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← Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschusses (26.04.2023)

Sachverhalt

Anlage · 26.04.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

CSU-Stadtratsfraktion Boxdorf Kornburg Ältestenrat und Finanzausschuss Großgründlach Worzeldorf Höfen Fischbach Reichelsdorf Digitalisierung & Verwaltung

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Friedhofsverwaltung

hier: Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe

I. Die Daten zur Lage der Gräber in den Grababteilungen liegen bei Frh ausschließlich als analoge Pläne auf Papier vor. Die einzelnen Pläne sind von sehr unterschiedlicher Qualität und Aktualität. Durch häufiges Kopieren entstanden zudem Unterlagen mit optischen Verzerrungen und zum Teil erheblichen Abweichungen. Veränderungen in den Grabfeldern wurden in der Vergangenheit teilweise nicht in die Kopien der Bestandspläne eingearbeitet. Die Qualität der Unterlagen garantiert deshalb aktuell keine genaue Lageeintragung.

Für den Westfriedhof stammen die Pläne aus dem Jahr 1956. Teilweise wurden seitdem Pläne neu gezeichnet, allerdings immer nur für einzelne Grababteilungen. Für den Südfriedhof existiert kein Gesamtplan. Für alle Grababteilungen liegen einzelne Abteilungspläne vor. Nachträge sind vorhanden, allerdings sind die Eintragungen bzgl. der Neugestaltungen von Grabfeldern nicht immer lagegenau.

Für die Außenfriedhöfe (Großgründlach, Boxdorf, Fischbach, Worzeldorf, Kornburg Reichelsdorf, Großreuth und Höfen) liegen für Friedhöfe, die seit ca. 1975 erweitert wurden, meist brauchbare analoge Gesamtpläne vor. Jedoch wurden auch dort Veränderungen nicht immer nachgetragen. Auf Grund der zumeist geringen Friedhofsgrößen, liegen für die Außenfriedhöfe keine Teilpläne auf Abteilungsebene vor. Bei Außenfriedhöfen, die vor der Gemeindegebietsreform von eigenständigen Gemeinden betrieben wurden, ist zudem die Systematik der Grabnummerierung unklar und zum Teil nicht mehr nachvollziehbar. In diesen Fällen muss die Systematik für den jeweiligen Friedhof ggf. grundsätzlich überarbeitet werden.

Für die Verwaltung der Grabrechte und Ruhezeiten liegen die Daten zu den Gräbern in digitaler Form im Friedhofsinformationssystem (FIM) vor. Die Einbindung und Nutzung der Daten aus FIM für die digitale Lageeintragung von Gräbern ist technisch möglich. Sie wurde für eine Abteilung des Südfriedhofs in einem Pilotprojekt bereits erfolgreich getestet. Bei diesem Test konnten Fehler in den Bestandsdaten sichtbar gemacht werden. Beispielsweise existierten Grabstellen in den analogen Plänen, für die in FIM keine Grab-ID vergeben war.

Digitalisierte Plandaten

Durch das Vorprojekt „Digitale Friedhofsdaten“ konnten unter Einsatz des Programmes QGIS bis 30.06.2020 bereits alle Friedhofsobjekte - bis auf die Gräber - georeferenziert und digital aufbereitet werden.

 Aufteilung nach Nutzungstyp Für alle Friedhöfe existiert bereits eine flächendeckende Aufgliederung in Teilflächen. Jeder Teilfläche ist dabei eine Nutzung zugeordnet. Die Lage der Flächen ist georeferenziert. Dadurch werden die Bestattungsflächen lagerichtig und eindeutig dargestellt.

 Aufteilung nach Grababteilung Ebenso existiert bereits eine georeferenzierte Aufgliederung der Friedhöfe in Grababteilungen. Als Grundlage dienten die analogen Pläne, die teilweise interpretiert werden mussten. Die Daten können zur schnellen Orientierung über die

Lage einer Abteilung auf den einzelnen Friedhöfen genutzt werden.

 Gebäude Die Gebäude auf den Friedhöfen sind mit ihren Außengrenzen dargestellt, ergänzen als Information zu Bauwerken die Nutzungstypen und liegen ebenfalls in georeferenzierter Form vor. Die Daten dienen sowohl der Information über Gebäudemerkmale, wie auch zur Orientierung auf den Plänen und im Gelände.

 Luftbilder Wir verfügen zudem über georeferenziert Luftbilder aus einer Befliegung von 2018, die als wichtige Informationsquelle zur Interpretation von Nutzungsänderungen im Bestand genutzt werden können. Besonders bedeutsam sind die Luftbilder dabei für Veränderungen, die bisher nicht in Plänen oder sonstigen Unterlagen dargestellt waren. Viele Veränderungen auf den Friedhöfen können nur über referenzierte Luftbilder einigermaßen sicher erkannt und dargestellt werden.

Lage und Anordnung der Gräber (Systematik)

Die Gräber sind auf den jeweiligen Friedhöfen und in den einzelnen Abteilungen höchst unterschiedlich angeordnet. Neben den, früher üblichen, rasterförmigen Grabfeldern gibt es Gräberreihen, aufgebrochene Raster, bei denen mögliche Grablagen zunächst ausgelassen wurden, und kleine Gruppen von Gräbern oder Einzelgräber in freier Lage. Darüber hinaus finden sich Nischenmauern mit einer Vielzahl von Urnengräbern auf engstem Raum, Urnensammelanlagen in unterschiedlichen Gestaltungsformen und besonders gestaltete Urnengrabanlagen. Urnengrabfelder in Rasterblöcken unterscheiden sich durch die variablen Gestaltungen dabei noch einmal deutlich von den Feldern mit Raster bei den Erdgräbern für Sargbestattungen.

Bearbeitungsumfang

Frh benötigt für alle diese unterschiedlichen Typen von Grabstätten ein passendes Konzept, welches die lagerichtige Darstellung in digitalen oder gedruckten Plänen sicherstellt. Ziel muss hierbei die vollständige Darstellung aller Gräber auf allen kommunalen Friedhöfen sein.

Aufgrund des erheblichen Gesamtumfangs aller Friedhofsabteilungen der kommunalen Friedhöfe in Nürnberg wird seit Juli 2021 in einem ersten praxisbezogenen Pilotprojekt eine Digitalisierung der Grabstätten als Geometrien (zweidimensionale Darstellungen mit hinterlegten, auswertbaren Daten) durchgeführt um im nächsten Schritt die Funktionalität in der Interaktion mit der Friedhofsverwaltungsdatenbankanwendung FIM zu testen. Die Digitalisierung der Lagepunkte der Gräber erfolgt in dieser Testphase auf dem Friedhof Reichelsdorf, der als mittelgroßer Friedhof eine möglichst realistische Einschätzung des erforderlichen Aufwands erlaubt. Somit kann die Integrierbarkeit der beiden Systeme getestet und auf die Bedürfnisse von Frh optimiert bzw. angepasst werden.

Der Friedhof Reichelsdorf gliedert sich in 20 Abteilungen. Aus der Bearbeitung sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie die Erfassung der Gräber für den Südfriedhof, den Westfriedhof und die weiteren sieben Außenfriedhöfe durchgeführt werden kann und wie die Verbindung der Grabdaten mit dem GIS-System idealerweise einzurichten ist. Durch die Bearbeitung des Testgebiets werden Erfahrungswerte erarbeitet, die dann auf die übrigen Friedhöfe übertragen werden können.

Die geplante Vorgehensweise im Projekt „Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe“ wurde mit der zentralen IT und mit Geo vorabgestimmt.

Beschluss:

Der Ältestenrat und Finanzausschuss stimmt der vorgestellten Planung zum stufenweisen Einstieg in die digitale Friedhofsplanung zu.

Für die Finanzierung können Mittel von bis zu 215.000 € aus den Edelmetallerlösen des Krematoriums herangezogen werden.

Nürnberg, 28.03.2023

gez. Hoffmann Leiter der Friedhofsverwaltung (2565)

Anlagen:

Anfrage „Digitaler Friedhofsplan für Nürnberg“ der CSU-Stadtratsfraktion vom 28.03.2022 Projektbeschreibung „Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe“

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