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01 Bericht

Anlage · 15.11.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Verkehr & Mobilität Sicherheit & Ordnung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Abschluss der Vorplanung zum Ausbau der Kongresshalle im Rahmen ihrer kulturellen

Nutzbarmachung

Am 21. Oktober 2023 legte das Architekturbüro gmp den abschließenden Planstand der Vorplanung für den Ausbau des hufeisenförmigen Bestandsbaus der Kongresshalle vor. Eingetragen sind dort Nutzungen für die Ermöglichungsräume für Kunst und Kultur sowie für das Staatstheater Nürnberg in zehn der insgesamt 16 Sektoren. Die verbleibenden südlichen sechs Sektoren bleiben einer (einfachen) Lagernutzung möglichst unverändert vorbehalten. Die Planungen erfolgten eng orientiert an den baulichen Gegebenheiten des Bestandes unter weitestgehender Berücksichtigung der vorhandenen Raumzuschnitte. Auf erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz wird aus denkmalpflegerischen und wirtschaftlichen Gründen, wo immer möglich, verzichtet. Der Bestandsbau ist künftig wie folgt belegt:

 In den Sektoren I und II ist das nach außen wirkende „Präsentationshaus“ der Ermöglichungsräume mit hauptsächlich Veranstaltungs- und Galerieräumen verortet. Im Sockelgeschoss befinden sich hier zudem Bandprobenräume und im obersten Geschoss zusätzlich Verwaltungsflächen.

 Die Sektoren IX und X umfassen das „Produktionshaus“ der Ermöglichungsräume, das im Wesentlichen Atelierflächen und im obersten Zwischengeschoss einen Tanzprobenraum beinhaltet.  Umrahmt von den vorgenannten Nutzungen liegen in den Sektoren III bis VIII die Räume des Staatstheaters Nürnberg. Dabei handelt es sich sowohl um Publikumsbereiche – und im Besonderen um Foyers und Gastronomieflächen –, als auch um Verwaltungs- und Backstageflächen des Staatstheaters.

 In den zum Volksfestplatz hin orientierten Flächen des Sockelgeschosses (unterstes Geschoss) sind weiterhin Bedarfe einer Sicherheitswache (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste) im Zusammenhang mit der Durchführung der Volksfeste berücksichtigt und Flächen für den Süddeutschen Schaustellerverband eingeplant. Aufgrund ihrer Größe nicht im Bestand abbildbare Bedarfe des Staatstheaters sollen weiterhin in einem Ergänzungsbau im Nordwesten des sog. Innenhofs umgesetzt werden. Dieser Ergänzungsbau ist in den Plänen nicht dargestellt, da das Vergabeverfahren für Planung und Umsetzung dieses Baus noch läuft und entsprechende Informationen daher noch nicht vorliegen. Übergänge zwischen Bestand und Neubau sind ausschließlich an solchen Stellen vorgesehen, an denen (ggf. derzeit vermauerte) Öffnungen im baulichen Bestand bereits vorhanden sind; es werden keine zusätzlichen Öffnungen in den Außenwänden hergestellt. Der Zugang für die Öffentlichkeit sowohl zu den Ermöglichungsräumen als auch in das Staatstheater erfolgt ausschließlich über die Außenseite des Gebäudes und über den dortigen Arkadengang. Dieser ist wie bislang sowohl über eine Treppe gegenüber der Straßenbahnhaltestelle als auch über eine Rampe und die nördlichste der drei dem Gebäude vorgelagerten Aufschüttungen erreichbar. Auf der Aufschüttung besteht ein Vorplatz. Interne Zugänge und im Besonderen die Pforte des Staatstheaters samt Anlieferung befinden sich im Sockelgeschoss. Der sog. Innenhof wird – außer im Entfluchtungsfall – planmäßig vom Publikum des Staatstheaters nicht betreten. Aus logistischen Gründen findet dort die Andienung der

Hauptbühne statt. Eine darüberhinausgehende Befahrung ist nicht vorgesehen. Der Hof bleibt als wesentlicher Bestandteil der erinnerungskulturellen Arbeit des Doku-Zentrums weiterhin zugänglich. Die Hofflächen werden hinsichtlich der Barrierefreiheit und der Verkehrssicherheit überarbeitet. Das Gebäude wird insgesamt barrierefrei erschlossen und ist auch im Innern weitestgehend barrierefrei geplant. Die Vorplanung sieht die beabsichtigte offene Grundrissgestaltung mit fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Hauptnutzungen vor. Im Besonderen im Arkadengeschoss (Hauptzugangsebene) und im ersten Obergeschoss konnte ein Raumkontinuum umgesetzt werden, das die räumliche Wirkung des Bestands möglichst bewahrt:  Im Arkadengeschoss sind direkte Übergänge zwischen dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, dem „Präsentationshaus“ der Ermöglichungsräume und den Eingangsbereichen und Foyers des Staatstheaters möglich. Am südlichen Ende befindet sich dort eine Gastronomiefläche, die den Arkadengang einbezieht.  Im ersten Obergeschoss grenzt die große Galerie der Ermöglichungsräume an Foyer und Veranstaltungsflächen des Staatstheaters und diese wiederum an die Gastronomie des Staatstheaters. Auch dort sind freie Übergänge vorgesehen. Die Gastronomieflächen in Arkaden- und erstem Obergeschoss sind (auch aus logistischen Gründen) miteinander verbunden. Die monumentale und hofseitig umlaufende, überdimensionierte Flügeltreppenanlage konnte sinnvoll in die Planung integriert werden und bietet beispielsweise als Tribüne für kleinere Veranstaltungsformate, aber auch als Verbindung zwischen den einzelnen Bereichen und als gemeinsamer Aufgang zu Ermöglichungsräumen und Staatstheater einen Mehrwert. Die Möglichkeit synergetischer Nutzungen zwischen Doku-Zentrum, Ermöglichungsräumen und Staatstheater in unterschiedlichsten Bereichen ist planerisch u.a. wie folgt angelegt:  Bandprobenräume und Tonstudio der Ermöglichungsräume liegen im Sockelgeschoss unmittelbar benachbart zu den Übungsräumen der Staatsphilharmonie. Zwischen beiden Bereichen ist ein interner Übergang vorgesehen, der den künstlerischen Austausch ermöglichen soll.  Die Proberäume des Ballettzentrums des Staatstheaters liegen benachbart zum Tanzprobensaal der Ermöglichungsräume in den obersten Geschossen. Auch hier ist ein interner Übergang möglich.  Im Arkadengeschoss befinden sich die Tageswerkstätten des Staatstheaters in der Nähe zur Werkstatt und zum Produktionshaus der Ermöglichungsräume und ermöglichen so auch einen handwerklichen Austausch.  Der Performanceraum der Ermöglichungsräume im obersten Zwischengeschoss des Sektors II grenzt an die Proberäume des Staatstheaters. Hier ist sowohl ein künstlerischer als auch bühnenbetrieblicher Austausch möglich.  Die Galerie der Ermöglichungsräume im ersten Obergeschoss liegt unmittelbar neben den Foyerflächen des Staatstheaters. Ausstellungen können sich über beide Bereiche erstrecken. Ein Galeriebesuch ist beispielsweise auch während der Pause einer Vorstellung des Staatstheaters oder vor/ nach einer Veranstaltung dort möglich.  Gastronomische Einrichtungen können gemeinsam genutzt werden.

 Einige Räume sind als „Schalträume“ mehreren angrenzenden Bereichen zugeordnet und können flexibel, gemeinsam oder getrennt genutzt werden.

 Unmittelbar zwischen Doku-Zentrum und Ermöglichungsräumen ist ein Aufgang auf das Dach geplant, der von allen Nutzergruppen vor Ort, aber auch völlig unabhängig von Extern genutzt werden kann. Die Herrichtung des Bestands für die vorbeschriebenen Nutzungen sieht einen einfachen bis einfachsten Ausbau im Sinne eines erschlossenen Rohbaus vor, wobei das derzeitige Erscheinungsbild möglichst bewahrt werden soll. Dies bedeutet, dass die vorhandenen Oberflächen im Innern gereinigt werden, dass auf ein Verputzen oder einen Neuanstrich aber, wo immer möglich, verzichtet werden soll. Wand- und Bodenbeläge werden nur dort umgesetzt, wo dies unbedingt erforderlich ist, z.B. aus hygienischen Gründen in der Küche oder in Sanitärräumen. Technische Installationen werden weitgehend sichtbar geführt. Es ist eine zweckmäßige Ausstattung vorgesehen. Aus Gründen des Brandschutzes ist eine Sprinklerung des Gebäudes und die Ausbildung von brandlastfreien Zonen vorgesehen. Hierdurch soll auf einen Einbau von Brandwänden über die Gesamthöhe des Gebäudes, der den bisherigen Raumeindruck stark beinträchtigen würde, möglichst verzichtet werden. Neben der Objektplanung für den Ausbau erfolgten Planungen für die Behebung statischer Schäden und zur Herstellung der Verkehrssicherheit sowie für den Austausch bzw. den erstmaligen Einbau von Fenstern und Toren bzw. Türen nach energetischen Anforderungen und im Hinblick auf eine angemessene Versorgung mit Tageslicht. Als wesentliche Voraussetzung einer Nutzung des Gebäudes wurden baurechtskonforme Flucht- und Rettungswege samt erforderlicher Feuerwehraufzüge konzipiert. Dies beinhaltet die Erweiterung bestehender Treppenräume in das bislang nur mit zwei Treppen unzureichend erschlossene dritte Obergeschoss. Weiter wurde eine Erneuerung der schadhaften Dächer geplant. Auf dem Hauptdach ist die Herstellung eines extensiv begrünten Retentionsdaches mit Photovoltaikanlage vorgesehen. Anfallendes Regenwasser soll möglichst auf dem Grundstück zur Versickerung gebracht werden. Maßnahmen an den Fassaden sind nur im stark reduzierten und unbedingt erforderlichen Umfang (Standsicherheit, geordnete Wasserabführung etc.) projektiert. Die (wenigen) im Gebäude vorhandenen Oberflächenfassungen (Flakhelfermalereien im dritten Obergeschoss, [typo-] grafische Artefakte der Bauausstellung und der Schau „900 Jahre Nürnberg“ aus den Jahren 1949/ 50 und im Besonderen das „Café Königshof“) werden gesichert, erhalten und – soweit möglich – zugänglich gemacht. In Räumen mit Artefakten wurde eine Nutzung vorgesehen, die deren Erhalt und Präsentation ermöglicht. Ausgehend von den nun vorliegenden Objektplanungen erfolgen im Rahmen der Entwurfsplanung vertiefte Planungen für die technische Gebäudeausrüstung. Auch hier wird das Ziel der Einfachheit verfolgt. In Abstimmung mit dem Bauphysiker und technischen Beratern wurde ein möglichst natürlich und über die Fenster belüftetes Gebäude konzipiert. Dies bedeutet, dass mechanische Lüftungsanlagen möglichst nur für innenliegende Räume (ohne Fenster) vorgesehen werden.

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