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← Sitzung des Sozialausschusses (12.10.2023)

Sachverhalt Statusbericht Treff Heilig-Geist

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Sozialausschuss Altstadt Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage 5 .1

zur Sitzung des Sozialausschusses am 12.10.2023

Statusbericht Treff Heilig-Geist

1. Ausgangslage

Vor über 30 Jahren wurde die Seniorenbegegnungsstätte Heilig-Geist-Spital als Begegnungsort für Seniorinnen und Senioren in der Nürnberger Innenstadt eröffnet. Die Angebote des Treffs mit Cafeteria wurden regelmäßig sehr gut angenommen, jedoch musste die Seniorenbegegnungsstätte Ende 2019 schließen. Ursächlich dafür war, dass der Pächter schon vor Beginn der Corona-Pandemie seinen Rückzug angekündigt hatte.

Im Jahr 2023 konnte das Seniorenamt den Treff mit Cafeteria im Rahmen des Projektes «Revitalisierung Seniorentreff Heilig-Geist-Spital» als Begegnungsort für Seniorinnen und Senioren wiedereröffnen. Im Probebetrieb mit zwei Öffnungstagen gestartet, hat der Treff Heilig-Geist mittlerweile an vier Tagen, von Dienstag bis Freitag, von 14 – 17 Uhr geöffnet. Neben dem Innenbereich gibt es einen ansprechend möblierten Außenbereich im Kreuzigungshof. Speisen und Getränke werden zu günstigen Preisen angeboten und jahreszeitlich variiert (z.B. Eiskaffee im Sommer), es besteht jedoch kein Konsumzwang. Die offizielle feierliche Wiedereröffnung des Treffs fand mit ca. 60 Gästen am 19. Juli 2023 statt.

Insgesamt ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher noch schwankend: an einzelnen Tagen kommen nur etwa fünf Gäste, an anderen über 30 Besucherinnen und Besucher. Ein Teil der Gäste zählt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der Senioren-Wohnanlage Heilig-Geist-Spital und kann auch bei Mobilitätseinschränkungen die Angebote des Treffs dank kurzer Wege hervorragend nutzen.

Voraussetzung für die Wiedereröffnung des Treffs war die Schaffung einer befristeten halben Projektstelle für die Projektkoordinatorin des Treffs, die aus einer Erbschaft komplett über Drittmittel finanziert wird. Im Vorfeld der Eröffnung war es Aufgabe der Projektkoordinatorin, die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen herzustellen, damit der Betrieb der Cafeteria im Treff mit ehrenamtlich Engagierten möglich ist. Neben der Akquise und Koordinierung der freiwillig Engagierten mussten die Ausstattung des Treffs erneuert und der Zahlungsverkehr per Registrierkasse geregelt werden. Zudem entwickelte und implementierte die Koordinatorin ein an die geänderten Voraussetzungen angepasstes Programm und neue Angebote in Verbindung mit Kooperationspartnern.

Im Folgenden wird ein Überblick über den aktuellen Stand gegeben, im Hinblick auf das ehrenamtliche Engagement, die entstandenen Kooperationen und Nutzungen, das Programmangebot und die perspektivische Entwicklung.

2. Aktueller Stand

2.1 Ehrenamtliches Engagement im Treff Heilig-Geist

Ehrenamtliches Engagement hat eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung und leistet in allen seinen Facetten einen bedeutenden Beitrag zur sozialen Teilhabe. Im Fall des Treffs Heilig-Geist wäre die Wiedereröffnung der Cafeteria ohne das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher nicht möglich gewesen. Dabei geht es nicht nur um konkret anfallende Aufgaben im Treff, sondern auch um die Mitgestaltung der Programmangebote für Ältere - einer Altersgruppe, zu der die meisten der Engagierten selbst gehören.

Unter Leitung der Projektkoordinatorin betreibt ein Team von 17 Ehrenamtlichen die Cafeteria. Pro Schicht sind in der Regel zwei Ehrenamtliche eingeteilt. Der Dienstplan wird mit der Koordinatorin gemeinsam festgelegt.

Es gibt vielfältige Aufgaben, die von den freiwillig Engagierten übernommen werden. Sie …

 sorgen für ansprechende Räumlichkeiten, in denen sich die Gäste wohlfühlen,  holen Kuchen und Gebäck vom Bäcker ab,  backen Kuchen,  bereiten in der Küche Kuchen, Kaffee, Kaltgetränke und Geschirr vor,  bedienen die Gäste,  spülen das Geschirr und räumen die Küche auf,  helfen bei den Einkäufen,  übernehmen das Catering beim jährlichen Sommerkonzert oder  übernehmen Aufgaben bei der Programmgestaltung.

Die ersten ehrenamtlich Engagierten hierfür konnten aus der bestehenden Gruppe der aktiven Ehrenamtlichen des Seniorenamtes gewonnen werden. Im Verlauf des Betriebs kamen weitere Engagierte aus der Gruppe der Besucherinnen und Besucher der Cafeteria dazu. Die Konkretisierung der Aufgaben, die Rahmenbedingungen sowie ein Verhaltenskodex im Engagement-Feld wurden zusammen mit den Ehrenamtlichen erarbeitet. Alle Ehrenamtlichen, die in der Cafeteria tätig sind, haben hierzu eine Schulung durch das Gesundheitsamt erhalten.

Sie sind – wie auch die an anderer Stelle Engagierten des Seniorenamtes – unentgeltlich im Einsatz. Eine Aufwandsentschädigung erhalten die Freiwilligen für das Backen eines Kuchens, anfallende Fahrtkosten werden erstattet.

Die hauptamtliche Projektkoordinatorin unterstützt bei Problemen, berät, schult und organisiert die Ehrenamtlichen. Es finden regelmäßige Teambesprechungen statt.

Die ersten Rückmeldungen der Engagierten sind, dass sie ihren Einsatz im Treff als sinnstiftend erleben und Freude am Tun haben, die Zusammenarbeit im Team und die Begegnung mit unterschiedlichsten Gästen genießen. Spaß am Engagement und eine Bereicherung der Lebensqualität bei den Engagierten selbst ist eine sehr gute Grundlage dafür, dass das Team auch weiterhin stabil und motiviert den Treff Heilig-Geist unterstützen wird.

2.2 Kooperationen, Programmangebote, Nutzungen

Zentral in der Innenstadt gelegen ist der Treff mit Cafeteria ein attraktiver Standort auch für Kooperationspartner in der offenen Seniorenarbeit und lässt sich vielfältig nutzen.

Seniorinnen und Senioren besuchen die Cafeteria zum Verweilen und Kommunizieren. Sie treffen sich zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Gleichzeitig besucht ein Teil regelmäßige Angebote oder Veranstaltungen, wie etwa Konzerte im Haus.

In Kooperation mit dem Restaurant Heilig-Geist-Spital findet auf Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren einmal im Monat ein Mittagstisch in der Cafeteria statt. Hier finden sich vor allem Bewohnende aus der Wohnanlage Heilig-Geist Spital ein, um in Gemeinschaft mit anderen eine Mahlzeit einzunehmen.

Das Seniorenamt selbst nutzt die Räumlichkeiten des Seniorentreffs Heilig-Geist als Ort für Veranstaltungen und eigene Angebote für Seniorinnen und Senioren, aber auch außerhalb der Öffnungszeiten für Besprechungen. Beispielhaft wären hier zu nennen:

 Ausgelagerte Kurse des Treffs Bleiweiß  Austauschtreffen der Koordinierenden der Seniorennetzwerke  Projekt «Wege in die digitale Welt für Ältere» für 1:1-Tandems und das monatliche Digitalcafé  Vorträge des Pflegestützpunkts  Workshops im Rahmen des Demografieforums 2023  Jour fixe-Besprechungen des Seniorenamts

Eine wichtige Kooperation besteht mit der Curatorium Altern gestalten gGmbH und dem Projekt «Pause von Zuhause». Das Projekt hat zum Ziel, pflegenden An- und Zugehörigen von Menschen mit Demenz eine Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeit zu bieten. Seniorinnen und Senioren mit leichten gesundheitlichen oder kognitiven Einschränkungen, die zu Hause gepflegt werden, können im Treff des Heilig-Geist-Spitals stundenweise verweilen und werden dort von einem besonders geschulten, ehrenamtlichen Gästeassistenzteam begleitet. Diese Begleitung findet gut vorbereitet einzeln oder in kleinen Gruppen statt, es gibt verschiedene Angebote wie gemeinsames Spielen, Singen oder Malen sowie Veranstaltungen. Mit dem Angebot wird die Teilhabe hochbetagter und demenziell erkrankter Seniorinnen und Senioren im öffentlichen Raum der Innenstadt gefördert. Gleichzeitig dient es der Entlastung pflegender Angehöriger.

Der Computer Club Nürnberg 50 plus e.V. (CNN), dessen Vereinsräumlichkeiten sich direkt über dem Treff befinden, nutzt die Cafeteria für verschiedene Kurse und Veranstaltungen, die sich an Seniorinnen und Senioren wenden, sowie für Besprechungen, vorwiegend montags, außerhalb der Öffnungszeiten der Cafeteria.

Der CNN hat dauerhaft einen aktiven Großbildschirm mit EDV-System in der Cafeteria aufgestellt, der auch von anderen Veranstaltern genutzt werden kann, z.B. für die Austauschtreffen der Digitallotsen im Projekt „Wege in die digitale Welt für Ältere“. Mit diesem Projekt besteht eine aktive Kooperation im Rahmen des monatlichen Digitalcafés im Treff Heilig-Geist.

Der Pflegestützpunkt ist mit Vorträgen zu Pflegethemen im Treff vertreten.

Einzelne Kurse über den Seniorentreff Bleiweiß werden seit der Corona-Pandemie auch im Treff Heiligangeboten.

Auch selbstorganisierte Gruppen wie Strick- oder Kartenspielgruppen nutzen die Räumlichkeiten der Cafeteria. Auch engagierte Einzelpersonen bieten z.B. Reiseberichte.

Die folgende Übersicht zeigt die aktuell regelmäßigen Programmangebote:

Themen Frequenz Zeit Ort
Skatspieler wöchentlich Freitags 14 - 17 Uhr Cafeteria
Konzert Saitenzauber 1x monatlich Do 14 - 16 Uhr Cafeteria
Pause von Zuhause wöchentlich Di. und Do. 14 - 16 Uhr Cafeteria
Digitalcafé 1x monatlich Jeden 4. Di. 14 - 15 Uhr Cafeteria
Mittagsessen 1x monatlich 11:30 - 12:30 Cafeteria
Tanzen im Sitzen wöchentlich Mi. 14 - 15 Uhr Cafeteria
Vorträge Mind. 1x Monat nach Aushang Cafeteria
Singkreis 2x im Monat 1. und 3. Do 14 - 16 Uhr Clubraum 1
Englisch Fortgeschrittene 2x wöchentlich Mo. 10 - 11:30 Mo. 11:45 bis 13:15 Clubraum 1
Englisch Grammatik für den Alltag wöchentlich (16x) Di. 11:15 - 12:45 Uhr Konrad-Groß-Stube
Englisch Konversation wöchentlich (15x) Mi. 9:30 - 11 Uhr Konrad-Groß-Stube
Gedächtnistraining wöchentlich (14x) Mo. 10 - 11:30 Uhr Konrad-Groß-Stube
Themen Frequenz Zeit Ort
Gedächtnistraining wöchentlich (11x) Di. 10 - 11:30 Uhr Clubraum 1
Aquarellmalen wöchentlich (14x) Mi. 9:30 - 11 Uhr Clubraum 1
Jahreszeitliche Veranstaltungen nach Bedarf Cafeteria
Buchvorstellungen nach Absprachen Cafeteria

Darüber hinaus finden verschiedene Einzelveranstaltungen im Jahresverlauf, wie ein Adventsnachmittag oder eine Faschingsparty, statt.

3. Ausblick, Perspektiven

Es ist zu erwarten, dass mit zunehmender Bekanntheit die Zahl der Besucherinnen und Besucher weiter steigen wird. Unterstützend kann ein gutes Leitsystem sein, das den Treff noch besser kennzeichnet und den Zugang leichter finden lässt.

Auch die Möglichkeit, in den attraktiven Räumlichkeiten selbstorganisiert das Programm mitzugestalten, wird voraussichtlich Seniorinnen und Senioren ansprechen, die aktiv und selbstbestimmt leben möchten.

Genaueren Aufschluss darüber, aus welchen Stadtteilen die Besucherinnen und Besucher kommen, wie ihnen das Angebot gefällt und welche Anregungen und Vorschläge sie haben, soll eine Besucherbefragung Ende 2023/ Anfang 2024 bringen.

Die Koordination der verschiedenen Kooperationspartner, Veranstalter und Gruppen, die Gewährleistung funktionierender Räumlichkeiten und die Leitung des Ehrenamtlichen-Teams der Cafeteria bedarf eines/r hauptamtlich Mitarbeitenden. Perspektivisch könnte diese Aufgabe mit der Gründung des Seniorennetzwerkes Altstadt verknüpft werden. Die vorbereitende Sozialraumanalyse beginnt aktuell.

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