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← Sitzung des Werkausschusses Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) (15.11.2023)

Erläuterungsbericht

Anlage · 15.11.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Erlenstegen Schoppershof Umwelt & Klima

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

850.1-G-0 Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg Anlage 1

E r l ä u t e r u n g s b e r i c h t

Sanierung der Grünanlage mit Bolzplatz an der Hardenbergstraße: BA 4-6 Rechenberganlage

Gemarkung Schoppershof Flur. Nr. 283, 296/0, 300/3, 300/10, 300/20, 312/0 Nettelbeckstraße bis Bismarckallee 2137610, 213711, 2160610, 216011 (Orts- bzw. Straßenbezeichnung) (Grünflächennutzungsart / Objektnummer)

Gesamtbaukosten: 2.000.000 EUR davon Einrichtung: 1.630.000 EUR

A) Allgemeiner Teil

  1. Kurze Begründung der Maßnahme: Die Rechenberganlage stellt als langgestreckter urbaner, zentral gelegener Parkstreifen einen wichtigen wohnungsnahen Freizeit- und Erholungsraum dar. Sie ist Teil einer Grünachse, die den Fenitzer Platz über den Rechenberg mit dem Erlenstegener Forst verbindet. Besondere Charakteristika des 5,5 ha großen Quartiersparks sind der wertvolle Baumbestand und die außergewöhnliche topographische Situation des Parks. Auf der Bergkuppe befinden sich neben der Sternwarte auch das Ludwig-Feuerbach-Denkmal, ein Spielplatz sowie ein Basketballplatz. Diese in den 60er und 70er Jahren errichteten Spielflächen für Kinder und Jugendliche sind beliebt, bedürfen aber ebenso wie der Aussichtspunkt um den Feuerbach-Kenotaph einer Modernisierung. Die westlich angrenzenden Gebiete weisen eine dichte Wohnbebauung mit überwiegender Blockrandbebauung, eine überdurchschnittliche Einwohnerdichte sowie einen geringen Anteil an privaten und öffentlichen Grünflächen auf. Besonders für die Bevölkerung im Stadtteil Rennweg ist die Grünanlage zur Erholung äußerst wichtig. Der Rechenberg ist ein wichtiger Kommunikationsraum für alle Generationen; er dient dem Aufenthalt und als Bewegungs- und Erholungsraum für die Stadtbevölkerung im näheren und weiteren Umkreis.

  2. Baugrundstück: (Angaben über Größe, Lage, Beschaffenheit, Eigentumsverhältnisse und Bauhindernisse) Flur.Nr. 283, 296, 300/3,300/10, 300/20, 312, Fläche 21.000m² Gemarkung Schoppershof, Eigentümer Stadt Nürnberg

  3. Entwurfsanordnung: (Erläuterung der Planung) Für die Sanierung des Parks wurden fünf Entwurfsprinzipien herausgearbeitet:

  4. Größe erhalten und herstellen! Die Großzügigkeit der Rechenberganlage ist durch die zum Teil verstellten Sichtachsen nur eingeschränkt wahrnehmbar. Unter Berücksichtigung des wertvollen Baumbestandes werden behutsam einige wenige Gehölze entfernt oder - wo möglich - verpflanzt, um die Weite des Raumes erfahrbar zu machen und Sichtachsen freizustellen.

  5. Ränder aktivieren Die Aktivierung der Ränder schützt in diesem wichtigen wohnungsnahen Freizeit- und Erholungsraum zum einen die großzügigen Rasen- und Wiesenflächen und vernetzt die Anlage gleichzeitig mit den angrenzenden Quartieren.

  6. Ränder aktivieren - Promenaden Die Winterpromenade ist in der kühlen Jahreszeit angenehm besonnt, auf der Sommerpromenade spaziert man in den heißen Monaten sonnengeschützt auf schattigen Wegen.

  7. Wegeverbindungen analysieren Die Rechenberganlage verfügt aktuell über ein in Teilen transitartiges Wegesystem. Es sind vor allem im östlichen Teil der Anlage keine Rundwege möglich, der Park wird durchquert, weniger erlebt. Den Raum barrierefrei zu erschließen ist aufgrund der topographischen Situation kaum möglich, aber die Umgestaltungen haben zum Ziel die Erschließung „barrierefreier“ zu gestalten.

4.1 Wegeverbindungen optimieren Um den Park für alle Besucher erlebbar zu gestalten, werden neue Wegeverbindungen hergestellt und alte verbessert. Ein Wegesystem aus Kreisläufen bietet dem Besucher die Möglichkeit auch kleine Runden durch den Park zu spazieren.

  1. Räume & grüne „Zimmer“ bilden Die Ausbildung von Räumen mit verschiedenen Nutzungsangeboten ermöglicht gleichzeitig die Zonierung nach Nutzungsintensitäten. So ergeben sich beispielsweise hochfrequentierte Spielbereiche neben weniger beanspruchten Wiesenflächen, die z.B. für die Biotopvernetzung wertvolle Bereiche darstellen.

Auf der Grundlage der im Masterplan festgelegten Entwurfsprinzipien wurde im Folgenden für drei Bauabschnitte ein vertiefter Entwurf erstellt.

  1. Abwicklung des Bauvorhabens: (Bauzeit, Bauabschnitte) Die Realisierung des 4.+5. Bauabschnittes ist ab März 2024 vorgesehen. Bauabschnitt 6 soll 2025 folgen. Im Idealfall wird eine gemeinsame Ausschreibung der ersten beiden angestrebt

  2. Zahl, Art und Größe der zu gewinnenden Nutzflächen: (z.B. Schmuckgrün, Spielplatzflächen, Sportflächen, Ruheplätze, kleingärtnerische Nutzflächen usw.) Gesamtfläche: 21.000m² Grünflächen: 17.000m² Befestigte Wegeflächen: 3.450m² Aktivitätsflächen (befestigt): 536m²

  3. Biodiversität / Naturschutzrelevante Planungsinhalte: Bei der Planung wurden verschiedene Aspekte zur Förderung von Insekten und zur Steigerung der Biodiversität berücksichtigt. Es entstehen extensive Bereiche und abwechslungsreiche Pflanzflächen mit Blühgehölzen, Ansaaten von Wiesenmischungen für Bienen und Insekten und Anpflanzungen von pollen- und nektarspendenden Geophyten- und Stauden.

  4. Ergebnis der Verhandlungen mit den Aufsichtsbehörden und beteiligten Dritten: (evtl. Einsprüche) Die Planung wurde in jeweils zweiteilige Kinder- und Jugend- sowie eine klassische Bürgerbeteiligung im Herbst 2018 sowie Frühjahr 2019 besprochen. Außerdem gab es einen Vorortspaziergang mit dem BV Jobst/Erlenstegen. Zusätzlich wurde ein Instruktionsverfahren SÖR mit Beteiligung der Sparten und städtischer Dienststellen durchgeführt. Weitere Abstimmungen in Vorentwurfs- und Entwurfsbesprechungen mit Beteiligung von SÖR/1, SÖR/1-G, SÖR/2-B3, SÖR/2-W8, SÖR/2-FK/G, SÖR/WB, Stpl/1-1, Stpl/3-1 und UwA/1.

  5. Geplante Finanzierung unter Angabe evtl. Beiträge Dritter: Masterplan Freiraum E5510071412U 2.000.000 €

  6. Folgekosten im Unterhalt, Bedarfsträger Die Folgekosten für die Grünanlage wurden anhand der Folgekostenberechnung (Pflegekosten-Matrix) ermittelt und betragen insgesamt 94.680€ jährlich (alle Bauabschnitte).

B) Baubeschreibung: (Art der Vegetation, technische Angaben über Be- und Entwässerung, Wege- und Platzflächen, Treppen und Mauern sowie sonstige bauliche Einrichtungen und Inventar)

4. Bauabschnitt: im Rechenbergpark -- Sportfeld Planetenrundweg

Die drei Parkabschnitte 'Sportfeld, Planetenweg' (BA 4), 'Nettelbeckstraße Baumrondell' (BA 5) und 'Witzlebenstraße /Bismarckstraße' (BA 6) folgen den Prinzipien des parkübergreifenden Masterplans der Rechenberganlage: Auf der einen Seite wird der Rechenbergpark als wichtiger Freizeit- und Erholungsraum als urbaner Parkstreifen optimiert. Auf der anderen Seite wird bei der Umgestaltung ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung und Inszenierung des alten Baumbestands sowie auf die Hervorhebung der topographischen Besonderheiten geachtet. Das bestehende, transitartige Wegesystem wird zu einem abwechslungsreichen Wegenetz mit Rundwegen und 'Aufenthaltsinseln' an einigen Wegekreuzungen/Knotenpunkten aufgebrochen. Die 'Aufenthaltsinseln' besitzen großzügige Sitzmöglichkeiten und markante Pflanzflächen/verschiedene Vegetationselemente, die Orientierung schaffen und für 'Sitzende' lebendige Perspektiven erzeugen - eine Einladung den Blick schweifen zu lassen und an den Inseln zu verweilen (siehe auch BA 5 und 6). Die Inseln sind ein gutes Beispiel für die Nutzungsschwerpunkte der gesamten Parkanlagen: Im Rechenbergpark wechseln sich punktuell gesetzte, intensive Nutzungsbereiche - die vor allem die Parkränder aktivieren - und extensiv genutzte bzw. frei nutzbare, weiten, großzügigen Flächen ab. 'Sportfeld, Planetenweg' (Rechenberg BA 4) In diesem Bauabschnitt die Lücke im Wegenetz geschlossen und der Rundweg vervollständigt. Durch den Rundweg entsteht ein Rasenoval. Der Rundweg ist gesäumt mit 50cm breiten Betonplatten, die Schriftinlays enthalten (bspw. Zitate Feuerbachs). Im großzügigen Rasenoval werden die bestehenden Sportflächen erneuert. Das große Sportfeld erhält einen Ballfangzaun und einen neuen Kunststoffbelag mit Linienmarkierung. Auf dem Feld werden die Tore wieder eingebaut. Daneben findet sich noch eine kleine Nische mit Tischtennisplatte und angrenzenden Sitzmöglichkeiten (2 Bänke). Die Aufenthaltsnischen im Bestand werden aufgelöst, das Wegesystem erneuert und der aktive Sport- und Aufenthaltsbereich in neue Pflanzfläche, umgeben von vielen Bestandsbäumen, eingegliedert. Die neuen Pflanzflächen unterteilen sich in niedrige, freiwachsenden Hecken und Staudenpflanzungen. An dem neuen Wegesystem sind Bänke angegliedert. Eine besondere Aufenthaltsinsel wird am Rand des aktiven Sportbereiches geplant: Ein breites Sitzelement mit Holzauflagen und Aussicht über die freie Wiese des Rasenovals. An den Parkrändern dieses Bauabschnittes werden die Bäume im Bestand erhalten und mit einer Heckenpflanzung ergänzt.

5. Bauabschnitt Baumrondell

Wie im Bauabschnitt 4 werden auch hier die Bestandsbäume am Parkrand erhalten und mit frei wachsenden Heckenpflanzungen ergänzt. Zwischen diesen Pflanzflächen befinden sich weitläufige Wiesenflächen. Der kleine Aussichtshügel akzentuiert die weitläufige Fläche. Die Bestandsbäume, die den Hügel umgeben, werden mit 2 Neupflanzungen ergänzt. Der Aufenthaltsbereich und die Zuwegung des kleinen Hügels werden erneuert und an die Form des Hügels angepasst. An der zentralen Wegkreuzung entsteht eine Aufenthaltsinsel mit einer langen Botenbank und einer 'Hingucker'-Bepflanzung (Staudenbeet). Vereinzelte Bänke und Mülleimer befinden sich entlang der Wege

6. Bauabschnitt Witzleben/Bismarckstraße

Die Wegeführung der dieses Bauabschnitts wird barrierefrei gestaltet und schließt für Fußgänger und Radfahrer direkt an das Parkübergreifende Wegenetz an: Im Norden endet der Parkweg direkt am Fußübergang Bismarkstraße. Im Südosten wird die Stufenanlage zu-

rückgebaut und ein barrierefreier Zugang geschaffen. Vereinzelt finden sich Sitzgelegenheiten in Form von Bänken entlang der Wege, Mülleimer werden zur Verfügung gestellt. An der Wegkreuzung befindet sich eine erhöhte Pflanzfläche. Zu den privaten Wohngärten entlang der Witzlebenstraße werden die Bestandsbäume mit Heckenpflanzungen ergänzt

Aufgestellt:

Nürnberg, den 04.10.2023 (Stempel und Unterschrift)

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