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2 1 Sachverhalt Finanzbericht Januar - April 2023

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St. Johannis Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

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zur Sitzung des Werkausschusses (NüSt) vom 06.07.2023

Finanzbericht 01 - 04/2023

S a c h v e r h a l t

Vorbemerkungen

Gemäß § 5 Abs. 7 der Betriebssatzung (NüSt) legt das NürnbergStift einen schriftlichen Zwischenbericht über die Entwicklung der Erträge und Aufwendungen sowie der Vermögens- und Finanzlage für den Zeitraum 01.01. bis 30.04.2023 vor.

Grundlagen

Das NürnbergStift als Eigenbetrieb der Stadt Nürnberg hat im Rahmen seines Geschäftsbetriebes eine eigenständige Rechnungslegung und Buchhaltung nach den deutschen handelsrechtlichen Regelungen und insbesondere nach den Regelungen der Pflegebuchführungsverordnung zu gewährleisten.

Im NürnbergStift sind die städtischen Senioren-Versorgungsangebote für ambulante, teil- und vollstationäre Dienstleistungen, Betreutes Wohnen sowie der Geriatrischen Rehabilitation zusammengefasst.

Ergänzt und unterstützt wird das Angebot des NürnbergStift durch die Facility–Leistungen der NürnbergStift Service GmbH.

Eckdaten zum 30.04.2023

Jahresergebnis 30.04.2023 - 2.342.418,00 EUR Darlehensstand 30.763.078,09 EUR Investitionen 35.372.368,60 EUR

Die Inanspruchnahme des Kassenkredites beläuft sich auf 3.868.321,96 EUR.

Finanzielle Situation Januar – April 2023

Die vorliegenden Zahlen per 30.04.2023 spiegeln den Buchungsstand zum 30.04.2022 der kaufmännischen Buchführung wider. Berücksichtigt sind auch Abgrenzungen für noch nicht gebuchte Erträge und Aufwendungen in Höhe von – 302.580 TEUR.

NüST Ist TEUR Ist TEUR WPL TEUR Delta Plan Delta Vorjahr
1-4 2023 1-4 2022 1-4 2023 TEUR TEUR
Erträge 12.681 13.032 13.585 -904 -351
Personalkosten 9.637 8.654 8.975 -662 -983
Sachkosten 5.290 5.385 5.369 79 95
Zinsergebnis 97 14 130 33 -83
Ergebnis -2.342 -1.020 -889 -1.454 -1.322

Nach der vorläufigen Gewinn- und Verlustrechnung liegt das Ergebnis im Zeitraum 1-4 2023 bei

Leistungserträge Januar bis April 2023

Die Leistungserträge der GuV Positionen 1-4 liegen mit 11.014 TEUR rund 8,1 % über den Vorjahreswert.

Ist TEUR Ist TEUR Delta Vorjahr
Leistungserträge 1-4 2023 1-4 2022 TEUR
1. Leistungserträge 8.499 7.804 696
2. Erträge aus Unterkunft und Verpflegung 1.663 1.629 34
3. Erträge aus Zusatz. und Transsportleistung 17 18 -1
4. Erträge aus ges. Berechnung von Investitionen 835 742 93
Summe Leistungserträge 11.014 10.193 821
Veränderung in Prozent 8,1%

Entscheidend beeinflusst wird diese Größe von der Belegung. So betrug der Auslastungsgrad zum 30.04.2023 79,4 % (Vorjahr 78,0 %) im vollstationären Bereich und im teilstationären Bereich 64,7 % (Vorjahr 43,5 %).

Personalaufwand Januar bis April 2023

Im Bereich der Personalkosten liegen wir zum Vorjahreszeitraum um 983 TEUR höher.

Seit Januar 2023 werden monatlich Abgrenzungen gebucht im Personalaufwand für die Jahressonderzahlung und dem Leistungsentgelt. Ohne die Abgrenzungsbuchungen in Höhe von 615 TEUR liegt der Personalaufwand um 368 TEUR über dem Vorjahr.

Aufgrund der hohen Krankheitsquote musste im Berichtszeitraum auch auf Zeitarbeit zurückgegriffen werden. Im Durchschnitt waren 66,3 Vollkräfte krankgeschrieben, die Kosten für die Zeitarbeit betrugen 417 TEUR im Berichtszeitraum.

Zum Stand 30.04.2023 waren 424,73 Vollkräfte im Jahresdurchschnitt beschäftigt (Vorjahr 403,62).

Im Wirtschaftsplan wurde mit einem Jahresdurchschnitt von 495,11 VK-Stellen geplant. Die nicht besetzten 70,38 VK-Stellen wirken sich direkt aus auf niedrigere Auslastung im Vergleich zu Plan 2023.

Sachaufwendungen Januar bis April 2023

Die Sachaufwendungen liegen mit 5.290 TEUR um 95 TEUR unter Vorjahreszeitraum.

Im Vorjahreszeitraum sind Aufwendungen aus der Zuführung zu Sonderposten (Spende der Rieder Stift im Zusammenhang mit der Tagespflege des Neubaus August-Meier-Haus i.H. v. 800 TEUR und eine Spende von Laurusstern i. H. v. 250 TEUR für die Modernisierung AHP) enthalten. Bereinigt man die Sachkosten um diesen Vorjahreseffekt, sind diese 939 TEUR höher zum Vorjahr.

Ist TEUR Ist TEUR Delta Vorjahr
1-4 2023 1-4 2022 TEUR
Sachkosten 5.290 5.385 -95
Aufw. aus Zuführung zu Sonderposten 34 1.067 -1.033
bereinigter Sachaufwand 5.256 4.317 939

Nachfolgend sind die größten Veränderungen im Sachkostenbereich zum Vorjahr dargestellt.

Ist TEUR 1-4 2023 Ist TEUR 1-4 2022 Delta Vorjahr TEUR
Energiekosten 649 389 259
Instandhaltungsaufwand 469 298 171
Fremdleistungen Küche 1.053 853 199
Fremdleistungen Reinigung 352 336 16
Fremdleistungen Betriebsdienst 104 77 27
Fremdleistungen Wäscherei 150 99 51
Abschreibungen 796 711 85
Steuern, Abgaben u. Versicherungen 324 278 46

Finanzergebnis Januar bis April 2023

Das Finanzergebnis liegt mit – 97 TEUR rund 83 TEUR höher als der Vorjahreswert. Dies liegt begründet in der Übernahme der Darlehen aus dem Neubau des August-Meier-Hauses im Januar 2023 in Höhe von 23.997 TEUR.

Leistungsdatenbericht

Mit der Inbetriebnahme des neuen August-Meier-Hauses bieten wir seit dem 01.04.2023 Im Rahmen unserer Versorgungsverträge 904 Plätze an.

Mit der Eröffnung der Tages- und Nachtpflege zum 01.Juli 2023 werden 928 Plätze angeboten.

Einrichtung Pflegeheim Tagespflege Nachtpflege Altenheim Wohnheim Reha Gesamt
AHS 254 18 0 0 0 272
AHM 158 16 8 0 0 182
AHJ 96 72 64 0 232
AHP 64 28 0 0 92
HSP 0 106 0 106
Reha 0 0 44 44 928
Gesamt 572 34 8 100 170 44

Die Wirtschaftsplandaten 2023 basieren auf einer durchschnittlichen Jahresbelegung von 87,8 % im vollstationären und 71,7 % im teilstationären Bereich. Per 30.04.2023 liegen wir im Durchschnitt bei 79,4 % (Vorjahr 78,0 %) im vollstationären und 64,7 % (Vorjahr 43,5 %) im teilstationären Bereich.

Vermögens- und Finanzlage

Mit der Abnahme des August-Meier-Haus am 9. Januar 2023 wurden NüSt 33.977.151,89 EUR in Rechnung gestellt. Von dieser Summe entfielen 18.960.000,00 EUR auf die Übernahme des KfW-Darlehen und 5.037.151,89 EUR auf das kreditähnliche Rechtsgeschäft mit der Bayern LB. Der nicht durch Darlehen abgedeckte Betrag in Höhe von 9.980.000,00 EUR betrifft die zugesagten Fördermittel des bayerischen Landesamtes für Pflege. Dieser wurde aus eigenen Mitteln und einem Kassenkredit bei der Stadt Nürnberg zwischenfinanziert. Derzeit wird der Fördermittelabruf vorbereitet.

Die Investitionen und damit die Anlagenzugänge liegen insgesamt im Berichtszeitraum bei 35.373 TEUR. Davon betreffen 35.226 TEUR der Neubau des August-Meier-Hauses.

Für die planmäßige Tilgung von Darlehen im Jahr 2023 sind 1.097 TEUR geplant. Zum Stichtag 30.04.2023 wurden planmäßige Tilgungen in Höhe von 306 TEUR geleistet.

Zum Stichtag 30.04.2023 verfügt NüSt über liquide Mittel in Höhe von 869 TEUR (zum Vergleich 30.04.2022: 10.895 TEUR). Der Kassenkredit bei der Stadt Nürnberg ist zum 30.04.2023 mit 3.868 TEUR in Anspruch genommen.

Prognose zum Jahresende

Das geplante Geschäftsjahresergebnis ist ein Jahresfehlbetrag von -2.667 TEUR.

Einflussfaktoren, die sich auf das tatsächliche Ergebnis auswirken werden, sind:

 die weitere Entwicklung der Belegung und ihre Auswirkung auf die Erlöse, durch den Pflegekräftemangel ist die Erreichung der geplanten Belegung im Jahresdurchschnitt gefährdet,  anhaltende hohe Krankheitsquote insbesondere bei Pflege- und Betreuungskräften,  Personalkostensteigerung auf Grund des neuen Tarifvertrages, dieser sieht für das Jahr 2023 einen steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleich für jeden Mitarbeiter in Höhe von 2.560 Euro vor. Im WPL 2023 wurde das in dieser Höhe nicht berücksichtigt, geplant wurde mit einer Personalkostensteigerung von 3 %,  fehlende Rechnungen im Energiebereich, hier fehlen uns seit März 2023 die Rechnungen unseres Versorgers, wodurch wir die Anträge im Energie-Rettungsschirm nur unvollständig stellen können,  nicht einschätzbare Rückerstattungen aus dem Energierettungsschirm.  Mit den steigenden Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal steigt der Aufwand der bezogenen Fremdleistungen für die Küche, Reinigung, Betriebsdienst und Wäscherei.  Offen ist auch das Ergebnis der diesjährigen Vergütungsverhandlungen (geplant war im WPL 2023 eine Erhöhung von 3,5 %).  Gesteigerter notwendiger Instandhaltungsaufwand  Bewertung der Rückstellungen zum 31.12.2023, insbesondere der Personalrückstellungen für Pensionen, Beihilfen, Urlaub und Gleitzeit.

Die erste Hochrechnung zeigt auf, dass das geplante Geschäftsjahresergebnis 2023 von -2.667 TEUR insbesondere durch den Einfluss der aufgeführten Faktoren gefährdet ist. Vor dem Hintergrund der kritischen Sachkostenpreisentwicklung, die sich jedoch aktuell in den Pflegesätzen noch nicht abbilden lassen, wird sich der Jahresfehlbetrag zwangsläufig erhöhen. Ferner sind die Personalengpässe hinsichtlich der allgemein angespannten Lage auf dem Pflegemarkt aus eigener Kraft für NüSt nicht kompensierbar. Eine Einschätzung des Geschäftsjahresergebnisses 2023 zum jetzigen Zeitpunkt ist aufgrund der gegenwärtigen Dynamik kaum möglich.

Ausblick

Die Nachfrage an Pflegeleistungen in allen Settings ist enorm, sodass die Auslastung ausschließlich von Personalkapazitäten abhängig ist. Das NürnbergStift setzt seine ganze Energie und Ressourcen in die Aktivitäten zur Personalgewinnung und -bindung.

Insbesondere sind die Projekte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Pflege- und Betreuungskräfte zu initiieren.

Das neue PeBeM bietet eine große Chance für die Gesamtorganisationsentwicklung insbesondere hinsichtlich der Personalentwicklung und -qualifizierung. Das NüSt hat ein Steuerungsteam gebildet, das alle diesbezüglichen Aktivitäten im Gesamtbetrieb initiiert, unterstützt und steuert. Die Etablierung der Arbeitsprofile der Pflegeassistenz ist in allen Häusern erfolgreich umgesetzt. Die ersten Aktivitäten hinsichtlich der selbstständigen Dienstplanung durch die Pflegeteams sind in der Senioren-Wohnanlage St. Johannis gestartet. Im August-Meier-Haus sind die Maßnahmen zur Prozessanalyse- und Strukturierung hinsichtlich der Arbeit in den Wohngemeinschaften initiiert und werden begleitet. Das PPZ plant mit seinem Team am Platnersberg eine Testung zum Ausfallmanagement durch die APP-Unterstützung.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement wurde thematisch aufgegriffen und wird gegenwärtig strukturiert. Das NüSt beabsichtigt, sich am Vorhaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zur Einführung des BGM in Pflegeeinrichtungen zu beteiligen. Ein gefördertes Projekt startet mit einer Kick-Off Veranstaltung im Juli.

Eine wesentliche Säule der Personalgewinnung bildet weiterhin die Ausbildung. Erfreulicherweise ist es gelungen, die ersten Generalistinnen für das NüSt zu begeistern, sodass ab September voraussichtlich 15 von 16 Absolventinnen im NürnbergStift als Fachkräfte beginnen werden.

Zudem hat das NürnbergStift die Ausbildung in Richtung der einjährigen Assistenzqualifizierung erweitert und bildet im Jahr 2023 insgesamt 10 Pflegefachhelferinnen aus. Das sind überwiegend Mitarbeiterinnen aus eigenen Reihen, die durch die Förderung finanziell unterstützt werden. Dadurch wurden weitere Anreize für bereits bestehende Pflegekräfte geschaffen.

Weiteres Pflegepersonal rekrutiert das NürnbergStift durch das FSJ-Programm im Zusammenarbeit mit dem Bund Freiwilliges Soziales Jahr. Durch das Angebot von Wohnmöglichkeiten hat das NüSt im April 2023 vier Freiwillige in der Wohnanlage St. Johannis beschäftigt und weitere fünf beginnen am 01.09.2023.

Ferner ist die Gewinnung aus dem Ausland weiterer Bestandteil der Personalrekrutierung. Durch das Modellprojekt mit WüLaRu beschäftigen wir derzeit sechs Pflegefachkräfte aus dem Iran. Gegenwärtig wird das Arbeitsprofil eines Integrationsbeauftragten entwickelt. Geplant ist, dass eine erfahrene Pflegekraft des NüSt diese Aufgaben übernimmt und somit eine gelingende Integration für die Pflegekräfte aus anderen Ländern sichergestellt wird.

Mit Inbetriebnahme des August-Meier-Hauses steigt die Belegung in dieser Einrichtung kontinuierlich. Im März 2023 sind wir mit insgesamt 137 Bewohnerinnen umgezogen. Im Juni leben dort bereits 148 Bewohnerinnen und alle 158 Betten sind bereits reserviert. Erfreulicherweise ist die

Bewerberinnen-Lage für das AMH sehr gut, sodass wir bis Ende des Jahres 2023 mit Vollbelegung und einer durchschnittlichen Auslastung von 93% rechnen.

Zum 1. Juli 2023 werden plangemäß die Tagessstätte mit 16 Plätzen und die Nachtpflege mit 8 Plätzen in Betrieb genommen.

Auch energetisch ist das NüSt mit dem neuem AMH hervorragend aufgestellt und verfolgt diese Richtung im Bauvorhaben in der Großweidenmühlstraße ebenfalls. Das NürnbergStift setzt sich an allen Standorten intensiv mit dem Thema ,,Umgang mit Energie und Einsparpotentialen in diesem Zusammenhang‘‘ auseinander.

Im Pflegezentrum Sebastianspital verfolgen wir das Ziel, die restlichen 15 freien Betten im Elisabeth Bach Haus bis Ende des Jahres 2023 zu belegen. Damit würden wir im AHS auf 97% Auslastung wie vor der Corona-Zeit kommen.

Es ist abzuwarten, wie sich das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) finanziell auf die Pflegeeinrichtungen auswirkt. Zudem stehen die Verhandlungen zur Vereinbarung der Rahmenverträge zur Finanzierung der Kurzzeitpflege an, die sich auf das Ergebnis auswirken werden. Ferner ist die Frage der Investitionskostenförderung auf Landesebene nicht abschließend geklärt und birgt somit weiterhin das finanzielle Risiko bei allen Neubauvorhaben. Gegenwärtig ist nicht abschätzbar, wie sich die Kostenträger in den Pflegesatzverhandlungen positionieren werden.

Eine umfassende Pflegereform ist vorerst ausgeblieben und die finanziellen Risiken für die Pflegeheimträger bleiben weiterhin unkalkulierbar. Das führt zu zunehmenden Insolvenzmeldungen insbesondere bei großen Pflegekonzernen in privater Trägerschaft.

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