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← Sitzung des Verkehrsausschusses (19.10.2023)

Entscheidungsvorlage

Anlage · 19.10.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Dutzendteich Verkehrsausschuss Schule & Bildung Gleißhammer Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Benennung der Wendeschleife an der Ecke Seminarweg - Dutzendteichstraße -

Bayernstraße nach dem Nürnberger Unternehmer Johannes Falk

Entscheidungsvorlage

Johannes Falk wurde am 2. August 1822 in Schonungen bei Schweinfurt geboren. Im Alter von 16 Jahren kam er nach Nürnberg, um bei Johann Wilhelm Spaeth - seinem späteren Schwiegervater - das Müllerhandwerk zu erlernen. Johannes Falk besuchte neben seiner Ausbildung die Polytechnische Schule, um sich weiterzubilden. Er brachte es im Unternehmen vom Lehrling über den Gesellen zum Werkmeister. Am 7. Juli 1844 heirateten Johannes Falk und Susanne Friederike Spaeth. Sie bekamen drei Töchter. Am 10. August 1854, verstarb sein Schwiegervater Johann Wilhelm Spaeth, der sich mit Cholera infiziert hatte. Johannes Falk übernahm die Fabrik seines Schwiegervaters und führte sie unter dem Namen „Maschinenfabrik und Eisengießerei Joh. Wilh. Spaeth“ fort. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Fabrik aufgrund der günstigen Konjunktur gut. So stieg die Zahl der Beschäftigten von 140 Personen im Jahr 1854 auf 400 Mitarbeiter im Jahr 1860. Das Unternehmen fertigte Eisenkonstruktionen - beispielsweise für die Kuppel des Nürnberger Hauptbahnhofs - oder für Brücken, aber auch Maschinenteile und Schmuckelemente. Hinzu kamen landwirtschaftliche Maschinen, Pressen, leonische Drahtzugmaschinen und Laternen. Besonders wichtig war der Eisenbahnbau. Die Aufträge von Eisenbahngesellschaften für Zubehörteile beanspruchten zeitweise 90 Prozent der gesamten Produktion.

Nach dem Tod seines Schwiegervaters engagierte sich Johannes Falk in der Dutzendteichpark AG - einem Zusammenschluss von Bürgern zur Pflege des Naherholungsgebiets - und erwarb im Bereich des Dutzendteichs Grundstücke, um hier seine Idee eines Landschaftsparks zu verwirklichen. Er ließ einen Park anlegen, der vom Dutzendteich fast bis zur heutigen Meistersingerhalle reichte. Mit seiner Parkgestaltung prägte Johannes Falk über viele Jahre seinen Wohnort am Dutzendteich. 1883 gründete er mit einem Kapital von 50.000 Mark die „Johann Wilhelm Spaeth Stiftung“ zur Unterstützung armer, alter und arbeitsunfähiger Angehöriger der Gemeinde Gleißhammer, zu der Dutzendteich damals gehörte. Johannes Falk engagierte sich außerdem im Förderverein des Germanischen Nationalmuseums, beteiligte sich mit einem Aktienkauf an der Gründung des Bayerischen Gewerbemuseums und unterstützte Einrichtungen wie das Kinderasyl. Auch das „Deutsche Sängerfest“ 1861 profitierte besonders von seiner Beteiligung.

Johannes Falk verstarb am 23. September 1907 in Nürnberg und wurde auf dem Petersfriedhof beigesetzt.

Es wird vorgeschlagen, die Wendeschleife an der Ecke Seminarweg - Dutzendteichstraße - Bayernstraße als

Johannes-Falk-Platz

(nach dem Nürnberger Unternehmer Johannes Falk, 1822-1907)

zu benennen.

Hinweis zur Benennung von mehr Straßen nach Frauen:

In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 15.11.2018 haben Stadtverwaltung und Stadtratsmitglieder einmütig bekundet, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden müssen. Dies wurde auch in dem vom Stadtrat verabschiedeten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt.

Von den im Zeitraum 01/2018 - 09/2023 beschlossenen 51 Straßenbenennungen erfolgten 39 nach Personen, davon 22 nach Frauen.

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