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← Sitzung der Opernhaus-Kommission (21.04.2023)

01 Sachstandsbericht BOH und KOH

Anlage · 21.04.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Energie & Versorgung Wohnen & Bauen Kulturausschuss Opernhaus-Kommission Sicherheit & Ordnung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Sitzung der Opernhaus-Kommission des Stadtrats am 21. April 2023

1. Sachstandsberichte zu den Teilprojekten Bauvorhaben Opernhaus (BOH) und

Kongresshalle (KOH)

1.1 Sachstandsbericht BOH

In der Sitzung der Opernhaus-Kommission am 22. November 2022 wurden zum Teilprojekt BOH die Themen Projektstand, Bestandsuntersuchungen, Parametrisches Saalmodell und nächste Schritte berichtet. Letztere umfassen insbesondere die Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse der Bestandsuntersuchungen im Opernhaus, die Ableitung erforderlicher Maßnahmen und deren Implementierung in weitere Verfahrensschritte sowie die Einbindung und Information der jeweils beteiligten bzw. zuständigen Stakeholder. Die bauliche Substanz des Opernhauses am Richard-Wagner-Platz ist in schlechtem Zustand, gravierende Schäden sind seit vielen Jahren bekannt. Die Notwendigkeit ihrer grundsätzlichen und dauerhaften Beseitigung ist Auslöser des Bauvorhabens Opernhaus und des damit verbundenen Teilprojekts der Schaffung einer Spielstätte in der Kongresshalle. Eine Vielzahl kleiner und größerer Mängel wurde im Rahmen des laufenden Bauunterhalts durch das Staatstheater sowie in Sondermaßnahmen durch verschiedene Dienststellen der städtischen Bauverwaltung abgearbeitet. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Maßnahmen, die dem Schutz von Leib und Leben der Menschen dienen, die sich im Gebäude aufhalten; zuletzt wurde etwa durch den Einbau von automatischen Rauchabschlusstüren eine Unterteilung des Foyers in zwei voneinander getrennte Abschnitte, die im Brandfall die Entfluchtung durch einen rauchfreien Foyerbereich ermöglichen, realisiert. Die bis heute unerledigten Punkte unterscheiden sich einerseits hinsichtlich ihrer Relevanz für einen sicheren Veranstaltungsbetrieb und andererseits hinsichtlich ihrer Größe oder Komplexität. In Hinblick auf den angepassten Terminplan für die Schaffung einer Spielstätte in der Kongresshalle wurden die verschiedenen Mängellisten in den letzten Wochen nochmals kritisch überprüft und mit dem aktuellen baulichen Zustand vor Ort abgeglichen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in einem Dokument zusammengeführt, um daraus ableiten zu können, welche Maßnahmen für einen zeitlich befristeten Weiterbetrieb des Opernhauses über das Jahr 2025 hinaus ergriffen werden müssen. Neben der Umsetzung weiterer baulicher Maßnahmen werden dies auch Änderungen oder Einschränkungen betrieblicher Abläufe sein, die dann Auswirkungen auf die Arbeit des Hauses und den Etat der Stiftung Staatstheater Nürnberg haben können. Über entsprechende Erkenntnisse kann in den nächsten Sitzungen der Kommission berichtet werden. Neben diesen Akutmaßnahmen laufen weiterhin Vorbereitungen für das eigentliche „Bauvorhaben Opernhaus“, hier insbesondere weitere Bestandsuntersuchungen und die Vertiefung technischer und konzeptioneller Fragestellungen aus dem Bedarfsplan, im Einzelnen etwa die vertiefte Erkundung der Rang- und Foyerkonstruktion, die Zustandsbeurteilung geöffneter Bauteile, die Überprüfung und Ergänzung der Bestandsunterlagen sowie die Fortschreibung der Baualterspläne. Alle Maßnahmen münden in die Erstellung eines Bestandsraumbuchs mit Zustandsbewertung als Basis der Sanierungsplanung. Die laufende Projektphase hat dabei das Ziel, ein für die Umsetzung des beschlossenen Bedarfsplans am Richard-Wagner-Platz geeignetes Architekturbüro zu binden. Dafür ist derzeit die Ausschreibung eines Planungswettbewerbs in Vorbereitung, wobei die Beauftragung eines Büros zur Wettbewerbsbetreuung den nächsten konkreten Schritt darstellt.

1.2 Sachstandsbericht KOH

Bis auf die volkfestnahen Nutzungen (Süddeutscher Schaustellerverband, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz) und sonstige Nutzungen im Zusammenhang mit dem Gewässerunterhalt (SÖR/1-B/3-Wasserwirtschaft) ist das Gebäude mittlerweile vollständig geräumt. Von Nutzern vermüllt zurückgelassene Bereiche mussten/ müssen im Nachgang beräumt werden. Der planungsvorbereitende Rückbau ist abgeschlossen, planungsvorbereitende Schadstoffsanierungsarbeiten werden aktuell beendet. Die Schadstoffuntersuchungen sind überwiegend abgeschlossen, die Sanierungskonzepte liegen vor und sind Gegenstand der beantragten Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Umfangreiche Dekontaminationsmaßnahmen werden erforderlich sein. Die Bedarfe des Staatstheaters wurden in Abstimmung mit dem STN und gmp Architekten in den dafür vorgesehenen Sektoren verortet und abgebildet. Nicht Thema der Opernhaus-Kommission sind die Bedarfe für Ermöglichungsräume (eine planerische Umsetzung der ER ist im Rahmen einer stark am Bestandsbau und dessen Möglichkeiten orientierten Angebotsplanung erfolgt; Vorstellung im Kulturausschuss am 16. März 2023), für Depot- und Lagerflächen (hier erfolgt nur die rudimentäre Planung einer grundsätzlichen Nutzbarmachung; ein Ausbau ist nicht finanziert) und Bedarfe im Zusammenhang mit dem Volksfest (Räume für SSV, POL, FW und BRK werden im Sockel der KOH an ähnlicher Stelle wie bisher mit direktem Zugang zum Volksfestplatz verortet und derzeit von der wbg-k erstellt). Für den Gewässerunterhalt erforderliche Räume und Flächen werden im Sockel des Rundbaus vorgesehen. Die Planungen stehen vor Abschuss der Leistungsphase 2 (Vorplanung); aktuell erfolgt der iterative Abgleich von Objekt- und Fachplanungen. Als Ergebnis der Vorplanung wird auch eine Kostenschätzung erstellt. Als Hauptzugangsebene für fast alle Nutzungen im Rundbau ist das Arkadengeschoss vorgesehen. Der Zugang erfolgt immer von der Außenseite der KOH, im „Innenhof“ sind keine öffentlichen Zugänge geplant. Inhaltliche Synergien von STN und ER wurden, wo immer möglich, baulich flankiert:

Im Arkadengeschoss ist ein Raumkontinuum mit freien Übergängen vom Doku-Zentrum über die ER (White Cube & Multifunktionsfläche) zum Foyer und zu Gastronomieflächen des STN (Café & Außenbereich) vorgesehen. Im 1. OG besteht ein Raumkontinuum mit freien Übergängen von einer Ausstellungsfläche der ER über die Foyerflächen des STN bis zur Gastronomie mit einer funktional wechselnd schaltbaren Zwischenfläche. Die monumentale Treppenanlage im hofseitigen inneren Ring (Länge 430 Meter) wurde sinnvoll in die Planung integriert, wodurch ein erheblicher Mehrwert – etwa auch als Ort für kleinere Veranstaltungsformate – entstanden ist. Die Nutzung von Geothermie wird voraussichtlich nicht im erwarteten Maße möglich sein. Detaillierte Untersuchungen des Untergrunds haben ergeben, dass die hydrogeologischen Verhältnisse vor Ort von den Darstellungen des bestehenden Kartenmaterials erheblich abweichen und der ergiebige Grundwasserstrom vermutlich deutlich weiter westlich verläuft. Mit der N-ERGIE laufen konstruktive Gespräche zum Einsatz von Fernwärme.

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