CSU
BÜNDNIS 90
DIE GNÜNEN
i Nürnberg
AK 4-
An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg ______ r— r-> * I- I P Marcus König Rathaus 90403 Nürnberg
schritt vor.ocen Nürnberg, 08. Februar 2022 Antragsteller: Schuh, Kayser, Bielmeier
Oberflächenwasser nutzen, Versickern statt Versiegeln - Naturnahes Regenwasserma'
nagement auf öffentlichen Plätzen und Wegen als Baustein zur Schwammstadt
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der Klimawandel bringt immer öfter Extremwetterereignisse und hohe Niederschlagsmengen mit sich. Die Kanalisation kann entsprechend umfangreiche Regenmengen durch die hohe Menge an versiegelten Flächen in der Stadt auf öffentlichen Plätzen und Wegen oftmals nicht mehr auf nehmen. Auch jenseits von Katastrophenszenarien müssen wir in der Stadt deshalb Wasser zu rückhalten.
Wie ein Schwamm sollte die Stadt Regenwasser aufnehmen und wieder abgeben können. Des halb ist es besser Regenwasser vor Ort durch Verdunstung, Versickerung und Speicherung mit verschiedenen Systemen für die notwendige Klimaanpassung herzustellen. Viele Alternativen und Systeme sind in diesem Bereich bereits entwickelt und erprobt worden. So kann bspw. mit sogenannten Baumrigolen Regenwasser direkt am Baum gesammelt werden, in Grünflächen kann das Wasser so geleitet werden, dass Pflanzen lange etwas davon haben. Gute und vorbild liche Beispiele finden sich zudem auch in der Stadt Zürich, die hierzu eine umfassende Arbeits hilfe1 erarbeitet hat.
Im Zuge der städtischen Klimaanpassungsstrategie wurden bereits erste Maßnahmen für das Handlungsfeld Wasser/Niederschläge auf den Weg gebracht. Aus Sicht unserer Fraktionen be steht Handlungsbedarf, weitere notwendige Schritte für Nürnberg als „Schwammstadt“ einzulei ten und als gängige Verwaltungspraxis zu verstetigen. Im Bereich von Umbauten und Sanierun gen im Bestand, bei unseren Plätzen und Wegen, also bei Projekten im öffentlichen Raum, ist deshalb zukünftig die Möglichkeit einer Versickerung des anfallenden Regenabwassers zu prüfen und/oder weitere entsprechende Maßnahmen Im Sinne einer „Schwammstadt“ umzusetzen und einzurechnen.
Aus diesem Grund stellen die Stadtratsfraktionen von SPD, CSU und Bündnis 90/Die Grünen zur Behandlung im zuständigen Ausschuss den folgenden
1 https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/ted/Deutsch/taz/Fachunterlaqen/Publikationen und Broschueren/Fachwissen/Arbeitshilfe Versickerung Stadtraeume W2292 20150917.pdf
CSU Stadtratsfraktion
Nürnberg
BÜNDNIS 90
DtS GRÜNEN
Nürnberg
Antrag:
- Die Verwaltung berichtet über die verschiedenen Möglichkeiten das Oberflächenwasser
statt der Einleitung in die Kanalisation zur Klimaanpassung zu nutzen (z.B. durch Ableitung in Grünflächen, in Baumscheiben usw.) und entwickelt daraus Grundlagen und Standards für zukünftige Planungen;
- Die Verwaltung prüft, ob zukünftig beim Altstadtpflaster unter Beachtung der geltenden
Vorgaben des städtischen Gestalthandbuchs eine wasserdurchlässige Verfügung möglich ist.
- Die Verwaltung entwickelt feste Kriterien für den vermehrten Einsatz von
wassergebunden Decken für öffentliche Wege und Flächen mit weniger Belastung (z.B. bei der Um- und Neugestaltung von Plätzen und Wegen sowie zum Öffnen von Bestandflächen);
- Die Verwaltung legt Maßnahmen vor, um Regenabwasser im urbanen Raum zukünftig,
aber auch bei Umbauten von Plätzen und Straßen, vermehrt als Gestaltungselement einzusetzen (temporäre Wasserläufe, Wasserfälle, künstliche Becken), um damit Potentiale für die Entwässerung eröffnen (wie z.B. auch im „Tiefen Feld“);
- Die Verwaltung entwickelt eine „Arbeitshilfe Versickerung in Stadträumen“ für die
langfristige Entwicklung Nürnbergs als Schwammstadt;
- Die Verwaltung entwickelt Kriterien und Maßnahmen zur Verwendung von sog.
„Ökopflastern“ bei städtischen Neubauten im Stadtgebiet. Dabei werden auch mögliche Einsatzgebiete (bspw. auf Parkplätzen etc.), aufgezeigt.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Krieglstein Thorsten Brehm Achim Mletzko CSU-Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktionsvorsitzender Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN