Aktivitäten des Gesunde Städte-Netzwerk in Nürnberg, Zwischenbericht
Sachverhalt
1. Ausgangslage
Nürnberg war im Jahr 1989 eines des Gründungsmitglieder des Gesunde Städte-Netzwerk. Inzwischen sind 94 Städte und Kreise deutschlandweit Mitglied. Die Grundprinzipien des Netzwerks basieren auf der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1986. Ein zentraler Fokus liegt auf der Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit für benachteiligte Bevölkerungsgruppen und der Einbindung von gesundheitsbezogenen Aspekten in alle kommunalen Entscheidungen ("Health in all Policies"). Nicht mehr die Bewältigung bereits entstandener Umwelt- und Gesundheitsschäden, sondern eine vorbeugende Strategie der Gesundheitsförderung sollte danach im Mittelpunkt der kommunalen Gesundheitspolitik stehen.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen kommunaler Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereinen und Selbsthilfegruppen ist die Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Netzwerk und ein wichtiges Element der Netzwerkaktivitäten. Nürnberg wird durch die Geschäftsführung Kiss Mittelfranken und die Bereichsleitung Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung im Gesundheitsamt vertreten. Seit 2017 sind beide Vertreterinnen Mitglied im gewählten Sprecherinnen- und Sprecherrat (nachfolgend Rat genannt). Auf lokaler Ebene organisiert ein seit vielen Jahren bestehender Arbeitskreis „Gesunde Städte-Netzwerk Nürnberg“ – als Mitglied der Gesundheitsregionplus – u.a. den jährlichen Gesundheitsmarkt sowie eine gesundheitspolitische Veranstaltung (Themen s.u.). Auf Landes- und Bundesebene ist Nürnberg zudem im Beirat Pakt ÖGD als Vertretung des Gesunde Städte-Netzwerks aktiv, repräsentiert durch die Bereichsleitung Gesundheitsförderung
Das Gesunde Städte-Netzwerk (GSN) legt großen Wert auf die Umsetzung seines 9-Punkte- Programms, das als Grundsatzdokument dient. Dieses Programm wurde entwickelt, um eine gesunde und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern.
Zu den neun Punkten gehören: (9-Punkte_Programm.pdf (gesunde-staedte-netzwerk.de)):
die Befürwortung des Stadtrates der Gesunde Städte-Konzeption und Einverständnis mit den Zielen und Inhalten der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986), die Benennung einer Person für die kommunale Gesunde Städte-Arbeit, die Entwicklung einer ressortübergreifenden und gesundheitsförderlichen Politik, die Berücksichtigung von gesundheitsfördernden Inhalten und Methoden bei allen öffentlichen Planungen und Entscheidungen, die Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit für alle Bürgerinnen und Bürger, Mitgestaltungsmöglichkeiten, die Begleitung des Prozesses zur gesunden Stadt mit verständlichen und zugänglichen Informationen und Daten, die Teilnahme an gemeinsamen Treffen mit Delegierten der am Netzwerk beteiligten Städte sowie jährlichen Mitgliederversammlung die Übermittlung von Erfahrungen, Erkenntnissen und praktikablen Methoden zur Gesundheitsförderung zur Verbreitung im Netzwerk, die Berichterstattung im regelmäßigen Turnus (alle vier Jahre) über die gesundheitsförderlichen Aktivitäten in der eigenen Kommune
Das 9-Punkte-Programm dient als Leitfaden für alle Mitgliedsstädte, um gemeinsam an einer gesünderen und nachhaltigeren Zukunft zu arbeiten. Es stellt sicher, dass Gesundheit in allen Bereichen des städtischen Lebens berücksichtigt wird und eine ganzheitliche Herangehensweise an die Gesundheitsförderung gefördert wird.
Ob das 9-Punkte-Programm eingehalten wird, darüber berichten die Kommunen in einem regelmäßigen Turnus (4 Jahre) im Rahmen der Mitgliederversammlung den anderen Mitgliedskommunen und geben dazu einen Erfahrungsbericht ab. Nürnberg berichtete zuletzt im Rahmen der Mitgliederversammlung am 21.06.2023 in Wiesbaden über den aktuellen Stand der Gesundheitsförderung und der Aktivitäten (siehe Erfahrungsbericht).
Ein kurzer Blick zurück: Im Juni 2019 feierte das Gesunde Städte-Netzwerk sein 30-jähriges Bestehen. Die Mitgliederversammlung und das anschließende Symposium zum Thema „Kommunale Gesundheitsförderung als Beitrag zur Verminderung sozialer Ungleichheit“ mit 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und einem Festakt fand in Nürnberg statt (siehe TOP 5 Gesundheitsausschuss im Juli 2019).
2. Aktivitäten auf kommunaler Ebene
2.1 Arbeitskreis Gesunde Städte-Netzwerk Nürnberg – ein Mitglied der Gesundheitsre-
gionplus
Der Arbeitskreis Gesunde Städte-Netzwerk besteht seit den 1990er Jahren. Er überprüft und überarbeitet seine Ziele regelmäßig. 2015 wurde die Gesundheitsregionplus eingeführt. Der Arbeitskreis ist seit Beginn der Gesundheitsregionplus im Gesundheitsforum als stimmberechtigtes Mitglied vertreten.
Im Jahr 2019 wurden neue Mitglieder in den kommunalen Arbeitskreis aufgenommen. Neben den bisherigen Mitgliedern des Bereichs Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung, Kiss Mittelfranken, dem Frauen- und Mädchengesundheitszentrum (FMGZ), der Gleichstellungsstelle der Stadt Nürnberg, der Technischen Hochschule Georg-Simon Ohm und der Evangelischen Hochschule, kommen das Jobcenter und das Zentrum für Gesundheitsförderung e.V. hinzu. Der Arbeitskreis hat verschiedene Aufgaben, darunter die Organisation des jährlichen Gesundheitsmarktes, der am 08.07.2023 bereits zum 25. Mal stattgefunden hat.
Überblick über die Mitglieder des Arbeitskreises Gesunde Städte-Netzwerk Nürnberg, Stand Juli 2023, eigene Darstellung
Der Arbeitskreis Gesunde Städte-Netzwerk hat klare Ziele für seine Arbeit definiert. Als Stimme der Nürnberger Zivilgesellschaft innerhalb der Gesundheitsregionplus unterstützt er die Aufgabe der Gesundheitsregionplus für eine bessere kommunale Vernetzung der verschiedenen Akteurinnen und Akteure im Gesundheitsbereich. Hierbei sollen insbesondere der Gesundheitsmarkt und Veranstaltungen zu aktuellen politischen Themen genutzt werden, um den Austausch und eine bedarfsorientierte Zusammenarbeit zu fördern.
Ein weiteres Ziel des Arbeitskreises ist es, über die Aktivitäten des Gesunde Städte-Netzwerk sowohl den anderen Akteurinnen und Akteuren in der Gesundheitsregionplus als auch im Gesundheitsausschuss regelmäßig zu berichten. Dies trägt dazu bei, dass die Arbeit des GSN auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wahrgenommen wird.
Um Kontinuität und Erfolg sicherzustellen, sollen bereits bestehende Projekte des Arbeitskreises weitergeführt werden. Durch ihre Fortsetzung wird gewährleistet, dass bereits erzielte Erfolge (u.a. zielgruppenorientierte Kooperationen für niedrigschwellige Präventionsangebote) ausgebaut und langfristige Veränderungen im Bereich der Gesundheitsförderung erzielt werden.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Arbeitskreises ist es, mehr Mitglieder und Akteurinnen und Akteure in die Gesundheitsförderung einzubinden. Durch die Einbeziehung eines breiteren Spektrums von Interessengruppen (auch durch die Mitglieder des Gesundheitsforums der GesundheitsregionPlus) wird die Vielfalt der Perspektiven und Expertisen erweitert, was zu einer effektiveren Gestaltung von Maßnahmen und Projekten führt (wie z.B. kontinuierliche Einbindung der Betroffenenexpertise durch Teilnehmende aus Selbsthilfegruppen).
Insgesamt strebt der Arbeitskreis nach einer stärkeren Zusammenarbeit und Vernetzung, z.B. mit der Vorstellung des Netzwerks und der Aktivitäten auf kommunaler, landes- und Bundesebene im Forum Stadtentwicklung (im Januar 2023), um langfristige positive Veränderungen in Nürnberg zu bewirken und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Damit hat er eine wichtige unterstützende Funktion für die Strukturen der Gesundheitsregionplus.
2.2 Gesundheitspolitische Veranstaltung
Der der Arbeitskreis richtet unter der Federführung des Bereichs Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung und seit 2015 der Gesundheitsregionplus jährlich eine gesundheitspolitische Veranstaltung aus. Es werden jeweils aktuelle gesundheitspolitische Themen aufgegriffen und kontrovers mit Bürgerinnen und Bürgern sowie auch der Fachöffentlichkeit an Veranstaltungsorten oder im öffentlichen Raum vor der Lorenzkirche diskutiert. Beispielhafte Themen waren:
Zwischen Profit und Patientenwohl? Wohin steuert das Gesundheitswesen? (2013 mit Dr. Werner Bartens, Arzt und Medizinjournalist bei der Süddeutschen Zeitung), Was tun, wenn Arbeit krank macht? (2014 mit Helmut Rochholz, ehemaliger Wirtschaftsinformatiker in der Industrie), Miss Dich fit – auf dem Weg zur planbaren Gesundheit? (2015 mit Prof. Dr. Annelie Keil, Gesundheitswissenschaftlerin), Ernährung und Bewegung (2016), Älter werden mit seltenen Erkrankungen, Einzelkämpfer oder Teamarbeit (2017).
In den Jahren 2018-2019 fanden das Selbstival von Kiss Mittelfranken sowie das Symposium zum 30-jährigen Bestehen des GSN statt.
In diesem Jahr konnte die gesundheitspolitische Veranstaltung am 21.07.23 im südpunkt zum Thema „Gesundheitskioske auch in Nürnberg?“ angeboten werden. 76 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Medizin (Ärztenetze, ärztlicher Kreisverband, Apotheke), sozialen und gesundheitlichen Beratungseinrichtungen, Vereinen und Initiativen, sowie städtischen Vertretungen aus Sozialem und Stadtplanung diskutierten, wie Gesundheitskioske in Nürnberg aussehen könnten.
Die Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm hat die Veranstaltung kommunalpolitisch begleitet. Neben drei Praxis-Beispielen, dem Gesundheitskiosk in Billstedt-Horn in Hamburg, den Gesundheitstreffs in München sowie dem Gesundheitsladen München e.V. wurde der Blick auch auf die bisherige Entwicklung der dezentralen Gesundheitsförderung seit den 1980er Jahren in Nürnberg gerichtet. Zudem konnten die Bundeskoordinatorinnen des GSN aus Frankfurt für einen Überblick über die aktuelle Gesetzeslage gewonnen werden. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden derzeit ausgewertet und fließen ein in die Sachverhaltsdarstellung für den Stadtratsantrag der SPD vom 07.03.2023. Sie werden im Gesundheitsausschuss im Frühjahr 2024 vorgestellt.
2.3 Gesundheitsmarkt
In diesem Jahr hat der Gesundheitsmarkt ein Jubiläum gefeiert. Bereits 25 Jahre wird der Gesundheitsmarkt in Kooperation des Gesundheitsamtes (Bereich Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung) und der Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen Nürnberg- Fürth-Erlangen (Kiss) im öffentlichen Raum – davon viele Jahre auf dem Platz rund um die Lorenzkirche und 2023 auf dem Jakobsmarkt angeboten.
Unter dem diesjährigen Motto „Begegnung gemeinsam in Nürnberg“ waren wieder zahlreiche soziale Einrichtungen und über 40 Selbsthilfegruppen vertreten, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Bei bestem Wetter konnten so ca. 2.000 Menschen (mittels Gesprächen, Ausgabe von Infomaterial, Teilnahme an kleinen Gewinnspielen, u.a.) erreicht werden. Den thematischen Schwerpunkt bildeten die Selbsthilfegruppen. Von „BE-POLAR“, Bipolare Störungen Nürnberg, bis zu Vitiligo Franken waren zahlreiche Gruppen mit den unterschiedlichsten Themen vertreten. Das vielfältige Informationsangebot der weiteren Marktstände reichte von ambulanter häuslicher Pflege und integrierter Versorgung über psychische Belastungen als Ursache von Erkrankungen, Frauen- und Männergesundheit und Familienplanung, Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen und Stadtteilgesundheitsförderung bis zum Hitzeaktionsplan der Stadt Nürnberg unter der Federführung des Referats für Umwelt und Gesundheit.
3. Aktivitäten auf Landesebene
3.1 Regionales Netzwerk Bayern
Um den Kommunen eine regelmäßige Austauschmöglichkeit anzubieten, sind auf regionaler Ebene weitere Angebote vorhanden. Sogenannte Regionale Netzwerke haben sich seit Ende der 1990er Jahre entwickelt und bieten den Kommunen vor allem in Bezug auf ein Bundesland
oder auch Interessensgemeinschaften mit geografischer Nähe die Möglichkeit, in den regelmäßigen Austausch zu kommen.
Für Bayern haben die GSN-Vertreterinnen der Städte Nürnberg und München 2015 ein regionales Netzwerk gegründet. Mit dem Ziel des Austauschs und der Kooperation werden alle bayerischen Mitgliedsstädte eingeladen, an diesem Netzwerk teilzunehmen. Es finden regelmäßige Treffen statt, in der Regel 2-3 Mal pro Jahr (in Präsenz und digital).
Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen im Gesunde Städte-Netzwerk: Regionale Netzwerk, Stand Juli 2023, eigene Darstellung
Die derzeitigen Mitglieder des bayerischen Netzwerks sind: Augsburg, Aschaffenburg, Bad Kissingen, Dresden, Erlangen, München, Nürnberg, Neustadt/Aisch, Bad Kissingen und Würzburg. Im Juni 2023 ist der Landkreis Meißen dem bayerischen Netzwerk beigetreten. Damit sind zwei GSN-Mitglieder aus Sachsen im bayerischen Netzwerk, die aufgrund der geografischen Nähe ihre Aufnahme im Regionalen Netzwerk Bayern beantragten.
Innerhalb des bayerischen Netzwerks werden verschiedene Themen intensiver als auf Bundesebene bearbeitet, darunter dezentrale Versorgungsstrukturen, Hitzeaktionspläne, Gesundheitskioske und die Vorstellung von Projekten im Rahmen des Präventionsgesetzes. Diese Themen werden gemeinsam diskutiert, es werden Erfahrungen und bewährte Praktiken ausgetauscht, um Impulse für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Präventionsmaßnahmen in den eigenen Kommunen zu erhalten.
Das regionale Netzwerk in Bayern bietet den Mitgliedern damit eine Plattform für den gemeinsamen Austausch von Ideen, Strategien und Lösungsansätzen. Durch die Zusammenarbeit können die Mitgliedstädte voneinander lernen und ihre eigenen Initiativen weiterentwickeln, um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Bürgerinnen und Bürger zu fördern.
4. Aktivitäten auf Bundesebene
4.1 Nürnberg im Sprecherinnen- und Sprecherrat des Gesunde Städte-Netzwerk
Nürnberg vernetzt sich über das GSN auch auf Bundesebene. Als Gründungsmitglied des Netzwerks und mit einer fast kontinuierlichen Vertretung im Sprecherinnen- und Sprecherrat hat Nürnberg einen guten Ruf erlangt.
Seit 2017 ist Nürnberg mit zwei Vertreterinnen (Kommune und Initiative) im gewählten Rat vertreten. Die Hauptaufgaben des Rates umfassen die Vertretung des GSN in verschiedenen
bundesweiten Gremien (wie z.B. Präventionsforum der Nationalen Präventionskonferenz, Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit, u.a.). Sie nehmen diese Aufgabe wahr, um die Interessen des GSN effektiv zu vertreten und die Anliegen der Mitglieder zu kommunizieren. Dies geschieht häufig auch durch Stellungnahmen zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen.
Des Weiteren ist der Rat für die Vorbereitung und Durchführung der Mitgliederversammlung und der Fachveranstaltungen verantwortlich. Hierbei werden aktuelle Themen und Diskussionen vorbereitet, um den Austausch und die Zusammenarbeit der Mitglieder zu fördern und sich gegenüber der Fachöffentlichkeit zu positionieren.
Zur konzeptionellen Weiterentwicklung des GSN trägt der Rat ebenfalls bei. Dabei werden aktuelle Themen aufgegriffen und strategische Ziele und Maßnahmen erarbeitet, um das Netzwerk kontinuierlich zu verbessern und an neue Herausforderungen anzupassen.
Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist die Entscheidung über die Aufnahme neuer Mitglieder und Kompetenzzentren. Der Rat prüft Anträge und bewertet sie hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit den Zielen und Prinzipien des GSN. Aufgrund ihrer Fachkenntnisse und Erfahrungen treffen die Mitglieder des Rates in Vertretung für alle Mitglieder die Entscheidungen über eine Mitgliedschaft von neuen Mitgliedern.
Der gewählte Rat des GSN spielt somit eine zentrale Rolle bei Verwaltung, Weiterentwicklung und Repräsentation des Netzwerks. Durch seine Arbeit trägt er zur Förderung einer gesunden und nachhaltigen Stadtentwicklung bei.
Im Rahmen der Aufgaben des Rates konnten die jeweilige Vertreterin aus Kommune und Initiative bei folgenden Veranstaltungen mitwirken (2022-2023):
2022-2023: Teilnahme an zehn digitalen Sitzungen des Rates 23.06.22: Vortrag als Mitglied des Rates des Gesunde Städte-Netzwerks der Bundesrepublik Deutschland zum Thema: Kommunale Prävention und Gesundheitsförderung: aktuelle Herausforderungen aus kommunaler Sicht, anlässlich der 21. Statuskonferenz der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) „Gesundheit gemeinsam fördern – die Bedeutung des ÖGD für die kommunale Prävention und Gesundheitsförderung“ 09.11.22: Moderation der Mitgliederversammlung des Gesunde Städte-Netzwerks in Frankfurt. Bericht über die Aktivitäten des Rates von Oktober 2021-Oktober 2022. 21.06-23.06.23: Moderation der Mitgliederversammlung des Gesunde Städte-Netzwerk in Wiesbaden. Präsentation des Jahresberichts des Rates, Vorstellung des Erfahrungsberichts der Stadt Nürnberg im Rahmen eines Workshops Mitwirkung an den Stellungnahmen des Gesunde Städte-Netzwerks zum Pakt für den ÖGD (2020), zum Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (2022), zum Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Gesundheit zum Gesundheitskiosk (2022).
4.2 Nürnberg vertritt das Gesunde Städte-Netzwerk im Beirat Pakt ÖGD
Die Stadt wird durch ihre Netzwerk-Koordinatorin im Beirat Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) auf Ebene des Bundes vertreten. Durch die aktive Teilnahme im Beirat Pakt für den ÖGD hat Nürnberg nicht nur innerhalb des GSN eine tragende Rolle erhalten, sondern
wird auch durch seine Expertise für den ÖGD durch das Gesundheitsministerium hervorgehoben.
Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) wurde im April 2020 durch das Bundesministerium für Gesundheit und Pflege initiiert (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/o/oeffentlicher-gesundheitsheitsdienst-pakt.html). Die Einrichtung eines fachlichen Beirats zur Beratung zukunftsfähiger Strukturen im ÖGD wurde auf der 93. Gesundheitsministerkonferenz am 28.12.2020 beschlossen. Der Beirat ist ein externes, unabhängiges Gremium, das vom Bundesminister für Gesundheit (BMG) im Einvernehmen mit der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) zunächst bis Ende 2022 und nun bis Ende 2026 berufen wurde (siehe TOP 1 Gesundheitsausschuss im Februar 2023). Der Beirat setzt sich zusammen aus Einzelsachverständigen (Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Rechtsfragen) und aus Sachverständigen relevanter Institutionen (14 Institutionen) (Mitglieder und Gäste des Beirates zur Beratung zukunftsfähiger Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Umsetzung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) (bundesgesundheitsministerium.de)).
Aufgabe des Beirats ist es, Empfehlungen zur strukturellen Weiterentwicklung des ÖGD auszusprechen.
Während seiner ersten Amtszeit hat der Beirat Pakt ÖGD mehrere Berichte veröffentlicht, um seine Arbeit und Empfehlungen zu präsentieren.
- Im ersten Bericht, der am 28. Oktober 2021 vorgelegt wurde, wird untersucht, wie der ÖGD in Deutschland besser auf zukünftige Pandemien und nationale gesundheitliche Notlagen vorbereitet werden kann. 2. Am 30. November 2022 folgte der zweite Bericht, in dem der Beirat Pakt ÖGD seine Empfehlungen für eine koordinierte Kommunikation und Maßnahmen über verschiedene Verwaltungsebenen hinweg während gesundheitlicher Krisen zusammenstellte. 3. Der dritte Bericht, der am 09. Februar 2023 veröffentlicht wurde, konzentriert sich auf das Thema "Wissenschaft und Forschung im und für einen zukunftsfähigen ÖGD". Der Beirat erarbeitet dabei Kernpunkte zur Stärkung der wissenschaftlichen Komponente im ÖGD, die von Bund, Ländern und Kommunen aufgegriffen werden können. 4. Schließlich wurde am 24. Mai 2023 der vierte Bericht "Multiprofessionalität ausbauen und fördern - für einen zukunftsfähigen ÖGD" präsentiert. Aufgrund des Fachkräftemangels und der zunehmenden Vielfalt der Aufgaben im ÖGD empfiehlt der Beirat Pakt ÖGD, eine noch stärkere themenspezifische Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen zu fördern und schlägt hierzu verschiedene Maßnahmen vor. Dieser Arbeitskreis wurde durch die Bereichsleitung der Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung (als entsendete Vertretung des Gesunde Städte-Netzwerk) geleitet. Im Rahmen der Tätigkeit der Erstellung dieses Berichtes konnten Zwischenergebnisse und Empfehlungen in folgenden Gremien vorgestellt werden: 2020-2023: Teilnahme an 9 Sitzungen des Beirats und 12 Sitzungen der Arbeitsgruppen inkl. Moderation der Arbeitsgruppe „Multiprofessionalität“ und Endredaktion des vierten Berichts des Beirats. 23.03.22: Digitaler Kongress Armut und Gesundheit: Vorbereitung, Durchführung eines Seminars zum Thema „Strategien für eine krisensichere kommunale Gesundheitsförderung in gesunden Städten“ gemeinsam mit dem Rat des Gesunde Städte-Netzwerk.
03.03.23: Satellitenveranstaltung zum Kongress Armut und Gesundheit mit einem Vortrag zum Thema: Multiprofessionalität ausbauen und fördern: Für einen zukunftsfähigen ÖGD. 20.03.23: Vorstellung der Ergebnisse des vierten Berichts im Rahmen der Sitzung des Beirats Pakt ÖGD in Berlin mit Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers Prof. Dr. Karl Lauterbach. 28.04.23: BVÖGD Kongress (Bundesverband für Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst): Vorstellung von Empfehlungen des Beirats mit vier Beiratsberichten im Rahmen eines Lunchsymposiums mit den Leitungen der Arbeitskreise und des Vorsitzenden des Beirats Pakt für den ÖGD Herrn Dr. Johannes Nießen. 22.06.23: Durchführung eines Fachforums zum Thema „Pakt ÖGD – wie gelingt die Gestaltung auf kommunaler Ebene?“ gemeinsam mit Dr. Beate Bokhof (Mitglied im Sprecherinnen- und Sprecherrat und kommunale Vertreterin der Stadt Hamm, Dr. Karin Geffert (LMU München) im Rahmen des Symposiums des GSN in Wiesbaden.
Die Vernetzung auf verschiedenen Ebenen stärkt die Position Nürnbergs im GSN und ermöglicht einen regen Austausch von Wissen, Erfahrungen und bewährten Praktiken. Dies trägt dazu bei, dass die Stadt Nürnberg als Vorreiterin in der Gesundheitsförderung wahrgenommen wird und ihre Expertise zur Gestaltung von gesundheitspolitischen Maßnahmen auf regionaler, landes- und bundesweiter Ebene einbringen kann.
5. Weitere Planungen
5.1 Bundesebene
Ein Ausblick auf die künftige Arbeit des GSN und des Arbeitskreises in Nürnberg zeigt sich wie folgt: Im Jahr 2024 steht die Wahl des Rates an, bei der die Nürnberger Vertreterinnen erneut antreten werden.
Der Beirat Pakt ÖGD wurde im Juni 2023 bis zum Ende der Paktlaufzeit bis 2026 verlängert. Die Nürnberger Vertreterin wird weiterhin als Vertretung des GSN im Beirat tätig sein.
5.2 Landesebene
Im Oktober 2023 ist ein weiteres Treffen des Regionalen Netzwerks Bayern vereinbart. Geplante Themen für das Netzwerk: Stand in den Kommunen zur Umsetzung der Gesundheitskioske (aufgrund des Referentenentwurfs vom 15.06.23). Aktueller Stand zu Hitzeaktionsplänen bei den teilnehmenden Städten, Zusammenarbeit der Kommunen mit den zivilgesellschaftlichen Initiativen im Gesundheitsbereich.
5.3 Kommunale Ebene
Der Arbeitskreis GSN wird auch weiterhin 2-3 Mal pro Jahr tagen und die Organisation des jährlichen Gesundheitsmarktes sowie der jährlichen gesundheitspolitischen Veranstaltung begleiten. Die Themen für die gesundheitspolitische Veranstaltung im Jahr 2024 werden im Herbst 2023 festgelegt. Der 26. Gesundheitsmarkt wird voraussichtlich am ersten Juliwochenende 2024 auf dem Jakobsplatz stattfinden.
Des Weiteren wird sich der Arbeitskreis Gesunde Städte-Netzwerk der Stadt Nürnberg im Rahmen des nächsten Gesundheitsforums der GesundheitsregionPlus im Oktober 2024 präsentieren und das Netzwerk sowie die aktuellen Aktivitäten vorstellen.
Insgesamt bleibt der Arbeitskreis engagiert, um den gesundheitspolitischen Auftrag des GSN in Nürnberg zu stärken und weiterhin im Rahmen der Gesundheitsregionplus einen aktiven Beitrag zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden in der Stadt zu leisten.
Quellen
Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst: Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst | BMG (bundesgesundheitsministerium.de)
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Bericht des Beirates Pakt ÖGD: 4. Bericht des Beirates Pakt ÖGD: Multiprofessionalität ausbauen und fördern - für einen zukunftsfähigen ÖGD (bundesgesundheitsministerium.de)
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Bericht des Beirats Pakt ÖGD: Wissenschaft und Forschung im und für einen zukunftsfähigen ÖGD (bundesgesundheitsministerium.de)
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Bericht des Beirats Pakt ÖGD: Empfehlungen für abgestimmte Kommunikationswege und -maßnahmen über Verwaltungsebenen hinweg in gesundheitlichen Krisen (bundesgesundheitsministerium.de)
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Bericht Pakt Beirat ÖGD: Empfehlungen zur Weiterentwicklung des ÖGD zur besseren Vorbereitung auf Pandemien und gesundheitliche Notlagen (bundesgesundheitsministerium.de)
Mitglieder und Gäste des Beirats Pakt ÖGD: Mitglieder und Gäste des Beirates zur Beratung zukunftsfähiger Strukturen im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Umsetzung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) (bundesgesundheitsministerium.de)
Gesundheitspolitische Veranstaltung im Südpunkt am 21.07.2023:Gesundheitskioske auch in Nürnberg? - Gesundheitsamt Nürnberg (nuernberg.de), Gesundheitskioske auch in Nürnberg – Fachpolitische Veranstaltung – Das Gesunde Städte-Netzwerk (gesunde-staedtenetzwerk.de)
Das 9-Punkte Programm des Gesunde Städte-Netzwerk: Kriterien für die Teilnahme 9-Punkte Programm – Das Gesunde Städte-Netzwerk (gesunde-staedte-netzwerk.de)
Was bringt der Beitritt im Gesunde Städte-Netzwerk? Mitgliedschaft – Das Gesunde Städte- Netzwerk (gesunde-staedte-netzwerk.de)
Stellungnahmen des Gesunde Städte-Netzwerk
Stellungnahme des Gesunde Städte-Netzwerk zum Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst vom 12.08.2020: https://gesunde-staedte-netzwerk.de/wp-content/uploads/GSN_Position_Pakt_f%C3%BCr_den-%C3%96GD_13_8_2020.pdf
Stellungnahme des Gesunde Städte-Netzwerks zum geplanten Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit vom Mai 2022: https://gesunde-staedte-netzwerk.de/wp-content/uploads/Stellungnahme_Bundesinstitut.pdf
Stellungnahme des Gesunde Städte-Netzwerk zum Eckpunktepapier des Bundesministeriums für Gesundheit zu den geplanten Gesundheitskiosken vom November 2022: https://gesunde-staedte-netzwerk.de/wp-content/uploads/Stellungnahme-Gesunde-Staedte-Netzwerk- Gesundheitskiosk.pdf