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Entscheidungsvorlage

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Beilage Umweltausschuss 26.07.2023

Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg – Stand der Umsetzung und weitere Entwicklung des

HAP-akut

Entscheidungsvorlage

In der Sitzung des Umweltausschusses am 27.07.2022 wurde der Hitzeaktionsplan Stadt Nürnberg (HAP) beschlossen. Ziel des HAP ist die Reduzierung gesundheitlicher Folgen von Hitzeereignissen, insbesondere Hitzewellen. Die Einführung des HAP ist als Prozess zu verstehen, der schrittweise erfolgt und laufend evaluiert und weiterentwickelt werden muss, um so den aktuellen Bedarfen angepasst werden zu können.

Der HAP gliedert sich in zwei Maßnahmenteile: HAP-akut und HAP-präventiv. Die Maßnahmen von HAP-akut sollen die Bevölkerung befähigen, die Empfehlungen zu hitzeangepasstem Verhalten umsetzen zu können. Während HAP-akut den Fokus auf die Vorbereitung und Durchführung unmittelbarer Maßnahmen während eines Hitzeereignisses legt, stellt HAP-präventiv langfristig wirksame stadt- und bauplanerische Maßnahmen unter Berücksichtigung stadtklimatischer Aspekte in Mittelpunkt. Die Ausführungen in der Entscheidungsvorlage beziehen sich auf den HAP-aktut.

Einrichtung der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle wurde zum 1.11.2022 am Referat für Umwelt und Gesundheit eingerichtet.

Einsetzen der Koordinierungsgruppe

Die Koordinierungsgruppe wurde im April 2023 erstmals einberufen. Ausgehend von der Wirkungsrichtung der Maßnahmen im HAP-akut in verschiedene Zielgruppen sind an Koordinierungsgruppe derzeit beteiligt: Referat für Umwelt und Gesundheit, Referat für Jugend, Familie und Soziales, Referat für Schule und Sport, Umweltamt, Gesundheitsamt, Seniorenamt, Bündnis für Familie, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing, Gesamtpersonalrat der Stadt Nürnberg und Gesundheitsnetz für Qualität und Effizienz.

Die Aufnahme weiterer Mitglieder, insbes. des Bevölkerungsschutzes und Katastrophenschutzbehörden, ist vorgesehen.

Stand der Umsetzung

HAP-akut enthält 16 Maßnahmen, die sich in vier Bereiche clustern lassen:

Baustein Öffentlichkeitsarbeit • Allgemeine „Sommer“-Kommunikation • Sensibilisierung für Gewerbetreibende • Maßnahmen für Pflegeeinrichtungen • Maßnahmen für Kindertagesstätten • Maßnahmen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Baustein Risikokommunikation • Hitzewarnsystem • Info-Service-E-Mail • Hitzetelefon und Hitzepatenschaften
Baustein Kühle Orte • elektronische Bürgerbefragung • Schaffung Kühler Orte • Versorgung mit Trinkwasser • Wasserluftbefeuchter • Brunnen und Wasserspiele im Öffentlichen Raum Baustein Medizinische Versorgung • Aufruf zur Medikamentenanalyse • Schulungen von Ehrenamtlichen und Koordinatoren • AdaptNet

Unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen werden im ersten Jahr folgende Maßnahmen umgesetzt:

Öffentlichkeitsarbeit Zur Bekanntmachung des HAP wurde im Zuge der Bürgerbefragung zu kühlen Orten (siehe unten) eine Öffentlichkeitskampagne gestartet. Sie umfasst den Internetauftritt des HAP unter hitze.nuernberg.de, Social-Media-Kanäle der Stadt Nürnberg, Postkarten, Schaufenster in der Königstorpassage, Fahrgast-TV in U-Bahn, Tram und Bus. Des Weiteren wird der HAP an Informationsständen des Referats für Umwelt und Gesundheit auf dem Kirchentag und auf dem Gesundheitsmarkt vorgestellt. An der Umsetzung der Maßnahme sind folgende Dienststellen beteiligt: Referat für Umwelt und Gesundheit, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing, zahlreiche Ämter durch Auslage der Printmaterialien

Zusammenstellung von Informationen zu kühlen Orten Die Schaffung kühler Orte ist ein zentraler Baustein in der Vorbereitung auf Hitzeereignisse. Im ersten Jahr des HAP erfolgt eine Zusammenstellung kühler Orte in einer Karte. Dazu findet vom 20.06. bis 23.07.2023 eine Onlinebefragung statt, bei der Bürgerinnen und Bürger kühle Orte eintragen können. Der Fokus liegt auf kühlen Orten im Innen- und Außenbereich. Das können große und kleine Orte sein, innen und außen, bekannte und unbekannte Schattenplätze im Quartier. Wichtig ist, dass sie zugängliche Räume mit Aufenthaltsqualität sind, das heißt, ein längerer Aufenthalt von 30 Minuten und mehr ist möglich. Gewerbliche Räume sind auch möglich, sofern Einverständnis zum Eintrag in die Karte besteht. Auf die Möglichkeit, während der Öffnungszeiten Apotheken aufzusuchen, wird zusätzlich hingewiesen. Ebenso verfügen Einkaufszentren über Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten ohne Konsumzwang.

Mit Abschluss der Befragung wird die Zusammenstellung nach redaktioneller Überprüfung als Karte auf der Internetseite des HAP integriert. Mit Blick auf einzelne Zielgruppe ist bspw. denkbar, eine „Familien“-Kategorie mit vorhandenen verschatteten Spielplätzen einzuführen.

Barrierefreiheit findet an zwei Stellen Eingang in die Zusammenstellung der kühlen Orte: bei der Zusammenstellung selbst erfolgt, sofern bekannt, ein Hinweis auf barrierefreien Zugang zum Ort. Bei der Erstellung der Karte soll ein Format genutzt werden, welches die Nutzung für seheingeschränkte Menschen ermöglicht.

Die Karten mit kühlen Orten soll fortlaufend ergänzt werden. Nachdem der Fokus in diesem Jahr auf öffentlich zugänglichen Orten liegt, kann im kommenden Jahr eine Kampagne mit gewerblichen Anbietern wie Supermärkten, Kinos und weiteren helfen, „Kühle Ecken“ in deren Räumlichkeiten einzurichten. Des Weiteren erfolgt in enger Absprache mit den städtischen Referaten eine Prüfung zur Einrichtung „Kühler Ecken“ in Gebäuden der Stadt Nürnberg über die Ehrenhalle und den Hauptmarkt 18 hinaus.

An der Umsetzung der Maßnahme sind folgende Dienststellen beteiligt: Referat für Umwelt und Gesundheit, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing, Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation, Amt für Geoinformation und Bodenordnung

Hitzetelefon/ Hitzepatenschaften Im Juni startete das Hitzetelefon des Seniorenamts. Bei Temperaturen ab 30 Grad ist eine Telefonnummer geschaltet, an die sich ältere, alleinstehende Menschen wenden können, wenn sie an heißen Tagen Unterstützung benötigen. Das Seniorenamt vermittelt Hilfesuchenden ehrenamtliche Unterstützung in der Nachbarschaft. Verbunden mit dem Angebot ist ein Appell, aufeinander Acht zu geben, für einander da zu sein, das solidarische Miteinander und eine gute Nachbarschaft zu fördern und zu pflegen.

An der Umsetzung der Maßnahmen ist das Seniorenamt beteiligt.

Schulung Ehrenamtlicher und Netzwerkkoordinatorinnen und –koordinatoren Zur Vorbereitung auf mögliche Gefahren durch Hitze und deren Bewältigung fanden im Frühjahr 2023 Schulung für ehrenamtliche Besuchsdienste und Netzwerkkoordinatorinnen und –koordinatoren statt.

An der Umsetzung der Maßnahme sind beteiligt: Seniorenamt, Gesundheitsamt, Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz

Info-Service-Mail Die Info-Service-Mail soll ab einer gemessenen Temperatur von 26 Grad versandt werden. Die E-Mail enthält Verhaltenshinweise bei Hitze. Die Info-Service-Mail ist technisch vorbereitet. Die genannten Parameter für den Versand werden derzeit festgelegt. Sinnvoll erscheint die Berücksichtigung weiterer Faktoren, die Einfluss auf das Temperaturempfinden haben und an den Messstationen erfasst werden (Windgeschwindigkeit, Luftfeuchte). Überdies soll die Erweiterung weiterer Warnstufen mit entsprechenden Verhaltenshinweisen geprüft werden.

An der Umsetzung der Maßnahme sind beteiligt: Referat für Umwelt und Gesundheit, Gesundheitsamt, Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg, Amt für Kommunikation und Stadtmarketing

Fazit der bisherigen Umsetzung und weitere Entwicklung

Die Maßnahmen des HAP-akut wurden 2023 durch Umschichtungen im Budget der Referats für Umwelt und Gesundheit umgesetzt. Zur mittel- und langfristigen Sicherung der Umsetzung von Maßnahmen soll ein Budget für den HAP-akut eingerichtet werden.

Die Wirkungsrichtung des HAP-akut ist in die Bevölkerung hinein. Vor diesem Hintergrund ist eine gründliche Öffentlichkeitsarbeit für die Maßnahmen notwendig, um eine entsprechende Reichweite in die allgemeine Bevölkerung und spezifische Zielgruppen zu erreichen. Ausgehend von den Erfahrungen im ersten Umsetzungsjahr ist eine Bespielung verschiedener Medienkanäle zielführend.

Die bisherigen Maßnahmen adressierten die Gesamtstadt; es gab kein Fokus auf ausgewählte Quartiere. Aus dem Stadtklimagutachten können bioklimatische ungünstige Quartiere identifiziert werden. Die Altstadt mit ihrem großen Passantenzulauf und gleichzeitig hoher Versiegelung bietet sich als ein Pilotstandort für weitere kleinräumige Maßnahmen an.

Die Schaffung kühler Orte stellt dabei eine zentrale Aufgabe dar. Diese Orte können dabei durch sogenannte Cooling Center geschaffen werden. Ein erster Erfahrungsaustausch dazu ist mit der Stadt Wien angeregt. Kühle Orte können überdies durch Verneblungsanlagen geschaffen werden, die ebenfalls in der Stadt Wien eingesetzt werden. Die Stadtverwaltung prüft die Umsetzbarkeit.

Die Kosten der Umsetzung sind derzeit noch nicht bezifferbar. Die Verwendung von Fördergeldern bei gleichzeitiger Vermeidung kurzlebiger Projekteritis wird in die Umsetzbarkeit Großmaßnahmen einbezogen.

Die Stadtverwaltung berichtet dem Umweltausschuss das Ergebnis.

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