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Entscheidungsvorlage

Anlage · 25.10.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Langwasser Ältestenrat und Finanzausschuss Stadtentwicklung & Planung Umwelt & Klima Soziales & Gesundheit Rad- und Fußverkehr

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage Bauinvestitionscontrolling (BIC)

hier: Ferdinand-Drexler-Weg, Neugestaltung Grünanlage, BA 1

Die Maßnahme „Ferdinand-Drexler-Weg, Neugestaltung Grünanlage, BA 1“ wurde im Jahr 2020 für das BIC-Verfahren angemeldet und mit Beschluss der Referentenrunde vom 15.12.2020 in das BIC- Verfahren aufgenommen. Sie umfasst die Sanierung und Neugestaltung der Grünanlage.

Ausgangssituation und Planungsanlass

Die Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg wurde im Rahmen eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs 1956 im Stadtteil Langwasser erstellt. Aufgrund der Ergebnisse des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK „Nürnberg-Südost“ wurde 2016 das Gebiet „Nürnberg- Langwasser“ als Stadterneuerungsgebiet im Stadtrat ausgewiesen.

Die öffentliche Grünanlage ist in die Jahre gekommen (nach über 40 Jahren ohne Sanierung). Es ist eine Überplanung sowohl unter ökologisch-klimatischen als auch unter gestalterisch und funktionalen Aspekten erforderlich.

Die Stadt Nürnberg hat in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern einen Masterplan erarbeitet, in dem die Bauabschnitte und auch die maßgebenden Umsetzungsziele festgeschrieben wurden. Das Quartier wird wesentlich durch die gliedernden Grünzüge mit älterem Baumbestand geprägt und stellt aus freiraumplanerischer Sicht ein bedeutendes Potential dar, das den Wohnwert maßgeblich mitbestimmt. Die Neugestaltung der Grünanlage mit einer Gesamtfläche von ca. 30 ha wurde in 5-6 Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt soll nun umgesetzt werden.

Planung und Baubeschreibung

Der Bauabschnitt 1 umfasst eine Fläche von ca. 67.000 m². Er schließt den zentralen südlichen Bereich der Gesamtanlage mit dem Rodelberg ein und stellt auf einer Länge von 1,1 km die Querverbindung zwischen Glogauer Straße und Gleiwitzer Straße her.

Die bestehenden Wege sind alle asphaltiert oder gepflastert und größtenteils gewidmet und beleuchtet. Ein Teil der Wege wird künftig entwidmet und als Grünanlagenweg entwickelt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit teilweise die Beleuchtung zurückzunehmen. Die Hauptwege als getrennter Fuß- und Radweg welche die gesamte Parkanlage von der Salzbrunner Straße bis zur Liegnitzer Straße durchziehen, bleiben, bis auf den kurzen Teil Fußweg im Bereich des zentralen Platzes, als asphaltierte Wege auch in Zukunft erhalten. Der Fahrradweg wird in Teilbereichen verbreitert, aber stets in Abhängigkeit des umgebenden Baumbestandes, der die Wegebreite häufig reglementiert. Die Entwässerung aller Platz- und Wegeflächen wird vollständig in die umliegenden Grünflächen abgeleitet und damit dem natürlichen Wasserkreislauf zuteil.

Die Möglichkeiten zur Nutzung im Park sollen auf allen Ebenen verbessert werden. Ziel ist es, sowohl attraktive Räume für die Menschen der umliegenden Wohnbebauung zu schaffen als auch ökologisch wertvolle Lebensräume in der Anlage zu integrieren und zu entwickeln. Als verbindendes Element zwischen diesen beiden Zielen ist geplant, Informationen und Bildungsangebote zu den ökologischen Schwerpunkten anzubieten und durch verschiedene Möglichkeiten der Naturbeobachtung Interesse und Verständnis für die ökologischen Ziele zu wecken.

Im Allgemeinen werden bei diesem Projekt Spielflächen verbessert oder erneuert bzw. erweitert, die ökologische Wertigkeit verbessert und die Biodiversität der Freiflächen erhöht, Angeboten für offene Jugendarbeit und Treffpunkte für Jugendliche sowie Senioren im öffentlichen Raum geschaffen, Barrieren und Lücken in der Vernetzung der Freiflächen und im bestehenden Rad-/ Fußwegenetz beseitigt, mindergenutzte Sportangebote (Fußball) durch vielseitig nutzbare Angebote ersetzt und die Infrastruktur an den demographischen Wandel angepasst.

Die Orte der Maßnahmen werden dabei möglichst gleichmäßig über die gesamte Anlage verteilt. Daneben wird darauf geachtet, dass das Nebeneinander der Attraktionen für die verschiedenen Nutzertypen und Altersgruppen gewährleistet ist, ohne diese Gruppen zu stark voneinander zu separieren. Alle Maßnahmen und Einrichtungen werden unter der Prämisse der Inklusion geplant und errichtet.

Der Zugangsbereich von der Glogauer Straße wird aufgeweitet und der bestehende Hügel im Eingangsbereich etwas zurückgebaut, sodass eine einladende Geste in den Park wahrnehmbar ist. Der Zugangsbereich wird außerdem mit einer langgestreckten Bank und einer Infotafel mit Übersichtsplan der Parkanlage ausgestattet. Das vorhandene Kunstwerk bleibt erhalten. Der Wegebelag wird einheitlich in Asphalt umgebaut. Die gesamte Achse zwischen Glogauer Straße und dem zentralen Platz wird an der nordöstlichen Wohnbebauung durch einen durchgehenden Gehölzsaum begleitet, der in Teilbereichen mit einheimischen Sträuchern ergänzt wird. Die hoch aufgeasteten Bäume entlang des Weges geben werden ergänzt. Sämtliche weiteren Wegeanlagen, welche in die nördlichen Wohnanlagen führen, werden in Zukunft als wassergebundene Wegedecken ausgeführt, entwidmet und als Grünanlagenwege erhalten. Der Hauptweg erhält in regelmäßigen Abständen Sitzmöglichkeiten. An einer Stelle werden die Bänke durch Tische ergänzt. Kurz vor dem zentralen Platz werden in den Wiesenflächen befestigte Sitzmöbel aufgestellt, welche vereinzelt oder zum Teil in Sitzgruppen arrangiert sind. Der Bereich der bestehenden Tischtennisplatten erhält einen neuen Bodenbelag aus Asphalt und die Gestaltung der Fläche wird angepasst. Die Wegeführung wird in Teilen reduziert.

Der zentrale Bereich mit einem großzügigen Platz mit wassergebundener Wegedecke ist der Mittelpunkt der Parkanlage. Die vorhandenen Gehölze werden in die Grünflächen integriert und an vielen Stellen mit einer langen Bank eingefasst. Vor diesen Bänken werden teilweise Tische platziert. Die vorhandene Vegetation wird ergänzt. Die Wasserfläche, welche sich auf dem zentralen Platz befindet, wird mit einem hellen Asphalt abgedichtet, die Bodensprudler werden eben eingebaut, so dass die Fläche im inaktiven Zustand (Winter/Frühjahr) als Teil der Gesamtfläche wahrgenommen wird. Im nördlichen Bereich des Platzes bieten Tische, auf denen ein Schachbrett eingelassen ist, eine besondere Attraktion. Auf der Westseite Richtung Fahrradweg ist eine große Fläche für Boule vorgesehen, welche mit Markierungsnägeln begrenzt wird und damit Teil des Gesamtplatzes bleibt. Im Süden entsteht ein Trinkwasserbrunnen. Die asphaltierten Wege, die von Westen auf den zentralen Platz stoßen, werden mit großen Platten auf die wassergebundene Wegedecke des Platzes geführt. Lediglich ein untergeordneter Weg im südöstlichen Teil des zentralen Platzes mündet direkt in den Platz.

Südwestlich des zentralen Platzes erhebt sich der Rodelberg, welcher mit einer großzügigen Spielanlage ergänzt wird. Hier sind die Wünsche aus der Kinderbeteiligung aufgegriffen und weiterentwickelt worden. Es entsteht in diesem Areal ein Spielbereich für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren. Der Spielberg, um dessen Achse die Spielangebote für die Kinder ringförmig angeordnet sind,

dient weiterhin im Winter als Rodelberg und bleibt im Westen unverändert. Die Bergspitze ist als Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheit ausgestaltet und kann über eine barrierefreie Rampe im Nordosten oder über den bereits bestehenden Aufstieg mit großformatigen Platten von Westen erfolgen.

Zwischen dem zentralen Platz und der Gleiwitzer Straße wird der derzeit asphaltierte Weg entsiegelt und als wassergebundene Wegedecke ausgebildet. Durch die geplante Entsiegelung ist es möglich den Weg von der bestehenden Wohnbebauung im Südosten abzurücken und weiter nach Nordosten zu verschwenken, um dadurch einen größeren Abstand zwischen Weg und Privatgärten zu erreichen. Der gewonnene Freiraum, zwischen dem neuen Wegeverlauf und den Privatgärten wird mit Obstgehölzen und einer kräuterreichen Wiese bepflanzt, um eine nachhaltig ökologisch wertvolle Fläche zu erstellen. Die Entwässerung der Wegeflächen und der Ausbuchtungen für Sitzmöglichkeiten, wird natürlich über die angrenzenden Wiesenflächen geschehen. In die Grünfläche eingebettet werden sich in regelmäßigen Abständen Sitzmöglichkeiten anbieten, die in Wegeausbuchtungen untergebracht werden. Die Sitzmöglichkeiten variieren von langgestreckten Bänken bis hin zu Liegeflächen welche mit einer Holzauflage ausgestattet sind. Bei jeder Sitzmöglichkeit wird ein Abfallbehälter eingebaut.

Die Fläche vor dem bestehenden Garagenhof Jauerstraße wird mit dem Artenreichtum einer Waldsaumgesellschaft abgepflanzt, um eine weitere hochwertige Pflanzfläche zu erhalten. Die bestehende Tischtennisplatte wird um zwei weitere Tischtennisplatten und eine Sitzbank ergänzt. Die Flächen um die Tischtennisplatten werden in Asphalt ausgebildet. Der Eingangsbereich an der Gleiwitzer Straße/Jauerstraße wird vergrößert, so dass der Eingang der Parkanlage besser wahrgenommen wird. Die bestehende Infotafel, die den geschichtlichen Bezug herstellt wird weiterhin im Eingangsbereich zu finden sein.

Nordöstlich des zentralen Platzes befindet sich ein Bolzplatz, an den sich Discgolf-Spielflächen anschließen. Die vier im Bauabschnitt I befindlichen Discgolfkörbe sind Teil eines großen Discgolf- Parcours mit 18 Körben der sich über alle Bauabschnitte und die gesamte Anlage verteilt. Die Startflächen werden jeweils mit einer großformatigen Steinplatte aus dem Bestand markiert.

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen vorbehaltlich der Kostenprüfung 3,540 Mio. €. Die Kostenberechnung wurde im Rahmen des BIC-Verfahrens Rpr zur Prüfung vorgelegt. Aufgrund des engen zeitlichen Prüfungszeitraums konnten die Kosten seitens Rpr jedoch noch nicht abschließend beurteilt werden. Es sind daher innerhalb der Verwaltung noch weitere Abstimmungen und Prüfungen notwendig, die möglicherweise Auswirkungen auf die vorgelegte Kostenberechnung haben. Die Gesamtkosten sind daher ggf. noch anzupassen und nur als vorläufige Kosten zu verstehen.

Auf die einzelnen Haushaltsjahre entfallen folgende Auszahlungsansätze:

bisher bereitgestellte Mittel: 253.000 € 2024: 2.080.000 € 2025: 884.000 € 2026: 314.000 € 2027: 9.000 € Gesamtkosten inkl. Bauverwaltungskosten: 3,540 Mio. €

Eine Indizierung der Baukosten nach dem allgemeinen Baupreisindex kann ggf. erforderlich werden. Es entstehen Folgekosten für Unterhalt i. H. v. ca. 55.000 € jährlich.

Das Projekt ist bei der Regierung von Mittelfranken im Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ angemeldet. Es wird daher mit Drittmitteln in Höhe von etwa 1,884 Mio. € gerechnet.

Zeitliche Umsetzung

Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist im Frühjahr 2024 zu rechnen, die Fertigstellung wird voraussichtlich im 1. Halbjahr 2025 erfolgen.

Die Maßnahme hat das BIC-Verfahren bis zur Phase 4 durchlaufen und erfüllt somit die Voraussetzungen für eine Beschlussfassung durch den Ältestenrat und Finanzausschuss zum Projekt Freeze.

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