Sitzungsunterlagen
Sitzung des Kulturausschusses
20.10.2023
Inhaltsverzeichnis
Sitzungsdokumente Tagesordnung -öffentlich- 3 Öffentliche Bekanntmachung 5 Vorlagendokumente TOP Ö 1 Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten Sitzungsvorlage Tg/001/2023 7 Entwurf Satzungstext Tg/001/2023 11 Gegenüberstellung_alt_neu Tg/001/2023 14 Sachverhalt Tg/001/2023 15 Zoovergleich Tg/001/2023 16 TOP Ö 2 Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock vor der Schloßstraße 51 Sitzungsvorlage H/061/2023 17 Gemeinsamer Antrag der Stadtratsfraktionen der SPD sowie Bündnis90Die Grünen vom 21 13.10.2022 H/061/2023 Protokoll der 102. Sitzung des Beirats für Bildende Kunst H/061/2023 23 Luftbild Schlossstrasse aus dem Stadtarchiv (Av) H/061/2023 25 Passkartei Max Morlock aus dem Stadtarchiv (Av) H/061/2023 26 Textentwurf aus dem Stadtarchiv (Av) H/061/2023 27 Lageplan H/061/2023 31 Luftbild H/061/2023 32 TOP Ö 3 Kunst in der Stadt: Kunstprojekt "Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg" Sitzungsvorlage H/062/2023 33 Melian-Metzger-Projektentwurf an der Kunsthalle Nürnberg 2023 H/062/2023 37 Niederschrift der 102. Sitzung des Beirats für Bildende Kunst H/062/2023 42 Niederschrift der 103. Sitzung des Beirats für Bildende Kunst H/062/2023 44 Niederschrift der 104. Sitzung des Beirats für Bildende Kunst H/062/2023 46 Collage - Aufstellungsort an der Kunsthalle H/062/2023 48 TOP Ö 5 Bildungscampus Nürrnberg (BCN) Berichtvorlage BCN/006/2023 49 01_Bericht BCN/006/2023 53 TOP Ö 6 Nürnberger Fahrbibliotheken Berichtvorlage BCN/005/2023 56 01_Antrag_SPD vom 20230714_AN_142_2023 BCN/005/2023 60 02_Bericht BCN/005/2023 62
TAGESORDNUNG
Sitzung
Sitzung des Kulturausschusses
Sitzungszeit
Freitag, 20.10.2023, 09:00 Uhr
Sitzungsort
Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal
TAGESORDNUNG
Öffentliche Sitzung
1. Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg Gutachten
für den Tiergarten Tg/001/2023
Vogel, Christian
2. Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock vor der Beschluss
Schloßstraße 51 H/061/2023
hier: gemeinsamer Antrag der Stadtratsfraktionen der SPD sowie
Bündnis90/Die Grünen vom 13.10.2022
Ulrich, Daniel
3. Kunst in der Stadt: Beschluss
Kunstprojekt "Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg" von H/062/2023
Michaela Melián
Ulrich, Daniel
4. Umgang mit Veranstaltungen auf dem ehemaligen Bericht
Reichsparteitagsgelände im Kontext von Meinungs- und 2. BM/027/2023
Kunstfreiheit
hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
vom 18.01.2023
Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 08.02.2023
Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 27.03.2023
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Unterlagen werden nachgereicht -
5. Bildungscampus Nürrnberg (BCN) Bericht
hier: Bericht über Standorte und Standortstrategie BCN/006/2023
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Anlagen werden nachgereicht -
6. Nürnberger Fahrbibliotheken Bericht
hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom14.07.2023 BCN/005/2023
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Anlagen werden nachgereicht -
7. Kulturpass der Bundesregierung Bericht
hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen 2. BM/024/2023
vom 17.08.2023
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Unterlagen werden nachgereicht -
8. Kulturfonds Energie des Bundes Bericht
hier: Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen 2. BM/026/2023
vom 30.03.2023
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Unterlagen werden nachgereicht -
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 07.07.2023,
öffentlicher Teil
BEKANNTMACHUNG DER TAGESORDNUNG
Am Freitag, 20.10.2023, um 09:00 Uhr findet im Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal eine
Sitzung des Kulturausschusses
mit folgender Tagesordnung statt:
1. Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg
für den Tiergarten
2. Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock vor der
Schloßstraße 51
3. Kunst in der Stadt: Kunstprojekt "Bringing Back Gustav Metzger
to Nürnberg"
4. Umgang mit Veranstaltungen auf dem ehemaligen
Reichsparteitagsgelände im Kontext von Meinungs- und
Kunstfreiheit
5. Bildungscampus Nürrnberg (BCN)
6. Nürnberger Fahrbibliotheken
7. Kulturpass der Bundesregierung
8. Kulturfonds Energie des Bundes
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 07.07.2023,
öffentlicher Teil
Zusätzlich findet eine nichtöffentliche Sitzung statt.
Stadt Nürnberg, 27.09.2023
Marcus König Oberbürgermeister
Tg/001/2023
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 20.10.2023 öffentlich Gutachten
Stadtrat 25.10.2023 öffentlich Beschluss
Betreff:
Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten
Anlagen: Entwurf Satzungstext Gegenüberstellung_alt_neu Sachverhalt Zoovergleich
Sachverhalt (kurz): Für den Tiergarten sollen die Eintrittsgebühren angepasst werden. Letzmalig war dies im Jahr 2022 der Fall.
Im Vergleich zu anderen deutschen Zoos bleibt die Preisstruktur des Tiergarten Nürnberg moderat.
Auch in Zukunft wird es für viele Gruppen der Nürnberger Bevölkerung reduzierte Gebühren und Ermäßigungen geben. Beispielhaft sei erwähnt, dass die Inhaberinnen und Inhaber eines Nürnberg-Passes eine Ermäßigung von über 50 % erhalten.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Sämtliche Gebühren werden von allen Besucherinnen und Besuchern unabhängig von den im AGG genannten Kriterien erhoben. Bei der Preisgestaltung werden die unterschiedlichen Lebenslagen berücksichtigt.
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Ref.I/II/Stk
Gutachtenvorschlag: Der Kulturausschuss begutachtet die beiliegende Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten (Tiergartengebührensatzung - TiergGebS) und empfiehlt dem Stadtrat, diese Satzung zu erlassen.
Beschlussvorschlag: Entsprechend dem Gutachten des Kulturausschusses vom 20.10.2023 wird der Erlass der beiliegenden Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten (Tiergartengebührensatzung - TiergGebS) beschlossen.
Satzung zur Änderung der Gebührensatzung der Stadt Nürnberg für den Tiergarten
(Tiergartengebührensatzung – TiergGebS) vom 16. März 2018 (Amtsbaltt S. 118), geändert
durch Satzung vom 17. Dezember 2021 (Amtsblatt S. 618)
Vom .................................
Die Stadt Nürnberg erlässt auf Grund von Art. 2 Abs. 1 und Art. 8 des Kommunalabgabengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. April 1993 (GVBl. S. 264), zuletzt geändert durch § 6 des Gesetzes vom 10. März 2023 (GVBI. S. 91), folgende Satzung:
Art. 1
§ 3 wird wie folgt geändert:
- Nr. 1 wird wie folgt gefasst:
„1. Tiergarteneintritt Für Tageskarten, die zum Besuch des Tiergartens während der Öffnungszeiten eines Kalendertages berechtigen, werden folgende Gebühren erhoben:
1.1 Einzelkarten für
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 20,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 15,00 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 9,40 Euro,
d) Erwachsene mit Ermäßigung Schülerinnen und Schüler (einschl. Berufsschülerinnen und Berufsschüler sowie Fachschülerinnen und Fachschüler), Studierende, Rentnerinnen und Rentner, schwerbehinderte Menschen sowie Arbeitsuchende, Personen, die freiwilligen Wehrdienst im Sinn des Wehrpflichtgesetzes leisten, Freiwillige im Sinn des Bundesfreiwilligendienstgesetzes und des Jugendfreiwilligendienstegesetzes in den jeweils geltenden Fassungen (jeweils gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises): 18,00 Euro,
e) schwerbehinderte Jugendliche gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises: 13,30 Euro,
f) schwerbehinderte Kinder gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises: 7,20 Euro,
g) Personen mit Nürnberg-Pass vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 7,70 Euro,
h) Personen mit Nürnberg-Pass vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 4,20 Euro;
1.2 Familienkarten für den Besuch durch
a) einen Eltern- oder Großelternteil mit eigenen Kindern oder Enkelkindern (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr): 26,50 Euro,
b) Eltern oder Großeltern mit eigenen Kindern oder Enkelkindern (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr): 46,50 Euro;
1.3 für den Besuch durch Schulklassen im Klassenverband
a) Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Jahrgangsstufe: 7,20 Euro,
b) Schülerinnen und Schüler ab der 11. Jahrgangsstufe: 13,30 Euro;
Eine begleitende Lehrkraft je 10 Schülerinnen und Schüler bzw. je 5 Förderschülerinnen und Förderschüler hat freien Eintritt.
1.4 für den Besuch durch Kindergärten, Horte und Kinderheime im Gruppenverband
a) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 13,30 Euro,
b) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 7,20 Euro;
Eine Aufsichtsperson je 10 Kinder bzw. je 5 Vorschulkinder hat freien Eintritt.
1.5 für den Besuch durch Gruppen mit mindestens 15 Personen
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 18,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 13,30 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 7,20 Euro;
Busfahrerinnen bzw. Busfahrer und Reiseleiterinnen bzw. Reiseleiter als Begleitpersonen haben gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises freien Eintritt.
1.6 am Tiergarten-Tag (jeder letzte Montag im Monat, wenn dieser kein Feiertag ist) sowie an
der Abendkasse (die Zeiten gibt die Tiergartenverwaltung durch Aushang bekannt)
a) Erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 18,00 Euro,
b) Jugendliche Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 13,30 Euro,
c) Kinder Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 7,20 Euro.“
- Nr. 3 wird wie folgt gefasst:
„3. Dauerkarten
Dauerkarten, die zum Besuch des Tiergartens während eines Zeitjahres berechtigen, kosten:
a) Einzelkarte Erwachsener Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr an: 94,00 Euro,
b) Einzelkarte Jugendlicher Personen vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr: 65,00 Euro,
c) Einzelkarte Kind Personen vom vollendeten 4. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr: 41,00 Euro.“
Art. 2
Diese Satzung tritt am 01.01.2024 in Kraft.
Tg: Geplante Gebührenerhöhung 2024
Anlage 1
Gegenüberstellung: Aktuelle - Neue Gebühren
| Kategorie | Aktuell | Neu | Ermäßigung |
|---|---|---|---|
| Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 18,00 | € 20,00 | -- |
| Jugendliche (14 bis 17 Jahre) | € 13,50 | € 15,00 | -- |
| Kinder (bis 13 Jahre) | € 8,50 | € 9,40 | -- |
| Ermäßigte Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 16,00 | € 18,00 | -- |
| Ermäßigte Jugendliche (14 bis 17 Jahre) | € 12,00 | € 13,30 | -- |
| Ermäßigte Kinder (bis 13 Jahre) | € 6,50 | € 7,20 | -- |
| Nürnberg-Pass Erwachsene | € 7,00 | € 7,70 | 62% |
| Nürnberg-Pass Kind | € 3,80 | € 4,20 | 55% |
| Teilfamilienkarte (Ein Eltern- oder Großelternteil mit eigenen Kindern oder Enkelkindern bis 17 Jahre) | € 24,00 | € 26,50 | -- |
| Familienkarte (Eltern oder Großeltern mit eigenen Kindern oder Enkelkindern bis 17 Jahre) | € 42,00 | € 46,50 | -- |
| Dauerkarte Erwachsene (ab 18 Jahre) | € 85,00 | € 94,00 | ab 5. Besuch |
| Dauerkarte Jugendlicher (14 bis 17 Jahre) | € 59,00 | € 65,00 | ab 5. Besuch |
| Dauerkarte Kind (bis 13 Jahre) | € 37,00 | € 41,00 | ab 5. Besuch |
Ermäßigung/Angebot speziell für Nürnberger Bürgerinnen und Bürger
Beilage 1
Sachverhalt:
Für den Tiergarten sollen die Eintrittsgebühren angepasst werden (siehe Anlage 1). Die Preisstruktur im Vergleich zu anderen deutschen Zoos ist in Anlage 2 dargestellt.
Auch in Zukunft wird es für viele Gruppen der Nürnberger Bevölkerung reduzierte Gebühren und Ermäßigungen geben. Beispielhaft sei erwähnt, dass die Inhaberinnen und Inhaber des Nürnberg- Passes eine Ermäßigung von über 50 % erhalten. Mit der Dauerkarte wird für die regelmäßigen Besucherinnen und Besucher ein besonders attraktives Angebot aufgezeigt. Eine Dauerkarte wird sich bereits ab dem fünften Besuch amortisiert haben.
Die Notwendigkeit, die Einnahmen des Tiergartens zu erhöhen, begründet sich zusammenfassend durch folgende Entwicklungen:
-
Jede Dienststelle, die Gebühren erhebt, ist aufgefordert eine Erhöhung der Gebühren zur Entlastung des städtischen Haushalts jährlich zur Haushaltsanmeldung zu prüfen. Der Tiergarten hat letztmalig im Jahr 2022 eine Gebührenerhöhung vorgenommen. Eine Anpassung der Gebühren ist zwingend notwendig, um den Tg-Haushalt aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Coronajahre und des Ukrainekrieges zu konsolidieren und den städtischen Haushalt nicht zusätzlich übermäßig zu belasten.
-
Der Tiergarten wurde für seine Neueröffnung im Jahr 1939 innerhalb von zwei Jahren komplett neu erstellt. Dies hat zur Folge, dass große Teile der Bausubstanz und Infrastruktur aus dieser Zeit fast zeitgleich einen hohen Instandhaltungsbedarf aufweisen.
-
Höhere gesetzliche Vorgaben zur Gewährleistung der Besuchersicherheit, gestiegene hygienische Standards sowie moderne technische Anlagen (u.a. zur Energieeinsparung und zum Umweltschutz) führen zu einem größeren Bedarf an Wartungen, Instandhaltungen und somit zu Mehrkosten des Tiergartens.
-
Das Angebot für die Tagesbesuchenden wurde bzw. wird ausgeweitet. Seit der letzten Gebührenanpassung im Jahr 2022 durch die Fertigstellung bzw. Sanierung der Anlage für Takine und Blauschafe, der Anlage für Wasserbüffel und des Tropenhauses. Im Frühjahr 2024 soll der Klimawaldpfad eröffnet werden. Im Zuge dieser Maßnahme entstehen neue Tieranlagen wie z.B. einer Anlage für Waldrentiere und Eulen. Im Zuge dieser baulichen Neuerungen hat der Tiergarten seinen Tierbestand um sehr wertvolle neue Arten bereichert. Hervorzuheben sind Blauschafe, Wasserbüffel, die bedrohten Hirscheber, die kritisch bedrohten Visaya Pustelschweine, die kritisch bedrohten Chaco-Pekaris, die bedrohte Nutztierrasse der Japanischen Zwergkaninchen und die zu erwartenden Waldrentiere.
-
Der Tiergarten muss sich mit seinen wertvollen Bau- und Tierbeständen weiter entwickeln. Unter Bewahrung seines Landschaftscharakters muss er sich modernisieren können und als städtische Freizeiteinrichtung die Bedürfnisse seiner Besucher zufrieden stellen. Der Tiergarten will den wachsenden Herausforderungen für den Arten- und Naturschutz gerecht werden. Darüber hinaus werden dem Tiergarten als Bildungs- und Forschungseinrichtung immer wichtigere Aufgaben zu teil. Dafür bedarf er eines Jahresbudgets, das Kostensteigerungen ausgleicht und angemessene Entwicklungen zum Erhalt seiner Attraktivität ermöglicht.
-
Zur Qualitätssicherung im Bereich Besucherservice und Tierhaltung und zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit muss Tg bis zur Umsetzung der möglichen Stellenplankürzungen im Jahr 2026 ein bis dahin entstehendes personelles Defizit durch externe Vergaben und Outsourcing von Dienstleistungen kompensieren. Die zu erwartenden Mehreinnahmen werden voraussichtlich ausschließlich hierfür Verwendung finden.
Vergleich Eintrittsgebühren Anlage 2
Stand: Mai 2023
| Einzeleintritt | Jahreskarten | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erwachsen | Kind | Erw. ermäßigt | Kind ermäßigt | Teilfamilie | Familie | Erwachsener | Kind | Familie | |
| Wien | 26,00 € | 15,00 € | 24,00 € | 13,00 € | -- | -- | 65,00 € | 35,00 € | -- |
| Rostock | 23,50 € | 10,00 € | 20,00 € | 6,50 € | -- | 60,00 € | 71,00 € | 26,50 € | 162,00 € |
| Leipzig | 22,00 € | 14,00 € | 18,00 € | 12,00 € | -- | 54,00 € | 81,00 € | 51,00 € | 211,00 € |
| Köln | 22,00 € | 11,00 € | 19,50 € | 9,00 € | -- | -- | 95,00 € | 55,00 € | 225,00 € |
| Münster | 21,90 € | 12,90 € | 19,90 € | 10,90 € | -- | -- | 99,00 € | 59,00 € | 209,00 € |
| Gelsenkirchen | 21,50 € | 14,00 € | 19,50 € | 12,50 € | 48,00 € | 55,00 € | 85,00 € | 50,50 € | 174,00 € |
| Stuttgart | 20,00 € | 8,00 € | 17,00 € | 6,50 € | 25,00 € | 42,00 € | 68,00 € | 25,00 € | 146,00 € |
| Nürnberg (neu) | 20,00 € | 9,40 € | 18,00 € | 7,20 € | 26,50 € | 46,50 € | 94,00 € | 41,00 € | -- |
| Berlin (Zoo) | 20,00 € | 9,50 € | 19,00 € | 7,50 € | -- | -- | 57,50 € | 31,50 € | 113,50 € |
| Duisburg | 19,50 € | 11,00 € | 17,50 € | 10,00 € | -- | 58,00 € | 75,50 € | 45,50 € | 135,00 € |
| Nürnberg (aktuell) | 18,00 € | 8,50 € | 16,00 € | 6,50 € | 24,00 € | 42,00 € | 85,00 € | 37,00 € | -- |
| München | 18,00 € | 7,00 € | 13,00 € | -- | 22,00 € | 39,00 € | 59,00 € | 30,00 € | 118,00 € |
| Augsburg | 14,00 € | 7,00 € | 13,50 € | 6,50 € | -- | -- | 45,00 € | 25,00 € | -- |
| Frankfurt | 12,00 € | 6,00 € | -- | -- | -- | 29,00 € | 60,00 € | 25,00 € | 90,00 € |
Hinweise:
-
Ermäßigungstatbestände zum Teil unterschiedlich
-
Altersgrenzen Kind/Erwachsener zum Teil unterschiedlich
-
Teilweise günstigere Tarifstruktur im Winter
H/061/2023
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 20.10.2023 öffentlich Beschluss
Betreff:
Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock vor der Schloßstraße 51
hier: gemeinsamer Antrag der Stadtratsfraktionen der SPD sowie Bündnis90/Die Grünen
vom 13.10.2022
Anlagen: Gemeinsamer Antrag der Stadtratsfraktionen der SPD sowie Bündnis90Die Grünen vom 13.10.2022 Protokoll der 102. Sitzung des Beirats für Bildende Kunst Luftbild Schlossstrasse aus dem Stadtarchiv (Av) Passkartei Max Morlock aus dem Stadtarchiv (Av) Textentwurf aus dem Stadtarchiv (Av) Lageplan Luftbild
Sachverhalt (kurz):
Am 13. Oktober 2022 hat die Stadtratsfraktion der SPD zusammen mit der Fraktion Bündnis90/die Grünen einen Antrag zur Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock am Wohnort in Kindertagen in der Schloßstraße 51 gestellt.
Die Verwaltung beegrüßt den Vorschlag. Der Antrag wurde am 02.02.2023 im Beirat für Bildende Kunst positiv behandelt.
Das Stadtarchiv hat einen Textvorschag für die Gedenktafel erarbeitet, der Vorschlag lautet (kürzerer Text):
„Hier in der Schloßstraße wuchs er mit seinen beiden Brüdern auf und traf sich als Kind mit seinen Freunden auf der Straße zum Kicken: die Spielerlegende Max Morlock.
Maximilian Wilhelm Morlock kam am 11. Mai 1925 in Nürnberg zur Welt und besuchte die nahegelegene Scharrerschule. Der fußballbegeisterte Junge spielte ab 1940 als Stürmer für die B-Jugend des 1. Fußball-Clubs Nürnberg e. V. 1941, mit gerade einmal 16 Jahren, lief er erstmals für die erste Mannschaft des Clubs auf. Zu dieser Zeit machte er auch eine Ausbildung zum Mechaniker. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurde er noch zum Einsatz an die Front geschickt und konnte im September 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Nürnberg zurückkehren. Im Oktober trat Max Morlock wieder für den 1. FCN in der neuen Oberliga Süd an. 1950 spielte er zum ersten Mal für die Deutsche Fußballnationalmannschaft, für die er, als Deutschland 1954 Weltmeister wurde, den Anschlusstreffer erzielte.
Max Morlock beendete 1964 nach 900 Spielen für den Club, mit dem er 1948 und 1961 Meister geworden war, und 26 Länderspielen seine Karriere. Nach seiner Zeit als Profi führte er in der Pillenreuther Straße einen Schreibwarenladen mit Lotto-Toto-Annahmestelle, der zum Treffpunkt für Fußball- und Clubfans wurde. Er verstarb im Alter von 69 Jahren am 10. September 1994 in Nürnberg.
Max Morlock, der überragende Fußballer aus der Schloßstraße, der stets für die Mannschaft da und nah an den Fans war, bleibt als großer Sportler und dennoch bescheidener sowie humorvoller und großzügiger Mensch unvergessen.“
Die Tafel wird auf städtischem Grund aufgestellt. Die Grünflächen werden von SÖR gepflegt. Das Luftbild ist noch aus Zeiten der Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück.
Die Verwaltung bittet um Zustimmung.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten 6.000 € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv 6.000 € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
Erstellung der Tafel durch Mittel des Budgets Kunst in der Stadt
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Max Morlock ist der großen Gruppe der Fußballfans bis heute Vorbild.
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
AV
Beschlussvorschlag:
Der Kulturausschuss beschließt die Aufstellung einer Erläuterungstafel für Max Morlock vorm Wohnhaus in der Schloßstraße 51.
An den Oberbürgermeister OBERBÜRGERMEISTER der Stadt Nürnberg Marcus König 1 3. OST, 2022 Rathaus /........Mr.
90403 Nürnberg
ur untei •;egen
Nürnberg, 13. Oktober 2022
Erinnerung an Max Morlock: Gedenktafel am Geburtshaus
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Max Morlock war nicht nur eine Identifikationsfigur, die den Nürnberger Fußball nachhaltig prägte, sondern ist bis heute im Kollektivgedächtnis der Stadt lebendig.1 Morlock, die Verkörperung der Legende des fränkischen Traditionsvereins, der das „Wunder von Bern“ möglich gemacht hat, ist dem 1. FCN und der Stadt immer treu geblieben.2 Nach seinem Tod im Jahr 1994 hat ihn die Stadt zum Ehrenbürger ernannt und von den Fans wurde ihm zu Ehren eine Statue vor dem Stadion errichtet. Bislang fehlt jedoch noch der Verweis auf seine Herkunft beziehungsweise seinen Wohnort in Kindertagen in der Schloßstraße 51. Hier ist er aufgewachsen und hat als Straßenfußballer den Grundstein für seine Karriere gelegt. Bereits vor über zehn Jahren hat der Vorstadtverein St. Peter/Gleißhammer den Vorschlag unterbreitet, eine Gedenktafel anzubringen, was jedoch bis heute nicht umgesetzt wurde.
Wir stellen deshalb zur Behandlung im zuständigen Ausschuss folgenden Antrag:
- Die Verwaltung bringt zur Erinnerung an Max Morlock in der Schloßstraße 51
eine Gedenktafel mit seinen wichtigsten Lebensstationen an.
1 httpsy/www.nordbayern.de/sporVl-fc-nuernberg/97-und-im-himmel-max-morlock-nurnbergs-superheld-l.10095329 2 https/Zwwwl.wdr.de/stichtag/stichtag-max-morLock-gestorben-100.html
- Die Verwaltung setzt sich zwecks finanzieller Umsetzung und Partizipations
möglichkeiten mit den Fanclubs und/oder dem Fanbeauftragten des 1. FCN in Verbindung.
- Die Verwaltung prüft eine etwaige Genehmigung einer Gedenktafel vor dem Gebäude in
der Schloßstraße 51.
Mit freundlichen Grüßen
Paul Ärzten Achim Mletzko Dr. Nasser Ahmed Thorsten Brehm Stadtrat Fraktionsvorsitzender Stadtrat Frakti onsvorsitzender Stadtratsfraktion Stadtratsfraktion SPD-Stadtratsfraktion SPD-Stadtratsfraktion B‘90/DIE GRÜNEN B‘90/DIE GRÜNEN
am Donnerstag, den 02.02.2023 um 14:00 Uhr
in der Aula des Baumeisterhauses, Bauhof 9
Öffentlicher Teil:
Top 1: Vorstellung neues Mitglied Frau Prölß-Kammerer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Mitglied u.a. des Kulturausschusses. Herr Michael Ziegler ist aus Zeitgründen ausgeschieden.
Top 2: Michaela Melián
Dem Beirat wurde das Projekt durch den Direktor des Kunstvereins Nürnberg Albrecht- Dürer-Gesellschaft, Herr Wolfgang Brauneis, und der Künstlerin, die per Videoschaltung teilnahm, näher vorgestellt. Frau Melián hat das Kunstwerk für Gustav Metzger, erläutert und weitere Details bekanntgegeben. So wurde die Urheberschaft schon mit Justin Hofmann geklärt. Weiterhin wurde über die Audio-Dateien gesprochen, die das Kunstprojekt ergänzen werden. Der Beirat wünscht sich einen persönlichen Austausch, der nun am 27.04. zur nächsten Beiratssitzung stattfinden wird, bei dem die Frage des Standortes sowie die Finanzierung geklärt werden sollen. Der Beirat hat sich jedoch schon einstimmig für eine Einladung von Frau Melián zur Realisierung eines Kunstwerks ausgesprochen.
Top 3: Kunst auf Abfallsammelfahrzeugen
Im Rahmen des Symposion Urbanum kam es Vorstellung der eingereichten Kunstwerke. Die Jury hat im Beisein von Frau Umweltreferentin Britta Walthelm die Auslobung wie folgt durchgeführt: In der ersten Phase wurden folgende KünstlerInnen weitergewählt (nicht berücksichtigt bei der Aufzählung ist die Anzahl Einreichungen durch die Künstlerinnen und der Nennungen):
-
Alex Roser - Henrike Franz
-
Alex Gercke - Julia Liedel
-
Bogi Bagi - Julius Jurkiewitsch
-
Christian Barta - Katja Gehring
-
Evelina Haar - Maximilian Gessler
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Famed - und Ulrike Manestar
-
Gottfried Binder
In der zweiten Phase fiel die Wahl auf
-
Famed
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Julia Liedel
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Christian Barta
-
Maximilian Gessler
-
und Axel Gercke
Es wurde darauf hingewiesen, dass die Abmessungen der Entwürfe noch an die Angaben aus der Wettbewerbsveröffentlichung angepasst werden müssen.
Top 4: Kunstwettbewerb Züricher Park
In einer Abstimmung entschied sich bei 5 zu 2 Stimmen der Beirat für einen offenen Wettbewerb. Beirat und Geschäftsführung treffen sich am 24. Februar um 16:00 Uhr zu einem Arbeitstreffen, um die Wettbewerbsauslobung vorzubereiten.
Top 5: Gedenktafel Max Morlock
Der Beirat bittet darum, den kurzen Text von AV als Gedenktafel umzusetzen.
Top 6: Gretel-Bergmann-Grundschule: Wettbewerb
Der Beirat hat sich entschieden, der Familie Bergmann/Lambert noch eine Woche Zeit zu geben, um sich bezüglich der postalischen Adresse bei der Stadt Nürnberg zu melden. Wenn das nicht erfolgt, wird der Platz für die Jury anderweitig vergeben. Dies geschieht, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Nichtöffentlicher Teil:
Top 7: Treffen der Mitglieder zur Besprechung Mitgliedschaft und Satzung
Das Treffen findet am. 22. März um 19:00 Uhr im Orko, Hans-Sachs-Platz, statt.
Nürnberg, 06. Januar 2023
Christian Roesner
Vorsitzender des Beirats für Bildende Kunst
Die Nürnberger Südstadt war im Zuge der Industrialisierung durch eine Mischung aus Gewerbe- und Fabrikgeländen sowie durch Mietshäuser geprägt. In den ehemaligen Gemeinden St. Peter und Gleißhammer hatte sich in den 1920er-Jahren auch der ehemals dörfliche Charakter teilweise erhalten. So fanden sich zwischen den großen Wohnblöcken noch Felder und kleinere Häuschen wie das in der Schloßstraße 51, in dem die Familie Morlock wohnte. Das Haus befand sich an der Ecke zur Ernststraße; im Vordergrund ist die Scharrerschule zu sehen. Foto Photogrammetrie München, August 1926. (Stadtarchiv Nürnberg A 97 Nr. 372)
412-47.29.11-1/53/2
SPD-Stadtratsfraktion, Brehm, Thorsten - Gedenktafel Max Morlock hier: Textentwurf Av für H
I. Zur Person:
Maximilian Wilhelm Morlock wurde am 25. Juni 1925 in Nürnberg als Sohn des Werkmeisters Max Adam Morlock (1888–1953) und seiner Frau Frieda Ströbel (*1897) geboren und evangelisch getauft. Max Morlock hatte einen älteren und einen jüngeren Bruder (Robert und Herbert). Die Kinder wuchsen in der Schloßstraße 51 im Erdgeschoss auf. Die Familie teilte sich das Erdgeschoss des kleinen Hauses mit einer weiteren Mieterin, außerdem befand sich dort die Schuhmacherwerkstatt des Hausbesitzers. Die Brüder spielten mit einem aus Lumpen gebastelten Ball Straßenfußball, zwei Kellerfenster dienten dabei als Tore. Max Morlock besuchte die nahegelegene Scharrerschule, wo er schon 1936 mit der von Club-Torwart Heiner Stuhlfauth trainierten Schulmannschaft die Nürnberger Schulmeisterschaft gewann. Im Alter von 13 Jahren erlaubten die Eltern von Max Morlock dem fußballbegeisterten Jungen im Verein zu spielen, er trat dem Sportverein Eintracht Nürnberg bei, wo er zunächst in der Schülermannschaft spielte. Der 1. Fußball-Club Nürnberg e. V. (1. FCN) wurde schon bald auf das junge Talent aufmerksam und versuchte ihn abzuwerben. Schon als Kind ließen er und seine Brüder keine Gelegenheit aus, um dem Club beim „Zabo“, dem Sportpark des 1. FCN in Zerzabelshof, beim Training zuzusehen. Ab 1940 spielte er nun selbst für die Club-Jugend, auch hier zunächst in der Schülermannschaft, dann für die B-Jugend. Dort wechselte er von der Position des rechten Außenläufers auf den Posten eines Stürmers, er konnte aber, wenn es nötig war, auch anderen Positionen übernehmen. Mit der B-Jugend gewann Max Morlock die Stadt- und Bezirksmeisterschaft. Auch wenn der 1. FCN zu dieser Zeit zu den erfolgreichsten Mannschaften Deutschlands gehörte, reichte das Fußballspielen nicht als Broterwerb aus, weshalb Max Morlock eine Lehre als Mechaniker bei der Noris Zünd-Lichter AG absolvierte. Hier wurde er Mannschaftsführer der Werkself. Da sich einige Spieler des Clubs bereits im Kriegseinsatz befanden, rückte Max Morlock mit gerade einmal 16 Jahren in die erste Mannschaft auf und lief am 30. November 1941 erstmals für diese auf. Schon im zweiten Spiel im Dezember schoss er zwei Tore für den Club. 1942/43 gewann der 1. FCN die Bayerische Meisterschaft, von den 125 Nürnberger Toren hatte Morlock 54 geschossen. Seit August 1943 war er in Schwabach beim Nachrichtendienst stationiert, der Club-Trainer Hans Schmidt („Bumbes“, 1893–1971) erreichte, dass Morlock für das Training und zu den Spielen Sonderurlaub bekam. In den letzten Kriegsmonaten wurde er noch zum Einsatz an die Front geschickt, zuerst als Panzerfunkwart in Dänemark, zuletzt in der Tucheler Heide im Weichselraum. Nachdem die Soldaten der Wehrmacht dort eingeschlossen waren, konnte Morlock über den Brückenkopf Dievenow zur 12. Armee in Rathenow entkommen. Von dort erreichte er nach einem strapaziösen Marsch die Elbe, die er zwei Tage vor Kriegsende überquerte. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde nach wenigen Wochen den Engländern in Quedlinburg übergeben. Im September 1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und konnte in das zerstörte Nürnberg zurückkehren. Dort musste er feststellen, dass sein jüngerer Bruder gefallen war, die Eltern und der ältere Bruder hatten aber überlebt. Seinen Eltern half er beim Aufbau des teilweise zerstörten Hauses in der Schloßstraße, außerdem kam er bei seinem früheren Arbeitgeber als Maurer beim Wiederaufbau zum Einsatz. Obwohl der „Zabo“ zunächst aufgrund der Zerstörung nicht bespielbar war, konnte schon im Oktober 1945 ein erstes Spiel der neuen Oberliga Süd ausgetragen werden. Das einzige Tor für den Club erzielte Max Morlock. Er begleitete die Oberliga Süd, die 18 Jahre bis zur Einführung der Bundesliga 1963 Bestand hatte, von Anfang bis Ende und erzielte im Laufe ihres Bestehens 286 Tore in 451 Einsätzen, kein anderer Spieler konnte das von sich behaupten. Hier wurde er 1948 und 1961 mit dem 1. FCN Meister. Die Karriere von Max Morlock war auch eng mit der Geschichte des deutschen Fußballs nach 1945 verbunden, so gehörte er zu den Spielern, die 1950 mit der neu gegründeten Deutschen Nationalmannschaft unter Sepp Herberger (1897–1977) aufliefen. Max Morlock trug die Rückennummer 13, die er zu seiner Glückszahl machte. Im berühmten Endspiel um die
Weltmeisterschaft 1954 schoss Max Morlock gegen Ungarn den wichtigen Anschlusstreffer. Seine Zeit bei der Nationalelf endete 1958, für den Club spielte Max Morlock bis 1964. Nach 26 Länderspielen und 900 Spielen für den 1. FCN, in denen er 700 Tore für die erste Mannschaft erzielte, beendete er seine Karriere als Profi-Fußballer. Max Morlock war ein laufstarker Spielmacher, der vom Mittelfeld aus (Halbstürmer) unermüdlich unterwegs war, mit seinen „strammen Schüssen und gefährlichen Kopfbällen“ konnte er zahlreiche Tore verbuchen. Trotz dieser Erfolge galt Max Morlock als bescheiden, er stellte sich in den Dienst der Mannschaft und hatte für seine Mitspieler immer ein offenes Ohr. Den Club zu verlassen, obwohl er zahlreiche lukrative Angebote bekam, wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Bekannt waren auch sein Humor und seine Großzügigkeit; für die Fans fand er immer Zeit. 1950 heiratete Max Morlock Ingeborg Weiß (*1924), sie bekamen zwei Töchter. 1949 hatte Max Morlock mit seinem künftigen Schwiegervater Johann Weiß eine Verkaufsstelle für Tabakwaren und Zeitschriften am Celtistunnel eröffnet, 1950 folgte ein Sportfachgeschäft am Celtisplatz 2. Nach dem Ende seiner Fußballkarriere führte Max Morlock einen Schreibwarenladen mit Lotto- Toto-Annahmestelle in der Pillenreuther Straße, der zum Anlaufpunkt für Fußball- und Clubfans wurde. Dem Club blieb er immer verbunden, besuchte jedes Heimspiel und hielt Kontakt zu den Meisterspielern des 1. FCN sowie den Spielern aus der Nationalelf. Nach einer schweren Krebserkrankung verstarb Max Morlock am 10. September 1994 im Alter von 69 Jahren in Nürnberg. Unter großer Anteilnahme der Nürnberger Bevölkerung wurde er auf dem Friedhof St. Leonhard beigesetzt. Max Morlock wurden zahlreiche Ehrungen zuteil, so erhielt er 1954 das Silberne Lorbeerblatt des Bundespräsidenten, die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik für sportliche Leistungen zu vergeben hat, 1955 die Goldene Ehrennadel des Deutschen Fuballbunds (DFB), 1958 die Goldene DFB-Nadel, 1961 wurde er zum Fußballer des Jahres gewählt. Nach seinem Tod benannte die Stadt Nürnberg noch 1994 den Platz vor dem Stadion mit Max-Morlock-Platz. 2008 wurde vor der Nordkurve des Stadions eine von Fans finanzierte Statue von Max Morlock aufgestellt. Es waren auch die Club-Fans, die schließlich erreichten, dass das Nürnberger Stadion seit 2017 Max-Morlock-Stadion heißt.
II. Textentwürfe und Abbildungsvorschläge:
- Längerer Text (2776 Zeichen mit Leerzeichen):
Hier in der Schloßstraße wuchs er mit seinen beiden Brüdern auf und traf sich als Kind mit seinen Freunden auf der Straße zum Kicken: die Spielerlegende Max Morlock. Der am 11. Mai 1925 in Nürnberg geborene Fußballer besuchte die nahegelegene Scharrerschule, wo er schon 1936 mit der Schulmannschaft die Nürnberger Schulmeisterschaft gewann. Den „Zabo“, den nicht weit entfernten Sportpark des 1. Fußball-Clubs Nürnberg e. V. in Zerzabelshof, suchten die Brüder sooft als möglich auf, um beim Training zuzusehen. Im Alter von 13 Jahren trat Max Morlock dem Sportverein Eintracht Nürnberg bei. Aufgrund seines Talents wurde er bald vom 1. FCN abgeworben und spielte ab 1940 als Stürmer für die B-Jugend des Clubs. 1941, mit gerade einmal 16 Jahren, lief er erstmals für die erste Mannschaft auf und schoss schon im zweiten Spiel zwei Tore für den Verein. Da man selbst als Club-Spieler damals vom Fußballspielen nicht leben konnte, machte Max Morlock eine Ausbildung zum Mechaniker. Während des Zweiten Weltkriegs war er zunächst in Schwabach stationiert und wurde in den letzten Kriegsmonaten noch zum Einsatz an die Front geschickt. Im September 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in das zerstörte Nürnberg zurück. Sein jüngerer Bruder war gefallen, die Eltern und der ältere Bruder hatten überlebt. Das Haus in der Schloßstraße 51 war zwar beschädigt, stand aber noch. Schon im Oktober konnte Max Morlock wieder für den 1. FCN in der neuen Oberliga Süd antreten und erzielte in 30 Spielen 24 Tore. 1950 spielte er erstmals für die Deutsche Fußballnationalmannschaft, für die er, als Deutschland 1954 Weltmeister wurde, den Anschlusstreffer erzielte. Max Morlock beendete nach 900 Spielen für den Club, mit dem er 1948 und 1961 Meister geworden war, und 26 Länderspielen seine Karriere im Jahr 1964. Aus dem Mittelfeld heraus hatte er als laufstarker und unermüdlicher Spieler das Geschehen beherrscht und in seiner Laufbahn unzählige Tore erzielt.
1950 hatten Max Morlock und Inge Weiß geheiratet, die beiden bekamen zwei Töchter. Nach seiner Zeit als Profi führte Max Morlock in der Pillenreuther Straße einen Schreibwarenladen mit Lotto-Toto-Annahmestelle, der zum Treffpunkt für Fußball- und Clubfans wurde. Dem 1. FCN blieb Max Morlock immer treu, er versäumte kein Heimspiel und stand seinem Verein auch als Berater zur Verfügung. Er verstarb im Alter von 69 Jahren am 10. September 1994 in Nürnberg und wurde begleitet von Tausenden Nürnbergerinnen und Nürnbergern auf dem Friedhof St. Leonhard beigesetzt. Max Morlock, der überragende Fußballer aus der Schloßstraße, der stets für die Mannschaft da und nah an den Fans war, bleibt als großer Sportler und dennoch bescheidener sowie humorvoller und großzügiger Mensch unvergessen.
Stadt Nürnberg, 2023
- Kürzerer Text (1597 Zeichen mit Leerzeichen):
Hier in der Schloßstraße wuchs er mit seinen beiden Brüdern auf und traf sich als Kind mit seinen Freunden auf der Straße zum Kicken: die Spielerlegende Max Morlock. Maximilian Wilhelm Morlock kam am 11. Mai 1925 in Nürnberg zur Welt und besuchte die nahegelegene Scharrerschule. Der fußballbegeisterte Junge spielte ab 1940 als Stürmer für die B-Jugend des 1. Fußball-Clubs Nürnberg e. V. 1941, mit gerade einmal 16 Jahren, lief er erstmals für die erste Mannschaft des Clubs auf. Zu dieser Zeit machte er auch eine Ausbildung zum Mechaniker. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurde er noch zum Einsatz an die Front geschickt und konnte im September 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Nürnberg zurückkehren. Im Oktober trat Max Morlock wieder für den 1. FCN in der neuen Oberliga Süd an. 1950 spielte er zum ersten Mal für die Deutsche Fußballnationalmannschaft, für die er, als Deutschland 1954 Weltmeister wurde, den Anschlusstreffer erzielte. Max Morlock beendete 1964 nach 900 Spielen für den Club, mit dem er 1948 und 1961 Meister geworden war, und 26 Länderspielen seine Karriere. Nach seiner Zeit als Profi führte er in der Pillenreuther Straße einen Schreibwarenladen mit Lotto-Toto-Annahmestelle, der zum Treffpunkt für Fußball- und Clubfans wurde. Er verstarb im Alter von 69 Jahren am 10. September 1994 in Nürnberg. Max Morlock, der überragende Fußballer aus der Schloßstraße, der stets für die Mannschaft da und nah an den Fans war, bleibt als großer Sportler und dennoch bescheidener sowie humorvoller und großzügiger Mensch unvergessen.
Stadt Nürnberg, 2023
- Abbildungsvorschläge:
Av verfügt über kein Foto, das Max Morlock während eines Spiels zeigt. Anbei das Foto aus seiner Passkartei, das vermutlich um 1950 aufgenommen wurde (StadtAN C 21/VII Nr. 108). Von dem Haus in der Schloßstraße 51 liegt in unseren Beständen keine Abbildung vor. Auf einer Luftaufnahme aus dem Jahr 1926 könnte der entsprechende Bereich markiert werden (s. Anlage, StadtAN A 97 Nr. 372). In dem Film von Bernd Siegler „Max Morlock. Vom Straßenfußballer zum Weltmeister“ aus dem Jahr 2004 ist in Minute 01:08 das Haus in der Schloßstraße 51 zu sehen, davor mehrere Personen, unter anderem Max Morlock als Kind (https://www.medienwerkstattfranken.de/video/max-morlock/, letzter Zugriff am 26.01.2023).
III. H, Hr. Wissen
Nürnberg, 31.01.2023 Stadtarchiv i. A.
gez. Stadler (86 37) (Unterschrift liegt elektronisch vor) Anlagen
| ÖÖ 22 Borsigstraße e ß a str a kl e h T E r n s t s tr a ß e e ß a str er B Pet u rg e rs tra ß e e ß a str ß o hl S c Z e rz a b e ls h o fs tra ß e © Stadt Nürnberg Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung Darstellung der Flurkarte als Eigentumsnachweis nicht geeignet | |
|---|---|
| Ausdruck aus dem GIS der Stadt Nürnberg Für rechtsverbindliche Auskünfte und zur Maßentnahme ist der Ausdruck nicht geeignet. Das Datum des Ausdrucks stellt nicht den Aktualitätsstand der dargestellten Information dar. Nutzung ist ausschließlich zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben zulässig. Die Weitergabe ist im Rahmen der Nutzungsbedingungen möglich. | Datenauszug Erstellt für Maßstab1:500 0 21 m Erstellungsdatum 07.08.2023 Ersteller Wissen, Andreas |
| ÖÖ 22 Borsigstraße e ß a str a kl e h T E r n s t s tr a ß e e ß a str er B Pet u rg e rs tra ß e e ß a str ß o hl S c Z e rz a b e ls h o fs tra ß e © Stadt Nürnberg Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung Darstellung der Flurkarte als Eigentumsnachweis nicht geeignet | |
|---|---|
| Ausdruck aus dem GIS der Stadt Nürnberg Für rechtsverbindliche Auskünfte und zur Maßentnahme ist der Ausdruck nicht geeignet. Das Datum des Ausdrucks stellt nicht den Aktualitätsstand der dargestellten Information dar. Nutzung ist ausschließlich zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben zulässig. Die Weitergabe ist im Rahmen der Nutzungsbedingungen möglich. | Datenauszug Erstellt für Maßstab1:500 0 21 m Erstellungsdatum 07.08.2023 Ersteller Wissen, Andreas |
H/062/2023
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 20.10.2023 öffentlich Beschluss
Betreff: Kunst in der Stadt:
Kunstprojekt "Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg" von Michaela Melián
Anlagen: Melian-Metzger-Projektentwurf an der Kunsthalle Nürnberg 2023
Collage - Aufstellungsort an der Kunsthalle
Sachverhalt (kurz):
Im Rahmen der Ausstellung "der dritte Raum" von Michaela Melián wurde vom Leiter des Kunstvereins Albrecht-Dürer-Gesellschaft, Wolfgang Brauneis, eine Kunst-im-öffentlichen- Raum-Installation der Künstlerin mit Bezug zum Nürnberger Künstler Gustav Metzger angeregt.
Gustav Metzger (1906-2017) wurde am 10. 04. 1906 in Nürnberg als jüngster Sohn orthodoxer Juden geboren. 1939 wurde er mit einem Kindertransport nach England vor den Judenverfolgungen in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus gerettet. Seine Eltern wurden in der Shoa ermordet.
Metzger studierte Kunst an der Cambridge School of Art in London. Er war ein Vertreter der Aktionskunst. In seinem Werk thematisierte er das Destruktionspotential des 20. Jahrhunderts, speziell übte er Kritik am kapitalistischen System und am Kunstbetrieb. Er war Mitbegründer des „Committee of 100“ und demonstrierte gegen nukleare Waffen. 1959 veröffentlichte er sein erstes Manifest der autodestruktiven Kunst.
Metzgers Kunst bezog sich auf Fluxus; er gilt als Erfinder der „Auto Creative Art“, „Auto Destructive Art“, „kinetischer Gemälde“ und „Historic Photographs“. 1972 war Metzger auf der Documenta 5, 1999 stellte er in der Kunsthalle Nürnberg aus, 2012 auf der dOCUMENTA (13).
Das angestrebte Werk der Künstlerin Michaela Melián soll die künstlerischen Ideen Metzgers‘ mit dem Geburtsort Nürnberg in Verbindung bringen.
In den öffentlichen Raum treten zwei Stahlplatten, die korrodieren. Zwischen den Platten ist ein Foto montiert, das Adolf Hitler vor Mitgliedern der Hitlerjugend in Nürnberg zeigt. Dieses Foto wird durch die beiden Stahlwände verdeckt. Das Foto wurde von Metzger in anderem Zusammenhang verwendet.
Die Korrosion der Platten weist auf die Gefahr hin, dass Bilder, wie das (nicht) gezeigte immer wieder neu entstehen können.
Der Standort am Marientor wurde von der Künstlerin so gewählt, dass von dort aus die Ausstellungsorte der seinerzeitigen Ausstellung "Schreckenskammer" – einer Vorläuferausstellung zur Ausstellung „entartete Kunst“ (Künstlerhaus, Kunsthalle und Norishalle (bis zur Zerstörung 1945 „Kunsthalle“)) zu sehen sind. Eine Internetseite wird auf die
Inhalte des Kunstwerks eingehen. Das moderne Kunstwerk soll also im Brennpunkt der Orte der Verfemung damals ebenfalls moderner Kunstwerke stehen.
Vor dem Wohnhaus von Gustav Metzger wird eine Tafel mit dem Hinweis auf das Kunstwerk sowie die Internetseite aufgestellt.
Der Ansatz wurde dem Beirat Bildende Kunst vorgestellt. Der Beirat hat sich für die Realisierung des vorgeschlagenen Kunstwerks ausgesprochen.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten 63.665 € Folgekosten 200 € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv 63.665 € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
Finanzierung durch das Budget "Kunst in der Stadt"
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Das Projekt folgt den Bestrebungen, der Stadt der Menschenrechte gerecht zu werden.
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss beschließt die Realisierung des Kunstwerk „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg" von Michaela Melián am Marientor vor der Kunsthalle Nürnberg mit Kosten in Höhe von 63.665 Euro brutto.
Michaela Melián
„Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“, 2023
Nürnberg, Öffentlicher Raum
Historischer Hintergrund
Gustav Metzger wurde im Jahr 1926 als Kind von aus Polen stammenden Juden in Nürnberg geboren. Im Januar 1939 hatten ihn die Eltern als Zwölfjährigen zusammen mit seinem Bruder Max nach England geschickt, um ihn dort von der zunehmenden Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. Juden polnischer Abstammung wurden bereits ab Mitte der 1930er Jahre in Massen nach Polen deportiert. Drei Wochen vor dem Judenprogrom am 10. November wurde auch Gustav Metzgers Vater abgeholt, musste zwangsweise seine Familie verlassen und nach Polen ausreisen. Fast alle seiner Familienangehörigen kamen in den nächsten Jahren in den KZs der Nazis um.
„…One of the earliest memories is from my childhood in Nuremberg. We were living in a house in Fürther Straße, which is a big linear road from Nuremberg to Fürth. We were at the beginning of that road, Further Straße 37. We had a yard in front of our home. One day I went into the yard and onto the road and joined a marching group of political people. I think they were more left-wing than right-wing. This was before 1933. It was, I believe, my first appearance in politics. But my parents were very worried and took me back home as quick as possible, and I was locked u, grounded for some days…“
„…Eine der frühesten Erinnerungen stammt aus meiner Kindheit in Nürnberg. Wir wohnten in einem Haus in der Fürther Straße, einer großen geraden Straße von Nürnberg nach Fürth. Wir befanden uns am Anfang dieser Straße, der Fürther Straße 37. Wir hatten einen Hof vor unserem Haus. Eines Tages ging ich in den Hof und auf die Straße und schloss mich einer marschierenden Gruppe politischer Leute an. Ich denke, sie waren eher links als rechts. Das war vor 1933. Es war, glaube ich, mein erster Auftritt in der Politik. Aber meine Eltern machten sich große Sorgen und brachten mich so schnell wie möglich nach Hause, und ich wurde für einige Tage eingesperrt und mit Hausarrest belegt …“ (Gustav Metzger im Gespräch mit Hans-Ulrich Obrist, 2008)
„…Vom ersten Moment an war konzipiert, dass ich Sachen mache, wenn möglich im Freien, und das ist 'public art'. (...) Hier spreche ich von einem Monument, wo quasi alle Leute Zugang haben, ohne zahlen zu müssen. Das ist schon sehr wichtig, dass der Staat dafür bezahlt, eine Bibliothek oder eine Universität, aber nicht das Publikum (...) Also es ist nicht käuflich, nicht verkäuflich. Das ist ganz zentral… Die Ideen sind nie realisiert worden. Ich spreche jetzt dreißig Jahre später. Kein einziges. Ich habe nie etwas gemacht außer Demonstrationen…” (Gustav Metzger im Gespräch mit Justin Hoffmann, 4. April 1989)
Gustav Metzger gelang es zu Lebzeiten jedoch nicht, Institutionen oder private Sponsoren zu finden, die Produktion und Errichtung eines dieser Monumente finanziert hätte. Einen wesentlichen Grund, warum seine autodestruktiven Skulpturen nicht verwirklicht wurden, sieht Gustav Metzger in der Struktur des kommerziellen Kunstsystems. (Justin Hoffmann, Katalog zur Ausstellung Gustav Metzgers in Nürnberg, 1999)
Konzept
Die geplante Arbeit „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“ ist dem in Nürnberg geborenen, jüdischen Künstler Gustav Metzger gewidmet. Metzger gilt heute international als bedeutende Künstlerpersönlichkeit seiner Generation, mit seinem in den 1960er Jahren entwickelten und in London präsentierten Konzept der „Destruktionskunst“ fand er Eingang in die Nachkriegskunstgeschichte..Regelmäßig beschäftigte sich Gustav Metzger in seinen Arbeiten mit dem Thema Nationalsozialismus, doch trotz der vielen Ausstellungen, die seit den späten 1990er Jahre stattfanden, und der zahlreichen Publikationen wurde der Einfluss seiner Nürnberger Kindheitserfahrungen und seine traumatisierende Fluchterfahrung kaum thematisiert. Ausgangspunkt für „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“ ist Gustav Metzgers Arbeit „Historic Photographs: Hitler-Youth, Eingeschweisst“. Sie wurde 1997 für die erste Ausstellung seiner Werke in der BRD im Kunstraum München, die die Wiederentdeckung Gustav Metzgers markiert, produziert. Ein zwischen zwei Stahlplatten eingeschweißte Foto zeigt eine HJ- Kundgebung beim Reichsparteitag im Nürnberger Stadion mit zahlreichen Jugendlichen, die zu diesem Zeitpunkt in etwa in Metzgers Alter waren. Mit der Verhüllung oder gar Verdeckung der Historic Photographs stellte Gustav Metzger die Grenzen der Vermittlung historischer Ereignisse zur Debatte.
Die Arbeit „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“ ist ein Kunstwerk von Michaela Melián und versteht sich als Hommage an Gustav Metzger und sein flüchtiges Werk. Die Urheberschaft liegt bei der Künstlerin Michaela Melián.
Materialität, Größe und Umsetzung
Die Arbeit geht von folgenden Materialien aus, die auf Gustav Metzger verweisen:
- Gustav Metzger, Historic Photographs: Hitler-Youth, Eingeschweisst, 1997
(Demonstrationsobjekt, courtesy Kunstraum München)
- Negativ der Photovorlage von Gustav Metzger für Hitler-Youth, Eingeschweisst, 1997,
(Leihgabe: Justin Hoffmann)
Stahlskulptur mit Infostele im öffentlichen Raum
Auf Basis auf Gustav Metzger bezogenen Materialien wird folgende Arbeit erstellt:
-
Stahlrahmen in der Größe 260 x 360 cm.
-
An den Rahmen werden rohe gewalzten Stahlplatten (Stärke 10 mm) geschweißt. Auf eine der
Stahlplatten ist das Foto, dessen Originalnegativ von Gustav Metzger aus dem Besitz von Justin Hoffmann vorliegt, aufgedruckt. Die Abbildung kommt dabei nach innen, kann also nicht gesehen werden.
- Der Rahmen muss mit einem Fundament in den Boden eingelassen werden.
In unmittelbarer Nähe zur Arbeit soll eine Infostele (nach Muster der Stadt Nürnberg), versehen mit Informationen zum Kunstwerk und darüber hinaus mit einem Link bzw. QR, der zu einer für das Projekt produzierten Webseite führt. Weitere Infostelen können auch an anderen thematisch relevanten Orten aufgestellt werden, wie z.B. am ehemaligen Wohnort der Familie Metzger in der Fürther Straße 37 in Nürnberg.
Webseite
Die Webseite ist als Teil der künstlerischen Arbeit „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“ geplant. Es soll versucht werden, ähnlich wie bei der Arbeit Memory Loops <memoryloops.net> Recherchematerial zu Gustav Metzger mit Audio und Musik künstlerisch zu gestalten. Hierfür sollen auch in Nürnberg noch Interviews geführt werden mit Personen, die Gustav Metzger 1999 erlebt haben. Außerdem werden auf dieser Webseite Informationen zu Gustav Metzger, seiner Zeit in Nürnberg, seiner Familie, und seinen Kunstwerken zu finden sein. Die Informationen auf der Seite behandeln Gustav Metzgers Biografie und Werk unter besonderer Berücksichtigung seiner Zeit in Nürnberg, des Themas Kindertransport, sowie des Themas Kunst im NS in Nürnberg. Diese geplante Webseite soll weit darüber hinaus gehen, was bis dato auf dem Eintrag: Gustav Metzger (1926-2017) – MEKOMOT-Nürnberg (mekomot-nuernberg.de) zu finden ist.
Standort
Nach der Besichtigung mehrerer möglicher Standort und Gesprächen mit Spezialistinnen vor Ort wird folgender Aufstellungsort favorisiert:
Am Königstorgraben/Ecke Lorenzer Straße, auf der Grünfläche vor der historischen Stadtmauer bzw. der Kunsthalle.
In der Kunsthalle Nürnberg fand 1999 eine Einzelausstellung von Gustav Metzger statt, in deren Rahmen er das erste Mal nach 1939 wieder nach Nürnberg kam. Zusätzlich zur geplanten Stele, die in der Grünfläche direkt am Gehweg aufgestellt werden soll, kann hier in den Arkaden vor der Kunsthalle entlang der Lorenzer Straße eine Glasscheibe mit Infomaterial zur Arbeit und zu Gustav Metzger angebracht werden, sodass man auch direkt vor Ort zur Arbeit informiert wird, ohne auf die Webseite zugreifen zu müssen.
Alternative Standorte:
- Der Sitz der Nürnberg Nachrichten infrage, der sich im ehemaligen Gauhaus in der
Marienstraße/Ecke Badstraße befindet. Hier wurde im NS der „Stürmer“, das antisemitische nationalsozialisteische Propagandamedium von „Gauleiter" Julius Streicher herausgegeben.
- Die Grünfläche auf dem Platz für die Opfer des Faschismus. im zweiten Fall das unspezifische
Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus an diesem Ort.
Einweihungsfeier
Zur Einweihungsfeier sollte eine angemessene Veranstaltung stattfinden. Zum Thema könnten sprechen: Wolfgang Brauneis, Leiter Nürnberger Kunstverein, Michaela Melián, Künstlerin, Alexander Schmidt, Historiker, NS-Dokumentationszentrum Nürnberg, Michaela Unterdörfer, Kuratorin von Gustav Metzgers Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg 1999, (Mögliche Themen der Kurzvorträge: Die Arbeit „Bringing Back Gustav Metzger to Nürnberg“ und ihr Konzept, Gustav Metzgers Werk und seine Wiederentdeckung in den 99er Jahren, Metzgers Biografie, die Kindertransporte und Antisemitismus in Nürnberg).
Kostenplan
Stahlskulptur Material, Konstruktion, Schweißarbeit, Fotodruck 15.000 Euro
Transport, Fundament, Verfüllen 7.000 Euro
Mindestens zwei Stelen und Infoglaswand 5.000 Euro
Webseite, Recherche, Lektorat, Gestaltung, Programmierung 7.000 Euro
Eröffnung Drucksachen (Einladungen, Plakate) Reisekosten. Honorare, Übernachtungen, Abendessen, Technik etc. 3.000 Euro
Mögliche Teuerungsrate, Puffer 10% 5.000 Euro
Künstlerinnenhonorar 7.000 Euro
Sonstige Unkosten wie Reise, Übernachtung, Kommunikation etc. 1.000 Euro
Gesamtkosten netto 50.000 Euro
Gesamtkosten netto 59.500 Euro
Gesamtkosten brutto 63.665 Euro
am Donnerstag, den 02.02.2023 um 14:00 Uhr
in der Aula des Baumeisterhauses, Bauhof 9
Öffentlicher Teil:
Top 1: Vorstellung neues Mitglied Frau Prölß-Kammerer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Mitglied u.a. des Kulturausschusses. Herr Michael Ziegler ist aus Zeitgründen ausgeschieden.
Top 2: Michaela Melián
Dem Beirat wurde das Projekt durch den Direktor des Kunstvereins Nürnberg Albrecht- Dürer-Gesellschaft, Herr Wolfgang Brauneis, und der Künstlerin, die per Videoschaltung teilnahm, näher vorgestellt. Frau Melián hat das Kunstwerk für Gustav Metzger, erläutert und weitere Details bekanntgegeben. So wurde die Urheberschaft schon mit Justin Hofmann geklärt. Weiterhin wurde über die Audio-Dateien gesprochen, die das Kunstprojekt ergänzen werden. Der Beirat wünscht sich einen persönlichen Austausch, der nun am 27.04. zur nächsten Beiratssitzung stattfinden wird, bei dem die Frage des Standortes sowie die Finanzierung geklärt werden sollen. Der Beirat hat sich jedoch schon einstimmig für eine Einladung von Frau Melián zur Realisierung eines Kunstwerks ausgesprochen.
Top 3: Kunst auf Abfallsammelfahrzeugen
Im Rahmen des Symposion Urbanum kam es Vorstellung der eingereichten Kunstwerke. Die Jury hat im Beisein von Frau Umweltreferentin Britta Walthelm die Auslobung wie folgt durchgeführt: In der ersten Phase wurden folgende KünstlerInnen weitergewählt (nicht berücksichtigt bei der Aufzählung ist die Anzahl Einreichungen durch die Künstlerinnen und der Nennungen):
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Alex Roser - Henrike Franz
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Alex Gercke - Julia Liedel
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Bogi Bagi - Julius Jurkiewitsch
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Christian Barta - Katja Gehring
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Evelina Haar - Maximilian Gessler
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Famed - und Ulrike Manestar
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Gottfried Binder
am Donnerstag, den 27.04.2023 um 14:00 Uhr
in der Aula des Baumeisterhauses, Bauhof 9
Öffentlicher Teil:
Top 1: Michaela Melián
Frau Melián war zu Gast. Sie hat mit dem Beirat noch einmal über den Ort der Realisierung gesprochen. Man hat sich darauf verständigt, zwei Ortstermine durchzuführen. Der erste wird mit Herrn Wissen durchgeführt, um die möglichen Orte zu sondieren. Bei einem zweiten Termin werden die möglichen Orte mit dem Beirat begangen.
Es muss von Ihr nachweisbar geprüft werden, ob es Urheberrechtsprobleme mit den Erben von Metzger geben kann. Die Konzeption ist bisher noch nicht annähernd vollständig. Ob die Tafel stehend oder lehnend aufgestellt wird, muss geprüft werden. Auch die Frage, ob es mehr als einen QR Code geben wird, ist noch offen.
Top 2: Instone-Projekt SEETOR Coca-Cola-Gelände: Entscheidung für Künstler
Der Beirat hatte eine Liste von Künstlern vorgelegt, die für die Realisierung geeignet sind. Um jedoch keine Direktvergabe durchzuführen, hat man sich für ein Bewerbungsverfahren entschieden.
Top 3: Gretel-Bergmann-Grundschule: Wettbewerb
Zum Zeitpunkt der Sitzung hatten sich 40 Künstler beworben. Bis 15.05. läuft die Bewerbungsfrist.
Für die Vorjury haben sich Änderungen ergeben:
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Frau Dagmar Buhr, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Herr Benedikt Buchmüller, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Frau Dr. Anne Schloen, Kunstbeirat Köln
Fachpreisrichter sind nun:
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Herr Christian Rösner, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Herr Florian Tuercke, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Frau Ursula Kreutz, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Frau Anne Rumetsch, Beirat für Bildende Kunst (BBiK) (ggf. Simone Decker, Frankfurt)
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Frau Simone Schimpf, Neues Museum Nürnberg (BBiK)
Top 4: Kunstwettbewerb Züricher Park
Die Jury für diesen Kunstwettbewerb steht:
Vorjurymitglieder:
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Vertreter SÖR/1-G/2
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Ursula Kreutz, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Anne Sterzbach, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
Fachpreisrichter:
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Benita Meißner, DG Kunstraum München (zugesagt)
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Anja Richter, Museum Gunzenhauser Chemnitz (angefragt)
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Simone Schimpf (Neues Museum Nürnberg)
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Harriet Zilch (Kunsthalle Nürnberg)
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Christian Rösner, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
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Ben Heinrich, Beirat für Bildende Kunst (BBiK)
Sachpreisrichter:
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- Bürgermeister Christian Vogel
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Vertreter Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für
Bauwesen und Raumordnung (BBR)
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Vertreter staatliches Bauamt Nürnberg
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Vertreter Landschaftsarchitekturbüro P L A N O R A M A
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Vertreter SÖR/1-G/2
Top 5: Sebalder Burgzwerge
Der Beirat lehnt den Vorschlag ab, die Wandmalerei an der Mauer des Kindergartens umzusetzen.
Nürnberg, 03. Mai 2023
Christian Roesner
Vorsitzender des Beirats für Bildende Kunst
am Donnerstag, den 29.06.2023 um 14:00 Uhr
in der Aula des Baumeisterhauses, Bauhof 9
Öffentlicher Teil:
Top 1: Michaela Melián
Das Kunstwerk von Frau Melián wurde vom Beirat einstimmig angenommen.
Top 2: Instone-Projekt SEETOR Coca-Cola-Gelände: Entscheidung für Künstler
Die Instone hat die Künstler, die vom Beirat vorgeschlagen wurden, angeschrieben, um einen Entwurf abzugeben. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Oktober vorgestellt.
Top 3: Stand der Dinge: Gretel Bergmann Grundschule: Wettbewerb
Die Vorjury hat getagt und das Kolloquium hat stattgefunden. Die Abgabe der Entwürfe geht bis zum 15. September, die Jurysitzung ist am 21. September 2023.
Top 4: Ausmalung Rathauskantine
Der Beirat trifft sich am 26. Juli 2023 um die Anforderungen bezüglich einer Interpretation der Arbeit von Carl Gries zu hinterfragen. Der Beirat wünscht sich Klärung über Lampen, Mobiliar und Täfelung bzw. Farbe der Täfelung. Ein Wettbewerb für diesen Ort wird diskutiert, hängt aber auch von der Möglichkeit zur Raumveränderung ab.
Der Beirat wird im Oktober die Entscheidung an die obere Denkmalschutzbehörde weitergeben.
Top 5: Datev Fürther Str. 101 Kulturwand
Der Beirat hat sich einstimmig gegen den Vorschlag der Datev ausgesprochen.
Top 6: Schulzentrum Süd-West
Der Beirat wird eine Wettbewerbsauslobung ab dem 26. Juli 2023 vorbereiten.
Top 7: Kunstprojekt von Dirk Vollenbroich
Herr Vollenbroich wird zum nächsten Beirat im Oktober eingeladen, um seinen Vorschlag zu präsentieren.
Top 8: Kunst am Bau: Waldwipfelpfad
Der Beirat trifft sich am 26. Juli 2023 um eine Wettbewerbsauslobung vorzubereiten.
Top 9: Wettbewerb 2024
Auch dieses Thema wird am 26. Juli 2023 besprochen und zum nächsten Beirat vorgestellt.
Nürnberg, 01. August 2023
Christian Roesner
Vorsitzender des Beirats für Bildende Kunst
ÖÖ
Berichtsvorlage BCN/006/2023
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 20.10.2023 öffentlich Bericht
Betreff:
Bildungscampus Nürrnberg (BCN)
hier: Bericht über Standorte und Standortstrategie
Anlagen: 01_Bericht
Bericht: Der Bildungscampus Nürnberg (BCN) betreibt und unterhält mit seinen Einrichtungen Bildungszentrum, Stadtbibliothek und Planetarium zusammen 14 eigene Standorte, 4 Schulbibliotheken sowie 2 Bücherbusse. Damit ist der BCN im gesamten Stadtgebiet vertreten und verzeichnete im Jahr 2022 über 1,2 Millionen Besuche. Neben den Gebäuden in zentraler Lage am Gewerbemuseumsplatz prägt eine zusätzliche dezentrale Struktur die bisherige Standortstragie des BCN. Grundsätzlich ergibt sich innerhalb des Stadtgebiets eine Vielzahl von Standortpotenzialen. Diese lassen sich anhand von drei Handlungsfeldern beschreiben: 1. Weiterentwicklung der bestehenden Standorte 2. Nachfolge für das Schulungszentrum Bayreuther Straße 1 3. Neuer Standort in bislang unversorgten Gebieten als kombinierter Standort aus Bildungszentrum und Stadtbibliothek. Die Standortentwicklung des BCN bezieht neben fachlich-inhaltlichen Aspekten stets auch die Makroentwicklung einer dynamischen Stadtentwicklung, die jeweilige Haushaltslage sowie Kooperationsmöglichkeiten ein.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Die finanziellen Auswirkungen sind von der Umsetzung der Standortstrategie abhängig und können im Rahmen dieses Berichts nicht prognostiziert werden. Sobald Maßnahmen aus der Standortstrategie konkretisiert werden können, werden sie den entsprechenden Gremien vorgelegt. (→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die (Weiter-)Entwicklung der Standorte erfolgt nach strategischen Überlegungen. Diese orientieren sich u. a. an Geschlecht, ethnischer, sozialer oder anderer Gruppenzugehörigkeiten der Nutzenden.
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Sachbericht - Standorte des Bildungscampus
Einleitung
Der Bildungscampus Nürnberg betreibt und unterhält mit seinen Einrichtungen Bildungszentrum, Stadtbibliothek und Planetarium zusammen 14 eigene Standorte, 4 Schulbibliotheken sowie 2 Bücherbusse. Damit ist der BCN im gesamten Stadtgebiet vertreten und ermöglicht wohnortnahe Angebote für seine Kundinnen und Kunden, insgesamt stehen knapp 28.000qm Fläche mit den Standorten zur Verfügung. Mit seinem zentralen und identitätsstiftenden Hauptstandort am Gewerbemusemusemsplatz prägt der BCN einen wesentlichen Teil dieses Innenstadtbereichs. Dort befinden sich neben dem Bildungszentrum und der Stadtbibliothek Zentrum zusätzlich auch zwei Verwaltungsund Bürogebäude. Ergänzt wird dieses Ensemble durch das Planetarium am Plärrer sowie die Zentrale Anlaufstelle Migration (ZAM) in der Theresienstraße, welche maßgeblich von BCN betrieben wird. Der südpunkt ergänzt als weiterer gemeinsamer Standort von BZ und StB in Kooperation mit KuF das innenstadtnahe Angebot in der Pillenreuther Straße. Neben diesen flächenmäßig großen Gebäuden in zentraler Lage prägt eine zusätzliche dezentrale Struktur die bisheriger Standortstrategie des BCN. Die Stadtteilbibliotheken Gostenhof, Langwasser, Maxfeld, Schoppershof, St. Leonhard sowie Teile des Tempohauses ermöglichen wohnortnahe Angebote mit vornehmlich kleinteilig und spezifischer Nutzung. Vervollständigt werden die Standorte durch 4 Schulbibliotheken, 2 Bücherbusse sowie die Nutzung von sog. Schwerpunktschulen für einzelne BZ-Kurse (z.B. im Johannes-Scharrer-Gymnasium). Eine Übersicht aller aktuellen Standorte sowie ergänzende Angaben liegen als Anlage bei.
Aktuelle Entwicklungen und Projekte
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Neubau des Schulzentrums Südwest mit einer kombinierten Schul- und Stadtteilbibliothek Im Jahr 2026 soll das neugebaute Schulzentrum Südwest seinen Betrieb aufnehmen. Im Rahmen des Projekts ist der BCN mit einer kombinierten Schul- und Stadtteilbibliothek beteiligt. Das neue Konzept einer solchen Doppelnutzung hat Pilotcharakter für die Entwicklung neuer Bibliotheksstandorte in Nürnberg.
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Sanierungsbedarf der Stadtteilbibliothek Gostenhof Die Stadtteilbibliothek Gostenhof ist seit mehreren Jahren in einem baulich und räumlich verbesserungswürdigen Zustand und schränkt damit die potenziell sehr große Nutzung vor Ort erheblich ein. Derzeit werden Möglichkeiten geprüft, hier eine substanzielle Verbesserung herbeizuführen.
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Sanierungsbedarf der Stadtteilbibliothek Schoppershof Die Stadtteilbibliothek Schoppershof befindet sich im Keller einer auf Grund von Schadstoffbelastung nicht mehr betriebenen Schule in der Merseburger Straße. Jüngst wurde durch die Schulverwaltung ein Neubauprojekt lanciert, welches eine Generalsanierung bzw. einen Neubau der Stadtteilbibliothek miteinschließt.
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Ausweitung von „Open Library“ auf weitere Standorte Nach dem sehr erfolgreichen Start der „Open Library“ in der Stadtteilbibliothek Langwasser plant BCN die Ausweitung des Angebots auf den südpunkt und die Stadtteilbibliothek St. Leonard (in der Villa Leon). Die erforderlichen Haushaltsmittel wurden als Bedarf angemeldet.
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Anmietung Theresienstraße Im April 2023 hat BCN als Bedarfsträger die ehemalige Sparkassenfiliale in der Theresienstraße angemietet. Im Frühsommer konnte dort die Zentrale Anlaufstelle Migration
wiedereröffnet werden. Neben der zentralen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des BCN (ZAQ) sind dort die ZAM-Beratung sowie die Test- und Meldestelle des BAMF untergebracht.
- Nachfolge Bayreuther Straße 1 Wie bereits in den letzten Jahreskontrakten geschildert, konnte bislang keine Nachfolge für das Schulungszentrum Bayreuther Straße 1 gefunden werden. Vor dem Hintergrund eines stetig steigenden Bedarfs an Deutsch- und Integrationskursen ist dies besonders bedauerlich. Es wurden seit Anfang 2021 ca. 60 Liegenschaften geprüft, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kommen. Das größte Hemmnis stellt hierbei der spezifische Raumbedarf eines Schulungszentrums dar, der in der Regel ohne Umbau kaum am Markt verfügbar ist. Derzeit werden weitere Optionen geprüft.
Standortpotenziale
Grundsätzlich ergeben sich innerhalb des Stadtgebiets eine Vielzahl von Standortpotenzialen. Die unversorgten bzw. wohnortfernen Gebiete sind in der Standortübersicht der Anlage deutlich erkennbar. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Standorte eine Mindestgröße brauchen, um Kundennutzen und wirtschaftlichen Betrieb vereinbaren zu können. Insbesondere im BZ stellt eine kleinteilige Nutzung einzelner, angemieteter und auf das Stadtgebiet verteilte Räume einen erheblichen Ressourcenaufwand dar, der zu Lasten der Angebotsentwicklung geht. Daher ist aus Sicht des BCN perspektivisch ein neuer kombinierter Standort aus BZ und StB wünschenswert. Vor dem Hintergrund der gesamtstädtischen Haushaltslage ist hiermit jedoch kurzfristig nicht zu rechnen, sondern das Vorhaben ist als perspektivisches Ziel identifiziert. Das Hauptpotenzial wird hierbei im Westen und nordwestlichen Innenstadtgürtel der Stadt gesehen. Gründe hierfür sind die Siedlungsdichte, die verkehrstechnische Erreichbarkeit und die Wohnorte der Kundinnen und Kunden, wie auf der Heat Map der Anlage zu erkennen ist. Demgegenüber besteht ebenfalls Potenzial im Norden und Süden der Stadt. Auf Grund der geringeren Siedlungsdichte und verkehrstechnischen Erreichbarkeit bedürfte es hierbei eines anderen, breiteren Ansatzes, um einen neuen und leistungsfähigen Standort zu entwickeln.
Ausblick
Hinsichtlich der skizzierten Standorte, Erneuerungsbedarfe und strategischer Planungen ergeben sich aus der Perspektive des BCN drei Handlungsfelder für die kommenden Jahre:
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Weiterentwicklung der bestehenden Standorte Dies umfasst zum einen den Erhalt und die Modernisierung der Gebäude sowie zum anderen eine zeitgemäße Innenausstattung. BCN setzt damit den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre fort, z.B.: Generalsanierung der Stadtteilbibliothek Langwasser im Gemeinschaftshaus Langwasser 2021, Erneuerung der Full-Dome-Anlage im Planetarium 2019, Neubau der Zentralbibliothek 2011/12, Neubau des südpunkts 2008/09.
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Nachfolge für das Schulungszentrum Bayreuther Straße 1 Seit dem endgültigen Ende des Projekts Johannisturm im Jahr 2019 fehlt dem BZ ein geeigneter Standort, um seinen Schulungs- und Prüfungsbetrieb im Bereich der Sprachkurse, insbesondere Deutsch- und Integrationskurse, durchführen zu können. Als kurzfristige Interimslösung konnte in der Bayreuther Straße 1 bis Mitte 2021 dieser Bereich untergebracht werden. Da bislang eine langfristige Lösung noch nicht gefunden werden konnte, genießt die Suche nach einer adäquaten Liegenschaft für die Angebote in diesem Bereich eine hohe Priorität.
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Neuer Standort in bislang unversorgten Gebieten
Ausgehend von den bestehenden Standorten und einer zu erwartenden Stadtentwicklung wird im Westen und im nordwestlichen Innenstadtgürtel das größte Potenzial für einen gänzlich neuen BCN-Standort gesehen. Konzeptionelle Überlegungen hierzu befinden sich jedoch erst in der Anfangsphase und bedürfen noch einer Vielzahl an weiteren Schritten.
Die Standortentwicklung des BCN bezieht neben fachlich-inhaltlichen Aspekten stets auch die Makroentwicklung einer dynamischen Stadtentwicklung, die jeweilige Haushaltslage sowie Kooperationsmöglichkeiten ein. Mit seinem bisherigen Vorgehen auf einen starken, identitätsstiftenden Hauptstandort am Gewerbemuseumsplatz und kleinräumige, dezentrale Angebote zu setzten, hat BCN sehr erfolgreich agiert und verzeichnete mit über 1.200.000 Besuchen im Jahr 2022 einen deutlichen Zuspruch bei seinen Kundinnen und Kunden. An diesem Vorgehen soll daher auch in den kommenden Jahren festgehalten werden. Über die weiteren Fortschritte und künftigen Entwicklungen wird regelmäßig berichtet.
Berichtsvorlage BCN/005/2023
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 20.10.2023 öffentlich Bericht
Betreff:
Nürnberger Fahrbibliotheken
hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom14.07.2023
Anlagen: 01_Antrag_SPD vom 20230714_AN_142_2023 02_Bericht
Bericht: Die Stadtbibliothek Nürnberg im Bildungscampus Nürnberg (BCN) übernimmt als großstädtisches Bibliothekssystem mit einer Zentralbibliothek, sechs Stadtteilbibliotheken und zwei Fahrbibliotheken die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit einem vielseitigen und aktuellen Angebot, bestehend aus mehr als 900.000 Medien. Der nun vorgelegte Bericht soll das Angebot für Bürgerinnen und Bürger gerade im Hinblick auf die Fahrbibliothek verdeutlichen. Die Fahrbibliothek besteht derzeit aus zwei Bussen und versorgt 17 Schulen (vornehmlich Grund- und Mittelschulen) sowie 13 Stadtteile ohne eigenen Bibliotheksstandort. Im November 2022 hat der Stadtrat im Rahmen des gesamtstädtischen Sparpakets die Einstellung eines Bücherbusses zum Ende des Jahres 2023 beschlossen. Die zu erzielenden Einsparsumme in Höhe von 105.000 € jährlich setzt sich dabei aus einer Reduzierung der Personalkosten und Sachmittel zusammen.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Angebote des BCN sprechen die diverse Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt an.
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Sachbericht - Nürnberger Fahrbibliothek (Bücherbus)
Die Nürnberger Fahrbibliothek (Bücherbusse) ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts ein fester Bestandteil des dezentralen Versorgungsangebots der Stadtbibliothek. Sie besteht derzeit aus zwei Bussen und versorgt 17 Schulen (vornehmlich Grund- und Mittelschulen) sowie 13 Stadtteile ohne eigenen Bibliotheksstandort. Im Wesentlichen werden vormittags Haltestellen an Schulen und nachmittags gezielt Stadtteile bedient, der Turnus ist grundsätzlich ein zweiwöchentlicher Halt an den jeweiligen Zielorten.
Die Bücherbusse sind kuratierte, fahrbare Bibliotheken und umfassen einen Bestand von 30.000 Medien. Im ersten Halbjahr 2023 verzeichneten sie 55.000 Besuche und 110.000 Entleihungen. Sie sind seit vielen Jahren die publikumsstärksten dezentralen Bibliotheksangebote und werden intensiv von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Eine Auflistung der Haltestellen sowie die Nutzungszahlen der dezentralen Bibliotheksstandorte sind in der Anlage aufgeführt.
Beide Fahrzeuge sind auf Grund der relativ geringen jährlichen Fahrleistung gegenüber Linien-Verkehrsbussen aktuell technisch einwandfrei und müssen als Sonderfahrzeuge einer jährlichen TÜV-Prüfung unterzogen werden. Der neuere (rote) Bus wurde Ende 2021 als Ersatzbeschaffung in Betrieb genommen, der ältere (blaue) Bus ist etwas über 20 Jahre alt. Bei diesem wurde in der jüngeren Vergangenheit eine perspektivisch notwendige Ersatzbeschaffung ermittelt. Zwar ist er gegenwärtig noch technisch einwandfrei und vollständig betriebsfähig, jedoch wäre mit einer Ersatzbeschaffung in den nächsten 5 Jahren zu rechnen gewesen. Bei einer kalkulierten Vorlaufzeit von etwa 5 Jahren sowie aufgrund der Erfahrungen aus dem Beschaffungsprozess des roten Fahrzeugs wäre in naher Zukunft Handlungsbedarf gegeben gewesen. Die letzte Kostenschätzung für einen Bücherbus liegt bei 750.000 € als Investitionssumme. Die jährlichen Betriebskosten der beiden Busse belaufen sich auf ca. 35.000 € als Sachmittel sowie die notwendigen Personalkapazitäten, insbesondere 4,0 Stellen für Busfahrer.
Im November 2022 hat der Stadtrat im Rahmen des gesamtstädtischen Sparpakets die Einstellung eines Bücherbusses zum Ende des Jahres 2023 beschlossen. Die zu erzielende Einsparsumme in Höhe von 100.000 € jährlich setzt sich dabei aus einer Reduzierung der Personalkosten und Sachmittel zusammen.
Die Stilllegung eines Bücherbusses bedeutet, dass die Anzahl der Schul- und Stadtteilhaltestellen halbiert werden muss. Auf Grund von verfügbaren Personalkapazitäten, Rüstzeiten, An- und Abfahrtzeiten sowie der Standdauer vor Ort sind pro Tag maximal zwei Haltestellen bedienbar. Eine Erhöhung der Haltestellen pro Tag würde zu verringerten Standzeiten pro Haltestelle führen und damit die Nutzungsdauer an allen Haltestellen erheblich einschränken. Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass Standzeiten vor Ort auf Grund großer Nachfrage sogar verlängert werden mussten. Probeweise Änderungen des Turnus auf drei Wochen führten in der Vergangenheit zu erheblichem Rückgang beim Kundenzuspruch. Diese Beobachtung bestätigen auch die Erfahrungen anderer Kommunen mit einer reduzierten Frequenz der Bedienung von Haltestellen.
Die Planungen für einen Fahrplan ab 01.01.2024 werden derzeit vorbereitet. Grundsätzlich liegen der Erstellung des Fahrplans folgende Kriterien zu Grunde: Entfernung zu einer Stadtteilbibliothek, Größe und sozialräumliche Faktoren des Einzugsgebiets einer Haltestelle, Nutzungszahlen einer Haltestelle, Verfügbarkeit von Standflächen für Sonderfahrzeuge und Erreichbarkeit der Haltestelle für die Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtbibliothek verfügt neben einer 24-Stunden-Rückgabe am Standort Zentrum über Rückgabemöglichkeiten in allen Stadtteilbibliotheken. Im Rahmen der letzten Gebührenerhöhung wurde am 15.03.2023 vom Stadtrat als Ausweitung des Service für die Kundinnen und Kunden die einmalige kostenfreie Verlängerung ausgeliehener Medien
beschlossen und zum 01.07.2023 wirksam. Medien der Stadtbibliothek können gegenwärtig bis zu 8 Wochen entliehen werden.
Die Nutzung und Entleihung von E-Books in der Stadtbibliothek ist grundsätzlich orts- und zeitunabhängig. In den letzten Jahren hat dieser Bereich ein starkes Wachstum erfahren und wurde kontinuierlich weiter ausgebaut. Die Wachstumsraten haben sich hierbei in der jüngsten Vergangenheit jedoch verlangsamt und es ist davon auszugehen, dass der Anteil der Nutzung von E-Books sich mittelfristig auf einem Niveau vom 20-30% der Gesamtnutzung einpendeln wird. Ein stärkerer Ausbau des Angebots an E-Books würde daher zusätzliche Haushaltsmittel im Medienetat erfordern.
Als Ausgleich für die Einstellung eines Bücherbusses wurden vom Stadtrat 20.000 € für Stadtteilinitiativen beschlossen. Die Verwendung dieser voraussichtlichen K1-Mittel (eine konkrete Zuordnung der Haushaltsmittel liegt BCN auf Grund der laufenden Haushaltsaufstellung aktuell noch nicht vor) würde in die bestehenden Stadtteilbibliotheken fließen, z.B. in die Ausweitung des Kinder- und Jugendangebots. Aktivitäten und Initiativen außerhalb der Bibliotheksgebäude sind nicht vorgesehen. Die Personalbemessung der Bibliotheken ermöglicht in den Stadtteilen bereits heute nur auf einzelne Tage beschränkte Öffnungszeiten. Initiativen und Aktionen außerhalb der bestehenden Standorte würden sich zu Lasten der Öffnungszeiten der Standorte auswirken.
Mit ihren 17 Schulhaltestellen stellen die Bücherbusse ein wichtiges Ergänzungsangebot für die Arbeit der Nürnberger Schulen dar. Darüber hinaus betreibt der Bildungscampus 4 Schulbibliotheken sowie ab 2026 die neue, kombinierte Schul- und Stadtteilbibliothek im Schulzentrum Südwest. Die Formen der Zusammenarbeit mit den Schulen sind mannigfaltig. Sie reichen von Klassenführungen und Lehrkräfteberatung über die Bereitstellung von Medienpaketen bis hin zur Nutzung der Bibliotheken als außerschulischem Lernort. Als eine zentrale Aufgabe der Stadtbibliothek ist die Leseförderung in der Zusammenarbeit mit den Schulen besonders deutlich sichtbar.
Aus Sicht des BCN kann festgestellt werden, dass die größte Wirkung kultureller Bildungsangebote durch Verlässlichkeit und möglichst umfangreiche Erreichbarkeit für die Kundinnen und Kunden erzielt wird. Auf Grund der räumlichen Struktur der Stadt Nürnberg und der langfristigen Veränderung von Stadtteilen ermöglichen Bücherbusse eine wohnortnahe Versorgung, die einer dynamischen Stadtentwicklung und dem einhergehenden Mediennutzungsverhalten der Bevölkerung Rechnung trägt. Die Bücherbusse erfüllen vor diesem Hintergrund die zentrale Aufgabe, zentrumsferne Stadtteile verlässlich mit hochwertigen Angeboten zu versorgen. Projekte, Kooperationen und Initiativen können den Kernauftrag einer Bibliothek ergänzen, allerdings nicht ersetzen. Auf Basis der eingangs skizzierten Investitions- und Betriebskosten erscheint zudem eine Fortführung des zweiten Bücherbusses auf Spendenbasis wenig aussichtsreich. Grundsätzlich wäre eine Ersatzbeschaffung über Spenden und/oder Fördermittel möglich, der Unterhalt und dauerhafte Betrieb ist auf Spendenbasis jedoch nicht zu realisieren.