Kulturausschuss der Stadt Nürnberg am 7.7.2023
Die Nürnberger Kulturläden. Sachstandsbericht, Herausforderungen und
Zukunftsperspektiven - unter besonderer Berücksichtigung der "KommVorZone".
1. Einleitung – der kulturpolitische Auftrag der Nürnberger Kulturläden
Seit über 40 Jahren leisten die Nürnberger Kulturläden in elf Stadtteilen dezentrale Stadtteilkulturarbeit. Das damalige Motto der Soziokultur ist heute aktueller und wichtiger denn je: Kultur von allen für alle! Sie bieten kulturelle Teilhabe für Menschen aller Altersgruppen, aller sozialer und kultureller Hintergründe, davon viele, die oft von anderen Kultureinrichtungen wenig erreicht werden. Sie aktivieren sie zu eigenem kreativen und künstlerischen Handeln, führen niedrigschwellige Veranstaltungen, Kurse, Workshops sowie Kulturprojekte wie Gruppenangebote durch. Kulturladenarbeit bindet die internationale Stadtgesellschaft ein und spiegelt damit die Vielfalt der Kulturen in Nürnberg. Diese interkulturelle Öffnung betrifft die Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren, die Gestaltung des Programms und die Zusammensetzung des Publikums. Die Arbeit basiert auf Kooperationen und bietet insbesondere der freien Szene eine umfassende Plattform.
Grundprinzip ist die Stadtteilorientierung. Ausgehend von den Bedarfen im Stadtteil bespielen die Kulturläden ihr Quartier, fördern den Dialog mit intensiver Netzwerkarbeit und gestalten Nachbarschaft. Hierbei reagieren sie stetig auf Veränderungen und zunehmende Ausdifferenzierung, schaffen Zusammenhalt und begleiten gesellschaftliche Transformation.
Durch Kultur- und Bildungsangebote von der Schule bis ins hohe Alter erhalten die Bewohnenden des Stadtteils die Chance auf kulturelle Teilhabe sowie junge Kulturschaffende durch Nachwuchsförderung eine Plattform, Freiraum und Unterstützung. Dieses Empowerment ist eine der Voraussetzungen für gelingendes Engagement und Beteiligung in der Stadtteilkultur. Ebenso wichtig ist die Erfahrung von Selbstwirksamkeit in der Gestaltung des eigenen Lebensumfelds.
Die im Antrag der CSU-Fraktion vom 27.3.2023 erbetene Darstellung der aktuellen Situation der elf Nürnberger Kulturläden, ihre aktuellen Schwerpunkte und Planungen sowie die Darlegung inhaltlicher wie infrastruktureller Herausforderungen wird im Kapitel 2 bearbeitet. Auf den im Antrag geforderten Bericht der Weiterentwicklung der KommVorZone und deren personelle wie finanzielle Anforderungen wird in Kapitel 3 eingegangen.
- Aktuelle Situation, stete (Weiter)Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der elf
Nürnberger Kulturläden
Während der Pandemie mussten die Kulturläden komplett bzw. teilweise schließen und darüber hinaus stark einschränkende Auflagen erfüllen (Maskenpflicht, Begrenzungen der Besuchendenzahlen, usw.). Mit dem Sommer 2022 endeten alle Auflagen. Die Kulturläden konnten 2022 trotzdem mit knapp 400.000 Besuchenden ein erfreuliches Ergebnis erzielen, das nur ca. 20% unter den Höchstzahlen vor der Pandemie lag. Inzwischen sind die Häuser komplett mit Angeboten sowie Gruppen ausgelastet. Die Herausforderungen sind seit der Pandemiezeit zunehmend komplexer geworden.
Nicht nur durch die Folgen des demografischen Wandels, einer wachsenden Zunahme sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen infolge der Pandemie und Inflation, Folgen der Klimaerwärmung besonders in den Städten oder auch der Aufnahme geflüchteter Menschen steht unsere Gesellschaft wachsenden Herausforderungen gegenüber. Die Gruppe derer, die den aktuellen Anforderungen weniger standhalten kann, nimmt ebenso zu wie die Polarisierung individueller Sichtweisen. Daher ist ein Arbeitsschwerpunkt der Kulturläden aufzuzeigen, dass durch Zusammenhalten und mit den Mitteln der Kultur heutige und zukünftige Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden können.
In den nun folgenden Unterpunkten werden die aktuellen Herausforderungen, ihre Weiterentwicklung und die Zukunftsstrategie der Kulturläden dargelegt.
2.1 Kultur für alle – Kultur von allen – die Gesellschaft der Vielfalt in den Kulturläden In den Nürnberger Kulturläden wird die Diversität mit derzeit 430 Kooperationspartnerinnen und -partner (ohne Einzelpersonen) des jeweiligen Stadtteils gelebt. Geflüchtete aller Herkunftsländer, die in Helferkreisen und internationalen Cafés willkommen geheißen werden, organisieren sich mittelfristig in eigenständigen Gruppen und finden in den Kulturläden eine dauerhafte Heimat. Jüngste Beispiele sind hier die ukrainische Theatergruppe Teatr Sorvantsy im Kulturladen Loni- Übler-Haus, der Ukraine Open Space in KUF im südpunkt oder die Kunstkurse für Geflüchtete unter der Leitung einer ukrainischen Künstlerin im Gemeinschaftshaus Langwasser, die inzwischen ihre eigenen Veranstaltungen auf die Bühne der Kulturläden bringen. Ältere Menschen erhalten mit offenen Koch- oder Seniorinnen- und Seniorentreffen Gelegenheit zu informeller Begegnung. Angebote zu Geschichtsarbeit, Seniorinnen- und Seniorenkino, Stadtteilspaziergängen, Vortragsreihen oder das Kooperationsprojekt zur digitalen Teilhabe mit Tandemtreffen und Digitalcafés in Zusammenarbeit mit dem Seniorennetzwerk decken die verschiedenen Interessen dieser Altersgruppe ab. Nicht zuletzt richtet sich die Kulturladenarbeit besonders an die Bevölkerungsgruppen, die von kulturellen Angeboten zu wenig erreicht werden. Hierzu gehören spezifische Angebote ebenso wie das Stiften von Stadtteilidentität und gelebter Nachbarschaft. Ein gelungenes Beispiel für diesen
Austausch ist die multimediale Ausstellung „Ein Dorf und sein Schloss: Menschen aus Almoshof erzählen“. Mehr denn je wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein, die diverse und volatile Stadtgesellschaft in Austausch und Selbstwirksamkeit zu bringen, um gerade benachteiligte Stadtteile durch diese kulturellen Ressourcen resilienter gegenüber den aktuellen Herausforderungen zu machen. Hierbei kommt der Berücksichtigung verschiedener Präferenzen durch die interkulturelle Öffnung der Kulturläden eine besondere Bedeutung zu. Die Weiterentwicklung entsprechender zielgruppenspezifischer Angebote ist aktuell jedoch nur durch die Akquise von Drittmitteln möglich.
2.2 Arbeit für ein junges Publikum
Junge Mitarbeitende - junges Publikum: Durch den Generationenwechsel der vergangenen Jahre wurden seit 2019 insgesamt 36 Stellen mit meist jungen Mitarbeitenden neu besetzt. Die neuen Kolleginnen und Kollegen haben andere Inhalte und Herangehensweisen eingebracht, die mit bestehenden Erfahrungen und Werten der Kulturläden verbunden wurden. Die daraus entwickelten Angebote erreichen ein anderes und jüngeres Publikum, beispielsweise #LNGWSSR, das Streetart-Festival „Betonliebe“ oder die Kulturplattform „KommVorZone“. Dadurch sind die Kulturläden auch Ermöglichungsräume für neue Gruppen und bieten professionelle Plattformen für jüngere Kulturschaffende, die sich ausprobieren wollen oder teils erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Viele Besuchende waren bereits als Kinder in den Kulturläden – und kommen nun mit ihren Kindern wieder. In den Kulturläden lernen pro Jahr bis zu 35 Freiwillige (FSJ/BFD/Praktikum) die Stadtteilkulturarbeit kennen und einige Ehemalige arbeiten nun hauptamtlich im KuF. Sie alle leisten einen großen Beitrag zur inhaltlichen Reflexion der eigenen Arbeit. Angebote für das Publikum von Morgen: Weniger bekannt ist die umfangreiche Zusammenarbeit der Kulturläden mit Partnerinnen und Partnern aus der formalen Bildung, die sich in zahlreichen teilöffentlichen, da zielgruppenspezifischen Projekten für Schulkinder oder Kooperationen verschiedenster Einrichtungen für Heranwachsende in einem Stadtteil niederschlägt, ob als Schulund Hortprojekte oder Ferienprogramme für benachteiligte Kinder1, Lesepatenschaften im Stadtteil Gleishammer, „Das Knola-Ding“ in Almoshof, der „Kinderzirkus Gecco“, „Röthenbach spielt“ oder das abteilungsübergreifende Projekt „Frieden ist klasse“ mit teils 510 beteiligten Kindern. Durch die gemeinsame Arbeit im Netzwerk und mit Schulen ist es möglich, Heranwachsende der verschiedensten Herkünfte gemeinsam mit den Angeboten zu erreichen und ihnen durch kulturelle nonformale Bildung Teilhabe und Entfaltungsmöglichkeiten für das weitere Leben zu vermitteln, die für viele sonst nicht leistbar wäre. Nahezu alle dieser Projekte werden durch Drittmittel zahlreicher
1 siehe Anhang Angebote Kinderkultur 2023.docx
Sponsorpartnerinnen und -partner gegenfinanziert und wären sonst nicht durchführbar. Für die Kulturläden ist dies eine wichtige Arbeit im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung.
2.3 Zusammenhalt und Feier im Quartier – die Stadtteilfeste der Nürnberger Kulturläden Die ganz große Bühne bieten jährlich acht Stadtteilfeste unter der Federführung der Nürnberger Kulturläden, die durch Mitarbeitende ohne zusätzliche Stundendeputate neben dem eigenen Kulturladenbetrieb intensiv betreut und mit organisiert werden. Diese Feste im Quartier sind Großveranstaltungen: so hat beispielsweise das Südstadtfest bis zu 50.000 Besuchende in drei Tagen, doch auch die anderen Stadtteilfeste mit bis zu 3.000 Besuchenden pro Tag und Fest stehen Angeboten in der Innenstadt in nichts nach. Die Ziele der Stadtteilfeste – die Vernetzung mit bis zu 50 Akteurinnen und Akteuren/Vereinen/ Kooperationspartnerinnen und –partnern pro Stadtteilfest und die Bereitstellung einer Plattform für die Vielfalt eines Stadtteils als ein in jeder Hinsicht niedrigschwelliges Angebot für das gesamte Quartier - sorgen für die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls im und der Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Zahlreiche Besuche aus der Gesamtstadt sorgen für eine positive Wahrnehmung der dezentral gelegenen Stadtteile. Durch die steigenden Kosten nicht nur des letzten Jahres und den Generationenwechsel innerhalb der beteiligten Vereine können die Stadtteilfeste nicht mehr wie bisher kostendeckend durchgeführt werden. Eigene Sachmittel zur Durchführung dieser Feste stehen nicht zur Verfügung. Stattdessen muss der gesamte finanzielle Aufwand durch Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken, Standgebühren der teilnehmenden Initiativen, Werbeerträgen und Sponsorgeldern gedeckt werden. Die Ausgaben der Stadtteilfeste der Nürnberger Kulturläden haben sich zwischen 2019 und 2022 um durchschnittlich über 47 Prozent erhöht. In konkreten Zahlen wäre beispielsweise die Verteuerung der Ausgaben des Stadtteilefestes Muggenhof-Ley, Muggeley, allein für Bühne, Biergarnituren, WC-Anlagen oder Absperrungen seit 2018 um das anderthalbfache von 3.373 Euro (2018) auf 5.582 Euro (2023) zu nennen. Ähnliche Kostensteigerungen haben auch die anderen Stadtteilfeste. Neben Maßnahmen der Kulturläden wie stadtinternem Materialverleih, Erhöhung von Standgebühren und vermehrtem Einwerben von Sponsorgeldern ist eine weitere Kostendeckung zur Aufrechterhaltung dieser acht Stadtteilfeste dringend notwendig. Die teilnehmenden Initiativen kommen mit der aktuellen Erhöhung der Standgebühren an ihre Leistungsgrenze, Anzeigenkundinnen und -kunden verringern ihre Ausgaben. Einige Teilnehmende haben mitgeteilt, dass sie bei steigenden Standgebühren ihre Teilnahme absagen müssen. KuF wird daher für den Haushalt 2024 Mittel zur Sicherung der Stadtteilfeste anmelden.
2.4 Nachhaltige Entwicklung der Kulturläden
Im Jahr 2015 wurden die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 oder auch „Sustainable Development Goals“ (SDGs) verabschiedet. Die Agenda 2030 betrachtet das Thema Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen – Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Bereits seit 2018 ist KUF eine der Pilotdienststellen der Stadt zur Umsetzung der SDGs mit dem Fokus auf vier Ziele2, der fest in den Amtszielen des KUF verankert ist und 2023 in einem Zukunftstag mit allen Mitarbeitenden fokussiert wurden. Mit Jahresprogrammen zur ökologischen bzw. sozialen Dimension der SDGs setzen die Kulturläden nun Schwerpunkte sowohl intern als auch bei öffentlichen Veranstaltungen.
11xGRÜN
Ein konstruktiver Umgang mit den Herausforderungen benötigt einen kulturellen Wandel der Gesellschaft, um Einstellungen und Verhaltensweisen zu verändern. Stadtteilkulturarbeit kann diesen Prozess aktiv begleiten. Unter dem Motto 11xGRÜN überprüften die Kulturläden 2022 zunächst ihren eigenen Einrichtungsbetrieb in neun Bereichen3, ergänzt von Gebäudechecks durch das Kommunale Energiemanagement und einer Mobilitätsumfrage unter den Besuchenden der Kulturläden in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Nürnberg. Durch die Förderung der Sparkasse Nürnberg konnte zudem eine Veranstaltungsreihe mit knapp 150 Veranstaltungen und Workshops umgesetzt werden, um ökologisch nachhaltiges Handeln mit bezahlbaren und attraktiven Beispielen in die breite Gesellschaft zu tragen. Viele Veranstaltungen werden auch zukünftig weitergeführt – in Nachbarschaftsgärten, den Reihen „Green Thursday“ und „Grünzeug“. Ökologische Nachhaltigkeit ist zudem seit 2022 profilbildend für den Kulturladen Röthenbach.
11xFAIR
Im Rahmen von 11xFAIR arbeiten die Kulturläden seit 2023 mit den sozialen Zielen nachhaltigen Handelns, die im von der Stadt ausgerufenen „Winter der Solidarität“ eine besondere Aktualität erhielten. Das bereits vorhandene Angebot wird nun auf mögliche Ergänzungen überprüft. Beispielsweise können die Kulturläden durch die Förderung des Fond UN-BRK4 aktuell weitere Maßnahmen zur Barrierefreiheit wie die Umstellung der Website auf einfache Sprache, taktile Modelle zur Gebäudeerschließung für Sehbehinderte oder barrierefreie Zugänge zu Gebäuden durch automatisierte Türen und Rollstuhlrampen umsetzen. Die bauliche und technische Barrierefreiheit ermöglicht wiederum den Besuch zielgruppenspezifischer Angebote wie inklusives Tanzen in der „Rolli-Disco Südpunkt“, Vorträge zu inklusionsgerechter Mobilität, Lesungen in
2 „Hochwertige Bildung“ (4), „Geschlechtergleichheit“ (5), Reduzierung von Ungleichheiten“ (10) sowie „Nachhaltiger Konsum und Beschaffung“ (12) siehe auch https://www.nuernberg.de/internet/kuf_kultur/sdgs.html 3 Büroalltag, Ausstattung, Beschaffung, Ressourcenverbrauch, Transport/Mobilität, Abfall, Bewirtung, Naturschutz, Kommunikation/Vermittlung. 4 Verfügungsfonds Aktionsplan UN-Behindertenrechtskonvention, Projekte der Stadt Nürnberg
einfacher Sprache oder Angebote für Seniorinnen und Senioren und Demenzkranke. Hinzu kommen Formate wie Tauschbörsen, Verschenktage, Vorträge zum Energiesparen in Kooperation mit dem Umweltreferat oder offene kulturelle Angebote für Kinder in sozial schwachen Quartieren z.B. durch das Loni-Übler-Haus oder die Villa Leon. Gerade die Bereitstellung solcher Angebote wäre ohne die Förderung der Reihe 11xFAIR durch Mittel der Sparkasse Nürnberg nicht möglich.
Angesichts der aktuellen Herausforderungen wird KuF die Arbeit an den Themen von 11xFAIR weiter vertiefen und mit seiner Kulturarbeit – mit Spaß, Innovation und aktivem Mitmachen - für notwendige Veränderungen mit sensibilisieren.
Selbstverpflichtung der Nürnberger Kulturläden
Das Ergebnis der intensiven Auseinandersetzung mit der ökologischen Dimension von Nachhaltigkeit wurde in einer abschließenden Selbstverpflichtung der Nürnberger Kulturläden festgelegt5, die jährlich auf ihre Relevanz überprüft und geg. angepasst wird. Bereits 2022 unterzeichnete das Amt für Kultur und Freizeit die „Nachhaltigkeitsdeklaration für den Kulturbereich für mehr Klimaverantwortung“6.
Nachhaltige Kulturarbeit bleibt ein zentrales Ziel der nächsten Jahre und wird gerade auch im Hinblick auf kommende Generationen für die Kulturläden von großer Bedeutung sein. Die Kulturläden haben entsprechende Themen wie soziale Gerechtigkeit, Inklusion, Geschlechtergleichstellung etc. eingehend evaluiert, mit dem Ziel, diese innerhalb ihrer Arbeit in die Stadtteile zu vermitteln und anschlussfähig zu machen. Über allem steht hierbei das Ziel der Gestaltung von Nachbarschaft im Rahmen einer solidarischen Stadtgesellschaft.
2.6 Weiterentwicklung der Stadtteilkulturlandschaft
Nicht erst die Standortplanung der „KommVorZone“ (schon die Analysen zur Kulturhauptstadt oder die Entwicklung der gesamtstädtischen Leitlinien) haben gezeigt, dass die dezentrale Kulturversorgung weit hinter dem innerstädtischen Angebot liegt. Die Standortpolitik der Nürnberger Kulturläden orientiert sich am jeweiligen Sozialraumtyp des Quartiers sowie der kulturellen und sozialen Versorgung des jeweiligen Gebiets durch andere Organisationen kommunaler wie privat(wirtschaftlicher) Natur. Eine Analyse und Untersuchung durch das Amt für Kultur und Freizeit 2022 hat daher besonders die Stadtteile Hohe Marter, Gibitzenhof-Steinbühl West, Hasenbuck, Schoppershof und Langwasser Nord wegen mangelnder kultureller Versorgung in z.T. sozial angespannten Quartieren herausgearbeitet.
5 https://www.nuernberg.de/internet/kuf_kultur/selbstverpflichtung_kulturlaeden.html 6 https://culture4climate.de/deklaration/#dekla-leitziele
Für diese Analyse wurden Stadtteilsteckbriefe für das Stadtgebiet erarbeitet, die demografische Daten, Bevölkerungsstruktur und -prognose, Sozialraumtypus sowie räumliche Gegebenheiten wie physische Barrieren und Bevölkerungsdichte und nicht zuletzt soziale und soziokulturelle Netzwerkstrukturen erfassen und einer Einschätzung zugrunde legen. Ebenso sollte auch in neuen Stadtteilen (die derzeit in unserer extrem schnell wachsenden Stadt entstehen) eine kulturelle Versorgung von Anfang an mitgedacht werden, denn soziokulturelle Stadtteilkulturarbeit beteiligt die Bewohnenden aktiv an der Entwicklung ihres jungen Stadtteils, stärkt die Identifikation mit dem Stadtteil und erhöht dadurch die Lebensqualität im Quartier. Auch wenn der stark verengte finanzielle und personelle Spielraum das Amt für Kultur und Freizeit bereits beim Erhalt der kulturpolitischen Kernaufgaben vor große Herausforderungen stellt - und angesichts der dauerhaften Personaleinsparungen noch stärker stellen wird - muss die Kulturstadt der Zukunft gedacht werden. Aufsuchende Kulturarbeit (siehe Kapitel 3) ist hier hilfreich, kann aber ein ganzjähriges Angebot nicht ersetzen. Insbesondere z.B. die Planungen für das Neubaugebiet „Tiefes Feld“, das bis in die 2030er Jahre ca. 3.800 Nürnbergerinnen und Nürnbergern eine Heimat bieten soll, sind für das das Amt für Kultur und Freizeit eine interessante Option, ein Kulturladenangebot zu integrieren.7 Die benachbarte kulturelle Einrichtung Villa Leon ist zu weit entfernt und durch physische Barrieren abgetrennt, um als Treffpunkt im eigenen Stadtteil zu dienen. An den Planungen unter Federführung der Regiestelle Sozialraumentwicklung des Referats für Jugend, Familie und Soziales sind viele Nutzende verschiedener Dienststellen und Geschäftsbereiche beteiligt, deren Platzbedarfe innerhalb des Bürgerzentrums aufeinander abgestimmt werden. Aktuell bringt sich das Amt für Kultur und Freizeit am Nutzungskonzept für das dort geplante Bürgerzentrum ein und prüft eine mögliche Beteiligung hinsichtlich eigener Veranstaltungs-, Gruppen und Kursräume. KuF sieht hier, je nach weiterer gesamtstädtischer Abstimmung und Planung sowie vorbehaltlich der Finanzierungs- wie Personalkapazitäten, eine Chance, ein kulturelles Angebot im Tiefen Feld zu realisieren.
2.7 Herausforderung aufgrund verwaltungsinterner Umstrukturierung
2023 sollen alle Gebäude im Zuständigkeitsbereich des Amts für Kultur und Freizeit (insgesamt sechzehn) und mit der Hausverwaltung in Verbindung stehendes Personal von der HVE (Hausverwaltende Einheit) bei Ref I/II übernommen werden. Auch wenn im zugrundeliegenden Beschluss vom 08.05.2018 Ausnahmen für Kulturdienststellen und eine weitere Prüfung avisiert werden, waren Bemühungen um Ausnahmen zur Sicherung des Veranstaltungsbetriebs durch das Amt für Kultur und Freizeit bisher nicht erfolgreich. Nachdem der Wegfall der Stellen des
7 siehe u.a. Begründung zum Bebauungsplan Nr. 4445 a „Tiefes Feld Nordwest“ im Stadtplanungsausschuss vom 22.09.2022
Hauspersonals in Verbindung mit den beschlossenen massiven Personalkürzungen erhebliche Einschnitte bedeuten wird, wurde der Geschäftsbereich der 2. Bürgermeisterin zur Klärung einbezogen. Denn im Kulturbereich gibt es keine reinen Hausmeisterstellen. Hausmeister übernehmen in den Kulturläden über die gebäudeseitigen Tätigkeiten hinaus eine wichtige Rolle bei Veranstaltungen, bestuhlen, bauen kleine Licht- und Tonanlagen auf, sperren Gruppenräume auf und zu und betreuen eigenständig Veranstaltungen und das Haus. Gespräche zur Abstimmung des weiteren Vorgehens sind für Juni und Juli dieses Jahres terminiert.
2.8 Sanierungsbedarf
Die Entwicklung des Gemeinschaftshaus Langwasser nach Abschluss der Generalsanierung veranschaulicht, welches Potential ein Gebäude mit funktionierender Infrastruktur und ansprechender Ästhetik haben kann. Mit dem jährlichen Street-Art-Festival, der Stadtteilwerkstatt, einer lebendigen Ausstellungsarbeit oder den Langwasser-Lichtspielen wurden Formate in das Programm implementiert, die vorher nicht möglich waren. Ähnlich wie z.B. auch in der Kulturwerkstatt Auf AEG oder der Weltmusikschwerpunkt der Villa Leon oder das Frauenkabarett im Kulturladen Loni-Übler-Haus haben etliche dieser Veranstaltungen überregionale Strahlkraft erzeugt. Allein im Gemeinschaftshaus Langwasser erreichten 2022 insgesamt 429 Angebote an 3.005 Terminen insgesamt knapp 50.000 Menschen verschiedenster Bevölkerungsgruppen. All diese Angebote wurden von einem einzigen hauptamtlichen Veranstaltungstechniker auf 1.800 Quadratmetern koordiniert oder betreut.
Aktuell stehen in weiteren Kulturläden Baumaßnahmen an, um weiterhin das Angebot aufrechterhalten und dem aktuellen Standard anzupassen. Es drohen deutliche Einschränkung der Kulturladenarbeit durch den Sanierungsstau.
Nach über 40 Jahren Betrieb benötigt der Kulturladen Loni-Übler-Haus eine Generalsanierung. Bereits am 11.10.2019 hatte das Amt für Kultur und Freizeit im Kulturausschuss darüber berichtet. Die Generalsanierung wurde in den Jahren 2020, 2021 und 2022 für das BIC-Verfahren angemeldet, jedoch trotz positiven Beschlusses der Referentenrunde für eine Aufnahme nicht berücksichtigt. Auch wenn das Gebäude in den kommunalen Sonderfond für Energiesparmaßnahmen aufgenommen wurde drohen mittlerweile massive Einschränkungen des Angebots und der Besuchendenzahlen. Um die Einrichtung weiterhin vollumfänglich offenhalten zu können sind sicherheitstechnische Maßnahmen im Bereich Elektrik, Sicherheitstechnik, Brandschutz, die Einrichtung eines zweiten Rettungswegs, die Neustrukturierung von Räumen sowie die Herstellung von Barrierefreiheit dringend erforderlich. In Abstimmung mit den
Maßnahmen der energetischen Sanierung wird Amt für Kultur und Freizeit die Generalsanierung des Kulturladen Loni-Übler-Haus auch in 2023 für das BIC-Verfahren anmelden. Auch der Kulturladen Schloss Almoshof muss in 2023 erneut für das BIC-Verfahren angemeldet werden. Aufgrund zahlreicher Risse im Mauerwerk sowie lockerer Gebäudeteile auf dem Dach des Schlosses ist die Bausubstanz des Schloss Almoshof gefährdet. Wasser tritt durch Fenster, über das Dach, die Giebel, ferner in die Fassade durch vertikale und horizontale Risse ein. Ferner zeigt die energetische Bestandsaufnahme durch das kommunale Energiemanagement, dass eine energetische Sanierung zur Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäude durchgeführt werden sollte. Der Zustand der Bausubstanz gefährdet mittelfristig den öffentlichen Betrieb als Kulturladen. Im Kulturladen Villa Leon hat die erfreuliche Resonanz und der starke Besuch des Hauses an sieben Tagen pro Woche von 9-22 Uhr seit der Eröffnung 2001 mittlerweile erhebliche Abnutzungsschäden zur Folge. Um das Haus weiterhin seinem diversen Publikum zugänglich machen zu können, ist in den kommenden Jahren die Sanierung des Treppenhauses und aller Bodenflächen im denkmalgeschützten Gebäude notwendig. Hierzu hat KuF die Sanierung aller Holzböden und -treppen im denkmalgeschützten Gebäude für die Baupauschale 2025 angemeldet. Noch immer sind zwei Einrichtungen – Kulturladen Zeltnerschloss und Kulturladen Ziegelstein – nicht an das kommunale Glasfasernetz angeschlossen und haben demzufolge auch keinen WLAN-Anschluss. Dies hat eine eingeschränkte (bis unmögliche) Nutzung der städtischen Datenbank, den Ausschluss von Arbeiten im Homeoffice und einen kompletten Verzicht auf digitale Veranstaltungen in den Einrichtungen zu Folge. So sind webbasierte Vorträge, zahlreiche Vermietungen und Angebote zur digitalen Teilhabe - beispielsweise für Seniorinnen und Senioren ausgeschlossen. Nicht zuletzt sind immer noch sechs von elf Kulturläden nicht barrierefrei. Für den Kulturladen Röthenbach wurden entsprechende Maßnahmen im UN-BRK-Fond8 der Stadt Nürnberg beantragt.
3. Wir kommen zu euch - aufsuchende Kulturarbeit bei der KommvorZone
Kulturläden brauchen feste Häuser, um dauerhaft – auch im Winter! – eine anspruchsvolle Stadtteilkulturarbeit leisten zu können. Gruppen und Vereine brauchen feste Ankerpunkte, um sich zu entwickeln und dauerhafte Arbeit leisten zu können. Erst durch diese Konstanz kennen die Kulturläden die Bedarfe „ihrer“ Stadtteile und können die Kulturladenarbeit daran orientieren. Gleichzeitig gibt es viele Stadtteile in Nürnberg, in denen es kaum oder gar kein Kulturangebot gibt und die Themen der Stadtteilgesellschaft keine kulturelle Befassung erhalten. Dies ist in vielen Bereichen deckungsgleich mit sozialen Indikatoren, weshalb aufsuchende Kulturarbeit vor allem in sozial angespannten Quartieren im Sinne des im Antrag der CSU-Stadtratsfraktion geforderten „Wir alle sind Nürnberg“ dringend erforderlich ist.
8 Nürnberger Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
3.1. Die Entwicklung der Kulturplattform KommVorZone
An bestimmten Orten besteht ein erheblicher Bedarf, der mit den vorhandenen Ressourcen in keinster Weise abgedeckt werden kann. Daher wurde das innovative Modellprojekt KommVorZone zur Stärkung der kulturellen und politischen Teilhabemöglichkeiten der Bürgerschaft ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts wurden seit 2021 gemeinsam mit der Bürgerschaft aus der Südstadt zahlreiche Formate für die Südstadt entwickelt und vor Ort im Annapark in jeweils über 100 Veranstaltungen umgesetzt. Die Folge waren neue Begegnungen zwischen den Anwohnenden und Nutzenden des Annaparks und das Erlebnis von Nachbarschaft auch sehr verschiedener Menschen und Bevölkerungsgruppen. Das Projekt wurde für die Longlist von KULTURGESTALTEN 2023, dem Zukunftspreis für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. nominiert.9 Die ehrenamtliche Programmgruppe trifft sich bis heute und gestaltet Mitte Juli 2023 mit Unterstützung durch KUF im südpunkt, trotz fehlender Budgetmittel, das Veranstaltungswochenende „Die kleine KommVorZone“ im Annapark.
3.2. Weiterentwicklung der KommVorZone ab 2024
Die KommVorZone als konsequent partizipatives Kulturprojekt gliedert sich in zwei Phasen.
Phase 1, Stadtteilbedarfe aufnehmen und ernst nehmen: Grundprinzip der KommVorZone ist eine partizipative Erarbeitung des Programms aufgrund der Bedarfe vor Ort gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, die das Programm im Sinne „Hier kuratiert der Stadtteil x für den Stadtteil x“ entwickeln und begleiten. So kam es zu innovativen Formaten wie dem Speed Dating oder dem Süd-Stadtparlament. Im Idealfall bleibt die Programmgruppe dauerhaft im Stadtteil bestehen. Dieser aufwändige partizipative Prozess ist so innovativ wie elementar für eine erfolgreiche und nachhaltige Durchführungsphase. Nur so können das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Verantwortung für die eigene Nachbarschaft gestiftet und im Idealfall Strukturen für Kulturarbeit im Stadtteil nachhaltig entstehen. Diese Phase kann mit Stellenbesetzung ab August/September angegangen werden. Schon jetzt wird die Durchführung des Projekts ab 2024, z.B. durch die Budgetkalkulation und einer inhaltlichen konzeptionellen Weiterentwicklung vorbereitet.
Phase 2, Durchführung: Ausgehend vom Standort Annapark bricht die Plattform 2024 in benachbarte Stadtteile auf, um weitere zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen. Die „KommVorZone“ will die Menschen dabei noch direkter an ihren Alltagsorten aufsuchen und im
9 https://kupoge.de/longlist-2023-kulturgestalten/
Nahraum Nachbarschaften stiften, um weitere Zielgruppen zu erreichen. Hierbei stehen besonders Orte der Südstadt, an denen Bevölkerungsgruppen verschiedenster kultureller Hintergründe zusammenleben, im Fokus. Geplant ist die Begegnung, Auseinandersetzung und letztendlich die nachbarschaftliche Entwicklung von jeweils spezifischen Kulturprogrammen an den verschiedenen Orten im öffentlichen Raum – ob im eigenen Straßenzug oder dem benachbarten Platz. Diese Veranstaltungen werden von einer Auftaktveranstaltung im Annapark in Zusammenarbeit mit der bestehenden Programmgruppe und einer gemeinsamen transkulturellen Abschlussveranstaltung aller neuen Nachbarschaften gerahmt. Mittelfristiges Ziel ist die Verbindung der verschiedenen Nachbarschaften innerhalb der Südstadt. Wie bisher werden Kulturschaffende und Akteurinnen und Akteure aus dem jeweiligen Stadtgebiet in die Umsetzung der Veranstaltungen eingebunden. In den folgenden Jahren soll die Bevölkerung in weiteren kulturell unterversorgten Stadtteilen mit dem Projekt zur Teilhabe aktiviert werden.
3.3. KommVorZone 2025ff. Die KommVorZone ist Stadtentwicklung mit kulturellen Mitteln. Um dieses Potential nutzbar zu machen soll die KommVorZone in den folgenden Jahren weitere Stadtteile auf- und untersuchen, Menschen vernetzen und den Themen aus dem Stadtteil eine Bühne geben. Im Blick sind hier die Quartiere, die bereits im Rahmen der Standortentwicklung betrachtet wurden sowie weitere Transformationsgebiete in der Stadt. Hierbei wird sich die KommVorZone aus den jeweiligen Bedarfen und örtlichen Voraussetzungen immer wieder neu entwickeln, parallel können auch stadtplanerische Entwicklungen in die Bevölkerung vermittelt werden und Impulse in den Stadtteil geben. Ziel ist ebenso die Aktivierung der Bevölkerung wie auch die dauerhafte Bereitstellung von Prozessen zur kulturellen Teilhabe.
3.4. Finanzierung
Die bei den letzten Haushaltsberatungen beschlossene personelle Besetzung ist aufgrund städtischer Vorgaben ab Juli 2023 möglich und wird derzeit mit PA vorbereitet. Jedoch sind für dieses zusätzliche Kulturangebot keine Sachmittel vorhanden. Die Akquise von Fördermitteln für die Vorbereitung und Durchführung (wie Honorare für Kunstschaffende, Betreuung vor Ort, Bereitstellung der Infrastruktur, Aufbau) ist für ein solch expeditives Kulturformat angesichts der hohen Konkurrenz eingeführter Formate aktuell nicht möglich, wie etliche Gespräche gezeigt haben. Dennoch wird KuF mit zunehmender Etablierung des Formats weitere intensive Bemühungen unternehmen. Die Durchführung der KommVorZone 2021 und 22 hat Mittel in Höhe von jeweils bis zu 100.000 Euro benötigt. KuF ist angesichts der Haushaltslage bewusst, dass mit diesen Summen nicht geplant werden kann und hat daher das Konzept nicht nur angepasst, sondern den Fokus
verstärkt auf das Erreichen weiterer „kulturferner“ Zielgruppen und die Zusammenführung der „KommVorZone“-Aktiven gelegt, um Kultur nachhaltig in alle Bereiche der Stadt zu bringen. Zur Durchführung ab 2024 sind jährliche Sachmittel in einer Höhe von 60.500 Euro zur Deckung der Vorbereitung und Investitionen in die inhaltliche Arbeit, der notwendigen Infrastruktur vor Ort und für die Durchführungskosten notwendig.
4. Weiteres Vorgehen
Aufgrund der Haushaltslage der Stadt Nürnberg und der Personaleinsparungen werden die skizzierten aktuellen Aufgaben der Kulturläden sowie notwendige Weiterentwicklungen geg. nur mit Verzögerung realisiert werden können. Daher wird zunächst der Schwerpunkt auf den Erhalt der Kernaufgaben gelegt werden müssen. Ein zentrales Anliegen jedoch ist die Etablierung des aufsuchenden Kulturformats KommVorZone in den Stadtteilen Nürnbergs, die kaum oder gar keine Kulturangebote aufweisen. So kann, in finanziell angespannten Zeiten, in einer rasch wachsenden Stadt Kultur dezentral und niederschwellig angeboten werden.