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← Sitzung des Werkausschusses Abfallwirtschaftsbetrieb Nürnberg (ASN) (21.06.2023)

Sachverhalt Aktion-Biotonne

Anlage · 21.06.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Gostenhof

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Aktion Biotonne 2023 – Teilnahme Stadt Nürnberg/ASN

Die Aktion Biotonne

Die „Aktion Biotonne“ gibt es als bundeweite Aktion seit 2017 (erste Aktion auf Landesebene: Hessen 2015 auf Initiative des hessischen Umweltministeriums).

Die Aktion wuchs schnell an und wird neben Landkreisen, Gemeinden, Städten, Abfallwirtschaftsbetrieben und Handelsketten u.a. von folgenden nationalen Partnern mitgetragen: das Bundesumweltministerium, NABU, VHE (Verband der Humus- und Erdenwirtschaft), BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.) und der Fachverband Biogas. 2018 kamen als Unterstützer der VKU, der Deutsche Städtetag, weitere Handelsketten sowie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und die überregionale Kampagne #wirfuerbio hinzu.

2023 wird sich unter dem Motto „Deutschland sucht die Biotonnen-Bessermacher“ auch der ASN an der Aktion beteiligen.

Ziel der "BIOTONNEN-CHALLENGE 2023" ist es, die Fremdstoffe im Bioabfall zu reduzieren.

Hierzu erfolgt eine Bestandsaufnehme bzw. Auswertung in vier Schritten:

  1. Fremdstoffmessung: In einem (oder zwei) definierten Wohngebieten werden die gesammelten Bioabfälle hinsichtlich ihres Fremdstoffgehalts (nach definierter Methodik) analysiert.

  2. Im entsprechenden Sammelgebiet (und auch darüber hinaus) wird eine möglichst intensive Kampagne zur Verbesserung des Trennverhaltens und zur Vermeidung von Fehlwürfen gestartet.

  3. Nach einem Jahr wird eine erneute Fremdstoffmessung nach identischer Systematik durchgeführt.

  4. Die Analysedaten werden an die Bundesgütegemeinschaft Kompost übermittelt. Hier wird dann ein Ranking (Kriterium: höchste Fremdstoff-Reduktion) der teilnehmenden Kommunen erstellt.

Unterstützt wird die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort durch ein Informationspaket, das über die Aktion bereitgestellt wird. Dabei werden Vorlagen für Flyer, Text- und Plakatvorschläge, Einzelhandels-Kooperationen und vieles mehr zur Verfügung gestellt.

Status ASN

ASN hat sich als öffentlich-rechtlicher-Entsorgungsträger der Stadt Nürnberg für die Stadt Nürnberg angemeldet (Kosten inkl. Informationspaket: rund 1.150 €) und steht kurz vor der Beauftragung der beiden Sortieranalysen an ein zugelassenes Institut (Kosten ca. 10.000 €).

Als Sammelgebiet wurde Gostenhof ausgewählt, weil

In Arbeit befindet sich zur Zeit das Kommunikationskonzept und die Einbindung eben dieser „Communities“ (Bürgerverein, Kirchengemeinden, Schulen, Nachbarschaftshaus, Vereine, Kulturschaffende usw.). Erreicht werden soll eine deutliche Verbesserung der Qualität des Bio-Abfalls durch einen Dreiklang aus

  1. Information und Aufklärung durch ASN Pressearbeit o Radio o Plakate, Flyer und Co. o Abfallberatung in Schulen und KiTas o Abfallberatung vor Ort, insbesondere bei Hausgemeinschaften mit o festgestellten Problemen im Trennverhalten Infostände o … o

  2. Multiplikation und Weitergabe durch Partner (siehe oben) bzw. kreativer Input von dieser Seite Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, Vereinen, Schulen o Zusammenarbeit mit städtischen Einrichtungen o Ideenfindung mit Künstlern, Gastronomie, Kulturschaffenden o … o

  3. (verstärkte) Kontrolle und konsequente Sanktion Kontrolle von Tonnen im Zuge der Abfuhr o Verteilen von „gelben“ und „roten“ Karten an der Biotonne o Anschreiben von Hausgemeinschaften mit festgestelltem fehlerhaften o Trennverhalten (inkl. Abfallberatung vor Ort) Entsorgung von fremdstoffbehafteten Tonnen gegen zusätzliche Gebühr o (durch Restmüll-Tour)

Nutzen für die Stadtgesellschaft und für ASN

Für den ASN dient die Teilnahme auch als „spielerische“ Vorbereitung auf die zukünftigen Kontrollwerte der Bioabfallverordnung. Diese verlangt bis Mai 2025 einen Anteil von maximal ein Massenprozent Gesamtkunststoffe in Bioabfällen aus der Biotonne. Anlagenbetreiber müssen dies kontrollieren und bei Bedarf messen, Chargen mit einem höheren Anteil werden wohl künftig von Anlagenbetreibern zunehmend zurückgewiesen und müssen in der MVA verbrannt statt zu Kompost verarbeitet werden.

Das Projekt bietet die Möglichkeiten, die Wirkungen von Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkbildung und Kontrolle in der Praxis zu erproben und zu verifizieren sowie Erfahrungen bzgl. der Messung von Fremdstoffanteilen zu sammeln.

Aufgrund der begrenzten Kapazitäten für die Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberatung wird für die Aktions-Dauer (26.5.2023 bis 26.5.2024 = „Tag der Biotonne“) dementsprechend ein Schwerpunkt auf den Feldern Bio-Abfall / Vermeidung von Fehlwürfen allgemein sowie räumlich auf dem Stadtteil Gostenhof liegen.

Sofern es gelingt, hier effektive Kommunikationswege zu finden und zu erproben und dadurch die Qualität des Bio-Abfalls zu verbessern, können diese Erkenntnisse auf die gesamte Stadt übertragen und adaptiert werden. Dies wird sich positiv auf die Umwelt wie auch auf die Entwicklung der Müllgebühren aus (da eine Entsorgung von aufgrund eines zu hohen Fremdstoffanteils abgewiesenen Chargen in der MVA kostensteigernd wirkt).

Ausblick und Vorschlag zum weiteren Vorgehen

ASN wird über das (noch in Arbeit befindliche) Kommunikationskonzept berichten sowie den Ausschuss über die laufende Aktion und die erzielten Erfahrungswerte informieren. Es wird vorgeschlagen, circa zur Halbzeit der Aktion einen Zwischenstand in den Werkausschuss ASN einzubringen und einen abgeleiteten Ausblick hinsichtlich einer Skalierung der (Kommunikations-) Aktion auf das gesamte Stadtgebiet zu geben.

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