Anlage 1: Übersicht wesentlicher Hilfsangebote des Nürnberger Drogenhilfenetzwerks
- mudra – Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg e.V.
Die mudra-Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg e.V. bietet verschiedene Hilfen und Angebote in folgenden Bereichen an:
Niedrigschwellige Hilfen:
Streetwork Kontakt-Cafe mit elementaren Grundversorgungsangeboten Safer Use und Harm Reduction Angebote Naloxon- und Notfalltrainings Offene Sofortberatung
Ambulante Beratung:
Clearing und Beratung Transkulturelle & muttersprachliche Beratung (in 8 Sprachen) Gendersensible Beratung Flucht & Sucht Familien- und Angehörigenberatung Arbeit mit Suchtfamilien ESB – Externe Suchtberatung in mehreren JVAén Drogenberatung enterprise – junge Konsumenten und Konsumentinnen Substitutionsberatung und -begleitung Online-beratung und Blended Counseling Ü40-Beratung
Digitale Hilfen:
mudra arbeitet als bayerischer Pilot gem. mit dem Delphi-Institut im Auftrag des Landesministeriums am Aufbau der Digi-Suchtplattform mudra beschäftigt aktuell 6 ausgebildete ONLINE-Beratern und Beraterinnen mudra entwickelt gemeinsam mit dem Lehrstuhl für ONLINE-Beratung an der TH Nürnberg Lehrinhalte und Schwerpunkte hierfür mudra hat einen Digitalen Methodenkoffer entwickelt der Jugendhilfen im Rahmen von Fortbildungen vermittelt wird und im Bereich Blended Counseling eingesetzt wird mudra beginnt gemeinsam mit 4 bayerischen Partnerorganisationen den Bereich Digitale Streetwork methodisch zu entwickeln und umzusetzen, sowie gemeinsame Standards für Bayern zu entwickeln
Ambulante Betreuung/Behandlung:
Betreutes Wohnen
Nachsorge/-Clean-WG Ambulante Therapie Ambulante Nachsorge SPFH – Sozialpädagogische Familienhilfe für „Suchtfamilien“ (Schnittmenge Jugendhilfe)
Berufliche Hilfen/Berufliche Integration:
Tagesjob Wald- und Holzprojekt Öffentl. Service-Dienste Schreinerei Kreativwerkstatt (Frauen) Clean-Up Gebäudereinigung Office/Büroarbeit Mudoli – Gemeinschaftsprojekt mit Lilith
Berufliche Ausbildung & Inklusion:
Garten- & Landschaftsbau Baumpflege Grünflächen und Gartenpflege Ausbildungsbetrieb GaLa
mudra-Akademie update:
Fortbildung Kollegiales Coaching Fach-Schulungen Präventions- und OE-Entwicklungsangebote BEST-Schulungen für Betreiber und Betreiberinnen in der Club- und Festivalszene REBOUND – Schulungen für Jugendhilfe Internationale Fachtagung IMPULSE gem. mit Stadt Nürnberg und ISKA e.V. Expertisen und Aktivitäten zur Weiterentwicklung Drogenhilfe (kommunal/bundesweit)
Darüber hinaus unterhält mudra Angebote in der stationären Jugendhilfe.
Die mudra betreut jährlich rund 4000 Menschen intensiv (exklusive Einmalkontakte) im Alter von 13 Jahren bis Ü70 Jahre; davon sind ca. 22 % weiblich
(mudra informiert jährlich transparent und ausführlich über alle Angebote im jeweiligen Jahresbericht: Downloads - mudra-online.de)
2. Lilith e.V. - Drogenhilfe für Frauen und Kinder
Zu den Zielgruppen von Lilith gehören primär
Illegale Drogen konsumierende (aktuell/ ehemals und/ oder substituierte) Frauen ab 18 Jahren (2022: 750 Frauen) Weibliche Angehörige von Drogenkonsumentinnen Kinder von Drogenkonsumentinnen im Alter von 0 bis 12 Jahren (2022: 250) Multiplikatorinnen Fachöffentlichkeit und Öffentlichkeit
Zu den Zielen von Lilith gehören primär
Psychische und physische Stabilisierung/ Gesundheit Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Gewaltfreiheit Schadensbegrenzung/ Harmreducement Verbesserung der kindlichen Lebensrealitäten und Entwicklungschancen Gesundheits-, Sucht- und Gewaltprävention
Zu den Angeboten von Lilith gehören primär
Frauencafé (Teil der PSB – Psychosoziale Suchtberatung) o Sozialpädagogische Beratung o Informations- und Präventionsveranstaltungen o Themenwochen (Anti-Rassismus, Queer, Kinder etc.) o Hygiene (Benutzung von Dusche, Waschmaschine und Trockner) o Warmer Mittagstisch o Abgabe von Safer Use Materialien, Hygieneartikeln, Schwangerschaftstests, Kondomen etc. o Medizinische Sprechstunden in Kooperation mit einer Ärztin o Juristische Sprechstunden in Kooperation mit einer Rechtsanwältin o Jobcenter Sprechstunden o Abgabe von Kleidung, Essen und weiteren Sachspenden o Drogennotfalltrainings mit Naloxon o Laptop mit Internetzugang o Betreutes Spielangebot in Kooperation mit Liliput
Frauenberatung (Teil der PSB – Psychosoziale Suchtberatung) o Akutsprechstunde o Sozialpädagogische persönliche Einzelberatung (persönlich, telefonisch und digital) o Clearing und Vermittlung o Substitutionsberatung o Sozialpädagogische Begleitung (Ämter, Gesundheitshilfen etc.) o Hausbesuche o Ambulante Therapie o Gruppen (Stabilitätsgruppe, Konsumreduzierung KISS, Freizeit, Kochkurse etc.) o Qualifizierte Online-beratung und blended Counseling o Kinderbetreuung während Beratung, Therapie und Gruppen
o Multiplikatoren und Multiplikatorinnenschulungen und suchtspezifische Fortbildungen für Fachkräfte und andere Berufsgruppen (Drogen und Schwangerschaft etc.) o Social Media
Streetwork (Teil der PSB – Psychosoziale Suchtberatung) o Sozialpädagogische aufsuchende Straßensozialarbeit an den öffentlichen Plätzen der Drogenszene o Erstkontakt o Information o Vermittlung in das regionale Hilfenetz o Abgabe von Safer Use Materialien, Kondomen etc.
Liliput – Mutter + Kind o Sozialpädagogische Einzelberatung (persönlich, telefonisch und digital) o Vermittlung in das Netz der Kinder-, Jugend- und Gesundheitshilfen o Begleitung/ Beratung und Unterstützung während Schwangerschaft/ Mutterschaft o Spiel- und Freizeitangebote für Mutter + Kind o Gruppen und Therapieangebote für Kinder (Trampolin etc.) o Mutter – Kind – Gruppen (Babymassagekurs, PeKip etc.) o Veranstaltungen (Familienfrühstück am Sonntag, Infotage, Feste etc.) o Ausflüge (Erfahrungsfeld der Sinne, Erlebnispfad, Reiterhof, Freizeitpark etc.) o Kino-, Museums- und Konzertbesuche o Frühe Hilfen o Abgabe von Sachspenden (Erstlingsausstattung, Babynahrung, Windeln, Spielzeug etc.) o Kinderbetreuung und Spielangebot während Frauencafé, Beratung, Gruppen und Therapie o Einzelbetreuung mit Spiel-, Freizeit- und Förderangebot für die Kinder
Zeitraum – ambulant betreutes Einzelwohnen o 23 Plätze o Intensive sozialpädagogische Beratung und Betreuung (bis zu 6 Std/ Woche) o Hausbesuche o Alltags- und Sozialtraining o Alltagsbegleitung o Vermittlung
Arbeitsprojekte ACTIV-Hausservice & Liliths Laden –Fachgeschäft für Damenmode mit Kleiderwerkstatt o 5 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Drogenkonsumentinnen o 11 Maßnahmeplätze zur berufliche Qualifizierung (in Kooperation mit Mudra) Berufliche Qualifizierung in den Bereichen Reinigung, Hauswirtschaft, Küche, Service, Verkauf, Textilpflege, Dekoration und Schneiderei. Vermittlung beruflicher und persönlicher Basiskompetenzen
- Hängematte, Notschlafstelle und Krisenhilfe für Suchtmittelabhängige e.V.
Zielgruppe
Zielgruppe von Hängematte e.V. sind ausschließlich Männer und Frauen, die illegale Drogen konsumieren. Der Schwerpunkt des Vereins liegt hierbei auf denjenigen, die
wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind.
Angebot
Notschlafstelle mit 22 Plätzen (16 Betten für Männer, 6 Betten für Frauen), Wohngemeinschaft mit 5 Einzelzimmern für substituierte Klienten (mit Beikonsum) Pensionsbetreuung von Drogenkonsumierenden in städtisch belegten Obdachlosen-Pensionen (im Auftrag der Fachstelle für Wohnungsfragen und Obdachlosigkeit)
Ziele und Hilfen
Ziele Hilfen
Überlebenssicherung Angebot von Schlafplätzen mit geschütztem
Frauenbereich
Bereitstellung von Lebensmitteln und Kochmöglichkeit Duschmöglichkeit und Versorgung mit Hygieneartikeln Waschmöglichkeit für Kleidung und Bereitstellung sauberer Bekleidung aus zweiter Hand Ausgabe von Safer-Use-Materialien Medizinische Grund- und Erstversorgung Lebenserhaltende Maßnahmen bei Drogennotfällen wegen Überdosierung
Psychische Stabilisierung Gewährleistung eines szenefreien Schutzraums
-
gewaltfrei
-
ohne Drogen
-
mit besonderem Schutz für Frauen
Akute Hilfe, Intervention und Deeskalation in
Krisensituationen
Unterstützung bei persönlichen Problemen
Loslösung von der Psychosoziale Beratung und Hilfestellung
Drogenszene - Erstberatung und Weitervermittlung
- Ermutigung zu ersten Handlungsschritten und
Aufzeigen von Perspektiven
- Einüben sozialer Kompetenzen und Erhalt
lebenspraktischer Fähigkeiten
- Ermöglichen sozialer Teilhabe über Freizeit- und
Sportangebote Organisatorische Hilfen
-
Einrichtung einer Postadresse
-
Aufbewahrung persönlicher Habe bei Therapie- oder
Haftantritt
- Hilfe bei Behördenangelegenheiten
Schutz des öffentlichen Sichere Schlafmöglichkeit statt Übernachtungen im
Raums, Verhinderung von öffentlichen Raum
Drogentodesfällen und Verhinderung von Drogentodesfällen durch
Primärprävention Sofortmaßnahmen bei Überdosierungen
Aufklärung von Jugendlichen über Gefahren des Drogenkonsums im Rahmen von Schulprojekten und Einrichtungsbesuchen
Kennzahlen zum Erreichen der Zielgruppe für 2022 (Angaben in absolut)
Anzahl der Notübernachtungen gesamt: 5.365 Anzahl der wegen Überfüllung abgewiesenen Klienten: 285 Anzahl der Besuchskontakte (ohne Übernachtung) gesamt: 2.282 Anzahl der Klientenkontakte gesamt: 7.647 Anzahl der Notübernachtungen pro Öffnungstag: 15,8 Anzahl der Drogennotfälle (Überdosierungen) mit Ergreifung lebenserhaltender Maßnahmen durch Mitarbeiter: 16
Ausführliche Berichterstattung über die Arbeit von Hängematte e.V. unter https://haengematte-nuernberg.de/Jahresberichte.html
4. Caritas Straßenambulanz Franz von Assisi
Träger: Caritasverband Nürnberg e.V.
Ärztliche Versorgung: Gemeinschaftspraxis Dr. Seiler (Allgemeinarzt) und Frau Wiesinger (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie)
Zielgruppe:
-
Wohnungs- und obdachlose Menschen
-
Drogenkonsumierende und drogengefährdete Frauen und Männer
-
Nicht krankenversicherte Frauen, Männer und Kinder
-
Sozial Bedürftige
Angebote:
Medizinische Ambulanz:
-
Allgemeinärztliche Sprechstunden
-
Psychiatrische Sprechstunden
-
Chirurgische Sprechstunden – Behandlung von Spritzenabszessen, Ulcera,
Erysipelen (durch ehrenamtlichen Chirurgen)
-
Medizinisch- pflegerische Betreuung
-
Weitervermittlung an Fachärzte bzw. Fachärztinnen und Fachberatungsstellen
-
Hygieneangebote (Möglichkeit zum Duschen/Baden/Wäschewaschen)
-
Hilfe und Beratung bei persönlichen Problemen
-
Erschließung materieller Hilfen
-
Ausgabe von Hygieneartikeln
-
Kostenlose Ausgabe von Safer Use Artikeln (Spritzen, Nadeln etc.) – Rückgabe
gebrauchter Spritzen ist möglich
- Kooperation mit dem Klinikum Nord zur Versorgung von nicht krankenversicherten
Schwangeren
- Kooperation mit dem Gesundheitsamt zur Therapie von sexuell übertragbaren
Krankheiten (z.B. Lues)
- Ärztliche Kooperation mit mudra e.V. und Lilith e.V. zur Rezeptierung von Naloxon für
das Drogennotfalltraining
- Fachliche Beratung der Drogenhilfe
Substitutionsbehandlung von Opiatabhängigen:
-
130 Substitutionsplätze
-
Sofortaufnahme von Schwangeren
-
Hepatitis C Therapie
-
Teilnahme am Kinderschutzkonzept (z.B. „Runden Tischen“ bei Substituierten mit
Kleinkindern und Schwangeren/werdenden Eltern)
- Ärztliche Betreuung von Substitutionspatienten die gesundheitsbedingt inzwischen in
Pflegeheimen untergebracht sind (inklusive Personalschulungen vor Ort)
- Versorgung von Substitutionspatienten über Pflegedienste (inklusive
Personalschulungen vor Ort)
- Aufnahme von Substitutionspatient/-innen, die in allen anderen Substitutions-
Ambulanzen abgelehnt wurden (z.B. jugendliche Opiatabhängige)
→ für die Substitutionsbehandlung ist eine gültige Krankenversicherung Voraussetzung
Streetwork:
- Aufsuchende Hilfe im öffentlichen Raum, der von unseren Klienten/-innen genutzt
wird
-
Erstkontakt und Information über Hilfsangebote
-
Medizinische Versorgung (soweit vor Ort möglich – evtl. Transport in die
Straßenambulanz)
-
Ausgabe von benötigten Material (z.B. Schlafsäcke)
-
Ausgabe von Safer Use Materialien
Tagestreff:
-
Lebensmittelausgabe
-
Frühstück und warmes Mittagessen
-
Schutz- und Ruheraum
Kleiderkammer
-
Ausgabe von Kleidung
-
Ausgabe von Bettwäsche, Handtücher etc.
Jährlich nutzen über 1000 Menschen die Angebote im medizinischen Bereich der Straßenambulanz. Etwa 30% der Patient/-innen sind nicht krankenversichert. Auch Menschen ohne Aufenthaltsstatus haben die Möglichkeit, sich medizinisch behandeln zu lassen oder die anderen Angebote der Straßenambulanz wahrzunehmen. Außerdem sind anonyme Behandlungen möglich, also ohne Erfassung von persönlichen oder versicherungsrechtlichen Daten.