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← gemeinsame Sitzung des Umweltausschusses und Stadtplanungsausschusses (03.05.2023)

Entscheidungsvorlage

Anlage · 03.05.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Südstadt Altstadt Stadtplanungsausschuss Wetzendorf Stadtentwicklung & Planung Wohnen & Bauen St. Leonhard Weststadt Umwelt & Klima Haushalt & Finanzen

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

8. Sachstandsbericht Masterplan Freiraum

Abbildung 1

Umgestaltung des Nägeleinsplatzes (Foto: Stadt Nürnberg)

Beilage UmwA/AfS 03.05.2023

Sachstandsbericht

Entscheidungsvorlage

Anlass

In den Jahren 2012-2013 wurde das Gesamtstädtische Freiraumkonzept erarbeitet, 2014 erfolgte in den jeweiligen Fachausschüssen (UmwA 12.03.2014 und AfS 27.03.2014) ein Grundsatzbeschluss zur Verankerung des Masterplans Freiraum als planerische Grundlage in der Freiraum- und Stadtplanung. Der Masterplan Freiraum verfolgt seitdem das langfristige Ziel, die Grün- und Freiraumversorgung in Nürnberg nachhaltig zu verbessern. Mit seinem Kernstück, dem „Gesamtstädtischen Freiraumkonzept“ und seinem integrierten Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ bildet er das konzeptionelle Grundgerüst für den weiteren Ausbau der Grün-Blauen Infrastruktur in der Stadt. Bindende und tragende Säulen hierbei sind der wirksame Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan und das im Stadtrat am 04.03.2020 beschlossene Plankonzept "Grüne Finger".

Die Umsetzung des Masterplans Freiraum ist eine Dauer- und Gemeinschaftsaufgabe, bei der seit Beginn an alle beteiligten Geschäftsbereiche an einem Strang ziehen. Das Gesamtprojekt ist als laufender Prozess zu verstehen, in dem Strategien, Programmatiken, Konzepte und konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Sein Leitbild ist Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung, er wirkt als Motor für die Freiraumentwicklung und ergänzt somit die zahlreichen weiteren Grünaktivitäten im Stadtgebiet.

Entsprechend wird der Masterplan Freiraum mit seinem Aktionsplan jährlich fortgeschrieben und weiterentwickelt. Über den Sachstand zum Masterplan Freiraum wird seit 2015 jährlich im Rahmen von Ausschussbehandlungen berichtet und beschlossen.

Umsetzung des Aktionsplans „Kompaktes Grünes Nürnberg“

Der Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ listet alle bereits fertiggestellten, begonnenen und geplanten Masterplan Freiraum Projekte auf. Sie sind räumlich auf das gesamte Stadtgebiet verteilt und werden, abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen, kurz-, mittel- bzw. langfristig seit 2015 umgesetzt. Der Aktionsplan enthält sowohl konzeptionelle als auch konkrete Umsetzungsprojekte, die auch eine Strahlkraft bzw. Vorbildfunktion für andere Maßnahmen besitzen. Er wird jährlich fortgeschrieben, um neue Projekte ergänzt und gegebenenfalls an sich ändernde Rahmenbedingungen angepasst. Die Planungen werden dabei mit weiteren Grundlagen der Stadtentwicklungsplanung, insbesondere auch den Sanierungszielen der Stadterneuerung oder dem Jugendhilfeplan „Spielen in der Stadt“, abgestimmt und die zuständigen Dienststellen einbezogen. Als Entscheidungsgrundlage für die Aufnahme neuer Masterplan Freiraum Projekte in den Aktionsplan werden verwaltungsinterne, im Stadtrat am 24.07.2019 beschlossene, Kriterien herangezogen.

Insgesamt wurden im Masterplan Freiraum bislang neun Projekte aus dem Aktionsplan umgesetzt:

 Umgestaltung der Freiflächen an der Christuskirche – Eröffnung 2019  Neuanlage Pocketpark Nonnengasse – Eröffnung 2019  Sanierung Cramer-Klett-Park – Eröffnung 2020  Neuanlage Quellepark – Eröffnung 2020  Sanierung Marie-Juchacz-Park – Eröffnung 2020  Sanierung Rechenberganlage / Bauabschnitte 1-3 – Eröffnung 2021-2022  Neuanlage Grünzug Weg am Village – Eröffnung 2022

 Neuanlage Grünanlage am Aischweg – Eröffnung 2022  Umgestaltung Nägeleinsplatz mit Umfeld / Bauabschnitt 1 – Eröffnung 2022

Zudem wurden - aufbauend auf dem Gesamtstädtischen Freiraumkonzept - detailliertere und kleinräumigere Konzeptionen erstellt, deren Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden bzw. für die Realisierung vorbereitet werden:

 Freiraumkonzept Weststadt – 2012  Entwicklungskonzept Multifunktionale Auenlandschaft Gründlachtal – 2019  Konzeptstudie Grüner Weg zum Faberwald – 2021  Freiraumkonzept Nürnberger Süden – 2022

2023 werden zudem die beiden Pocket Parks Marientorzwinger und Peststadel sowie die grüne Umgestaltung am Quartiersplatz St. Leonhard an der Marie-Beeg-Straße fertiggestellt. Weitere sieben Projekte, wie z.B. der Züricher Park oder der Grünzug Ambergerstraße, befinden sich momentan in der Umsetzung bis 2025.

Anlage 1 enthält – nach neun Handlungsfeldern geordnet – eine Übersichtsliste der Projekte aus dem Aktionsplan und gibt Auskunft über deren derzeitigen Projektstatus. Dieses Jahr neu hinzugekommen ist eine verwaltungsinterne Priorisierung der Projekte in 1 (oberste Priorität), 2 (mittlere Priorität) und 3 (niedrigere Priorität), die in der AG Kernteam Masterplan Freiraum abgestimmt wurde. Anlage 2 stellt den Aktionsplan kartographisch dar und in Anlage 3 werden drei ausgewählte Projekte im Detail in Steckbriefen vorgestellt.

Neu aufgenommen in den Aktionsplan wurden in 2023 die Westparkerweiterungen „ehemalige Gärtnerei“ (Nr. 2.14) und „Von-der-Tann-Str.“ (Nr. 2.15) als neue Grünflächen, sowie die konzeptionellen Projekte Südstadt.Klima.Meile (Nr. 9.1.1) und Klimaquartier (Nr. 9.1.2) aus dem Freiraumkonzept Nürnberger Süden.

Zudem wurde 2022 das Konzept Urbane Gartenschau (UGS) Nürnberg 2030 beschlossen. Diese ist zwar nicht Bestandteil des Masterplan Freiraum, unterstützt diesen jedoch in seinem übergeordneten Ziel, mehr Grün in Nürnberg schaffen. Dadurch und durch die Tatsache, dass einige Projekte des Masterplans bzw. des Freiraumkonzeptes Nürnberger Süden in die Konzeption der UGS eingeflossen sind (z.B. Theresienplatz / Perspektive Egidienplatz, Keßlerpark oder der nördliche Teil der Südstadt.Klima.Meile), ist eine beschleunigte Realisierung dieser Projekte sowie eine verlässliche Realisierung vor 2030 zu erwarten.

Bilanz der bislang realisierten Projekte

Die neun bislang umgesetzten Projekte aus dem Masterplan Freiraum umfassten Projektkosten von 11,6 Mio. €, wovon 4,8 Mio. € aus Fördermitteln, hauptsächlich aus der Städtebauförderung, aber auch aus kleineren Einzelspenden finanziert wurden. Dadurch konnten rund 14.700 m² neue öffentliche Grünflächen, zum Großteil über Entsiegelung, geschaffen werden.

Es wurden insgesamt 10.800 m² neue Biodiversitäts-, Blühflächen und 2.200 m² neue Spielflächen angelegt sowie über 200 neue Bäume gepflanzt. Im Rahmen der neun Projekte wurden insgesamt rund 30 Beteiligungen (Bürger-, Kinder-, Jugendbeteiligungen und e-Partizipationen) durchgeführt.

Die sieben momentan in Umsetzung befindlichen Projekte umfassen weitere Projektkosten von 15,7 Mio. €, wovon 2,5 Mio. € über Fördermittel aus der Städtebauförderung und 7,4 Mio. € über das Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ finanziert werden. Dadurch werden nochmals rund 33.600 m² neue öffentliche Grünflächen geschaffen, 5.100 m² neue Biodiversitäts-, Blühflächen und 4.100 m² neue Spielflächen angelegt sowie 240 neue Bäume gepflanzt. Elf weitere Beteiligungen wurden in diesem Zusammenhang bislang durchgeführt.

In diese Auflistung noch nicht einberechnet und bilanziert sind die großen zukünftigen Parkanlagen in Wetzendorf, in Lichtenreuth und im Tiefen Feld, die sich momentan in Vorbereitung befinden. Diese werden mit insgesamt ca. 30 ha nochmals ein Vielfaches an neuen öffentlichen Parkanlagen in Nürnberg schaffen. In Wetzendorf und im Tiefen Feld werden dafür jedoch überwiegend bestehende Freiflächen in Anspruch genommen.

Großes Augenmerk bei der Planung und Umsetzung der Projekte hat stets die intensive Beteiligung und Mitwirkung der Bevölkerung. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem Partizipationsmodell laut! werden insbesondere auch die Belange von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt. Zudem wird über die Projektarbeit hinaus gezielte Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um für den Wert urbanen Grüns zu werben und die Arbeit des Masterplans Freiraum zu vermitteln. Im gegenseitigen Austausch werden Herausforderungen und Chancen der Freiraumplanung diskutiert sowie Bürgerwünsche und Anregungen aufgenommen.

Bislang wurden vier Führungen zum Thema „Grünanlagen im Wandel der Zeit“ mit dem Verein „Geschichte für Alle“ zur Historie und Zukunft der Nürnberger Parkanlagen und Freiräume durchgeführt. Im Mai 2023 findet eine weitere Führung dieser Reihe entlang der Hallerwiese, des Kontumazgartens und des Nägeleinsplatzes statt. Seit 2020 wird zudem jährlich der Kalender „GroßstadtOasen“ entworfen, um den Wert der Nürnberger Grün- und Freiräume aufzuzeigen. In 2023 wird die Erstellung weiterer Auflagen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung vorerst eingestellt.

Beitrag der Stadterneuerung

Die Maßnahmen des Aktionsplans werden über die AG Masterplan Freiraum regelmäßig mit den Sanierungszielen und Investitionsprogrammen der Stadterneuerungsgebiete abgeglichen. Ziel ist es, Synergien bei der Finanzierung zu heben, städtebauliche Missstände in den Gebieten zu beheben und über eine gemeinsame Priorisierung die zügige Umsetzung durch die Planungs- und Baudienststellen zu gewährleisten. Maßnahmen aus dem Aktionsplan, die in Stadterneuerungsgebieten liegen und im Investitionsprogramm des Gebietes (Sanierungsziele) verankert sind, haben, wegen der Zuschussmöglichkeiten aus der Städtebauförderung, besonders günstige Umsetzungsbedingungen. Sie werden aufgrund der begrenzten Laufzeit der Sanierungsgebiete hoch priorisiert. Die bis dato eingeworbenen Zuschüsse aus der Städtebauförderung sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Maßnahme Gesamtkosten* Zuschusshöhe*
Umfeld Christuskirche 0,561 Mio. € 0,296 Mio. €
Pocket Park Nonnengasse 0,302 Mio. € 0,129 Mio. €
Cramer-Klett-Park 1,925 Mio. € 1,035 Mio. €
Quellepark 2,257 Mio. € 1,282 Mio. €
Marie-Juchacz-Park 0,819 Mio. € 0,416 Mio. €
Tullnaupark 0,460 Mio. € 0,249 Mio. €
Nägeleinsplatz 1.Bauabschnitt 1,798 Mio. € 1,056 Mio. €
Nägeleinsplatz 2.Bauabschnitt 1,105 Mio. € 0,633 Mio. €
Nördlicher Marientorzwinger 3,478 Mio. € 2,415 Mio. €
Pocket Park Peststadel 0,767 Mio. € 0,395 Mio. €

* gem. Bewilligungsbescheid

Die Projekte haben in den jeweiligen Sanierungsgebieten einen erheblichen Beitrag zur Quartiersentwicklung geleistet. Die lokalen Quartiersmanagements unterstützen bei Beteiligungsund Informationsangeboten online und offline. In Sanierungsgebieten ist so in der Regel eine noch

intensivere Beteiligung der Bürgerschaft möglich.

Über die kommunalen Förderprogramme „Mehr Grün für Nürnberg“ (in Stadterneuerungsgebieten) und „Initiative Grün“ (außerhalb der Stadterneuerungsgebiete) sowie dem gesamtstädtischen Förderprogramm „Der geschenkte Baum“ werden erfolgreich Anreize für private Begrünungsinvestitionen gegeben.

Zur Unterstützung von Maßnahmen des Freiraumkonzeptes Nürnberger Süden wird derzeit die Ausweisung eines neuen Stadterneuerungsgebietes südlich der Landgrabenstraße/Wölckernstraße vorbereitet. Ein Vorschlag zur Bereitstellung der dafür bei Stpl nötigen Ressourcen durch interne Umschichtung wurde am 23.03.2023 im Stadtplanungsausschuss beschlossen.

Projektstand ausgewählter aktueller Maßnahmen

Im Folgenden werden die Fortschritte einiger ausgewählter Projekte aus dem Aktionsplan erläutert, die aktuell schwerpunktmäßig bearbeitet bzw. vorangetrieben werden.

Die Neuanlage des Wetzendorfer Parks (Nr. 2.2) im Nordwesten wird im Rahmen des Bauleitplanverfahrens vorangetrieben. Am 22.12.2022 wurde der Bebauungsplan 4641 (Teil A) im AfS gebilligt. Derzeit wird die Entwurfsplanung für den multifunktionalen Park (Erholung, Spielen, Biodiversität, Hochwasserretention, Klimafunktion etc.) mit dem Ziel fortgeführt, einen nachhaltigen, ökologischen und für die Bevölkerung attraktiven Freiraum zu gestalten. Rückgrat des neu gestalteten Parks werden der renaturierte Wetzendorfer Landgraben und der Seegraben sein. Das von Anfang an von SÖR, Umwelt- und Stadtplanungsamt gemeinsam betriebene Projekt hat sich zum bundesweiten Leuchtturm in Bezug auf Schwammstadt, Hochwasserschutz und multicodierte Flächen entwickelt.

Der Züricher Park (Nr. 2.3), ebenfalls ein Ergebnis der Bauleitplanung, befindet sich nach erfolgtem Förderbescheid durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ in der Ausführungsplanung. Die Fertigstellung der 3 ha großen Parkanlage ist für Dezember 2024 vorgesehen.

Die Planungen zum Grünzug Ambergerstraße (Nr. 2.10) werden konkretisiert. Im Dezember 2022 hat eine erste Bürgerinformationsveranstaltung vor Ort stattgefunden. Besonderes Augenmerk soll neben der Straßenumgestaltung (Radschnellverbindung) und der Schaffung des Grünzugs auf die Aufwertung der Schul-/ Spielhofflächen der Georg-Paul-Amberger-Straße gelegt werden. Es werden insgesamt ca. 5.500 m² entsiegelt. Der Grünzug Ambergerstraße ist ein Beispiel für eine erfolgreiche, dienststellenübergreifende Komplexmaßnahme im Sinne der nachhaltigen Stadtentwicklung im Quartier. Die Stadt Nürnberg hat für das Projekt Ambergerstraße einen Antrag auf Aufnahme ins Bundes-Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ gestellt, der allerdings für das Förderjahr 2023 nicht positiv beschieden wurde.

Die urbane Parklandschaft „Grünes Westband“ vom Westpark zum Tiefen Feld (Nr. 3.4) fasst eine Vielzahl von verschiedenen Freiräumen im Nürnberger Westen zusammen. Hauptaugenmerk besteht auf der Verknüpfung des Westparks mit dem geplanten Landschaftspark im Tiefen Feld. Für das „Grüne Westband“ ist aufgrund der vielfältigen Projekte, wie z.B. der Sanierung und Aufwertung des Westparks selbst, der Westparkerweiterungen „Ehemalige Gärtnerei“ und „Von-der-Tann- Straße“ sowie der Freiraumverbindungen eine Gesamtkonzeption erforderlich. Die ehemals von Siemens genutzten Parkhausflächen am Ring wurden im Zuge der Bauleitplanung dem Park zugeschlagen und mit städtebaulichem Vertrag gesichert. Die Flächen zur Erweiterung des Westparks am Gärtnereigelände wurden auf Basis des Beschlusses vom 08.07.2020 (5. Sachstandsbericht Masterplan Freiraum) zum Ankauf von neuen Grün-, Spiel- und Erholungsflächen in verdichteten Bereichen durch LA erworben. Mit der Gesamtkonzeption wird 2024 begonnen. Integriert in die Weiterentwicklung des Westparks wird das Projekt „Weltacker“.

Der Landschaftspark „Tiefes Feld“ (Nr. 2.6) wird aktuell im Rahmen der Bauleitplanung in die

komplexen Nutzungs- und Infrastrukturen der gesamten Gebietsentwicklung integriert. Die Arbeiten befinden sich in der Vorplanung. Mit dem Bau ist nicht vor 2030 zu rechnen.

Als prioritäre Maßnahme des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden soll der Hiroshimapark (Nr. 2.11) als biodiverser Quartierspark entwickelt werden. Mit der Grundlagenermittlung soll voraussichtlich 2024 begonnen werden, nachdem der Rückbau des Straßenbahntunnels und der Gleisschleife im Zuge der Tramverlängerung nach Lichtenreuth abgeschlossen ist.

Am Standort des früheren Peststadels am Egidienplatz wird der Pocketpark Tetzelgasse (Nr. 4.8) angelegt. Mit dem Bau wurde im Dezember 2022 begonnen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2023 geplant. Auf der Südseite, im Bereich der zukünftig verkehrsberuhigten Dr.-Erich-Mulzer-Straße, werden im 2. Bauabschnitt drei neue Straßenbäume gepflanzt und die Baumscheiben vergrößert. Durch die Lage im Stadterneuerungsgebiet Nördliche Altstadt werden auch hier Städtebaufördermittel genutzt.

Ein weiterer Pocketpark in der Altstadt entsteht mit der Sanierung des Marientorzwingers (Nr. 4.7) und seine nördlich angrenzenden Freiflächen durch das Hochbauamt und SÖR. Die Freifläche im Zwinger wird als öffentlich nutzbare Grünfläche umgestaltet und in eine ruhige Oase in der historischen Wehrmauer verwandelt („Stadtmauermuseum“). Die angrenzenden Freiflächen nördlich der Katharinengasse werden ebenfalls saniert. Die Maßnahme wird aus dem bayerischen Sonderfond „Innenstädte beleben“ gefördert. Mit dem Bau wurde im Sommer 2021 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2024 vorgesehen.

Für die Sanierung und zukunftsfähige Gestaltung des Stadtparks (Nr. 5.3) wurde in 2020 mit der Planung begonnen. Im Jahr 2022 wurde als konzeptionelle Grundlage ein Masterplan zur Umgestaltung der Parkanlage fertiggestellt. Die Sanierung ist in mehrere Bauabschnitte gegliedert. Mit der Planung zum ersten Bauabschnitt soll 2024 begonnen werden. Der Masterplan Stadtpark wurde am 01.03.2023 im Werkausschuss SÖR einstimmig beschlossen.

Auch die klimaangepasste und grüne Umgestaltung der Nürnberger Stadtplätze in der Altstadt soll in den nächsten Jahren mit dem Masterplan Freiraum weiter vorangebracht werden. Der Theresienplatz/Perspektive Egidienplatz (Nr. 6.3) soll im Rahmen der UGS umgestaltet werden. Auch der Andreij-Sacharow-Platz (Nr. 6.6) in der Sebalder Altstadt soll aufgewertet und klimasensitiv umgestaltet werden. Erste Baumpflanzungen werden im Zuge des Umbaus des Herrenschießhauses realisiert.

Der Quartiersplatz St. Leonhard (Nr. 6.7) an der Marie-Beeg-Straße befindet sich nach erfolgtem Förderungsbescheid durch das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ im Bau. Die Fertigstellung ist für Ende April 2023 vorgesehen. Es werden rund 1.000 m² Platzfläche entsiegelt.

Beim Nägeleinsplatz (Nr. 8.1) wurde im Dezember 2022 der erste Bauabschnitt fertiggestellt und der direkte Zugang zur Pegnitz mit attraktiven Aufenthaltsbereichen geschaffen. Momentan befinden sich die weitergehenden Bauabschnitte an der Promenade sowie zwischen Maxbrücke und Unterer Karlsbrücke in der Umsetzung. Durch die Umwandlung von Stellplatzflächen entsteht hier in der Altstadt neues Grün. Weitergehende Informationen sind im Projektsteckbrief in Anlage 3.1 ersichtlich. Die Sanierung vom Nägeleinsplatz und seinem Umfeld wird aus Fördermitteln der Städtebauförderung unterstützt.

Das Freiraumkonzept für den Nürnberger Süden (Nr. 9.1) wurde 2022 im Umweltausschuss und Stadtrat beschlossen. Seitens der Verwaltung wurden aus dem breiten Katalog an vielfältigen Maßnahmen zehn prioritäre Maßnahmen bis 2035 zur Umsetzung oder Vorbereitung vorgeschlagen:

 Hiroshimapark  Urbane Parklandschaft „Grünes Westband“

 Erweiterung Grünanlage Am Pferdemarkt im Rahmen der neuen SÖR-Betriebszentrale  Südstadt.Klima.Meile, (nördlicher Teil als Umsetzung im Rahmen der UGS)  Annapark & Umfeld  Blau-Grüner Gustav & Umfeld  Melanchthonplatz Nord & Süd als Teil der Gibitzenhofer.Meile  Kopernikusplatz  Leonharder Promenade  Straßenbaumoffensive Nürnberger Süden

Finanzen und Personalressourcen

Die anfänglich 2016 für den Masterplan Freiraum MIP Nr. 714 zur Verfügung gestellte Anschubfinanzierung von 25 Mio. € wurde bei den Haushaltsberatungen im November 2021 für den MIP 2022-2025 um 39,22 Mio. € deutlich erhöht. Dadurch können die geplanten Projekte fortgeschrieben werden. Wie bisher werden Projekte unter einem absehbaren Mittelbedarf von 500.000 € direkt im MIP- Ansatz des Masterplans Freiraum dargestellt. Kostenintensivere und damit BIC-pflichtige Maßnahmen über 500.000 € werden aus Transparenzgründen auf jeweilige Einzelmaßnahmen umgeschichtet. Der MIP-Ansatz des Masterplans Freiraum wird jeweils dementsprechend angepasst.

Die Gesamtkosten des aktuellen MIP-Ansatzes „Masterplan Freiraum“ Nr. 714 (Auftragsnummer E 5510071400U) belaufen sich auf 54,72 Mio. €. Verteilt auf die Jahresansätze stehen folgende Mittel zu Verfügung:  HHR (Haushaltsrest) 2022: 1.500.000 €  2023: 2.052.000 €  2024: 6.877.000 €  2025: 8.469.000 €  2026: 9.986.000 €  Plan für spätere Jahre 22.459.000 €

Die beiliegende MIP-Liste in Anlage 4 stellt die Projekte des Aktionsplans vor, deren konkrete Bearbeitung im MIP-Zeitraum 2023 bis 2026 und darüber hinaus anstehen. Sie bildet den aktuellen Stand der einzelnen Maßnahmen-Finanzierung ab und gibt eine Einschätzung über die zukünftige Fortschreibung der Projekte. Neben investiven und konsumtiven städtischen Mitteln werden Möglichkeiten zur Kofinanzierung aus Bund-Länder-Förderprogrammen, wie beispielsweise der Städtebauförderung in Stadterneuerungsgebieten oder aus dem Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“, genutzt. In den späteren Jahren besteht aufgrund der Neuaufnahme von Projekten, u.a. aus dem beschlossenen Freiraumkonzept Nürnberger Süden, eine Finanzierungslücke von ca. 20-25 Mio. € (abhängig von möglichen weiteren Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten).

Für konsumtive Maßnahmen, die nicht über den MIP-Ansatz Nr. 714 finanziert werden können, wie beispielsweise Baumpflanzungen, Blumenzwiebelpflanzungen, Ansaat von Blühwiesen oder die Anlage von Parklets, stehen seit 2022 im SÖR-Unterhalt jährlich 100.000 € konsumtive Mittel bereit.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage und personeller Engpässe mussten manche Maßnahmen (Grünes Westband, Stadtpark, Stadtgraben, Schweinauer Buck, Hiroshimapark, Grüne Wege) in der MIP Fortschreibung 2023 bis 2026 zeitlich um ein oder zwei Jahre verschoben werden, so dass sich die Ansätze für 2023 und 2024 um ca. 2 Mio. € im Vergleich zum vorjährigen Sachstandsbericht reduzieren. Ein weiterer Grund sind Verschiebungen aufgrund der Abhängigkeit vom Fortschritt in der Bebauungsplanung beim Wetzendorfer Park und beim Park im Tiefen Feld.

Verschiedene Rahmenbedingungen führen aktuell dazu, dass die Umsetzung von Projekten aus

dem Masterplan Freiraum sich weiter verzögert oder ab dem Jahr 2025 konkret gefährdet ist. Zum einen führt der Fachkräftemangel zu einer bereits jetzt angespannten personellen Situation. Zum anderen wurden im November 2022 durch den Stadtrat weitreichende Entscheidungen auch zu Personaleinsparung getroffen. Die Erreichung einer Einsparquote von 11% beim Personal bis Ende 2025 betrifft auch die am Masterplan Freiraum arbeitenden Dienststellen.

Die UGS wird durch eine neue, gemeinnützige Projektgesellschaft gesteuert. Zwar kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass Verschiebungen für einzelne Masterplan Freiraum Projekte erforderlich werden. Jedoch besteht durch die UGS die Aussicht auf eine schnellere, verlässliche Projektrealisierung vor 2030. Sie bietet die einmalige Chance auf eine beschleunigte Projektrealisierung und neue Dynamik und kommt daher auch dem Masterplan Freiraum zugute.

Um die zügige Durchführung von Sanierungsgebieten im Sinne des § 136 Abs. 1 BauGB gewährleisten zu können, ist auch diesbezüglich eine ausreichende personelle Ausstattung der betroffenen Planungs- und Baudienststellen eine wichtige Voraussetzung.

Ausblick auf zukünftige strategische Themen im Masterplan Freiraum

Schwammstadt

Im Angesicht der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels muss sich die Freiraumplanung vermehrt mit extremen Witterungsbedingungen - wie lange anhaltenden Trockenphasen oder außerordentlichen Starkregenereignissen - auseinandersetzen. Damit rückt das Prinzip der Schwammstadt in den Vordergrund, um zum einen Niederschlagswasser zu versickern, zu verdunsten und zu speichern und zum anderen zu Zeiten starken oder anhaltenden Regens eine Überlastung der ableitenden Systeme zu verhindern und damit Schäden vorzubeugen.

Gemäß gesetzlicher Vorgaben bei Bauanträgen und in der Bauleitplanung wird der Versickerung bereits Vorrang gegeben und im Weiteren auch eine Einleitung in den nächstgelegenen Vorfluter gegenüber der Ableitung in den Mischwasserkanal bevorzugt, die lediglich als letzte Option dienen darf. Relevant ist auch der Beitrag privater Grundbesitzer – die Versiegelung in der Kernstadt hat oft funktionale Gründe, in den Gärten der Außenstadt ist sie hingegen nicht notwendig und stellt einen wesentlichen Risikofaktor für Überschwemmungen und Überlastungen im Kanalsystem dar.

Elemente wie Baumrigolen oder Zisternen können dazu beitragen, Niederschlagswasser zu speichern und Trockenperioden abzumildern. Durch wasserdurchlässige Straßen- und Wegebeläge wie auch Versickerungsmulden lässt sich Niederschlagswasser zur Versickerung bringen und eine kühlende Verdunstungswirkung erzielen. Mit diesen Elementen lassen sich auch Beiträge zur Abmilderung von Starkregenereignissen leisten. Auch bei Planungen zum Straßenraum (Blue- Green-Streets), zu Stadtplätzen (Klimaplätzen) beim Bau von Gebäuden (Gründächer, Retentionsdächer) und bei der Gestaltung von Parkanlagen (Multicodierung mit Versickerungs- und Retentionselementen) finden Elemente der Schwammstadt Anwendung. Im Masterplan Freiraum werden die Prinzipien der Schwammstadt bereits bei derzeit in Umsetzung befindlichen Projekten angewendet, so z.B. beim Züricher Park, beim Grünzug in der Ambergerstraße, beim Quartiersplatz in St. Leonhard und vor allem beim Wetzendorfer Park. Auch in Zukunft gilt es die Schwammstadt als integralen Bestandteil aller Freiraum-Projekte zu verstehen und generelle Leitlinien zu entwickeln. Über das Gebietsteam Wasser wird momentan an einer Konkretisierung des Themenkomplexes gearbeitet. Verwiesen wird diesbezüglich auch auf die Ausschussbehandlung im Umweltausschuss am 26. Juli 2023 zum Thema Schwammstadt aufgrund (Antrags CSU-, SPD- und Bündnis 90/Die Grünen vom 08. Februar 2022, Bündnis 90/Die Grünen vom 25.01.2023 sowie Die Linke vom 22.03.2023).

Dreifache Innenentwicklung

Der Umgang mit der Ressource Fläche im Hinblick auf die Aufteilung von bebauten und unbebauten Flächen wie Grün- und Freiräumen sowie Verkehrsflächen ist dringende Aufgabe zur Erfüllung der vielfältigen Ziele der nachhaltigen Stadtentwicklung. Folglich braucht es eine effizientere, abgestimmte Siedlungs-, Verkehrs- und Freiraumplanung, die den aktuellen Herausforderungen des Klima- und Ressourcenschutzes, der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, dem Erhalt der Biodiversität und der Gesundheitsvorsorge adäquat Rechnung trägt.

Das Leitbild der dreifachen Innenentwicklung gibt planerische Antworten auf die genannten Zukunftsthemen. Mobilität, Grün- und Freiflächen sowie Bauen müssen gemeinsam qualifiziert und integrativ entwickelt werden. Nur so werden nachhaltige Anforderungen an den urbanen Raum, die Mobilitätswende und eine hohe Lebensqualität durch gesunde Umweltbedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner erreicht.

In der dreifachen Innenentwicklung wird das bestehende Leitbild der doppelten Innenentwicklung um die räumliche Dimension der Mobilität erweitert. Die Straßenräume als graue Potenzialflächen gewinnen bei der Bewältigung der bestehenden Herausforderungen zunehmend an Bedeutung und können Teil des Freiraumverbundsystems und der Grünen Infrastruktur werden.

Stadtverträgliche Mobilität und die notwendige Umgestaltung der Straßenräume sind essenziell für eine nachhaltige Flächennutzung. Neben der Bereitstellung von Erholungsflächen und der Förderung von Stadtnatur hat der Straßenraum einen wesentlichen Einfluss auf Klimaschutz und anpassung. Die Flächenaufteilung zugunsten von Grün- und Freiraum sowie zugunsten von Mobilitätsarten des Umweltverbunds trägt zur Erreichung der Klimaziele bei und führt auch zu einer Verbesserung der Luftqualität und einer Minderung der Verkehrslärmbelastung. Das Handlungsfeld der Freiraumverbindungen wird weiterhin eine wesentliche Rolle bei der zukünftigen Arbeit im Masterplan Freiraum spielen. Damit wird die Lebensqualität der Bevölkerung gesteigert und ein wesentlicher Betrag zur Verbesserung der Gesundheit erreicht werden.

Elemente der dreifachen Innentwicklung wurden und werden bereits in Projekten angewendet, so z.B. bei den Pocket-Parks Nonnengasse, Peststadel und Marientorzwinger, beim Grünzug Ambergerstraße, bei der Straßenabhängung Leopoldstr. / Verbindung Marie-Juchacz-Park oder bei der UGS. Im nächsten Sachstandsbericht werden erste Erfahrungen aus den bereits begonnenen Pilotprojekten dargestellt.

Komplexmaßnahmen / Dienststellenübergreifende Koordination

Im Freiraumkonzept Nürnberger Süden wurde der Begriff der Komplexmaßnahme eingeführt. Damit gemeint ist die Erweiterung von Projekten der Freiraumplanung um Aspekte der Straßenplanung, der Planung des öffentlichen Raums, der Entwässerungsplanung, etc. Diese Komplexmaßnahmen, die im Sinne der Schwammstadt und dreifachen Innenentwicklung umgesetzt werden sollen, fordern die Kooperation von unterschiedlichen Disziplinen. Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung, Stadtplanung, Wasserwirtschaft, Tief- und Hochbau, etc. müssen an der Entwicklung von komplexen Freiraummaßnahmen gemeinsam mitwirken, um die Grün-Blaue Infrastruktur nachhaltig zu verbessern, sowie die Schwammstadt und die dreifache Innenentwicklung voranzutreiben.

Mehrere fachliche Disziplinen in unterschiedlichen Geschäftsbereichen werden mit der Umsetzung dieser Komplexmaßnahmen betraut sein und müssen daher zeitlich und inhaltlich, insbesondere betreffend ihrer jeweiligen Planungs- und Bauprogramme abgestimmt arbeiten. Deshalb ist eine Federführung und Koordination in den planenden und umsetzenden Dienststellen erforderlich, um effizient und aufwandsreduziert arbeiten zu können. Beispiele für geplante Komplexmaßnahmen aus dem Freiraumkonzept Nürnberger Süden sind u.a. die klimasensitive Sanierung des Annaparks mit Umfeld, einschließlich des Maffeiplatzes und des Schuckertplatzes, die blau-grüne Umgestaltung des Vorplatzes an der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche einschließlich der angrenzenden Annastraße und der Grünfläche an der Wirthstraße, der „Blau-Grüne-Gustav“ oder die Südstadt.Klima.Meile, deren nördlicher Abschnitt im Rahmen der UGS realisiert werden soll.

Inwieweit aufgrund der veränderten Finanz- und Personalsituation (s.o.) zukünftig die verschiedenen Bauprogramme innerhalb der gesamten Verwaltung koordiniert und auch priorisiert werden können, ist noch zu klären. Es wird auch auf die Stellungnahme von StK, Ref. I/II verwiesen.

Anlagen

  1. Projektliste Aktionsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“ 2. Aktionsplan Karte 3. Modell Projektsteckbriefe: 3.1 Nägeleinsplatz 3.2 Südstadt.Klima.Meile 3.3 Melanchthonplatz Nord & Süd 4. MIP-Projektliste, Fortschreibung 2023-2026ff

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