Haushaltssperre

← Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschusses (26.04.2023)

Sitzung gesamt Öffentlich Stand 05.04.2023

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Sitzungsunterlagen

Sitzung des Ältestenrats und

Finanzausschusses

26.04.2023

Inhaltsverzeichnis

Sitzungsdokumente Tagesordnung -öffentlich- 3 Vorlagendokumente TOP Ö 1 Jahresbericht des Amts für Internationale Beziehungen Berichtvorlage IB/001/2023 4 Jahresbericht 2022 IB/001/2023 7 TOP Ö 2 Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe Sitzungsvorlage Ref.III/009/2023 35 Sachverhalt Ref.III/009/2023 39 Projektbeschreibung Ref.III/009/2023 42 Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 28.03.2023 Ref.III/009/2023 48

TAGESORDNUNG

Sitzung

Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschusses

Sitzungszeit

Mittwoch, 26.04.2023, 11:00 Uhr

Sitzungsort

Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal

TAGESORDNUNG

Öffentliche Sitzung

1. Jahresbericht des Amts für Internationale Beziehungen Bericht

IB/001/2023 König, Marcus

2. Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe Beschluss

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 28.03.2022 Ref.III/009/2023

Walthelm, Britta

  1. Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 26.10.2022,

öffentlicher Teil

Berichtsvorlage IB/001/2023

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ältestenrat und Finanzausschuss 26.04.2023 öffentlich Bericht

Betreff:

Jahresbericht des Amts für Internationale Beziehungen

Anlagen: Jahresbericht 2022

Bericht:

Das Amt für Internationale Beziehungen berichtet jährlich über die Arbeit des vergangenen Jahres und stellt die Planungen für die kommenden Monate vor.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stadt Nürnberg Berichtsvorlage IB/001/2023

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Diversity ist angemessen berücksichtigt, bestimmte Personengruppen sind nicht unterschiedlich betroffen.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Stadt Nürnberg Berichtsvorlage IB/001/2023

Amt für Internationale Beziehungen (IB)

der Stadt Nürnberg

Tätigkeitsbericht 2022

Vorwort

Städtepartnerschaften

Antalya (Türkei) S. 3 Atlanta (USA) S. 4 Charkiw (Ukraine) S. 5 Córdoba (Spanien) S. 7 Glasgow (Großbritannien) S. 7 Hadera (Israel) S. 9 Kavala (Griechenland) S. 10 Krakau (Polen) S. 11 Nizza (Frankreich) S. 12 Prag (Tschechische Republik) S. 14 San Carlos (Nicaragua) S. 15 Shenzhen (China) S. 16 Skopje (Nordmazedonien) S. 17 Venedig (Italien) S. 18

Kommunale Freundschaften

Bar (Montenegro) S. 19 Braşov (Rumänien) S. 19 Gera (Deutschland) S. 21 Region Kalmunai (Sri Lanka) S. 21 Klausen und Montan (Italien) S. 22 Nablus (Westjordanland/Palästinensische Gebiete) S. 23

Partnerschaftsübergreifende Projekte

Koordination kommunale Entwicklungspolitik S. 24 Markt der Partnerstädte S. 25 Grenzenlos S. 25 SDG Ausstellung S. 26 Europatag S. 26

Gremien und Netzwerkarbeit S. 26

Finanzen S. 27

Vorwort

Der hier vorliegende Bericht dokumentiert die Schwerpunkte der Arbeit von IB in einem Jahr der großen Gegensätze. Die düstere Seite geht auf die unfassbare Invasion Russlands in die Ukraine und die seither immer wiederkehrende Zerstörung unserer Partnerstadt Charkiw zurück. Eine Stadt, die sich in den letzten Jahren unglaublich positiv entwickelt hatte. Die andere (die glückliche) Seite steht im Zeichen der abnehmenden Pandemie, die nach zwei Jahren endlich wieder persönliche Treffen, Austausche und Gespräche ermöglichte.

Immer wieder sieht sich IB vor die Frage gestellt, ob städtepartnerschaftliche Arbeit bei der hohen Bereitschaft zu individuellen Reisen und Begegnungen mit anderen Ländern und Kulturen überhaupt noch Aufgabe einer Kommune sein soll. Die klammen Kassen der Gemeinden fordern bekanntermaßen beständig eine Selektion notwendiger Ausgaben.

Die Antwort wird (wieder einmal) in erschreckender Weise im Jahr 2022 sichtbar: Seit Beginn des Krieges in der Ukraine und der Zerstörung unserer Partnerstadt Charkiw ist IB und der Partnerschaftsverein in die Umsetzung Nürnberger Unterstützung eingestiegen. In Nürnberg durch die Beteiligung an der Koordination der Anlaufstelle für ukrainische Flüchtlinge im Heilig-Geist-Saal; in Charkiw und deren Region durch die Unterstützung zahlreicher Hilfsleistungen, die noch immer andauern und andauern werden.

Da zum Zeitpunkt der Berichtvorlage bereits die nächste Katastrophe bekannt ist, das Erdbeben in der Türkei und Syrien, mit über 140 000 Geflüchteten in unserer Partnerstadt Antalya, sei auch dies hier erwähnt. Auch hier werden sich IB und der Partnerschaftsverein in:san gemeinsam mit seiner türkischen Partnerstadt engagieren.

Und die freundschaftlichen Treffen? Welchen Sinn haben sie? „Kippt die Stimmung?“ betiteln Medien zunehmend die gesamtgesellschaftliche Stimmung. Und genau an dieser Stelle lautet die Antwort: Mit inhaltlich wohlgesetzten Begegnungen werden Unsicherheiten, Vorbehalte und Vorurteile zwischen Personengruppen verringert.

Wir arbeiten länderübergreifend mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, damit ihre intellektuellen, künstlerischen und sozialen Kompetenzen aufgedeckt, entwickelt und anerkannt werden.

Wir vermitteln Kontakte zu Betrieben und Unternehmen, eröffnen Produktpräsentationen wie z.B. bei Bio-Erzeugnissen und fördern den Expertenaustausch sowie die Kooperation von Kunst- und Kulturschaffenden.

Nürnberg als Kulturstadt, Wirtschaftsstandort und lohnenswerte Destination: Auch die Auftritte und Präsentationen in den Partnerstädten repräsentieren die Noris in diesen und in vielen weiteren Bereichen. Es lohnt sich also.

Einen visuellen Einblick in unsere Highlights 2022 erhalten Sie übrigens unter IB Jahresrückblick 2022 (nuernberg.de)

Christine Schüßler Leiterin des Amts für Internationale Beziehungen

Städtepartnerschaften

Antalya (Türkei)

seit 1997

Politische und wirtschaftliche Situation

Die schwierige wirtschaftliche Situation in der ganzen Türkei und damit auch in Antalya hält an. Gründe dafür sind die nach wie vor sehr hohe Inflationsrate und die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. Dieser hat einen starken Zuzug von Russen und Ukrainern nach Antalya bewirkt, was die dortigen Immobilienpreise sehr in die Höhe getrieben hat. Zudem erhält die Stadt Antalya als CHP-geführte Kommune zum Teil keine Gelder aus Türkeiinternen Fördertöpfen. All dies schränkt den finanziellen Spielraum der Stadtverwaltung Antalya für städtepartnerschaftliche Aktivitäten stark ein.

Aktivitäten

2022 stand ganz unter dem Motto „25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Antalya“. Bereits im Juni wurde in Nürnberg eine Fotoausstellung mit Highlights aus den 25 Jahren Städtepartnerschaft gezeigt. Eine ähnliche Ausstellung wurde im Oktober im Rathaus in Antalya eröffnet.

OB Marcus König reiste mit einer Delegation anlässlich des 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags (2.Okt.1997) vom 1.- 4. Oktober nach Antalya. Die Reise war zunächst für Anfang März geplant, musst jedoch verschoben werden. Zum Gegenbesuch kam eine Delegation mit mehreren Stadträten und Verwaltungsmitarbeiterinnen aus Antalya vom 15. bis 18. Dezember nach Nürnberg. OB Böcek konnte leider kurzfristig nicht an dem Besuch teilnehmen, da er aufgrund einer Überschwemmungskatastrophe im Gebiet Antalya vor Ort bleiben musste.

Mit Unterstützung von IB und der Partnerstadt Antalya führte der Partnerschaftsverein in:san unter dem Motto „25 Jahre, 25 Bäume“ eine Baumpflanzaktion in Antalya durch. Auch der Flughafen Nürnberg beteiligte sich an den Jubiläumsfeierlichkeiten und gestaltete bereits im Oktober eine Fluggasttreppe mit einem Jubiläumsmotiv. Und für die Teilnahme einer Traditions-Mannschaft des 1. FCN am Legends Cup 2022 in Antalya, wurden eigens Schals mit Jubiläumsschriftzug gestaltet.

Weitere Aktivitäten 2022 waren der Besuch des Journalistenverbands Antalya beim Presseclub Nürnberg im Oktober und ein interreligiöser Frauentag in Antalya sowie ein moderierter Abend zum Thema „deutsch-türkische Frauenporträts“, beides mit Beteiligung des Deutsch-Türkischen Frauenclubs Nordbayern e.V.

Partnerschaftsverein

Der Partnerschaftsverein in:san war 2022 nicht nur mit der Baumpflanzaktion in Antalya sondern auch darüber hinaus sehr aktiv in die städtepartnerschaftlichen Beziehungen involviert. So begleitete der Vereinsvorsitzende die OB-Delegation nach Antalya und kümmerte sich beim Gegenbesuch in Nürnberg sehr um die türkischen Gäste. Zudem spendete der Verein €500 an den Charkiw-Verein zur Unterstützung im Ukraine-Krieg. Im Dezember betrieb der Verein wieder die Antalya-Bude am Markt der Partnerstädte.

Ausblick

2023 finden landesweite Wahlen in der Türkei statt, was die Zusammenarbeit mit Antalya beeinflussen wird. Außerdem ist die Stadt Antalya stark mit der Versorgung unzähliger Flüchtlinge aus dem Gebiet des starken Erdbebens im Südosten der Türkei Anfang Februar

2023 beschäftigt. Nichts desto trotz wurden vor allem durch die gegenseitigen Besuche viele neue Anstöße für die Zusammenarbeit gesetzt. So wurde Anfang 2023 ein Nakopa- Förderantrag Antrag zur Einrichtung eines „digital lab“ in einer Umweltbildungsstation in Antalya bei der SKEW eingereicht. Bereits 2022 wurde ein Antrag des Jugendamts bei der Deutsch-türkische Jugendbrücke für einen trilateralen Jugendaustausch mit Nürnberg, Antalya und einer französischen Stadt genehmigt, der 2023 durchgeführt werden soll.

Atlanta (USA)

Partnerschaft seit 1998

Politische Situation

Knapp einen Monat nach den Kongresswahlen in den USA wurde im Bundesstaat Georgia im Dezember ein letzter offener Sitz im Senat an den Demokraten Raphael Warnock vergeben. Die Südstaaten sind eigentlich republikanisches Stammland. Dass hier eine ganze Reihe von Kandidaten, die vom früheren Präsidenten unterstützt wurden, verloren haben, könnte Folgen für die Präsidentenwahl 2024 haben.

Aktivitäten

Aufgrund dem dichten Netzwerk von zivilgesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit den USA machen zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der US Regierung auf ihrem Weg zu den US-Kasernen in der Region Halt in Nürnberg.

Der US-amerikanische Generalkonsul Liston ist sehr aktiv und bindet unsere Städtepartnerschaft bei vielen Aktionen des Konsulats wie „Earth Day“ und „Transatlantic Innovation Week“ ein. Die neue Botschafterin Dr. Amy Gutmann kam zum Antrittsbesuch und absolvierte ein intensives Besichtigungsprogramm auf den Spuren ihres Vaters, der zwischen 1927 und 1934 in Nürnberg lebte.

Im Zuge einer Studienreise von Fachleuten aus den Bereichen Industrie und Handelskammer, Arbeitsagenturen und Fachhochschulen aus Atlanta und dem Bundesstaat Georgia konnte Nürnberg mit guten Beispielen zum deutschen Berufsbildungsmodell und verschiedenen Programmpunkten mit Empfang durch Frau Schulreferentin Trinkl punkten.

Zur Ausstellung „Nürnberg nachhaltig“ präsentierten Lernende des Sigmund-Schuckert- Gymnasium nachhaltiges Konsumverhalten und erzählten von gemeinsamen Nachhaltigkeitsprojekten und Austauschaktionen mit ihrer Partnerschule Maynard Jackson High-School in Atlanta.

Beim amerikanischen Thementag am Herbstvolksfest mit buntem Programm rund um das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und landestypischen kulinarischen Angeboten traf fränkische Feier- und Lebensfreude auf amerikanisches Brauchtum.

Die Vernetzung von Nürnberger Berufsschulen mit Colleges in Atlanta mündete 2022 in die offizielle Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Atlanta Technical College und der Nürnberger Beruflichen Schule B1 für Metallberufe.

Weitere Kooperationen auf universitärer, schulischer und wirtschaftlicher Ebene wurden in diesem Jahr angestoßen und damit der Wunsch der US-Botschaft nach einer „Sister State Partnerschaft“ auf Bundesstaats Ebene weiterverfolgt.

Aktivitäten der Vereine

Die Zusammenarbeit mit den beiden Komitees ANKO (Nuremberg-Atlanta Comittee) und NACO (Atlanta-Nürnberg Komitee in Nürnberg) ist sehr konstruktiv und bei Delegationsbesuchen und Projekten arbeitet IB eng mit den Vorsitzenden zusammen.

Ausblick

Das International Office Atlanta wurde zur neuen Legislaturperiode umstrukturiert und ein neuer Fokus auf „Immigration“ gelegt und die internationale Partnerschaftsarbeit verstärkt auf Ehrenamtliche verlagert. Da das Budget für Städtepartnerschaften in Atlanta sehr begrenzt ist und auch IB von Budgetkürzungen betroffen ist, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein, Stiftungen und Unternehmen zur Finanzierung von Projekten unerlässlich.

25 Jahre Städtepartnerschaft darf gefeiert werden und es gibt viele Ideen und Planungen zur Sichtbarmachung des Jubiläums. Highlight wird ein thematisches Fest sein, das wir zusammen mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut für den 07. Juli zum Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten im Tucherschloss planen. Wir hoffen auf hochrangigen Besuch aus Atlanta und der US-Botschaft zu diesem Anlass.

Im Januar reiste Herr OBM auf Einladung des US-Außenministeriums zur Mayors Conference nach Washington und konnte erstmals mit seinem Amtskollegen Andre Dickens aus Atlanta zusammentreffen.

Reale Begegnungen von Menschen diesseits und jenseits des Atlantiks werden durch Schüler- und Auszubildenden-Austausch, einer Reise des Amerikahaus Youth Club und einer Bürgerreise nach Atlanta und in die Südstaaten ermöglicht.

Auch ist der erstmalige Besuch des Oberbürgermeisters mit einer Delegation im Oktober in Atlanta geplant

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wäre ein erneuter Besuch des Christkinds zur Eröffnung des deutschen Weihnachtsmarkts in Atlanta sehr wünschenswert und zusammen mit unseren Partnern suchen wir intensiv nach einem neuen Budenbetreiber für den Atlanta Stand am Markt der Partnerstädte.

Charkiw (Ukraine)

Partnerstadt seit 1990

Politische und wirtschaftliche Situation

Seit November 2021 ist Ihor Terechov, der Interimsbürgermeister und Nachfolger von Genadi Kernes, Oberbürgermeister von Charkiw. Seit 24. Februar 2022 ist Charkiw unter russischem Dauerbeschuss und weite Teile der Partnerstadt sind schwer beschädigt.

Aktivitäten und Vereine

Seit Beginn des Krieges arbeitet IB intensiv mit dem Partnerschaftsverein Nürnberg Charkiw zusammen und leistet humanitäre Hilfe. Die sehr lebendige und aktive Städtepartnerschaft bietet dabei eine stabile Grundlage in der Krisensituation um weiterhin intensiv und zuverlässig zusammenzuarbeiten.

Am Aufbau und Betrieb eines Ankunftszentrums für Ukrainische Flüchtende in Nürnberg war IB ab Februar 2022 maßgeblich beteiligt.

Mit Beginn des Krieges rief die Stadt Nürnberg zu Spenden an den Verein auf. Der Verein sammelt seit Jahren Spenden für humanitäre Projekte und hat somit bereits ein Spendenkonto, kann Spendenquittungen etc. ausstellen. Die Spendenbereitschaft der Nürnberger war von Anfang an gewaltig und so wurden im Lauf des Jahres Hilfsgüter- und Leistungen in Höhe von ca. 2,5 Mio. Euro an die Partnerstadt geleistet.

Alle Hilfsleistungen wurden direkt mit Partnerinnen und Partnern der Stadtverwaltung bzw. dem Nürnberger Haus in Charkiw abgesprochen und koordiniert, um zu gewährleisten, dass sie zielgerichtet und gut ankommen. In den ersten Wochen waren besonders Lebensmittel und Medikamente dringend benötigt. Diese wurden u.a. im März/April mit einer Schienenbrücke nach Charkiw transportiert. Nach dem Beschuss eines Heizkraftwerks, spendete der Verein die benötigte Summe, um das Heizhaus wiederaufzubauen. Im Lauf des Jahres wurden ein Krankenwagen, Feuerwehrausrüstung, Powerbanks und Dieselgeneratoren gespendet. Das Nürnberger Haus, welches gleich in den ersten Kriegstagen beschädigt wurde, wurde mit Hilfe von Spenden wieder renoviert und es finden wieder Kurse und kulturelle Aktivitäten statt.

Es entwickelte sich auch schnell eine Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde in Nürnberg (IKGN), die sich bei Hilfslieferungen sehr stark einsetzte. So wurden ab Herbst über 600 im Nordklinikum ausgemusterte, aber tadellose Krankenhausbetten im Wochentakt per LKW zu jeweils ca. 70 Stück in die Region Charkiw gefahren. Insgesamt sollen um die 1000 Betten abtransportiert werden.

Darüber hinaus konnte tatsächlich der alljährliche Workshop von ukrainischen Fotografinnen in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste stattfinden. Im Juni und im September besuchten jeweils sieben Fotografinnen mit Dozent für zwei Wochen Nürnberg.

Im Oktober las der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels und ehem. Hermann- Kesten-Stipendiat, Serhij Zhadan, im ausverkauften Nürnberger Literaturcafé.

Ebenfalls im Oktober fand der Runde Tisch Ukraine des Partnerschaftsvereins im Heilig Geist Foyer statt. Verein und IB berichteten hierbei über die gemeinsamen Hilfsleistungen.

Ausblick

Solange ein Ende der Kriegshandlungen nicht absehbar ist, werden sich die Beziehungen weiterhin auf humanitäre und technische Hilfe konzentrieren. Der Wiederaufbau der schwer beschädigten Stadt und eine Gewährleistung der Infrastruktur haben höchste Priorität. Der Kontakt zwischen den Stadtverwaltungen ist intensiv und offen, sodass gemeinsam konkrete und bedarfsorientierte Hilfsleistungen abgesprochen werden können.

PreussenElektra wird als Betreiber des stillgelegten Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) vier Diesel-Notstromgeneratoren für Charkiw zur Verfügung stellen. Nach Inbetriebnahme können die Generatoren im Notfall große Teile Charkiws mit Strom versorgen.

Außerdem wird die VAG bis zu 40 Diesel-Busse abgeben. Die erste Übergabe von 3 Bussen fand im Februar 2023 statt.

Erfreulicherweise besteht weiterhin ein großes Interesse an kulturellen Aktivitäten, Ausstellungen, Lesungen und Vorträgen. Somit ist zu erwarten, dass die Städtepartnerschaft mit Charkiw auch in dieser tragischen Zeit, eine der aktivsten bleibt.

Córdoba (Spanien)

Partnerstadt seit 2010

Politische und wirtschaftliche Situation

In Spanien und in unsere Partnerstadt Córdoba übersteigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mittlerweile das Niveau von vor der Pandemie. Allerdings liegt in Andalusien die Arbeitslosenquote bei 19,4 % der Erwerbsbevölkerung, fast dreimal so hoch wie der EU-Durchschnitt.

Aktivitäten

Highlight des Jahres war der Besuch einer Frauendelegation, von 14. bis 18. März 2022 in Nürnberg. Zur Delegation gehörten Laura Fernández Rubio und Lourdes Arroyo Rosa (Andalusisches Fraueninstitut/IAM), María Rosal Nadales (Universität Córdoba), Auxiliadora Fernández (Stiftung EMET Arco Iris). Ein umfangreiches Programm, inklusive Gespräche mit Stadträtinnen, der Frauenbeauftragten und dem Ansprechpartner für Männer zur Implementierung von Geschlechtergerechtigkeit in Politik und Verwaltung sowie Besuche von Frauenprojekten wie AURA fanden statt. Die Delegation präsentierte ihre Ansätze beim Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und Beispiele ihrer Arbeit am 16. März 2022 im Foyer des Internationalen Hauses.

In 2022 hat wieder ein Schüleraustausch von 50 Schülerinnen und Schülern des Hans- Sachs- und Johannes-Scharrer-Gymnasiums und dem Institut Maimónides in Córdoba in beiden Städten stattgefunden.

Ein Fachaustausch zwischen Experten der Umweltämter Córdoba und Nürnberg fand in Rahmen einer Delegationsreise in November in Córdoba statt.

Aktivitäten des Partnerschaftsvereins

Einen Vortrag von Prof. Dr. Walther Bernecker zum Thema "Spanien und Europa - Im Westen nichts Neues?!" und eine Vereinsreise nach Córdoba mit 16 Teilnehmer organisierte Conoris e.V. Darüber hinaus waren sie mit einer Bude am Markt der Partnerstädte vertreten.

Ausblick

In 2023 sind mehrere deutsch-spanische Schülerbegegnungen und ein Workshop von dem Künstler Johannes Volkmann in einer cordobesischen Schule geplant. Im Herbst 2023 ist eine Bürgerreise nach Cordoba geplant.

Glasgow (Großbritannien)

Städtepartnerschaft seit 1985

Politische und wirtschaftliche Situation

2014 hatte sich die Mehrheit in Schottland gegen die Unabhängigkeit von Großbritannien ausgesprochen, doch dann kam der Brexit, den die überwiegende Mehrheit dort ablehnt. Ein neuer Anlauf der schottischen Regierung für ein Referendum schob der Supreme Court im November einen Riegel vor. Premier Rishi Sunak mahnte die schottische Regierungspartei SNP ihre Bestrebungen aufzugeben. Ob Schottland Ruhe geben wird, bleibt jedoch zu bezweifeln.

Aktivitäten

Eine erste offizielle Delegationsreise nach 2 Jahren Pandemie veranstaltete IB in

Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat mit Teilnehmenden des

Zentrums Wasserstoffs und der Technischen Hochschule Nürnberg. Dabei wurden

zahlreiche neue Kooperationsoptionen angestoßen und

Schottland für erneuerbare Energien ausgelotet.

Filmprojekt „Music in a different way -
Musik einmal anders – Begegnung über Grenzen hinweg“ in Kooperation der beiden Städte
mit dem Goethe Institut in Glasgow, dem Nürnberger Gebärdenchor und einem
Kammerensemble des Royal Scottish National Orchestra Glasgow und Online-Diskussion
zum Thema Barrierefreiheit mit Publikum in Nürnberg und Glasgow veranstaltet werden,
natürlich mit Übersetzung in deutsche und britische Gebärdensprache. Teilfinanziert wurde
dieses aufwendige Projekt von „Aktion Mensch“ und aus Spendengeldern des Burns
Suppers.

Im Sommer gab es gleich 3 x schottische Musik unterschiedlichster Richtung aus Glasgow, der Unesco City of Music: Beim Bardentreffen traten die Glasgow Band Talisk und die Caulbums Ceilidh Band auf und bei der KommVorZone im Annapark der Rapper Steg G.

Mit „The UK German Connection“ schlugen Jugendliche neue Brücken. Nach Brexit und

Corona Krise konnten sich endlich wieder Jugendliche der Vereinigung „

“ und des Nürnberger Jugendhauses Nordlicht in Nürnberg und Glasgow treffen und austauschen, finanziert über einen neuen Fördertopf.

Auch bei dem „Best Practice“ Besuch von drei Kolleginnen des Nürnberger Bildungscampus

im August mit „Job Shadowing“ an der Strathclyde University Glasgow und der Mitchell

Library Glasgow finanziert aus Mitteln von Erasmus+ wurden neue Verbindungen geschaffen

und unser Partnerschaftsnetzwerk erweitert.

Bei dem Workshop „Neue Ideen für bewährte Partner“ für bayerische Kommunen mit

britischen Städte- und Regionalpartnerschaften im November übernahm IB die Leitung der

Diskussion in Kleingruppen zum Thema „Nachwuchs für Partnerschaftsvereine gewinnen“.

Das inklusive Tanzstück „Exploring Borders“, dass Susanna Curtis für das Festival „Every- Body“ choreographiert hatte, reiste 2022 als Gastspiel nach Glasgow. Für die Zukunft konnte Frau Curtis und ihr Team gute Perspektiven für Diversität in der Kunst anstoßen.

Partnerschaftsverein

Der junge Vorstand des Freundeskreis Glasgow-Nürnberg organisierte neue Formate, war beim Europatag präsent und hofft damit auf eine Aktivierung der Mitgliedschaft. Beim Onlinetalk zu den Parlamentswahlen in Schottland mit dem politischen Experten aus Glasgow Peter Russell und einem zweiten digitalen Gespräch zum Thema „Glasgows Rolle im Sklavenhandel“ war die Beteiligung jedoch leider sehr gering.

Ausblick

Lord Provost Jacqueline McLaren reiste erstmals zum 30. Burns Supper mit einer Delegation nach Nürnberg und traf sich mit Herrn OBM Das Jubiläum wurde aufwändig gefeiert mit Jubiläums Whisky, Jubiläums Broschüre und einer Jubiläums-CD, dieses für einen guten Zweck.

Zur Krönung von König Charles kann zur Blauen Nacht nach den Klängen der Liam Smith Ceilidh Band im blau beleuchteten historischen Rathaussaal getanzt werden.

Im Sommer planen wir mit dem TUI Reisecenter eine 7-tägige Bürgerreise nach Glasgow.

Die zahlreichen Jugend- und Schulprojekte werden fortgeführt und erweitert und es wird einen Wettkampf der Boxabteilung des 1. ASC Nürnberg-Süd mit einer Glasgower Boxtruppe geben.

Whisky Clubs beteiligen sich erneut bei der Whisky Messe Village in Nürnberg und auch die Musikprojekte mit dem Z-Bau werden wieder für die Nürnberger Subkultur angeboten.

Durch die gute Vernetzung von Susanna Curtis, werden sich Tänzerinnen und Tänzer aus Glasgow und Nürnberg austauschen und das Jugendtanzensemble Nürnberg wird mit YDance eine Performance Projekt zum Thema „Human Rights“ erarbeiten.

Hadera (Israel)

Partnerstadt seit 1995

Politische und wirtschaftliche Situation

Nir Ben Chaim von der Kulanu Partei, die der politischen Mitte zugeordnet wird, ist weiterhin, seit 2021, Interimsbürgermeister von Hadera. Er vertritt den gewählten Bürgermeister Tzvika Gendelman. Die allgemeine Lage in Israel ist sehr angespannt, die politischen Lager verhärtet.

Aktivitäten

Im Mai konnte eine Delegationsreise unter Leitung von OB König stattfinden. Während der fünftägigen Reise gab es einen intensiven Austausch beider OBs, das didaktische und interaktive Technologiezentrum Tecnoda wurde besucht, wo Jugendliche an Technologie und Wissenschaft herangeführt werden. Ebenso die Jugendmusikschule von Hadera, die seit 2017 einen Austausch mit der Nürnberger Musikschule veranstaltet.

Im September besuchte eine Delegation der Jerusalemer Stadtverwaltung, die eng mit Hadera zusammenarbeitet, die „Galabau“ Messe in Nürnberg. Zu den Themen Stadtentwicklung, Parks und öffentliche Plätze gab es eine kommentierte Stadtbegehung und intensiven Austausch mit Baureferent Daniel Ulrich.

Partnerschaftsverein

Im Oktober fand zum dritten Mal des Sukkot Fest des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Nürnberg Hadera (NueHa) statt. Auf dem Sebalder Platz wurde die traditionelle Laubhütte „Sukka“ aufgebaut, es gab Bewirtung, Vorträge, Musik und Informationen.

Ausblick

2023 soll in Juni wieder eine Schülergruppe aus der Nürnberger Musikschule, für zwei Wochen Hadera besuchen und mit den Jugendlichen in der Partnerstadt gemeinsam musizieren.

Im August soll das 75-jährige Jubiläum der Gründung des Staates Israel mit dem Auftritt einer Tanzgruppe und einer anschließenden Feier mit Bands und DJs begangen werden.

Kavala (Griechenland)

Partnerstadt seit 1999

Politische und wirtschaftliche Situation

Griechenland: Der Internationale Währungfonds prognostiziert für Griechenland eine weiterhin steigende Staatsverschuldung, für das Jahr 2022 etwa 373 Milliarden. 2023 (voraus. Mai) sollen Parlamentswahlen stattfinden. Medienberichten zufolge liegt die konservative Regierungspartei Dea Dimokratia (ND) vor der größten Oppositionspartei, dem Bündnis der radikalen Linken (Syriza). Seit dem Zugunglück hat die Regierungspartei in Umfragen ihren Vorsprung vor der linken Syriza-Partei allerdings deutlich verringert.

Kavala: Für Beunruhigung sorgen die Äußerungen des türkischen Präsidenten Erdogan zum Grenzverlauf zwischen Griechenland und der Türkei. Kavala liegt rund 200 km von der türkischen Grenze entfernt. Für Aufschwung könnte das Entwicklungsprogramms für Ostmazedonien und Thrakien sorgen. In dessen Rahmen wird die Bahnstrecke Thessaloniki

verbunden.

Aktivitäten

Der Schüleraustausch zwischen dem Johannes-Scharrer-Gymnasium und dem Gymnasium 1 führte 24 Lernende, und 5 Lehrende im Mai in Kavala und im Herbst in Nürnberg zusammen. Auf dem Programm standen Workshops, Besichtigungen, Gespräche, Sirtaki und Theater. Und dies auf fränkisch, griechisch und englisch, was belegt: Sprachbarrieren gibt es nicht bei einem Schüleraustausch.

„In Anerkennung seiner Verdienste um die Hellenen im Ausland, in Nürnberg und in Kavala“ ernannte der Stadtrat von Kavala am 24. Juni Nürnbergs Alt-Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly zum Ehrenbürger. Die anwesende deutsche Generalkonsulin Sibylla Bendig sprach von einem Meilenstein in den deutsch-griechischen Beziehungen.

Zu diesem Anlass reisten auch Mitarbeiterinnen von IB nach Kavala. Der Arbeitsbesuch diente dem gegenseitigen Kennenlernen der neuen Ansprechpartnerinnen, Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern und Besuchen von Initiativen.

Im Juni endete in Kavala das Projekt „Together in Sport“ für junge Flüchtlinge und Einheimische. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF) initiiert, mit EU Mitteln finanziert und in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und seinem Pendant in Griechenland sowie weiteren griechischen Organisationen durchgeführt.

Am 6. Oktober fand die Jubiläumsfeier zum Bestehen des „Nürnberger Griechenvereins 1822 - 1831“ vor 200 Jahren statt. Der Nürnberger Verein war einer der aktivsten Verbindungen, der die Unabhängigkeitsbestrebungen Griechenlands unterstütze.

Zu diesem Anlass besuchte auch eine Delegation, darunter Kavalas Oberbürgermeister Theodoros Mouriadis, der Vorsitzende des kavaljotischen Stadtrats, Konstantinos Pefanis, die stellvertr. Bürgermeister A. Moumtsakis und K. Vakirtzis Nürnberg. Von besonderem Interesse waren die wirtschaftlichen Beziehungen, Energiemanagement, Tierschutz und der Umgang Nürnbergs mit seiner NS Vergangenheit.

Ende November war es endlich wieder soweit: Kavala war mit einer Bude am Markt der Partnerstädte vertreten.

Vereinsaktivitäten

Neben der Beteiligung an den vielen o.g. Aktivitäten, engagierte sich der Verein in Nürnberg bei der Impfkampagne, nahm am Altstadtfestzug teil und übergab in Kavala mit ihrer 12. und 13. Spendenaktion insgesamt 134 PCs/Laptops und 89 TFT Monitore. Das Vereinsjahr endete mit einer Abschlussfeier und dem Festvortrag „Mehmet Aly von Kavala“.

Kein Partnerschaftsverein, aber ein wichtiger Kooperationspartner ist die Deutsch- Griechische Gesellschaft in Mittelfranken. Sie begleitete bspw. den Schulaustausch der beiden Gymnasien.

Ausblick

Der gymnasiale Schulaustausch wird fortgesetzt. Schwerpunkt soll in Jahr 2023 der Umgang mit Vorurteilen, der Vergangenheit und der Zukunft sein. Auch der Austausch der Musikschulen in Kavala und in Nürnberg bahnt sich an. Nach den Gesprächen im Juni in Kavala stehen die Schulen in direkter Verbindung zueinander. Das Jugendamt und der Kreisjugendring Nürnberg Stadt haben großes Interesse an Begegnungen und Austausch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen der außerschulischen Bildung. Des Weiteren sind Sportvereine und -organisationen aus Kavala an Kooperationen mit hiesigen Sportverbänden interessiert. Eine Fortführung im Sinne des Projekts „Together in Sport“ erscheint aber unrealistisch.

Krakau (Polen)

Partnerschaft seit 1979

Politische Situation

Die Politische Situation in Polen und in Krakau bleibt unverändert. Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 hat Krakau über 250 000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Einige von ihnen sind wieder zurück- oder weitergereist. Über 100 000 Menschen haben in unserer Partnerstadt eine längerfristige Zuflucht gefunden.

Aktivitäten

Nach dem Stilstand der Pandemiejahre und der Übergangszeit, sind die Aktivitäten zwischen Nürnberg und Krakau wieder auf dem gewohnten Stand. Die beiden Partnerschaftshäuser in Nürnberg und in Krakau präsentieren Kunst und Kultur aus beiden Städten, wobei sie stets versuchen einerseits den Partnerschaftsgedanken hochzuhalten, indem sie Künstlertandems bilden, andererseits ihre Veranstaltungen an städtische Projekte anzubinden. So ist das Krakauer Haus stets in der „Blauen Nacht“ oder am „ArtWeekend“ mit Ausstellungen im Haus oder im öffentlichen Raum präsent. Ein gewisses Problem beim Krakauer Haus ergibt sich daraus, dass die Räumlichkeiten den Brandschutzvorschriften nicht mehr entsprechen, weshalb nur 20 Personen in dem Veranstaltungsraum Platz haben. So können dort weder Lesungen, noch Konzerte stattfinden und die Leiterin muss Räumlichkeiten außerhalb des Hauses anmieten. Besondere Beachtung verdient die Konzertreihe „Polenallergie“ und das Projekt „Modulgalerie. Kunst im Fach“. Beide werden maßgeblich vom Krakauer Haus realisiert.

Seit rund 20 Jahren finden die Deutschen Filmtage in Krakau und Polnische Filmtage in Nürnberg statt. Dabei werden Regieführende und Schauspielende zu Publikumsgesprächen eingeladen. Da die Filme auf eine besondere Art die Realität abbilden, werden in den Publikumsgesprächen die aktuellen Probleme des jeweiligen Landes angesprochen, z. B.

die Situation der LGBT-Communities oder die Rolle der Kirche in Polen, oder aber soziale Probleme in Deutschland.

Im Rahmen einer langen Zusammenarbeit zwischen den Musikhochschulen Nürnberg und Krakau wurde wieder ein musikalisches Projekt durchgeführt, die Ergebnisse der Arbeit wurden in einem gemeinsamen Konzert präsentiert.

Die Nürnberger Straßenbahnfreunde haben ihre Zusammenarbeit mit den Krakauer Verkehrsbetrieben fortgesetzt, die Renovierungsarbeiten am Triebwagen 144 wurden im Rahmen einer kleinen Delegationsreise nach Krakau detailliert besprochen und konnten so fortgesetzt werden.

Den Höhepunkt der Zusammenarbeit bildete dieses Jahr das „Grenzenlos Fest“ inkl. einer Dackelparade (findet in Krakau jedes Jahr statt), zu der auch eine Delegation aus Krakau gekommen ist und als Geschenk den Auftritt des renommierten Klezmer-Ensembles „Bester Quartett“ mitgebracht hat.

Im August trafen sich Jugendliche aus der offenen Gruppe in der Luise mit jungen Menschen aus der Krakauer Gruppe „Mosaic“ im Haus Utopia in Krakau. Gemeinsam haben sie zehn Tage lang eine Ausstellung vorbereitet, gekocht und debattiert.

Außerdem fand in Krakau der zweite Teil des Fachkräfteaustauschs zur internationalen Jugendarbeit zwischen Krakau, Brasov und Nürnberg statt.

Im September fand in Danzig eine Konferenz des Deutsch-Polnischen Jugendrings statt, an der Krakau und seine Partnerstädte Leipzig und Nürnberg teilnahmen.

Ausblick

Der Kreisjugendring plant für August 2023 eine Fortsetzung der Austauschmaßnahme mit Krakau. Die jungen Menschen werden in den Gästezimmern von IB wohnen und im Krakauer Haus gemeinsam mit Nürnberger Jugendlichen arbeiten. Auch eine Ausstellung ist zum Abschluss des Projekts geplant.

Die Partnerschaftshäuser werden ihre Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur fortsetzen. Es sind sieben Ausstellungen und zahlreiche Begegnungen in Nürnberg und Krakau geplant. Auch die Filmwochen werden wieder stattfinden, genauso wie die Konzertreihe „Polenallergie“ und die Beteiligung des Nürnberger Hauses an Krakauer Projekten, wie z. B. an dem Conrad-Literaturfestival.

Es sind eine Bürgerreise und eine kleine Delegationsreise zur Eröffnung der Europäischen Olympiade nach Krakau geplant.

Nizza (Frankreich)

Partnerstadt seit 1954

Politische und wirtschaftliche Situation

Emmanuel Macron wurde als französischer Präsident im April 2022 wiedergewählt. Die Stichwahl gegen Marine Le Pen fiel deutlich knapper aus als vor fünf Jahren. Im Parlament verlor seine Partei die absolute Mehrheit, was Reformen schwieriger macht. Dennoch entschied er das Rentenalter schrittweise auf 64 Jahre erhöhen, außerdem sollen Sozialleistungen stärker an berufliche Wiedereingliederungsmaßnahmen gekoppelt und das

Gesundheitssystem und die Schulen reformiert werden. Macron ergriff strikte Maßnahmen gegen Covid-19, die zu den härtesten in ganz Europa zählten.

Im Dezember fielen die Urteile gegen acht Angeklagte im Prozess nach dem Lkw-Anschlag von 2016 auf der Promenade des Anglais in Nizza. Das Attentat hatte 86 Menschen das Leben gekostet. Die Angeklagten wurden alle schuldig gesprochen und zu Gefängnisstrafen zwischen zwei bis 18 Jahren verurteilt.

Aktivitäten

In einem Videogespräch im Mai präsentierte Dr. Christiane Dinges-Amiel Nürnbergs OB Marcus König ein umfangreiches Programm zum 70-jährigen Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2024, an dem nun beide Seiten arbeiten.

Im Frühjahr fanden viele Vorträge im Rahmen der Serie „Nice au printemps“ zu den Themen Präsidentschaftswahlen, Literatur, Wein und Bürgerreisen online oder in Präsenz statt.

Im Oktober 2022 fand wieder eine Bürgerreise zum Thema Kultur mit 30 Teilnehmern statt. Die Teilnehmenden wurden herzlich im Rathaus, im Centre Culturel Franco-Allemand und auf dem Cours Saleya mit einer Socca begrüßt.

Die Fotografinnen Pia Parolin (Nizza) und Jutta Missbach (Nürnberg) organisierten die Ausstellung #womenartists, die zeigte, wie Frauen die Pandemie überstanden. Darüber hinaus gab Pia Parolin einen Workshop an der Berufsschule 6 zum Thema Nachhaltigkeit.

Im Dezember gab das Hildegard Pohl Trio ein Weihnachtskonzert im Conservatoire à Rayonnement Régional de Nice (CRR). Das ausverkaufte Event wurde vom Centre Culturel Franco-Allemand (CCFA) in Zusammenarbeit mit der Stadt Nizza organisiert.

Das Jugendaustauschprojekt Tandem mit jeweils 20 Jugendlichen aus Nürnberg und Nizza fand im Sommer statt. Außerdem kamen 5 Lernende im Februar für ein Schülerpraktikum nach Nürnberg, organisiert über den Verein. Auch ein Schüleraustausch zwischen dem Collège Roland Garros und dem Neuen Gymnasium Nürnberg. Der Präsident der Hochschule für Musik, Prof. Kotzian, und Prof. Rumstadt reisten zu Fachgesprächen nach Nizza, um den Austausch von Musikstudierenden wieder anzukurbeln.

Aktivitäten des Partnerschaftsvereins

Der deutsch-französische Tag wurde in den März verschoben und war eine Präsenzveranstaltung im kleinen Rahmen. Der Online-Vorlesewettbewerb im Frühjahr des Deutsch-Französischen Clubs wurde von 150 Lernenden gut angenommen. Die Fête Nationale zum 14. Juli fand im Zeitungscafe mit großem Abstand und im kleinen Kreis statt. Ende Oktober wurde ein Partnerschaftsabend organisiert, zu dem auch Bürgermeisterin Dr. Christiane Amiel anreiste. Sie warb für Unterstützung bei der Bewerbung Nizzas zur Europäischen Kulturhauptstadt 2028, die Oberbürgermeister Marcus König gerne zusagte. Für das 70-jährige Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2024 wurde eine Projektgruppe gegründet, die mehrfach tagte. Zusätzlich kam der Koordinierungskreis aller deutschfranzösischen Vereine zusammen.

Ausblick

Der nächste deutsch-französische Tag zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée- Vertrags wurde im Januar in größerem Rahmen im Historischen Rathaussaal gefeiert.

Für 2023 sind wieder eine Bio-Bürgerreise, eine Ausstellung mit Künstlern aus Nizza, das Tandem-Sprachprojekt, Schüleraustausch und Klassische Musik bzw. Jazz angedacht.

Als Auftakt zum Jubiläumsjahr 2024 soll falls möglich, OB König zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts in Nizza reisen. Eine würdige Feier zum Jahrestag der Partnerschaftsvereinbarung ist im Oktober geplant.

Prag (Tschechische Republik)

Partnerstadt seit 1990

Politische und wirtschaftliche Situation

Am 28. November 2021 wurde Petr Fiala von der Wahlkoalition SPOLU von Staatspräsident Miloš Zeman zum Ministerpräsidenten ernannt. Die Regierung Petr Fiala nahm am 17. Dezember 2021 ihre Arbeit auf und wurde vereidigt.

Zdeněk Hřib, von der Česká pirátská strana (Piratenpartei) war von November 2018 bis Februar 2023 regierender Oberbürgermeister von Prag. Seit Februar 2023 ist Dr. Bohuslav Svoboda von der ODS (Demokratische Bürgerpartei) neuer Primator der Hauptstadt. Seit dem Krieg in der Ukraine, wird Prag mit einer sehr hohen Anzahl von ukrainischen Flüchtlingen konfrontiert. Der große an-und wieder abebbende Zustrom stellt die Stadtverwaltung vor viele Herausforderungen.

Aktivitäten

Durch die geographische Nähe und mittlerweile wieder normale Einreisebedingungen, waren die partnerschaftlichen Aktivitäten 2022 wieder auf dem Niveau von 2019. Die intensive Zusammenarbeit der Modeschule B5 mit der Prager Modeschule, mit gemeinsamen Workshops, Austausch und Modenschauen, konnte wie gewohnt fortgesetzt werden.

Zum zweiten Mal fand das literarische Aufenthaltsstipendium „Grenzenlos – ein mittelfränkisch – tschechischer Literaturaustausch“ statt. Das Stipendium findet in Zusammenarbeit mit Bayerischen Schriftstellerverband, dem Amt für Internationale Beziehungen, dem Prager Literaturhaus, der Stadtbibliothek und der Akademie Faber Castell statt. Die Nürnberger Autorin Petra Häfner verbrachte den Oktober in Prag und im November weilte der Prager Lyriker Josef Straka für einen Monat in Nürnberg.

Im Rahmen des vom Prager Literaturhaus veranstalteten Festivals „Literatur im Park“, fand eine Lesung des Nürnberger Autors Philip Krömer statt.

Die Veranstaltenden der Kirchweihfeste von Zerzabelshof und Gostenhof begannen bereits 2018 einen tschechischen Akzent in ihr Programm einzubringen. Mit Bands aus Prag, Lesungen und Sprachkursen soll besonders die Kerwa in Zabo zu einem deutschtschechischen Begegnungsort werden. Auch 2022 gab es ein Konzert der Prager Band „The Dead Daniels“.

Kunst im Öffentlichen Raum. Der Prager Maler und Street Art Künstler Jakub Janovský gestaltete den Agnestunnel am Cinecittà mit einem Mural auf beiden Wandseiten. Das Kunstwerk trägt den Titel „Intra muros – extra muros“ und bezieht sich auf die Lage des Tunnels, direkt in durch die Stadtmauer.

Zum zehnten Mal fand im Oktober das einmonatige Praktikum zweier Schülerinnen der Prager Tierpflegeschule im Nürnberger Tiergarten statt. Im Juli besuchten 60 Schülerinnen und Schüler der Prager Schule den Tiergarten. Im Rahmen des Besuchs wurden wieder die Kandidaten für das kommende Jahr ausgewählt.

Freundeskreis

Der Freundeskreis Nürnberg-Prag e.V. konnte 2022 seine monatlichen Stammtische wieder regelmäßig und ohne Einschränkungen aufnehmen. Vorträge, Stadtführungen und eine Exkursion waren ebenfalls Teil des Programms.

Ausblick

2023 sollen die bewährten Aktivitäten, wie die Zusammenarbeit der Modeschulen und der Tiergärten fortgesetzt werden. Ende April sollen erstmals auch zwei Schülerinnen der Nürnberger BOS 2 Wochen in der Prager Tierpflegeschule verbringen.

Für Ende April/Mai ist die interaktive Installation „Infinite Library“ in der Nürnberger Stadtbibliothek zu sehen. Es handelt sich um ein Projekt des Prager Filmhochschuldozenten Mika Johnson, in Zusammenarbeit mit dem Prager Goethe Institut.

Das Literaturstipendium soll 2023 in die Dritte Runde gehen. Eine Lesung mit bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten ist im Herbst in der Galerie „Bernsteinzimmer“ geplant.

San Carlos (Nicaragua)

Partnerstadt seit 1985

Politische und wirtschaftliche Situation

Seit der gewaltsamen Unterdrückung von Protesten im April 2018 befindet sich Nicaragua in einer schweren Krise. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind seitdem über 500 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte von Sicherheitskräften verschleppt worden. Die Repressionen haben seither zugenommen und mehrere Vertreterinnen und Vertreter von Opposition, Medien und Zivilgesellschaft wurden festgenommen; viele andere haben sich ins Exil oder in den Untergrund gerettet oder wurden ausgebürgert. Regierung, Verwaltung, Justiz, die Wahlbehörden und fast alle Medien werden von Präsident Daniel Ortega und seiner Familie kontrolliert. Nach den Kommunalwahlen 2022 sind alle 153 Gemeinden in der Hand der Regierungspartei. Die Wahl hat nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft nicht die Mindest-voraussetzungen einer freien und fairen Wahl erfüllt.

Nicaragua leidet extrem unter dem Klimawandel. Im Global Climate Risk Index belegt sie Platz 6.

San Carlos befindet sich in einer schweren ökonomischen Situation, weil seit 2018 wegen der politische Lage und der Corona Krise sehr wenig Touristen die Stadt besuchen.

Aktivitäten

In Zusammenarbeit mit ASODELCO, einer lokalen NGO, setzten wir den Bau von energieeffizienteren Kochstellen in San Carlos und Umgebung fort. Zum Projekt gehören auch Fortbildungsworkshops für die lokale Bevölkerung über die Nutzung und Wartung der Kochstellen sowie über den Umgang mit dem Klimawandel. Insgesamt wurden bereits 287 Energiesparherde in Betrieb genommen.

Zuschüsse erhielt das Kulturzentrum „La Tertulia“ für die Erstellung eines Kinderbuches, die Jugendfußballmannschaft und Schwimmkurse für Kinder. Ebenfalls bezuschusst wurde das Betreuungszentrum für Opfer innerfamiliärer und sexueller Gewalt (ARETE) und der Dichterverein San Carlos. In Nürnberg wurde Ludwing Gómez, Musiker der Gruppe XIMENA unterstützt.

Wie jedes Jahr organisierte IB, zusammen mit der Evangelischen Lutherischen Kirche Bayern, den Zentralamerikatag. 2022 zum Thema „Dekoloniale Perspektiven auf Zentralamerika“.

Ein virtuelles Treffen der europäischen Partnerstädte und Partnerschafsvereine von San Carlos zu dem Thema „Welchen Herausforderungen muss sich Nicaragua im Klimawandel stellen“ fand statt.

Partnerschaftsverein

Kontinuierliche Unterstützung des Kulturhauses La Tertulia und des Frauenhauses ARETE. Förderung der Frauenselbsthilfe – Agrarprojektes (mit Kakaoanbau und -verarbeitung) in 3 Gemeinden in Zusammenhang mit dem BMZ/ Bengo und der Fundación San Lucas. Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und Veranstaltungen u.a. mit dem exilierten Musiker Ludwing Gómez. Unterstützung für Kinder (teilweise Übernahme der Schulgebühren) in San Miguelito. Realisierung und Teilfinanzierung des Drucks eines Kinderbuches, erarbeitet in der Tertulia, mit finanzieller Förderung des Amtes für Internationale Beziehungen. Organisation und Betrieb der San Carlos Bude am Markt der Partnerstädte

Ausblick

Fortsetzung des Aufbaus weiterer Energiesparherde. Die Renovierung von 3 Schulen in der Region Rio San Juan wird, zusammen mit der Stadt Groningen und der Stadt Erlangen, unterstützt. Ein Jugendaustausch mit Jugendliche aus San Carlos in Nürnberg ist für Juni 2023 geplant.

Shenzhen (China)

Regionalpartnerschaft seit 1997

Politische und wirtschaftliche Situation

China ist 2022 in weite Ferne gerückt. Vor allem die restriktive Null-Covid-Politik und die Menschenrechtsverletzungen in Xinjian standen im Focus und haben die regionalpartnerschaftlichen Beziehungen reduziert. Anfang September kam es zu einer Abkehr von den strengen Corona-Regeln. Wie erwartet, wurden die Grenzen nach dem Chinesischen Neujahrsfest im Februar gelockert, Auslandsreisen von und nach China sind wieder möglich.

Aktivitäten

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken beteiligte sich am Bayern-Stand auf der China-Hi-Tech- Fair in Shenzhen, eine Delegationsreise fand jedoch nicht statt.

Zu den Highlights des Jahres zählten das Deutsch-Chinesische Neujahrskonzert im Konzertsaal der Nürnberger Symphoniker und das Mittherbstkonzert im kreuz+quer Saal in Erlangen. In Kooperation mit IB organisierte das Konfuzius-Institut eine Mondfestperformance mit Lesung und die Ausstellung Yuan Shun im Kunstraum in der Pirckheimer Straße.

Beim Koordinierungstreffen der Regionalpartner wurde eine online Direktverbindung zum Bavaria-Invest-Büro der Bayerischen Staatsregierung nach Shenzhen und Guangzhou geschaltet.

Im Herbst startete die Ausstellung „Im Zeichen des Monds“, kuratiert von der Künstlerin Heike Hahn in Nürnberg, die in allen an der Regionalpartnerschaft beteiligten Kommunen gezeigt wird. 2022 war die Ausstellung in Nürnberg, Hersbruck und Zirndorf zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten von Künstlern, die in den langen Jahren der Regionalpartnerschaft an einem Austausch-Stipendium teilgenommen hatten.

Am 8.10.22 fand eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Konfuzius-Institut, dem BZ und dem Verein Nordkurve e.V. mit dem Titel „Gegen das Vergessen“ statt. Dabei wurden die Themen Antisemitismus und Flucht während des Nazi-Regimes (u.a. auch nach Shanghai) behandelt. Außerdem wurde der von einer Schulklasse mit dem Verein Nordkurve erstellte Comic „Jesuran“ (Fluchtgeschichte einer jüdischen Nürnberger Familie) auf Deutsch und Chinesisch gelesen.

IB nahm außerdem teil bei der vom Menschenrechtsbüro veranstalteten Podiumsdiskussion „Wege im Umgang mit der Volksrepublik China“ sowie dem Runden Tisch Menschenrechte.

Partnerschaftsverein

Der Verein zur Unterstützung der Partnerschaft Region Nürnberg Shenzhen organisierte neben den Konzerten eine Kinderkunstausstellung im Foyer des Internationalen Hauses und einen Online-Austausch über die Jugendfarm Erlangen zum Thema Klimaschutz.

Ausblick

Bei einem Treffen der Regionalpartner wurde das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum auf 2024 verschoben. Der Chinesische Gourmet-Abend im Grand Hotel (ursprünglich 2020 geplant) wurde auf 2024 verschoben.

Die Ausstellung „Im Zeichen des Monds“ wird in weiteren Kommunen der Regionalpartnerschaft gezeigt. Am 29.4.2023 findet ein Shenzhen-Promotion-Day im Konfuzius Institut statt.

Das Deutsch-Chinesische Neujahrskonzert fand am 18.2.2023 statt und im Herbst ist wieder ein Mondfestkonzert geplant. Auch die Kinderkunstausstellung wird wieder organisiert.

Skopje (Nordmazedonien)

Partnerstadt seit 1982

Politische und wirtschaftliche Situation

Skopje und ganz Nordmazedonien leidet nach wie vor unter der schlechten wirtschaftlichen Situation. Der EU-Beitrittsprozess verläuft weiterhin schleppend, die Differenzen mit dem Nachbarland Bulgarien sind schwer auszuräumen. Die seit Ende 2021 in Skopje regierende parteilose Oberbürgermeisterin Danela Arsovska hat aufgrund fehlender politischer Unterstützung Probleme sich im Stadtrat durchzusetzen.

Seit ihrem Amtsantritt wurden viele Ansprechpartnerinnen und -partner ausgewechselt, was teilweise zum Zusammenbruch etablierter Kommunikationsstrukturen führte und die partnerschaftliche Zusammenarbeit erschwert.

Aktivitäten

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft gab es 2022 mehrere kulturelle Aktivitäten. So wurde im Mai die Fotoausstellung „Portrait of a Symphony“ der Fotografin

Maja Argakijeva aus Skopje in Nürnberg gezeigt. Im September trat das Diaz-Wojtas-Duos beim Festival „Sounds of the Old Bazaar“ in Skopje auf. Außerdem gab der Mentalist Frank Masson mehrere Vorstellungen in Skopje, unter anderem bei den „White Nights“.

In Nürnberg fand ein Online-Vortrag zum Thema „Hidden Treasures - Der alte Basar und die Handelsbeziehungen von Skopje im Laufe der Geschichte“ in Zusammenarbeit mit dem Verein One Europe e.V. statt.

2022 ging das Nakopa-Förderprojekt „Schornsteinfeger für saubere Öfen und saubere Luft in Skopje“ ins dritte und letzte Jahr. Zunächst blockierte die Berufsschule in Skopje den Projektfortschritt. Nach Beilegung der Differenzen konnten in der zweiten Jahreshälfte dann doch noch alle ausstehenden Projektaktivitäten durchgeführt werden. Zuvor war das Nakopa-Team aus Skopje zu einer von der SKEW geförderten zweiwöchigen Entsendungsreise nach Nürnberg und Dresden gekommen. Die erste Ausbildungsklasse von Schornsteinfegern startete im Oktober an der Berufsschule in Skopje mit zwei Praxisschulungen durch Nürnberger Schornsteinfegermeister und einer Schulung inklusive Praktikum im Aus- und Fortbildungszentrum für das Kaminkehrerhandwerk in Mühlbach/ Oberpfalz. In Skopje wurden Imagefilme für den Schornsteinfegerberuf erstellt. Im Rahmen der abschließenden Reisen besuchte erstmals auch Oberbürgermeisterin Danela Arsovska Nürnberg und konnte ihren Amtskollegen Marcus König treffen.

2022 endete auch der Fachkrafteinsatz von Gerold Schnabl in Skopje. Der Umweltexperte hatte seinen Einsatz noch um sechs Monate verlängert, unter anderem um das Nakopa- Projekt bis zum Ende begleiten zu können. Insgesamt hat er die Städtepartnerschaft zweieinhalb Jahre vor allem im Umweltbereich aber auch darüber hinaus unterstützt.

Natürlich gab es auch wieder einen Skopje-Stand beim Markt der Partnerstädte, wie immer betrieben von Tanja Frkovic von der Kunsthandwerkervereinigung MATA.

Ausblick

Aufgrund der schwierigen Situation in der Stadtverwaltung Skopje soll hier zunächst die weitere Entwicklung abgewartet werden, bevor neue größere Projekte angestoßen werden können. Es laufen jedoch bereits Gespräche mit der SKEW und der GIZ über die Einstellung einer weiteren lokalen Fachkraft in Skopje. Diese soll die Nachhaltigkeit der Ergebnisse des Nakopa-Projekts zum Thema Luftreinhaltung garantieren.

Des Weiteren soll nun endlich der Fachaustausch des Roten Kreuz Nürnberg und Skopje zum Thema Hausnotruf durchgeführt werden, ebenso wie der Besuch einer Mädchenbasketballmannschaft aus Skopje beim Post SV in Nürnberg und der Besuch von Kindern des Waisenhauses „11. Oktober“ in Skopje bei Jugendlichen des Kinder- und Jugendhilfezentrums in der Reutersbrunnenstraße in Nürnberg.

Venedig (Italien)

Partnerstadt seit 1954

Situation

Hier erleben wir in den nun fast 70 Jahren der partnerschaftlichen Beziehungen ein beständiges Auf und Ab. Phasen von intensiverem Austausch wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab - für langjährige Beziehungen ein normales Phänomen. Leider unternimmt die Stadtverwaltung Venedig seit Jahren wenige (bis keine) Aktivitäten zur Förderung der Städtepartnerschaft.

Aktivitäten

Seit 2022 gibt einen Direktflug nach Venedig. Die neue Flugverbindung wurde in unserer Partnerstadt der lokalen Presse vorgestellt.

Verein

Der „Nürnberger Photoklub“ und der „Photoklub La Tangenziale“ aus Mestre-Venedig arbeiten kontinuierlich bereits seit 35 Jahre zusammen. So wurde im Januar 2022 gemeinsam die deutsch-italienische Photoausstellung „La Notte e L' Ora Blue“ („Nacht und Blaue Stunde“) in Noale, nahe Venedig präsentiert.

Ausblick

IB bemüht sich insbesondere mit Blick auf das 70-jährige Jubiläum (gemeinsam mit Nizza) im Jahr 2024 Venedig wieder stärker einzubinden.

Kommunale Freundschaften

Bar (Montenegro)

Befreundet seit 2006

Vereinsaktivitäten

Der Großteil der Aktivitäten findet in der Fränkisch-Montenegrinischen Gesellschaft e.V. („FRAMOG“) statt. Neben den Vereinssitzungen ist die wichtigste Veranstaltung im Jahr der montenegrinische Nationalfeiertag am 13. Juli, zu der die FRAMOG im Rathausinnenhof ein großes Fest veranstaltete. Neben dem Schirmherrn OB König zählten beispielsweise Dr. Thomas Bauer, Regierungspräsident von Mittelfranken, Ivana Djukanovic, Generalkonsulin von Montenegro sowie Serdar Deniz, Generalkonsul der Republik Türkei zu den Gästen.

Zu Beginn des Jahres besuchte die FRAMOG-Präsidentin Lola Mugoša die Stadt Bar um

sich persönlich ein Bild vom aktuellen Spendenprojekt, einem Begegnungsgarten in einer

Caritas-Einrichtung für ältere Menschen, zu machen.

Ausblick

Im Jahr 2023 feiert die FRAMOG ihr 20jähriges Jubiläum. Neben der Feier zum montenegrinischen Nationalfeiertag sind viele weitere Aktionen zum Jubiläum geplant. Auch eine Teilnahme mit einem Stand am Abend der Begegnungen beim Evangelischen Kirchentag 2023 ist geplant. Der im letzten Jahr wiedergewählte Bürgermeister Dušan Raicevic hat angekündigt, Nürnberg besuchen und OB König persönlich kennenlernen zu wollen.

Braşov (Rumänien)

Befreundet seit 2006

Politische und wirtschaftliche Situation

Durch die starke Konsumnachfrage insbesondere im Handel und bei Dienstleistungen kann Rumänien einen wirtschaftlichen Wachstumstrend von 5 % bis 6 % verzeichnen. Dies liegt vor allem an der Entwicklung vom Billiglohnland hin zu einem industrialisierten EU-Land. Für das Jahr 2023 wird jedoch mit einer deutlichen Verlangsamung des Aufschwungs gerechnet unter anderem durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine: Rumänien teilt rund 600 Kilometer Grenze mit der Ukraine. Bei der Abstimmung über die Erweiterung des Schengen-

raums durch die EU-Innenminister am 8.12.2022 scheiterte der Beitritt Rumäniens (sowie Bulgariens) am Veto Österreichs sowie den Niederlanden.

Aktivitäten

BM Allen Coliban besuchte erstmals Nürnberg zum Deutsch-Rumänischen Sommerfest und nutzte seinen Aufenthalt für Fachgespräche mit OB Marcus König, den Referentinnen und Referenten, der Handwerkskammer und dem Flughafen. Aus den Gesprächen resultierte eine digitale Präsentation der Nürnberger Nachhaltigkeitsstrategie durch Umweltreferentin Britta Waldhelm bei der Konferenz „Showcase your city“ der Stadt Braşov.

Beim Antrittsbesuch der rumänischen Botschafterin zeigte sich die Diplomatin beeindruckt von den vielfältigen Projekten der Städtefreundschaft und regte weitere Intensivierung der Beziehungen besonders im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich an.

Der Schüleraustausch wurde durch eine Vereinbarung des Sigmund Schuckert Gymnasiums mit dem Honterus Gymnasium Braşov gestärkt. Mit dem Nürnberger Jugendamt wurde in den Pfingstferien und kurz vor Weihnachten eine Austauschmaßnahme von Jugendlichen aus Kronstadt nach Nürnberg organisiert.

Die Kunstausstellung „Balkanika“ der Künstlerin Iulia Schiopu wurde im Foyer des HeiGei gezeigt. „Auf den Spuren Albrecht Dürers“ lautete der Projekttitel einer Künstlergruppe aus Bukarest, die im Rathaus in Nürnberg empfangen wurden https://iterartland.eu/.

Der Braşover Schriftsteller Flavius Ardelean und Vertreter des Homunculus Verlag Nürnberg gestalteten eine zweisprachige Lesung aus seinen Werken.

Als Nachlese der Biofach konnten vom 28.- 30. Sept. an 9 Ständen auf dem Sebalder Platz Bioprodukte aus Rumänien und der Region Kronstadt / Braşov gekostet und gekauft werden. Den Anstoß für diese Initiative gab Stadtrat Werner Henning nach einem Gespräch mit dem rumänischen Landwirtschaftsminister.

Er vertrat Nürnberg erneut bei der Eröffnung des Oktoberfestes in Kronstadt und nutzte den Aufenthalt für Koordinierungsgespräche und Projektvorbereitung mit den Kollegen im Rathaus.

Beim Weihnachtsmarkt in Braşov wurden die Besuchenden mit Nürnberger Bratwürsten, Lebkuchen und anderen traditionellen Produkten aus Franken empfangen, die von Herrn Stadtrat Henning als Spende akquiriert wurden. Zudem konnte man sich über Nürnberg als Reiseziel und über Kooperationsprojekte informieren.

Verein

Beim Europatag beteiligte sich der Romanima Vereins mit einer Tanzgruppe und bot den rumänische Spezialitäten an. Das deutsch-rumänische Sommerfest auf dem Kornmarkt wird ausschließlich von Ehrenamtlichen des Vereins gestemmt und bietet ein buntes Wochenende mit musikalischem Bühnenprogramm und Spezialitäten, das tausende von Bürgerinnen und Bürger anlockt. Die Braşov Bude des Romanima Vereins am Markt der Partnerstädte ist ebenfalls ein beliebter Treffpunkt für Interessierte.

Ausblick

Generell wird der Austausch von Jugendlichen weiter gefördert und der Aufbau einer funktionierenden Jugendarbeit in Braşov unterstützt. Der Abschluss des Erasmus Fachkräftetreffens soll daher 2023 in Braşov stattfinden.

Die Schulpartnerschaft zwischen dem Johannes Honterus-Lyceum (Gymnasium) und dem Nürnberger Sigmund-Schuckert Gymnasium startet im ersten Schulhalbjahr mit einem Austausch der 9. Klassen.

Es besteht grundsätzlich großes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit und einem Ausbau der Beziehungen zwischen beiden Städten.

Gera (Deutschland)

Städtefreundschaft seit 1990

Politische Situation

Oberbürgermeister ist der parteilose Julian Vonarb. Seit der Kommunalwahl 2019 ist die AfD- Fraktion die stärkste Kraft und belegt 12 von 42 Sitzen. Diese Konstellation ist für die Stadtregierung nicht einfach.

Aktivitäten

Der kulturelle Austausch stand auch in diesem Jahr im Mittelpunkt. Die Fotografierenden Heike Hahn und Frank Rüdiger gestalteten gemeinsam eine Bauhaus-Ausstellung, die online zu sehen war.

Die ehemalige Hermann-Kesten-Stipendiatin Ulla Spörl (Autorin) kam nach Nürnberg, um an einem Buch zu schreiben. Im Dezember kam der bekannte Chor des Rutheneum- Gymnasiums zu einem Konzert in die Frauenkirche.

Die für April geplante Bürgerreise zum Thema Bauhaus musste abgesagt werden.

Bei einer Delegation aus Gera bestehend aus dem Ehrenamtsbeauftragten René Soboll und Christina Martens, sowie dem Klimaschutzbeauftragten Krauße wurden Projekte für das nächste Jahr besprochen.

Ausblick

Für das nächste Jahr sind Austauschaktivitäten in den Bereichen Jugend, Sport und Klimaschutz geplant. Die Bau-Haus Ausstellung soll im Stadtmuseum Gera und im Zeltnerschloß in Nürnberg ausgestellt werden.

Kalmunai, Eravur (Sri Lanka)

Patenschaft seit 2005

Politische und wirtschaftliche Situation

Im südasiatische Inselstaat Sri Lanka bleibt die wirtschaftliche und politische Situation unverändert. Jahrelanges Missmanagement und Korruption durch den Regierungsclan führt zu einer immensen Staatsverschuldung (von mehr als 50 Milliarden Dollar, größter Gläubiger ist China), die Inflation nimmt dramatisch zu. 2022 führte dies zu massiven Protesten gegen Präsident Rajapaksa. Nach monatelangen Demonstrationen fanden Neuwahlen statt. Seit Juli 2022 ist Ranil Wickremesinghe (United National Party) Staatspräsident. Beobachter

sehen auch unter ihm keine gute Zukunft für Sri Lanka.

In den Distrikten um Kalmunai und Eravur wurden die politisch und administrativ

Verantwortlichen ausgewechselt.

Aktivitäten des Vereins

Der Verein „Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka“ versucht weiterhin das, in Kooperation mit ihnen gebaute, schulische Förderzentrum in Eravur zu unterstützen. Der Wechsel in der kommunalen resp. regionalen Verwaltung erschwert die Umsetzung deutlich.

Um auch künftig Mittel für die Hilfe zur Verfügung stellen zu können, war der Verein wieder mit einer Sri Lanka Bude auf dem Markt der Partnerstädte vertreten.

Ausblick

Die bisher erzielten Erfolge beim Bau von verschiedensten Einrichtungen zur Verbesserung der Infrastruktur an der Ostküste Sri Lankas möchte der Verein fortsetzen. Die Idee, die Patenschaft durch einen thematischen Austausch zwischen Experten hier und dort zu beleben, steht im Raum.

Klausen und Montan (Italien)

Befreundet seit 1970 und 2012

Politische + wirtschaftliche Situation

Im Herbst 2023 finden die nächsten Landtagswahlen in Südtirol statt. In der Legislaturperiode 2018 - 23 erhielt die SVP (Südtiroler Volkspartei) die meisten Mandate und führte, neben der rechtspopulistischen Lega, mehrheitlich die Landesregierung.

Auswirkungen des Klimawandels: Die Jahresdurchschnittstemperatur ist um 1,5 Grad und die Tropennächte auf 30 gestiegen. Die großen Wirtschaftsbereiche Südtirols (Tourismus, Landwirtschaft) stehen entsprechend vor Veränderungen.

So begannen aktuell die Bauarbeiten zur Erhöhung des Hochwasserschutzes rechts und links des Eisacks im Norden von Klausen. Montan ist aktiv als Klimagemeinde.

Aktivitäten

„Die Burg ruft“ - 5 Tage Jugendaustausch. Im November 2022 reiste eine Gruppe von 13 Jugendlichen und zwei Betreuerinnen zum Gegenbesuch nach Nürnberg. Das Programm reichte vom Kennenlernen im Kinder- und Jugendhaus Nordlicht über eine Schnitzeljagd durch die Altstadt, bis zu Schwarzlicht-Minigolf und einem Exkurs rund ums ehemalige Reichsparteitagsgelände. Ein Schreib- und Reflexionsworkshop rundete den Austausch ab.

Teilnehmende der Bürgerreise wurden besonders herzlich von BMin Monika Delvai-Hilber begrüßt. Die Klimagemeinde Montan unternimmt zahlreiche Maßnahmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten. Dies stellte Umweltreferent Matthias Tschöll der Gruppe in seinem Vortrag vor. Auch privatwirtschaftliche Betriebe, wie z.B. das besuchte Weingut Pfitscher wurde bereits mit dem KlimaHaus Siegel ausgezeichnet.

Südtiroler Spezialitäten, insbesondere die Alpenversion des beliebten Glühweins lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher wieder an die Bude aus Klausen und Montan auf dem Markt der Partnerstädte. In Jahr 2022 übrigens in der längsten möglichen Zeitspanne des Marktes.

Ausblick

Unter dem Motto „Der Berg ruft“ werden Nürnberger Jugendliche nach Klausen in Südtirol reisen und dort herzlich willkommen sein.

„Genuss-Wandern in Südtirol zur Apfelblüte“ lautet das Motto der Bürgerreise 2023. Die 8-

tägige Bürgerreise widmet sich den Sehenswürdigkeiten, kulturellen und kulinarischen

Besonderheiten rund um Klausen und Montan.

Als feste Größe am Markt der Partnerstädte werden Nürnbergs Freundinnen und Freunde aus Südtirol wieder mit einer Bude vertreten sein.

Nach drei Jahren Zwangspause, ist der Wunsch den traditionellen Auftritt von Musikerinnen und Musikern aus Klausen und Montan beim Christkindlesmarkt und Markt der Partnerstädte in 2023 umzusetzen groß und sollte realisiert werden.

Nablus (Westjordanland/Palästinensische Gebiete)

Befreundet seit 2015

Politische und wirtschaftliche Situation

Dr. Sami A. Hijjawi ist seit 2022 neuer OB von Nablus und löst Interimsbürgermeister Adly Yaish ab.

Die allgemeine Lage im Westjordanland ist sehr angespannt. Von Reisen wird abgeraten. Auch in Nablus ist die Sicherheitslage für ausländische Gäste schwer kalkulierbar. Das Mistrauen gegenüber Fremden ist stark angewachsen.

Aktivitäten

Pandemiebedingt waren seit 2020 gemeinsame Aktivitäten nicht realisierbar. Es wurde in dieser Zeit auf virtuelle Besprechungen und Treffen ausgewichen.

Im Rahmen der OB Reise in die Partnerstadt Hadera, wurde für einen Tag auch Nablus besucht. Dort gab es einen intensiven Austausch der OBs und Stadträte. Auch wurde ein erster Kontakt zwischen der Musikschule von Nablus und Gabriele Rüll, der Leitung der Nürnberger Musikschule, hergestellt. Erstes Ergebnis dieses Treffens war die Sammlung von Musikinstrumenten durch die Musikschule, der Transport nach Nablus wurde vom Partnerschaftsverein organisiert.

Die Verkehrsüberlastung der Innenstadt von Nablus ist immer noch ein wichtiges Thema auf der Agenda. Im November besuchte Dr. Sameer Abu Eisheh und Ingenieurin Rania Doleh Nürnberg, um sich mit VAG und Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg auszutauschen. Zunächst soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, um die Möglichkeit des Baus einer Straßenbahn zu untersuchen.

Partnerschaftsverein

Die Initiative zur Förderung der Beziehungen zwischen Nürnberg und Nablus (kurz: Nablus- Initiative INNA) ist weiterhin in Kontakt zu ihren Ansprechpartnerinnen und –partnern in Nablus und einige Mitglieder des Vereins begleiteten Herrn OB bei seiner Nahostreise, um eigene Projekte voranzutreiben. Hierbei steht besonders die Zusammenarbeit beider Universitäten im Vordergrund.

Auf Einladung des Vereins besuchten Ende September Jugendliche der Nablus Circus School Nürnberg und konnten ihr Können bei einer Galavorstellung in der Kulturwerkstatt Auf AEG zeigen. Der Verein hat auch wieder die Nablus-Bude auf dem Markt der Partnerstädte betrieben.

Ausblick

Die unsichere Lage und politische Situation im Westjordanland erschweren momentan eine konkrete Planung. Zur Verkehrsproblematik und daraus folgend evtl. Antragstellung bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) wären Reisen und Austausch unabdingbar, ebenso bei Projekten der Musikschulen.

Partnerschaftsübergreifende Projekte

Koordination kommunale Entwicklungspolitik

Sokodé und Aného (Togo)

Projektpartnerschaften seit 2018

Politische und wirtschaftliche Situation

Seit 1967 regiert in Togo eine einzige Familie: Bis 2005 war es Eyadema Gnassingbé,

seither ist es dessen Sohn Faure Gnassingbé. Seit einigen Jahren findet ein gewisser

Demokratisierungsprozess sowie die Dezentralisierung der Verwaltung statt. Die Kommunen

verfügen seit 2019 über hohe Entscheidungsbefugnis, was der partnerschaftlichen

Zusammenarbeit sehr zugute kommt.

Aktivitäten

Das Corona-Solidarpaket (Umfang: 50.000 €) der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt wurde mit der Kommune Sokodé abgewickelt. Es fanden drei Workshops einer Frauen- Nichtregierungsorganisation zur selbstbestimmten Familienplanung statt.

Höhepunkte waren die Besuche von drei kommunalen Delegationen aus Togo: Bassar im Juni sowie Sokodé und Aného im September.

Es fanden zwei eigene Afrika-Veranstaltungen statt und bei vier weiteren war IB aktiver Mitveranstalter. Ein Höhepunkt war die Kooperationsveranstaltung mit dem Bildungszentrum, der Vortrag der renommierten Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy zu ihrem Buch „Afrikas Kampf um seine Kunst“ im vollen Katharinensaal.

IB nahm zudem an neun Fachkonferenzen mit Vorträgen zu Nürnbergs Afrika-Arbeit, mit jeweils verschiedenen Aspekten, teil. Des Weiteren war IB als Interviewpartner etwa vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gefragt.

Nach mehrjähriger Grundlagenarbeit wurde im Juli offiziell der Initiativkreis „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit Afrika“ im Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Metropolregion Nürnberg gegründet. IB war daran maßgeblich beteiligt.

Vereine

Wie gewohnt, arbeitete IB eng mit den Nürnberger Vereinen „Aktion für die Entwicklung von Tchaoudjo/Togo (ADT) e.V.“ und „Action Développement Togo e.V.“ zusammen und ist stets mit weiteren Afrika-Vereinen vernetzt. Der Verein Action Développement Togo e.V. hat auch wieder die Aného-Bude am Markt der Partnerstädte betrieben.

Beide Vereine engagieren sich mit humanitären Hilfsprojekten vor Ort. So fahren beispielsweise regelmäßig Zahnärzte nach Aného zur Behandlung von Patient*innen.

Ausblick

Die Planung für neue Photovoltaikanlagen auf Rathaus und Markt von Sokodé sowie dem Rathaus von Aného wird seit Herbst 2022 konkreter und soll 2023 vorliegen, sodass eine Finanzierung gesucht werden kann. Ein Projektstart wird voraussichtlich 2023 stattfinden.

Mittelanträge für Großprojekte werden wieder bei der Bayerischen Staatskanzlei und/oder bei Engagement Global gestellt. Kleinere Projekte werden mit dem Preisgeld „Kommune bewegt Welt“ gefördert.

Markt der Partnerstädte

Seit 40 Jahren gibt es während des Nürnberger Christkindlesmarkts den Markt der Partnerstädte. Händlerinnen und Händler aus den Partnerstädten, befreundeten Kommunen und ausgewählten Regionen sowie Partnerschaftsvereine verkauften wieder landestypische Weihnachtsartikel aus ihren Heimatstädten und -ländern.

22 Buden aus 18 Ländern umfasste das Weltdorf im Jahr 2022. Leider nicht dabei Atlanta (Betreiberwechsel), Prag (Energiekriese) und Krakau (Ukraine-Krise). Vertreten waren Aného (Togo), Antalya (Türkei), Bar (Montenegro), Braşov/Kronstadt (Rumänien), Charkiw (Ukraine), Córdoba (Spanien), Gera (Thüringen), Glasgow (Großbritannien), Hadera (Israel), Kalkudah (Sri Lanka), Kavala (Griechenland), Venedig, Verona, Klausen und Montan (Italien), Nablus (Palästinensische Gebiete), Nizza (Frankreich), San Carlos (Nicaragua), Santiago de Cuba (Kuba), Shenzhen (China) und Skopje (Nordmazedonien). Venedig war sogar doppelt vertreten: Wegen der kurzfristigen Absage Prags sprang Alberto Castelli mit einer zusätzlichen veganen Venedig-Bude ein. Neu dabei war Corrèze. Corrèze ist der neue Departementsname für das frühere Limousin, das eine Partnerschaft mit dem Bezirk Mittelfranken verbindet.

Die große Bude des Amts für Internationale Beziehungen wurde zugunsten Charkiw aufgegeben. Neben der Händlerin sammelte der Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg dort Spenden für unsere ostukrainische Partnerstadt.

Ein Bühnenprogramm wurde in diesem Jahr wegen Corona nicht geplant. Besonders schön war im kleinen Rahmen der Auftritt des Nürnberger Christkinds auf dem Markt der Partnerstädte am letzten Tag, um die Spende der Budenbetreibenden an den Charkiw- Verein zu übergeben.

Grenzenlos

Partnerschaftsfest seit 2003

Am Samstag, 13. und Sonntag, 14. August 2022 unternahm das traditionsreiche Fest der Partnerstädte eine Reise nach Krakau, deren Kunstwerke, Dackelparaden und Musikfestivals legendär sind. Rund 2000 Gäste konnten im Tucherschloss begrüßt werden.

Höhepunkt war deshalb am Samstag der Auftritt der Krakauer Band „Bester Quartett“. Die vier Musiker um Akkordeonist Jarosław Bester kombinieren Klezmer, Jazz, Klassik und Avantgarde zu einer eigenen Musiksprache, die sie zu Auftritten in die wichtigsten Konzertsäle und Clubs der Welt führte. Zur Einstimmung in die experimentierfreudige Krakauer Musikszene spielten „The Silver Lining“. Und polnisch-kubanische Musik boten das „Díaz Wojtas Duo“ am Sonntag.

Mit Animationsfilmen Krakauer Studentinnen und Studenten der Akademie der Schönen Künste blickte das Fest tief in die Seele der Kreativität künftiger Filmschaffender. Ergänzt wurden sie mit Videoclips aus dem Krakauer Haus.

Nach dem berühmten Krakauer Vorbild führte die 2. Nürnberger Dackelparade vom Hauptmarkt ins Tucherschloss. Seit 1990 treffen sich in Krakau jährlich hunderte Dackel und ihre Besitzer*innen, um ihre Liebe zu den Teckeln zu zeigen. Die Dackelparade geht zurück auf den polnischen Dramatiker Sławomir Mrożek, Dackelliebhaber und nahe Krakaus geboren. Er wollte damit ursprünglich Militäraufmärsche parodieren.

Im Anschluss konnten die tierischen Eindrücke künstlerisch umgesetzt werden. Barbara Engelhard lud ein, mit den beliebten Washitapes fantasievolle Dackel in allen Formen und Farben zu kreieren. Wie jedes Jahr zeigte „Katharina Tucher“, gespielt von Inge Bickel im Kostüm, in Kurzführungen ihr Schloss und das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum (KPZ) gab Einblick in die feine Gesellschaft der Nürnberger Renaissance.

Beim kurzweiligen Crashkurs „Polnisch – schwierig gibt’s nicht“ gab Silvie Preußer Verständigungstipps für den nächsten Polenaufenthalt. Sie verriet auch, wie das polnische Zauberwort lautet und was das Ganze mit der polnischen Seele zu tun hat. Und was wäre des Fest der Partnerstädte ohne ihre Moderatorin Kiki Schmidt.

Ausblick

Unser langjähriger Kooperationspartner, das Museum Tucherschloss und Hirsvogelsaal, musste seine finanzielle Beteiligung um 50 Prozent, auf rund 5.000 Euro reduzieren. Eine Fortsetzung in seiner bisherigen Form würde deshalb für IB bedeuten, einen deutlich höheren Betrag einbringen zu müssen. Und dies bei einem neuerlich gekürzten Sachetat. Deshalb wurde der gemeinsame Entschluss gefasst, das Festival künftig biennal auszurichten. Das nächste Grenzenlos-Fest soll im Jahr 2024 stattfinden.

SDG-Ausstellung und Veranstaltungsreihe

Vom 2. Februar bis 2. Mai 2022 zeigte IB die Ausstellung „Nürnberg nachhaltig. So setzen wir die Nachhaltigkeitsziele um“.

Die Ausstellung im Heilig-Geist-Haus verdeutlichte die SDG’s in verständlicher Weise, zeigte Hintergründe auf, die als Grundlage für individuelle und kollektive Handlungsweisen genommen werden können. Ergänzt wurde die Präsentation mit Tafeln beispielhafter Projekte aus Kooperationen mit verschiedenen Städtepartnerschaften.

Diese wurden in 11 Veranstaltungen, davon 2 online, 4 hybrid und 5 in Präsenz, auf informative und amüsante Art vorgestellt. Die Themen reichten von „Nachhaltiger Bildung in Zoologischen Gärten“ über „Klima- und Naturschutz in der Deutsch-Ukrainischen Jugendbegegnung“ bis zu „UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft“.

Europatag

Am 21. Mai 2022 fand der Bayerische Europatag in Nürnbergs Altstadt statt. An rund 40 Ständen informierten verschiedene Institutionen, Vereine und Behörden rund um das Thema Europa. Auch wir beteiligten uns am Europatag mit Spezialitäten, Informationen, Mitmachaktionen und Kultur aus unseren Partnerstädten Glasgow, Braşov, Córdoba, Nizza und Krakau an zwei Ständen und am Bühnenprogramm.

Gremien und Netzwerkarbeit

IB ist aktiv in verschiedenen überregionalen Gremien und Netzwerken vertreten.

Beispielhaft seien der Initiativkreis Afrika in der EMN, der AK Entwicklungspolitik des bayerischen Städtetages, dem AK IKON des Deutschen Städtetages sowie Eurocities genannt.

Intensiv ist auch die Mitarbeit im Join-Netzwerk. Dieses Netzwerk hat das Ziel ein Forum für Austausch, Qualifizierung und stärkere Sichtbarkeit von Internationaler Jugendarbeit in Nürnberg zu sein. Damit soll auch zur Umsetzung der Ziele sowohl der bayerischen Staatsregierung als auch der Bundesregierung zur Stärkung des internationalen Jugendaustausches beigetragen werden

Der jährliche Jahresumtrunk fand diesmal im Juli im Kreuzigungshof statt und bot den Kooperationspartnern von IB eine Gelegenheit für Gespräche und weitere Vernetzung.

Finanzen 2022

Ausgaben

Antalya 20.660 €
Atlanta 3.700 €
Charkiv 7.450 €
Córdoba 7.800 €
Glasgow 16.560 €
Hadera 9.230 €
Kavala 7.050 €
Krakau 15.630 €
Nablus 6.050 €
Nizza 13.880 €
Prag 4.470 €
San Carlos 2.680 €
Skopje 3.670 €
Sonstige internationale Kooperationen 6.380 €
Euro-Cities (davon Mitgliedsbeiträge: 16.300 €) 18.140 €
Ehem. jüd. Mitbürger*innen Nürnberg 240 €
Übergreifende Projekte 8.460 €
Öffentlichkeitsarbeit 4.860 €
Grenzenlos Fest der Partnerstädte 7.640 €
Togo 3.780 €

(Kost: L111120001 und Z111120002)

Zuschüsse

Enthalten sind Zuschussausgaben an Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereine, Gruppen, Privatpersonen usw. für städtepartnerschaftliche Aktivitäten:

Antalya (3) 1.500 €
Atlanta (4) 9.000 €
Charkiw (4) 3.600 €
Glasgow (4) 7.000 €
Hadera (2) 800 €
Kavala (1) 300 €
Krakau (4) 5.500 €
Nablus (2) 1.800 €
Nizza (3) 5.200 €
Prag (5) 4.880 €
San Carlos (5) 10.550 €
Skopje (2) 1.950 €
Sonst. Internat. Kooperationen (2) 7.000 €
Übergreifende Projekte (1) 1.500 €
Togo (5) 4.180 €

(*) Anzahl der Maßnahmen

Shenzhen (Regionalpartnerschafts-Fonds) Ausgaben: 26.950 € Einnahmen: (u.a. Beitragszahl. der Regionalpartner) 27.500 € Markt der Partnerstädte Ausgaben (inkl. Reparaturen) 18.900 €

Drittmittel „Schornsteinfeger für saubere Öfen und saubere Luft“, Skopje Projektstart: 12.2019. Laufzeit bis Ende 2022. Gesamtumfang: 180.000,00 €. 90 % Bezuschusst durch Engagement Global. Corona Solidarpaket Sokodé Projektstart: 7.2021. Laufzeit bis Ende 12.2021, verlängert bis 6.2022. Gesamtumfang: 50.000 €. 100 % Bezuschussung durch Engagement Global.

Beschlussvorlage Ref.III/009/2023

Beratung Datum Behandlung Ziel

Ältestenrat und Finanzausschuss 26.04.2023 öffentlich Beschluss

Betreff:

Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe

hier: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 28.03.2022

Sachverhalt (kurz):

Die Stadt Nürnberg verwaltet ca. 94.000 Grabstätten auf 10 städtischen Friedhöfen mit ca. 130 ha Gesamtfläche. Es ist beabsichtigt, die Arbeitsabläufe in der Verwaltung durch Einführung eines digitalen Friedhofsplans zu verbessern und die Grundlagen für eine zeitgemäße Friedhofsplanung und Bürgerkommunikation zu schaffen. Grundlage hierfür sind die Digitalisierung aller Grabstätten und die Verknüpfung der GIS-Daten mit der Friedhofsdatenbank. Diese Leistungen sollen in einem ersten Schritt zeitnah vergeben werden.

Bereits 2007 hatte Frh damit begonnen, im Rahmen eines Pilotprojektes GIS-Daten der städtischen Friedhöfe zu erheben, die als Grundlage für eine Vielzahl künftiger Anwendungen dienen können.

Seit 2019 wurden in einem konkreten Vorprojekt Grundlagendaten erhoben und eine Testumgebung eingerichtet. Die Erfahrungen aus diesem Vorprojekt dienen nun als Grundlage der weiteren Projektplanung für den digitalen Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe.

  1. Finanzielle Auswirkungen:

Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

(→ weiter bei 2.)

Nein (→ weiter bei 2.)

Ja

Kosten noch nicht bekannt

Kosten bekannt

Gesamtkosten 215.000 € Folgekosten 36.000 € pro Jahr

dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum

davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr

davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr

Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?

(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

Durch Beschlussfassung soll die Finanzierung aus Edelmetallerlösen des Krematoriums bewilligt werden.

2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:

Nein (→ weiter bei 3.)

Ja

Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans

Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)

Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt

2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)

Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:

  1. Diversity-Relevanz:

Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die digitale Friedhofsplanung liefert relevante Grunddaten für alle Bevölkerungsgruppen.

  1. Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:

RA (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)

Ref.//II - Stk

Beschlussvorschlag:

Der Ältestenrat und Finanzausschuss stimmt der vorgestellten Planung zum stufenweisen Einstieg in die digitale Friedhofsplanung zu.

Für die Finanzierung können Mittel von bis zu 215.000 € aus den Edelmetallerlösen des Krematoriums herangezogen werden.

Friedhofsverwaltung

hier: Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe

I. Die Daten zur Lage der Gräber in den Grababteilungen liegen bei Frh ausschließlich als analoge Pläne auf Papier vor. Die einzelnen Pläne sind von sehr unterschiedlicher Qualität und Aktualität. Durch häufiges Kopieren entstanden zudem Unterlagen mit optischen Verzerrungen und zum Teil erheblichen Abweichungen. Veränderungen in den Grabfeldern wurden in der Vergangenheit teilweise nicht in die Kopien der Bestandspläne eingearbeitet. Die Qualität der Unterlagen garantiert deshalb aktuell keine genaue Lageeintragung.

Für den Westfriedhof stammen die Pläne aus dem Jahr 1956. Teilweise wurden seitdem Pläne neu gezeichnet, allerdings immer nur für einzelne Grababteilungen. Für den Südfriedhof existiert kein Gesamtplan. Für alle Grababteilungen liegen einzelne Abteilungspläne vor. Nachträge sind vorhanden, allerdings sind die Eintragungen bzgl. der Neugestaltungen von Grabfeldern nicht immer lagegenau.

Für die Außenfriedhöfe (Großgründlach, Boxdorf, Fischbach, Worzeldorf, Kornburg Reichelsdorf, Großreuth und Höfen) liegen für Friedhöfe, die seit ca. 1975 erweitert wurden, meist brauchbare analoge Gesamtpläne vor. Jedoch wurden auch dort Veränderungen nicht immer nachgetragen. Auf Grund der zumeist geringen Friedhofsgrößen, liegen für die Außenfriedhöfe keine Teilpläne auf Abteilungsebene vor. Bei Außenfriedhöfen, die vor der Gemeindegebietsreform von eigenständigen Gemeinden betrieben wurden, ist zudem die Systematik der Grabnummerierung unklar und zum Teil nicht mehr nachvollziehbar. In diesen Fällen muss die Systematik für den jeweiligen Friedhof ggf. grundsätzlich überarbeitet werden.

Für die Verwaltung der Grabrechte und Ruhezeiten liegen die Daten zu den Gräbern in digitaler Form im Friedhofsinformationssystem (FIM) vor. Die Einbindung und Nutzung der Daten aus FIM für die digitale Lageeintragung von Gräbern ist technisch möglich. Sie wurde für eine Abteilung des Südfriedhofs in einem Pilotprojekt bereits erfolgreich getestet. Bei diesem Test konnten Fehler in den Bestandsdaten sichtbar gemacht werden. Beispielsweise existierten Grabstellen in den analogen Plänen, für die in FIM keine Grab-ID vergeben war.

Digitalisierte Plandaten

Durch das Vorprojekt „Digitale Friedhofsdaten“ konnten unter Einsatz des Programmes QGIS bis 30.06.2020 bereits alle Friedhofsobjekte - bis auf die Gräber - georeferenziert und digital aufbereitet werden.

 Aufteilung nach Nutzungstyp Für alle Friedhöfe existiert bereits eine flächendeckende Aufgliederung in Teilflächen. Jeder Teilfläche ist dabei eine Nutzung zugeordnet. Die Lage der Flächen ist georeferenziert. Dadurch werden die Bestattungsflächen lagerichtig und eindeutig dargestellt.

 Aufteilung nach Grababteilung Ebenso existiert bereits eine georeferenzierte Aufgliederung der Friedhöfe in Grababteilungen. Als Grundlage dienten die analogen Pläne, die teilweise interpretiert werden mussten. Die Daten können zur schnellen Orientierung über die

Lage einer Abteilung auf den einzelnen Friedhöfen genutzt werden.

 Gebäude Die Gebäude auf den Friedhöfen sind mit ihren Außengrenzen dargestellt, ergänzen als Information zu Bauwerken die Nutzungstypen und liegen ebenfalls in georeferenzierter Form vor. Die Daten dienen sowohl der Information über Gebäudemerkmale, wie auch zur Orientierung auf den Plänen und im Gelände.

 Luftbilder Wir verfügen zudem über georeferenziert Luftbilder aus einer Befliegung von 2018, die als wichtige Informationsquelle zur Interpretation von Nutzungsänderungen im Bestand genutzt werden können. Besonders bedeutsam sind die Luftbilder dabei für Veränderungen, die bisher nicht in Plänen oder sonstigen Unterlagen dargestellt waren. Viele Veränderungen auf den Friedhöfen können nur über referenzierte Luftbilder einigermaßen sicher erkannt und dargestellt werden.

Lage und Anordnung der Gräber (Systematik)

Die Gräber sind auf den jeweiligen Friedhöfen und in den einzelnen Abteilungen höchst unterschiedlich angeordnet. Neben den, früher üblichen, rasterförmigen Grabfeldern gibt es Gräberreihen, aufgebrochene Raster, bei denen mögliche Grablagen zunächst ausgelassen wurden, und kleine Gruppen von Gräbern oder Einzelgräber in freier Lage. Darüber hinaus finden sich Nischenmauern mit einer Vielzahl von Urnengräbern auf engstem Raum, Urnensammelanlagen in unterschiedlichen Gestaltungsformen und besonders gestaltete Urnengrabanlagen. Urnengrabfelder in Rasterblöcken unterscheiden sich durch die variablen Gestaltungen dabei noch einmal deutlich von den Feldern mit Raster bei den Erdgräbern für Sargbestattungen.

Bearbeitungsumfang

Frh benötigt für alle diese unterschiedlichen Typen von Grabstätten ein passendes Konzept, welches die lagerichtige Darstellung in digitalen oder gedruckten Plänen sicherstellt. Ziel muss hierbei die vollständige Darstellung aller Gräber auf allen kommunalen Friedhöfen sein.

Aufgrund des erheblichen Gesamtumfangs aller Friedhofsabteilungen der kommunalen Friedhöfe in Nürnberg wird seit Juli 2021 in einem ersten praxisbezogenen Pilotprojekt eine Digitalisierung der Grabstätten als Geometrien (zweidimensionale Darstellungen mit hinterlegten, auswertbaren Daten) durchgeführt um im nächsten Schritt die Funktionalität in der Interaktion mit der Friedhofsverwaltungsdatenbankanwendung FIM zu testen. Die Digitalisierung der Lagepunkte der Gräber erfolgt in dieser Testphase auf dem Friedhof Reichelsdorf, der als mittelgroßer Friedhof eine möglichst realistische Einschätzung des erforderlichen Aufwands erlaubt. Somit kann die Integrierbarkeit der beiden Systeme getestet und auf die Bedürfnisse von Frh optimiert bzw. angepasst werden.

Der Friedhof Reichelsdorf gliedert sich in 20 Abteilungen. Aus der Bearbeitung sollen Erkenntnisse gewonnen werden, wie die Erfassung der Gräber für den Südfriedhof, den Westfriedhof und die weiteren sieben Außenfriedhöfe durchgeführt werden kann und wie die Verbindung der Grabdaten mit dem GIS-System idealerweise einzurichten ist. Durch die Bearbeitung des Testgebiets werden Erfahrungswerte erarbeitet, die dann auf die übrigen Friedhöfe übertragen werden können.

Die geplante Vorgehensweise im Projekt „Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe“ wurde mit der zentralen IT und mit Geo vorabgestimmt.

Beschluss:

Der Ältestenrat und Finanzausschuss stimmt der vorgestellten Planung zum stufenweisen Einstieg in die digitale Friedhofsplanung zu.

Für die Finanzierung können Mittel von bis zu 215.000 € aus den Edelmetallerlösen des Krematoriums herangezogen werden.

Nürnberg, 28.03.2023

gez. Hoffmann Leiter der Friedhofsverwaltung (2565)

Anlagen:

Anfrage „Digitaler Friedhofsplan für Nürnberg“ der CSU-Stadtratsfraktion vom 28.03.2022 Projektbeschreibung „Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger Friedhöfe“

Der digitale Friedhofsplan für die Nürnberger

Friedhöfe

Grundlage für Planung, Bürgerkommunikation und Verwaltung

Abbildung 1

Die Stadt Nürnberg verwaltet ca. 94.000 Grabstätten auf 10 Friedhöfen mit ca. 130 ha Friedhofsfläche.

Es ist beabsichtigt, die Arbeitsabläufe in der Verwaltung durch Einführung eines digitalen Friedhofsplans zu verbessern und die Grundlagen für eine zeitgemäße Friedhofsplanung und Bürgerkommunikation zu schaffen. Derzeit müssen sich sowohl Mitarbeitende von Frh als auch Bürgerinnen und Bürger umständlich mit ausgedruckten Papierplänen auf dem Friedhof orientieren. Der Abgleich von digitalen Verwaltungsdaten und Plandaten ist aktuell sehr aufwändig, unflexibel und zeitintensiv. Grabberechtigte, Interessierte und Hinterbliebene, aber auch die auf dem Friedhof tätigen Gewerke wie Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien und Steinmetzbetriebe können somit in die qualitäts- und effizienzverbessernden Projekte mit einbezogen werden.

Digitale Friedhofspläne (Friedhofs-GIS-Systeme) ermöglichen es Friedhofsverwaltungen, Friedhöfe und Gräberfelder virtuell zu betrachten. Auf Basis dieser Systeme ist es möglich, digitale Karten von Friedhöfen und Gräberfeldern zu erstellen.

Sie ermöglichen den Nutzenden

 Informationen über Gräber und Grabstellen einzusehen  Friedhofs- und Gräberfeldgrenzen zu definieren  aktuelle Bestandspläne zu generieren

 Friedhofs- und Gräberfeldstatistiken zu erstellen  zu bewirtschaftende Flächen zu ermitteln  Friedhofs- und Gräberfeldbenutzerdaten zu visualisieren und als Grundlage einer modernen Friedhofsentwicklungsplanung zu nutzen.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit (Frh ist Kostendecker) wurde mit dem Freeware- Programm QGIS gearbeitet. Dabei wurde sichergestellt, dass die erzeugten Daten in einem Format abgelegt werden, das problemlos in den Geodatenservice integriert werden kann.

Die zu erstellenden Friedhofspläne können somit auch Bürgerinnen und Bürgern, Interessierten, Hinterbliebenen und auf dem Friedhof tätigen Gewerken wie Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien und Steinmetzbetrieben zugänglich gemacht werden.

Seit 2019 wurden in einem konkreten Vorprojekt Grundlagendaten erhoben und eine Testumgebung eingerichtet.

Abbildung 2

Abbildung 3

Der Aufbau der Daten wird bzw. wurde in mehreren Arbeitsschritten vollzogen

 Phase 1: Grundlagendaten - Grundstücke, Gebäude, Grenzen, Flächenaufteilungen in Nutzungsarten (bereits umgesetzt)

 Phase 2: Test - Integration der Grabstellen, Verknüpfung mit FIM- und WebGIS- Anwendungen für die Mitarbeiter bei Frh als Grundlagenermittlung für eine ordnungsgemäße Ausschreibung (bereits umgesetzt)

 Phase 3: Digitalisierung und Integration aller Grabstellen, Verknüpfung mit FIM (geplant)

 Phase 4: WebGis-Anwendungen zunächst für die Mitarbeiter bei Frh (geplant)

 Phase 5: WebGis-Anwendungen für Bürger in eingeschränktem Umfang (geplant)

 Phase 6: Differenzierte Erfassung von Friedhofseinrichtungen - Bänke, Wegebeläge, Brunnen, welche Wasserbecken etc. (geplant)

 Phase 7: Integration des Baumkatasters Frh (geplant)

 Phase 8: Integration der Daten in den Geodatenservice (geplant), die generierten Daten können bei Bedarf zu jeder Zeit an den Geodatenservice zur Einstellung übergeben werden.

In der Testphase wurde der Planungsschwerpunkt nach der Erfassung der Grunddaten auf die Visualisierung der Gräber und Verknüpfung mit der Friedhofsverwaltungsdatenbank (FIM) sowie den Einsatz von Webanwendungen gelegt.

GRABAUSKUNFT

Abbildung 4

ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern sowie Dienstleistenden eine einfache und schnelle Suche nach Verstorbenen und Gräbern auf den Friedhöfen.

ORIENTIERUNG

Mit dem digitalen Friedhofsplan fällt die

Orientierung auf den Friedhöfen sehr

leicht. Der eigene Standort wird per

GPS-Signal abgerufen und auf dem

Friedhofsplan dargestellt.

KOMMUNIKATION

Kommunikationsmedium zwischen der

Friedhofsverwaltung und den auf dem

Friedhof tätigen Gewerken (Bestatter,

Friedhofsgärtner, Steinmetze).

Arbeitsabläufe können grabbezogen

und digital abgebildet werden (bspw.

Online-Grabreservierung).

DOKUMENTATION

Hinterlegen von Fotos und Texten von

bedeutenden Grabanlagen und

Denkmalen und Darstellung der

kulturhistorischen Bedeutung. Anlegen

von thematischen Pfaden auf dem

Friedhof und digitaler Besucherführung

über den Friedhof.

Um die Realisierung des Projekts so effizient und funktional wie möglich zu gestalten, erfolgten durch Frh umfangreiche Projekt- und Planungsrecherchen bei anderen Kommunen, die bereits in der Realisierung ihrer digitalen Friedhofspläne fortgeschritten sind und von deren Erfahrungen Frh profitiert. Vergleich und Auswahl unterschiedlicher Methoden, seriöser Anbieter von Web- und Clientanwendungen auf QGIS-Basis hinsichtlich Kompatibilität mit der Friedhofsverwaltungsdatenbank (FIM-Schnittstelle), entsprechenden Referenzen und Bedienfreundlichkeit wurden im Network mit Kollegen aus z.B. München, Erlangen, Frankfurt und Dortmund erörtert. Die Erkenntnisse aus diesem Austausch sind in die Projektstruktur eingeflossen und dienten in Detailfragen als Entscheidungshilfe.

Projektsteuerung

Die Steuerung des Projekts, die weitere Ausrichtung und Entwicklung der grafischen Erfassung von Daten auf den Nürnberger Friedhöfen und deren Auswertung für die Betriebssteuerung, Planung und Verwaltung liegt vollständig bei Frh/3. Die Projektleitung dient als Schnittstelle für den operativen/technischen Bereich und die Verwaltung von Frh, der logistischen Unterstützung durch Frh/IT, Stadtverwaltung und Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern.

Mittelbedarf

Die Mittel zur Realisierung des digitalen Friedhofsplans als unabdingbares Werkzeug für den Betrieb der Friedhöfe und insbesondere für die Verbesserung des Kundenservice belaufen sich hauptsächlich auf die Digitalisierung der Grabstellen, Beschaffungskosten der Softwarelizenzen für Webanwendungen, Tools und Hardware. Aufgrund der Entscheidung für QGIS als kostenfreie Plattform der Friedhofspläne sind die erzeugten GEO-Daten zu jeder Zeit im Besitz von Frh und es fallen im laufenden Betrieb nur minimale Kosten für Softwarewartung an.

Die Finanzierung der zu vergebenden Leistungen für das Projekt Friedhofsplan kann in drei Stufen erfolgen, die Kosten wurden durch Marktsondierung ermittelt:

Stufe 1 – Datenerfassung 2023

Beschreibung Menge EP/€ Gesamt/€
1. Digitalisierung von Grabstellen. Hierbei werden alle Grabstätten entsprechend ihrer Lage im Friedhof in digitaler Form im Friedhofsplan angelegt 120.000 Stück 0,40 48.000,00
2. Verknüpfung der Grabstellen mit der Friedhofsdatenbank 120.000 Stück 0,40 48.000,00
3. Abstimmung und Klärung von Widersprüchen und sonstige Arbeiten im Stundenaufwand 50 Stunden 80,00 4.000,00
Mobile Endgeräte für Abklärung und Unterstützung der Datenerfassung auf den Friedhöfen 4 Stück 1.000,00 4.000,00
Zwischensumme 104.000,00
Mehrwertsteuer (19%) 19.760,00
Gesamt 123.760,00

Stufe 2 – Software, Echtzeitbetrieb ab 2024

Beschreibung Menge EP/€ Gesamt/€
1. Einrichtung der Online-API 1 pauschal 1.650,00 1.650,00
2. Webgis-Modul zur vereinfachten Beauskunftung des digitalen Friedhofsplans. 10 Stück 610,00 6.100,00
3. Expertenwerkzeug zur Aufstellung, Fortschreibung und Analyse des digitalen Friedhofsplans als Desktopanwendung 3 Stück 1.925,00 5.775,00
4. Planungswerkzeug zur effektiven Planung von Grab- und Urnenfeldern 3 Stück 610,00 1.830,00
5. Mobile Anwendung / native APP für Android oder IOS zur mobilen Beauskunftung des digitalen Friedhofsplans inkl. Aufgabenverwaltung. 10 Stück 610,00 6.100,00
Aufgabenverwaltung-Erweiterungsmodul der Desktopanwendung 3 Stück ca. 500,00 1.500,00
Aufgabenverwaltung-Erweiterungsmodul der mobilen Anwendung 10 Stück ca. 160,00 1.600,00
Bürgerauskunft WebGIS-Modul zur vereinfachten Beauskunftung und Publikation des digitalen Friedhofsplans im Internet. 1 pauschal 6.400,00 6.400,00
Online Grabreservierung zur Vereinfachung von Grabreservierungen. Dadurch können alle Anwender Grabreservierungsanfragen stellen 1 pauschal 3.200,00 3.200,00
Online-Reservierung für Patenschaftsgräber zur Vereinfachung der Vermarktung von Partnerschaftsgräbern 1 pauschal 1.600,00 1.600,00
Durchführung einer Anwenderschulung mit den Daten von Frh. 2 Stück 1.200,00 1.200,00
Mobile Endgeräte für Ordnungsdienst zur Grabverwaltung, -kontrolle, Grabvergabe usw. 6 Stück 1.000,00 6.000,00
Zwischensumme 42.955,00
Mehrwertsteuer (19%) 8.161,45
Gesamt 51.116,45

Hosting + Softwarewartung nach der Einrichtung/Jahr: ca. 18.000,00 €

Stufe 3 – Baumkataster eventuell, interne Abstimmung hierzu steht noch aus

Beschreibung Menge EP/€ Gesamt/€
1. Baumkataster Desktopanwendung 4 Stück 3.500,00 14.000,00
2. Baumkataster Anwendung für mobile Endgeräte 6 Stück 1.200,00 7.200,00
3. Installation je Arbeitsplatz 10 Stück 275,00 2.750,00
4. Online API 1 Stück 1.700,00 1.700,00
Durchführung einer Anwenderschulung mit den Daten von Frh 1 Stück 1.200,00 1.200,00
Mobile Endgeräte für Abklärung und Unterstützung der Datenerfassung auf den Friedhöfen 6 Stück 1.000,00 6.000,00
Zwischensumme 32.850,00
Mehrwertsteuer (19%) 6.241,50
Gesamt 39.091,50

Hosting + Softwarewartung nach der Einrichtung/Jahr: ca. 18.000,00 €

Michael Gärtner/Projektleitung Frh-GIS Tel. 25 75

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