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02 Bericht

Anlage · 07.07.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Ältestenrat und Finanzausschuss Stadtentwicklung & Planung Soziales & Gesundheit Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Künstlerhaus – Generalsanierung 3. Bauabschnitt (kba_3) / Sachstandsbericht

Es wurde vereinbart, in regelmäßiger Abfolge über den Stand der Baumaßnahme „Künstlerhaus – Generalsanierung 3. Bauabschnitt“ (im folgenden kba_3) zu berichten.

Seit Gründung der Dienststelle KunstKulturQuartier 2008 und Aufnahme der Planungen erfolgte dies in den Kulturausschüssen am 25.2.2011 („3. Bauabschnitt Künstlerhaus“), am 13.7.2012 (u.a. Drogenproblematik Künstlerhaus und weitere Planungen), am 21.10.2016 (Wiederaufnahme der Planungen), am 7.10.2017 (u.a. Baumbestand Kulturgarten und weitere Planungen), am 6.7. 2018 (u.a. Baubeginn und Interimsnutzungen), am 19.3.2021 (u.a. Verortung Holzwerkstatt und „Halbzeitbericht“), am 23.05.22 („Sachstandsbericht Künstlerhaus kba_3“) sowie in Bau- und Vergabeausschüssen, im Ältestenrat und Finanzausschuss und im Stadtrat.

Konkrete Termine markieren nunmehr das Ende der Maßnahme:

Für Ende Juli 2023 ist die Baufertigstellung terminiert. In mehreren Schritten gestaltet sich dann die Übergabe des nördlichen Teiles des Künstlerhauses an die Dienstelle. Im Folgenden können die Wiedereinzüge der Gruppen, Nutzer, Werkstätten und der kompletten Veranstaltungstechnik erfolgen sowie die technische Inbetriebnahme und Feinabstimmung in Testläufen.

Ein offizieller Festakt zur Eröffnung ist am 8. September 2023.

Danach startet das Künstlerhaus in die Eröffnungssaison 2023/2024. Die ersten größeren Herausforderungen an die Veranstaltungstechnik und die neuen betrieblichen Abläufe im Haus sind das Internationale Filmfestival der Menschenrechte (NIHRFF), 27.9. – 4.10., Nürnberg.Pop, 6. – 8. 10., der Start des neuen Semesters der Werkbund Werkstatt Nürnberg ab Schulbeginn, und der gemeinsam von Kunsthalle und Kunsthaus - mit neuer Eingangssituation –

gestalteten Ausstellung „Who’s afraid of stardust – Positionen queerer Gegenwartskunst“ ab dem 20.Oktober.

Bei den „Stadtverführungen“ (15. – 17. September) und diversen weiteren bürgerschaftlichen Veranstaltungen soll das „neue“ Künstlerhaus der Stadtgesellschaft vorgestellt und „übergeben“ werden. 113 Jahre nach der Eröffnung 1910 in teils neuer, teils optimierter Gestalt. In jedem Fall in einem baulichen und (sicherheits-) technischen Standard, der einen Betrieb für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet.

Maßnahmenbeschreibung und Konzeption kba_3

Rückblickend lohnt die Betrachtung der „Maßnahmenbeschreibung“ von 2017 (siehe Anlage 2), in der neben der (Bau-) Geschichte auch Konzeptionsentwürfe und Ziele für den kba_3 festgelegt wurden. Sowie zur Vorgeschichte des kba_3 vom 2011:

Der 3. Bauabschnitt bildet den letzten Teil einer umfassenden Sanierung des über 100 Jahre alten Gebäudes (Eröffnung 3. Juli 1910). Von 1996 bis zum Oktober 2000 wurde der mittlere Teil, der auch noch etliche Kriegsschäden aufwies, (der südliche Teil des 1.OG fehlte aufgrund von Bombentreffern) gründlich saniert. Mit einem Kostenaufwand von.ca. 15 Mio. DM erhielt das Kunsthaus neue Räumlichkeiten (vormals Karl-Grillenbergerstr.) und das Filmhaus (vormals in der Filmvilla in der Pilotystraße) erstmals eine „Kino-Ausstattung“. Diesem 1. Bauabschnitt folgte der Abriss des alten Vorbaus mit den beiden Türmchen und die Errichtung des Kopfbaus nach den Plänen des Architekten Grabow (Bauzeit Februar 2000 bis Februar 2002, Kostenvolumen: 11. Mio. DM). Für die Gesamtsanierung des Künstlerhauses als Einrichtung und Kern des KunstKulturQuartiers fehlt jetzt „nur“ noch der hintere Teil des Hauses, der alle wesentlichen Veranstaltungsräume umfasst. (Dr. Strobel, 2011)

aus „Maßnahmenbeschreibung…“ von 2017

Die Sanierung

... soll den Charakter des Hauses nicht verändern, eher verstärken. Eine Luxussanierung mit modernistisch, glatter, kühler Champagner-Ästhetik darf nicht entstehen.

... soll keine Nutzung umkrempeln und Neues behaupten wollen, wo sich das "Alte" weiterentwickeln kann. Nutzungen sowie Nutzerinnen und Nutzer mit ihren Angeboten genießen Bestandschutz.

… soll die Arbeit der städtischen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht verändern, sondern die Vernetzung, Ablauforganisation, Programmplanung und gemeinsame Bespielung des Hauses verbessern

... soll Besucherinnen und Besuchern einen verbesserten Zugang zu spartenübergreifenden Kulturangeboten bieten.

… soll Raum für Entwicklungen geben.

Im Folgenden werden dann die sicherheitstechnischen, funktionalen und „gravierenden“ Mängel aufgezählt, die es zu beseitigen gilt. (siehe Anlage 2)

Nach aktuellstem Stand werden die festgeschriebenen Ziele, bauliche wie

konzeptionelle, erreicht, um das vor der Maßnahme skizzierte Nutzungskonzept

umsetzen zu können

Nutzungskonzept

Das Haus steht offen für diskursive, partizipatorische Kulturarbeit, für Experimente, als Labor und Kreativwerkstatt. Das Raumangebot mit Flächen für Ausstellungen Konzerte und Clubveranstaltungen, Tagungsräumen und Werkstätten mit Kinosälen, Wirtshaus, Café und Biergarten bietet dafür vielfältige und ideale Voraussetzungen. Gemeinsam mit Künstlervereinen und –initiativen, externen Veranstaltern und vielzähliger Bürgerbeteiligung durch ehrenamtliche Gruppen entsteht so ein interdisziplinäres, multikulturelles, breitgefächertes Angebot aus Film und Musik, Tanz und Theater, bildender Kunst und Handwerk, Literatur und Medien. (siehe Anlage 2)

Alle Nutzer werden wieder ins Areal des Künstlerhauses einziehen können.

Die Veranstaltungs- und Ausstellungsflächen des Areals haben ihre Größe im Wesentlichen beibehalten, sind in ihrer Gestaltung, Ausstattung und Anbindung zudem so verbessert worden, dass sie für flexible Mehrfachnutzungen offenstehen.

Ein zentraler Eingang wurde geschaffen, von dem aus eine übersichtliche Wegeführung und gute Anbindung möglich ist und angemessene Vorzonen für die öffentlichen Bereiche entstehen.

Ein Lastenaufzug, in erster Linie zur Andienung des Festsaals, wurde ebenso eingebaut, wie verbesserte Nebenflächen für Festsaal (Künstlerinnen- und Künstlerbereich, Probenraum, Lager, Technik, Lüftung etc.)

Die Nutzung des Festsaals, der Kinos, der Gastroräume und des Hinterzimmers wurde von den Veranstaltungen der alternativen Musikszene akustisch entkoppelt sowie eine „Clubzone“ (Musikverein/ Cafe Kaja und Kulturkellerei) geschaffen.

Die WC- Kapazitäten wurden erweitert, die Standards verbessert, ein integrierter Müllraum geschaffen, der die Mülltonnen aus den Stadtmauernischen „verschwinden“ lässt.

Alle Werkstätten (Werkbund Werkstatt Nürnberg und Offene Werkstätten) liegen neuangeordnet auf einer Ebene und erschließen einen abgeschlossenen Werkhof.

Der Zugang in das Künstlerhaus und in den Quartier Garten wurde barrierefrei hergestellt.

Vom „Haus der Kontraste“ und „Alles bleibt anders“ zum „Kultur im Zentrum“

Mit dem Slogan „Kultur im Zentrum“ bringt das Künstlerhaus Team 2023/2024 das kulturelle und soziale Leben wieder voll umfänglich zurück ins neue/alte Künstlerhaus. „Kultur im Zentrum“ als inhaltliches Bekenntnis, Versprechen und programmatische Ausrichtung zu den konzeptionellen Zielen. Einerseits will das Team Künstlerhaus mit Wiederöffnung des Gesamthauses das aktive Kulturgeschehen zurück ins Herz der (Alt-)Stadt holen, um damit einen Beitrag zur Belebung der Innenstadt und der neu geschaffenen Fußgängerzone zu leisten. Andererseits soll dabei eine für die Zukunft tragfähige und breit aufgestellte, neue Kulturarbeit im Fokus dieser Programmgestaltung stehen. Gestärkt werden sollen dabei insbesondere die Themen Diversität, Nachhaltigkeit und Digitalität. In der gesellschafts- und kulturpolitischen Diskussions-Reihe „Keep the Change“ wird das Thema mit Fachleuten aus ganz Deutschland und Stadtakteuren gleichermaßen ausgelotet. Dabei geht es um die Fragen: Welcher Art

von Kulturarbeit gelingt es, die großen gesellschaftlichen Transformationsprozesse aktiv zu begleiten und mit zu gestalten? Welche Räume und Protagonisten sind dafür nötig? Wie gelingt diverser, inklusiver und generationenübergreifender Dialog? Wie ist das Publikum „von morgen“ in einer zunehmend veränderten Medienlandschaft zu erreichen? Was sich bereits im Maßnahmenkonzept des kba_3 zeigt - keine Luxussanierung, sondern eine nutzungs- und sicherheitsoptimierte Ertüchtigung, die den Charakter des Hauses und seine Geschichte erhält – spiegelt sich auch in der inhaltlichen Ausrichtung. Mit der Wiedereröffnung kehren alle bisherigen Nutzergruppen zurück ins Künstlerhaus. Dazu zählen diverse Programmgruppen, Vereine, Werkstätten, Chöre, Initiativen, Festivals sowie weitere etablierte Projekte. Diese genießen einen besonderen Bestandsschutz und sollen auch in Zukunft das Angebot des Hauses prägen. In der Bauzeit neu gewachsene Partner, Formate und Inhalte stehen bereits in den Startlöchern, um das Haus inhaltlich zu bespielen und/oder einen regelmäßigen Platz einzunehmen: z.B. das spartenübergreifende Kunst-Vermittlungsformat #shiftwalls (in Kooperation mit dem Kunsthaus) sowie das queer-feministische body-on Festival mit unterjährigen, aufklärenden Workshop-Angeboten. Für Quartier Garten und Quartier Wirtschaft wurde ein neuer Pächter gefunden. Das junge Team setzt auf Gastronomie mit Schwerpunkten im Bereich Familie und Senioren sowie nachhaltige und regionale Küche; auch vegane und vegetarische Gerichte sind auf der Speisekarte vertreten. Im Kopfbau tritt ein neuer Partner auf den Plan, der ebenfalls eine nachhaltige Ausrichtung verfolgt: Bei Gentlemachine kann Kleidung günstig getauscht, geliehen oder (selbst) repariert werden. Diese Kreislaufwirtschaft kooperiert aktiv mit den im Künstlerhaus verorteten Werkstätten und ergänzt das bereits bestehende Angebot der Artothek, die mit ihren Kunstwerken ebenfalls nicht auf klassischen Verkauf, sondern wie in einer Bibliothek auf den Verleih der Bilder für einen begrenzten Zeitraum setzt. Insgesamt soll das gebotene Veranstaltungsspektrum möglichst vielfältig sein, um ein diverses Publikum innerhalb der Stadtgesellschaft zu erreichen. Die Offenheit und Toleranz des Künstlerhaus-Teams gegenüber allen Formaten sensibilisiert im Idealfall auch die Gäste des Kulturzentrums. Dabei muss es eine grundlegende Balance zwischen förderwürdigen und wirtschaftlich rentablen Veranstaltungen geben. Grundsätzlich sollen so viele wirtschaftlich erfolgreiche Formate wie nötig und

so viele förderwürdige Projekte wie möglich verfolgt werden. Das Künstlerhausteam vergibt Räume bzw. kooperiert sowohl im übergeordneten städtischen Kontext, mit professionellen, externen Veranstaltenden als auch mit Ehrenamtlichen und Laien. Damit erhält es seine überregionale Strahlkraft und schafft zugleich den empowernden Charakter eines Hauses für Kunst und Kultur./

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