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← Sitzung des Stadtplanungsausschusses (21.09.2023)

Entscheidungsvorlage

Anlage · 21.09.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Hauptbahnhof Altstadt Stadtplanungsausschuss Verkehrsausschuss Wohnen & Bauen Umwelt & Klima Wirtschaft & Arbeit Sicherheit & Ordnung Rad- und Fußverkehr Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage

Betreff:

Umgestaltung der Fußgängerzone Königstraße:

Art und Umfang der Umgestaltung und Aufwertung des öffentlichen Raums

Entscheidungsvorlage

Ausgangssituation

Im Jahr 2021 wurden in der südlichen Königstraße und deren Umfeld neue Fußgängerzonen und veränderte Verkehrsregelungen eingeführt. Nach einer temporären Erprobungsphase wurden die Fußgängerzonen mit Sitzung des Verkehrsausschuss vom 20.07.2023 evaluiert und dauerhaft bestätigt. Die neue Fußgängerzone Königstraße wurde für die Übergangsphase mit Sofortmaßnahmen durch Sitzgelegenheiten und temporären Baumstandorten gemäß Gestaltungshandbuch gestaltet.

Ziel der Maßnahmen war es, den in einer Fußgängerzone unberechtigten Zufahrts- und Stellplatzsuchverkehr zu reduzieren bzw. zu unterbinden. Dafür wurden als Sofortmaßnahme in der Königstraße und der Theatergasse auf den ehemaligen Stellplätzen jeweils Sitzbänke einzeln oder in Gruppen sowie mobile Baumkübel an der Fahrbahn aufgestellt. Es musste dabei weiterhin die Erreichbarkeit für Anlieger, Anlieferung, Feuerwehr- und Rettungsdienst, Taxis und Hotelgäste ermöglicht werden. Aufgrund dieser Erreichbarkeit und der bestehenden Gewohnheiten der Anfahrbarkeit, sind die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Königstraße bedingt erfolgreich gewesen. Es fahren nach wie vor Fahrzeuge aus Unkenntnis oder Ignoranz in die Fußgängerzone ein. Die maximal zulässige Schrittgeschwindigkeit (7 km/h) wird zum Teil nicht eingehalten. Die jetzige Königstraße mit separater Fahrbahn und die davon baulich abgetrennten Gehwege mit unterschiedlichen Höhenniveaus, lädt nur bedingt dazu ein, sich den Straßenraum als Fußgängerraum anzueignen. Auch wenn die Sofortmaßnahmen zunehmend positiv angenommen werden, ist für eine bessere Akzeptanz eine bauliche Umgestaltung und Aufwertung der Fußgängerzone Königstraße noch notwendig.

Hintergrund

Die Innenstadt Nürnbergs hat sich wegen ihres guten Nutzungsmixes auch nach der Pandemie als sehr vital erwiesen. Dabei ist insbesondere durch die seit dem INSEK Altstadt gelebte Qualitätsoffensive und die Diversifizierung zentraler Nutzungen weg vom Handel eine weiter starke Lebendigkeit zu beobachten. Eine große Rolle spielt auch die für eine Kernstadt sehr hohe Bewohnerzahl der Nürnberger Altstadt. Der Wandel der Strukturen geht jedoch weiter, als „Einkaufsinnenstadt“ steht die Altstadt unter Druck. Strukturelle Veränderungen wie die Standortaufgabe von Galeria Kaufhof verschärfen die Situation. Neben der seit Jahren erfolgreichen Ausrichtung auf Nutzungsformen wie Gastronomie, Tourismus, Kunst, Kultur und Veranstaltungen wird der Einzelhandel auch weiter eine Rolle in der Innenstadt spielen.

Um die Vielfalt der Altstadt dauerhaft abzusichern bedarf es vermehrt Wohnraum, Arbeitsplätze und Dienstleistungen in der Innenstadt.

Zusätzlich wird die Innenstadt durch die Folgen des Klimawandels wie Hitzeperioden, Tropennächte oder Starkregenereignisse belastet. Umso wichtiger wird es daher, den Strukturwandel mit einer Erhöhung der Klimaresilienz durch Entsiegelung, mehr Baumstandorte und weiteren Begrünungsmaßnahmen zu begleiten. Ziel muss es sein, die Nürnberger Innenstadt als hochwertigen multifunktionalen Konsum-/ Erlebnis-/ Arbeits- und Wohnraum mit hoher Aufenthaltsqualität zu erhalten.

Dazu gehört die Verstetigung der neu eingerichteten Fußgängerzonen auchn in baucliher Weise. Der Rat hatte dazu ein Mehrstufiges Konzept beschlossen.

Stufe 1: Neugestaltung und Aufwertung in Orientierung am Bestand

Eine Neugestaltung und Aufwertung in Orientierung am Bestand mit geringeren baulichen Eingriffen lässt eine mittelfristige Umsetzung und Finanzierung realistisch erscheinen. Die Stärkung der Klimaresilienz und Erhöhung der Aufenthaltsqualität durch neue Baumpflanzungen, neuen Grünflächen und der Einsatz von Wasser ist Leitlinie der Planung.

Ohne einen flächendeckenden Tiefbau und Austausch von Oberflächenmaterialien lassen sich Baukosten reduzieren. Die angestrebten Maßnahmen lassen ggf. nachträgliche Umbaumaßnahmen in größerem Maßstab zu, so können zum Beispiel die neuen Baumstandorte in späteren Planungen aufgegriffen werden. Durch eine mittelfristigen Umsetzung wäre eine Aufwertung der Fußgängerzone Königstraße bis zur Urbanen Gartenschau 2030 denkbar. Durch die Aufwertung des Stadteingangs rund um den Hauptbahnhof entsteht eine durchgehende hochwertig gestaltete Fußgängerzone vom Königstor bis zur Kaiserburg.

Folgende Themen sollen bearbeitet werden (nicht abschließend):  Ausweitung von Grünflächen und Planung neuer dauerhafter Baumstandorte (in spätere Planungen integrierbar)  Erweiterung von Grüninseln und Entsiegelung von Baumscheiben  Verträglicher Umgang mit unterschiedlichen Höhenniveaus (ehem. Fahrbahn, ehem. Gehweg)  Einsatz neuer hochwertiger Sitzgelegenheiten  teilweise Austausch des Oberflächenmaterials (nicht flächig)  teilweise farbliche Gestaltung der Oberflächen

mittelfristiger Umsetzungshorizont der Fußgängerzone Königstraße (bis 2030)

Schätzung zur Aufwertung in Orientierung am Bestand:

Umgriff Fläche: ca. 2.500 m² Kosten pro m²: ca. 300 €/m Gesamtvolumen ca. 750.000 €

Seitens des Stadtplanungsamtes wird eine Planung der Leistungsphasen 1-3 erstellt und stadtintern instruiert. Der Entwurf wird bis Mitte 2024 dem Stadtplanungsausschuss zum Beschluss vorgelegt.

Beispielhaft ist dazu eine Planskizze beigefügt.

Stufe 2: geeignetes Verfahren zur Neugestaltung von Teilen der Altstadt mit einem

Realisierungsteil Teilflächen der Königstraße

In einer Planungskonkurrenz (Wettbewerb, Planungswerkstatt, VgV-Verfahren o.ä.) wird eine altstadtübergreifende Betrachtung der öffentlichen Räume insbesondere der Fußgängerzonen durchgeführt. Die Planung erstellt ein zukunftsfähiges Konzept zur Neugestaltung und Aufwertung der Nürnberger Innenstadt unter Erhöhung der Klimaresilienz.

Folgende Themen sollen bearbeitet werden (nicht abschließend):  Standortspezifische Gliederung und Strukturierung von (Platz-)Flächen  Stärkung der Klimaresilienz durch zusätzliche Baumstandorte, Anlegung von Grünflächen, Entsiegelung, Wasser als gestalterisches Element (Wasserspiel, Trinkbrunnen usw.)  Umsetzung der Schwammstadt

 abgestimmte Auswahl und Verwendung von Oberflächenmaterialien  Erhöhung der Aufenthaltsqualität  abgestimmtes Möblierungs- und Ausstattungskonzept  Abbau von Barrieren

Der Realisierungsteil zur Fußgängerzone Königstraße entwickelt dabei eine Planung zur Neugestaltung mit Austausch des Oberflächenmaterials und Höhenausgleich mit umfassenden Umbaumaßnahmen mit großen Gesamtinvestitionen. Der Umsetzungshorizont der Maßnahmen ist aus Kapazitätsgründen und Umfang der Vorbereitungen langfristig einzuschätzen.

Schätzung zum Realisierungsteil:

Umgriff Fläche: ca. 15.000 m² Kosten pro m²: ca. 1.000 €/m Gesamtvolumen ca. 15 Mio. €

Diese Vorgehen hat aus finanziellen und kapazitativen Gründen keine absehbare Realisierungschancen.

Kosten

Ein Finanzierungsvorschlag wird zur Vorlage der Planung erarbeitet. Der Bereich der Fußgängerzone Königstraße liegt im Stadterneuerungsgebiet Altstadt Süd, mögliche Förderoptionen sind zu prüfen.

Zeitliche Umsetzung

Die stadtinterne Instruktion ist nach Beschluß des Planungsauftrages im September 2023 vorgesehen. Nach Einarbeitung der Rückmeldungen ist eine Vorstellung des Entwurfs im Ausschuss für Stadtplanung bis Mitte 2024 realistisch. Danach erfolgt die Übergabe an den Servicebetrieb Öffentlicher Raum zur weiteren Ausführungsplanung. Wünschenswert wäre eine Umsetzung der Maßnahme vor der Urbanen Gartenschau 2030.

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