Haushaltssperre

← Sitzung des Gesundheitsausschusses (13.10.2023)

Sachverhalt

Anlage · 13.10.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Gesundheitsausschuss Umwelt & Klima Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg: aktueller Stand

Sachverhalt

Seit der Bekanntgabe des Förderprogramms Gesundheitsregionenplus im Dezember 2014 wird dem Gesundheitsausschuss regelmäßig über den aktuellen Stand in Nürnberg berichtet. Der bisher letzte Bericht erfolgte im Gesundheitsausschuss am 6. Oktober 2022. Die Fortführung der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg im bisherigen Umfang ist aktuell bis 31. Dezember 2024 gesichert. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege strebt die Verstetigung der Gesundheitsregionenplus an.

Der vorliegende Sachstandsbericht stellt die Entwicklungen seit Herbst 2022 vor und beschreibt die aktuellen Pläne.

Gesundheitsregionenplus in Bayern

Gesundheitsregionenplus ist 2015 als Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) gestartet mit dem Ziel, Landkreise und kreisfreie Städte beim Strukturaufbau für eine kommunale Gesundheitskonferenz zu unterstützen. Gestartet mit 24 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 29 Landkreisen und kreisfreien Städten, umfasst das Programm mittlerweile 62 Gesundheitsregionenplus bestehend aus 79 Landkreisen und kreisfreien Städten (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Übersicht der Gesundheitsregionenplus in Bayern

Neben Nürnberg sind mittlerweile weitere Gesundheitsämter in kommunaler Trägerschaft an Gesundheitsregionenplus beteiligt: Augsburg, Ingolstadt, Memmingen.

Im Bezirk Mittelfranken sind, mit Ausnahme der Stadt Schwabach, alle Städte und Landkreisen an Gesundheitsregionenplus beteiligt. Die gute Abdeckung Mittelfrankens mit dem Förderprogramm ermöglicht einen unkomplizierten regionalen Austausch zum Beispiel zum Thema psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen.

Nachdem die Fortführung des Förderprogramms mit einer zweiten Förderwelle ein wichtiges Zeichen zur Bedeutung der Gesundheitsregionenplus gesetzt hat, ist derzeit die Verstetigung der Strukturen ein wichtiges Anliegen, welches erlaubt, Themen der Gesundheitsförderung und Versorgung in langfristiger Perspektive über einen Projektstatus hinaus zu verfolgen. Nachdem die Verstetigung ursprünglich bereits für die Legislaturperiode bis Oktober 2023 geplant war, soll diese nun nach der Landtagswahl am 8. Oktober 2023 erfolgen. Dies wurde nicht zuletzt auf der Tagung der Geschäftsstellenleiterinnen und -leiter in Landshut am 25. und 26. April 2023 betont.

Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg

Abbildung 2 illustriert die aktuelle Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg. Daran orientiert folgen die Ausführungen zu den einzelnen Elementen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Struktur der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg

Gesundheitsforum Nicht zuletzt durch den Wechsel in der Geschäftsstellenleitung wurde das für die erste Jahreshälfte geplante 9. Gesundheitsforum verschoben und findet am 19. September 2023 statt. Über die Ergebnisse des Forums wird im Gesundheitsausschuss mündlich berichtet werden.

Per Umlaufverfahren wurde die Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm ohne Gegenstimme als neues Mitglied in die Gesundheitsregionplus aufgenommen. Diese wächst damit auf 42 Mitglieder. Weitere Mitglieder sollen dazu kommen. Mit der Evangelischen Hochschule, mit der die Gesundheitsregionplus bereits jetzt kooperiert, laufen bereits Gespräche. Die aktuelle Mitgliederliste ist als Anlage dem Sachstandsbericht beigefügt.

Fachbeirat Der Fachbeirat der Gesundheitsregionplus wurde im Oktober 2019 zur fachlichen Beratung der Geschäftsstelle bei der Vor- und Nachbereitung des Gesundheitsforums eingerichtet.

Der Fachbeirat spiegelt in seiner Zusammensetzung sowohl die Säulen des Gesundheitswesens als auch die Handlungsfelder der Gesundheitsregionplus wider: die ambulante und stationäre Versorgung, der Öffentliche Gesundheitsdienst, die gesundheitliche Selbsthilfe, die Gesundheitsförderung und Pflege. Der Beirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern des Gesundheitsforums zusammen:

Referat für Umwelt und Gesundheit, Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg (medizinisch-fachliche Leitung, Bereichsleitung Gesundheitsförderung), Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Klinikum Nürnberg, Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen Mittelfranken, Pflegestützpunkt.

Die Sitzungen finden in zeitlicher Nähe zum Gesundheitsforum statt. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt durch die Geschäftsstelle.

Inhalt der Sitzungen ist, die Themen aus dem jeweiligen Gesundheitsforum zur weiteren Bearbeitung auf Machbarkeit zu überprüfen, zu kategorisieren, priorisieren und weitere potentielle Kooperationspartner zu benennen.

Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle wurde im Juli 2015 besetzt. Sie ist als Vollzeitstelle im Stab der Amtsleitung angesiedelt und untersteht dort direkt der medizinisch-fachlichen Leitung.

Arbeitsgruppen / Themen In den Arbeitsgruppen werden die vom Gesundheitsforum benannten und vom Fachbeirat priorisierten Themen mit weiteren Kooperationspartnerinnen und -partnern umgesetzt. Die Arbeitsgruppen sind von unterschiedlichem Charakter hinsichtlich ihrer Zielsetzung und ihrer Dynamik in der Themenbearbeitung.

Arbeitslosigkeit und Gesundheit Die im Herbst 2016 gegründete Arbeitsgruppe hat sich nach einer pandemiebedingten Pause am 02.02.2023 erstmals wieder zu einer Sitzung getroffen, seitdem sehr schnell an Fahrt aufgenommen und Unterarbeitsgruppen gebildet. Dabei geht es zum Beispiel um Winter-Cafés für Menschen in Arbeitslosigkeit, die zusammen mit Studierenden organisiert werden. Die Winter-Cafés gehören zugleich zu den vielen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Jahresschwerpunktthema Einsamkeit.

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz Die Arbeitsgruppe ist nach einer pandemiebedingten Pause seit diesem Jahr wieder sehr aktiv. Die einstigen Mitglieder wurden angeschrieben und haben großes Interesse an einer Wiederbelebung gezeigt. Aktuell geplant sind zwei Veranstaltungen im Oktober mit externen Referentinnen – einmal zum Thema „Die Zukunft der Arbeit – Übergangsmanagement für nachhaltigen Erfolg“ und ein anderes Mal zum Thema „Arbeitsbewältigungsfähigkeit unterstützen und fördern“. Darüber hinaus ist für Anfang nächsten Jahres ein Treffen des Multiplikatoren-Netzwerkes vorgesehen. Weitere Veranstaltungen sollen im Laufe des Jahres 2024 folgen.

Gesundheit von Anfang an / Runder Tisch Adipositas Die Arbeitsgruppe Gesundheit von Anfang an soll wiederbelebt werden. Als erster Schritt wird dazu die Unterarbeitsgruppe „Runder Tisch Adipositas“ gegründet. Der Runde Tisch kommt Ende November 2023 erstmals zusammen und hat das Ziel, alle Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen, die mit Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Gemeinsam sollen Ansätze gefunden werden, diesem wachsenden Problem entgegenzuwirken. Mit dem Runden Tisch kommt das Gesundheitsamt dem Auftrag des Stadtrats nach, sich mit Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zu befassen.

Runder Tisch INEK Ausgehend von der Sitzung des Gesundheitsausschusses im Juli 2019 ist es Auftrag des Runden Tisches, die Akteure zu vernetzen, die für die bedarfsgerechte Versorgung von Kindern, die in ihrer Entwicklung gefährdet sind. Dabei steht INEK steht für „Interdisziplinäres Netzwerk für die Entwicklungsförderung von Kindern und Familien“.

INEK bündelt alle Einrichtungen und Institutionen aus dem Bereich der kindlichen Entwicklungsverzögerung im Großraum Nürnberg. Durch regelmäßigen Austausch und Netzwerkarbeit sollen Versorgungsstrukturen verbessert und der Zugang zu Diagnostik und Fördermaßnahmen vereinfacht werden. Ziel des Netzwerkes ist zum einen der regelmäßige Austausch über Veränderungen im Angebot sowie auch in fachlicher Hinsicht. Ganz wesentlich ist zum anderen die Strukturierung der Angebotslandschaft, ergänzt durch die Angebote zur Diagnostik.

Bei einem Treffen im März 2023 haben sich die INEK-Mitglieder gegenseitig über ihre jeweilige Lage nach Corona informiert. Konsens war, dass die Zahl verhaltensauffälliger Kinder zuletzt zugenommen hat. Bei einem weiteren Treffen am 11. Oktober 2023 sollen Zahlen dazu gesichtet werden, die im Gesundheitsausschuss mündlich berichtet werden können.

Demenzfreundliche Apotheke Die Arbeitsgruppe dient der Kontaktpflege zu Apothekerinnen und Apothekern. Wiederkehrende Themen sind Polypharmazie und Schnittstellen in der Versorgung. Beim letzten Treffen wurde über das Angebot für pflegende Angehörige informiert, ihre Erkrankten für ein paar Stunden im Café im Heilig-Geist-Spital betreuen zu lassen.

Krankenhausrunde Das Treffen dient dem regelmäßigen Austausch zwischen den Krankenhäusern, dem Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg und der Referentin für Umwelt und Gesundheit. Beim letzten Treffen im November 2022 stand ein Resümee der Corona-Pandemie sowie die aktuelle Situation in den Kliniken im Mittelpunkt des Treffens. Außerdem ging es um Fachkräftemangel und Klimaanpassung. Für das nächste Treffen im am 24. Oktober 2023 läuft derzeit die Abfrage unter den Mitgliedern, welche Themen sie aktuell am meisten beschäftigt. Diese kommen dann auf die Tagesordnung.

Pflege Das Handlungsfeld Pflege hat mit dem Zuwendungsbescheid zur zweiten Förderperiode das Themenportfolio der Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg erweitert. Die Bearbeitung erfolgt unter Berücksichtig bestehender Strukturen in enger Abstimmung mit dem Seniorenamt der Stadt Nürnberg. Die Geschäftsstelle nimmt an der Pflegekonferenz und der Austauschplattform Generalistik teil, dessen beider Federführung beim Seniorenamt liegt. Das Seniorenamt ist seit Beginn an (Dezember 2015) stimmberechtigtes Mitglied im Gesundheitsforum.

AG Daten Das Gesundheitsamt verfügt über sehr viele Daten. Ziel der AG Daten ist es, sich einen Überblick über die Fülle der Informationen zu verschaffen, diese zu bündeln und zu überprüfen, zu welchem Zweck sie erhoben werden.

Die Arbeitsgruppe will Daten strukturiert zusammenstellen und die Kommunikation über die internen Daten zwischen den Fach- und Sachbereichen sowie zwischen der Gesundheitsregionplus und der Gesundheitsberichterstattung fördern. Darüber hinaus war und ist das mittelfristige Ziel, die Art der Datenerhebung und damit auch die Form der erhobenen Daten zu harmonisieren, so dass beispielsweise Adressen jeweils in gleicher Form erfasst werden. Im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung sollen nun zukünftig für interne Zwecke Daten verfügbar gemacht und diese gegebenenfalls auch überblicksartig ausgewertet werden.

Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk Die Gesundheitsregionplus nimmt an den Treffen des Netzwerkes teil. Die Treffen dienen dem Austausch unter den Akteurinnen und Akteuren in der Versorgung alter und schwerkranker Menschen. Thematischer Schwerpunkt beim letzten Treffen im April 2023 war der assistierte Suizid.

Verrückt? Na und! Die Gesundheitsregionplus steht im ständigen Austausch zu diesem Projekt, das das Thema „Psychische Erkrankung“ und den nicht stigmatisierenden Umgang damit in die Schulen bringt.

Das Projekt lebt vom Zusammenspiel persönlicher Expertinnen und Experten – also Betroffenen – einerseits und Fachexpertinnen und –experten andererseits. Großes Thema ist aktuell, die weitere Finanzierung sicherzustellen, die eine zuverlässige Fortführung und einen bedarfsentsprechenden Ausbau des Programms zur Prävention psychischer Erkrankungen ermöglicht. Dazu laufen Gespräche mit der AOK.

Jahresschwerpunktthema Einsamkeit Im Jahr 2023 steht Einsamkeit im Fokus der Gesundheitsregionenplus. Mit verschiedenen Aktivitäten und Angeboten greift die Gesundheitsregionplus Stadt Nürnberg das Thema auf. Dazu zählen nicht zuletzt der Gesundheitsmarkt am Jakobsplatz, die gesundheitspolitische Veranstaltung im südpunkt sowie die Woche gegen Einsamkeit im November. Darüber hinaus hat die Geschäftsstelle ihre Agenda bezüglich des Jahresschwerpunktthemas bei einem Vortrag in München auf dem Fachtag „Einsamkeit und Erwerbslosigkeit“ der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern (LZG) vorgestellt.

Fazit

Die Gesundheitsregionplus hat nach pandemiebedingten Einschränkungen wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Arbeitsgruppen, die wegen der Pandemie geruht haben, sind wiederbelebt worden, neue Aktivitäten und Fragestellungen wurden und werden aufgenommen wie der Runde Tisch Adipositas und Gesundheitskioske. Intensiv befasst sich die Gesundheitsregionplus mit dem jeweiligen Jahresschwerpunktthema, 2023 mit Einsamkeit. Davon gehen auch mittel- bis langfristige Impulse aus.

Die Gesundheitsregionplus als Netzwerk zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage - sowohl im Zugang zu Versorgung als auch in der Stärkung der eigenen Gesundheitskompetenz - ist in der Lage, auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort einzugehen und langfristig an der Verbesserung der Situation zu arbeiten. Die Gesundheitsregionplus mit ihrer langfristigen Ausrichtung ist geeignet, die gesundheitliche Folgen der Pandemie zu bearbeiten. Zentrales Thema dabei ist die psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen sowohl in der Gesundheitsförderung als auch in der Gesundheitsversorgung.

Anlage 1

Mitglieder des Gesundheitsforums, Stand 15.09.2023

Einrichtung

AK "Gesunde Städte-Netzwerk" Nürnberg

AOK, Direktion Mittelfranken

Ärztlicher Kreisverband

Bayerische Krankenhausgesellschaft

Bayerische Landesapothekerkammer Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinderund Jugendlichenpsychotherapeuten Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Behindertenrat der Stadt Nürnberg

Betriebskrankenkasse mhPlus

CSU - Stadtradtsfraktion

Deutscher Gewerkschaftsbund, Mittelfranken

Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz

Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk

Jobcenter Nürnberg-Stadt

Kassenärztliche Vereinigung Bayerns

Kinderkommission

Kreisarbeitsgemeinschaft

Netz gegen Armut

Nürnberger Bündnis gegen Depression

Nürnberger Krankenhäuser

Praxisnetz Nürnberg Süd

Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Nürnberg

Rat für Integration und Zuwanderung

Referat für Jugend, Familie und Soziales

Referat für Umwelt und Gesundheit

Selbsthilfekontaktstellen Kiss Mittelfranken e.V.

SPD - Stadtratsfraktion

Staatliches Schulamt

Stadt Nürnberg, Amt für Allgemeinbildende Schulen

Stadt Nürnberg, Bildungscampus

Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt

Stadt Nürnberg, Jugendamt

Stadt Nürnberg, Seniorenamt

Stadt Nürnberg, SportService

Stadtratsfraktion der AfD

Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen

Stadtratsfraktion Bunte Ausschussgemeinschaft (vertreten durch Die Linke) Stadtratsfraktion Die Ausschussgemeinschaft (vertreten durch die FW) Stadtseniorenrat Nürnberg

Techniker Krankenkasse

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Zentrum für Gesundheitsförderung e.V.

Download ↓