Energieeinsparungen in der Wintersaison 2023/2024
Zum Beginn der aktuellen Hallenbad- und Heizperiode gilt es, den Betrieb im Winter 2023/2024 festzulegen bzw. Energieeinsparungen vorzubereiten und letztlich darüber zu entscheiden. Dabei kann auf die Erfahrungen des Vorjahres zurückgegriffen werden.
Rückblick auf den vergangenen Winter
Zum Beginn der Hallenbadsaison im Jahr 2022 wurde unter dem Eindruck der damaligen bundesweiten Energiemangellage ein Einsparpaket für den Herbst- und Winterbetrieb aufgelegt und dem Werkausschuss NürnbergBad am 10. Oktober 2022 vorgestellt. Die wichtigsten Prämissen waren, dass keine Bäder geschlossen sein sollten, kein Schul- und Vereinsschwimmen und keine Schwimmkurse entfallen sollten. Außerdem sollten die Kleinkinderbereiche von Sparmaßnahmen ausgeschlossen werden. Auch sollte es keine Gesundheitsgefährdungen und Hygienebedenken geben. Deshalb wurde festgelegt, dass die Temperatur in den Schwimmerbecken auf 26 Grad Celsius und in den Nichtschwimmerbecken auf 28 Grad Celsius geregelt wurde. Für die Lufttemperatur wurde im Durchschnitt 30 Grad Celsius vorgegeben. Die Warmbadetage wurden ausgesetzt, die Außenbecken wurden geschlossen und die Rutsche „Body Racer“ im Hallenbad Nordost außer Betrieb gesetzt. In den Saunaanlagen wurde jeweils mindestens eine Saunakabine nicht geöffnet.
Durch diese Einschränkungen konnte in den Monaten September bis einschließlich Dezember eine Energieeinsparung von gut 25 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren erzielt werden. In Summe waren dies gut 1.200.000 kWh.
Die Schließung der Außenbecken wurde in nur zwei Kundenreaktionen thematisiert. Die Absenkung der Beckentemperaturen führte zu einer geringen Zahl an Beschwerden, wurde im Allgemeinen aber als unproblematisch angesehen und darf zumindest aktuell als akzeptiert eingestuft werden. Häufigster Kritikpunkt in den Kundenreaktionen bei NürnbergBad war die Verringerung des Saunaangebotes. Da die Stilllegung nur einzelner Kabinen in Relation zum Gesamtsparergebnis auch nur einen kleinen Anteil beisteuern konnte, wurde entschieden, ab dem 10. Februar 2023 alle Saunaanalagen wieder vollständig in Betrieb zu nehmen.
Aktuelle Energiesituation
Die Brisanz des Jahres 2022 ist für die Energieversorgung im kommenden Winter aktuell nicht mehr anzunehmen. Die Versorgungssicherheit ist nach derzeitigem Stand gewährleistet. Gleichwohl wird im „Lagebericht zur Gasversorgung“ der Bundesnetzagentur vom 14.09.2023 darauf hingewiesen, dass die Alarmstufe des bundesweiten Notfallplans noch immer gilt. Und die Bundesnetzagentur mahnt, dass die Vorbereitung auf den Winter 2023/2024 eine zentrale Herausforderung bleibt. „Deswegen bleibt auch ein sparsamer Gasverbrauch wichtig“, so die Bundesnetzagentur. Der Vorstandssprecher der N-Ergie, Maik Render, ruft gleichermaßen zum Energiesparen auf, da die Ausgangslage vor dem Winter 2023/2024 nicht wesentlich anders sei als im Vorjahr.
Die Kosten für den Energieverbrauch sind unverändert auf einem hohen Niveau stagniert, wenngleich die Maßnahmen der Bundesregierung die Belastungen für den Bäderbetrieb spürbar dämpfen.
Bäderbetrieb im kommenden Winter 2023/2024
Angesichts der aktuellen Ausgangslage spricht sich die Werkleitung des Eigenbetriebs NürnbergBad für eine angepasste Fortführung des Energiesparkurses aus. Wie schon im
Winter 2022/2023 sollen keine Bäder geschlossen werden, es soll kein Schul- und Vereinsschwimmen und kein Schwimmunterricht entfallen. Weiterhin sollen die Kleinkinderbereiche von jeglichen Einsparungen ausgeschlossen werden. Aufgrund der im Verhältnis geringen Einspareffekte und der eingegangenen Kundenreaktionen, soll es im Betrieb der Saunaanlagen während der kalten Jahreszeit ebenfalls keine Einschränkungen mehr geben. Da für die Rutsche „Body Racer“ des Nordostbades ab der 41 Kalenderwoche die Montage einer neuen Wärmedämmung vorgesehen ist, sollte die Rutsche anschließend auch durchgehend betrieben werden. Durch die Dämmung kann der Heiz- und Wärmebedarf für die Rutsche voraussichtlich um rund 250 MWh pro Jahr gesenkt werden.
Die Wasser- und Lufttemperaturen von mindestens 26 Grad in den Schwimmerbecken und mindestens 28 Grad in den Nichtschwimmerbecken sollen auf dem jetzigen Niveau beibehalten werden. Weitere Temperaturabsenkungen werden als nicht mehr notwendig und sinnvoll erachtet. Allerdings sollten die Warmbadetage weiterhin ausgesetzt bleiben. Diese können als ebenso „verzichtbar“ angesehen werden, wie der Betrieb der Außenbecken während der Wintermonate. Beides ist nett zu haben, also das berühmte „Zuckerl“, aber in schwierigen Zeiten nicht zwingend erforderlich. Zumal der Wärmeverbrauch für das Beckenwasser der Außenbecken im Vergleich zur beheizten Wassermenge und Wasserfläche extrem hoch ist. So benötigte etwa das Außenbecken im Langwasserbad im Jahr 2019 (letzter durchgehender Betrieb vor der Corona-Pandemie und der Energiekrise) mehr als 600.000 kWh. Das 50-Meter-Becken hingegen „nur“ etwas mehr als 500.000 kWh. Dabei enthält das 50-Meter-Becken mehr als 3,2 Millionen Liter Wasser, während im Außenbecken etwas mehr als 220.000 Liter Wasser eingefasst sind.
Insofern empfiehlt die Werkleitung, auch in der kommenden Saison noch auf die Nutzung der Außenbecken und auf das Angebot der Warmbadetage im Winter 2023/2024 zu verzichten, um damit dennoch nach Möglichkeit rund 800.000 kWh im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie einzusparen. Alle restlichen Angebote sollen wieder wie gewohnt für die Kundschaft zur Verfügung stehen. Die Wassertemperaturen sollten zunächst unbefristet auf dem mittlerweile gewohnten Niveau belassen werden.