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Entwurfsbeschreibung

Anlage · 18.10.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Ferdinand-Drexler-Weg, Nürnberg

Entwurfsbeschreibung

Stand: 04.09.2023

Allgemeines

Die Grünanlage Ferdinand-Drexler-Weg wurde im Rahmen eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs 1956 im Stadtteil Langwasser, durch die Landschaftsarchitekten und Architekten Hermann Thiele, Hermann Scherzer und Franz Reichel erstellt. Aufgrund der Ergebnisse des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK „Nürnberg-Südost“ wurde 2016 das Gebiet „Nürnberg-Langwasser“ als Stadterneuerungsgebiet im Stadtrat ausgewiesen. Die Stadt Nürnberg hat in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern einen Masterplan erarbeitet, in dem die Bauabschnitte und auch die maßgebenden Umsetzungsziele festgeschrieben wurden. Im Rahmen eines Vergabeverfahrens wurde die Planungsleistung zur Neugestaltung der Grünanlage mit einer Gesamtfläche von ca. 30 ha in 5-6 Bauabschnitte aufgeteilt und an das Büro Mahl-Gebhard-Konzepte und Thiele LandschaftsArchitekten GmbH vergeben. Derzeit wird der 1. Bauabschnitt intensiv bearbeitet, dessen Ausführung für 2025 geplant ist. Dieser 1. Bauabschnitt ist ca. 7 ha groß und wurde zur besseren Übersicht in 4 Teilbereiche aufgeteilt:

Allgemeines zur Planung Bei der Planung des 1. Bauabschnitts wurden die Vorgaben des Raumprogramms und Zielplanungen berücksichtigt und in die Gestaltung der Freiflächen integriert. So wurden die bestehenden Wegeverbindungen, Sichtbeziehungen und Parkausstattung analysiert und hinsichtlich ökologischer und funktionaler Nachhaltigkeit soweit erforderlich angepasst und neu geplant. Auch die Historie des Ortes wurde in einem Workshop aufgegriffen und wird in die weitere Planung bzw. Realisierung integriert. In diesem Sinne werden Wege zurückgebaut oder durch Umbau von Asphaltbelägen in wassergebundene Decken entsiegelt. Diese sind, ebenso wie Asphaltbeläge grundsätzlich barrierefrei und können problemlos mit Rollstühlen und Gehhilfen befahren werden. Eine ganzjährige Barrierefreiheit kann jedoch nicht gewährleistet werden, da diese Flächen im Winter bei Frost und/ Schnee nicht geräumt werden können. Diese Wege sollen dauerhaft nicht beleuchtet werden. Trotz der Neuordnung der inneren Erschließung bleibt es jedoch für jedes Grundstück möglich, alle Bushaltestellen und das Frankenzentrum auf geräumten, eisfreien und beleuchteten Wegen zu erreichen. Dies gilt auch für die wichtigsten

Verbindungen zwischen allen Nachbarschaften. Für die wenigen Fälle, wo dies innerhalb der Grünanlagen nicht möglich ist, stehen kurze Wege im Bereich der angrenzenden öffentlichen Flächen zur Verfügung. Entlang des ca. 1,2 km langen Wegenetzes werden in regelmäßigen Abständen Sitzplätze geschaffen, die für alle Generationen Angebote zum Aufenthalt und zur Kommunikation bieten. Die geplanten Sitzmöglichkeiten variieren von langgestreckten Bänken bis hin zu Liegeflächen welche mit einer Holzauflage ausgestattet sind. Höhere Bänke mit Zwischenarmlehnen, die das Aufstehen für Menschen mit Handicap und die ältere Generation erleichtern werden hierbei ebenso vorgesehen, wie auch breitere Bänke zum „Lümmeln“ für die jüngere Generation. Regelmäßig werden durch die Anordnung der Sitzflächen auch kommunikative Bereiche geschaffen. Somit entstehen vielfältige Sitzbereiche, die für einen Großteil der zukünftigen Nutzenden der Grünanlage geeignet sind. Bei jeder Sitzmöglichkeit wird ein Abfallbehälter eingebaut. Mittelpunkt des Umbaus ist die Schaffung eines zentralen Platzes, der mit seinen Einrichtungen und Ausstattungselementen zukünftig als Kommunikations- und „Kraftort“ für die Grünanlage dienen soll. Hier sind auch kleiner Veranstaltungen und Events möglich. Hundewiese und Bolzplatz ergänzen das Angebot für die Menschen aus dem Stadtteil. Der neue Spielbereich wurde im Bereich des vorhandenen Rodelbergs angeordnet und umfasst vielfältige Spielangebote für die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil. Die Pflanz- und Rasenflächen werden im Zuge der Neugestaltung in Abstimmung mit den Fachdienststellen behutsam und mit Rücksicht auf die vorhandenen Baum- und Gehölzstrukturen verjüngt und umgebaut. Die Rasenflächen werden in großen Teilflächen naturnah umgebaut und als insektenfreundliche Blumenwiesen attraktiv gestaltet. Die Umgestaltung und dauerhafte Erhaltung des neuen Grünkonzeptes wird über einen Pflege- und Entwicklungsplan dauerhaft und nachhaltig gesichert.

Bereich I – Gehölze mit Herbstlaub

Der Bereich „Gehölze mit Herbstlaub“ wird über die Glogauer Straße erschlossen. Der Zugangsbereich wird aufgeweitet und der bestehende Hügel im Eingangsbereich minimal zurückgebaut, sodass die einladende Geste in den Park von der Glogauer Straße besser wahrnehmbar ist. Der Zugangsbereich wird mit einer langgestreckten Bank und einer Infotafel mit Übersichtsplan der Parkanlage ausgestattet. Das vorhandene Kunstwerk bleibt erhalten. Die derzeitigen in vielfältiger Art und Weise vorhandenen Beläge aus Rasenfugenpflaster, Asphalt, Kopfstein- und Verbundpflaster, werden als einheitlicher Wegebelag in Asphalt umgebaut. Der Weg wird in unveränderter Führung von der Glogauer Straße bis in den zentralen Platz als Asphaltweg ausgeführt. Die gesamte Achse zwischen Glogauer Straße und dem zentralen Platz wird an der nordöstlichen Wohnbebauung durch einen durchgehenden Gehölzsaum begleitet, der in Teilbereichen mit einheimischen Sträuchern ergänzt wird. Die hoch aufgeasteten Bäume entlang des Weges geben schon heute die langgezogene Blickachse bis zum zentralen Platz frei und werden in Zukunft durch Bäume ergänzt, welche sich im jahreszeitlichen Wandel durch Besonderheiten im Blattschmuck, Herbstlaub oder durch Ihre Früchte hervorheben.

Sämtliche weiteren Wegeanlagen, welche in die nördlichen Wohnanlagen führen, werden in Zukunft als wassergebundene Wegedecken ausgeführt. Die Entwässerung der Wege soll, wie im Bestand, in die umliegenden Grünflächen erfolgen. Der ca. 600 m lange Hauptweg erhält in regelmäßigen Abständen Sitzmöglichkeiten, die durch Ihre Nähe zum Weg gut erreichbar sind. An einer Stelle werden die Bänke durch Tische ergänzt. Kurz vor dem zentralen Platz werden in den Wiesenflächen befestigte Sitzmöbel aufgestellt, welche vereinzelt oder zum Teil in Sitzgruppen arrangiert sind. Der Bereich der bestehenden Tischtennisplatten erhält einen neuen Bodenbelag und die Gestaltung der Fläche wird angepasst. Die Wegeführung wird in Teilen reduziert und ein bestehender Weg in Richtung Tischtennisplatten als wassergebundene Wegedecke ausgeführt.

Bereich II – Zentraler Platz

Der zentrale Bereich mit einem großzügigen, ca. 2.000,00 m² großen Platz mit wassergebundener Wegedecke ist der Mittelpunkt der Parkanlage. Die vorhandenen Gehölze werden in die Grünflächen integriert und an vielen Stellen mit einer langen Bank eingefasst. Vor diesen Bänken werden teilweise Tische platziert, die zum Vespern und Gesprächen einladen. Um möglichst viel Schatten anbieten zu können, wird die vorhandene Vegetation sensibel ergänzt. Das Herzstück des Platzes ist eine ca. 120 m² große Wasserfläche mit Sprudlern, die in den Sommermonaten für Kinder, Jugendliche und Familien besonders attraktiv ist, aber auch ältere Personen werden das rege Treiben am Wasser besonders gerne betrachten. Diese Fläche wird mit einem hellen Asphalt abgedichtet, die Bodensprudler eben eingebaut, so dass die Fläche im inaktiven Zustand (Winter/Frühjahr) als Teil der Gesamtfläche wahrgenommen wird. Im nördlichen Bereich des Platzes bieten Tische, auf denen ein Schachbrett eingelassen ist, eine besondere Attraktion und laden zum Schachspiel ein. Die Tische können aber auch für ein Gespräch mit FreundInnen genutzt werden. Aber auch Bodenschach ist hier möglich. Auf der Westseite Richtung Fahrradweg ist eine große Fläche für Boule vorgesehen welches mit Markierungsnägeln begrenzt wird und damit Teil des Gesamtplatzes bleibt. Im Süden sorgt ein Trinkwasserbrunnen für Erfrischung. Während in der ursprünglichen Planung aus dem Ideenwettbewerb von 1956 eine intensive Durchwegung des Parks stattgefunden hat, werden im Rahmen der Überarbeitung einige Wege entsiegelt und rückgebaut (ursprüngliche Wegeverbindungen werden in den Plänen gestrichelt dargestellt). Die asphaltierten Wege, die von Westen auf den zentralen Platz stoßen, werden mit großen Platten auf die wassergebundene Wegedecke des Platzes geführt. Lediglich ein untergeordneter Weg im südöstlichen Teil des zentralen Platzes mündet direkt in den Platz. Die Hauptwege als getrennter Fuß- und Radweg welche die gesamte Parkanlage von der Salzbrunner Str. bis zur Liegnitzer Str. durchziehen, bleiben bis auf den kurzen Teil Fußweg im Bereich des zentralen Platzes, als asphaltierte Wege auch in Zukunft erhalten. Der Fahrradweg wird in Teilbereichen verbreitert, aber stehts in Abhängigkeit des umgebenden Baumbestandes, der die Wegebreite häufig reglementiert.

Die Entwässerung aller Platz- und Wegeflächen wird vollständig in die umliegenden Grünflächen abgeleitet und damit dem natürlichen Wasserkreislauf zuteil. Nordöstlich des zentralen Platzes befindet sich ein ca. 1.700 m² großer Bolzplatz, an den sich Discgolf-Spielflächen anschließen. Die vier im direkten Umfeld befindlichen Discgolfkörbe sind Teil eines großen Discgolf-Parcours mit 18 Körben. Die Startflächen werden jeweils mit einer großformatigen Steinplatte aus dem Bestand markiert. Wie die westlichen Bereiche, die grundsätzlich bestehen bleiben, werden die restlichen Bereiche mit Wiesen- und Rasenflächen gesäumt. Im Norden wird eine bestehende Grünfläche in Zukunft als Hundewiese (ca. 2.100 m²) ausgewiesen. Durch gezieltes freischneiden ausufernder Strauchstrukturen, wird die Rasenfläche vergrößert, erhält aber zum anderen freiwachsende Hecken, um die Hundewiese gegenüber den Wegeflächen abzugrenzen. Eine Zaunanlage für die Hundewiese ist nicht geplant. Im Norden und im Süden der Hundewiese werden zwei Wegestrukturen zurückgebaut und als Wiesenfläche dem Freiraum zugeordnet. Vom zentralen Bereich führen Wege zum Spielplatz, die in einem kleinen Platz enden. Der anschließende Weg wird aus grünem Asphalt hergestellt, da dieser in der Freifläche weniger auffällt, aber auch gleichzeitig barrierefrei die Erreichbarkeit der Spielflächen und des Spielbergs gewährleistet.

Abbildung 1

Bereich III – Spielberg

Südwestlich des zentralen Platzes erhebt sich der Rodelberg, welcher mit einer großzügigen Spielanlage ergänzt wird und damit zu einer der größten Attraktionen des Parks wird. Hier sind die Wünsche aus der Kinderbeteiligung aufgegriffen und weiterentwickelt worden, so dass ein großartiger Bereich für Kinder bis 14 Jahren entsteht. Der Spielberg, um dessen Achse die Spielangebote für die Kinder ringförmig angeordnet sind, dient weiterhin im Winter als Rodelberg und bleibt im Westen unverändert. Die Bergspitze ist als Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheit ausgestaltet und kann über eine barrierefreie Rampe im Nordosten oder über den bereits bestehenden Aufstieg mit großformatigen Platten von Westen erfolgen. Der barrierefreie Weg kann auch zu Revisionszwecken vom Unterhalt genutzt werden. 4 Stück Hängematten aus robustem und strapazierfähigem Gewebe begleiten den Weg auf der Nordostseite. Im Osten befindet sich ein Sandspielbereich für Kinder von 3 – 6 Jahren, der neben Wackelhaus, Wackeltieren, einer 2m hohen Rutsche auch eine Sandbaustelle bietet. Vor diesem Bereich sind Sitzmöglichkeiten für die Eltern vorhanden, welche durch neu gepflanzte Bäume innerhalb der wassergebundene Wegedecke, für ausreichend Verschattung sorgen. Von dem Sandbereich erstrecken sich, in Ihren Anforderungen sich steigernde Kletterangebote, bis hoch zur Startplattform der Seilbahn. Der Einstieg in diese Seilbahn ist so gewählt, dass er über den barrierefreien Weg auch Nutzergruppen mit Einschränkungen zugänglich ist. Von dort aus nimmt der Schwierigkeitsgrad bis zu den Rutschen zu, so dass dieser Bereich für ältere Kinder ein Anziehungspunkt sein wird. Die Kletterhöhe beträgt im mittleren Bereich mit 3 m die maximale Fallhöhe die mit Fallschutzbelag erreicht werden kann, was zu einem maximalen Kletterspaß führen wird. Im Bereich der Stelzenhäuser werden eine Doppelrutsche und eine Röhrenrutsche mit LED-Beleuchtung angeboten. Der Rutschbereich ist ebenso über eine alternative und gefahrenfreie Aufstiegsmöglichkeit mit Klettersteig über Felsen erreichbar. Aber auch die Kletterseile, Rampen und Hütten sind Anziehungspunkte und laden zum Wettrutschen oder zu gemeinsamen Kletterpartien ein. Im Süden am Fuß des Spielbergs erstreckt sich die Schaukelanlage mit unterschiedlichen Schaukeln für jede Altersgruppe: Nestschaukeln für die Kleinen, Doppelschaukeln und Himmelsschaukeln für die Größeren. Daneben, außerhalb der Pflegzufahrt, sind ein Karussell sowie Trampoline unterschiedlicher Schwierigkeit angeordnet, die teilweise auch barrierefrei genutzt werden können.

Bereich VI – Kräuterwiese und Obstgehölze

Zwischen dem zentralen Platz und der Gleiwitzer Str. soll östlich des Rodelbergs der derzeitig asphaltierte Weg entsiegelt und als wassergebundene Wegedecke ausgebildet werden. Durch die geplante Entsiegelung ist es möglich den Weg von der bestehenden Wohnbebauung im Südosten abzurücken und weiter nach Nordosten zu verschwenken, um dadurch einen größeren Abstand zwischen Weg und Privatgärten zu erreichen. Auch sorgt die neue Lage des Weges zu einer Verbesserung der Sichtachse. Es wird in Zukunft möglich sein fast vollständig vom Parkeingang im Nordosten bis zum Spielberg blicken zu können.

Der gewonnene Freiraum, zwischen dem neuen Wegeverlauf und den Privatgärten wird mit Obstgehölzen und einer kräuterreichen Wiese bepflanzt, um eine nachhaltig ökologisch wertvolle Fläche zu erstellen. Die Entwässerung der Wegeflächen und der Ausbuchtungen für Sitzmöglichkeiten, wird natürlich über die angrenzenden Wiesenflächen geschehen. In die Grünfläche eingebettet werden sich entlang des ca. 600 m langen Weges in regelmäßigen Abständen Sitzmöglichkeiten anbieten, die in Wegeausbuchtungen untergebracht werden. Im Bereich der Wegegabelung am nordöstlichen Bereich des Sandspiels ist ein weiterer Spielbereich des Discgolfs (Bahn Nr. 15) untergebracht. Die Fläche vor dem bestehenden Garagenhof Jauerstraße wird mit dem Artenreichtum einer Waldsaumgesellschaft angepflanzt, um zum einen die tristen Wandflächen zu kaschieren und eine weitere hochwertige Pflanzfläche zu erhalten. Der Wegeverlauf entlang des Garagenhofes bis hin zur Gleiwitzer Str. bleibt in seiner Lage unverändert. Die bestehende Tischtennisplatte wird um 2 Stück weitere Tischtennisplatten und eine Sitzbank ergänzt. Der Eingangsbereich an der Gleiwitzer Str. Ecke Jauerstraße wird vergrößert, so dass der Eingang der Parkanlage besser wahrgenommen wird. Die bestehende Infotafel, die den geschichtlichen Bezug herstellt wird weiterhin im Eingangsbereich zu finden sein.

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