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Diversity Check Anlage

Anlage · 11.05.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Sozialausschuss Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Anlage zur Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses am 11.05.2023

Diversity - Anlage zum Tätigkeitsbericht der FQA/Heimaufsicht 2022

Die sich aus dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz ergebenden Aufgaben der FQA/Heimaufsicht wirken sich auf alle Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflege- und Behinderteneinrichtungen im Stadtgebiet Nürnberg aus. Folgende Faktoren erscheinen bedeutungsvolle im Sinne des Diversity-Checks:

Bewohnerinnen und Bewohner stationäre Pflegeeinrichtungen

 Frauen leben im Durchschnitt in Deutschland immer noch ca. fünf Jahre länger als Männer (83,4 versus 78,5 Jahre).

 Frauen ab 75 Jahren sind deutlich häufiger pflegebedürftig als Männer im selben Alter. Frauen stellen die Mehrzahl, nämlich ca. 69 % der in den stationären Pflegeeinrichtungen lebenden Menschen.

 Frauen leiden häufiger als Männer unter chronischen Erkrankungen (z. B. Muskelund Skeletterkrankungen wie Arthrose, Osteoporose und Arthritis), Demenz und Multimorbidität (Krankheitshäufigkeit).

 Ältere Frauen leben im Vergleich zu Männern häufiger alleine und waren in früheren Lebensabschnitten häufig von schlechteren Bildungs- und Berufschancen als Männer betroffen.

 Etwa 30% aller Pflegebedürftigen in Bayern leben in vollstationären Pflegeeinrichtungen.

 Das Durchschnittsalter der Bewohnerinnen liegt mit über 85 Jahren deutlich über dem der Bewohner von knapp 80 Jahren.

 Frauen sind anzahlmäßig von den besonderen Problemen, mit denen Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem letzten Lebensabschnitt konfrontiert werden, verstärkt betroffen.

 Die Risiken sozialer Isolation und Einsamkeit sind unterschiedlich hoch und entwickeln sich bei Männern und Frauen im Verlauf des Alters unterschiedlich.

 Der Anteil der Älteren an der Gesamtbevölkerung in Bayern von 1990 bis 2019 von 15,1% auf 20,5% angestiegen. Dieser Trend zur Alterung der Bevölkerung wird sich in Bayern auch in Zukunft fortsetzen (LfStat 2020).

 Der Anteil der pflegebedürftigen Personen an der gleichaltrigen Bevölkerung nimmt mit dem Alter kontinuierlich zu. Von den über 90-Jährigen sind 70 % der Männer und 87 % der Frauen pflegebedürftig.

Bewohnerinnen und Bewohner stationäre Behinderteneinrichtungen

 Menschen mit Behinderung sind deutlich häufiger von Krankheiten betroffen als Nichtbehinderte.

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 Ca. 200.000 Menschen leben in Deutschland mit geistiger, körperlicher oder Sinnesbeeinträchtigung in Wohnformen der Eingliederungshilfe nach § 53 ff SGB XII.

 Ca. 800.000 Menschen leben in Deutschland mit geistiger, körperlicher oder Sinnesbeeinträchtigung in vollstationärer Dauerpflege nach §43 SGB XI.

Beschäftigte in den Einrichtungen

 Arbeiten, die sich mit Diversität in der Pflege befassen, stellen zumeist fest, dass u.a. aufgrund der Vielzahl anderweitiger Probleme (z. B. Überforderung, Arbeitsbelastung) Diversitätsaspekte im Alltag der stationären Pflegeeinrichtungen derzeit nicht in angemessener Weise beachtet werden.

 Erschwert wird eine Einbeziehung von Gender-Aspekten auch dadurch, dass Pflege im überwiegendem Maße weiblich ist. Aktuell stellen Männer nur ca. 10% der Pflegenden in den stationären Einrichtungen der Altenpflege.

 Entscheiden sich Männer doch für den Altenpflegeberuf, so sind sie oft in höherem Ausmaß als ihre Kolleginnen in verwaltenden und koordinierenden Tätigkeiten und entsprechendem geringeren Maß in der direkten Pflege der Bewohner und Bewohnerinnen zu finden.

 Der geringe Anteil an männlichen Pflegekräften in den stationären Pflegeeinrichtungen wirkt sich vor allem auf die männlichen Bewohner aus, da es weniger Ansprechpartner des eigenen Geschlechts gibt und spezifische Interessen weniger berücksichtigt werden.

 Das Personal in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ist ebenfalls vorwiegend weiblich, allerdings ist der Anteil der Männer mit 30 % deutlich höher als in der Altenpflege.

 Ältere Menschen mit Migrationshintergrund werden häufiger als „nicht pflegebedürftig“ begutachtet und im Durchschnitt in niedrigere Pflegestufen eingruppiert. Außerdem beantragen ältere Menschen mit Migrationshintergrund vergleichsweise seltener Leistungen der sozialen Pflegeversicherung.

 Die Anzahl von Pflegekräfte mit Migrationshintergrund steigt stetig an, insbesondere durch Programme zur Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland.

 Im Jahr 2019 hatten in Bayern 13,4% der älteren Bevölkerung einen Migrationshintergrund, d. h. sie selbst oder mindestens ein Elternteil wurden nicht mit der deutschen Staatsangehörigkeit geboren.

Fachstelle Pflege- und Behinderteneinrichtungen Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) im März 2023

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