Entscheidungsvorlage Bauinvestitionscontrolling (BIC)
hier: Ersatzneubau der Brücke Rennmühlstraße über die Rednitz (BW 1.428)
Die Maßnahme „Ersatzneubau der Brücke Rennmühlstraße über die Rednitz (BW 1.428)“ wurde im Jahr 2017 für das BIC-Verfahren angemeldet und mit Beschluss der Referentenrunde vom 05.12.2017 in das BIC-Verfahren aufgenommen. Sie umfasst den Abbruch des Bestandsbauwerks (BW 1.303) und den Bau einer Ersatzbrücke.
Ausgangssituation und Planungsanlass
Die 1957 errichtete Rennmühlbrücke überquert die Rednitz im Zuge der Rennmühlstraße als Gemeindestraße und verbindet den Nürnberger Stadtteil Katzwang mit der S-Bahnhaltestelle Nürnberg-Katzwang sowie weiterführend mit dem Schwabacher Stadtteil Limbach.
Das Bauwerk befindet sich im Überschwemmungs-, Landschaftsschutz und Natura 2000 FFH Schutzgebiet. Direkt im Norden grenzt auf östlicher Seite ein Bauensemble mit einer denkmalgeschützten Wehrkirche als Zentrum an. Im direkten Umfeld des Bauwerks befindet sich ein Wehr. Auf südlicher Seite schließt im Bereich eines mittleren Pfeilers eine befestigte Sohle als Überlaufmöglichkeit der Rednitz an. In unmittelbarer Umgebung sind außerdem Anlagen der Stadtentwässerung.
Das Bestandsbauwerk befindet sich derzeit in einem sehr schlechten Zustand und weist eine Bauwerksnote von 3,4 (von max. 4,0) auf. Sie ist auf 12 t beschränkt und die Fahrspuren sind durch Baken eingeengt. Es liegt eine statische Überbeanspruchung des Überbaus vor. Aus verkehrssicherheitstechnischen und auch wirtschaftlichen Gründen ist ein Ersatzneubau erforderlich.
Durch den Ersatzneubau werden die vorhandenen Stand- und Verkehrssicherheitsdefizite beseitigt und die Dauerhaftigkeit der Brücke auf längere Zeit gesichert. Der Rad-/ und Fußweg wird auf und im Umfeld der Brücke verbreitert.
Planung und Baubeschreibung
Die zukünftige Verkehrsbelastung wird vom Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg mit bis zu rd. 17.000 Kfz pro Tag, davon ca. 600 Kfz über 2,8 t gerechnet. Seitens der städtischen Verkehrsplanung ist daher ein veränderter Straßenquerschnitt mit breiteren Fahrbahnstreifen und angepassten Gehwegen für das zukünftige Bauwerk vorgesehen.
Gegenüber dem Bestand vergrößert sich die Fahrbahnbreite von 6,0 m auf 7,2 m und die Breite zwischen den Geländern von 8,60 m auf 11,20 m. Die Anpassung der Rennmühlstraße an das neue Brückenbauwerk erfolgt in dem Bereich zwischen der Einmündung Johannes-Brahms-Straße und der Einmündung zur Wolkersdorfer Straße. Insgesamt werden hierbei ca. 140,0 m Straße im Vollausbau (inkl. der Einmündung zur Straße Am Waldrand) neu hergestellt. Im Anschluss an den Vollausbau werden ortseinwärts (bis zur Einmündung Johannes-Brahm-Straße) auf einer Länge von ca. 55,0 m der Straßenoberbau erneuert.
Für den Ersatzneubau der Rennmühlbrücke ist bauzeitlich eine Vollsperrung der Rennmühlstraße erforderlich. Der motorisierte Individualverkehr muss deshalb großräumig umgeleitet werden. Dabei
ist eine Umleitung über die Hirschenholzstraße östlich des Bauvorhabens geplant. Die Umleitung der Fußgänger ist v. a. aus naturschutzfachlichen Gründen nur über die bestehende Fußgängerbrücke im Zuge der Ellwanger Straße möglich. Die Errichtung einer Behelfsumfahrung für den Landwirtschaftsverkehr ist ebenfalls nicht sinnvoll, da diese mit hohen Kosten und beträchtlichen Eingriffen in umweltschutzrelevante Bereiche verbunden wäre. Für den ÖPNV ist in der Bauzeit eine Buswendeschleife an der neuen Haltestelle Nürnberg, Katzwang Sportplatz (Buslinie 83) erforderlich.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen vorbehaltlich der Kostenprüfung 16,5 Mio. €. Die Kostenberechnung wurde im Rahmen des BIC-Verfahrens Rpr zur Prüfung vorgelegt. Aufgrund des engen zeitlichen Prüfungszeitraums konnten die Kosten seitens Rpr jedoch noch nicht abschließend beurteilt werden. Es sind daher innerhalb der Verwaltung noch weitere Abstimmungen und Prüfungen notwendig, die möglicherweise Auswirkungen auf die vorgelegte Kostenberechnung haben. Die Gesamtkosten sind daher ggf. noch anzupassen und nur als vorläufige Kosten zu verstehen.
Auf die einzelnen Haushaltsjahre entfallen folgende Auszahlungsansätze:
bisher bereitgestellte Mittel: 630.000 € 2024: 470.000 € 2025: 8.100.000 € 2026: 7.300.000 € Gesamtkosten inkl. Bauverwaltungskosten: 16,5 Mio. €
Eine Indizierung der Baukosten nach dem allgemeinen Baupreisindex kann ggf. erforderlich werden. Es entstehen Folgekosten für Personal und Unterhalt i. H. v. ca. 258.000 € jährlich.
Mögliche Zuwendungen wurden von der Regierung von Mittelfranken in Aussicht gestellt. Eine Einschätzung über die Höhe der Förderung ist derzeit noch nicht möglich.
Zeitliche Umsetzung
Die Bauzeit für die Herstellung des Ersatzneubaus inkl. Abbruch des Bestandsbauwerks beträgt ca. 18 Monate. Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist im Frühjahr 2025 zu rechnen, die Fertigstellung wird voraussichtlich Ende 2026 erfolgen. Begleitmaßnahmen für den Umleitungsverkehr sollen bereits ab Herbst 2024 ausgeführt werden.
Die Maßnahme hat das BIC-Verfahren bis zur Phase 4 durchlaufen und erfüllt somit die Voraussetzungen für eine Beschlussfassung durch den Ältestenrat und Finanzausschuss zum Projekt Freeze.