antrag auf Erlaubgemacht, dass, um Verdunstungsverluste zu vermeiden, in nis wird vor der Entscheidung über die Erteilung der Erlaubden Morgen- und Abendstunden bewässert werden soll. nis von einem amtlichen Sachverständigen begutachtet. Regelmäßig fungieren das staatliche Wasserwirtschaftsamt Bei Einleitungen in das Grundwasser wird in der Erlaubnis Nürnberg oder die fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft festgelegt, welche Stoffe in welcher Menge und Qualität in der Stadt Nürnberg in entsprechenden wasserrechtlichen das Grundwasser eingebracht werden dürfen. Bei Versicke- Verfahren als amtliche Sachverständige. rungsanlagen wird beispielsweise definiert welche Flächen an eine Anlage angeschlossen werden dürfen, wie die Anla- In einem Gutachten legt der amtliche Sachverständige dar, ge dimensioniert werden muss und ob und ggf. welche Vorob die beantragte Grundwasserbenutzung den rechtlichen reinigungsanlagen installiert und betrieben werden müssen. und fachlichen Vorgaben entspricht und somit gestattungs- Bei Geothermie-Anlagen wird festgelegt, wie viele Sonden fähig ist. Im Falle einer positiven Begutachtung liegt die Ermit welcher Technik in welcher Tiefe in das Grundwasser teilung der Erlaubnis dann im Ermessen des Umweltamtes als eingebracht werden dürfen. Untere Wasserrechtsbehörde. Regelmäßig folgt das Umweltamt dabei der Beurteilung des amtlichen Sachverständigen. Grundsätzlich ist jede Inhalts- und Nebenbestimmung statthaft, die notwendig ist, um zu gewährleisten, dass die Ge- In aller Regel ist mittels eines Pumpversuches zu eruieren, wässerbenutzung möglichst unschädlich und nachhaltig ob die beantragte Fördermenge nachhaltig und ohne Beeinstattfindet. trächtigung Dritter gefördert werden kann.

Bei komplexen Anträgen und/oder hohen Entnahmemengen Abnahme und Überwachung ist zusätzlich ein hydrogeologisches Fachgutachten erforder- Um sicherzustellen, dass Gewässerbenutzungsanlagen dann lich, in dem detaillierte Betrachtungen und Untersuchungen auch gemäß den Antragsunterlagen und den Inhalts- und zum Grundwasservorkommen ausgearbeitet werden (u.a. Nebenbestimmungen im Erlaubnisbescheid errichtet und mit Angaben zur Beurteilung und Interpretation von geolobetrieben werden, sind diese baubegleitend durch einen gischen Verhältnissen, Grundwasserströmungsverhältnissen, Privaten Sachverständigen der Wasserwirtschaft (PSW) ab- Wasserbeschaffenheit, hydraulischen Kenndaten des Grundzunehmen (vgl. Art. 61 BayWG). Ergeben sich bei der Abwasserleiters). In diesem Fall ist ein entsprechendes Fachbüro nahme Abweichungen von der Erlaubnis, so wird geprüft, beizuziehen. ob die Abweichungen unschädlich und somit vertretbar sind oder evtl. entsprechende Nachbesserungen angeord- Anforderungen an Anlagen zur Gewässerbenutzung net werden müssen.

Erlaubnisse können mit Inhalts- und Nebenstimmungen ver- Nach Erteilung einer Erlaubnis finden durch das Umweltamt sehen werden, um nachteilige Auswirkungen einer Gewässer- Kontrollen statt, ob die Gewässerbenutzungen im Rahmen benutzung zu vermeiden oder auszugleichen (vgl. § 13 WHG). der Erlaubnis stattfinden. Bei Verstößen oder Missständen Von dieser Möglichkeit wird auch regelmäßig Gebrauch gewird der Gewässerbenutzer aufgefordert diese abzustellen. macht. Erlaubnisse für Gewässerbenutzungen sind meist mit Bei Bedarf können hier auch entsprechende Anordnungen zahlreichen Inhalts- und Nebenbestimmungen verbunden. und Zwangsmittel (z. B. Zwangsgeld) angewandt werden. So werden Erlaubnisse meist zeitlich befristet. Nach Ablauf Bestehende Genehmigungen werden regelmäßig überder Frist muss eine Erlaubnis dann, sofern die Gewässerbe- prüft. Nötigenfalls kann durch nachträgliche Inhalts- und nutzung auch weiterhin stattfinden soll, neu beantragt und Nebenbestimmungen sichergestellt werden, dass evtl. seit entsprechend gemäß den dann geltenden Maßstäben neu der Erteilung einer Erlaubnis hinzugetretene Anforderungen beurteilt werden. umgesetzt werden. Erlaubnisse können nach Bedarf auch widerrufen werden. Bei Grundwasserentnahmen durch Brunnenanlagen werden zudem diverse technische Anforderungen an den Bau Werden dem Umweltamt unerlaubte Gewässerbenutzunder Brunnenanlage und die verwendeten Materialien ge- gen bekannt, so wird der Gewässerbenutzer aufgefordert stellt. Außerdem wird festgelegt zu welchem Zweck, in wel- die Gewässerbenutzung einzustellen und eine entsprechen-

de Erlaubnis zu beantragen. Wird einer solchen Aufforde- In der Vollzugspraxis werden daher die Anträge auf Errungen nicht gefolgt, so können auch hier die notwendigen laubnisse für Grundwasserentnahmen künftig kritischer Maßnahmen angeordnet und soweit notwendig mit den begutachtet werden müssen, um sicherzustellen, dass Grund- Mitteln des Verwaltungszwanges durchgesetzt werden (vgl. wasserentnahmen nicht zu einer erheblichen negativen Be- § 100 WHG). einträchtigung des Grundwasserhaushalts führen. Die Antragstellenden werden daher regelmäßig umfangreichere Verstöße gegen bestehende Erlaubnisse oder unerlaubte Angaben und Nachweise vorlegen müssen, um die Auswir- Gewässerbenutzungen stellen zudem Ordnungswidrigkeikungen der begehrten Grundwasserentnahme darzustellen ten dar, die mit einem Bußgeld belegt werden können. und so den Fachbehörden eine Begutachtung zu ermöglichen. Es gibt zahlreiche rechtliche und fachliche Anforderungen, die den Zweck haben das Grundwasser zu schützen und Unter anderem ist eine genaue Bedarfsermittlung und ähnlich zahlreiche verwaltungsrechtliche Mittel die Einhaleine Alternativenbetrachtung vorzulegen. Dargelegt werden tung dieser Anforderungen sicherzustellen. Dem Umweltmuss z.B. inwieweit eine Niederschlagswassernutzung bzw. amt der Stadt Nürnberg kommt als Untere Wasserrechts- Maßnahmen der Wasserkreislaufwirtschaft bei der Bedarfsbehörde hier die Verantwortung zu, durch den Vollzug der ermittlung berücksichtigt sind. entsprechenden Rechtsgrundlagen möglichst umfassend sicherzustellen, dass diese Anforderungen in der Praxis auch Sowohl bzgl. der Entnahmemengen, als auch bzgl. der tatsächlich eingehalten und beachtet werden. Ziel ist, durch Laufzeit der Erlaubnisse wird eine genauere Prüfung bezo- Beratung, Aufklärung, Kontrolle und Durchführung ent- gen auf die vorgesehene Nutzung und das jeweilige wassersprechender Genehmigungs-, Anordnungs- und Ordnungs- wirtschaftliche Umfeld stattfinden. Dies wird voraussichtlich widrigkeitenverfahren mit Hilfe insbesondere des staat- dazu führen, dass die Laufzeiten der Erlaubnisse regelmäßig lichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg eine nachhaltige deutlich kürzer sein werden als dies bisher üblich war (bis- Bewirtschaftung des Grundwassers in Nürnberg zu gewähr- her waren hier pauschal 20 Jahre gängige Praxis). leisten. Auch bzgl. der maximal zulässigen Entnahmemengen werden künftig strengere Maßstäbe gelten, so dass entsprechen-

Ausblick / künftige Entwicklungen

den Anträgen nicht immer in vollem Umfang entsprochen Die zahlreichen Herausforderungen des Klimawandels fin- werden wird. Die Anforderungen an gutachterliche Unterden auch Niederschlag in wasserrechtlichen Verfahren. Ein suchungen zur nachhaltigen Grundwasserförderung sowie sparsamer Umgang und eine nachhaltige Bewirtschaftung hinsichtlich begleitender Untersuchungen steigen weiter an. der Wasserressourcen ist geboten. Bei Genehmigungen zur Grundwasserentnahmen aus dem Tiefengrundwasser zur Gewässerbenutzung ist es besonders wichtig, dass ein Aus- Brauchwassernutzung sind in aller Regel nicht genehmigleich zwischen widerstrebenden Zielstellungen der einzelgungsfähig. Noch geltende Erlaubnisse für bestehende nen Handlungsfelder und Nutzungsformen hergestellt wird Tiefbrunnenanlagen haben zunächst Bestandsschutz. Nach [52]. Ablauf der Erlaubnisfrist müssen jedoch für jeden Einzelfall die Verhältnisse genauestens geprüft werden.

2.6.2 Herausforderungen für die Bewässerung des Knoblauchslandes

(Wasserverband Knoblauchsland – Stefan Dunger)

Der Wasserverband Knoblauchsland den Beregnungsabteilungen um die Abläufe kümmern. Die Verwaltung sowie die technische Betriebsführung werden Das Knoblauchsland im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlandurch 5 hauptamtliche Angestellte vollzogen, alle anderen gen sichert seit Generationen die regionale Versorgung mit Positionen sind Ehrenämter. frischem Gemüse. In einem Gebiet mit ca. 2.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche werden etwa 1.500 ha als reine Die technische Struktur des Verbands besteht aus einer Brun- Gemüseanbaufläche bewirtschaftet. Die leichten, sandigen nenfassung mit 12 Brunnen im Wiesengrund Fürth (Kapel- Böden sind hervorragend für den Gemüsebau geeignet, be- lenruh). Die Leistungsfähigkeit der Brunnenanlage beträgt dürfen jedoch einer zusätzlichen Beregnung. Vom Wasser- bis zu 600 l/s. Die Hauptleitung (DN600) zum Befüllen der verband aus werden hierzu 931 ha mit Beregnungswasser Hochbehälter (je 6000 m³ Fassungsvermögen, Planendäversorgt. Durch die Beregnung kann der kontrollierte, integ- cher vermeiden Verschmutzung und Algenbildung) verläuft rierte Anbau von Gemüse auch in Verbindung mit dem Erhalt quer durch das Verbandsgebiet (Kapellenruh bis Almosund Verbesserung der Bodenstruktur vollzogen werden. hof). Sechs Druckpumpwerke mit einer Leistung von bis zu 1200 m³/h speisen über ca. 150 km Druckrohrleitungsnetz Die Verwaltungsstruktur des Verbandes besteht aus dem geund ca. 1500 Hydranten, an denen die Betriebe Beregnungsschäftsführenden Verbandsvorsteher, einer Vorstandschaft wasser entnehmen können. Die Steuerung des gesamten bestehend aus 7 Vorstandsmitgliedern. Diesem unterstehen Systems erfolgt über ein Prozessleitsystem. 45 Abteilungsvorsteher und 45 Regenwarte, welche sich in

Abbildung 88

Abbildung 31: Rohrberegnung im Knoblauchsland (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Abbildung 89

Abbildung 32: Ansicht Hochbehälter Buch (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

2.6 Nachhaltigkeit bei Gewässerbenutzungen

Entwicklung des Bewässerungsbedarfs – Auswirkun- zu einem weiteren Anstieg des Bedarfs führte. So ist es nun

gen des Klimawandels möglich, variabler Flächen in das Beregnungskonzept einzu-

binden und z.B. im Frühjahr das Flurstück A zu bewässern Mit der Gründung des Verbandes im Jahr 1960 begann eine und im Sommer das Flurstück B – während zuvor wegen kontinuierliche Entwicklung der Bewässerung im Knoblauchder dezentralen Struktur die Beregnung im relevanten Besland. Im ersten Bauabschnitt wurden bis 1972 380 Hektar regnungszeitraum z.B. auf nur einem der beiden Flurstücke Beregnungsfläche erschlossen, mit einer mittleren Wassermöglich war. So erhöht sich indirekt die zu bewässernde förderung von etwa 1750 m³/ha/Jahr. Im zweiten Bauab- Fläche. Der große Vorteil ist, dass die Fruchtfolge effekschnitt wurde die Beregnungsfläche auf 560 Hektar erweitiver und flexibler gestaltet werden kann. Notwendig ist tert und der Wasserbedarf erhöhte sich auf durchschnittlich dies, um den Bedarf an frischem Gemüse zu decken und 2.065 m³/ha/Jahr. Durch die Umstellung der Wasserfördegleichzeitig die Kulturen und die damit verbundene Borung von Grundwasser auf Uferfiltrat (Projekt zur Beileitung dengesundheit zu erhalten. Nicht außer Acht zu lassen ist von Beregnungswasser aus dem Regnitztal [49] [12]) und auch die längere Saison des Anbaus. Diese ist zum einen die damit verbundene komplette Erneuerung der Technik dem Klimawandel geschuldet und zum anderen sind die konnte die Bewässerungsfläche weiter ausgebaut werden Techniken zur Kulturverfrühung immer besser geworden. und eine optimale Wasserversorgung der Pflanzen sicher- So beginnt die Beregnungssaison heute bereits im Februar gestellt werden. So konnten ab dem Jahr 2004 830 Hektar und endet im November. Beregnungsfläche versorgt werden. Diese erweiterte sich bis heute auf 930 Hektar und der durchschnittliche Bedarf Auswirkungen des Klimawandels entwickelte sich auf 2.740 m³/ha/Jahr (vgl. Diagramm 44). Durch die Beregnung soll das Wasserdefizit der Pflanzen ausgeglichen werden, um ein gesundes Wachstum zu ermög-

Gründe für die Entwicklung des Wasserbedarfs

lichen. Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Vor der Erneuerung war die Anlagenkapazität begrenzend.

Dies zeigt der gestiegene Wasserbedarf nach der Umsteltemperatur hoch und die Luftfeuchtigkeit niedrig ist, lung. Erstmals war es möglich, zur richtigen Zeit, die richtige Menge an Beregnungswasser zu geben. Die optimale Be-

wässerung sichert nicht nur Qualität und Erträge, sondern haben unterschiedliche Fähigkeiten Wasser zu speichern sie sorgt auch dafür, dass die Nährstoffe von den Pflanzen und abzugeben, optimal aufgenommen werden. Nicht vermarktungsfähige Pflanzen reduzieren sich und dadurch auch der Eintrag von • Standort und Exposition: Pflanzen, die an einem sonz.B. Nitrat in den Boden. Zusätzlich zur optimalen Versor- nigen Standort wachsen oder starkem Wind ausgesetzt gung der Pflanzen ermöglichte die Umstellung auch das sind, können aufgrund erhöhter Verdunstungsraten ei- Umlegen von Beregnungsflächen während der Saison, was nen höheren Wasserbedarf haben.

Flächenentwicklung / Jahresförderung

1. Bauabschnitt 2. Bauabschnitt Sanierungsabschnitt Beileitung aus dem Regnitztal

4500

4000

3500

3000

2500

2000

1500

1000

500

0 7691 9691 1791 3791 5791 7791 9791 1891 3891 5891 7891 9891 1991 3991 5991 7991 9991 1002 3002 5002 7002 9002 1102 3102 5102 7102 9102 1202

Beregnungsfläche in ha Jahresförderung (10 Jahres Mittelwerte) in Tsd m³ Jahresförderung in Tsd m³

Diagramm 44: Entwicklung bei den Beregnungsflächen und der Jahresförderung

(Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Wasserförderung Knoblauchsland in Relation zu Jahresmitteltemperaturen

3 10

8 2 6

4 1 2

0 0

8691 2791 6791 0891 4891 8891 2991 6991 0002 4002 8002 2102 6102 0202 ]C°[

Jahresmitteltemperatur [°C] < 25%-Quantil Jahresmitteltemperatur [°C] innerhalb 25 bis 75% Quantil Jahresmitteltemperatur [°C] >75%-Quantil Wasserförderung des WVK, Jahresmengen [m³] Mittelwert Wasserförderung zwischen 1967 und 1972 Mittelwert Wasserförderung zwischen 1973 und 2003 Mittelwert Wasserförderung zwischen 2004 und 2022

Diagramm 45: Wasserförderung des Wasserverbandes Knoblauchsland (WVK)

in Relation zur Jahresmitteltemperatur (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Wasserförderung des WVK in Relation zu Jahresniederschlägen

1000 4 900 800 700 3 600 500 2 400 300 1 200 100 0 0

8691 2791 6791 0891 4891 8891 2991 6991 0002 4002 8002 2102 6102 0202 ]mm[ 14 4 12

Jahres_N < 25%-Quantil Jahres_N zw. 25%-Quantil und 75%-Quantil

Jahres_N > 75%-Quantil Wasserförderung des WVK, Jahresmengen [m³]

Mittelwert Wasserförderung zwischen 1967 und 1972 Mittelwert Wasserförderung zwischen 1973 und 2003

Mittelwert Wasserförderung zwischen 2004 und 2022 ]³m oiM[

Diagramm 46: Wasserförderung des Wasserverbandes Knoblauchsland (WVK)

in Relation zum Jahresniederschlag (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Betrachtet man die Jahresmitteltemperatur und die Jahres- • Bisher am prägendsten war das Jahr 2022, hier fielen niederschläge im Knoblauchsland (vgl. Diagramm 45 und gesamt 531,3 l/m² Niederschlag, vom 04.06.2022 bis 46), ist zu erkennen, dass diese zwar Einfluss auf den Was- 26.08.2022 (83 Tage) waren es lediglich 15,1 l/m² des serbedarf der Pflanzen haben. Jedoch am deutlichsten zeigt natürlichen Niederschlags. sich, dass die anhaltenden Trockenperioden den größten Einfluss haben. Daraus wird deutlich, warum in den Jahren 2018, 2020 und 2022 der Zusatzwasserbedarf stark angestiegen ist (vgl. Dia- Dies zeigte sich v.a. in den Jahren 2018, 2020 und 2022: gramm 47).

schlag, jedoch entfielen auf den Zeitraum 22.07.2018 rakteristik haben auch negative Auswirkungen auf das Nährbis 22.09.2018 (62 Tage) gerade einmal 19,8 l/m² des stoffmanagement, wie die Nitratwerte im Grundwasser zeinatürlichen Niederschlages. gen, die nach Inbetriebnahme der Beileitung zunächst einen positiven Trend zeigten, mit den sich häufenden Trockenjahren

aber nun auf einem noch zu hohen Niveau beharren. Letztdoch hier auf den Zeitraum 20.06.2020 bis 27.08.2020 lich soll bei der Beregnung nur so viel Zusatzwasser gegeben (68 Tage) lediglich 57,4 mm. ]³m[ oiM[

Trockenperioden

Jahresverlauf der Niederschläge (summiert) ― an der Weerstaon Buch (DWD)

800

700

600

500

400

300

200

100

0 01.01 01.02 01.03 01.04 01.05 01.06 01.07 01.08 01.09 01.10 01.11 01.12

2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Trockenzeit 2018 Trockenzeit 2020 Trockenzeit 2022

Diagramm 47: lange Trockenperioden in der Niederschlagsentwicklung der verschiedenen Jahre; tägliche Niederschlagsdaten aufsummiert, Niederschlagsdaten an der Flugwetterwarte, Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

werden, dass eine Sickerwasserbildung nicht entsteht. Somit Sie verbleiben dann im Boden und erhöhen somit den Nibleiben die Nährstoffe im pflanzenverfügbaren Bereich und trateintrag. Dies zeigt, dass nur das Zusammenspiel zu können hier dann von der Pflanze aufgenommen werden. einem guten Ergebnis führt, alle Parameter müssen aufeinander abgestimmt sein, dann kann weiterhin nachhaltig Der Beharrungszustand der Nitratbelastungen (vgl. Kapitel regionales Gemüse angebaut werden. 1.1.4) kann verschiedene Gründe haben, unter anderem hat das Wasser im Knoblauchsland eine relativ lange Verweilzeit im Untergrund, so kann die Nitratbelastung nicht vorwiegend Maßnahmen des Wasserverbandes zum nachhaltigen von der aktuellen Düngepraxis, sondern auch aus früheren Umgang mit der Ressource Wasser – ein Ausblick Jahrzehnten kommen. Damals waren z.B. die Düngemittel Durch das Projekt zur Wasserbeileitung aus dem Regnitznoch nicht langzeitstabil, vereinzelt können auch noch die tal wurde bereits ein entscheidender Grundstein für das Klärschlammanwendungen in der Vergangenheit nachwir- Knoblauchsland gelegt. Ohne diesen wäre die Zukunft des ken. Heute, bzw. seit Jahrzehnten, arbeiten die Landwirte im Gemüseanbaus im Knoblauchsland ungewiss. So ist man Gebiet ganz bewusst an dieser Thematik. So ist es selbstverjedoch nicht untätig. Das zur Verfügung stehende Wasser ständlich, Flächen wo immer möglich nicht "schwarz" zu lasmuss so optimal wie möglich eingesetzt werden. Hierzu ist sen, hier werden Gründüngungen gesät, um Nährstoffe zu halten. Das "Konzept zur Minimierung des Nitrateintrages" der Verband bereits seit einigen Jahren an Projekten beteiist ein weiterer Baustein (vgl. Kapitel 1.1.7.1). Im Knoblauch- ligt, welche sich mit der Digitalen Bewässerungssteuerung sland werden Bodenproben ganz selbstverständlich gezogen, im Freilandanbau beschäftigen. um die benötigte Düngung zu bestimmen. Seit dem Jahr 2020 haben der Wasserverband Knoblauch- Nicht optimal bewässerte Kulturen, können die Nährstoffe sland und die Paessler AG aus Nürnberg ein gemeinsames nicht richtig und nicht in der nötigen Menge aufnehmen. Projekt zur Präzisionsbewässerungssteuerung. ]mm[

Abbildung 90

Abbildung 33: Schema der Präzisionsbewässerungssteuerung (Quelle: Peassler AG)

Eine effektive Bewässerung ist für die Gesundheit und das Wichtig bei der Entwicklung ist die Bedienung vor Ort und Wachstum von Pflanzen und Kulturen von entscheidender das sogenannte Retro Fitting, so können bereits bestehende Bedeutung. Durch eine präzise Bewässerung können nicht Komponenten weiter betrieben werden. Durch die Verwennur die Qualität der angebauten Kulturen verbessert, son- dung von Bodensensoren, Wetterdaten und Wettervorherdern auch Ressourcen geschont werden. Aus diesem Grund sagen kann die Präzisionsbewässerung auch auf kurzfristige hat sich der Wasserverband Knoblauchsland und die Paess- Wetterbedingungen reagieren und die Bewässerung entler AG zum Ziel gesetzt, eine intelligente Bewässerungslö- sprechend anpassen. Dies optimiert die Abstimmung zwisung zu entwickeln, die den Bedürfnissen des Wasserver- schen dem jeweiligen Wasserbedarf der angebauten Pflanband Knoblauchsland und seinen Mitgliedern entspricht zen und der Wassergabe und sorgt damit für eine effektive und darüber hinaus das Potenzial hat, nicht nur in ganz Bewässerung. Bayern, sondern auch in Deutschland, in Europa und darü- Durch die Verbandstruktur können Daten zentral eingeber hinaus eingesetzt zu werden. speist werden. So kann Messtechnik gemeinsam genutzt, Das Projekt zur Präzisionsbewässerungssteuerung bietet eine aber auch z.B. das Energiemanagement und die Lastverteieffektive Lösung für die Probleme herkömmlicher Bewässe- lung durch den Verband gesteuert werden. rungssteuerung, die in einer zu geringen Überwachungs- Das Projekt zur Präzisionsbewässerung ist ein wichtiger möglichkeit und in der Unvorhersehbarkeit von Wetterbedin- Schritt in Richtung einer noch nachhaltigeren Landwirtschaft gungen und Umwelteinflüssen liegen. und einem noch besseren Umgang mit Ressourcen wie Die Lösung basiert auf der langjährigen Erfahrung des Was- Wasser und Boden. serverbandes Knoblauchsland in der Beregnung und der In Anbetracht der Auswirkungen des Klimawandels auf die Paessler AG im Bereich Netzwerk-Monitoring sowie Daten- Wasserversorgung und der steigenden Herausforderungen erfassung und -analyse. Sie ermöglicht Landwirten und Garfür die Landwirtschaft und die Gesellschaft müssen innotenbauern, ihre Bewässerungssteuerung zu optimieren und vative Technologien und Lösungen eingesetzt werden, um den Wasserbedarf äußerst effizient zu gestalten. die Umweltbelastung zu reduzieren und gleichzeitig die Die Comtac AG wurde als ausgewiesener Experte mit der Ressourceneffizienz zu erhöhen. Wir sind überzeugt, dass Entwicklung der speziellen Hardware beauftragt. Die ent- dies ein wichtiger Schritt ist, um eine lebenswerte Zukunft wickelte Hardware ermöglicht eine präzise Steuerung des für kommende Generationen zu sichern. Wasserflusses, die Erkennung von Leckagen und das Auslesen der Verbräuche der angeschlossenen Wasserzähler.

2.6.3 Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Bewässerung im Garten- und Ackerbau

(Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau - Dr. Alexander Dümig)

Einleitung Verbreitete Bewässerungsverfahren

In Zeiten des Klimawandels mit steigendem Bewässerungs- Das am weitesten verbreitete Bewässerungsverfahren in bedarf von z. B. Gemüse und Kartoffeln sollten Optimie- Bayern und im Knoblauchsland ist die Rohrberegnung, darungsmöglichkeiten für eine noch effizientere Bewässerung nach folgen der Einsatz von Rollomaten mit Regnereinzug genutzt werden. Zudem kommt es zu einer Verschärfung (Starkregner) und Tropfbewässerung (vgl. Abbildung 34). rechtlicher Regelungen (z. B. Begrenzung der Entnahme- Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile und dennoch ihre mengen, wasserrechtliche Auflagen hinsichtlich ressourcen- Berechtigung. schonender Bewässerung sowie Bewässerung nur während Sie unterscheiden sich hinsichtlich Effizienz (Wasserverbrauch, Morgen- und Abendstunden). Sowohl der LandCare-Be- Energiebedarf etc.), Genauigkeit der Wasserverteilung, Kosricht wie auch eine Thünen-Studie für Bayern [99] progten (Anschaffung, Jahreskosten für Betrieb des Verfahrens), nostizieren einen steigenden Bewässerungsbedarf bis zum Arbeitsaufwand und Eignung für die Betriebsstruktur (z. B. Jahr 2050, auch für landwirtschaftliche Kulturen. Wenn die Schlaggrößen, Kulturen, Wasserreserven). Niederschläge ausbleiben, ist bei Gemüse eine Vermarktung ohne Beregnung nicht möglich. Bewässerung sichert nicht Die Rohrberegnung wird oft in Kulturen mit kurzer Standnur Ertragshöhe und Qualität (wertgebende Inhaltsstoffe), zeit und regelmäßigem Bewässerungsbedarf eingesetzt, sie sondern auch die Nährstoffverfügbarkeit. Bereits einfache ist in der landwirtschaftlich-gärtnerischen Bewässerung aus und kostengünstige Maßnahmen können z.B. die Genauignachfolgenden Gründen vorteilhaft: keit der Wasserverteilung verbessern. Dadurch lassen sich der Wasserverbrauch und die Kosten senken bei einheit- • sehr variabel einsetzbar und bei vielen Kulturen möglich lichem Aufwuchs der Kulturen ohne Einbußen an Ertrag • Genauigkeit der Wasserverteilung ist ausreichend gut, und Qualität. Eine Bewässerung am Abend/Nacht/Morgen wenn die Systemkomponenten aufeinander abgestimmittels programmierbarer Steuergeräte zur automatischen mt sind (siehe unten im Text) Schaltung von Magnetventilen (Wasser an/aus) begrenzt

Verdunstungsverluste. Weiterhin können der Einsatz von lichen Kulturen u. Neusaaten oder frischen Anpflan- Entscheidungshilfen zur Bewässerung „Wann und wieviel zungen mit geringen Wurzeltiefen einsetzbar bewässern?“, wie eine modellbasierte Bewässerungs-App

und digitale Bodenfeuchtesensoren die Effizienz der Bewäs- (z. B. bei Frühkartoffeln) serung erhöhen. Diese Möglichkeiten werden im Beitrag kurz vorgestellt. Zunächst sollen verbreitete Bewässerungs- • Kühlung der Pflanzen möglich verfahren, wie sie auch im Knoblauchsland eingesetzt wer- • sehr nachhaltig, da die Komponenten über Jahrzehnte den, mit ihren Vor- und Nachteilen skizziert werden. genutzt werden können

Abbildung 92

Abbildung 93

Abbildung 91

Abbildung 34: Bewässerung mit Rohrberegnung (links), Tropfbewässerung (Mitte) und Rollomat (rechts) Quelle: linkes Foto: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig; mittleres und rechtes Foto: Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.)

Als Nachteile können genannt werden: • seit 2022 Recycling von PE-Einwegschläuchen durch deutschlandweites „ERDE“/Erntekunststoffe-Recycling

(bei geringem Rohrvorrat) teils schwer detektierbar Ein Rollomat mit Regnereinzug wird oft für Einzelgaben • Verlege und Bergetechnik nicht für jede Kultur geeignet bzw. Kulturen mit weniger häufigen Bewässerungsgaben • keine Kühlung des Pflanzenbestandes möglich verwendet, seine Vorteile sind: • Spülwasserverluste zum Spülen der Filter bei nicht sauberem Wasser

im Verhältnis

Er zeichnet sich aber auch durch einige Nachteile aus: Fazit: Es gibt nicht „die“ eine perfekte Beregnungstechnik, jede Technik hat seine Einsatzfelder und somit seine Berech-

tigung. Eines haben alle gemeinsam, mit gut aufeinander

an der Düse ist es immer den Wasserverlust im Boden auszugleichen, um

Entscheidungshilfen zur Bewässerung

Die Tropfbewässerung findet oft in Dauerkulturen, oder in Kulturen mit langer Standzeit Anwendung. Sie gewinnt aus Zur Entscheidungsfindung „wann und wieviel bewässern“ mehreren Gründen an Aufmerksamkeit. Wesentliche Vor- kann z. B. eine manuelle Spaten- oder Bohrstockprobe zur teile der Tropfbewässerung sind: Beurteilung der Durchfeuchtung im Boden durchgeführt werden. Dies gibt aber nur eine annäherungsweise Mo-

Kultur geeignet) Bewässerungszeitpunkt und Menge können auch digitale

luste (je nach ober- oder unterirdischer Verlegung) gung der Messwerte mittels Mobilfunk- oder den Funktechnologien NB-IoT, LoRa und Sigfox in Intervallen von

15 Minuten bis Stunden (z. T. einstellbar) erfolgt auf eine

IOT-Plattform bzw. Web-Anwendung. Von dort können die

Abbildung 94

Abbildung 95

Abbildung 96

Abbildung 35: Einsatz und Einbau von Bodenfeuchtesensoren

(Quelle: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig)

Werte „in Echtzeit“ per Smartphone/PC abgerufen und her- bei Bewässerungsempfehlungen berücksichtigt. Weiterhin untergeladen werden. Dabei empfiehlt sich, die Sensoren in kann der Anwender die maximale Gabe pro Bewässerungszwei Tiefenstufen (z. B. 15 cm und 30 cm) auf einem Acker vorgang in mm und das Bewässerungsintervall (z. B. alle einzubauen, um Informationen und Kontrolle über Sicker- 4 Tage) festlegen. Aus all diesen Eingangsdaten berechnet wasser und Gefahr der Nitratauswaschung zu erhalten. und empfiehlt die „App“ bedarfsgerechte Bewässerungsgaben. Die ALB-„App“ bzw. die Web-Anwendung [100] ist Generell lassen sich zwei unterschiedliche Messverfahren kostenlos und kann auch für die mobile Dokumentation der unterscheiden. Tensiometer und Watermark-Sensoren, wel- Bewässerung und von Wasserentnahmen verwendet werche die Bodensaugspannung messen (0 – 2.000 hPa), geden (Datenhoheit bleibt beim Anwender). ben den „Aufwand“ für die Pflanze wieder, um dem Boden das Wasser zu entziehen, unabhängig von der Bodenart. Dagegen messen TDR-/FDR-Sensoren (Messung der relati- Wasserverteilgenauigkeit bei Rohrberegnung ven Dielektrizitätszahl) den Wassergehalt im Boden in Vo- Rohrberegnung ist, wie bereits oben erwähnt, das verbreilumen-% (0 – 50/60/100 %). Ob diese Menge auch für die tetste Verfahren zur Bewässerung im Knoblauchsland bzw. Pflanze verfügbar ist, lässt sich ohne weiteres nicht ableiten, in ganz Bayern. Ein Kriterium zur Beurteilung der Effizienz da hierfür die Bodenart bekannt sein muss bzw. die Messdieses Verfahrens ist die Genauigkeit der Wasserverteilung. werte in Relation zum pflanzenverfügbaren Wasser gesetzt Wird das Wasser homogen auf der Fläche verteilt, sind die werden müssen. Generell ist es wichtig einen repräsentati- Bewässerungszeiten und somit auch die Verdunstungsverven Standort für Sensoren auszuwählen (z. B. nicht im Vorluste geringer. Der Wasserverbrauch wird verringert und gewende), damit keine Über- oder Unterbewässerung auf Kosten gesenkt. Eine gleichmäßige Wasserverteilung er- Teilflächen stattfindet. leichtert auch die Standortauswahl für Bodenfeuchte-Sen- Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung von soren zur Entscheidung über Bewässerungsgaben (Zeit- Bodenwasser-Bilanzierungsmodellen ohne Messgeräte/Kabel punkt, Höhe). auf dem Acker. Zum Beispiel berechnet die Bewässerungs- Ist aber die Verteilgenauigkeit schlecht (siehe Abbildung 36), „App“ der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V. (ALB Bayern) täglich werden „nasse“ Standorte mit Sickerwasserbildung und Nieine Bilanz (mm/Tag) aus „Niederschlag + Bewässerung - tratauswaschung erzeugt, wenn die Wasserspeicher- bzw. Verdunstung - Versickerung“. Wichtige Eingangsparameter Feldkapazität des Bodens überschritten wird. Somit entfür die Bilanzierung sind z. B. die Kulturart, Bodenart bzw. steht auch eine bewässerungsbedingte Heterogenität der nutzbare Feldkapazität, Pflanzdatum, Durchwurzelungstiefe. Gehalte an mineralischem Stickstoff (Nitrat, Ammonium) Das Wurzelwachstum in die Bodentiefe mit fortschreitender im Oberboden. Daneben gibt es „trockenere“ Areale mit Kulturdauer wird simuliert, woran sich die Höhe der emp- Wassermangel und langsamer Umsetzung der Dünger bzw. fohlenen Bewässerungsgaben anpasst. Nach Festlegung des Nährstoffe. Der dadurch bedingte Stickstoff- und Wasser- Ackerstandortes (über integriertes Google Map-Fenster) mangel kann bewirken, dass Erträge und Qualitäten sinken. werden die Niederschlagsdaten der nächstgelegenen oder Dagegen können die Kosten steigen, da unter Umständen ausgewählten Wetterstation automatisch eingelesen und mehr Erntegänge nötig sind.

Abbildung 97

Abbildung 98

Abbildung 36: Unterschiedliche Abtrocknung des Bodens nach einer Bewässerung mit

schlechter Wasserverteilgenauigkeit - Drohnenfotos (Quelle: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig)

Eine Zusammenfassung von Maßnahmen und Empfehlun- • Verwendung von gleichen Regnern mit gleicher Düse im gen gibt diese Auflistung: Aufstellverband

18 m x 18 m oder 18 m x 22/24 m recht ausrichten, Abstände zwischen Rohrleitungen auf ganzer Strecke einhalten)

teilgenauigkeit als der Viereckverband • Herstellerangaben zu Kreisregner sollten beachtet werden. Einige Hersteller geben auch Beregnungsdichten

je nach Verband, Wasserdruck etc. an, wonach sich die ner-Abstände Bewässerungszeiten richten sollten.

bänden (z. B. 18 m x 24 m) die Verteilgenauigkeit; ist dieser nicht stabil und sinkt, reichen die Wurfweiten nicht mehr aus

2.7 Wassersensible Stadtentwicklung

Insbesondere dicht bebaute Städte, die die Auswirkungen dem Ziel, möglichst viel Regenwasser in den Untergrund des Klimawandels besonders stark zu spüren bekommen, abzuleiten, sodass wenig Wasser oberflächlich abfließt oder müssen sich aufgrund der damit verbundenen Herausfor- über die Mischwasserkanalisation abgeführt werden muss. derungen „wasserbewusst“ weiterentwickeln. Das heißt, Zudem sollte die Grundwasserneubildung, die durch Bedas Thema Wasser muss in Anbetracht zunehmender Tro- bauung deutlich reduziert ist, wieder gefördert werden. ckenheit und Hitze sowie Starkregenereignissen und Über- Da diese Art der Regenwasserbewirtschaftung jedoch den flutungsgefahren stärker als bisher in den Fokus der städtilokalen, natürlichen Wasserhaushalt noch zu wenig berückschen Planungen genommen werden. sichtigt, wird nun seit mittlerweile knapp 10 Jahren verstärkt Bis in die 1990er Jahre war die vorherrschende Meinung, auf die nötige Berücksichtigung des Wasserhaushaltsfaktors dass Niederschlagswasser möglichst schnell über zentrale Verdunstung und auf den Bodenwasserspeicher hingewie- Ableitungssysteme aus der Stadt entfernt werden muss. sen (vgl. auch Grundwasserbericht 2017 Kapitel 1.3.3 [12]). Da dies aber vielfältige Nachteile mit sich bringt, wie dem „Wassersensible Stadtentwicklung ist die Gestaltung bzw. Rückgang der Grundwasserneubildung, ggf. verbunden mit Umgestaltung von bebauten oder geplanten Gebieten mit erhöhtem Bewässerungsbedarf, reduzierter Verdunstung, dem Ziel, vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimaeiner Überlastung der Kanalisation bei starken Regenfällen wandels, dem Wasser in der Stadt eine zentrale Bedeutung verbunden mit der Gefahr von Gewässerverunreinigungen und ausreichenden Raum zu geben“, so die Definition der u.v.m., gab es ein Umdenken. Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA [102]). Das be- Die Stadt Nürnberg reagierte Anfang 2000 mit der Ein- deutet entsprechend LAWA: führung des geteilten Gebührenmaßstabs, womit für die Eine wassersensible Stadt Ableitung von Schmutz- und Regenwasser separate Gebühren erhoben werden. Dadurch ist ein finanzieller Anreiz

für Grundstückseigentümer geschaffen worden, das Regenkreislauf, der durch Versickerung, Speicherung und Verwasser nicht in die Kanalisation abzuleiten, sondern vor Ort dunstung von Regenwasser geprägt ist und so zu einem zu versickern, zu nutzen, zurückzuhalten oder zu speichern. gesunden Stadtklima beiträgt Ebenfalls im Jahr 2000 ist die Europäische Wasserrahmen- Richtlinie (WRRL) in Kraft getreten, mit dem Ziel des Schut- • stellt eine nachhaltige Stadtentwässerung sicher und rezes und der Verbesserung aquatischer Ökosysteme. Seit duziert Überflutungsrisiken, 2010 regelt außerdem das Wasserhaushaltsgesetz (WHG

§ 55 (2)), dass mit Niederschlagswasser ortsnah umgegantionen – von Trockenheit bis hin zu extremen Niedergen werden soll. Hierbei gilt, dass Niederschlagswasser zuschlagsereignissen – vorbereitet, allererst vor Ort versickert oder verrieselt werden soll. Wenn dies nicht möglich ist, soll, ggf. gedrosselt, in ein nahege-

legenes Gewässer abgeleitet werden. Die Ableitung in die nachteiligen Veränderungen und achtet auf den Erhalt Schmutzwasserkanalisation ist demnach als absolute Ausder natürlichen Ökosystemleistungen, nahme zu sehen. Die Stadt Nürnberg hat diese damals neue gesetzliche Regelung zum Anlass genommen, im Jahr 2013 • schont ihre Wasserressourcen und sorgt für einen verjeweils im Umwelt- und Stadtplanungsausschuss einen Be- antwortungsbewussten und sparsamen Umgang mit schluss zu fassen, welcher die Erstellung von Niederschlags- Wasser und wasserkonzepten in der Bauleitplanung festlegt [101].

Zunächst wurde beim Umgang mit dem Niederschlagswas- Regen- und Betriebswasser anstelle von Trinkwasser. ser ein Hauptaugenmerk auf die Versickerung gelegt, mit

2.7.1 Versickerung von Niederschlagswasser – Aktueller Stand

Regenwasserbewirtschaftung mittels Versickerungs- siedlungstechnisch, etc.) beleuchtet. Im Anschluss erfolgt

anlagen ein Überblick über die technischen Möglichkeiten eines

nachhaltigen Umgangs mit Niederschlagswasser, bevor die Niederschlagswasser, das von versiegelten Oberflächen, z.B. Problematik von zunehmenden Starkregenereignissen und Dächern, Wegen und Plätzen, abläuft, kann in vielen Fäldas Potential urbaner Sturzfluten thematisiert wird. len gezielt versickert werden. Dies kann abhängig von den hydrogeologischen und sonstigen Voraussetzungen durch Abschließend werden Handlungsempfehlungen gegeben, verschiedene Maßnahmen realisiert werden: die helfen sollen, von der in der Vergangenheit praktizierten direkten Ableitung von Regenwasser hin zu einer natur-

nahen Niederschlagswasserbewirtschaftung im Nürnberger unbebauten Flächen) Stadtgebiet zu gelangen. Diese reichen von der genaueren

begrünte Mulde geleitet) lichkeitsarbeit und Aufklärung der Nürnberger Bürger bis hin zur Anwendung der dargestellten Grundsätze in Pla-

eine Mulde geleitet und dann unterirdisch in einer Ri- Regenwasser in Nürnberg werden Prüfschritte benannt, gole zwischengespeichert und von dort langsam an das welche bei der Aufstellung von Bebauungsplänen, der Ge- Erdreich abgegeben) nehmigung privater Entwässerungsanlagen und der Planung von Sanierungsgebieten durchzuführen sind. Dabei

kommt entsprechend den Vorgaben des § 55 des Wasseri.d.R. nach Vorbehandlung/ Voreinigung direkt in Rigohaushaltsgesetzes die folgende Kaskade zur Anwendung: len geleitet) 1. wenn möglich Versickerung – 2. ist eine Versickerung

aus Beton oder Kunststoff; nur in Ausnahmefällen ein- diese Möglichkeit nachgewiesenermaßen nicht, in Ausnahzusetzen) mefällen Einleitung in die öffentliche Kanalisation. In der Erarbeitung und Prüfung von Entwässerungskonzepten in Ein Versickerungs- oder Niederschlagsmanagementkonzept der Bauleitplanung finden diese Prinzipien regelmäßig Ankann auch eine Kombination von Versickerungsmethoden wendung. vorsehen. Die Planung zusätzlicher Maßnahmen zur Regenwasserrückhaltung und Abflussverzögerung (zum Beispiel

Versickerungsanlagen in Nürnberg – Aktueller Stand

Dachbegrünung) wird immer empfohlen. Im Nürnberger Stadtgebiet sind zum Stand März 2023 ins- Versickerungsanlagen sind grundsätzlich wasserrechtlich ergesamt 437 Versickerungsanlagen registriert (beginnend in laubnispflichtig. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt 1993). Über diese wird eine Fläche von ca. 2,1 Mio. m² bzw. sind, wird jedoch keine Genehmigung benötigt. Diese Vo- 210 ha entwässert (d.h. ca. 2-5 % der versiegelten Fläche raussetzungen werden in der Verordnung über die erlaubin Nürnberg). Im Zeitraum 2017 – März 2023 sind allein nisfreie schadlose Versickerung von gesammeltem Nieder- 96 neue Anlagen mit einer angeschlossenen Fläche von schlagswasser (NWFreiV) und den Technische Regeln zum ca. 413.000 m² genehmigt worden (+19,5 %). Es werden schadlosen Einleiten von gesammeltem Niederschlagswasalso kontinuierlich mehr Flächen an Versickerungsanlagen ser in das Grundwasser (TRENGW) geregelt. Grundlegend angeschlossen. Zahlen über die, meist auf privaten Grundvon Bedeutung ist die Versickerungsfähigkeit des Unterstücken errichteten, erlaubnisfreien und damit nicht registgrundes. Für weitergehende Informationen wird auf die rierten Versickerungsanlagen liegen beim Umweltamt der Homepage des Umweltamtes Nürnberg verwiesen [103]. Stadt Nürnberg nicht vor. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass diese die Gesamtzahl aller hergestellten Ver- Leitfaden „Zukunftsweisender und nachhaltiger sickerungsanlagen in Nürnberg deutlich erhöhen.

Umgang mit Regenwasser“

Die seit dem Jahr 2000 neu genehmigten Versickerungs- Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) anlagen sind überwiegend Rigolen, Mulden oder Muldenhat in 2016 eine Broschüre herausgegeben, die sich dem Rigolen-Kombinationen. Sickerschächte sind generell aus zukunftsweisenden und nachhaltigen Umgang mit Regen- Gründen des Gewässerschutzes zu vermeiden und werden wasser widmet [104]. In diesem Leitfaden werden zunächst entsprechend nur selten realisiert. Flächenversickerung findie Anforderungen an ein Niederschlagswassermanagement det häufig als zusätzliche Maßnahme über versickerungsfä- (rechtliche, technische, kaufmännische) und die in Nürnberg hige Beläge statt, ist aber nur selten die Hauptkomponente vorherrschenden Bedingungen (naturräumlich, klimatisch, eines Versickerungskonzeptes (Diagramm 49).

2.7 Wassersensible Stadtentwicklung

Anzahl genehmigter Versickerungsanlagen

seit2000

500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0

Diagramm 48: kumulierte Anzahl genehmigter Versi-

ckerungsanlagen im Nürnberger Stadtgebiet im Zeitraum 2000 – 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Versickerungsanlagen nach Typen

3%

0,5% 0,5%

Rigole 8% Mulde

Mulden-Rigolen 19% 47% Sickerschacht

Rigole + Sickerschacht

Mulde + Sickerschacht 22% Flächenversickerung

Diagramm 49: Prozentualer Anteil der verschiedenen Arten von Versickerungsan-

lagen an den seit 2000 genehmigten Anlagen im Nürnberger Stadtgebiet - Stand März 2023 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) 0002 2002 4002 6002 8002 0102 2102 4102 6102 8102 0202 2202

Flankierende Maßnahmen in den Versickerungs- auch für alle Neubauten vorgeschrieben. Je nach Intensität und Niederschlagswasserkonzepten und Substratmächtigkeit kann dadurch ein erheblicher Anteil des ankommenden Niederschlags auf der Fläche gebun- Ein Bestandteil von Regenwasserbehandlungskonzepten ist den und vor Ort genutzt werden. Hierdurch wird ebenfalls der Rückhalt von Wasser. Dazu können Zisternen, Regendie Verdunstung erhöht, was für einen kühlenden Effekt rückhaltebecken oder Retentionsdächer, aber auch die exsorgt. Der Abflussbeiwert kann um die Hälfte (oder mehr) tensive Dachbegrünung genutzt werden. reduziert werden. Das führt zu einem Rückhalt des jährlichen Gesamtniederschlags aus dieser Fläche von 50 %, der Dachbegrünungen sind in Nürnberg schon seit mehreren Großteil davon wird zur Verdunstung gebracht. Bei höheren Jahrzehnten Standardfestsetzungen in Bebauungsplänen Substrataufbauten kann der Wasserrückhalt bis über 90 % und seit 2022 mit in Kraft treten der Begrünungssatzung betragen (FLL-Richtlinie 2018 [105]).

2.7.2 Wassersensible Stadtentwicklung – Beispiele in Nürnberg

Um der, im Zusammenhang mit dem Klimawandel wissen- struktur-Maßnahmen“ (vgl. Kapitel 2.7.2.2). Ziel ist hierbei, schaftlich prognostizierten, zunehmenden Gefahr von ver- den natürlichen Wasserhaushalt mit seinen Komponenten mehrt auftretenden, lokal variablen Starkregenereignissen, Verdunstung, Versickerung und Abfluss im urbanen Umfeld aber auch von häufiger auftretenden Hitzeperioden ent- soweit möglich abzubilden und zudem möglichst viel Wasser gegenzuwirken, ist es notwendig, mit Blick auf das urba- vor Ort zu halten. Das Prinzip folgt der Kaskade „sammeln ne Wassermanagement, neue Wege zu beschreiten. In der und speichern, bewirtschaften und nutzen, verdunsten und Stadtverwaltung Nürnberg hat man sich bereits seit ge- kühlen und dann erst versickern“ [106]. Der wichtigste Asraumer Zeit auf den Weg gemacht, schrittweise Potenziale pekt hierbei ist also zunächst, möglichst viel Wasser zurückfür eine wassersensiblere Umgestaltung des Stadtgebietes, zuhalten und zwischen zu speichern. Dies zum einen, um sowohl der bebauten Siedlungsbereiche, als auch der neu Schutz vor zu viel Wasser zu gewährleisten (Starkregen), zum zur Bebauung vorgesehenen Flächen, zu ergründen und anderen, um aus Gründen eines nachhaltigen und sorgsakonkrete Maßnahmen hierfür zu ergreifen. men Umgangs mit der knapper werdenden Ressource Wasser und der Schonung der Wasservorräte das zurückgehalte- Dies bedeutet, dass alle Wasserhaushaltsparameter und ne Wasser weiteren Nutzungszwecken zuführen zu können deren Wirkungen gleichermaßen in den Blick genommen (Bewässerung, Kühlung durch Verdunstung, Anreicherung werden müssen. Dieser Betrachtungsweise folgen das des Bodenwasserhaushalts als Langzeitspeicher). „Schwammstadtprinzip“ bzw. die „blau-grün-grauen Infra-

2.7.2.1 Umgang mit Niederschlagswasser in der Bauleitplanung

Seit nunmehr zehn Jahren werden in Nürnberg im Rahmen den Niederschlagswassers in einen nahegelegenen Vorfluter der Bauleitplanung bei allen Neubauplanungen die Mög- konzipiert. Zwei Baugebiete verfügen über Versickerungsanlichkeiten des ortsnahen Umgangs mit dem Niederschlags- lagen, die nur einen Teil des Niederschlagswassers aufnehwassers geprüft [101]. Dazu muss in der Regel zunächst men können, für den überwiegenden Anteil musste dort eine ein hydrogeologisches Fachgutachten erstellt werden, auf Ableitung in die öffentliche Kanalisation vorgesehen werden. dessen Basis ein Regenwasserkonzept erarbeitet wird. Ziel In den übrigen 8 Baugebieten, konnte hauptsächlich wegen ist es, bei Bedarf auch über Grundstücksgrenzen hinweg mangelnder Versickerungsfähigkeit des Untergrundes und einen ortsnahen Umgang mit dem Niederschlagswasser im dem Fehlen geeigneter Vorfluter, keine Möglichkeiten des Baugebiet sicherstellen zu können. Es werden abhängig ortsnahen Umgangs mit dem Niederschlagwasser gefunden von den festgestellten räumlichen und hydrogeologischen werden, so dass eine Ableitung in die städtische Mischwas- Voraussetzungen neben dem Einsatz von Versickerungsan- serkanalisation erfolgt (vgl. Diagramm 50). lagen auch die Ableitung in nahegelegene Vorfluter unter- Dachbegrünung und wasserdurchlässige Oberflächenbefestisucht und Maßnahmen zur Regenwasserrückhaltung (i.W. gungen als wesentliche flankierende Maßnahmen von Nieder- Dachbegrünungen) berücksichtigt. Erst wenn alle anderen schlagswasserkonzepten Möglichkeiten der Regenwasserbehandlung und -rückhaltung als nicht realisierbar begutachtet wurden, soll die Ab- Als ergänzende Maßnahme, werden in 26 der 31 B-Pläne die leitung in die städtische Kanalisation vorgesehen werden. Regenwassermengen über die Begrünung von sämtlichen Dächern gedrosselt und teilweise verdunstet. Der Grad der Auswertungsergebnis über die letzten 10 Jahre Überdeckung variiert dabei zwischen 40 und 90 %. In 4 weiteren B-Plänen ist allerdings nur die Begrünung der Garagen Seit 2013 sind 31 Bebauungspläne, die eine Neubebauung und Carports, also von kleineren Flächenanteilen, vorgesevorsehen, rechtskräftig geworden. Davon weisen 10 Bebauhen. Lediglich in einem der B-Pläne ist keinerlei Dachbegrüungspläne (B-Pläne) je ein Niederschlagswasserkonzept mit nung festgesetzt, da hier aus städtebaulichen Gründen nur kompletter, dezentraler Versickerung auf den Einzelgrund- Satteldächer zugelassen sind, die sich jedoch für eine Dachstücken oder mit Ableitung in eine oder mehrere zentrale begrünung nicht eignen. Versickerungsanlagen, auf. Bei 4 Plänen findet teilweise eine Versickerung und teilweise eine Ableitung in einen Vorfluter Ergänzend wird in der Regel bei allen Bebauungsplänen statt, es wird das gesamte Niederschlagswasser ortsnah be- festgesetzt, dass für die Herstellung von Hof und Parkseitigt. In 7 Fällen ist die Ableitung des gesamten anfallen- flächen sowie Einfahrten nur versickerungsfähige Beläge

Umgang mit Niederschlagswasser in Bebauungsplänen

Versickerung

26% Ableitung Vorfluter (teilweise 32% Versickerung)

Ableitung Vorfluter

6% Ableitung Kanal (teilweise Versickerung) 13% Ableitung Kanal 23%

Diagramm 50: Prozentualer Anteil der verschiedenen Regenwasserbehandlungs-

konzepte in seit 2013 rechtskräftig gewordenen Bebauungsplänen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

zulässig sind. Dies hat einen weiteren positiven Effekt auf über die große Mulden-Rigole im südlichen Bereich bzw. die Drosselung des Niederschlagswasserabflusses und die über die Mulden-Rigole entlang des Biotops im Osten. Für Grundwasserneubildung. die Mulden-Rigolen-Systeme wurde eine Bemessungshäufigkeit von n = 0,03/a – 0,1/a berechnet. Das bedeutet, dass Eine Auswertung von Luftbildern ergab, dass die Dachbedie maximale Kapazität der Systeme durchschnittlich nur alle grünung in Neubaugebieten in der Regel auch umgesetzt 10 bis 30 Jahre überschritten sein wird (Hinweis: Nach den wurden. Im Schnitt sind ca. 80 % der in Frage kommenden aktuell gültigen technischen Regelwerken wäre die Dimen- Dächer mit einer Begrünung ausgestattet. Dabei handelt es sionierung von Versickerungsanlagen für die Ableitung eines sich überwiegend um eine extensive Begrünung mit einer Regenwasserereignisses von n= 0,2/a ausreichend, d.h. für durchschnittlichen Höhe des Substrates von 10 cm. ein Niederschlagswasserereignis, das statistisch alle 5 Jahre auftritt). Bei einem größeren Starkregenereignis wird das Beispiel Bebauungsplan Nr. 4608: Schulstandort Ro- Wasser bei kurzzeitigem Einstau der Oberflächen in einen thenburger Straße (Johann-Pachelbel-Realschule) Überlaufgraben abgeleitet.

Als Beispiel für ein Regenwasserkonzept in der Bauleitplanung soll im Folgenden der Standort der Johann-Pachelbel- Realschule an der Rothenburger Straße dienen:

Abbildung 99

Nördlich des Schulneubaus sind zwischen den Parkflächen insgesamt 15 kleinere Mulden-Rigolen-Systeme und zwei Mulden errichtet worden. Auf der Südseite befindet sich ein großer Mulden-Rigolen-Entwässerungsgraben und östlich eine große Mulden-Rigole am Rande eines Biotops (vgl. Abbildung 37). Insgesamt ist eine Fläche von ca. 16.500 m² an die Versickerungsanlagen angeschlossen. Zusätzlich sind die Stellplätze und Wege mit versickerungsfähigen Rasenfugenpflastern ausgestattet. Das Schulgebäude und die Sporthalle verfügen über flächendeckende (>80 %), extensive Dachbegrünungen mit einer Stärke von 10 cm (vgl. Abbildung 38). Das bewirkt nahezu eine Halbierung des Abflussbeiwertes im Vergleich zu nicht begrünten Dächern wodurch ca. die Hälfte des jährlichen Niederschlages, der auf diese Dach-

Abbildung 37: Große Versickerungsmulde mit Rigole östlich

fläche trifft, zurückgehalten und zur Verdunstung gebracht der Johann-Pachelbel-Realschule an der Rothenburger Straße werden kann. Das überschüssige Regenwasser versickert in Nürnberg (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Abbildung 100

Das Regenwasser der nordöstlich gelegenen „Angerstraße E“ (Gertrude-Neumark-Weg) wird direkt an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Die in der Mitte des Baugebietes gelegene „Angerstraße A“ (Guggenheimerstraße) entwässert aufgrund ihres Gefälles komplett in die angrenzenden Mulden A1 – A6. Die südliche Zufahrt der „Angerstraße A“ und die fahrbahnbegleitenden Stellplätze entwässern über versickerungsfähige Flächenbeläge, das überschüssige Wasser wird in angrenzende Grünflächen oder Mulden geleitet.

Abbildung 38: Extensive Dachbegrünung der Johann-Pachelbel-

Abbildung 101

Realschule in Nürnberg (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Beispiel Bebauungsplan Nr. 4529:

„Wallensteinstraße“ (Angersiedlung)

Mit dem Baugebiet „Angersiedlung“ an der Wallensteinstraße im Nürnberger Westen wird ein weiteres Beispiel für ein Regenwasserkonzept vorgestellt. Hier sind Dachflächen von insgesamt ca. 6.800 m² vorhanden. Diese sind zu 75 % extensiv begrünt, wodurch bereits etwa die Hälfte des Regenwassers zurückgehalten wird. Die geplante Entwässerung

Abbildung 39: Niederschlagswasserkonzept für den B-Plan

wird in zwei Entwässerungskonzepte aufgeteilt: Eines für 4529; Plan des Baugebietes mit den behelfsweise benannten die öffentlichen Flächen und ein weiteres für die privaten „Angerstraßen A – E“ (A= Guggenheimerstraße; B=Kuchweg, Grundstücksflächen (vgl. Abbildung 39). C=Föttingerweg Guerickeweg, D=Nußeltweg, Liebenweg, E=Gertrude-Neumark-Weg). Die blauen Nummern 1 - 9.2 Private Entwässerung: stellen private Versickerungsmulden dar. Die Nummer A1 - A6 zeigen öffentlich Versickerungsmulden. R1 - R2 sind die Stand- Die Niederschlagsentwässerung der Dach- und Grünflächen orte der drei Regenrückhaltebecken (Quelle: Adler & Olesch, findet innerhalb der in Gemeinschaftseigentum befindlichen, Landschaftsarchitekten GmbH) privaten Grünflächen statt. Diese befinden sich zwischen der Bebauung und weisen Retentions- und Versickerungsmulden auf (vgl. Abbildung 40). Das von den befestigten Flächen ablaufende Niederschlagswasser läuft den einzelnen Mulden oberirdisch zu. In den Mulden sammelt sich das Niederschlagswasser und sickert durch die mit Gras bepflanzte Oberbodenschicht in die darunterliegende Rigole. Die Poren der Kiesrigolen speichern das Wasser zwischen und lassen es langsam in den Untergrund versickern, wo es dann dem Grundwasser zugeführt wird. Einige Mulden sind für ein 5-jähriges Regenereignis konzipiert. Wenn es zu einem stärkeren Regenereignis kommt, wird das überschüssige Wasser an die Kanalisation weitergeleitet. Andere Mulden wurden so dimensioniert, dass auch ein 100-jähriges Regenereignis voll- Abbildung 40: Private Versickerungsmulde im Neubaugebiet ständig aufgenommen und versickert werden kann. "Angersiedlung" in Großreuth bei Schweinau (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) Öffentliche Entwässerung:

Abbildung 102

Das öffentliche Entwässerungskonzept bezieht sich auf die Fazit: Fahrbahnen und fahrbahnbegleitenden Stellplätze im Plangebiet. Die „Angerstraßen B – D“ (Kuchweg, Föttinger- und Insgesamt konnte mit diesem konsequenten Vorgehen in der Guerickeweg, Nußelt- und Liebenweg) werden über ein Ge- Bauleitplanung der letzten 10 Jahre erreicht werden, dass bei fälle durch Rinnensysteme entwässert, die an den Endpunk- knapp 70 % aller seither in Kraft getretenen Bebauungspläne ten jeweils in eines von drei Rückhaltebecken mit eingebauter mit dem gesamten im Gebiet anfallenden Niederschlagswas- Drosselung führen (R1 – R3). Auf dem Weg dorthin und in den ser Vorort umgegangen wird. Bei rund 90 % der B-Pläne sind Becken kann bereits Regenwasser verdunsten und versickern. außerdem Dachbegrünungen Teil des Regenwasserkonzeptes.

2.7.2.2 Zukunftsweisende Planungsbeispiele

(cid:90)(cid:28)(cid:38)(cid:28)(cid:90)(cid:28)(cid:69)(cid:127)(cid:17)(cid:28)(cid:47)(cid:94)(cid:87)(cid:47)(cid:28)(cid:62)(cid:87)(cid:90)(cid:75)(cid:100)(cid:75)(cid:100)(cid:122)(cid:87)(cid:17)(cid:62)(cid:4)(cid:104)(cid:883)(cid:39)(cid:90)(cid:109)(cid:69)(cid:28)(cid:90)(cid:94)(cid:100)(cid:90)(cid:4)(cid:94)(cid:94)(cid:28)(cid:69)(cid:90)(cid:4)(cid:104)(cid:68) (cid:89)(cid:437)(cid:286)(cid:367)(cid:367)(cid:286)(cid:855)(cid:3)(cid:38)(cid:381)(cid:396)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:393)(cid:396)(cid:381)(cid:361)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:3)(cid:867)(cid:17)(cid:367)(cid:437)(cid:286)(cid:882)(cid:39)(cid:396)(cid:286)(cid:286)(cid:374)(cid:882)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:286)(cid:286)(cid:410)(cid:400)(cid:862)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:271)(cid:336)(cid:373)(cid:396)(cid:3)(cid:62)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:258)(cid:332)(cid:400)(cid:258)(cid:396)(cid:272)(cid:346)(cid:349)(cid:410)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:286)(cid:410)(cid:3)(cid:258)(cid:367)(cid:856)(cid:3)(cid:3)

RRüücckkhhaaltlutunngg

SSppeeiicchheerruunngg

(cid:367)f(cid:286). (cid:349)A(cid:410)(cid:437)b(cid:374)le(cid:336)i(cid:853)t(cid:3)u(cid:336)n(cid:336)g(cid:296)(cid:856)/ ttaübblearulafuf.

Abbildung 107

VVeerrdduunnssttuunngg VVeerrssiicckkeerruunngg (cid:4)gg(cid:271)

und Kühlung NNoo

(cid:60)(cid:258)(cid:400)(cid:364)(cid:258)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:393)(cid:396)(cid:349)(cid:374)(cid:460)(cid:349)(cid:393)(cid:882)(cid:3)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:258)(cid:282)(cid:410)(cid:3)(cid:258)(cid:367)(cid:400)(cid:3) (cid:94)(cid:272)(cid:346)(cid:449)(cid:258)(cid:373)(cid:373)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:258)(cid:367)(cid:400)(cid:3)(cid:100)(cid:286)(cid:349)(cid:367)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:374)(cid:258)(cid:410)(cid:442)(cid:396)(cid:367)(cid:349)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:3) (cid:116)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:286)(cid:396)(cid:364)(cid:396)(cid:286)(cid:349)(cid:400)(cid:367)(cid:258)(cid:437)(cid:296)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:364)(cid:286)(cid:374)(cid:842)

Abbildung 106

(cid:60)(cid:381)(cid:373)(cid:393)(cid:367)(cid:286)(cid:425)(cid:271)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)

Abbildung 103

Abbildung 104

Abbildung 105

(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:349)(cid:400)(cid:393)(cid:349)(cid:286)(cid:367)(cid:3)(cid:94)(cid:386)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:271)(cid:367)(cid:381)(cid:373)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:853)(cid:3)(cid:94)(cid:442)(cid:374)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:271)(cid:442)(cid:346)(cid:367) (cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:349)(cid:400)(cid:393)(cid:349)(cid:286)(cid:367)(cid:3)(cid:75)(cid:364)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:853)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:271)(cid:442)(cid:346)(cid:367)

(cid:258)(cid:367)(cid:410)(cid:286)(cid:396)(cid:374)(cid:258)(cid:415)(cid:448)(cid:286)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:882) (cid:17)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:396)(cid:349)(cid:336)(cid:381)(cid:367)(cid:286)(cid:3)(cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:115)(cid:286)(cid:396)(cid:282)(cid:437)(cid:374)(cid:400)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:271)(cid:286)(cid:286)(cid:410) (cid:115)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:349)(cid:272)(cid:364)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:373)(cid:437)(cid:367)(cid:282)(cid:286)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:449)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:286)(cid:396)(cid:282)(cid:437)(cid:396)(cid:272)(cid:346)(cid:367)(cid:263)(cid:400)(cid:400)(cid:349)(cid:336)(cid:286)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:367)(cid:263)(cid:336)(cid:286)(cid:876) (cid:68)(cid:386)(cid:336)(cid:367)(cid:349)(cid:272)(cid:346)(cid:364)(cid:286)(cid:349)(cid:410)(cid:286)(cid:374) (cid:94)(cid:393)(cid:286)(cid:349)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:396)(cid:286)(cid:367)(cid:286)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:410) (cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:3)(cid:90)(cid:349)(cid:336)(cid:381)(cid:367)(cid:286) (cid:87)(cid:327)(cid:258)(cid:400)(cid:410)(cid:286)(cid:396) (cid:4)(cid:271)(cid:271)(cid:856)(cid:3)(cid:1011)(cid:1013)(cid:3)(cid:3)(cid:87)(cid:396)(cid:381)(cid:410)(cid:381)(cid:410)(cid:455)(cid:393)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:17)(cid:367)(cid:258)(cid:437)(cid:882)(cid:39)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:374)(cid:396)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:3)(cid:896)(cid:89)(cid:437)(cid:286)(cid:367)(cid:367)(cid:286)(cid:855)(cid:3)(cid:38)(cid:381)(cid:396)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:393)(cid:396)(cid:381)(cid:361)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:3)(cid:867)(cid:17)(cid:367)(cid:437)(cid:286)(cid:882)(cid:39)(cid:396)(cid:286)(cid:286)(cid:374)(cid:882)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:286)(cid:286)(cid:410)(cid:400)(cid:862)(cid:853)(cid:3)(cid:271)(cid:336)(cid:373)(cid:396)(cid:3)(cid:62)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:258)(cid:332)(cid:400)(cid:258)(cid:396)(cid:272)(cid:346)(cid:349)(cid:410)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:286)(cid:410)(cid:3)(cid:258)(cid:367)(cid:856)(cid:3)(cid:897) Abbildung 41: Beispiele für blau-grün-graue Infrastrukturmaßnahmen (Quelle: bgmr Landschaftsarchitekten GmbH [106]) (cid:28)(cid:121)(cid:60)(cid:104)(cid:90)(cid:94)(cid:855)(cid:3)(cid:44)(cid:104)(cid:18)(cid:60)(cid:28)(cid:87)(cid:4)(cid:18)(cid:60)(cid:3)(cid:94)(cid:393)(cid:258)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:448)(cid:286)(cid:396)(cid:367)(cid:286)(cid:336)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:920)(cid:3)(cid:17)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:393)(cid:327)(cid:258)(cid:374)(cid:460)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:286)(cid:374)(cid:3) (cid:47)(cid:374)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:374)(cid:393)(cid:367)(cid:258)(cid:374)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:449)(cid:349)(cid:396)(cid:282)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:373)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:349)(cid:299)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:94)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:373)(cid:258)(cid:374)(cid:258)(cid:336)(cid:286)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:410)(cid:400)(cid:3)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:3)(cid:94)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:258) (cid:408)(cid:286)(cid:374)(cid:381)(cid:271)(cid:286)(cid:396)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:3)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:3)(cid:94)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:349)(cid:286)(cid:282)(cid:367)(cid:349)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:94)(cid:393)(cid:258)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:400)(cid:455)(cid:400)(cid:410)(cid:286)(cid:373)(cid:258)(cid:415)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:3)(cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:448)(cid:286)(cid:396)(cid:364)(cid:374)(cid:442)(cid:393)(cid:332)(cid:856)(cid:3)(cid:24)(cid:258)(cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:3)(cid:364)(cid:386)(cid:374)(cid:374)(cid:286)(cid:374)(cid:3) Das „(cid:94)S(cid:455)c(cid:374)h(cid:286)w(cid:396)(cid:336)a(cid:349)m(cid:286)(cid:374)m(cid:3)(cid:336)s(cid:286)ta(cid:374)d(cid:437)t(cid:410)p(cid:460)(cid:410)r(cid:3)in(cid:437)z(cid:374)i(cid:282)p(cid:3)“(cid:60),(cid:381) b(cid:400)(cid:410)z(cid:286)w(cid:374).(cid:3) (cid:286)„(cid:349)b(cid:374)l(cid:336)a(cid:286)u(cid:400)-(cid:393)g(cid:258)rü(cid:396)(cid:410)n(cid:3)(cid:449)-g(cid:286)r(cid:396)a(cid:282)u(cid:286)e(cid:374)n(cid:856)(cid:3) I(cid:24)n(cid:258)fr(cid:400)a(cid:3)(cid:349)-(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:349)(cid:286)Zu(cid:396)(cid:410)m(cid:286)(cid:3) (cid:94)g(cid:258)r(cid:374)a(cid:349)u(cid:286)e(cid:396)(cid:437)n(cid:374) B(cid:336)e(cid:400)r(cid:373)ei(cid:258)c(cid:374)h(cid:258) z(cid:336)ä(cid:286)h(cid:373)le(cid:286)n(cid:374) (cid:410)t(cid:3)e(cid:400)c(cid:381)h(cid:367)(cid:367)n(cid:410)(cid:286)is(cid:3)c(cid:349)(cid:373)he(cid:3)(cid:94) L(cid:349)(cid:374)ö(cid:374)su(cid:286)n(cid:3)(cid:282)g(cid:286)e(cid:396)n(cid:3)(cid:68) w(cid:437)ie(cid:367) Bewäs- (cid:415)(cid:272)(cid:381)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:374)(cid:396)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:400)(cid:3)(cid:448)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:410)(cid:263)(cid:396)(cid:364)(cid:410)(cid:3)(cid:258)(cid:437)(cid:272)(cid:346)(cid:3)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:367)(cid:258)(cid:374)(cid:336)(cid:286)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:258)(cid:282)(cid:410)(cid:336)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:400)(cid:3)(cid:258)(cid:437)(cid:296)(cid:374)(cid:286)(cid:346)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:856)(cid:3)(cid:24)(cid:258)(cid:346)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:400)(cid:349)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:336)(cid:396)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3) struktur-Maßnahmen (Abbildung 41 und 42) zielen darauf serungseinrichtungen (Beregnung, Unterflurbewässerung, (cid:94)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:393)(cid:367)(cid:258)(cid:374)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:3)(cid:4)(cid:400)(cid:393)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:286)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:75)(cid:271)(cid:286)(cid:396)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:94)(cid:393)(cid:258)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:258)(cid:374)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:4)(cid:374)(cid:296)(cid:381)(cid:396)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:258)(cid:282)(cid:410) ab, möglichst viel Wasser vor Ort zu halten und zwischen- etc.), unterirdische Versickerungs- und Speicheranlagen (z.B. (cid:336)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:400)(cid:3)(cid:894)(cid:17)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:400)(cid:410)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:381)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:895)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:60)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:258)(cid:374)(cid:393)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:894)(cid:115)(cid:286)(cid:396)(cid:282)(cid:437)(cid:374)(cid:400)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:882)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:115)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:349)(cid:272)(cid:364)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:853)(cid:3)(cid:90)(cid:286)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:400)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:400)(cid:381)(cid:449)(cid:349)(cid:286)(cid:3) (cid:17)(cid:286)(cid:349)(cid:400)(cid:393)(cid:349)(cid:286)(cid:367)(cid:3)(cid:44)(cid:349)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:396)(cid:286)(cid:3)(cid:68)(cid:258)(cid:396)(cid:364)(cid:410)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:853)(cid:3)(cid:94)(cid:272)(cid:346)(cid:449)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:258)(cid:437) (cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:349)(cid:400)(cid:393)(cid:349)(cid:286)(cid:367)(cid:3)(cid:867)(cid:39)(cid:396)(cid:442)(cid:374)(cid:286)(cid:3)(cid:68)(cid:258)(cid:336)(cid:349)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:367)(cid:286)(cid:862)(cid:3)(cid:39)(cid:349)(cid:271)(cid:349)(cid:410)(cid:460)(cid:286)(cid:374)(cid:346)(cid:381)(cid:296)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:853)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:271)(cid:442)(cid:346)(cid:367) zuspe(cid:69)ic(cid:381)h(cid:410)e(cid:449)rn(cid:258)(cid:400) (cid:400)s(cid:286)o(cid:396)w(cid:449)i(cid:286)e(cid:336) d(cid:286)(cid:895)e(cid:3)n(cid:460)(cid:437) (cid:400)O(cid:258)b(cid:373)e(cid:373)rfl(cid:286)ä(cid:374)c(cid:460)h(cid:437)e(cid:296)n(cid:442)a(cid:346)b(cid:396)(cid:286)fl(cid:374)u(cid:856)s(cid:3)(cid:68)s v(cid:349)(cid:410)o(cid:3)(cid:286)n(cid:349) (cid:374)b(cid:286)e(cid:373)fe(cid:3)(cid:400)s(cid:381)ti(cid:367)g(cid:272)(cid:346)te(cid:286)n(cid:374) (cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:336) R (cid:396)(cid:349) ig (cid:286)(cid:396) o (cid:410) l (cid:286) e (cid:374) n (cid:3) , (cid:4) (cid:374) S (cid:400) ic (cid:258) k (cid:410) e (cid:460)(cid:3) r (cid:286) s (cid:374) ch (cid:410)(cid:400) ä (cid:410) c (cid:286) h (cid:346) t (cid:410) e (cid:3)(cid:286) ) (cid:349)(cid:374) u (cid:286) n (cid:3) d (cid:116) (cid:349) Z (cid:374) i (cid:882) s (cid:449) te (cid:349)(cid:374) rn (cid:882)(cid:94) e (cid:349) n (cid:410)(cid:437) . (cid:258) E (cid:415) n (cid:381) t (cid:374) si (cid:3) e (cid:296)(cid:442) g (cid:396) e (cid:3)(cid:282) lu (cid:349)(cid:286) n (cid:3) gsmaß- Fläche(cid:374)n(cid:258) (cid:272)z(cid:346)u(cid:346) r(cid:258)e(cid:367)(cid:415)d(cid:336)u(cid:286)z(cid:3)i(cid:28)e(cid:374)re(cid:410)(cid:449)n.(cid:349) (cid:272)F(cid:364)o(cid:367)(cid:437)lg(cid:374)e(cid:336)n(cid:856)(cid:3)d(cid:3)(cid:28)e(cid:400) (cid:3)B(cid:349)(cid:400)a(cid:410)u(cid:3)(cid:460)s(cid:349)(cid:286)te(cid:367)(cid:296)i(cid:442)n(cid:346)e(cid:396) l(cid:286)a(cid:374)s(cid:282)se(cid:853)(cid:3)n(cid:286) (cid:349)(cid:374)si(cid:286)c(cid:374)h(cid:3) (cid:400)e(cid:286)x(cid:393)e(cid:286)m(cid:396)(cid:258)-(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:38)(cid:349)n(cid:374)a(cid:258)h(cid:374)m(cid:460)(cid:410)(cid:381)e(cid:393)n(cid:296) (cid:3)b(cid:296)(cid:442)zw(cid:396)(cid:3)(cid:94). 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(cid:3)(cid:460)(cid:437)(cid:336)(cid:437)(cid:374) Für den grünen Bereich sind Maßnahmen der Dachbegrü- (cid:400)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:448)(cid:381)(cid:374)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:258)(cid:408)(cid:286)(cid:374)(cid:271)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:374)(cid:286)(cid:437)(cid:393)(cid:327)(cid:258)(cid:374)(cid:460)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:374)(cid:258)(cid:272)(cid:346)(cid:336)(cid:286)(cid:282)(cid:258)(cid:272)(cid:346)(cid:410)(cid:3)(cid:449)(cid:286)(cid:396)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:856)(cid:3) nung, der Fassaden- oder Wandbegrünung, der nicht-ge- In den blauen Bereich gehören die Anlage von Wasserflä- (cid:3) (cid:271)(cid:336)(cid:373)(cid:396)(cid:62)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:258)(cid:332)(cid:400)(cid:258)(cid:396)(cid:272)(cid:346)(cid:349)(cid:410)(cid:286)(cid:364)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:3) (cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:38)(cid:396)(cid:286)(cid:349)(cid:396)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:364)(cid:381)(cid:374)(cid:460)(cid:286)(cid:393)(cid:410)(cid:69)(cid:442)(cid:396)(cid:374)(cid:271)(cid:286)(cid:396)(cid:336)(cid:286)(cid:396)(cid:94)(cid:442)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:882)(cid:17)(cid:286)(cid:396)(cid:349)(cid:272)(cid:346)(cid:410) bäudebezogenen Bauwerksbegrünung (z.B. Gleisbettbegrü- chen, Wasserspielen und multifunktionalen Rückhalteräunung, begrünte Schallschutzwände), Grünflächen und grüne men (z.B. Verdunstungsmulden). (cid:1005)(cid:1005)(cid:1007) Freiräume sowie die Freiflächenversickerung und Versicke- Viele dieser Elemente sind in den Nürnberger Bestrebungen, rungen mit Bodenpassage über z.B. Mulden oder Baumrigosich dem Thema „Wassersensible Stadtentwicklung“ zu nälen zu nennen. hern, bereits heute Bestandteil von konkreten Planungen.

Abbildung 108

Abbildung 42: Beispiele aus netWORKS4 [107]: 1 - Arkadien, Winnenden (Quelle: Henning Larsen); 2 - Rasensprenger (Quelle: A. Christen, UBC Geography [150]); 3 - Urbane Fläche, Tanner Springs Park in Portland, Oregon, USA (Quelle: Henning Larsen); 4 - Rummelsburger Bucht, Berlin (Quelle: Kompetenzzentrum Wasser Berlin); 5 - Scharnhauser Park, Ostfildern (Quelle: Henning Larsen)]

Neben den Konzepten in der Bauleitplanung gibt es viel- von bestehenden Grün- und Parkanlagen, wie klimasensifältige Bemühungen in der Stadtverwaltung auch bei den tive Maßnahmen in Gewerbegebieten und auch die Neuweiteren Städtebaulichen Maßnahmen die Themen einer pflanzung von Straßenbäumen in gründefizitären und therwassersensiblen Umgestaltung des Stadtgebietes sukzes- misch belasteten Stadtteilen. sive in die jeweiligen Vorhaben einzubinden. Exemplarisch Konkret sind aus dem Freiraumkonzept 10 Maßnahmen prisollen hier Beispiele für zukunftsweisende Planungskonzeporisiert worden, die bis 2035 umgesetzt werden sollen. Im te sowie konkrete Planungen vorgestellt werden, welche Hinblick auf die wassersensible Stadtentwicklung sind dies: den Schwammstadtprinzipien große Bedeutung beimessen.

Freiraumkonzept Nürnberger Süden Neuanlage des ca. 3,5 ha großen Hiroshimaparks in der Südstadt vorgesehen. Im Rahmen des Freiraumkonzeptes Nürnberger Süden [108], welches ein Baustein des Masterplan Freiraum ist und zum • Die geplante Südstadt.Klima.Meile inklusive einem „Kli- Ziel hat, die Grün- und Freiraumsituation in der Süd- und maquartier“ ist eine der fünf blau-grünen Meilen, die Südweststadt nachhaltig zu verbessern, wurde 2020 bis das grüne Rückgrat des Freiraumkonzepts bilden. 2022 ein integratives Freiraumkonzept erstellt. Dieses beinhaltet das Gutachten „Mehr Grün im Nürnberger Süden • Beim Klimaquartier werden u.a Klimahöfe mit privaten

prinzip in Form einer wassersensiblen Stadtentwicklung und Dächern gefördert. eine große Rolle ein. Die verdichtete, gründefizitäre und

thermisch belastete Süd- und Südweststadt soll gegenüber tav-Adolf-Gedächtniskirche, ist eine weitere prioritäre den Auswirkungen des Klimawandels resilient umgestaltet städtische Maßnahme und Bestandteil des Klimaplatzwerden. Dabei werden Trockenheitsvorsorge, Hitzeanpasprogramms. sung und Überflutungsvorsorge in die Grün- und Freiraumplanung implementiert. Wasser spielt hierbei eine relevante • Die klimagerechte Umgestaltung des Annaparks inklu- Rolle. Grün- und Parkanlagen, Plätze sowie Straßenräume sive der Grünanlagen Maffeiplatz und Schuckertplatz sollen so umgestaltet werden, dass sie Teil einer blau-grü- umfasst großräumige Entsiegelungsmaßnahmen im annen Infrastruktur sind. Dazu gehören die vorgeschlagenen grenzenden Straßenraum. Klimaanpassungsmaßnahmen, wie z.B. die Neuschaffung von Grünflächen, die blau-grüne Umgestaltung von Stadt- • Im Rahmen der Straßenbaumoffensive im Nürnberger plätzen und Straßenräumen, die klimagerechte Sanierung Süden sollen 300 neue Straßenbäume in den nächsten

Abbildung 109

(cid:1005)(cid:3)(cid:87)(cid:327)(cid:258)(cid:374)(cid:460)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:448)(cid:381)(cid:374)(cid:3)(cid:60)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:271)(cid:263)(cid:437)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:853)(cid:3)(cid:448)(cid:856)(cid:258)(cid:856)(cid:3) GRUNDWASSERBERICHT 2023 (cid:910)(cid:39)(cid:90)(cid:109)(cid:69)(cid:883)(cid:17)(cid:62)(cid:4)(cid:104)(cid:28)(cid:90)(cid:3)(cid:4)(cid:104)(cid:38)(cid:94)(cid:28)(cid:94)(cid:94)(cid:87)(cid:62)(cid:4)(cid:100)(cid:127) 2.7 Wassersensible Stadtentwicklung 157 (cid:1006)(cid:3)(cid:4)(cid:271)(cid:346)(cid:263)(cid:374)(cid:336)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:18)(cid:286)(cid:367)(cid:415)(cid:400)(cid:400)(cid:410)(cid:396)(cid:856)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:104)(cid:373)(cid:449)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:367)(cid:437)(cid:374)(cid:336) (cid:460)(cid:437)(cid:396)(cid:3)(cid:87)(cid:258)(cid:396)(cid:364)(cid:393)(cid:396)(cid:381)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:258)(cid:282)(cid:286)(cid:3)(cid:867)(cid:18)(cid:286)(cid:367)(cid:415)(cid:400)(cid:862)(cid:3) (cid:920)(cid:3)(cid:373)(cid:437)(cid:367)(cid:415)(cid:296)(cid:437)(cid:374)(cid:364)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:258)(cid:367)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:258)(cid:282)(cid:410)(cid:393)(cid:367)(cid:258)(cid:410)(cid:460)(cid:286)(cid:400) (cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:400)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:349)(cid:415)(cid:448)(cid:286)(cid:3)(cid:4)(cid:437)(cid:296)(cid:449)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:460)(cid:437)(cid:3)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:286)(cid:396) (cid:910)(cid:39)(cid:90)(cid:109)(cid:69)(cid:883)(cid:17)(cid:62)(cid:4)(cid:104)(cid:28)(cid:90)(cid:3)(cid:94)(cid:109)(cid:24)(cid:94)(cid:100)(cid:4)(cid:24)(cid:100)(cid:87)(cid:4)(cid:90)(cid:60) (cid:1008)(cid:3)(cid:104)(cid:373)(cid:271)(cid:258)(cid:437)(cid:3)(cid:60)(cid:349)(cid:374)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:400)(cid:393)(cid:349)(cid:286)(cid:367)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:3)(cid:4)(cid:364)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:400)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:3)(cid:296)(cid:442)(cid:396) (cid:373)(cid:437)(cid:367)(cid:415)(cid:272)(cid:381)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:87)(cid:258)(cid:396)(cid:364)(cid:258)(cid:374)(cid:367)(cid:258)(cid:336)(cid:286) (cid:68)(cid:437)(cid:367)(cid:415)(cid:272)(cid:381)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:400)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:349)(cid:415)(cid:448)(cid:286)(cid:3) (cid:1009)(cid:3)(cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:400)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:349)(cid:415)(cid:448)(cid:286)(cid:3)(cid:4)(cid:374)(cid:393)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:882)(cid:3)(cid:437)(cid:856)(cid:258)(cid:856)(cid:3)(cid:4)(cid:374)(cid:367)(cid:258)(cid:336)(cid:286)(cid:3) (cid:448)(cid:381)(cid:374)(cid:3)(cid:90)(cid:286)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:400)(cid:327)(cid:263)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:3)

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0² (cid:116)(cid:4)(cid:94)(cid:94)(cid:28)(cid:90)(cid:87)(cid:62)(cid:4)(cid:100)(cid:127) 00²² 00²² (cid:4)(cid:437)(cid:296)(cid:449)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:87)(cid:367)(cid:258)(cid:410)(cid:460)(cid:400)(cid:349)(cid:410)(cid:437)(cid:258)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:3)(cid:286)(cid:349)(cid:374)(cid:286)(cid:374) (cid:373)(cid:437)(cid:367)(cid:415)(cid:272)(cid:381)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:116)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:286)(cid:396)(cid:882)(cid:87)(cid:367)(cid:258)(cid:410)(cid:460)(cid:855)

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000²²² (cid:1006)(cid:3)(cid:28)(cid:396)(cid:374)(cid:286)(cid:437)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:87)(cid:286)(cid:396)(cid:336)(cid:381)(cid:367)(cid:258)(cid:853)(cid:3)(cid:336)(cid:336)(cid:296)(cid:856)(cid:3)(cid:373)(cid:349)(cid:410)(cid:3)(cid:17)(cid:286)(cid:400)(cid:393)(cid:396)(cid:442)(cid:346)(cid:882) 0000000000000000000000²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²² (cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:400)(cid:286)(cid:367)(cid:286)(cid:373)(cid:286)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:894)(cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:400)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:349)(cid:415)(cid:448)(cid:895) Super-Block 000²²² 0000000000000000000000000²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²² 00000000000000000²²²²²²²²²²²²²²²²² (cid:38)(cid:437)(cid:408)(cid:336)(cid:263)(cid:374)(cid:336)(cid:286)(cid:396)(cid:460)(cid:381)(cid:374)(cid:286)(cid:3)(cid:60)(cid:258)(cid:396)(cid:367)(cid:882)(cid:17)(cid:396)(cid:386)(cid:336)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:94)(cid:410)(cid:396)(cid:856) 0000000000000000²²²²²²²²²²²²²²²² 0² 000000000000000000000000²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²²² 0² (cid:38)(cid:104)(cid:408)(cid:39)(cid:9)(cid:69)(cid:39)(cid:28)(cid:90)(cid:127)(cid:75)(cid:69)(cid:28)(cid:69) 000²²² 0² 0² 0² 0² (cid:94) (cid:104) (cid:410) (cid:373) (cid:396)(cid:258) (cid:449) (cid:408)(cid:286) (cid:258)(cid:374) (cid:374) (cid:282) (cid:396)(cid:258) (cid:367)(cid:437) (cid:437) (cid:374) (cid:373) (cid:336) (cid:410) (cid:3) (cid:396) (cid:349)(cid:374) (cid:258) (cid:3) (cid:374) (cid:286) (cid:400) (cid:349) (cid:296) (cid:374) (cid:381) (cid:286) (cid:396) (cid:3) (cid:373) (cid:38)(cid:437) (cid:258) (cid:408) (cid:415) (cid:336) (cid:381) (cid:263) (cid:374) (cid:374) (cid:3) (cid:336) (cid:437) (cid:286) (cid:374) (cid:396) (cid:282) (cid:460) (cid:3) (cid:381)(cid:374)(cid:286)(cid:3)

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(cid:4)(cid:104)(cid:38)(cid:94)(cid:28)(cid:94)(cid:94)(cid:87)(cid:62)(cid:4)(cid:100)(cid:127)(cid:3)(cid:920)(cid:3) (cid:60)(cid:75)(cid:87)(cid:28)(cid:90)(cid:69)(cid:47)(cid:60)(cid:104)(cid:94)(cid:87)(cid:62)(cid:4)(cid:100)(cid:127) (cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:415)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:3)(cid:69)(cid:258)(cid:272)(cid:346)(cid:396)(cid:442)(cid:400)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:4)(cid:437)(cid:296)(cid:400)(cid:286)(cid:408)(cid:393)(cid:367)(cid:258)(cid:410)(cid:460)(cid:3)

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(cid:1007)(cid:3)(cid:4)(cid:271)(cid:396)(cid:349)(cid:400)(cid:400)(cid:3)(cid:87)(cid:258)(cid:448)(cid:349)(cid:367)(cid:367)(cid:381)(cid:374)(cid:400)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:94)(cid:272)(cid:346)(cid:258)(cid:299)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3) Abbildung 43: Visualisierung Südstadt.Klima.Meile aus dem Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Quelle: Büro bgmr Landsc (cid:910) h (cid:38) a (cid:258) f (cid:400) t (cid:400) s (cid:258) a (cid:282) r (cid:286) c (cid:374) h (cid:271) it (cid:286) e (cid:336) k (cid:396) t (cid:442) e (cid:374) n (cid:437) , (cid:374) 2 (cid:336) 0 (cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) 2 (cid:3)(cid:3)(cid:3) 2; Foto: G. Illig [106]) (cid:910)(cid:24)(cid:258)(cid:272)(cid:346)(cid:882)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:44)(cid:381)(cid:297)(cid:286) (cid:286)(cid:396)(cid:336)(cid:263)(cid:374)(cid:460)(cid:286)(cid:374)(cid:282)(cid:286)(cid:3)(cid:60)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:271)(cid:258)(cid:437)(cid:373)(cid:393)(cid:327)(cid:258)(cid:374) (cid:1008) (cid:286)(cid:349) (cid:3) (cid:374) (cid:448)(cid:856) (cid:400) (cid:258) (cid:286) (cid:856) (cid:346) (cid:3)(cid:296) (cid:271) (cid:442) (cid:258) (cid:396)(cid:3) (cid:396) (cid:60) (cid:286) (cid:381) (cid:3)(cid:90) (cid:393) (cid:263) (cid:286) (cid:437) (cid:396)(cid:374) (cid:373) (cid:349)(cid:364) (cid:286) (cid:437) (cid:3)(cid:400) (cid:400) (cid:272) (cid:393) (cid:346) (cid:367)(cid:258) (cid:258) (cid:410) (cid:299) (cid:460) (cid:286) (cid:855)(cid:3)(cid:3) (cid:374) (cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:3) (cid:3) (cid:894) (cid:3)(cid:3) (cid:4) (cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:437) (cid:3)(cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:400) (cid:3)(cid:3) (cid:367) (cid:3) (cid:349) (cid:3)(cid:3) (cid:272) (cid:3)(cid:3) (cid:346) (cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:410) (cid:3)(cid:3) (cid:286) (cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:374) (cid:3)(cid:3)(cid:3) (cid:895) (cid:3)(cid:3) (cid:3) (cid:3)(cid:3) (cid:460)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:100)(cid:396)(cid:258)(cid:374)(cid:400)(cid:296)(cid:381)(cid:396)(cid:373)(cid:258)(cid:415)(cid:381)(cid:374)(cid:3)(cid:349)(cid:374)(cid:3) (cid:437) (cid:272)(cid:346) (cid:374) (cid:286) (cid:282) (cid:374) (cid:3)(cid:3) (cid:895) (cid:17) (cid:3)(cid:920) (cid:258)(cid:396) (cid:3)(cid:62) (cid:396)(cid:349) (cid:263) (cid:286) (cid:396) (cid:396) (cid:373) (cid:286)(cid:374) (cid:400) (cid:3) (cid:272) (cid:396) (cid:346) (cid:286) (cid:437) (cid:282) (cid:410) (cid:437) (cid:460) (cid:460) (cid:853)(cid:3) (cid:349) (cid:448) (cid:286) (cid:856) (cid:396) (cid:258) (cid:286) (cid:856) (cid:374) (cid:3)(cid:258) (cid:3)(cid:894) (cid:373) (cid:460)(cid:856) (cid:3) (cid:17) (cid:60) (cid:856) (cid:381) (cid:3)(cid:68) (cid:393)(cid:286) (cid:263) (cid:396) (cid:437) (cid:374) (cid:286) (cid:349) (cid:396) (cid:367)(cid:258)(cid:374)(cid:282)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:258)(cid:332)(cid:286)(cid:374)(cid:3)(cid:282)(cid:286)(cid:400)(cid:3)(cid:94)(cid:442)(cid:282)(cid:286)(cid:374)(cid:400)(cid:3)

Abbildung 118

(cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:415)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:3)(cid:437)(cid:374)(cid:282)(cid:3)(cid:386)(cid:364)(cid:381) (cid:1005)(cid:3)(cid:68)(cid:437)(cid:367)(cid:415)(cid:272)(cid:381)(cid:282)(cid:349)(cid:286)(cid:396)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:271)(cid:286)(cid:400)(cid:410)(cid:286)(cid:346)(cid:286)(cid:374)(cid:282)(cid:286)(cid:396)(cid:3)(cid:90)(cid:263)(cid:437)(cid:373)(cid:286) Jahren gepflanzt werden und zur Kühlung durch Ver- Des Weiteren befand sic (cid:373) h (cid:437) (cid:367) d (cid:415)(cid:272) i (cid:381) e (cid:282) (cid:349) M (cid:286)(cid:396)(cid:410) o (cid:286)(cid:3) d (cid:87)(cid:258) e (cid:396)(cid:364) l (cid:258) li (cid:374) e (cid:367)(cid:258) r (cid:336) u (cid:286) n (cid:3) g des Überschwem- (cid:894)(cid:460)(cid:856)(cid:17)(cid:856)(cid:3)(cid:90)(cid:286)(cid:336)(cid:286)(cid:374)(cid:449)(cid:258)(cid:400)(cid:400)(cid:286)(cid:396)(cid:882)(cid:116)(cid:349)(cid:286)(cid:400)(cid:286)(cid:895) (cid:1006)(cid:3)(cid:364)(cid:367)(cid:349)(cid:373)(cid:258)(cid:415)(cid:400)(cid:272)(cid:346)(cid:286)(cid:3)(cid:69)(cid:258)(cid:272)(cid:346)(cid:396)(cid:442)(cid:400)(cid:410)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:894)(cid:460)(cid:856)(cid:17)(cid:856)(cid:3)(cid:100)(cid:396)(cid:349)(cid:374)(cid:364)(cid:882) dunstung beitragen. mungsgebietes zum Wetzendorfer Landgraben (HQ100) in der Erarbeitung beim Bayerischen Landesamt für Umwelt Im Freiraumkonzept ist zudem eine jährliche Entkopplung (LfU). Der Zeitraum der Fertigstellung war jedoch noch nicht (cid:1008)(cid:3)(cid:28)(cid:396)(cid:346)(cid:386)(cid:346)(cid:437)(cid:374)(cid:336)(cid:3)(cid:87)(cid:327)(cid:286)(cid:336)(cid:286)(cid:882)(cid:47)(cid:374)(cid:410)(cid:286)(cid:396)(cid:448)(cid:258)(cid:367)(cid:367)(cid:286)(cid:3) von 1 % der Flächen vom städtischen Kanalnetz vorgesehen. bekannt. Daher wurde vorab ein vorläufiges Hochwassergut- Zusammen mit der Umsetzung von Regenwasserbewirtachten in Auftrag gegeben (2017) und in die Planungsprozesschaftungsmaßnahmen soll das Kanalsystem entsprechend se einbezogen. Nach Vorliegen des amtlich ermittelten Überentlastet, Überflutung vermindert und das Niederschlags- schwemmungsgebietes und dessen vorläufiger Sicherung im wasser in der Fläche wie ein Schwamm gespeichert werden. Jahr 2021 mussten schließlich Umplanungen vorgenommen werden, um Teile von im B-Plan Nr. 4641A vorgesehenen Entwässerungskonzept zum Bebauungsplan Nr. 4641 Wohngebieten hinter die Grenze des HQ100 zurückzuver-

„Wetzendorf“ setzen und dem im § 78 Abs.1 i.V.m. Abs.8 WHG fixierten

Verbot der Ausweisung neuer Baugebiete in Überschwem- Ende 2015 wurde im Stadtplanungsausschuss der Beschluss mungsgebieten im Außenbereich Rechnung zu tragen. zur Einleitung des Bebauungsplans Nr. 4641 „Wetzendorf“ auf der Basis des „Strukturkonzept Wetzendorf“ gefasst. Die Grundwassererkundung wurde auf Grundlage eines Es handelt sich hierbei zum großen Teil um Flächen, die im Messstellennetzes, bestehend aus 20 Messstellen, durch- Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan der geführt, das eigens dafür errichtet wurde. Zusätzliche Erkenntnisse konnten aus vorhandenen Messstellen einbezo- Stadt Nürnberg (FNP) als Wohnbauflächen dargestellt sind. gen werden. Die Ergebnisse einer ersten Stichtagmessung Ein wesentliches Element in der Planung soll der künftige, wurden in einer Flurabstandskarte und einem Grundwaszentral gelegene, multifunktionale Wetzendorfer Park darsergleichenplan zusammengefasst (Karte 39 und Karte 40). stellen, der über den Teil-B-Plan Nr. 4641A planungsrecht- Dabei konnten die vorherigen Annahmen verfeinert werlich gesichert wird. den und es bestätigte sich, dass der Flurabstand vor allem Die Tatsache, dass das betrachtete Gebiet in weiten Teilen im zentralen und nördlichen Bereich besonders gering ist, nach der vorhandenen Datenlage einen relativ geringen wohingegen im Süden des Gebietes eine bessere Versicke- Grundwasserflurabstand aufweist, führte dazu, dass um- rungseignung angenommen werden kann. Diese Erkenntfangreiche Untersuchungen durchgeführt wurden, um ein nisse konnten nun auch für die Erstellung des Entwässegenaueres Bild der Grundwassersituation zu generieren. rungskonzeptes herangezogen werden. Diese dienten auch als notwendige Grundlage für die Er- Die Konzeption der Entwässerungsanlagen sieht vor, dass die stellung eines Entwässerungskonzeptes im Rahmen der anfallenden Niederschlagsabflüsse in sogenannten „Grün- Aufstellung des Bebauungsplans. fingern“, d.h. zwischen den Baugebieten angeordnete

Abbildung 119

Karte 39: Grundwassergleichenplan Bebauungsplan „Wetzendorf“ (Quelle: R&H Umwelt GmbH [109])

Abbildung 120

Karte 40: Flurabstandskarte Bebauungsplan „Wetzendorf“ (Quelle: R&H Umwelt GmbH [109])

Grünanlagen, zwischengespeichert und verzögert in den Abflussmengen bis hin zum 10-jährigen Regenereignis wer- Wetzendorfer Landgraben eingeleitet werden. Letzteres den vorzugsweise über straßenparallel verlaufende begrünunter Berücksichtigung der zulässigen Drosselwasserabflüsse te Muldenstrukturen an der Geländeoberfläche abgeleitet (Karte 41 und 42). und schließlich in den „Grünfingern“ zurückgehalten. Die straßenbegleitenden Mulden dienen gleichzeitig der Innerhalb der privaten Bauflächen müssen grundstücksbe- Ableitung der Niederschlagswässer der zugehörigen Verzogene Entwässerungseinrichtungen Niederschlagsvolumina bis zu einem 5-jährigen Regenereignis zurückhalten. Größere kehrsflächen für Regenmengen bis zu einem 5-jährigen Re-

genereignis. Bei stärkeren Niederschlagsereignissen wird das Bäume mit einem dezentralen Niederschlagswassermanage- Wasser aus den besagten „Grünfingern“ in die Parkanlage ment zu verknüpfen. Damit wird auch ein Beitrag zur Klimaübergeleitet und zunächst im Westteil derselben schadlos zu- anpassung in Hitzephasen durch die kühlende Wirkung der rückgehalten, ehe sie in den Wetzendorfer Landgraben ab- Bäume geleistet. geleitet werden. Dieser soll, nach einem entsprechend durch- Die Speicherung von Niederschlagswasser und Förderung der geführten wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren, in Verdunstung in Form besagter Baumrigolen und Zisternen sodiesem Gewässerabschnitt künftig einen ökologischen Auswie die oberflächennahe Bewirtschaftung der Niederschläge bau bzw. eine Renaturierung erfahren und in diesem Zuge in der beschriebenen Kaskade mit straßenbegleitenden Mulnach Norden verlegt und bachaufwärts mit dem von Norden den, Grünfingern, der Überleitung in den Wetzendorfer zufließenden Seegraben zusammengeführt werden. Park und den vorgesehenen privaten Rückhaltemaßnahmen Die straßenparallel verlaufenden Entwässerungsmulden wie Dachbegrünungen, tragen zur Entwicklung eines wasentlang der ausgebauten Parlerstraße und z.T. entlang der öf- sersensiblen und resilienten neuen Stadtteils bei und machen fentlichen „Grünfinger“ bieten die Möglichkeit, in Kombina- das Wasser auch vor Ort erlebbar. Durch die großen Grüntion mit mehreren Zisternen zur Bewässerung von Straßen- flächen und Rückhaltemaßnahmen ist auch ein erheblicher bäumen („Baumrigolen“) nach dem „Stockholmer Modell“ Beitrag zur Erhaltung eines günstigen Lokal- und Bioklimas (nach Nürnberger Art) eine optimierte Wasserversorgung der im Gebiet und der näheren Umgebung zu erwarten.

Abbildung 121

Karte 41: Entwässerungskonzept Bebauungsplan „Wetzendorf“ Teil A

(Quelle: Björnsen Beratende Ingenieure GmbH [110])

Abbildung 122

Karte 42: Entwässerungskonzept Bebauungsplan „Wetzendorf“ Teil B

(Quelle: Björnsen Beratende Ingenieure GmbH [110])

Entwässerungskonzept zum Bebauungsplan Nr. 4445 gleichzeitig den Bedarf an Freizeit- und Spielflächen sowie

„Tiefes Feld“ die notwendigen Retentionsflächen in einem Landschafts-

park abzudecken. Bereits Mitte 1999 wurde vom Stadtplanungsausschuss der Beschluss gefasst, den Bebauungsplan Nr. 4445 einzuleiten. Nach einer Phase von knapp zehn Jahren, in der das Verfahren ruhte, wurde ein städtebaulicher Rahmenplan als Grundlage für die Gesamtentwicklung des Tiefen Feldes erarbeitet.

Abbildung 125

Ein Versickerungsgutachten stellte zunächst für weite Teile der betrachteten Flächen eine mangelnde Versickerungseignung aufgrund von in geringer Tiefe anstehenden Lettenlagen fest. Lediglich im nördlichen Bereich können potentiell Versickerungsanlagen in Betracht gezogen werden. Es war ferner auch im Vorfeld bereits bekannt, dass es in den landwirtschaftlich genutzten Flächen regelmäßig zu Vernässungen im Verlauf regenreicherer Zeiträume kam, mit zunehmender Intensität in Richtung Südwesten (Südwest- Abbildung 44: „Ökosee“ – Machbarkeitsstudie zu einer neuen Wasserfläche Tiefes Feld, 2020 (Quelle: Technische tangente). Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft Nürnberg - IWWN [111]) In den ersten Planungsansätzen wurde die Idee eines Natursees im Gebiet betrachtet. Dazu wurde in einer Machbarkeitsstudie der TH Nürnberg das Potential zur Herstellung dieses „Ökosees“/ offenen Wasserfläche begutachtet, be- Daraufhin wurde im Auftrag der Stadt Nürnberg ein Entwertet und in verschiedenen Varianten aufgezeigt: Grund- wässerungskonzept unter der Prämisse der wassersensiblen wassersee, gedichteter See mit herkömmlichem oder ökolo- Planung auf privaten als auch öffentlichen Grundstücken gischem Deckwerk (vgl. Abbildung 44). Das Projekt konnte entwickelt. Es wurde in einem integrativen Planungsprozess jedoch nicht weiterverfolgt werden, da es ansonsten nicht unter Einbezug aller relevanten Beteiligten gestalterisch und möglich gewesen wäre, die verbleibende landwirtschaftli- funktional im Freiflächenrahmenplan für die Gebietsentwickche Nutzfläche von ca. 15 ha und ein bestehendes Biotop lung des Tiefen Feldes integriert. Ziel dieses Entwurfs ist das (zudem planfestgestellte Ausgleichsfläche) zu erhalten und Erreichen bzw. der Erhalt des natürlichen Wasserhaushaltes.

Abbildung 123

Abbildung 124

Abbildung 45: Schematische Darstellung des Entwässerungskonzepts zum B-Plan Nr. 4445 „Tiefes Feld“ (Quelle: integrierte Planung – adlerolesch im Verbund mit Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [112])

Dem Konzept wird zuvorderst eine dezentrale oberirdische Retentionsflächen. In den öffentlichen Flächen wird durch Ableitung und Retention des Niederschlagswasseraufkom- die geplante, durchgängige, oberirdische Entwässerungstomens zugrunde gelegt, da, wie erläutert, eine Versickerung pographie und das oberflächennahe Ableitungssystem die aufgrund des lehmigen Untergrundes nicht oder kaum sichere Ableitung von Oberflächenabflüssen auch bei Extmöglich ist. Es soll eine durchgängige Entwässerungsto- remereignissen (bis 100jährlich) sichergestellt. pographie von Osten nach Westen hergestellt und die Er- Das Niederschlagswassermanagement wird im Konzept für richtung eines Regenwasserkanals vermieden werden. Die die verschiedenen Teilbereiche gesondert im Detail entwi- Einleitung in einen Schmutzwasserkanal ist nicht zulässig. ckelt: Für eine dezentrale, naturnahe Niederschlagswasserbewirt- Nördlich der Neuen Rothenburger Straße (Teil-B-Plan schaftung im Tiefen Feld werden vielfältige Maßnahmen zur Nr. 4445a) wird das Niederschlagswasser der privaten Grund- Anwendung kommen, so z.B. Gründächer und Tiefgaragenstücke der Wohngebiete, der urbanen Gebiete und der decken mit Retentionsfunktion oder Regenwasserzisternen. Kerngebiete und auch der Gemeindebedarfsflächen über Es werden außerdem technische Maßnahmen erforderlich, Rinnen und Gräben oberflächennah und auf kurzem Weg wie etwa Sedimentationsschächte für die technische Vorin die öffentlichen Retentionsflächen und die zentrale Rereinigung des Oberflächenwassers von Verkehrsflächen vor tentionsmulde am westlichen Rand entwässert. Über einen der Einleitung in die Retentionsflächen. Regenwasserkanal wird das überschüssige, überlaufende Für die private Entwässerung ist vorgesehen, das anfallende Niederschlagswasser im Anschluss unter der Neuen Rothen- Niederschlagswasser auf kurzem Weg in die rückwärtigen, burger Straße hindurch in das nordwestlich gelegene Regenöffentlichen Grünfinger über Ableitungsmulden zu leiten rückhaltebecken (RRB 3.1) übergeleitet (vgl. Abbildung 45 und in einer Kaskade aus multifunktional nutzbaren Reten- und 46). tionsmulden im Bereich des Landschaftsparks weiterzufüh- Südlich der Neuen Rothenburger Straße (Teil-B-Pläne ren (vgl. Abbildung 45). Von Diesen schließt sich die gedros- Nr. 4445b und Nr. 4445c) wird das Niederschlagswasser auf selte Ableitung in Richtung Diebsgraben an, der über eine den privaten Grundstücken mittels Dachbegrünung und, Verdolung unter der Südwesttangente hindurch gedrosselt falls erforderlich, mit Retentionsdächern zurückgehalten und zur Rednitz entwässert. anschließend oberflächennah mittels Rinnen oder Mulden in Straßenabwässer werden vor jeder Einleitung in die Ableit- die rückwärtigen öffentlichen Grünfinger geleitet. Von den oder Retentionsmulden einer Vorreinigung unterzogen. Fer- nördlichen Baufeldern wird das überschüssige Regenwasser ner wird eine ausreichende Vorreinigung für das gesammelte in einer parallelen Rinne oder Mulde in die zentralen Grün- Abwasser der Neuen Rothenburger Straße, der Südwesttan- finger bzw. direkt in die Retentionsmulden am westlichen gente und der landwirtschaftlichen Flächen berücksichtigt. Rand geleitet. Auch öffentliche Verkehrsflächen entwässern das Niederschlagswasser oberflächennah in die öffentlichen Straßenprofile und Mulden in den Grünfingern dienen Grünfinger mittels Ableitungsgräben oder direkt in die südgleichzeitig als Notwasserwege vom Grundstück bis zu den lichen Retentionsmulden. Aus den öffentliche Grünfingern

Abbildung 126

Abbildung 46: Entwässerung Teil-B-Plan Nr. 4445a, Nördlich der Rothenburger Straße (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Hening Larsen [113])

wird das gesammelte Niederschlagswasser weiter in die südlich liegende Kaskade aus Retentionsmulden und anschließend in den Diebsgraben entwässert. Wege werden üblicherweise mit Kastenrinnen gequert (Abbildung 47). An der südlichen Kante zwischen Bebauung und Geh- und Radweg wird der Landschaftspark multifunktional als Retentionslandschaft gestaltet. Die Retentionsmulden fallen kaskadenförmig von Ost nach West ab.

Abbildung 129

Abbildung 127

Abbildung 49: Entwässerung Bildungszentrum südlich der

Rothenburger Straße, mittlerer Abschnitt (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113])

Süden gelegene öffentliche Retentionsmulde abgeleitet. Stärkere Regenereignisse werden über die durchgängige Entwässerungstopographie (Quergefälle und Längsgefälle) abgeleitet, wobei eine kurzzeitige Überflutung der Pausenund Sportflächen für die Notentwässerung beachtet werden

Abbildung 47: Öffentliche Kastenrinne (abgedeckt) für

Grundstücks- und Straßenentwässerung muss (Abbildung 49). (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113]) Im Bereich des südlich der Baufelder geplanten Landschaftsparks mit landwirtschaftlichen Flächen wird das Oberflächenwasser dezentral gesammelt, zurückgehalten und gereinigt. Bezüglich des geplanten Bildungszentrums im Zentrum der Dazu kommen noch weitere Zuflüsse aus direkt angren- Bebauung südlich der Neuen Rothenburger Straße ist es in- zenden Gebieten. Die weitere Ableitung erfolgt über eine folge der gegebenen Zwänge (Schulhof, notwendige Tech- optionale Retentionsfläche ganz im Südosten sowie den nik, etc.) gegebenenfalls notwendig, technische Lösungen Retentionsgraben südlich der landwirtschaftlichen Flächen zur Speicherung des Regenwassers vorzusehen (Retentions- und über ein Regenrückhalte-Klärbecken für die Straßendach auf Dach- und Tiefgaragenebene, Regenwasserzister- wässer der Südwesttangente (RRB 4-5), bevor das gesamnen mit Retentionsfunktion). Die Niederschlagswässer der melte Oberflächenwasser durch den Diebsgraben und ent- Schulhoffläche werden über Kastenrinnen gesammelt und lang des bestehenden Biotops im Regenrückhaltebecken oberflächennah in den westlichen Grünfinger oder die im Nr. 3.1 im Nordwesten ankommt (vgl. Abbildung 45).

Abbildung 128

Abbildung 48: Entwässerung Teil-B-Plan Nr. 4445b, südlich der Rothenburger Stra-

ße, westlicher Abschnitt (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113])

Umgestaltung des Obstmarktes im Sinne der spielgebend sein für weitere Planungen in der Innenstadt,

Schwammstadt die mit beengten Platzverhältnissen und vielfältigen Zwän-

gen konfrontiert sind. Der Obstmarkt, der sich östlich der Frauenkirche befindet, gilt zusammen mit dem Hauptmarkt als die „gute Stube“ Das Entwässerungskonzept sieht eine vollständige Regender Stadt. Der heute eher triste, vom Autoverkehr geprägte rückhaltung und Versickerung des Oberflächenwassers vor, Obstmarkt wird künftig zu einem attraktiven und vielseitig das gleichzeitig den Bäumen zur Bewässerung dienen und nutzbaren Stadtraum umgestaltet, der allen Menschen die Kanalisation bei Starkregen entlasten wird. Das Niedergleichermaßen zur Verfügung steht. Der Klimaanpassung schlagswasser kann sowohl oberirdisch über offene Baumwird durch Baumpflanzungen, Entsiegelung, Schaffung scheiben mit ausgebildeten Mulden und über offenporige, von Grünflächen, Fassadenbegrünung, Brunnen/Wasserele- wasserdurchlässige Belagsflächen, als auch unterirdisch über menten und durch ein Entwässerungskonzept im Sinne der Pflasterrinnen und Straßeneinläufe einem Rigolen-System Schwammstadt Rechnung getragen. Der Planungsprozess zugeführt werden. Jeder Rigolenkörper verbindet mehrere wurde von einer breiten Bürgerbeteiligung begleitet, über Baumscheiben miteinander. Die Beschickung dieser Rigolen die viele Ideen eingebracht und mehrheitlich aufgenommen erfolgt zentral oder dezentral. wurden. Dabei wurde auch der Wunsch nach mehr Entsiegelung und Begrünung geäußert. In einem Bereich mit einer Zur Umsetzung der Planung ist eine Spartenverlegung vor hohen Frequenz und Belastung der Flächen sind solche Maß- Beginn der Ausbauarbeiten erforderlich, die für 2024 geplant nahmen jedoch leider nur begrenzt möglich, wodurch ein ist. Der Baubeginn für die Umgestaltung des Obstmarkts ist eher technisches Konzept für die nachhaltige Niederschlags- für 2025 vorgesehen. wasserbeseitigung gewählt werden musste (mit z.B. Baumrigolen und einem dazu passenden Rückhaltekonzept). Diese Umgestaltung der Ambergerstraße Konzeption des Niederschlagswassermanagements soll bei- Die Ambergerstraße in Schweinau verbindet die Nopitschstraße mit der Zweibrückener Straße und der Turnerheimstraße. Aktuell ist sie eine Sackgasse und per PKW nur von der Nopitschstraße und Friesenstraße aus zugänglich. Bis in die 1980er Jahre fuhr die Straßenbahn von der Hohen Marter durch die Ambergerstraße bis zum damaligen Straßenbahndepot.

Abbildung 130

Die Ambergerstraße ist ein Abschnitt des konzipierten „Grünen Wegs vom Plärrer zum Faberwald“ [114] und wird als öffentliche Grünfläche umgestaltet. Das freiraumplanerische Konzept sieht die Schaffung eines grünen Freiraums, attraktiver Aufenthaltsbereiche und Wegeverbindungen im Sinne des o.g. Grünen Weges (durchgängiger Grünzug) vor. Der bislang versiegelte, vorwiegend als Parkplatz genutzte, Stra-

Abbildung 50: Visualisierung Obstmarkt

ßenraum wird großflächig entsiegelt. Der wertvolle Baum- (Quelle: Schegk Landschaftsarchitekten & BDLA Stadtplaner) bestand wird erhalten und durch neue Baumpflanzungen weiterentwickelt. Durch den Einbezug der benachbarten

Aufbau gem. DNV RiLi

Abbildung 131

DGeracnkistpcfhlaiscthetr 16x16/24/32 cm Dicke 16 cm

BSaenttdu-nSgp l 5 it 0 t- G m e m misch 0/5 KTrieasg s0c/3h2icht, ungebunden

Pflanzsubstrat gem. Vorgaben SÖR

KG-Rohr innerhalb der Wurzelbereiche

~4% ~1.4%

16 m³ 16 m³ 16 m³ Einstauhöhe

03.0 05.1 Muldenrinne (4-Zeiler)

16 m³

Sammler Straßenentwässerung Neugestaltung Obstmarkt: DN 200 - DN 315 Entwässerungskonzept Rigoleneinlauf 4.00 4.00 Spülschacht Prinzipskizzen Sedimentationsschacht Sickerrohr außerhalb der Wurzelbereiche Stand 16.02.2022 R fü i r g o V l e e r n te su ilu b n s g tr a / t Weiterleitung /Versickerung S ge c z h . ü i ß .A le . r T -P im la n Kluge

Versickerungsmulde Oberboden Pflanzsubstrat gem. Vorgaben SÖR 00.1 Aufbau gem. DNV RiLi DGeracnkistpcfhlaiscthetr 16x16/24/32 cm Dicke 16 cm BSaenttdu-nSgp l 5 it 0 t- G m e m misch 0/5 KTireasg 0s/c3h2icht, ungebunden

4.00 02.1 05.1 Offene Baumscheiben Geschlossene Baumscheiben (Mulden-Rigolen-System)

Spülschacht Sickerrohr außerhalb der Wurzelbereiche KG-Rohr innerhalb der Wurzelbereiche 02.0

Abbildung 52: Visualisierung Umgestaltung der Amberger-

Abbildung 51: offene Baumscheiben (Quelle: Stadt Nürnberg) straße (Quelle: Planungsgruppe Landschaft) 02.0

Grundschule werden auch dort Flächen entsiegelt, neu ge- für eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung sollte ordnet und zudem große, öffentlich zugängliche Spiel- und an den Beginn der Planungsprozesse gestellt werden, um Bewegungsflächen geschaffen. Die Realisierung soll in 2024 die benötigten Flächen zu identifizieren und bestenfalls von beginnen und bis 2025 zu einem Abschluss kommen. Bebauung freizuhalten. Für künftige Planungen sollen des Weiteren auch Gebietswasserbilanzen erarbeitet werden, Insgesamt werden ca. 5.500 m² neue Grünflächen auf bisum die Erfordernisse des Wasserhaushaltes quantitativ geher versiegelten Flächen des Straßenraums und des Schulnauer berücksichtigen zu können. hofs geschaffen. Dadurch entsteht mit den Bestandsflächen eine zusammenhängende, öffentliche Grünanlage Die wassersensible Stadtentwicklung umfasst zahlreiche von ca. 9.000 m². Anfallendes Regenwasser wird im Sinne unterschiedliche Disziplinen und wird deshalb auf vielfälder Schwammstadt zukünftig vollständig zurückgehalten, tige Weise innerhalb der Verantwortlichkeiten der Stadtin Substraten und Belägen gespeichert, genutzt, verduns- verwaltung angegangen. Viele Projekte beschäftigen sich tet und in den Grünflächen versickert. Das Wasser steht mit Aufgaben- und Fragestellungen, die das Thema Wasden Pflanzen zur Verfügung, dient einer nachhaltigen Ent- ser in der Stadt berühren. Eine weitere Intensivierung der wicklung der neuen Bäume und Sträucher und sorgt durch interdisziplinären Zusammenarbeit und der Abstimmungs- Verdunstung und Transpiration für lokale Kühlungseffekte. prozesse ist deshalb auch in Zukunft nötig. Die größten Dabei werden auch neuartige Beläge verwendet, die Was- Herausforderungen ergeben sich dabei im Bestand, nicht ser speichern und langsam wieder verdunsten können. Bei bei Neuplanungen. Dabei sind auch bisherige Standards zu Starkregen soll es dadurch keinen Rückstau geben, was überprüfen und bei Bedarf anzupassen (z.B. Ausgestaltung wiederum zu einer Entlastung des Kanalsystems führt. von Baumrigolen, Gestaltung von Plätzen). Zudem erfolgt ein Austausch mit anderen Kommunen zu diesen Themen statt (z.B. Workshop mit Beiträgen aus Würzburg, Karlsruhe

Fazit und Ausblick

und Mannheim, Vernetzung über das Deutsche Institut für Aus den vorgestellten Beispielen wird ersichtlich, dass Urbanistik im Rahmen des netWORKS-Kommunalkreis). Es Nürnberg sich auf den Weg gemacht hat, sein Stadtgebiet findet demnach ganz klar eine Intensivierung im Bestreben, sukzessive wassersensibel (um-)zugestalten. In konkreten Nürnberg Stück für Stück zu einer „Schwammstadt“ zu ent- Planungen ist es bereits als gängige Praxis zu bezeichnen, wickeln, statt. Somit wird Nürnberg auch in dieser Hinsicht dass man sich der Wasserthemen offen und innovativ an- fit für die notwendigen Anpassungen an die Folgen des Klinimmt. Die frühzeitige Ermittlung der hydrogeologischen mawandels gemacht. Bedingungen in den Planungsgebieten und der Bedarfe

2.7.3 Hydrogeologische Strategieplanungen zur Schwammstadt in Nürnberg

(GeoZentrum Nordbayern der FAU Erlangen Nürnberg – Prof. Johannes Barth, Dr. Alfons Baier)

Einleitung Im Stadtgebiet erfassen 19 Messstationen des Deutschen

Wetterdienstes (DWD), der Stadt Nürnberg und des Lan- Wasser in der Landschaft halten: Dieses ist eine besondere desamtes für Umwelt Bayern (LfU) meteorologische Daten. Herausforderung, wenn man diesen zunehmend wichtiger Nach dem seit 2014 vorliegenden Stadtklimagutachten ist werdenden Anspruch auch auf Städte und deren Umland es im Kern der dicht bebauten und von Luft-Leitbahnen abüberträgt. Dies hängt vor allem mit Dürre und Starkregengeschlossenen Lorenzer Altstadt am heißesten. Aber auch perioden zusammen, für die viele Städte mit versiegelten Fläandere Stadtteile, wie Gibitzenhof, Steinbühl, Gostenhof, chen bislang nicht gut gerüstet sind. In Mitteleuropa treten St. Peter und Johannis weisen ähnliche Verhältnisse auf extreme Wetterereignisse mittlerweile in besorgniserregend [118]. Darüber hinaus beinhaltet das ca. 800 Hektar große erhöhten Frequenzen auf [115]. Während Überschwemmun- Areal der Nürnberger Süd- und Südweststadt kaum Grüngen direkte Schäden anrichten, werden bei Trockenperioflächen. Beispielsweise entfallen hier im Durchschnitt auf den wichtige urbane Grünflächen durch Wassermangel und jeden der ca. 93.000 Einwohner nur 2 m2 Grünfläche. Hier steigende Temperaturen beeinflusst. EU-Experten befanden, wurden auch die wenigen, früher vorhandenen Wasserdass 47 % des europäischen Gebiets als von Dürre bedroht läufe schon vor vielen Jahrzehnten in unterirdische Kanaangesehen werden muss; darüber hinaus gilt dieser Zustand lisationssysteme verbracht. Diese heute hochverdichteten bereits bei 17 % der Fläche als alarmierend [116]. Stadtteile heizen sich bei starker Sonneneinstrahlung noch Auch in Bayern erwiesen sich beispielsweise die im Sommer stärker auf. Somit gilt vor allem der Süden von Nürnberg 2022 viel zu geringen Niederschlagsmengen als verheerend. als thermisches Belastungsgebiet mit ungünstiger bioklima- Im langjährigen Mittel fallen im südlichen Bayern Niederschlä- tischer Situation in den Siedlungsräumen [119]. ge bis 1.100 mm/a, während in der Region um Nürnberg ein langjähriges Niederschlagsmittel von nur 600 mm/a und in Klimaentwicklung in jüngerer Vergangenheit Unterfranken sogar weniger als 550 mm/a vorherrschen Wie viele andere Städte ist auch Nürnberg eine “Wärmein- [117]. Darüber hinaus treten typischerweise langanhaltensel” mit im Mittel um ca. 3 °C erhöhten Lufttemperaturen. de, großflächige Niederschlagsdefizite zusammen mit Hit- Lokal können diese aber auch mehr als 10 °C betragen. In zewellen auf. Diese verursachen neben Auswirkungen auf hoher Dichte auftretende Baumaterialien wie Steine, Betondie Vegetation auch stark verringerte Abflussraten von Flüskörper, Asphalt und Stahl absorbieren hier oberflächennah sen mit ökologischen und technischen Folgen wie fehlende die Wärme und geben sie in der Nacht wieder ab. Hinzu Kühlung. Auch in Nürnberg steigen mit zunehmenden Bekommt, dass eine dichte Bebauung den Zustrom kühler bauungsdichten die mittleren Lufttemperaturen an. Dieses Luftmassen aus dem Umland behindert. Windgeschwindigwird noch durch die geomorphologische Lage Nürnbergs keiten können sich hier bis zu 50 % verringern, was Wärim Mittelfränkischen Becken verstärkt, wo oft nur mäßiger mestau-Verhältnisse begünstigt [118]. Luftaustausch stattfindet. Anpassungen an diese Situationen sind insbesondere im Großraum Nürnberg wichtig. Im langjährigen Durchschnitt liegt in diesem wasserarmen Ballungsgebiet das Niederschlagsmittel mit 637 mm/a deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert [96]. Darüber hinaus geriet die Region beispielsweise in 2015 und 2018 mit Niederschlagsmitteln von 440 und 451 mm/a unter erheblichen Wasserstress. Weiterhin hat Nürnberg mit ca. 28.000 Exemplaren nur etwa halb so viele Straßenbäume im Vergleich zu ähnlich großen Städten wie Bremen oder Leipzig [120]. Hinzu kommt, dass Schätzungen zufolge seit 2013 in Nürnberg ungefähr 10 % des Baumbestandes wegen Trockenheit stark bedroht sind (Stand 2019 [121]).

Abbildung 132

Eine schon etablierte Gegenmaßnahme zur Wasserknappheit in Franken, von der auch Nürnberg profitiert, ist die seit den Abbildung 53: Das Schwammstadtprinzip 1970ziger Jahren bestehende Überleitung von Donau- und (Quelle: © Bärbel Rhades, FAU Erlangen Nürnberg) Altmühlwässern in das Rednitz-Regnitz-Main-System [50].

Aber auch dieses System kann bei Trockenperioden an sei- Diese sollten auch im Sinne von „blau-grüner Infrastrukne Grenzen geraten. Daher sind neue Bilanzierungen an- tur“ mit begrünten Gebäuden kombiniert werden [125] gebundener Einzugsgebiete für zukünftige Planungen ent- (vgl. auch Kapitel 2.6.2). scheidend. Im Nürnberger Gebiet können als hierzu aktuelles Beispiel die historischen Wässerwiesen im Rednitzgrund angeführt

Konzept der Schwammstadt

werden. Diesem Projekt kommt neben ökologischen und Um Extremsituationen zu mildern, sind auch in Nürnberg kulturellen Aspekten eine weitere Gewichtung zu: Über und dessen Umland innovative Schwammstadt-Konzepte, den gefluteten Wiesengebieten entsteht aufgrund der genotwendig. In einer Schwammstadt sollen möglichst viele steigerten Evapotranspiration Verdunstungskälte, die zur Elemente das gefallene Niederschlagswasser aufnehmen, Abkühlung der Umgebung beiträgt. Gerade im Zusamum dieses bei Bedarf wieder abzugeben [128]. Typische menhang des Hitzesommers 2022 konnte bei der Verlei- Elemente hierfür sind Retentionsflächen, Versickerungs- hung des Nürnberger Umweltpreises die wichtige Rolle des rigolen und Mulden, überflutbare Grünflächen, durchlässi- Hauptpreisträgers “Wässerwiesen Rednitztal” hervorgehoge Asphaltbeläge oder Versickerungsschächte [123], [124]. ben werden [122].

2.7.3.1 Hydrogeologische Untersuchungsmethoden – Grundlage für Schwammstadtkonzepte

Parallel zur Planung von Schwammstadtkonzepten für Ein- oder diese möglicherweise zu ersetzen. So wäre es denkzelprojekte im Stadtgebiet, z.B. im Rahmen der Bauleitpla- bar, mobile Versickerungsanlagen auf Fußballplätzen und nung, könnten die Stadt Nürnberg und viele Städte und in Parkanlagen mit Techniken aus dem Überflutungsschutz Gemeinden von umfassenden wissenschaftlich begleiteten weiter zu entwickeln. Dabei könnten bei Hochwasser herhydrogeologischen Untersuchungen und Auswertungen kömmliche Stauanlagen mit Sandsäcken durch schnell und profitieren. Dies würde helfen um einerseits mehr über die mobil einsetzbare Wasserkissen ersetzt werden (vgl. Abbil- Effektivität verschiedener Schwammstadt-Maßnahmen im dung 54). Diese wären auch nützlich, um mobile Vorunterkonkreten Umfeld zu erfahren und zum anderen über das suchungen für Versickerungsstandorte zu liefern. Mobile gesamte Stadtgebiet zielgerichtet ein Maßnahmenkonzept Experimente dieser Art könnten flexible Voruntersuchungen aufzustellen. zu längerfristigen und teuren Baumaßnahmen liefern. Bei solchen Maßnahmen müssten auch nahegelegene Grund- Innovative Ansätze für das Thema Schwammstadt könnten wassermessstellen beprobt und mit automatisierten Sonden z.B. mobile Versickerungsanwendungen vorsehen, um Plaund Echtzeitübertragung beobachtet werden. nungen dauerhafter und teurer Infrastruktur vorzubereiten

Abbildung 134

Abbildung 133

Abbildung 54: Flexibox Wasserkissen für Einsätze von Versickerungsversuchen & Bewässerung. (Quelle: Flexibox Container GmbH)

Untersuchungen von Grundwasserständen, Wasserquali- zen sollten auch für angrenzende Flusseinzugsgebiete und tät und Einsatz von Tracern an neuen Infrastrukturen zur Übergangszonen zwischen Stadt und Land mit einbezogen Versickerung und Wasserumsatz sind hierbei notwendige werden. Hierbei wären Trennung von Evaporations- und Begleitmaßnahmen. Als Start hierzu eignen sich schon be- Transpirationsmengen wichtig, um Wasserverfügbarkeiten stehende Baumrigolen und öffentliche Parkflächen, die be- und Bedarf innerhalb und auch im Umland von Nürnberg reits als Überflutungsgebiete vorgesehen sind. zu charakterisieren. Damit sollten detaillierte Wasserbilanzen des urbanen Großraums mit Daten von Niederschlag Bei solchen Maßnahmen wären auch Markierungsversuche und Abfluss, inklusive Grundwasserspiegelschwankungen, wichtig, um Versickerungsverhalten, Fließgeschwindigkei- Brauch- und Abwasserflüssen erstellt werden. In Ballungsten, Dispersionsausbreitung oder Mischungsverhältnisse im zentren wie Nürnberg und dessen Umland sind aufgrund Untergrund zu verstehen und zu quantifizieren. Anstelle Vegetations-, Versiegelungs- und Landnutzungsänderungen von Salz- und Farbtracer-Versuchen sind hier stabile Isoständige Verschiebungen zwischen den Wasserbilanzgrößen tope des Wassermoleküls besonders geeignet, weil sie sich Niederschlag, Abfluss, Evaporation, Transpiration und Interwegen ihrer ökologischen Unbedenklichkeit besonders für zeption zu erwarten. Diese werden in bislang unbekannten Stadtgebiete gut eignen. Ausmaßen von sich ständig ändernden Verhältnissen von versiegelten Arealen und Grünflächen mit beeinflusst und Die Abwandlung von Hausdachentwässerung in die Kanasollen als Eingabeparameter mit GIS erfasst werden. Für die lisation in Richtung Regenwasserversickerung ist eine wei- Messungen von Niederschlägen, Bodenfeuchte und Grundtere Maßnahme, die teilweise schon praktiziert wird. Bei wasserständen sollten weitere Datensammler installiert wersolchen Aktionen wären Echtzeit-Datenerhebungen von den, die Grundlagen für Modellierungen gewährleisten. Bodenfeuchte, Wasserqualität, Klima und Grundwasser wichtig, um interaktive Planungen und Untergrundmodelle für Wasserspeicherung und Bedarf zu ermöglichen. Diese Geologische Voruntersuchungen sollten zu neuen Wasserbilanzierungen mit detaillierter Er- Für das Konzept Schwammstadt ist es darüber hinaus auch hebung von Landnutzung führen, um mit Modellierungen wichtig, die Hintergrundgeologie von Nürnberg und desein umfassendes Planungspaket mit Bürgerbeteiligungen sen Umland zu charakterisieren. Basierend auf geologischen in Verbindung mit Aktionen wie Baumbewässerungen zu Karten sowie geophysikalischen Hintergrundinformationen liefern. Bei allen Maßnahmen zum Wassermanagement sollte ein zusammenhängendes konzeptionelles geolosollte auch Qualität und Menge untersucht werden [126]. gisches Untergrundmodell für Nürnberg erstellt werden. Beide Faktoren sind für die Bewässerung von Pflanzen ent- Hierzu müssten beispielsweise Informationen von Bohrunscheidend [124]. So können Straßenabwässer mit erhöhten gen und U-Bahnbau ausgewertet werden. Ein Inventar über Salzgehalten und Dachwässer mit Schwermetallen Bedrovorhandene geologische Schichten ist wichtig, um Versickehungen für die urbane Vegetation darstellen. rung und Speicherung zuverlässig planen zu können. Durch ein gut aufgebautes geologisches Untergrundmodell kön-

Datenerfassungskonzepte nen auch Überflutungsschäden von tieferliegenden Gebäu-

deteilen, wie Tiefgaragen oder Kellern von Wohnhäusern In praxi sollten zunächst detaillierte Erkundungen von Wasvermieden werden. Für solche systematischen Erfassungen serverfügbarkeiten für den Großraum Nürnberg und desdes Untergrundes mit Schichtenverzeichnis sollten auch sen Umland vorgenommen werden. Lokale und regionale vorhandene Daten durch die involvierten Ämter zur Verfü- Wasserbilanzen verschieben sich gegenwärtig durch rapide gung gestellt werden. Schon jetzt ist klar, dass sich die ver- Änderungen von Landnutzungs-, Temperatur- und Niederschiedenen geologischen Einheiten unterschiedlich gut zur schlagsmustern, was wiederum auch Wasserverfügbarkeiten in Städten beeinflusst. Ein besseres Verständnis dieser Grundwasserspeicherung eignen. Beispielsweise haben die Faktoren hilft die Wirksamkeit von Wasserumsetzung durch im Stadtgebiet auftretenden Paläotäler mit durchlässigen Vegetation in und um Städte zu verbessern. In der Stadt Lockersedimenten exzellente Speicherkapazitäten [127]. sollten Wasserbilanzen mit Kartierungen versiegelter Be- Diese müssen zunächst nach Herausrechnen oberflächenreiche und Grünflächen kombiniert werden. Daraus sollen naher Schichten und überflutungsgefährdeter Gebiete eindynamisch anpassbare „Geographic Information System“ gegrenzt werden. (GIS)-Karten entwickelt werden. Weiterhin sollten Daten Basierend auf diesen geologischen Hintergrundinformader Wasserversorgung, von Flusspegelständen und Betionen sollte ein übergreifendes hydrogeologisches Modell wässerung mit kontinuierlicher Überwachung von Niedererstellt werden. Dies erlaubt Vorhersagen von Grundwasschlägen, Bodenfeuchte und Grundwasser mit einbezogen serfließrichtungen, Flurabständen und Speicherkapazitäten, werden. um Grundwasserdynamiken für mögliche Zwischenspeiche- Die notwendigen Datenerfassungen sollten idealerweise in rung mit einzuplanen. Sowohl Flächenversiegelungen als öffentlich zugänglichen und dynamisch erweiterbaren Da- auch begünstigte Versickerung können Veränderungen der tenbanken münden, welche automatisch visualisiert werden Grundwasserlandschaft hervorrufen. Auswirkungen und sollten. Neue und kontinuierlich angepasste Wasserbilan- Vorhersagen solcher Zusammenhänge sind für Planungen

des Wassermanagements --- inklusive die des Grundwassers tischer Erfassung zur Verfügung gestellt werden. Zur Da- --- wichtig. Neue Ansätze mit künstlicher Intelligenz (KI) wä- tenverarbeitung können neue Methoden des maschinellen ren in der Lage, über Algorithmen Echtzeiterfassungen von Lernens eingesetzt werden, um Zusammenhänge zwischen Grundwasserständen auszuwerten und könnten einfach zu meteorologischen Ereignissen und der Verteilung von den messende Wasserparameter wie die spezifische elektrische Wassermengen im Boden und im tieferen Untergrund zu Leitfähigkeit als Indikator für die Wasserqualität einsetzen. erkennen. Hierzu sind die Echtzeit-Beobachtungen der Bo- Damit stünden schnell ablesbare und zeitlich hoch aufge- denfeuchte durch ein Monitoring-Netzwerk mit einer „Inlöste Messungen als kontinuierliches Planungswerkzeug zur ternet of Things“ (IoT) Architektur möglich. Diese zeitlich Verfügung. hochaufgelösten Daten werden hierbei durch innovative, KI-gestützte Zeitreihenanalysen methodisch ausgewertet. Die Einbindung dieser Daten in Modelle bietet neuartige

Computermodellierung und Digitalisierung

Vorhersage- und Planungswerkzeuge. Für ein numerisches hydrogeologisches Modell für den Großraum Nürnberg sollten hydrogeologische Parameter, Sowohl an das Bodenwasserhaushaltsmodell als auch an wie hydraulische Leitfähigkeiten und Speicherkoeffizienten das hydrogeologische Modell sollten wiederum Wasserbierhoben werden. Zur Kalibrierung notwendige Informatio- lanzen und Vegetationsmuster rückgekoppelt werden, um nen, wie Grundwasserspiegel und Flurabstandskarten, sind dynamische Entscheidungswerkzeuge für urbanes Wasserteilweise aus dem Grundwassermonitoring der Stadt Nürn- management zu liefern. Dies zeigt auch, dass Modelle nicht berg verfügbar [49] [12]. Ein solches hydrogeologisches separat voneinander betrieben, sondern auf einer Skala der Modell ist wichtig, um Reaktionen auf veränderte Grund- Stadtgröße Nürnbergs gekoppelt werden sollten. Komplewasserneubildungsraten vorhersagen zu können. Solche xe Zusammenhänge aus großen Datenmengen, die nur Vorhersagen können abschätzen, wie Grundwasser auf Nie- schwer durch Menschen erkennbar sind, können so analyderschläge und Trockenperioden, geplante Versickerungs- siert und für Vorhersagen genutzt werden. Simultane Erfasmaßnahmen oder versiegelnde Baumaßnahmen in Raum sung leicht zu messender Parameter, wie etwa Temperaturund Zeit mit Wasserständen und Fließrichtungen reagiert. verläufe oder Niederschlagsmengen, können somit urbanes Wassermanagement verbessern. Daran gekoppelt ist auch ein Bodenwasserhaushaltsmodell wichtig. Dieses sollte Parameter wie Versickerung, Boden- Schließlich wäre es sinnvoll, Ergebnisse nutzbar zu veröfbeschaffenheit und Vegetation mit einbeziehen. Zusam- fentlichen und Bürger aktiv in das Thema Schwammstadt men mit Ergebnissen von veränderten Wasserbilanzen und mit einzubinden [128]. Dies könnte beispielsweise durch einem hydrogeologischen Modell können damit Reaktionen Baumpatenschaften mit Nutzung von Dachwasser zur Beauf geänderte Niederschlags- und Versickerungsverhältnis- wässerung erreicht werden. Hierzu sollen digitale Karten se vorhergesagt werden. Hierzu müssen Porositäten des von Bodenfeuchte, Wasserbedarf und Qualität mit Echtzeit- Untergrundes und hydraulische Durchlässigkeiten sowie daten auf einer Internetplattform Erfolge zu Bewässerungs- Grundwasserstände, Vegetationsmuster, Versiegelungsgra- strategien vermitteln. Neben dem realen Zweck, Stadtbäude und Niederschlagsmengen erfasst werden. Die Boden- me zu erhalten, kann durch Bürgerbeteiligung öffentliches beschaffenheit kann aus Bohrprofilen und Erkundungen per Verständnis für das Konzept Schwammstadt geweckt wer- Pürckhauer-Handbohrgerät erfasst werden. den. Fachgerechte Bewässerung von Bäumen ist hierbei ein komplexes Thema für sich und sollte über langsame Ver- Kontinuierlich erhobene Daten zur Bodenfeuchte können sickerung sowie mit direkter Wasserzuführung in den tiefedurch neu entwickelte Bodenfeuchtesensoren per automa- ren Wurzelraum gewährleistet werden.

2.7.3.2 Hydrologische Untersuchungen zur Nutzung eines vorhandenen Wasserspeichers in Nürnberg – der Alte Kanal

Um die Wasserversorgung in Deutschland auch in Zukunft gen auf die Fläche – die größten Wasseraufnahme- bzw. zu sichern, beschloss die Bundesregierung am 15. März 2023 Wasserspeicherungspotentiale auf. Diese Gegebenheit soll eine “Nationale Wasserstrategie”. Dieses Aktionsprogramm hier am Beispiel des historischen Ludwig-Donau-Mainbeinhaltet rund 80 Maßnahmen: Hierbei soll auch die Was- Kanals verdeutlicht werden. serspeicherung in den Kommunen verbessert werden und eine bundesweite Leitlinie für den Fall einer Wasserknappheit

Kurze geschichtliche Abhandlung des Ludwig-Donau-

vorbereitet werden [129].

Main-Kanals

Neben einer vorangetriebenen Begrünung der Stadt ver- Der Bau des Ludwig-Donau-Main- (LDM-) Kanals weist eine schaffen vor allem offene Wasserflächen durch ihre Ver- bis in das Frühmittelalter zurückreichende Planung und Baudunstung Abkühlung der Luftmassen. Allerdings wird auch geschichte auf. Bereits Karl der Große hatte im Jahr 793 mit heute noch in einem Großteil des Stadtgebiets aufgrund dem Bau einer schiffbaren Verbindung zwischen Rezat und der allgemeinen Flächenversiegelung der Hauptanteil des Altmühl begonnen. Diese “Fossa Carolina” scheiterte jedoch gefallenen Niederschlags ungenutzt in die Kanalisation ab- an den geologisch anspruchsvollen Geländebedingungen geleitet [118]. Generell weisen Still- und Fließgewässer im und den damals vorherrschenden, sehr ungünstigen Witte- Vergleich zu Böden auf Locker- oder Festgesteinen – bezo- rungsverläufen. Die heute noch beeindruckenden Zeugnisse des “Karlsgraben” sind nördlich der Ortschaft Graben 2.600 m nordöstlich von Treuchtlingen in Form einer rund 600 m langen, großenteils noch gefluteten Kanaltrasse mit seitlichen Dämmen aufgeschlossen. Das nicht vollendete Bauwerk sollte die zum Rhein-/Main-System gehörende Schwäbische Rezat und die zur Donau fließende Altmühl an der Stelle, bei welcher die beiden Flüsse sich auf eine Distanz rund 1.900 m annähern verbinden [130].

Abbildung 135

Nachdem während des gesamten Mittelalters keine weiteren, ähnlich gelagerten Projekte verfolgt wurden, regte man erst wieder im 17. und im 18. Jahrhundert weitere Planungen eines das Donau-/Altmühl-System und das Rhein-/ Main-System verbindenden Kanalbauwerks an. So wurde beispielsweise zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannt, dass es am erfolgversprechendsten sei, die Fließgewässer Altmühl und Roth miteinander zu verknüpfen. Die Napoleonischen Kriege führten jedoch zur Zurückstellung all dieser Kanalprojekte [131].

Mit der Thronfolge Ludwig I. in 1825, nahm die Idee der Verbindung des Rhein-/Main- und des Altmühl/Donau-Systems wieder konkrete Formen an. Der hierzu eingesetzte Baurat Pechmann ließ ein genaues Nivellement der von ihm festgelegten Kanaltrasse durchführen. Auf dieser 173 km langen Strecke von Kelheim bis Bamberg wurde ein Höhenunterschied von 183 m festgestellt. Von Kelheim bis zur Scheitelhaltung bei Neumarkt/Opf. wurden 32 Schleusen und von dort über Nürnberg bis Bamberg 68 Schleusen als notwendig

Abbildung 55: Eine der typischen LDM-Kanalschleusen bei

erachtet (Abbildung 55 oben). Weiterhin sollten für die Ka- Randeck/Altmühltal (oben) und der Distellochdamm mit dem naltrasse insgesamt 70 Dämme (Abbildung 55 unten) sowie Ludwig-Donau-Main-Kanal, 1 km SE’ Burgthann/Lkr. Nürnber- 60 Geländeeinschnitte angelegt und 117 Brücken gebaut ger Land (unten). Kolorierte Stahlstiche von Alexander Marx, Kupferstecher in Nürnberg (1848). werden [130], [132].

1836 begannen die auf sechs Jahre veranschlagten Arbei- mer auf 28,31 m verkürzt werden, was bei der Schleusung ten an sieben verschiedenen Örtlichkeiten gleichzeitig, wo- von kürzeren Schiffen eine Wasserersparnis ermöglichte. Die bei zeitweise bis 9.000 Arbeiter beschäftigt wurden. Bereits Wassertiefe der Schleusen (Abbildung 57) betrug im Unter- Ende 1839 waren die Erdarbeiten nahezu vollständig been- wasserbereich 1,76 m, die durch die Schleusen zu überwindet. Der Bau der Kanalschleusen konnte im Jahre 1840 zum dende Fallhöhe im Nürnberger Raum 2,93 m. Abschluss gebracht werden. Weiterhin waren auf den Ka- Die im Nürnberger Gebiet großflächig ausstreichenden naldämmen zum Erosionsschutz ausgedehnte Grasflächen Sandböden (vgl. Karte 43) machten die Auskleidung der angelegt sowie rund 40.000 Obstbäume gepflanzt worden. Kanal-Seitenwände oder der Uferböschungen mit wasser- Der im Jahre 1847 eingeweihte LDM-Kanal überschreitet S' dichtem Ton notwendig. Der Kanal war an der Oberfläche Neumarkt/Opf. die Donau-Main-Wasserscheide, die sich als 15,76 m und an der Sohle 9,92 m breit und hatte eine Tiefe eine bei 419 m NN gelegene Talwasserscheide darstellt. von 1,46 m. Dieser Tiefe wurde wegen Sorge um zukünftige Der fertiggestellte LDM-Kanal wurde auf seiner Gesamtlänge Verschlammung weitere 15 cm zugegeben [133]. Anlegevon 177,645 km durch insgesamt 100 Schleusen unterteilt. stellen, wie die großen Hafenbecken oder die kleineren Be- Hierbei wiesen die Schleusenkammern einheitliche Dimen- cken der “Länden” waren für den Güterumschlag bestimmt. sionierungen auf (Abbildung 56): Die Schleusenkammern Im Großraum von Nürnberg sind hiervon die Wendelsteiner erhielten die Weite von 4,67 m und die Länge von 34,15 m, und die Worzeldorfer “Lände” sowie in Nürnberg der noch wobei durch ein von dem unteren Schleusentor um 5,84 m in Rudimenten vorhandene, heute trockenliegende Hafen entferntes Zwischentor diese Kammern in zwei Tore geteilt zwischen der Schwabacher und der Rothenburger Straße ersind [133]. Durch dieses dritte Schleusentor konnte die Kam- halten geblieben [134].

Abbildung 136

Abbildung 56: Grundriss einer Schleuse des LDM-Kanals nördlich der Scheitelhaltung. Umgezeichnet und ergänzt nach einer Aufnahme des Wasserstraßenamtes Nürnberg vom 26. Juli 1945 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 138

Abbildung 137

Abbildung 57: Regelplan einer Schleuse des LDM-Kanals: Querschnitt der Schleusenkammer (links) und Ansicht am Unterhaupt (rechts). Umgezeichnet und ergänzt nach einer Aufnahme des Wasserstraßenamtes Nürnberg vom 26. Juli 1945 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 139

Karte 43: Geologische und hydrographische Karte des Modellgebiets zwischen der Gartenstadt und Rangierbahnhof/Nürnberg im N und Worzeldorf im S mit dem LDM-Kanal sowie den Oberflächengewässern. Erstellt nach Angaben von FUCHS (1956), BERGER (1978, 1979) sowie BAER (2011) (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Der gesamte LDM-Kanal wurde am 15. Juli 1846 mit der fest- Der heutige “Alte Kanal” lichen Enthüllung des Denkmals am Erlanger Burgberg offi- Der LDM-Kanal ist bis zum heutigen Tag nur streckenweise ziell eingeweiht. Jedoch erwies sich das staatliche Kanalbauerhalten geblieben. In jüngerer Vergangenheit wurde haupt- Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten zunehmend als sächlich zwischen Bamberg und Nürnberg der größte Teil des wirtschaftlich schwierig. Gründe hierfür waren vor allem die Kanalbettes aufgelassen. In den 1960er und 1970er Jahren zu geringe Breite des Kanals und die Konkurrenz des rasch überbaute man die Trasse des alten LDM-Kanals mit anderen anwachsenden Eisenbahnnetzes. Lediglich für die lokale Be- Verkehrswegen, so zwischen Forchheim/Ofr. und Nürnberg/ förderung von Holz und Steinen wurde der Ludwig-Donau- Finkenbrunn mit dem "Frankenschnellweg" (A 73). Main-Kanal weiterhin bevorzugt genutzt. 1945 wurde der LDM-Kanal durch Luftangriffe vor allem im Nürnberger Stadt- Südlich von Nürnberg blieb jedoch der alte Ludwigskanal bis gebiet stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden des II. in die Gegend von Beilngries weitgehend erhalten. Neben Weltkriegs konnten zwar rasch behoben werden, aber trotz- kleineren, noch wasserführenden Kanalstrecken existiert eine dem wurde der “Alte Kanal” im Jahr 1950 gänzlich aufgelas- durchgehende, permanent geflutete Wasserhaltung über sen [130]. In der Zwischenzeit nahm sich die Bevölkerung des eine Distanz von 65 km von Planckstetten/Beilngries bis zum LDM-Kanals auf besondere Weise an. Schon vor 1900 erfreu- Finkenbrunn westlich der Gartenstadt von Nürnberg [134]. te sich der „Alte Kanal“ einer intensiven touristischen und freizeitlichen Nutzung, wobei die das Kanalbett begleitenden In das Stadtgebiet von Nürnberg tritt der LDM-Kanal am östalten Treidelwege bei Wanderern und Radfahrern sehr be- lichen Ortsrand von Worzeldorf, unmittelbar südöstlich der liebt sind. Heute gilt der „Alte Kanal“ als ein wichtiges Nah- teilweise mit der Staatsstraße 2406 überbauten Schleuse erholungsgebiet von Nürnberg [135]. 67, ein. Im weiteren Abstrom folgen die “Lände” von Worzeldorf (Abbildung 58) mit ihrem historischen Lastkran der Firma Späth sowie unmittelbar anschließend die restaurierte Schleuse 68 [134]. Zwischen den Schleusen 69 und 70 erstreckt sich die nach dem Familiennamen des hier bis ca. 1975 ansässigen Kanalwärters benannte „Scheller-Haltung“ (Abbildung 59) mit einer Länge von 785 m.

Hier ist bis zur Schleuse 70 ein typisches, bis heute funktionales Leitgrabensystem zur Wasserversorgung des Kanals aufgeschlossen. Diese sogenannten Leitgräben wurden und werden zur natürlichen Auffüllung und Ergänzung der Wassermassen im LDM-Kanal verwendet. Das aus Fließgewässern der näheren hydrologischen Umgebung abströmende Wasser wird hier über die höhengleichen Leitgräben teilweise abgezweigt dem Kanal zugeführt [134].

Abbildung 140

Das Vorflutersystem des Schnackenbach/Ottergraben mit dem westlich des LDM-Kanals anschließenden Entengraben dient im südöstlichen Stadtgebiet von Nürnberg bis heute zur Wasserversorgung des LDM-Kanals (Abbildung 60). Es weist bis zur Kanalschleuse 70 eine Gesamtlänge von 9.431 m auf und umfasst die – größtenteils in den Forstgebieten des Süd-

Abbildung 58: Das Hafenbecken der “Lände” in Worzeldorf

lichen Nürnberger Reichswaldes gelegenen – Einzugsgebiete mit der mustergültig restaurierten LDM-Schleuse 68 (Quelle: III, IV, V und VI mit insgesamt 7,796 km2 (Karte 44). A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg) An der Schleuse 70 ist auch ein typischer “Grundablass” aufgeschlossen. Hierdurch können überschüssige Wassermengen entweder selbsttätig durch Überlauf oder aktiv mittels Schürzen in den Vorfluter abgeführt werden. Selbst eine vollständige Entleerung der jeweiligen Kanalhaltungen wird hierdurch ermöglicht [136]. Diese Zwangsentlastung und der Grundablass in den darunterliegenden Ottersgraben- / Entengraben-Durchlass befindet sich nahe der Schleuse 70: Hier stellt eine gemauerte Nische mit zwei Schürzen den noch heute funktionalen Grundablass dar, wobei über eine Ventilabsperrung überschüssige Wassermengen in den Vorfluter abgegeben werden können.

Abbildung 141

Nordwestlich der Schleuse 71 wurde der LDM-Kanal mit dem Damm des Frankenschnellwegs (A 73) überbaut. In diesem rund 240 m langen Abschnitt verläuft der Kanal heute Abbildung 59: Die LDM-Kanalschleuse 70 im noch origina- unterirdisch. Im weiteren Abstrom folgt das 1.730 m lange, lem Ausbauzustand und die SSE’ anschließende “Schellerhal- wasserführende Kanalbett mit Schleuse 72 und der Bogentung” vor der Ausbaggerung und Entschlammung im Jahre brücke westlich der Nürnberger Gartenstadt. Am Ende die- 1984 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg) ses Kanalabschnitts wird das Kanalwasser unterirdisch zum Main-Donau-Kanal abgeleitet [134].

Nördlich der Straße Finkenbrunn lässt sich das verfüllte Kanalbett noch als 990 m lange Parkanlage verfolgen. Hier können in der Wiese von der nunmehr verfüllten Schleuse 73 die Mauerköpfe der Schleusenkammer gefunden werden. Die nördlich anschließende Schleuse 74 wurde großenteils mit einem Spielplatz überbaut. An der Minervastraße enden die obertägig sichtbaren Zeugnisse des LDM-Kanals. Hier schwenkt der Frankenschnellweg auf die alte Kanaltrasse ein und behält diese Richtung bis Forchheim/Ofr. bei [134].

Abbildung 142

Die mögliche Ertüchtigung des historischen

LDM-Kanals als Wasserspeicher

Der alte Kanal tritt südöstlich von Worzeldorf in das Unter- Abbildung 60: Der Ottergraben-Leitgraben mit seiner suchungsgebiet ein und passiert an dessen Ortsrand – nur Einmündung in den LDM-Kanal unterhalb der Schleuse 70 70 m oberhalb der Schleuse 67 – die Stadtgrenze von Nürn- (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg) berg. Er verläuft hier bereits in den Schichten des Unteren Burgsandsteins, während der überlagernde Mittlere Burg-

Abbildung 144

Karte 44: Karte des LDM-Kanals mit den Schleusen 66 bis 74, den Vorflutern mit Leitgräben sowie den modellierten Oberflächen-Abflüsse der Niederschlagswässer im Modellgebiet zwischen der Gartenstadt und Rangierbahnhof/Nürnberg im N und Worzeldorf im S. Die einzelnen Teil-Einzugsgebiete I bis VII E’ des LDM-Kanals mit Abstromrichtungen und den Einzugsgebieten der Oberflächengewässer sind zur besseren Unterscheidungsmöglichkeit mit kräftig gehaltenen Farbtönen hinterlegt (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

sandstein den unmittelbar nordöstlich angrenzenden Wen- überquert der Kanal das über 20 m in die Keuperschichten delstein-Worzeldorfer Höhenzug aufbaut (Karte 43). eingetiefte „Paläotal I“ (Karte 43). Dieses wohl während des pleistozänen Cromer-Komplexes gebildete „Urtal“ ist mit rei- Der Untere Burgsandstein setzt im Liegenden mit dem chanen, gut wasserdurchlässigen Sanden und kiesigen Lagen mit rakteristischen, 2 m bis 4 m mächtigen, grünvioletten bis gelegentlichen Gerölllagen verfüllt; tonige Bestandteile tregelblichen, sandigen Basisletten ein. Über diesen "Grenzten selten auf [127]. Insgesamt unterstreicht die hier in den letten" steht die sandig entwickelte „Nürnberger Fazies“ wasserdurchlässigen Lockersedimenten erfolgte historische an, welche sich im Gelände auch morphologisch von den Kanaltrassengründung die damalige Notwendigkeit, die Kaunterlagernden Schichten abhebt. Die fein- bis mittelkörnal-Seitenwände und Uferböschungen mit wasserdichten nigen, seltener grobkörnigen, hellgrauen, gelblichen und Tonen auszukleiden [139]. rötlichen Sandsteine führen neben gut gerundeten Quarzen auch Feldspäte. Den massigen bis bankigen Sandsteinen sind mehrfach lokale Lettenlagen zwischengeschaltet [137]. Die Mächtigkeit dieses Sandsteinkomplexes beträgt rund 25 m. Im Liegenden folgt das 12 bis 15 m mächtige Schichtpaket des Coburger Sandsteins mit gelegentlich zwischengeschalteten Lettenlagen. In den oberen Partien des Coburger Sandsteins steht im Nürnberger Gebiet der weißgraue, leicht verwitterbare Stubensandstein an. Er besteht aus überwiegend grauen Sandsteinen mit sandigen Lettenlagen [138].

Abbildung 143

Im weiteren Verlauf nach NNW verläuft die LDM-Kanaltrasse überwiegend in den hier bis 6 m mächtigen, quartären Lockersedimenten äolischer und fluviatiler Sande. Im Bereich des „Weißen Häusle“ an der Schleuse 71 (Abbildung 61) liegen den Festgesteinen die pleistozänen Sande und Kie-

Abbildung 61: Der rund 530 m lange Teil der LDM-Kanalhal-

se der „Pegnitzschotter“ auf (Abbildung 62). Jenseits der tung SE’ der Schleuse 71 beim “Weißen Häusle” am Marth- Saarbrückener Straße/Marthweg in Richtung Nordwesten weg/Nürnberg (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 145

Abbildung 62: Längen- und Höhenprofil des Ludwig-Donau-Main-Kanals zwischen Diana-/Minervastraße in der Nürnberger Südstadt und der Stadtgrenze E’ Worzeldorf; 50-fache Überhöhung. Erstellt nach Angaben von FUCHS (1956), BERGER (1978, 1979), BAIER (2011) sowie Bohrverzeichnissen des LfU Bayern (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Zur Auffüllung und Ergänzung der Wassermassen im LDM- Kanal werden damals wie heute die sogenannten Leitgräben verwendet. Obwohl der Hauptteil der Wasserversorgung des alten Kanals aus der Neumarkter Gegend erfolgt, soll im Folgenden das im südöstlichen Stadtgebiet von Nürnberg gelegene Vorfluter-Einzugsgebiet des Schnackenbach/Ottergraben östlich des LDM-Kanals aufgezeigt werden.

Einzugsgebiet: Fläche [m²]:
I 3.776.404
II 731.119
III 1.904.710
IV 2.781.166
V 593.877
VI 2.516.430
VII 577.101
Summe [m²]: 12.880.807

Tabelle 13: Die Vorfluter-Ein-

Hierzu wurden anhand eines hochauflösenden 3D-Gelänzugsgebiete östlich des LDMdemodells die Oberflächen-Abflussrichtungen der Nieder- Kanals im Südlichen Nürnberger schlagswässer in die Vorfluter simuliert, welche schließlich Reichswald (Quelle: A.Baier, FAU über die Leitgräben bis heute zur Wasserversorgung des LDM- Erlangen-Nürnberg) Kanals dienen (Karte 44). Das Schnackenbach/Ottergraben- System weist bis zur Kanalschleuse 70 eine Gesamtlänge von 9.431 m auf und umfasst die – hauptsächlich in den Forstgebieten des Reichswaldes gelegenen – Einzugsgebiete III, IV, V Im Frühjahr 2023 wurden exemplarisch in verschiedenen Kaund VI mit einer Gesamtfläche von 7,796 km2. Weiter im Nor- nalhaltungen Tiefenmessungen vorgenommen. Dies zeigte, den stehen noch die Einzugsgebiete I und II des Brünnelgra- dass die heutigen Wassertiefen infolge Verlandung zwiben sowie des Schwarzengraben mit einer Gesamtfläche von schen 0,54 m (Abbildung 63 oben) und 1,56 m liegen (Ab- 4,508 km2 an, welche aber heute weitgehend trockengefallen bildung 63 unten). Dies hat einen entscheidenden Einfluss sind. Schließlich existiert noch im Süden das kleine Einzugsge- auf die in den jeweiligen Kanalstrecken enthaltenen Wasserbiet VII, welches aber dem heutigen Kanalisationsgeschehen körper-Querschnitte (Diagramm 51) und in Abhängigkeit der Ortschaft Worzeldorf unterworfen ist. Tabelle 13 listet die zu den Längen der Kanalhaltungen auf die enthaltenen Flächen der jeweiligen Einzugsgebiete. Wasservolumina (Tabelle 14).

Abbildung 146

Abbildung 63: Regelquerschnitt des Kanalbetts des LDM-Kanals mit den Wasserflächen bei 1,61 m Wassertiefe (unten) und -- im nahezu verlandeten Zustand -- bei lediglich 0,58 m Wassertiefe (oben). Kanalprofil und Abmessungen n. PECHMANN (1846) und n. SCHULTHEIS (1847) (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 147

„Schellerhaltung“/Nürnberg sowie in jüngerer Vergangenheit im Bereich der Worzeldorfer „Lände“ umfangreiche Ausbaggerungs- und Entschlammungsmaßnahmen statt. So wurden in den Jahren 1983 / 1984 in der „Schellerhaltung“ tiefgreifende Entschlammungsmaßnahmen durchgeführt, um diese 785 m lange Kanalstrecke vor der endgültigen Verlandung zu bewahren. Damals wurde die ursprüngliche Wassertiefe von rund 1,6 m wiederhergestellt. Bemerkenswert ist, dass sich bis heute die Wassertiefe wieder auf 1,02 m verringerte. Dies entspricht einer mittleren Sedimentationsrate von ca. 1,5 cm/a.

Praktische Erfahrungen konnten in jüngster Vergangenheit mit der erfolgreichen Entschlammung des „Wöhrder Sees“ in Nürnberg sowie mit der Entfernung der bis 0,4 m mäch-

Diagramm 51: Beziehungen zwischen Wasserkörper-Quer-

schnittflächen und unterschiedlichen Wassertiefen des LDM- tigen Sedimentablagerungen im Altmühlsee gewonnen Kanalbetts (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg) werden. Bei der letzteren Maßnahme war die Sedimententnahme mittels Saugbagger notwendig, um eine Verlandung des Sees zu verhindern und damit auch Nährstoffe, insbesondere das an Sediment gebundene Phosphor, zu entfer- Tabelle 14 zeigt, dass die – aufgrund unterschiedlich starker nen. Mit dieser Maßnahme sollte auch potentiellem Algen- Verlandungsgeschehen – verschieden tiefen Kanalstrecken wachstum entgegengewirkt werden. differente Wasservolumina beinhalten. Die geringsten Was- Angaben des WWA Ansbach bestätigten, dass die entnomsermengen weist die, nur teilweise zum Nürnberger Stadtmenen Materialien problemlos zur landwirtschaftlichen gebiet gehörende, 309 m lange und lediglich 0,75 m tiefe Bodenmelioration verwertet werden können. Durch um- Kanalhaltung 66 – 67 mit 3.411 m³ auf. Das größte Wassichtige Vorgehensweise wurden anfängliche Fehler, wie sie servolumen beinhaltet die 785 m lange und 1,02 m tiefe bei den in den 1980er Jahren durchgeführten Entschlam- Haltung 69 – 70 mit einer Wassermenge von 11.320 m³. mungsmaßnahmen des LDM-Kanals im Raum Berg/Opf. Insgesamt ist aktuell in den LDM-Kanalstrecken zwischen auftraten, vermieden. Die seinerzeitigen Arbeiten wurden Schleuse 66 und dem Kanalende nördlich der Schleuse 72 teilweise mit einem Hydraulik- und auch mit einem Saugeine Wassermenge von 53.824 m³ enthalten. bagger durchgeführt, wodurch Flora und Fauna stark ge- Um den Verlandungsgeschehen im Industriedenkmal Lud- schädigt wurden. Ein Kontrollbefund ergab, dass damals wig-Donau-Main-Kanal entgegen zu wirken und auch seine eine große Anzahl der unter Natur- und Artenschutz stevielfältigen ökologischen Wertigkeiten auch als naturnahes henden Teichmuscheln (Anodonta cygnea) sowie Hunderte Fischgewässer zu bewahren, fanden bereits in den 1980er von Rhizomen der gelben Teichrose (Nuphar luteum) ver- Jahren sowohl im Raum Neumarkt/Opf. als auch in der nichtet wurden [140].

Würde nun in allen Nürnberger LDM-Kanalstrecken und dass hier eine Grundwasserspeisung oder direkte Entnahme Schleusenkammern zwischen der Schleuse 66 und dem Ka- des Kanalwassers zur Bewässerung während Trockenperionalende südlich von Finkenbrunn die ursprüngliche Regel-Ka- den sehr effektiv zur Geltung kommen könnte. Weiterhin naltiefe von 1,61 m sowie die Mindestwassertiefe von 1,76 m wäre es für zukünftige Planungen denkbar, im Bereich des in den Schleusenkammern wiederhergestellt, so könnte die an die „nasse“ Kanalstrecke anschließenden, insgesamt Kanalstrecken insgesamt eine Wassermenge von 97.127 m³ über 1.000 m langen und heute verfüllten Kanalbetts nördaufnehmen. Dies entspräche gegenüber dem jetzigen Zustand lich der Straße Finkenbrunn in der dort verlaufenden Parkeinem Wassermengen-Zugewinn von 43.303 m³ (+81 %). anlage unterirdische Wasserspeicher und somit weitere Rückhalteräume zu installieren. Geschätzt könnten somit Die Funktion des LDM-Kanals als Wasserspeicher kommt weitere 20.000 m³ Wasser gespeichert werden. Insgesamt bereits durch den ständigen Zufluss aus den höher gelege- könnte der altehrwürdige Ludwigskanal somit wichtige und nen Kanalhaltungen der Scheitelhaltung bei Neumarkt/Opf. neue Funktionen als exemplarisches Beispiel für Wassersamt den dortigen Leitgräben zur Geltung. Im Nürnberger rückhalt, Grundwassererneuerung und mikroklimatische Stadtgebiet zielt die historische Trassenführung des „Alten Verbesserungen eines dichtbesiedelten urbanen Gebiets in Kanals“ direkt in das dicht bebaute Gebiet der Südstadt, so Zeiten der Stadterwärmung darstellen.

Streckenlängen und Volumina ― "Alter Kanal"

Streckenlängen und Volumina ― "Alter Kanal"

Streckenlängen und Volumina ― "Alter Kanal"

Querschnitt W asservolumen

Länge der Hal- Ltuänngg eb zdwe.r Hal- tLLuäännnggg eeb zddwee.rr Hal- LStuäcnnhggle ebu zdswee.r [ m]: SLäcnhgleeu dseer [ m]: heutige hWeaustsigeer - Wthieeaufsets iigener d -er tHWieaaflsetus inengr d- er H[tmieaf]le tu inng d er [Hma]l tung Schleu- Ssecnh-l ebuz-w. sLSeäcnnh-dl ebeu-z-w. LFseälännc-dh bee-z w. F[Lmlään²c]d hee- [Fmlä²c] he QKaunearsl-cWhansit-t KsQeaurnekaröslr-cWpheanrs it-t sbKeearin kgaöelr-mWpeearss -- bsseeenri kegöre rmWpeearss -- ssbeeenri tegiere fmWe e[amss--²] sseernteier fWe [ams-²] Wasservolu- Wmeans sbeeriv aoklutu-- meWlleaensr s bWeeraiv saoskleutur--- etmileleefner b[Wmeai³ s]a sketur-- teilelefer [Wma³s] ser- Wb eai smsearxvimolaulmere n bWWeaai ssmsseearrxtviimoelfauelm evroe nn W1b,e6ai1 sm smea rx(tiKimeafanela evlr)o n 1bW,z6aw1s. s m1e, r7(tK6ie amfne a vl)o n b(1S,z6cw1h. l me1u, 7(sK6e am)n [ aml)³ ] (bSzcwh.l e1u,7s6e m) [ m³]
R esthaltung verfüllt 74-75 Resthaltung verfüllt 74-75 Schleus2e0 0[m,1] m: 200,1 m [m] " --- " " --- " [m²] sertiefe [m²] tiefe [m³] (Schleuse) [m³]
Resthaltung veSrcfühlllte 7u4s-e75 7 4 Schleuse 74 24050,,61 mm 45,6 m "" ------ "" " --- "
Haltung verfüSlltc 7h3le -u 7s4e 74 Haltung verfüllt 73 - 74 44759,,64 mm 479,4 m "" ------ "" " --- "
Haltung verfüSlltc 7h3le -u 7s4e 73 Schleuse 73 44759,,64 mm 45,6 m "" ------ "" " --- "
Haltung verfüSlltc 7h2le -u 7s3e 73 Haltung verfüllt 72 - 73 24758,,61 mm 278,1 m "" ------ "" " --- "
HHaallttuunngg gveerflfuütlelt t7 722 - - 7 733 Haltung geflutet 72 - 73 721728,,31 mm 712,3 m 0,"5 -4- -m " 0,54 m 7,96 m² 7,96 m² 5.670 m³ 5.670 m³ 14.816 m³ 14.816 m³
Haltung gefluStect h7l2e u- s7e3 72 Schleuse 72 74152,,63 mm 45,6 m 00,,5544 mm 0,54 m 212,7 m² 212,7 m² 7,96 m² 5.617105 mm³³ 115 m³ 14.831746 mm³³ 374 m³
Haltung 71 - 7S2c hleuse 72 Haltung 71 - 72 94052,,66 mm 902,6 m 00,,7524 mm 0,72 m 212,7 m² 10,68 m² 10,68 m² 9.614105 mm³³ 9.640 m³ 18.737744 mm³³ 18.774 m³
uHnateltruirdn.g A 7bs1c h- n7it2t unter A_73 unterird. Abschnitt unter A_73 920129,,60 mm 219,0 m 00,,7702 mm 0,70 m 10,68 m² 9.624300 mm³³ 230 m³ 18.727304 mm³³ 230 m³
unterird. AbschnSittc uhnlteeru As_e7 37 1 Schleuse 71 22159,,90 mm 25,9 m 00,,7700 mm 0,70 m 121,0 m² 121,0 m² 28350 mm³³ 85 m³ 221330 mm³³ 213 m³
Haltung 70 - 7S1c hleuse 71 Haltung 70 - 71 92354,,99 mm 934,9 m 00,,6740 mm 0,64 m 121,0 m² 9,49 m² 9,49 m² 8.87825 mm³³ 8.872 m³ 19.424136 mm³³ 19.446 m³
Haltung 70 - 7S1c hleuse 70 Schleuse 70 94354,,69 mm 45,6 m 00,,6644 mm 0,64 m 212,7 m² 212,7 m² 9,49 m² 8.817326 mm³³ 136 m³ 19.434746 mm³³ 374 m³
Haltung 69 - 7S0c hleuse 70 Haltung 69 - 70 74855,,60 mm 785,0 m 10,,0624 mm 1,02 m 212,7 m² 14,42 m² 14,42 m² 11.312360 mm³³ 11.320 m³ 16.332748 mm³³ 16.328 m³
Haltung 69 - 7S0c hleuse 69 Schleuse 69 74855,,60 mm 45,6 m 11,,0022 mm 1,02 m 212,7 m² 212,7 m² 14,42 m² 11.322170 mm³³ 217 m³ 16.332748 mm³³ 374 m³
Haltung 68 - 6S9c hleuse 69 Haltung 68 - 69 44051,,68 mm 401,8 m 01,,5082 mm 0,58 m 212,7 m² 8,62 m² 8,62 m² 3.426147 mm³³ 3.464 m³ 8.335774 mm³³ 8.357 m³
Haltung 68 - 6S9c hleuse 68 Schleuse 68 44051,,68 mm 45,6 m 00,,5588 mm 0,58 m 212,7 m² 212,7 m² 8,62 m² 3.416243 mm³³ 123 m³ 8.335774 mm³³ 374 m³
Lände WorzeSldcohrfl euse 68 Lände Worzeldorf 4754,,63 mm 74,3 m 10,,5568 mm 1,56 m 2201520,,70 mm²² 2050,0 m² 3.119283 mm³³ 3.198 m³ 3.330714 mm³³ 3.301 m³
HLäanltduen gW 6o7r z-e 6ld8o rf Haltung 67 - 68 34794,,23 mm 349,2 m 11,,5566 mm 1,56 m 2050,0 m² 20,41 m² 20,41 m² 73..112978 mm³³ 7.127 m³ 73..236031 mm³³ 7.263 m³
Haltung 67 - 6S8c hleuse 67 Schleuse 67 31429,,22 mm 12,2 m 11,,0506 mm 1,00 m 57,0 m² 57,0 m² 20,41 m² 7.12577 mm³³ 57 m³ 7.216030 mm³³ 100 m³
Haltung 66 - 6S7c hleuse 67 Haltung 66 - 67 31029,,20 mm 309,0 m 01,,7050 mm 0,75 m 57,0 m² 11,04 m² 11,04 m² 3.41517 mm³³ 3.411 m³ 6.412070 mm³³ 6.427 m³
Haltung 66 - 6S7c hleuse 66 Schleuse 66 34059,,60 mm 45,6 m 00,,7755 mm 0,75 m 212,7 m² 212,7 m² 11,04 m² 3.411610 mm³³ 160 m³ 6.432774 mm³³ 374 m³

Schleuse 66 45,6 m 0,75 m 212,7 m² 160 m³ 374 m³

Gesamtlänge Galelesra mtläKnagnea l- asGltelreesrca kmetnläK: nagnea l- Min.:
satllreerc kenK: anal- streck5e9n5: 7,1 m Min.: Min.: 0,54 m
Gesam5t9l5ä7n,g1e m Gdeers agm5et9fll5äu7nte,g1te em n dKGeaerns aaglmsettfrlläeun-tegtee n Kcdkeaern nag:l setfrleu-teten 0,54 m 0,54 m Max.:
cKkaenna:l stre- cken: 4908,4 m Max.: Max.:1 ,56 m
Summe aktu- Selulem mWe aasksteur-- evSolulelmu mmiWen aa as[mkste³ur] -- Summe maximal Smuömglmiceh e mWaaxsismear-l mVSuoömlgulmmiceihn ea mW[maax³s]i smear-l
veollelu miWnaa s[mse³r] - volum53in.8a2 [4m m³] ³ Vmoölgulmicihnea W[ma³s] ser- Volumina9 7[.m12³]7 m³
97.127 m³ 97.127 m³ Differenz:
Differenz: Differenz4:3 .303 m³
43.303 m³ 43+.8300,35 m %³

4908,4 m 1,56 m

4908,4 m 1,56 m

+80,5 %

+80,5 %

Tabelle 14: Aktuelle Länge der LDM-Kanalhaltungen sowie der Schleusen mit den heutigen Wassertiefen und die hieraus berechneten Wasservolumina im Vergleich zu den maximal aufnehmbaren Wassermengen bei ursprünglichen Wassertiefen der Haltungen und Schleusen (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

2.8 Starkregen und Hochwasserschutz in Nürnberg

2.8.1 Umgang mit Starkregen

Was sind Starkregenereignisse? Starkregenereignisse in Nürnberg

Starkregen ist ein Wetterphänomen, das lokal eng begrenzt Zu Starkregenereignissen existiert bislang noch keine 30-jähauftritt und intensive Niederschläge binnen kurzer Zeit, oft rige Zeitreihe an der Station Nürnberg-Flughafen, da minütnur binnen weniger Minuten, mit sich bringt. Besonders liche Niederschlagsdaten dort erst seit 1995 verfügbar sind. häufig treten Starkregenereignisse in den Monaten Mai bis Da Starkregenereignisse oft nur lokal begrenzt auftreten September im Zuge von Sommergewittern auf. Zeit und Ort und sich das Stadtgebiet über ca. 186 km² erstreckt, ist ihres Auftretens sind nur schwierig vorherzusagen, daher die Auswertung eines einzigen Standortes darüber hinaus sind die Vorwarnzeiten kurz. Aber auch Dauerregen kann nicht repräsentativ. Genauere Starkregendokumentationen über mehrere Stunden hinweg intensiv auftreten und damit liefern die seit 2013 vorhandenen Auswertungen der Reals Starkregen gelten. Bislang existiert keine einheitliche Be- genschreiber der Stadtentwässerung und Umweltanalytik griffsdefinition. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Nürnberg (SUN), die sich an verschiedenen Standorten im drei Stufen vor Starkregen, wenn folgende Schwellenwerte Stadtgebiet befinden. Die vorhandenen Daten dokumentieüberschritten wurden: ren eine Reihe markanter Ereignisse in den letzten Jahren. SUN wertet die Dauer und Intensität eines Ereignisses und

berechnet das statistische Wiederkehrintervall. Starkregener- 20 bis 35 l/m² in sechs Stunden; eignisse lassen sich nicht nur nach den drei Warnstufen des DWD klassifizieren, sondern sich auch nach SCHMITT ET AL.

(2018 [141]) dem sog. Starkregenindex (SRI) zuordnen, ähnoder 35 bis 60 l/m² in sechs Stunden; lich wie Erdbeben der Richterskala oder Wind der Beaufort-

Stunde oder mehr als 60 l/m² in sechs Stunden. nach KOSTRA-DWD [142] werden Starkregenereignisse in zwölf Starkregenindexklassen unterteilt - je höher der Stark- Starkregen kann jeden Ort, auch abseits von Gewässern, regenindex, desto intensiver das Ereignis. Eine Jährlichkeit von treffen und zu schweren Überschwemmungen und Schäden beispielsweise 100 Jahren bedeutet, dass das Ereignis statisführen. Da in den letzten Jahren eine Zunahme von Starkretisch gesehen im Mittel einmal in 100 Jahren auftritt. Es kann genereignissen beobachtet wurde und damit zu rechnen ist, also auch häufiger oder seltener als einmal in 100 Jahren aufdass sie im Zuge der Klimaveränderungen zukünftig häufiger treten. auftreten werden, ist eine Vorbereitung auf kommunaler und privater Ebene notwendig, um angemessene Vorsorgemaß- In Abbildung 64 werden die in Nürnberg aufgetretenen nahmen zu treffen. Starkregenereignisse seit dem Jahr 2013 dem Starkregenindex zugeordnet dargestellt (bis Ende 2022). Von den 56 durch die Regenschreiber dokumentierten Starkregenereig-

Abbildung 148

Abbildung 64: Bewertung von Starkregenereignissen nach Schmitt et al. 2018 [141] und Zuordnung der Starkregenereignisse 2013-2022 sowie der bislang aufgetretenen Ereignisse in 2022; Stand: 11.11.2022 (Quelle: Stadt Nürnberg)

nissen im Zeitraum 2013-2022 entfällt mit 22 Ereignissen Das stärkste, je in Nürnberg gemessene Regenereignis ereig- (39 %) der größte Anteil in den SRI 1 mit einem Wieder- nete sich jedoch im Jahr 2023. Am 17. August 2023 fielen kehrintervall < 3,3 a; 13 Ereignisse (23 %) in den SRI 2 mit innerhalb von zwei Stunden bereichsweise bis zu 85 l/m². einem Wiederkehrintervall von 3,3 - < 10 a. 15 der aufge- Dies entspricht der Kategorie extremer Starkregen mit tretenen Ereignisse (27 %) haben ein Wiederkehrintervall einem statistischen Wiederkehrintervall von weit über 100 von 10 - < 50 a und fallen somit in die Kategorie „intensiver Jahre. Auffällig ist, dass nahezu das gesamte Nürnberger Starkregen“. Fünf Ereignisse (9 %) werden dem SRI 6 und 7 Stadtgebiet von Starkregen erfasst wurde und nicht selzugeordnet, was einem „außergewöhnlichen Starkregen“ ten mit entsprechend großen Regenmengen der Jährlichentspricht und ein weiteres Ereignis (2 %) wird mit dem SRI keit >100 Jahre. Keller, Tiefgaragen und Unterführungen 8 einem „extremen Starkregen“ zugeordnet. Ereignisse des als auch infrastrukturelle Einrichtungen waren betroffen SRI 9-12 sind bislang noch nicht aufgetreten. (vgl. Abbildung 66). Rund 800 Feuerwehreinsätze wurden gezählt. Das bis zum Auswertungsstand Ende 2022 intensivste aus den Daten der Regenschreiber hervorgehende Starkregen- Dabei muss noch ergänzt werden, dass dieses Ereignis nicht ereignis ereignete sich am 07.09.2014. Der Regenschreiber das erste Starkregenereignis im Jahr 2023 war, vielmehr am Regenrückhaltebecken in der Georg-Buchner-Straße re- waren bereits am 8.Juni 2023 die nördlichen Stadtteile wie gistrierte einen Niederschlag von 63,1 mm in 90 Minuten. Großgründlach, Boxdorf, Neunhof, Kraftshof und Buch von Das Ereignis sorgte damals vor allem im Stadtnorden für einem Regenereignis mit Starkregenindex von über 8 bemassive Überflutungen von Straßen und Unterführungen. troffen. Eine Tiefgarage stand kniehoch unter Wasser. Besonders betroffen war auch der Flughafen. Keller und Abflughalle standen unter Wasser, das Wasser drang auch durch das Dach in das Gebäude ein.

Abbildung 150

Insbesondere im Jahr 2021 zeigte sich eine statistische Häufung von Starkregenereignissen. Die durch SUN betriebenen Regenschreiber im Stadtgebiet registrierten 2021 insgesamt 13 Starkregenereignisse. Im Juni 2021 fielen mit insgesamt 158 mm Niederschlag rund 22 % des Jahresniederschlags an der Messstation des DWD am Flughafen, womit er als niederschlagsreichster Juni in die bis dato 67-jährige Statistik an dieser Messstation einging. Zum Vergleich: das langjährige Mittel 1956-2021 liegt bei 69 mm für den Monat Juni an dieser Messstation. Abbildung 65 zeigt eine Fotoaufnahme aus einem Büro im Souterrain in der Nürnberger Südstadt während eines Starkregenereignisses am 08.06.2021. Die Abbildung 66: Starkregenereignis in Nürnberg am Fensterscheiben zerbrachen wenige Minuten nach der Auf- 17.08.2023; hier: Steinbühler Tunnel (Quelle: Stadt Nürnberg, nahme. Hier bestand absolute Lebensgefahr. Feuerwehr)

Bei allen genannten Starkregenereignissen gilt: Regenschreiber und sonstige Niederschlagsmessstationen stellen ein punktuelles Abbild des Niederschlagsereignisses dar. Da Starkregenereignisse nicht flächendeckend erfasst werden (können), ist nicht auszuschließen, dass auf engstem Raum die tatsächlich gefallene Niederschlagsmenge deutlich variiert. Die Überflutungen können je nach lokalen Gegebenheiten unterschiedlich ausgeprägt sein, besondere Vorsicht ist vor allem auf stark geneigtem Gelände aufgrund hoher Fließgeschwindigkeiten sowie in der Nähe von Gewässern, in topographischen Senken, in Tiefgaragen, Unterführungen und Kellern aufgrund rapide steigender Wasserpegel geboten.

Abbildung 149

Abbildung 65: Das "Aquarium“: ein Büro im Souterrain in

der Nürnberger Südstadt während des Starkregenereignisses am 08.06.2021 um 16:43 Uhr. Der Wasserdruck ließ die Fenster wenige Minuten nach Aufnahme des Fotos zerbersten (Quelle: privat)

infrastrukturbezogene Maßnahmen kanalnetzbezogene Maßnahmen
gewässerbezogene Maßnahmen objektbezogene Maßnahmen
flächenbezogene Maßnahmen verhaltensbezogene Maßnahmen

Tabelle 15: Maßnahmenspektrum zur Überflutungsvorsorge nach DWA M- 119 [143]

Maßnahmen und Handlungsbedarf erforderlich, durch lokalen Objektschutz ergänzt. Mit Ausbau und Optimierung des Kanalnetzes an potentiellen Ge- Maßnahmen zum Umgang mit Niederschlagswasser und fahrenstellen, sog. „Hot Spots“, kann darüber hinaus die Starkregenereignissen finden in den Verwaltungsabläufen Überflutungsgefahr vermindert werden. Mit einer 2015 der Stadt Nürnberg bereits auf vielfältigste Weise Berückdurchgeführten Kanalnetzsimulation konnte durch die Stadtsichtigung (vgl. u.a. auch Kapitel 2.7.2). Das Maßnahmenentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg zum Beispiel spektrum zur Überflutungsvorsorge ist vielfältig und lässt ein wesentlicher Schwachpunkt im Kanalsystem mit Übersich nach dem Arbeitsblatt DWA M-119 [143] in sechs Katelastungspotential westlich des Hafens identifiziert werden. gorien einteilen (vgl. Tabelle 15). Zur Abmilderung der potentiellen Überflutungsgefahr wurde ein Regenrückhaltebecken errichtet und im Jahr 2023 Beispielhaft seien folgende Maßnahmen genannt: fertiggestellt (vgl. Abbildung 67). Damit wird die Resilienz der öffentlichen Entwässerungsanlage erhöht und der kanal- Kanalnetzbezogene Maßnahmen werden vor allem durch netzbezogene Beitrag zur Überflutungsvorsorge erbracht die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) [144]. durchgeführt. Bei entwässerungstechnischen Einrichtungen wird die Überflutungsvorsorge immer mitberücksichtigt. Gewässerbezogene Maßnahmen werden in Zusammenar- Die Überflutungssicherheit für Regenereignisse der Wiederbeit des Umweltamts, der Stadtentwässerung und Umweltkehrhäufigkeit von 20 bis 30 Jahren (n= 0,05 bzw. n=0,033) analytik (SUN), des Servicebetriebs öffentlicher Raum (SÖR) wird nicht durch den Kanal allein, aber unter Einbeziehung und des staatlichen Wasserwirtschaftsamts Nürnberg im öffentlicher Verkehrs- und Freiflächen erreicht und, soweit Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz geplant und ausgeführt. Dazu zählen die Entschärfung von Abflusshindernissen, Schaffung von Retentionsraum, die Optimierung der Gewässerunterhaltung sowie die Verbesserung von Bauwerkskonstruktionen (vgl. auch Kapitel 2.8.2).

Abbildung 151

Im Umgang mit der Ressource Fläche gilt es, bebaute Flächen, Grün- und Freiflächen sowie auch Verkehrsflächen neu und multifunktional zu denken und an die aktuellen Herausforderungen und Folgen des Klimawandels anzupassen. Unter Berücksichtigung des Leitbildes der dreifachen Innenentwicklung als auch des Prinzips der Schwammstadt konnten im Stadtgebiet bereits infrastruktur- und flächenbezogenen Maßnahmen umgesetzt werden oder befinden sich in der Planung (vgl. Kapitel 2.7.2).

Im Zuge von Bauleitplanverfahren werden Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung berücksichtigt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um flächen- und infrastrukturbezogene Maßnahmen. Regelmäßig wird bei Bauvorhaben auch auf objektbezogene Maßnahmen wie eine risikoangepasste Gebäudegestaltung, den technisch-

Abbildung 67: im Bau befindliches Regenrückhaltebecken

„Wertacher Straße“ im Jahr 2020 (Quelle: Stadt Nürnberg, konstruktiven Überflutungsschutz sowie auf Maßnahmen Stadtentwässerung und Umweltanalytik) zur Verbesserung der Abflussverhältnisse hingewiesen.

Eine Kommune kann und muss jedoch keinen ganzheitlichen regengefahrenkarte nicht nur der Stadt als Planungsgrund- Schutz vor Überflutungen gewährleisten (§5 Abs. 2 WHG), lage für die zukünftige Stadt- und Bauleitplanung sowie der daher spielen verhaltensbezogene Maßnahmen, wie Öf- Katastrophenschutz- und Einsatzplanung, sondern auch der fentlichkeitsarbeit und Risikokommunikation eine große Bevölkerung als Informationsquelle zur Stärkung der Eigen- Rolle, um auch Eigentümer*innen zur Eigenvorsorge an vorsorge. ihrem Objekt, z.B. durch eine entsprechende Versicherung Hinweis: Eine bayernweite Hinweiskarte „Oberflächenaboder ergänzende bauliche Schutzmaßnahmen, anzuhalten. fluss und Sturzfluten“ ist derzeit durch das Bayerische Lan- Wichtige Informationen zur Eigenvorsorge sind in der Verdesamt für Umwelt in Bearbeitung und soll in digitaler Form öffentlichung „Checkliste: So schützen Sie sich vor Hochveröffentlicht werden. wasser“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt [145] zusammengestellt.

Fazit

Weitere Maßnahmen der Stadtverwaltung Nürnberg Die bislang aufgetretenen Starkregenereignisse zeigen, dass von Ihnen ein großes Schadenspotential, auch mit Gefahr In Zusammenarbeit mit dem Umweltamt wurde bereits eine für Leib und Leben, ausgehen kann. Es ist davon auszu- Arbeitsgruppe „Starkregen“ gebildet, in der regelmäßig über gehen, dass sich Extremwetterereignisse und somit auch den aktuellen Sachstand bei den jeweiligen kommunalen Starkniederschläge in Zukunft häufen werden, intensiver Akteuren berichtet wird und Datenaktualisierungen ausgeauftreten und sich der Niederschlag ungleichmäßiger auf tauscht werden. das Jahr verteilen wird. Somit ist Handlungsbedarf geboten. Die Feuerwehr der Stadt Nürnberg beteiligt sich am For- Die Stadt Nürnberg ist sich der Gefahr durch Überflutungen schungsprojekt HERAKLION, um ein Datenmanagement für aus Starkregenereignissen bewusst und ist bestrebt, weiteden Katastrophenfall aufzubauen und so Alarm- und Ein- re adäquate Maßnahmen zu dessen Umgang und Bewältisatzpläne optimieren zu können. gung erfolgreich zu planen und umzusetzen. Die Überflutungsvorsorge ist eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass sich durch und erfordert die Beteiligung, Einbindung, Kommunikation Starkregengefahrenkarten ermittelte Gefahrenstellen und und Kooperation unterschiedlicher Akteure, um dem Ziel Überflutungstiefen gut mit den Auswirkungen tatsächlich einer wassersensiblen Stadtentwicklung gerecht zu werden. eingetretener Starkregenereignisse decken. Die Stadt Nürn- Dabei sind Vorsorgemaßnahmen essentieller Bestandteil berg strebt daher mit Beschluss des Umweltausschusses des Starkregenrisikomanagements. Ein integriertes Hanvom 06.10.2021 [146] die Erstellung einer Starkregengedeln, bei dem Maßnahmen aus den verschiedenen Handfahrenkarte an, um etwaige Überflutungsflächen und belungsfeldern synergetisch miteinander kombiniert werden, sondere Gefahrenstellen zu identifizieren und somit weitere erzielt die bestmöglichen Effekte. Vorsorgemaßnahmen zu initiieren. Damit dient eine Stark-

2.8.2 Überschwemmungsgebiete und Hochwasserschutz

Hochwasser geht definitionsgemäß insbesondere von ober- geblich ist hierbei das sogenannte hundertjährliche Hochirdischen Gewässern aus und ist eine zeitlich beschränkte wasser. Also ein Hochwasser, welches in seinem Umfang Überschwemmung von Gelände, das normalerweise nicht einmal in hundert Jahren zu erwarten ist (HQ ). 100 mit Wasser bedeckt ist [147]. Ursache sind bei größeren Ge- Überschwemmungsgebiete werden unmittelbar nach der Erwässern (z.B. Pegnitz und Rednitz) meist lange Dauerregen mittlung mittels öffentlicher Bekanntmachung vorläufig geoder die Schneeschmelze im Winterhalbjahr und bei kleisichert und so bereits einige rechtliche Beschränkungen für neren Gewässern (z.B. Fischbach, Langwassergraben, Golddiese Gebiete - insbesondere Verbot der Errichtung baulicher bach) eher ein starkes Sommergewitter. Ein Teil des Nieder- Anlagen - in Kraft gesetzt. Nach der vorläufigen Sicherung schlags versickert im Boden, wird zwischengespeichert und werden die Überschwemmungsgebiete dann per Verordbildet das Grundwasser. Bei gesättigtem oder gefrorenem nung festgesetzt. Dem Erlass entsprechender Verordnungen Boden kann das Wasser nicht versickern und fließt direkt muss dabei immer ein Anhörungsverfahren mit Beteiligung in die Gewässer ab. Im Falle von Starkregen tritt dieser Efder Öffentlichkeit und den Trägern öffentlicher Belange und fekt ebenfalls ein, insbesondere bei sehr trockenen Böden die Durchführung eines Erörterungstermins vorausgehen. Im kann eine Wasseraufnahme durch diesen nicht schnell ge- Anschluss an die Überschwemmungsgebietsermittlung durch nug stattfinden. Bei Überschwemmungen schwellen oberden Freistaat hat für Gewässer dritter Ordnung (Bäche) nach irdische Gewässer so stark an, dass sie über die Ufer treten. BayWG der Servicebetrieb öffentlicher Raum (SÖR) die Auf- In Nürnberg können neben den großen Gewässern wie Peg- gabe, als Unterhalts- und Ausbauverpflichteter, Hochwassernitz, Rednitz oder Gründlach auch zahlreiche kleinere Bäche schutzkonzepte für die betroffenen Gewässer zu erarbeiten. betroffen sein. Zum Teil verlaufen diese auch in Verrohrun- Die einzelnen Hochwasserschutzbauprojekte (z.B. Hochwasgen, zum Beispiel unter Straßen. Bei Hochwasser können serrückhaltebecken, Deiche, Wehranlagen) werden dann diese Verrohrungen die Wassermengen nicht mehr fassen, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Flächen und Resso dass es auch in Bereichen zu Überschwemmungen durch sourcen umgesetzt. Dies erfordert aufgrund sehr komplexer Hochwasser kommen kann, in denen man die Gewässer Randbedingungen aber einen relativ langen Projektentwicksonst nicht ohne Weiteres wahrnimmt. lungszeitraum. Aktuell reicht der langfristige Projektzeitenplan bis ins Jahr 2039.

Überschwemmungsgebiete

Folgende ÜSG sind in Nürnberg derzeit amtlich festgesetzt Jedes Gewässer hat ein potentielles Überschwemmungsge- (Stand: April 2023): biet (ÜSG), welches bei Hochwasserereignissen überflutet

wird. Für Gewässer mit einem potentiell signifikanten Hochwasserrisiko im Stadtgebiet Nürnberg wurden deren Über- • Rednitz schwemmungsgebiete gemäß den rechtlichen Vorgaben mithilfe von hydraulischen Berechnungen ermittelt. Maß- • Gewässersystem Entengraben

Abbildung 152

Folgende ÜSG sind in Nürnberg derzeit vorläufig gesichert (Stand: April 2023):

Ortsteile Fischbach und Gleißhammer

Gleißhammer und Wöhrd

Großreuth h. d. Veste, Kleinreuth h. d. Veste, Thon, Wetzendorf, Schniegling

Abbildung 68: Überschwemmung am Kothbrunngraben im

Februar 2021 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum) Nürnberg/Buch, Almoshof, Lohe und Ziegelstein

Bei Nutzungsfestsetzungen in den Folgeplanungen, insbe- Weitere Hochwasserschutzmaßnahmen für die Ortsteile sondere bei Bebauungsplanungen, ist sicherzustellen, dass Neunhof, Eichenlöhlein, Mühlhof/Gerasmühle und Altendie dabei beabsichtigten Festsetzungen die vorläufig gesi- furt sind durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) cherten und amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebie- und durch das staatliche Wasserwirtschaftsamt Nürnberg te berücksichtigen. Insbesondere das Verbot der Festsetzung bereits in Planung oder beantragt. Für die Genehmigungsneuer Baugebiete im Außenbereich aus § 78 Abs. 1 WHG ist verfahren ist das Umweltamt der Stadt Nürnberg als Untere zu beachten. Die vorläufig gesicherten und amtlich festge- Wasserrechtsbehörde zuständig. Darüber hinaus wurde für setzten Überschwemmungsgebiete werden in entsprechen- kritische Bereiche am Fischbach und Goldbach bereits ein den Plänen nachrichtlich dargestellt [148]. Hochwasserschutzkonzept erstellt. Für Bereiche am Wetzendorfer Landgraben ist ein Hochwasserschutzkonzept in Vorbereitung.

Hochwasserschutzmaßnahmen

Im Stadtgebiet Nürnberg wurden seit 1962 bis heute schon Als Maßnahme für das Gewässersystem Langwassergraben verschiedene Maßnahmen zum Hochwasserschutz durch- werden von SÖR für den Hochwasserschutz beispielsweise geführt. So gibt es bereits Hochwasserschutzmaßnahmen zwei Rückhaltebecken errichtet, die den Ortsteil Altenfurt vor Überflutungen schützen sollen. Zudem werden in dem

Wöhrder See, Ufermauern, 140 m langer Hochwasser- zu beseitigen und eventuelle Verstopfungen zu verhindern. tunnel von der Museumsbrücke bis oberhalb der Karls- Die Becken werden oberhalb des Eintritts der Gewässer in brücke – vgl. Abbildung 69 und 70) den Siedlungsbereich Altenfurt gebaut. Sie werden für ein HQ100 ausgelegt. Durch die Maßnahmen werden am Lang-

wassergraben und am Katzengraben insgesamt 195 Haussersystems Langwassergraben, siehe Beispiel unten – halte vor einem solchen Hochwasserereignis geschützt. Im Rückhaltebecken), Sommer 2023 beginnen die baulichen Arbeiten für das

brunngraben), nahmen zur Anpassung von Durchlässen, um Engstellen zu beseitigen. Das Rückhaltebecken soll ein Rückhaltevolumen

cken am Langwassergraben mit einem Rückhaltevolumen

von 6.000 Kubikmetern gebaut. Die Rückhaltebecken sol- Hirschsprunggraben len 2024/2025 in Betrieb genommen werden.

Abbildung 153

Abbildung 154

Abbildung 69: Hochwassertunnel Pegnitz Abbildung 70: Ufermauern an der Pegnitz

(Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt) (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Im Zuständigkeitsbereich von SÖR liegt außerdem der Faberweiher, Valznerweiher, Zeltnerweiher oder der Stadt- Hochwasserdienst. Die Aufgaben in diesem Rahmen erfas- parkweiher) ausreichend Platz haben und in geordneten Bahsen u.a. die Kontrolle der Vorrichtungen zum Hochwasser- nen verlaufen. Dafür entschlammt SÖR zum Beispiel Teiche, schutz sowie die Verkehrssicherungspflicht und die Errich- repariert Ufermauern und Rohre oder saniert den Uferbetung von Absperrungen bei Hochwasser. Zudem dient der reich. Für die wichtigsten Gewässersysteme gibt es außerdem Servicebetrieb im Ernstfall als Meldestelle, die Informationen Gewässerentwicklungskonzepte, auf deren Basis durch SÖR an Bürgerinnen und Bürger weitergibt und Anlieger warnt. mit anderen Dienststellen (UwA, SUN) schrittweise eine öko- SÖR sorgt außerdem dafür, dass alle kleineren, fließenden logische Aufwertung der Gewässer stattfindet. Gewässer und städtischen Weiher (etwa der Dutzendteich,

Abbildung 156

Abbildung 155

Abbildung 71: Angepasste Verrohrung schützt vor Überlauf (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

184 Anhang I GRUNDWASSERBERICHT 2023

Anhang I

Weiterführende Informationen zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser

Frisches Trinkwasser ist ein lebensnotwendiges Gut, ein so wie Fahrzeugen und Bauwerken. Siehe unter anderem: sorgsamer und nachhaltiger Umgang damit ist nicht nur

Pflicht und Aufgabe der öffentlichen Hand, sondern auch die eines jeden einzelnen Bürgers. H TTPS://WWW.UMWELTBUNDESAMT.DE/UMWELTTIPPS-FU- ER-DEN-ALLTAG/HAUSHALT-WOHNEN

Wassersparen im Haushalt: WELTANALYTIK NÜRNBERG: „Welche Stoffe gehören

nicht ins Abwasser?“ 60 % des gesamten Wasserbedarfs in Nürnberg wird von H TTPS://WWW.NUERNBERG.DE/IMPERIA/MD/SUN/ den privaten Haushalten benötigt, ca. 125 Liter/Person/Tag (45.600 l/Person/Jahr) [69]. Es steckt also ein großes Poten- DOKUMENTE/SUN/INFO_STOFFE.PDF tial zum Wassersparen in diesem Bereich. Auf folgenden Internet-Seiten finden Sie praktische Tipps und Hinweise:

Wassersparen bei der Gartenbewässerung

Lange Trockenperioden im Sommer haben in den letzten 10 NUKLEARE SICHERHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ: Jahren deutlich zugenommen und werden entsprechend den „Wasser einfach sparen“ Klimawandelprognosen auch weiterhin häufiger vorkommen. H TTPS://WWW.BMUV.DE/THEMEN/WASSER-RESSOURCEN- Für Privatgärten bedeutet das meist, dass in diesen Trocken- ABFALL/BINNENGEWAESSER/UN-WASSERDEKADE/WASSERzeiten intensiv bewässert wird. Bei einer, von gärtnerischer EINFACH-SPAREN Seite allgemein empfohlenen, Wassergabe von 15 bis 20 l je

H TTPS://WWW.UMWELTBUNDESAMT.DE/THEMEN/WASSER- mer zweimal pro Woche, würden in den Bewässerungsmo- SPAREN-IM-ALLTAG naten (März bis September) für eine Gartenfläche von 300 m² 80 m³ bis 150 m³ Wasser pro Jahr benötigt. Zum Vergleich:

der Jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser liegt bei ca. ten: sinnvoll, ausgereizt, übertrieben?“ 46 m³/Jahr. Eine möglichst weitreichende Reduktion von Be- H TTPS://WWW.UMWELTBUNDESAMT.DE/PUBLIKATIONEN/ wässerungswasser in Privatgärten ist auch im Falle eines Vor- WASSERSPAREN-IN-PRIVATHAUSHALTEN-SINNVOLL handenseins eines Gartenbrunnens geboten, denn bei einer nachhaltigen Grundwassernutzung stünden nur 11 m³ zur Nutzung zur Verfügung (entspricht 30 % der Grundwasser-

Gewässerschützende Maßnahmen im Haushalt

neubildung auf dem Grundstück). Wasch- bzw. Spülmittel belasten Kläranlagen und Gewässer. Bei unsachgemäßem Umgang mit Fremdstoffen / Abfällen Deshalb sind in erster Linie eine angepasste Gartengestaltung (Farb- und Tabakresten, Medikamenten, Hygieneartikel aber (i.W. trockenheitsresistente Bepflanzung, Verschattungen, auch Essensreste wie Fette und Öle) können schädliche In- Mulchen), die Regenwassernutzung und geeignete Bewässehaltsstoffe in das Abwasser oder in die Gewässer (Oberflä- rungsmethoden sowie die Bewässerung nur in Morgen- und chengewässer und Grundwasser) gelangen. Im Abwasser er- Abendstunden wichtige Maßnahmen zum schonenden Umschweren sie die Reinigung in der Kläranlage. Der Einsatz von gang mit Wasser im Garten. Hierzu finden Sie mehr z.B. unter: Streusalz schadet Bäumen, Pflanzen, Tieren, Gewässer eben-

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang I 185

Regenwassernutzung“ serversickerung – Gestaltung von Wegen und Plätzen HTTPS://WWW.UMWELTBUNDESAMT.DE/UMWELTTIPPS- – Praxisratgeber für den Grundstückseigentümer“ FUER-DEN-ALLTAG/GARTEN-FREIZEIT/REGENWASSERNUT- HTTPS://WWW.BESTELLEN.BAYERN.DE/ ZUNG#GEWUSST-WIE

Infoschrift „Der Garten im Klimawandel“ H TTPS://WWW.NUERNBERG.DE/INTERNET/UMWELTAMT/RE- HTTPS://WWW.LWG.BAYERN.DE/MAM/CMS06/GARTENAKA- GENWASSER.HTML DEMIE/DATEIEN/GARTEN_KLIMAWANDEL.PDF

HTTPS://WWW.LWG.BAYERN.DE/KLIMAWANDELGARTEN HOFBEGRUENUNG.HTML

Umgang mit Niederschlagswasser Eigenvorsorge vor Starkregen- und

auf Privatgrundstücken: Hochwassergefahren:

Niederschlagswasser, das auf befestigten Flächen von Pri- Extreme Wetterereignisse wie Hitzeperioden, Starkregen, vatgrundstücken anfällt, darf nicht in Nachbargrundstücke Hochwasser und Stürme treten vermehrt auf und machen oder den Straßenraum abfließen. Mit dem Regenwasser soll nicht an Grundstücksgrenzen halt. Wie sich Grundstückssoweit irgend möglich Vor-Ort umgegangen werden, d.h., oder Hausbesitzer*innen und Mieter*innen gegen extreme z.B. gesammelt und genutzt oder/und versickert werden Wetterphänomene wappnen können und welche Problem- (z.B. durch Einsatz von Regentonnen, Zisternen, Flächenver- felder auf jeden zukommen können sowie mögliche Präsickerung oder Versickerungsanlagen). Flächenversiegelun- ventionsmaßnahmen beschreiben folgende Praxisratgeber: gen sollten geringgehalten werden, damit möglichst wenig

Niederschlagswasser abgeleitet werden muss und so viel Flä- „Praxisratgeber klimagerechtes Bauen“ che wie möglich der (Flächen-)Versickerung zur Verfügung H TTPS://DIFU.DE/PUBLIKATIONEN/2017/PRAXISRATGEBERsteht. Wo sich eine Versiegelung nicht vermeiden lässt, soll- KLIMAGERECHTES-BAUEN ten möglichst versickerungsfähige Beläge gewählt werden. Begrünte Dächer und Fassaden können Niederschlagswasser

zurückhalten (vgl. auch Begrünungssatzung der Stadt Nürnfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ berg [149]). Für Begrünungsmaßnahmen gibt es Förderpro- HTTPS://WWW.FIB-BUND.DE/INHALT/THEMEN/HOCHWASSER/ gramme bei der Stadt Nürnberg. Das Anlegen von Mulden an geeigneter Stelle bietet Retentionsraum bei Starkregen- • BUNDESINSTITUT FÜR BAU-, STADT- UND RAUMFORereignissen. Weitere Hinweise finden Sie z.B. unter: SCHUNG (BBSR): „Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“

H TTPS://WWW.BBSR.BUND.DE/BBSR/DE/VEROEFFENTLI- „Regenwassernutzung“ CHUNGEN/SONDERVEROEFFENTLICHUNGEN/2018/LEITFA- HTTPS://WWW.LFU.BAYERN.DE/WASSER/UMGANG_MIT_NIE- DEN-STARKREGEN-DL.HTML DERSCHLAGSWASSER/REGENWASSERNUTZUNG/INDEX.HTML

Anhang II

Glossar und Abkürzungsverzeichnis

Allmendeflächen Blasensandstein Gemeindeflur im Eigentum der Gemeinde befindliche Geologische Schicht des Sandsteinkeupers Landfläche (Wald, Gewässer, Weide), welche von der ge- Boden samten Bevölkerung benutzt werden darf. Belebte, verwitterte oberste Zone über dem ursprüngli- Altlasten chen Gestein; im Sinne des Bundes-Bodenschutzgesetzes Stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige der oberste Bereich der Erdkruste bis zum Grundwasser Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder einschließlich der flüssigen Bestandteile (Bodenlösung) abgelagert worden sind (Altablagerungen) und Grund- und der gasförmigen Bestandteile (Bodenluft), ohne stücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, Grundwasser und Gewässerbetten. auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegan- Bodenluft gen worden ist (Altstandorte), durch die schädliche Bo- Alle Gase, die sich in den Hohlräumen des Bodens bedenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einfinden. zelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden. Bodenmatrix AMPA Bezeichnung für die festen Bestandteile des Bodens. Abkürzung für Aminomethylphosphonsäure; AMPA ist ein Abbauprodukt des Breitbandherbizids Glyphosat. BTEX Abkürzung für die monozyklischen aromatischen Kohlen- Anthropogen wasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und die Xylole. Vom Menschen ausgehende Beeinflussung Buntsandstein Aquiclude Geologische Schicht der Trias Schicht, die eine Grundwasser leitende Schicht (Aquifer) Datenlogger begrenzt und selbst kaum wasserdurchlässig ist (z.B. Tone). Gerät zur automatischen Datensammlung, zum Beispiel Aquifer von Grundwasserstandsdaten. Zur Speicherung von Grundwasser geeignete geologi- Deckschichten sche Schicht im Untergrund einschließlich nicht wasser- Siehe Grundwasserdeckschichten erfüllter Bereiche. Difu Aquiferbasis Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH Untere Grenze eines Aquifers. Drainagen Arteser technische Anlagen zur Fassung und Ableitung von Bei Bohrungen und Brunnen oberflächlicher Wasseraus- Wasser, um der Vernässung von Bauwerken und landtritt durch gespanntes Grundwasser (unter Druck stewirtschaftlichen Flächen entgegenzuwirken. hendes Grundwasser). Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) Bauwasserhaltung Ein Maß für die Wasserwegsamkeit eines Bodens oder Siehe Grundwasserhaltung Gesteins, also die Durchlässigkeit für Wasser. BBodSchG EG-WRRL Bundesbodenschutzgesetz siehe Wasserrahmenrichtlinie Benkersandstein Geologische Schicht des Gipskeupers Einzugsgebiet Fläche, aus der das Grundwasser einem oder mehreren Biodiversität Brunnen zufließt. Artenreichtum Erosion Biotop Abtrag des vorhandenen Gesteins z.B. durch Gletscher, Lebensraum einer Artengemeinschaft mit einer einheit- Flüsse oder Niederschlagswasser, dabei können z.B. Erolichen, gegenüber seiner Umgebung abgrenzbaren Besionsrinnen entstehen. schaffenheit.

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang II 187

eutroph gesundheitlicher Orientierungswert (GOW) bezogen auf Gewässer und deren Beurteilung: zu viel Für die Bewertung von bisher nicht oder nur teilbewer- Nährstoff enthaltend; überdüngt. teter Stoffe in Trinkwässern hat das Umweltbundesamt das Konzept der „Gesundheitlichen Orientierungswerte“ Eutrophierung (GOW) entwickelt. Es sind Vorsorgewerte. Der GOW wird Eutrophierung von Gewässern: Prozess der Anreicheso niedrig angesetzt, dass auch bei einer späteren vollrung von Nährstoffen in ursprünglich nährstoffarmen Geständigen humantoxikologischen Bewertung bei lebenswässern durch menschliche Aktivitäten; mit der Folge, langer täglicher Aufnahme des betreffenden Stoffes über dass Algen und Wasserpflanzen übermäßig wachsen das Trinkwasser ausreichend sicher keine Gesundheitskönnen und so anderen Pflanzenarten, vielen Kleinlebeschädigungen beim Menschen zu erwarten sind (UBA) wesen und Tieren die Lebensgrundlage entziehen. Glyphosat Evaporation Einzelstoff aus der Gruppe der Pflanzenschutzmittel. Verdunstung von Wasser von unbewachsenen Oberflächen oder von Wasserflächen. GOK Abkürzung für Geländeoberkante; u.GOK bedeutet Fazies unter Geländeoberkante. lateinisch facies = Gesicht, Antlitz: Gesamtheit aller Eigenschaften eines Gesteins, die auf seiner Entstehungs- Grundhochwasser geschichte beruhen; bei einem Sedimentgestein: alle Ein durch erhöhte Grundwasserneubildung oder Flussstrukturellen und texturellen Merkmale sowie der Fos- hochwasser ausgelöstes erhebliches Ansteigen der silieninhalt, die/den es bei seiner Bildung aufgrund der Grundwasserstände. Ablagerungsbedingungen erhalten hat. Grundwasser Festgestein Ist das unterirdische Wasser, das die Hohlräume der Erd- Felsgestein rinde zusammenhängend ausfüllt und in seinen Bewegungen der Schwerkraft unterworfen ist. Fließgewässer Gewässer mit Bewegung (z.B. Flüsse). Grundwasseranreicherung Künstliches Einbringen von Wasser in den Untergrund, Flurabstand z.B. über Schluckbrunnen oder Versickerungsanlagen. siehe Grundwasserflurabstand Grundwasserdargebot Fluviatil Summe aller positiven Bilanzglieder des Wasserhaushaldurch fließendes Wasser (Flüsse) geschaffen / verursacht. tes (Grundwasserneubildung aus Niederschlag, Uferfilt- Ganglinie rat, künstliche Grundwasseranreicherung, usw.). Graphische Darstellung der zeitlichen Änderung hydrolo- Grundwasserdeckschicht gischer Daten (z.B. Hochwasser, Grundwasserstände etc.) (auch Grundwasserüberdeckung) Boden- und Gesteins- Geogen schichten oberhalb des Grundwasserspiegels. von geologischen Ausgangsmaterial herrührend, z.B. Grundwasserflurabstand natürlicher Sulfatgehalt im Grundwasser. (oder Flurabstand) ist der Abstand zwischen der Gelän- Geologie deoberfläche und der Grundwasseroberfläche. Lehre vom Aufbau, der Entwicklungsgeschichte und der Grundwasserhaltung Struktur der Erde, der Entwicklungsgeschichte und den Grundwasserentnahme zur Trockenhaltung von Bau- Eigenschaften der Gesteine. gruben oder Lagerstätten. Geothermie Grundwasserkörper (oder Erdwärme) ist die unterhalb der Erdoberfläche ge- Abgegrenztes Grundwasservolumen innerhalb eines speicherte Wärmeenergie. oder mehrerer Grundwasserleiter. Geringfügigkeitsschwellenwert (GFS) Grundwasserleiter Die Geringfügigkeitsschwelle (GFS) wird definiert als Schichten im Untergrund, die in ihrem Porenraum Konzentration, bei der trotz einer Erhöhung der Stoff- Grundwasser führen (z.B. Sand, Kies oder Sandstein). gehalte gegenüber regionalen Hintergrundwerten keine relevanten ökotoxischen Wirkungen auftreten können Grundwassermessstelle (GWM) und die Anforderungen der Trinkwasserverordnung oder In den Untergrund eingebautes Messrohr, in dem die entsprechend abgeleiteter Werte eingehalten (LAWA) Höhe des Grundwasserstandes bestimmt oder Grundwasserproben gewonnen werden können.

Grundwasserneubildung Kelvin Zusickerung von infiltriertem Niederschlags- oder Ober- Kurzzeichen K, Basiseinheit der thermodynamischen Temflächenwasser zum Grundwasser. peratur (Kelvin-Temperatur). Die Skaleneinteilung entspricht der Celsius-Skala, jedoch liegt der Skalen- Null- Grundwasserspiegel punkt beim absoluten Temperatur-Nullpunkt. Kelvin wird Oberfläche des Grundwasservorkommens, wie sie zum zur Angabe von Temperaturdifferenzen verwendet. Beispiel in einer Grundwassermessstelle oder einem Brunnen gemessen werden kann. Keuper Oberster Abschnitt des Erdzeitalters der Trias; bestehend Grundwasserstauer im Wesentlichen aus Gipskeuper und Sandsteinkeuper. Bindige Gesteine mit sehr kleinen oder kaum zusammenhängenden Poren wirken als Grundwassergering- KLIWA leiter (z.B. Geschiebemergel, sandiger Schluff) oder als Kooperationsvorhaben „Klimaveränderung und Konse- Grundwasserstauer (u.B. Ton, Tonstein) quenzen für die Wasserwirtschaft“ der Länder Baden- Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sowie des Grundwasserstockwerke Deutschen Wetterdienstes; Ziel ist die Herausarbeitung Stockwerkartig sich überlagernde hydrogeologische möglicher Auswirkungen der Klimaveränderung auf den Einheiten, die durch einen Wechsel im Untergrund zwi- Wasserhaushalt und auf die Ökologie der Flussgebiete schen Grundwasser führenden Schichten und stauenim Süden Deutschlands, das Aufzeigen der Konsequenden Schichten entstehen. zen und das Erarbeiten von Handlungsempfehlungen. GrwV Kluft Grundwasserverordnung [3] Gesteinsfuge im Festgestein, die durch die Bewegung Habitat der Erdkruste entstanden ist. bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Auf- Kontamination enthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart Verunreinigung des Bodens oder des Grundwassers mit beziehungsweise den durch spezifische abiotische und Schadstoffen. biotische Faktoren bestimmten Lebensraum, an dem die Art in einem Stadium ihres Lebenszyklus lebt. LAWA Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser Hangende Das Hangende ist die Gesteinsabfolge, die topografisch Lehrbergschichten über einem bestimmten Horizont oder einer geologi- Geologische Schicht des Gipskeupers schen Schicht liegt. Leitfähigkeit holozän Maß für die Ionenkonzentration im Wasser das Erdzeitalter Holozän betreffend; das Holozän be- Leitparameter schreibt den Abschnitt der Erdgeschichte, der vor rund Wasserinhalts- oder Schadstoffe, die charakteristisch für 12 000 Jahren einsetzte und bis heute andauert; er ist das Grundwasservorkommen oder für bestimmte anthdie zweite Serie des Quartärs (sog. „Nacheiszeitalter“). ropogene Beeinflussungen des Grundwassers sind. Hydrogeologie Letten Wissenschaft vom Wasser in der Erdkruste, den geolo- Verschiedenfarbige, feinkörnige, tonige Lagen im Keuper. gischen Eigenschaften der Gesteine in Hinblick auf ihre Leit- und Speicherfähigkeit für Grundwasser und ande- Liegende ren Faktoren, die Einfluss auf das Grundwasser haben. Das Liegende ist die Gesteinsabfolge, die topografisch unter einem bestimmten Horizont oder einer geologi- Infiltration schen Schicht liegt. Prozess des Eindringens von Niederschlagswasser in den Erdboden. LHKW Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe, eine Infiltrationskapazität Gruppe von stark gesundheitsschädlichen, in der Natur entspricht der Niederschlagsmenge, die pro Flächeneinnicht vorkommenden, Stoffen. heit in den Boden eindringen und von diesem aufgenommen werden kann, bis Oberflächenabfluss einsetzt. Lockergestein Nicht verfestigtes Gestein wie Sand, Kies. Interzeption Rückhalt von Wasser auf der Oberfläche von Pflanzen. Makrophyten Gewächse, die auf Grund ihrer Größe als einzelnes Ex- Isohypse emplar mit bloßem Auge sichtbar sind. Der Begriff wird Linie gleicher Grundwasserstände meist auf Wasserpflanzen angewandt.

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang II 189

Makrozoobenthos Phytobenthos Tierischen Organismen bis zu einer definierten Größe Zum Phytobenthos zählen alle niederen Wasserpflanzen (mit dem Auge noch erkennbar), die am Gewässerbo- (Algen, Cyanobakterien), die am Gewässergrund leben. den leben. POK Markierungsversuche Pegeloberkante Ein Markierungsstoff (Tracer) wird einem Gewässer zu- Porenvolumen gegeben, um das Fließverhalten dieses Gewässers Das Volumen der, nicht durch Klüfte entstandenen, (Grundwasser oder Fließgewässer) zu ermitteln. Im Ab- Hohlräume in einem Gestein. strom wird dazu der Konzentrationsabfall und die Ver- Porosität weilzeit gemessen Stellt das Verhältnis von Hohlraumvolumen zu Gesamt- Metabolite volumen eines Stoffes oder Stoffgemisches dar. Abbauprodukte von chemischen Verbindungen PSM MKW Pflanzenschutzmittel Mineralölkohlenwasserstoffe (z.B. Benzin, Diesel) Quartär Monitoring Erdzeitalter von etwa 2,6 Millionen Jahren vor unserer Dauerhafte Überwachung nach einem festgelegten Pro- Zeit bis heute (umfasst Pleistozän und Holozän). gramm. Quartäre Deckschichten Nitrat Sedimente der quartären Fließgewässer (Sande, Kiese, Stickstoffverbindung, die durch die Oxidation stickstoff- z.T. auch schluffig-tonige Lagen) und Flugsandablagehaltiger Düngemittel und Stickstoffdepositionen aus der rungen aus Verwehungen während der Eiszeiten im Luft entsteht. Quartär. PAK Quelle Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwas- Natürlicher, an einer bestimmten, örtlich begrenzten serstoffe (z.B. Benzo(a)pyren). Entstehen generell bei Stelle nicht nur vorübergehend erfolgender Austritt von Verbrennungsprozessen. Grundwasser. Paläotäler Renaturierung Überreste alter Flussverläufe, heute mit Lockersedimenten Maßnahmen zur Restaurierung von Brachland in Naturverfüllt. flächen.

Pegel Resilienz Einrichtungen zur Messung von Wasserständen (z.B. Widerstandsfähigkeit, Fähigkeit, Krisen und Katastro- Fluss- oder Grundwasserstände) phen besser zu überstehen

Persistenz rezent Eigenschaft von Stoffen, unverändert durch pysikali- in der Gegenwart ablaufende geologische Prozesse. sche, chemische oder biologische Prozesse in der Um- Rigole welt zu verbleiben. Der Ausdruck „persistente Stoffe“ Ein unterirdischer Speicher, dem abfließendes Regenwird häufig für schwer abbaubare Stoffe verwendet. wasser zugeleitet wird und aus dem es nach und nach PFC in den Untergrund versickert. per- und polyfluorierte Chemikalien – siehe PFAS Rohwasser PFOS Noch nicht aufbereitetes Grund- oder Oberflächenwasser, per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen; auch bekannt das der Trink- und Brauchwasserversorgung dienen soll. unter PFC; eine Untergruppe sind die PFT (perfluorierte Sandsteinkeuper Tenside); Hauptvertreter ist PFOS. PFAS kommen nicht Sandstein-Tonstein-Wechselfolgen aus der Zeit des mittnatürlich vor. Sie finden verbreitet Anwendung in inleren und oberen Keupers (obere Trias). dustriell gefertigten Produkten (z. B. wasser-, fett- und schmutzabweisenden Beschichtungen, in Textil- und Sonderkultur Papierausrüstungen, Galvanik und Feuerlöschschäumen). Landwirtschaftlich angebaute Kulturpflanzen, deren PFAS sind kaum abbaubar und verbleiben daher für ei- Anbau nicht überall möglich ist bzw. deren Produktion nen sehr langen Zeitraum in der Umwelt. sehr arbeits- und kostenintensiv ist.

pH-Wert Souterrain Wert für die Aggressivität von Säuren und Basen. auch Tiefpaterre; Geschoss eines Gebäudes, das zur Hälfte im Keller/ unter dem Straßenniveau liegt

Sparten Uferfiltrat Leitungen, z.B. Strom-, Telefon-, Gas-, Wasser-, Abwas- Grundwasser, das durch das Einströmen von Bach- oder ser-, Fernwärmeleitungen Flusswasser in dem gewässerbegleitenden Grundwasserleiter gebildet und in Ufernähe durch Brunnen ge- Speichergestein wonnen wird. Ein Gesteinskörper, der aufgrund seiner Beschaffenheit, z.B. großer Hohlraumanteil oder miteinander verbun- UwA dene Hohlräume, dazu geeignet ist, Grundwasser oder Umweltamt der Stadt Nürnberg Erdöl bzw. Erdgas zu speichern. Urban Stauwasser Die Stadt betreffend. zeitweise, d.h. nach Niederschlagsereignissen, auf schlecht Versiegelung wasserdurchlässigen Schichten aufstauendes Sickerwasser. Überbauung oder andere wasserundurchlässige Befesti- Stillgewässer gung des Bodens mit der Folge einer Verhinderung der Stillstehende Gewässer (z.B. Weiher) Versickerung von Wasser.

Tektonik Wasserfassung Bewegung der Erdplatten Wasserfassung ist ein Oberbegriff für jegliche bauliche Anlage zur Gewinnung von Wasser aus Grundwasser, Tertiär Quellen usw., z.B. Brunnen, Brunnenstuben, Entnahme- Erdzeitalter von etwa 65 bis 2,6 Millionen Jahren vor bauwerke, Sickerleitungen, Sickerstollen. Spezielle Wasserunserer Zeit. fassungen werden auch als Brunnenfassung bezeichnet. Tracer Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) Leicht nachweisbarer Stoff, der zur Markierung (Markie- Kurzbezeichnung für die „Richtlinie 2000/60/EG des Eurungsversuch) in geringen Mengen in Fließgewässer oder ropäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober in Grundwasser eingebracht wird, um etwa die Fließ- 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßwege zu ermitteln. Auch natürlich vorkommende Stoffe nahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik“. können für Traceruntersuchungen genutzt werden. Wasserscheide Transpiration Grenze zwischen zwei Einzugsgebieten. Verdunstung von Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter von Pflanzen. Wasserschutzgebiet Dient dem besonderen Schutz des Grundwassers vor Trinkwasser Verunreinigungen. Es ist in mehrere Zonen gegliedert, Wasser, das als Lebensmittel für den Menschen verwenfür die abgestufte Handlungsbeschränkungen und Verdet wird. bote gelten. TrinkwV WWA Trinkwasserverordnung [2] Staatliches Wasserwirtschaftsamt Nürnberg ubiquitär allgegenwärtig

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang III 191

Anhang III

Abbildungsverzeichnis

Vorwort: P ressebilder Frau Walthelm (Quelle: Stadt Nürnberg, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing; Dierenbach, Ch.) Dr. Köppel (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt; Kretz, H.)

Abbildung 1: Grundwasserberichte der Stadt Nürnberg

Abbildung 2: Übersicht über die Stoffgruppe der PFAS (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Abbildung 3: A nwendungsbereiche der PFAS (Quelle: Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach, ÖVGW, Wien [10])

Abbildung 4: A usweisungsschema für mit Nitrat belasteten Gebiete (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Abbildung 5: A bgrenzung der Ränder (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL, verändert, Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung; Lizenz: CC BY 4.0)

Abbildung 6: E quipment zur Bodenprobenahme und Aufbereitung für den Nitratschnelltest (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ; LWG)

Abbildung 7: Düngeversuch im Eissalat (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ; LWG)

Abbildung 8: S tellenweise Aufhellung des Sellerielaubes bei reduzierter Stickstoffdüngung (rechte Hälfte) nach Starkregen (Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau ; LWG)

Abbildung 9: B efallsprognose mittels Farbtafeln (Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim)

Abbildung 10: S eptoria-Blattfleckenkrankheit an Sellerie (Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim)

Abbildung 11: S chädlingsbekämpfung durch Nützlingseinsatz im Gewächshaus (Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim)

Abbildung 12: W ichtige Begriffe bei der Gefährdungsabschätzung für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96)

Abbildung 13: S chematische Darstellung der horizontalen Ausdehnung von Grundwasserbelastungen (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96)

Abbildung 14: M odelhafte Darstellung der Schadstofffrachten (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Referat 96)

Abbildung 15: S chematische Darstellung der Beeinflussung der Grundwassertemperatur. (Quelle: K. Menberg et.al. [34])

Abbildung 16: T emperaturfeld des Untergrundes zweier benachbarter Erdwärmesondenanlagen nach einer Betriebsdauer von 50 Jahren (Raster: 1*1m; Temperaturbereich von grün nach rot: 8 Kelvin) (Quelle: A. Eber)

Abbildung 17: G rundwassermessstellen des Grundwassermessnetzes der Stadt Nürnberg (Quelle: Stadt Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg)

Abbildung 18: s chematische Darstellung der Grundwasservorkommen in Nürnberg (ca. 20-fach überhöht): vorwiegender Kluft- (und Poren-)grundwasserleiter (hier i.W. Blasen- und Burgsandstein) und Porengrundwasserleiter (z.B. Urtalrinnen); schwebende Stockwerke z.B. im Bereich der Burg (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

192 Anhang III GRUNDWASSERBERICHT 2023

Abbildung 19: Baugrube mit Grundwasser gefüllt, Karl-Schönleben-Straße, 2017

Abbildung 20: F aktoren des Wasserhaushalts (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt; Fotos: Regenschleier, Quelle: Timo Nickl; verdunstendes Wasser aufsteigender Nebel, Quelle: Stadt Nürnberg; Umweltamt: Pegnitz, Quelle: Stadt Nürnberg, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing; Tiefer Brunnen wissenschaftlicher Tauchgang 2012, Quelle: Uli Kunz)

Abbildung 21: v eränderte Wasserbilanz durch Versiegelung: Wege des Niederschlags bei natürlichem und bei befestigtem Untergrund (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, Caroline Stumpf)

Abbildung 22: N ahezu ausgetrockneter Flusslauf der Gründlach am 16.08.2022, nach einer langanhaltenden Trockenzeit

Abbildung 23: T itelblatt zum Bericht über 20 Jahre EG Wasserrahmenrichtlinie (Quelle: Umweltbundesamt)

Abbildung 24: L ogo Wasserzukunft Bayern 2050 (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

Abbildung 25: Ü berblick über die Wasserbedarfe in Nürnberg (ohne Kühlwasser für Kraftwerke aus Oberflächengewässern), Zusammenstellung benötigter Wassermengen nach Nutzungsarten im Durchschnitt der letzten vier bis sechs Jahre - Stand Ende 2022

Abbildung 26: B ohrprofil und Ausbauplan der Grundwassermessstelle GWM_N0081 in der Nähe des Marienbergweihers

Abbildung 27: B iotop des Bund Naturschutz (BN) bei Niedrigwasser im Sommer 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 28: A ufwuchsbeseitigung in der Wasserfläche zur Verhinderung der Verlandung im Herbst 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 29: v or der Aufwuchsbeseitigung (links) – wieder freie Wasserfläche (rechts) 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 30: Knoblauchkröte (Quelle: Harzheim, Mario; piclease)

Abbildung 31: R ohrberegnung im Knoblauchsland (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Abbildung 32: A nsicht Hochbehälter Buch (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Abbildung 33: S chema der Präzisionsbewässerungssteuerung (Quelle: Peassler AG)

Abbildung 34: B ewässerung mit Rohrberegnung (links), Tropfbewässerung (Mitte) und Rollomat (rechts) (Quelle: linkes Foto: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig; mittleres und rechtes Foto: Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.)

Abbildung 35: E insatz und Einbau von Bodenfeuchtesensoren (Quelle: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig)

Abbildung 36: U nterschiedliche Abtrocknung des Bodens nach einer Bewässerung mit schlechter Wasserverteilgenauigkeit - Drohnenfotos (Quelle: Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, A. Dümig)

Abbildung 37: G roße Versickerungsmulde mit Rigole östlich der Johann-Pachelbel-Realschule an der Rothenburger Straße in Nürnberg

Abbildung 38: E xtensive Dachbegrünung der Johann-Pachelbel-Realschule in Nürnberg

Abbildung 39: N iederschlagswasserkonzept für den B-Plan 4529 (Quelle: Adler & Olesch, Landschaftsarchitekten GmbH)

Abbildung 40: P rivate Versickerungsmulde im Neubaugebiet "Angersiedlung" in Großreuth bei Schweinau

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang III 193

Abbildung 41: B eispiele für blau-grün-graue Infrastrukturmaßnahmen (Quelle: bgmr Landschaftsarchitekten GmbH [106])

Abbildung 42: B eispiele aus netWORKS4 [107] 1- Arkadien, Winnenden (Quelle: Henning Larsen); 2 - Rasensprenger (Quelle: A. Christen, UBC Geography [150]); 3 - Urbane Fläche, Tanner Springs Park in Portland, Oregon, USA (Quelle: Henning Larsen); 4

(Quelle: Henning Larsen)]

Abbildung 43: V isualisierung Südstadt.Klima.Meile aus dem Freiraumkonzept Nürnberger Süden (Quelle: Büro bgmr Landschaftsarchitekten, 2022; Foto: G. Illig [106])

Abbildung 44: „ Ökosee“ – Machbarkeitsstudie zu einer neuen Wasserfläche Tiefes Feld, 2020 (Quelle: Technische Hochschule Nürnberg, Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft Nürnberg - IWWN [111])

Abbildung 45: S chematische Darstellung des Entwässerungskonzepts zum B-Plan Nr. 4445 „Tiefes Feld“ (Quelle: integrierte Planung – adlerolesch im Verbund mit Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [112])

Abbildung 46: E ntwässerung Teil-B-Plan Nr. 4445a, Nördlich der Rothenburger Straße (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Hening Larsen [113])

Abbildung 47: Ö ffentliche Kastenrinne (abgedeckt) für Grundstücks- und Straßenentwässerung (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113])

Abbildung 48: E ntwässerung Teil-B-Plan Nr. 4445b, südlich der Rothenburger Straße, westlicher Abschnitt (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113])

Abbildung 49: E ntwässerung Bildungszentrum südlich der Rothenburger Straße, mittlerer Abschnitt (Quelle: Ramboll Studio Dreiseitl / Henning Larsen [113])

Abbildung 50: V isualisierung Obstmarkt (Quelle: Schegk Landschaftsarchitekten & BDLA Stadtplaner)

Abbildung 51: o ffene Baumscheiben (Quelle: Stadt Nürnberg)

Abbildung 52: V isualisierung Umgestaltung der Ambergerstraße (Quelle: Planungsgruppe Landschaft)

Abbildung 53: D as Schwammstadtprinzip (Quelle: © Bärbel Rhades, FAU Erlangen Nürnberg)

Abbildung 54: F lexibox Wasserkissen für Einsätze von Versickerungsversuchen & Bewässerung. (Quelle: Flexibox Container GmbH)

Abbildung 55: E ine der typischen LDM-Kanalschleusen bei Randeck/Altmühltal (oben) und der Distellochdamm mit dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, 1 km SE’ Burgthann/Lkr. Nürnberger Land (unten). Kolorierte Stahlstiche von Alexander Marx, Kupferstecher in Nürnberg (1848).

Abbildung 56: G rundriss einer Schleuse des LDM-Kanals nördlich der Scheitelhaltung. Umgezeichnet und ergänzt nach einer Aufnahme des Wasserstraßenamtes Nürnberg vom 26. Juli 1945 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 57: R egelplan einer Schleuse des LDM-Kanals: Querschnitt der Schleusenkammer (oben) und Ansicht am Unterhaupt (unten). Umgezeichnet und ergänzt nach einer Aufnahme des Wasserstraßenamtes Nürnberg vom 26. Juli 1945 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 58: D as Hafenbecken der “Lände” in Worzeldorf mit der mustergültig restaurierten LDM-Schleuse 68 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 59: D ie LDM-Kanalschleuse 70 im noch originalem Ausbauzustand und die SSE’ anschließende “Schellerhaltung” vor der Ausbaggerung und Entschlammung im Jahre 1984 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 60: D er Ottergraben-Leitgraben mit seiner Einmündung in den LDM-Kanal unterhalb der Schleuse 70 (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 61: D er rund 530 m lange Teil der LDM-Kanalhaltung SE’ der Schleuse 71 beim “Weißen Häusle” am Marthweg/Nürnberg (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

194 Anhang III GRUNDWASSERBERICHT 2023

Abbildung 62: L ängen- und Höhenprofil des Ludwig-Donau-Main-Kanals zwischen Diana-/Minervastraße in der Nürnberger Südstadt und der Stadtgrenze E’ Worzeldorf; 50-fache Überhöhung. Erstellt nach Angaben von FUCHS (1956), BERGER (1978, 1979), BAIER (2011) sowie Bohrverzeichnissen des LfU Bayern (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 63: R egelquerschnitt des Kanalbetts des LDM-Kanals mit den Wasserflächen bei 1,61 m Wassertiefe (unten) und -- im nahezu verlandeten Zustand -- bei lediglich 0,58 m Wassertiefe (oben). Kanalprofil und Abmessungen n. PECHMANN (1846) und n. SCHULTHEIS (1847) (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Abbildung 64: B ewertung von Starkregenereignissen nach Schmitt et al. 2018 [141] und Zuordnung der Starkregenereignisse 2013-2022 sowie der bislang aufgetretenen Ereignisse in 2022; Stand: 11.11.2022 (Quelle: Stadt Nürnberg)

Abbildung 65: D as "Aquarium“: ein Büro im Souterrain in der Nürnberger Südstadt während des Starkregenereignisses am 08.06.2021 um 16:43 Uhr. Der Wasserdruck ließ die Fenster wenige Minuten nach Aufnahme des Fotos zerbersten. (Quelle: privat)

Abbildung 66: S tarkregenereignis in Nürnberg am 17.08.2023; hier: Steinbühler Tunnel (Quelle: Stadt Nürnberg, Feuerwehr)

Abbildung 67: i m Bau befindliches Regenrückhaltebecken „Wertacher Straße“ im Jahr 2020 (Quelle: Stadt Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik)

Abbildung 68: Ü berschwemmung am Kothbrunngraben im Februar 2021 (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 69: H ochwassertunnel Pegnitz

Abbildung 70: U fermauern an der Pegnitz (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Abbildung 71: A ngepasste Verrohrung schützt vor Überlauf (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang IV 195

Anhang IV

Diagrammverzeichnis

Diagramm 1: P rozentuale Verteilung von LHKW-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen

Diagramm 2: P rozentuale Verteilung von Nitrat-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen

Diagramm 3: P rozentuale Verteilung von PSM-Summen-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen

Diagramm 4: P rozentuale Verteilung von Chlorid-Gehalten in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes in verschiedenen Zeiträumen (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Diagramm 5: Z eitreihen der Nitratbelastungen an 12 Brunnen des WWA-Messnetzes (z.T. mit Daten historischen Daten Dritter (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Diagramm 6: Z eitreihe der gemessenen Nitratwerte bei einem Industriebrunnen in Buch (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Diagramm 7: Ü berblick über die Anzahl der Auskünfte aus der Altlastendatenbank

Diagramm 8: D iagramme über den jahreszeitlichen Temperaturgang der oberflächennahen Bodenschichten bis 20 m unter Geländeoberkante

Diagramm 9: G raphische Darstellung der Ergebnisse zweier unterschiedlicher Methoden zur Messung von Grundwasser-temperaturen (Quelle: J. Schweighofer)

Diagramm 10: V ertikale Temperatur-Tiefenprofile ausgewählter Grundwassermessstellen, klassifiziert nach der Landnutzung (LU/LC); (Quelle: J. Schweighofer)

Diagramm 11: T emperatur-Tiefenprofile ausgewählter Grundwassermessstellen (Quelle: J. Schweighofer)

Diagramm 12: Z eitreihenaufnahmen von Grundwassertemperaturen (Einbautiefen der Datenlogger: 15 m – 27,5 m) an vier ausgewählten Grundwassermessstellen (Quelle: J. Schweighofer)

Diagramm 13: A nzahl genehmigter Grundwasser-Wärmepumpenanlagen; Stand: 12/2022

Diagramm 14: A nzahl genehmigter Erdwärmesonden-Anlagen; Stand: 12/2022

Diagramm 15: A nzahl von Bohrungen / Sonden bei Erdwärmesonden-Anlagen; Stand: 12/2022

Diagramm 16: Ü berblick über die installierte Heizleistung bei Erdwärmesonden-Anlagen laut Genehmigungsunterlagen; Stand: 12/2022

Diagramm 17: J ährliche Minimal- und Maximaltemperaturen in der Wärmeträgerflüssigkeit der Erdwärmesondenanlage über eine Nutzungsdauer von 50 Jahren (Quelle: A. Eber)

196 Anhang IV GRUNDWASSERBERICHT 2023

Diagramm 18: J ahresgang der Vor- und Rücklauftemperaturen der Wärmeträgerflüssigkeit der Erdwärmesondenanlage im 50. Betriebsjahr (Quelle: A. Eber)

Diagramm 19: Ü berleitungsanteile des Wasserabflusses der Regnitz am Pegel Hüttendorf (Nördlich, abstromig von Nürnberg) in regenreichen und trockenen Jahren hier 2020, 2021 und 2022 (Quelle WWA Ansbach, verändert)

Diagramm 20: A usgewählte 10-jährige Grundwasserganglinien von Datenloggermessstellen des Grundwassermonitorings

Diagramm 21: G rundwasserganglinien von Messstellen, die durch nahegelegene Entnahmen aus Bewässerungsbrunnen deutlich geprägt sind

Diagramm 22: Grundwasserganglinien mit größeren Schwankungsbreiten ohne entnahmebedingte Ursachen

Diagramm 23: G rundwasserganglinie des Tiefen Brunnen auf der Kaiserburg Nürnberg (Messstelle des staatlichen Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg;

Diagramm 24: E ntwicklungen der Grundwasserstände bei 18 Grundwassermessstellen mit langjährigen Zeitreihen; grau: entnahmebedingt beeinflusste Zeitreihen, hellblau: ohne eindeutigen Trend; Betrachtungszeitraum: Ende 2012 bis Ende 2022

Diagramm 25: N iedrigstwerte an Grundwassermessstellen des Bayerischen Landesgrundwassermessnetzes (Grundnetz-Quantität) seit 2000 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Diagramm 26: T emperaturentwicklung an der Station Nürnberg Flughafen seit 1934 (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Diagramm 27: J ahresniederschlagssumme an der Station Nürnberg-Flughafen seit 1956 (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Diagramm 28: A uswertung der Niederschlagssumme der hydrologischen Jahreszeiten an der Station Nürnberg-Flughafen (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Diagramm 29: B odenfläche nach Art der tatsächlichen Nutzung der Stadt Nürnberg - Stand 2021 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt, Quelle der Daten: Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2022 [80])

Diagramm 30: M ittlere jährliche Temperaturen für den Regierungsbezirk Mittelfranken der Jahre 1951 bis 2022 (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU; Datenquelle: Stationsdaten des Deutschen Wetterdienst, DWD)

Diagramm 31: M ittlere jährliche Grundwasserneubildung aus Niederschlag der Jahre 1951 bis 2021 für die Region Nürnberg (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Diagramm 32: E ntwicklung der Grundwasserstände an sechs ausgewählten Grundwassermessstellen in der Region Nürnberg. Während die quartären Messstellen (oben) keinen eindeutigen Trend aufweisen, zeigen sich bei den Messstellen im Keuper Bergland (Mitte, unten rechts) sowie im Malmkarst des Jura (unten links) eine Abnahme der gemessenen Grundwasserstände (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Diagramm 33: A nteil der tatsächlichen Grundwasserentnahmemengen nach Nutzungsarten - Mittelwert zwischen 2017 und 2022; vgl. Tabelle 12

Diagramm 34: t atsächliche Entnahmemengen; Entwicklungen zwischen 2017 und 2022

Diagramm 35: t atsächliche Grundwasserentnahmemengen im Stadtgebiet in Relation zur Grundwasserneubildung (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Diagramm 36: Jahresniederschläge der Jahre 2015 bis 2022 an der Flugwetterwarte Nürnberg - Stationsdaten: Deutscher Wetterdienst DWD

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang IV 197

Diagramm 37: W asserstände der Grundwassermessstelle GWM_N0081 (unten) und im Marienbergweiher (oben) (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum)

Diagramm 38: H istorische Entwicklung und Prognose des Trinkwasserbedarfs in Nürnberg (Quelle: N-ERGIE AG)

Diagramm 39: T rinkwasser - Tagesabgaben in Nürnberg (Quelle: N-ERGIE AG)

Diagramm 40: G rundwassermessstelle Betzenstein (Quelle: Gewässerkundlicher Dienst Bayern)

Diagramm 41: G rundwassermessstellen Ranna (Quelle: N-ERGIE AG)

Diagramm 42: G rundwassermessstellen Erlenstegen (Quelle: N-ERGIE AG)

Diagramm 43: G rundwassermessstellen Genderkingen (Quelle: N-ERGIE AG)

Diagramm 44: E ntwicklung bei den Beregnungsflächen und der Jahresförderung (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Diagramm 45: W asserförderung des Wasserverbandes Knoblauchsland (WVK) in Relation zur Jahresmitteltemperatur (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Diagramm 46: W asserförderung des Wasserverbandes Knoblauchsland (WVK) in Relation zum Jahresniederschlag (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Diagramm 47: l ange Trockenperioden in der Niederschlagsentwicklung der verschiedenen Jahre; tägliche Niederschlagsdaten aufsummiert, Niederschlagsdaten an der Flugwetterwarte, Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (Quelle: Wasserverband Knoblauchsland)

Diagramm 48: k umulierte Anzahl genehmigter Versickerungsanlagen im Nürnberger Stadtgebiet im Zeitraum 2000 – 2022

Diagramm 49: P rozentualer Anteil der verschiedenen Arten von Versickerungsanlagen an den seit 2000 genehmigten Anlagen im Nürnberger Stadtgebiet - Stand März 2023

Diagramm 50: P rozentualer Anteil der verschiedenen Regenwasserbehandlungskonzepte in seit 2013 rechtskräftig gewordenen Bebauungsplänen

Diagramm 51: B eziehungen zwischen Wasserkörper-Querschnittflächen und unterschiedlichen Wassertiefen des LDM-Kanalbetts (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

198 Anhang V GRUNDWASSERBERICHT 2023

Anhang V

Kartenverzeichnis

Karte 1: S chwerpunktbereiche mit LHKW-belasteten Entnahmebrunnen und Messstellen (hier: Summe aus „Tri“ und „Per“) im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 2: S chwerpunktbereiche mit LHKW-belasteten Entnahmebrunnen und Messstellen (hier: Summe aus „Tri“ und „Per“) im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 3: L HKW-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 4: L HKW-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 5: N itratkonzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 6: N itratkonzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 7: P flanzenschutzmittel-Konzentration im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 8: P flanzenschutzmittel-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 9: C hlorid-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2011 und 2016 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Karte 10: C hlorid-Konzentration in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg Umweltamt)

Karte 11: P robenahmestellen im Wasserschutzgebiet Erlenstegen (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 12: A uf PFAS untersuchte Beregnungsbrunnen im Knoblauchsland (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 13: N achweis von PFAS (per- oder polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Brunnen und Messstellen des Grundwasserqualitätsmessnetzes von Nürnberg im Mittel zwischen 2017 und 2022 (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 14: N itratbelastungen im Knoblauchsland im Jahr 2022. (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 15: E rgebnisse des Sonderuntersuchungsprogrammes auf Pflanzenschutzmittel 2022 des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg. Die Summe der ermittelten Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und der relevanten Metabolite gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) steht unter dem Punktsymbol und die Summe der nicht relevanten Metabolite über den Punkten (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 16: C hemischer Zustand des Grundwassers (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 17: C hemischer Zustand des Grundwassers bezüglich Nitrat (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 18: C hemischer Zustand des Grundwassers bezüglich PSM – Einzelstoffe (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 19: L age und Ausdehnung der Flusswasserkörper im Bereich der Stadt Nürnberg (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 20: C hemischer Zustand der Fließgewässer (ohne ubiquitäre Stoffe) (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 21: Ö kologischer Zustand der Fließgewässer (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 22: A usweisungsmessnetz und zu betrachtende Grundwasserkörper (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 23: G ebietskulisse belastete Gebiete (Quelle: Wasserwirtschaftsamt Nürnberg)

Karte 24: Ü bersichtskarte über die geographische Lage der Stadt Nürnberg in Deutschland und über die räumliche Verteilung der Grundwassermessstellen (Quelle: J. Schweighofer; Luftbild: ESA hompage, Satellit Sentinel 2A)

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang V 199

Karte 25: G rundwasser-Temperaturen in Nürnberg. Die Messdaten stammen aus dem Temperatur-Monitoring zwischen 2019 und 2021. Klar erkennbar ist eine Boden- und Grundwassererwärmung vom Stadtrand zum Stadtzentrum. Es wurden dabei Temperaturen zwischen 9,5 und 16°C gemessen (Quelle: J.Schweighofer)

Karte 26: Ü berblick über die geothermischen Nutzung in Nürnberg (Stand 12/2022) (Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 27: A uszug aus dem Geoportal Kanton Zürich: Erdwärmesonden (hell- und dunkelgrüne Punkte); (Quelle: Geoportal Schweiz, Wärmenutzungsatlas; © GIS-ZH, Kanton Zürich [46])

Karte 28: G rundwasser- und Datenloggermessstellen des Grundwassermonitorings Nürnberg (Stand 2022; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 29: n aturräumliche Lage des Stadtgebietes von Nürnberg mit besonderem Blick auf die Höhenlage und Oberflächengewässer (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt; Digitales Höhenmodell DGM25: Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung 2021)

Karte 30: E rgiebigkeit der Grundwasservorkommen in Deutschland (Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, verändert)

Karte 31: S chema der Überleitung Donau-Main (Quelle: WWA Ansbach)

Karte 32: D as Stadtgebiet von Nürnberg: grobe Einteilung der Beeinflussung des Wasserhaushalt in Abhängigkeit von Nutzungsarten - gemäß ALKIS-Daten, Allgemeines Liegenschaftskataster, Stand 2023

Karte 33: R äumliche Verteilung der relevanten oberflächennahen hydrogeologischen Einheiten im Großraum Nürnberg (LfU, 2009) mit Auswahl repräsentativer staatlicher Grundwassermessstellen in den hydrogeologischen Einheiten des Quartär, Jura und Keuper (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Karte 34: M ittlere jährliche Grundwasserneubildung aus Niederschlag (mm/a) in der Region Nürnberg im Zeitraum 1991-2020 (links) und Abnahme der Grundwasserneubildungsraten (mm/a) in der Dekade 2012-2021 (rechts) (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, LfU)

Karte 35: V erteilung der in Betrieb befindlichen Entnahmebrunnen im Stadtgebiet nach Nutzungsarten - Stand 2022 (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 36: V erteilung der in Betrieb befindlichen Entnahmebrunnen im Stadtgebiet mit Darstellung der tatsächlichen Entnahmemengen - jährliche Entnahmemenge als Mittelwert zwischen 2017-2022 (Quelle Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Karte 37: P rojizierte Darstellung der alten Ausführungspläne des Drainagesystems (Lage ungefähr) (Quelle: Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum; Kartengrundlagen: Stadt Nürnberg, Stadtentwässerung und Umweltanalytik (SUN); Luftbild: Bayerische Vermessungsverwaltug)

Karte 38: Ü bersicht Wassergewinnung (Quelle: N-ERGIE AG)

Karte 39: G rundwassergleichenplan Bebauungsplan „Wetzendorf“ (Quelle: R&H Umwelt GmbH [109])

Karte 40: F lurabstandskarte Bebauungsplan „Wetzendorf“ (Quelle: R&H Umwelt GmbH [109])

Karte 41: E ntwässerungskonzept Bebauungsplan „Wetzendorf“ Teil A (Quelle: Björnsen Beratende Ingenieure GmbH [110])

Karte 42: E ntwässerungskonzept Bebauungsplan „Wetzendorf“ Teil B (Quelle: Björnsen Beratende Ingenieure GmbH [110])

Karte 43: G eologische und hydrographische Karte des Modellgebiets zwischen der Gartenstadt und Rangierbahnhof/Nürnberg im N und Worzeldorf im S mit dem LDM-Kanal sowie den Oberflächengewässern. Erstellt nach Angaben von FUCHS (1956), BERGER (1978, 1979) sowie BAER (2011) (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Karte 44: K arte des LDM-Kanals mit den Schleusen 66 bis 74, den Vorflutern mit Leitgräben sowie den modellierten Oberflächen-Abflüsse der Niederschlagswässer im Modellgebiet zwischen der Gartenstadt und Rangierbahnhof/ Nürnberg im N und Worzeldorf im S. Die einzelnen Teil-Einzugsgebiete I bis VII E’ des LDM-Kanals mit Abstromrichtungen und den Einzugsgebieten der Oberflächengewässer sind zur besseren Unterscheidungsmöglichkeit mit kräftig gehaltenen Farbtönen hinterlegt (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

200 Anhang VI GRUNDWASSERBERICHT 2023

Anhang VI

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ü bersicht der Hauptschadstoffe und Leitparameter

Tabelle 2: P rüfwerte für PFAS für den Wirkungspfad Boden-Grundwasser gemäß neuer BBodSchV (Stand 01.08.2023)

Tabelle 3: P FAS-Schadensfälle im Stadtgebiet von Nürnberg; Stand 06/2023

Tabelle 4: Ü bersicht der Grundwassersanierungen, differenziert nach Schadstoffgruppen, Stand 08/2023

Tabelle 5: Ü bersicht, Datenerhebung an ausgewählten Messstellen zur Überwachung der Temperaturänderungen im Boden und Grundwasser im Zeitraum 2015 – 2020 (Quelle: J. Schweighofer).

Tabelle 6: Vergleich der geothermischen jährlich erzeugten geothermischen Endenergie Schweiz – Deutschland; Stand 2021 (Quelle: A. Eber)

Tabelle 7: H och- und Tiefstände der 10-jährigen Zeitreihen von Datenlogger-Messreihen

Tabelle 8: G rundwassersituation bei den Grundwasserkarten der Grundwasserberichte Nürnberg

Tabelle 9: G esamtüberblick über die Wasserversorgung im Stadtgebiet Nürnberg im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2022

Tabelle 10: D ie zehn wärmsten Jahre an der Messstation Nürnberg-Flughafen (Stationsdaten: DWD; Quelle: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Tabelle 11: V ergleich der klimatologischen Parameter für die Klimareferenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 (Stationsdaten Messstelle Flughafen: DWD; Auswertung: Stadt Nürnberg, Umweltamt)

Tabelle 12: Ü berblick über Grundwasserentnahmen im Stadtgebiet; Mittelwerte zwischen 2017 bis 2022 - inzwischen stillgelegte Anlagen sind hierin noch anteilig enthalten vgl. auch Diagramm 34

Tabelle 13: D ie Vorfluter-Einzugsgebiete östlich des LDM-Kanals im Südlichen Nürnberger Reichswald (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Tabelle 14: A ktuelle Länge der LDM-Kanalhaltungen sowie der Schleusen mit den heutigen Wassertiefen und die hieraus berechneten Wasservolumina im Vergleich zu den maximal aufnehmbaren Wassermengen bei ursprünglichen Wassertiefen der Haltungen und Schleusen (Quelle: A.Baier, FAU Erlangen-Nürnberg)

Tabelle 15: M aßnahmenspektrum zur Überflutungsvorsorge nach DWA M- 119 [139]

Anhang VII

Literaturverzeichnis

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[96] D EUTSCHER WETTERDIENST (DWD): „Niederschlag: vieljährige Mittelwerte 1981 - 2010,“ 11 02 2021. [Online]. Available: https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimadatendeutschland/mittelwerte/nieder_8110_fest_html. html?view=nasPublication&nn=16102. [Zugriff am 31 07 2023].

[97] B DEW BUNDESVERBAND DER ENERGIE- UND WASSERWIRTSCHAFT E.V.: „Trinkwasserverwendung im Haushalt 2021,“ 30 03 2022. [Online]. Available: https://www.bdew.de/media/documents/Trinkwasserverwendung_im_ HH_2021_jaehrlich_o_online_Hk_30032022.pdf. [Zugriff am 31 07 2023].

[98] S TADT NÜRNBERG: „Gewässerbenutzung,“ 2023. [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/internet/umweltamt/gewaesserbenutzung.html.

[99] B ERNHARDT JJ, ROFLES L, KREINS P, HENSELER M: „Ermittlung des regionalen Bewässerungsbedarfs für die Landwirtschaft in Bayern,“ Braunschweig, Johann Heinrich von Thünen-Institut, 2022.

[100] A RBEITSGEMEINSCHAFT LANDTECHNIK UND LANDWIRTSCHAFTLICHES BAUWESEN IN BAYERN E.V. (ALB BAYERN): „Bewässerungs-App,“ [Online]. Available: https://www.alb-bayern.de/De/Bewaesserung/Steuerungsmodelle/steuerung-beregnung-entscheidungshilfe_BewaesserungsApp.html. [Zugriff am 31 07 2023].

[101] S TADT NÜRNBERG: „Beschluss des Umweltausschusses vom 09.10.2013 und des Stadtplanungsausschusses vom 07.11.2013,“ Ratsinformationssystem der Stadt Nürnberg, Nürnberg.

[102] B UND/LÄNDER-ARBEITSGEMEINSCHAFT WASSER (LAWA): „Auf dem Weg zur wassersensiblen Stadtentwicklung - Erfordernisse aus Sicht der Wasserwirtschaft,“ Berlin, Juni 2021.

[103] S TADT NÜRNBERG, UMWELTAMT: „Regenwasserbewirtschaftung,“ [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/ internet/umweltamt/regenwasser.html. [Zugriff am 31 07 2023].

[104] S TADT NÜRNBERG, STADTENTWÄSSERUNG UND UMWELTANALYTIK (SUN): „Zukunftsweisender und nachhaltiger Umgang mit Regenwasser,“ 03 2016. [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/imperia/md/sun/dokumente/sun/ regenwasser.pdf. [Zugriff am 31 07 2023].

[105] F ORSCHUNGSGESELLSCHAFT LANDSCHAFTSENTWICKLUNG LANDSCHAFTSBAU E.V. (FLL): „Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen,“ 2018.

[106] B GMR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN GMBH / STADT NÜRNBERG, REFERAT FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT: Mehr Grün im Nürnberger Süden - Eine Potentialanalyse, Berlin, 2022.

[107] W INKLER, M.; MATZINGER, A.; ANTEROLA, J.; FRICK-TRZEBITZKY, F.; PILLEN, J.; SCHRAMM, E.: „Infokarten für die Planung blau-grün-grauer Infrastrukturen. Forschungsverbund NetWORKS,“ Frankfurt am Main, 2022.

[108] S TADT NÜRNBERG, UMWELTAMT: „Freiraumkonzept Nürnberger Süden,“ [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/internet/umweltamt/freiraumkonzeptnuernbergersueden.html. [Zugriff am 31 07 2023].

[109] R & H UMWELT GMBH/ DEISSINGER, PAUL: Erkundung der Grundwassersituation Bebauungsplan Nr. 4641 "Wetzendorf" - Gutachten, Nürnberg, 2021.

[110] B JÖRNSEN BERATENDE INGENIEURE GMBH: Planung Stadtteilpark "Wetzendorf" Bebaungsplan Nr. 4641 - Entwässerungskonzept, 2022.

[111] C ARSTENSEN D., ROSTAN F., VOLLWEILER T., KÖGEL M.: „Machbarkeitsstudi und limnologische Bewertung der neuen Wasserfläche Tiefes Feld,“ Technische Hochschule Nürnberg, Institiut für Wasserbau und Wasserwirtschaft Nürnberg, Nürnberg, 2020.

[112] A DLEROLESCH LANDSCHAFTSARCHITEKTEN: „Tiefes Feld Nürnberg - Freiflächenrahmenplan,“ Nürnberg, 2021.

[113] R AMBOLL STUDIO DREISEITL/HENNING LARSEN - ANDREA, LEA/ GASSER, VERENA/ BRÜCKMANN, STEFAN: B-Plan 4445A, 4445B Aktualisierung und Fortschreibung des bestehenden Regenwasser Entwässerungskonzeptes und 4445C mit Freiflächenrahmeplan, 2021.

[114] S TADT NÜRNBERG, REFERAT FÜR UMWELT UND GESUNDHEIT, UMWELTAMT: „Grüner Weg zum Faberwald - Konzeptstudie,“ Nürnberg, 2021.

[115] K RON, W.; LOW, P.; KUNDZEWICZ, Z. W.: „Changes in risk of extreme weather events in Europe,“ Environ. Sci. Policy 100, pp. 74-83, 2019.

[116] D EUTSCHE PRESSE-AGENTUR (DPA): „Die schlimmste Dürreperiode seit mindestens 500 Jahren,“ Nordbayerische Nachrichten, 24 08 2022.

[117] E NGLISCH, R.: „In Franken herrscht jordanisches Klima. Umweltminister Thorsten Glauber plant eine gigantische Ringleitung, die den Norden mit Wasser aus dem Süden versorgen soll,“ Nürnberger Nachrichten, 23 07 2022.

[118] B ÖLLER, H.: „Die Stadt, ein heißes Pflaster. In Nürnberg kann es bis zu zehn Grad wärmer sein als im Umland, der Kampf um Kühle stößt oft an Grenzen,“ Nürnberger Nachrichten, 18 07 2022.

[119] H ELIK-ACHNEK, W.: „Freiraumkonzept für mehr Grün. Wo es viel zu wenig Grünflächen gibt - und warum sich das so schnell nicht ändert,“ Nürnberger Nachrichten, 25 10 2022.

[120] S TADT NÜRNBERG, STIFTUNG BÄUME FÜR NÜRNBERG: „Mehr Grün für Nürnberg,“ [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/internet/baumstiftung/ziele.html. [Zugriff am 1 08 2023].

[121] S TADT NÜRNBERG, SERVICEBETRIEB ÖFFENTLICHER RAUM: „Straßenbaumbericht 2019,“ Nürnberg, 2019.

[122] N ÜRNBERGER NACHRICHTEN: „Auszeichnung für die Wässerwiesen Rednitztal,“ 22 09 2022.

[123] D EUTSCHE VEREINIGUNG FÜR WASSERWIRTSCHAFT, ABWASSER UND ABFALL E. V. (DWA): „Arbeitsblatt DWA-A 138. Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser,“ 2006.

[124] D EUTSCHE VEREINIGUNG FÜR WASSERWIRTSCHAFT, ABWASSER UND ABFALL E. V. (DWA): „Kommentar zum Regelwerk Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser. Kommentar zum Arbeitsblatt DWA-A 138,“ 2009.

[125] H AFENCITY UNIVERSITÄT HAMBURG: „Vitalisierung technischer Lebensräume - Planung und Umsetzung von Pflanzgruben,“ 2020. [Online]. Available: https://www.hcu-hamburg.de/research/forschungsgruppen/reap/reap-projekte/ bluegreenstreets/vitalisierung-technischer-lebensraeume/. [Zugriff am 1 08 2023].

[126] E UROPÄISCHE KOMMISION: „Water reuse - Managing water resources more efficiently and facilitating water reuse in the EU,“ [Online]. Available: https://environment.ec.europa.eu/topics/water/water-reuse_en. [Zugriff am 1 08 2023].

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[128] U NIVERSITÄT ZÜRICH: „crowd water,“ [Online]. Available: https://crowdwater.ch/de/home/. [Zugriff am 1 08 2023].

[129] D EUTSCHE PRESSE-AGENTUR: „Immense Bedeutung für uns alle. Das Bundeskabinett beschließt eine Nationale Wasserstrategie,“ Nordbayerische Nachrichten Nürnberg, 16 03 2023.

[130] F RANZKE, J.: „Auf den Spuren des alten Kanals,“ in [Liedel, H. & Dollhopf, H.]: Der alte Kanal damals und heute, Würzburg, Stürz-Verlag, 1981, pp. 46-51.

[131] M USEEN DER STADT NÜRNBERG: „Der Ludwigs-Donau-Mainkanal. Ausstellung im Stadtmuseum Fembohaus anläßlich der Eröffnung des Nürnberger Staatshafens,“ Nürnberg, Fränkische Verlagsanstalt und Buchdruckerei GmbH, 1972.

[132] S CHREYL, K.-H.: „Der Ludwigs-Donau-Main-Kanal,“ in [Museen der Stadt Nürnberg]: Ausstellung im Stadtmuseum Fembohaus anläßlich der Eröffnung des Nürnberger Staatshafens, Nürnberg, Fränkische Verlagsanstalt und Buchdruckerei GmbH, 1972, pp. 5-23.

[133] V ON PECHMANN, H.: Der Ludwig-Canal: Eine kurze Beschreibung dieses Canales und die Ausführung desselben, München: Jos. Lindauer’sche Buchhandlung, 1846.

[134] I LLMANN, R.: „Auf den Spuren des Ludwig-Donau-Main-Kanals. Eine Bestandsaufnahme nach 175 Jahren,“ Natur und Mensch. Jahresmitteilungen 2020 der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V., 2022.

[135] B RUCKNER, D.; SEUSS, J.: 111 Orte in Nürnberg, die man gesehen haben muss, Köln: Emons-Verlag, 2022.

[136] B IRZER, F.:Der Schwarzach-Brückkanal, Erlangen, Geol. Bl. NO-Bayern 30, 3/4: 196-202, Erlangen 1980.

[137] B ERGER, K.B.: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1:25.000, Blatt Nr. 6633 Feucht., München, 1979.

[138] B AIER, A.: „Wichtige hydrogeologische Einheiten und deren Ausprägung,“ in [Stadt Nürnberg. Referat für Umwelt und Gesundheit]: Grundwasserbericht 2017, Nürnberg, 2018.

[139] SCHULTHEIS, F.: Der Ludwig-Kanal. Seine Entstehung und Bedeutung als Handels-Strasse, Nürnberg, 1847.

[140] SCHÜSSEL, J.: „Die Zerstörung eines Lebensraumes mit “Ausnahmegenehmigung” der Höheren Naturschutzbehörde,“ Natur und Mensch. Jahresmitteilungen 1984 der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V., pp. 73-76, 1985.

[141] S CHMITT, T. ET AL.: „Einheitliches Konzept zur Bewertung von Starkregenereignissen mittels Starkregenindex,“ Korrespondenz Abwasser, Abfall 65(2), pp. 113-120, 2018.

[142] D EUTSCHER WETTERDIENST (DWD): „KOSTRA-DWD,“ [Online]. Available: https://www.dwd.de/DE/leistungen/kostra_dwd_rasterwerte/kostra_dwd_rasterwerte.html. [Zugriff am 1 08 2023].

[143] D EUTSCHE VEREINIGUNG FÜR WASSERWIRTSCHAFT, ABWASSER UND ABFALL E. V. (DWA): „DWA M-119: Risikomanagement in der kommunalen Überflutungsvorsorge für Entwässerungssysteme bei Starkregen,“ 11 2016.

[144] S TADT NÜRNBERG, AMT FÜR KOMMUNIKATION UND STADTMARKETING: „Pressemitteilung: Neues Regenrückhaltebecken stärkt Kanalsystem gegen Starkregen,“ 30 05 2023. [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/presse/ mitteilungen/presse_85377.html. [Zugriff am 1 08 2023].

[145] B AYERISCHES LANDESAMT FÜR UMWELT: „Checkliste: So schützen Sie sich vor Hochwasser,“ 11 2018. [Online]. Available: https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_127_hochwasser_checkliste.pdf. [Zugriff am 1 08 2023].

[146] STADT NÜRNBERG, UMWELTAUSSCHUSS am 06.10.2021: TOP Ö 2 - Umgang mit Starkregenereignissen, 2021.

[147] E UROPÄISCHES PARLAMENT UND RAT DER EUROPÄOSCHEN UNION: „Richtlinie 2007/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates - über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken,“ 27 10 2007. [Online]. Available: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32007L0060. [Zugriff am 27 10 2023].

[148] S TADT NÜRNBERG, UMWELTAMT: „Sicherung von Überschwemmungsgebieten,“ [Online]. Available: https://www.nuernberg.de/internet/umweltamt/uig_ueberschwemmungsgebiete.html. [Zugriff am 1 08 2023].

[149] S TADT NÜRNBERG: Satzung der Stadt Nürnberg über die Begrünung baulicher Anlagen und unbebauter Flächen (Begrünungssatzung - BegrS), 2022.

[150] C HRISTEN, A. UBC GEOGRAPHY: [Online]. Available: www.flickr.com/photos/140969380@N07/33362501875/in/ photostream, CC BY 2.0.

208 Anhang VIII GRUNDWASSERBERICHT 2023

Anhang VIII

Autorenverzeichnis

Textbeiträge externer Organisationen:

Splitgerber, H. Wasserwirtschaftsamt Nürnberg; Allersberger Straße 17/19; 90461 Nürnberg 1.1.4 Grundwasserbelastungssituation im Knoblauchsland –Sonderuntersuchungsprogramm des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg

Dr. Frühauf, H. Wasserwirtschaftsamt Nürnberg; Allersberger Straße 17/19; 90461 Nürnberg 1.1.5 Zustand der Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie 1.1.6 Nitratbelastete Gebiete – Ausweisung Roter Gebiete nach Düngeverordnung

Spirkaneder, A. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG); Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg 1.1.7.1 Optimierung der Düngung

Hofbauer, J. Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim; Jahnstraße 7; 90763 Fürth 1.1.7.2 Vorgaben und Entwicklungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Dr. Schweighofer, J. GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg; Schlossgarten 5; 91054 Erlangen 1.2.2 Grundwassertemperaturverteilung in Nürnberg

Eber, A. Privater Sachverständiger der Wasserwirtschaft (PSW); EBR – Alexander Eber - Geo- & umwelttechnische Planung und Beratung, Buschweg 34, 90768 Fürth 1.2.4 Thermische Interaktion und gegenseitige Beeinflussung geothermischer Anlagen

Dr. Kopp, B.; Dr. Neumann, J. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 92; Hans-Högn-Straße 12; 95030 Hof/Saale 2.3.3 Grundwasserneubildung und Grundwasserstände in der Region Nürnberg – Entwicklungen in der Vergangenheit und Ausblick in die Zukunft

Pavlik, J. N-ERGIE Aktiengesellschaft; Am Plärrer 43; 90429 Nürnberg 2.5 Trinkwasserversorgung der Stadt Nürnberg – Entwicklung in den Wasserschutzgebieten

Dunger, S. Wasserverband Knoblauchsland; Hofwiesenweg 11; 90427 Nürnberg 2.6.2 Herausforderungen für die Bewässerung des Knoblauchslandes

Dr. Dümig, A. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG); Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg 2.6.3 Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Bewässerung im Garten- und Ackerbau

Prof. Dr. Barth, J.A.C.; Dr. Baier, A. GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg; Schlossgarten 5; 91054 Erlangen 2.7.3 Hydrogeologische Strategieplanungen zur Schwammstadt in Nürnberg

GRUNDWASSERBERICHT 2023 Anhang VIII 209

Textbeiträge der Stadtverwaltung:

Walthelm, B.; Dr. Köppel, K. Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit; Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg Vorwort

Wellmann, M. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg Zusammenfassung

Heinel, A. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 1.1.3 Grundwasserbelastungssituation im Stadtgebiet – PFAS

Heinel, A., Späth, D., Schneeweis, B. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 1.1.8 Nachsorgender Grundwasserschutz

Heinel, A.; Veit, C.; Näpfel-Löder, K.; Brückner, A. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 1.2.3 Aktueller Stand der Nutzung von Geothermie in Nürnberg

Albrecht, A. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 2.3.1 Klimatische Entwicklung in Nürnberg 2.8.1 Umgang mit Starkregen im Stadtgebiet Nürnberg

Stadler, S. Stadt Nürnberg, Servicebetrieb Öffentlicher Raum; Sulzbacher Straße 2-6; 90489 Nürnberg 2.4 Auswirkungen eines verändernden Wasserhaushalts auf den Naturhaushalt am Beispiel des Marienbergweihers

Zollinger, S. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 2.6.1 Grundwasserschutz im Rechtsvollzug – Das Wasserecht und die Begutachtungspraxis bei Entnahmegenehmigungen

Rech, R. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 2.7.1 Versickerung von Niederschlagswasser – Aktueller Stand

Rech, R.; Jäger, L. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg 2.7.2.1 Umgang mit Niederschlagswasser in der Bauleitplanung

Löhr, G.; Schuster, S. Stadt Nürnberg, Umweltamt; Bauhof 2; 90402 Nürnberg Alle weiteren Texte

Weitere Informationen und Publikationen: Referat für Umwelt und Gesundheit: www.umweltreferat.nuernberg.de Umweltamt der Stadt Nürnberg: www.umwelt.nuernberg.de

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