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← Sitzung des Verkehrsausschusses (23.03.2023)

Ausführlicher Sachverhalt - Ergebnisse der Verkehrszählung 2022

Anlage · 23.03.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Südstadt Katzwang Altstadt Fürther Straße Hasenbuck Fischbach Muggenhof Gartenstadt Reichelsdorf Verkehr & Mobilität Haushalt & Finanzen Rad- und Fußverkehr Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Inhaltsverzeichnis

  1. Verkehrszählung 2022 ........................................................................................................... 1 2. Einschränkungen im Verkehrsnetz ........................................................................................ 2 3. Signifikante Besonderheiten im Juli 2022 mit Einfluss auf die Zählergebnisse ....................... 3 4. Entwicklung des Verkehrs am Außenkordon ......................................................................... 4 5. Entwicklung des Verkehrs auf den Pegnitzbrücken ............................................................... 6 6. Besondere Zählquerschnitte .................................................................................................. 6 7. Zusammensetzung des Verkehrs .......................................................................................... 8 8. Kraftfahrzeugbestand ............................................................................................................ 9 9. Entwicklung des Schwerlastverkehrs ................................................................................... 10 10. Entwicklung des Radverkehrs ............................................................................................ 10 11. Entwicklung des Straßenverkehrs im und rund um den Hafen ............................................ 12 11.1. Verkehrsaufkommen an den Zu- und Abfahrten zum Hafengebiet ............................................... 12 11.2. Entwicklung des Güteraufkommens im Hafen .............................................................................. 13 11.3. Verkehrsverteilung im Hafenumfeld .............................................................................................. 14 13. Luftreinhaltung .................................................................................................................... 15 14. Fazit ................................................................................................................................... 16

1. Verkehrszählung 2022 – im Schatten der Pandemie

Seit 1967 wurde jedes Jahr im Juli der Verkehr an zahlreichen Zählstellen im gesamten Nürnberger Stadtgebiet erfasst. Aufgrund der Corona-Pandemie, der daraus resultierenden Veränderungen im Verkehrsverhalten und -aufkommen sowie der phasenweisen Schulschließungen, des Wechsel- und Distanzunterrichts in 2020 und 2021 fiel die Zählung während dieser beiden Jahre aus. Umso höher war 2022 der Bedarf an aktuellen Daten als Grundlage für verkehrliche und städtebauliche Planungen.

Am Dienstag, den 19. Juli und Mittwoch, den 20. Juli 2022 erfassten rund 210 Schülerinnen und Schüler aus 10. Klassen der Nürnberger Gymnasien an 77 Zählstellen den Verkehr. Zu diesen Zählstellen gehören standardmäßig die Ein- und Ausfallstraßen direkt an der Stadtgrenze (der sogenannte Außenkordon) und die Pegnitzbrücken mit Kfz-Verkehr. Hinzu kommen zahlreiche weitere Querschnitte und Straßenkreuzungen im Stadtgebiet, 2022 insbesondere im Nürnberger Hafen. Ohne das Engagement der Jugendlichen und die Unterstützung durch die beteiligten Gymnasien wäre die Durchführung nicht machbar gewesen, denen daher ein besonderer Dank gilt.

Die Zählung wird seit 1967 immer am Dienstag und Mittwoch in der vorletzten Schulwoche vor den Sommerferien durchgeführt, um eine kontinuierliche Beobachtung der Zeitreihe über die Jahre gewährleisten zu können. 2022 herrschte an beiden Tagen große Hitze und Trockenheit mit Temperaturen bis zu 39°C. Auf die Zählung nahmen darüber hinaus weitere äußere Umstände Einfluss, worauf im Verlauf dieses Berichts noch genauer eingegangen wird.

An den Zählstellen wurde die Verkehrsmenge über den in vier Intervalle je vier Stunden aufgeteilten Zeitraum von 6:00 bis 22:00 Uhr getrennt nach Fahrtrichtungen und Fahrzeugarten erfasst. In der Regel wurde nach Fahrrad, Kraftrad, Pkw, Lkw, Lastzug und Bus unterschieden, an bestimmten Zählstellen wurden auch Fußgängerinnen und Fußgänger oder Taxis gesondert gezählt.

Vor der Zählung erhielten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler eine ausführliche Einweisung, in der sie zum Ablauf der Zählung und der Unterscheidung der Fahrzeugarten geschult wurden. Die Mitarbeitenden des Verkehrsplanungsamts wiesen zudem auf die zu beachtenden Besonderheiten an den einzelnen Zählstellen hin. Aufgrund der überdurchschnittlich vielen krankheitsbedingten Ausfälle und kurzfristigen Absagen mussten deutlich mehr Jugendliche als sonst kurzfristig auf andere Zählstellen umverteilt werden. Während der beiden Zähltage wurden die Schülerinnen und Schüler regelmäßig an den Zählstellen aufgesucht und betreut, um die Sicherheit und das Wohlbefinden trotz der heißen Temperaturen zu sichern und gleichzeitig die Qualität der erfassten Daten zu gewährleisten.

Den räumlichen Schwerpunkt bildete 2022 der Nürnberger Hafen, da aufgrund der anstehenden Sanierung der Hafenbrücken in den nächsten Jahren keine repräsentativen Zählungen im Umfeld durchgeführt werden können. Zuletzt wurden die Querschnitte am Hafen 2017 schwerpunktmäßig erfasst. Weiterhin wurden einige Hauptverkehrsstraßen mit Relevanz für die Luftreinhaltung in den Zählstellenkatalog aufgenommen. Die sonstigen Zählstellen wurden ausgewählt, da dort konkrete Planungsmaßnahmen vorgesehen sind, oder um den allgemeinen Datenbestand zu aktualisieren.

Der vorliegende Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse sowie Besonderheiten der Verkehrszählung 2022 zusammen. Im Verkehrsplanungsamt können die detaillierten Daten zu den einzelnen Zählstellen eingesehen werden.

2. Einschränkungen im Verkehrsnetz

Folgende größere Baustellen hatten zum Zeitpunkt der Zählung Einfluss auf das Verkehrsgeschehen an den Zählstellen und in deren weiterem Umfeld:

 Wegen einer Hochbaumaßnahme am Nordwestring war das Rechtsabbiegen aus Nordosten kommend in die Schnieglinger Straße nicht über eine eigene Spur, sondern nur aus der Geradeausspur möglich.

 Die Kilianstraße konnte zwischen der Äußeren Bucher Straße und dem Kleinreuther Weg nur in Richtung Osten befahren werden, die Umleitung Richtung Westen führte über den Nordring. Gleichzeitig war die Linksabbiegebeziehung vom Nordring in den Kleinreuther Weg gesperrt.

 Aufgrund der Sanierung der Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke war diese nur einspurig befahrbar.

 In der Regensburger Straße war aufgrund von Baumaßnahmen im Bereich des August- Meier-Heims teils nur eine Fahrspur pro Richtung verfügbar.

 Im Hafen war aufgrund einer Deckensanierung die Linzer Straße am ersten Zähltag nicht und am zweiten Zähltag erst wieder im Laufe des Tages befahrbar, so dass sie vollständig aus dem diesjährigen Zählstellenkatalog gestrichen wurde. Die Zu- und Abfahrt erfolgte während der Sperrung über die Preßburger Straße.

 An der Südwesttangente war die Rampe am Kreuz Nürnberg-Hafen Richtung Katzwang/Reichelsdorf bis auf Weiteres gesperrt, die Umleitung führte über die Ausfahrt Hafen Ost und die Hafenstraße.

 In der Von-der-Tann-Straße nördlich der Rothenburger Straße waren der rechte Fahrstreifen in Richtung Süden sowie der Geh- und Radweg komplett gesperrt. Die Umleitung für Fuß- und Radverkehr führte über die Dottenheimer Straße, den Westpark und die Steinmetzstraße.

 Durch die umfangreichen Umbauarbeiten auf dem Quelleareal musste die Fürther Straße (stadteinwärtige Fahrspur) zwischen Leiblstraße und Adam-Klein-Straße gesperrt werden. Der Kfz-Verkehr wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Fürther Straße mit jeweils einem Fahrstreifen je Richtung geführt. Der Fuß- und Radverkehr wurde über die Wandererstraße umgeleitet. Auf Höhe des U-Bahnhofs Muggenhof wurden durch dessen Sanierung Eingriffe in die Kreuzung Sigmundstraße/Adolf-Braun-Straße erforderlich.

 In der Bahnhofstraße stand aufgrund von Kanalsanierungsarbeiten nur eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung.

 Die sanierungsbedingte Vollsperrung des Marientunnels erforderte Umwegefahrten zwischen Südstadt und Marienvorstadt. Die Kreuzung Scheurlstraße/Köhnstraße/Regensburger Straße war in allen Richtungen gesperrt.

 Die Stephanstraße zwischen Regensburger Straße und Dürrenhofstraße war aufgrund einer Hochbaumaßnahme nur einspurig Richtung Osten befahrbar.

3. Signifikante Besonderheiten im Juli 2022 mit Einfluss auf die Zählergebnisse

Auch wenn im Juli 2022 alle für das Straßenverkehrsaufkommen relevanten pandemiebedingten Einschränkungen aufgehoben waren, hatte die Corona-Pandemie dennoch deutlichen Einfluss auf die Zählung. Während der Vorbereitungsphase der Zählung stieg die 7-Tage-Inzidenz an. Ausgerechnet am Dienstag, den 19. Juli war in Nürnberg die absolute Spitze der Sommerwelle 2022 mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1.000 bestätigten Covid-19-Fällen pro 100.000 Einwohnenden erreicht. Von einer zusätzlich hohen Dunkelziffer ist auszugehen. Auch bei den eingeplanten Schülerinnen und Schülern waren überdurchschnittlich viele krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen, sodass kurzfristig einige Zählstellen mit geringerer Priorität aufgelöst und die Jugendlichen anderswo eingesetzt werden mussten. Alle wichtigen Zählstellen konnten aber besetzt werden. Die hohen Inzidenzen hatten auch zur Folge, dass entsprechend weniger Wege zurückgelegt wurden, da sich Erkrankte zuhause isolieren mussten und einige Kontaktpersonen vermutlich ihre Aktivitäten einschränkten. Weiterhin hat sich seit 2020 die Inanspruchnahme von Homeoffice oder anderweitigen Regelungen zum mobilen Arbeiten bei vielen Arbeitgebenden auch ohne gesetzliche Pflicht etabliert und verstetigt. Wie hoch dieser Anteil zum Zeitpunkt der Zählung war, kann nicht beziffert werden, jedoch ist davon auszugehen, dass mehr Arbeitswege an den beiden Tagen unterlassen wurden als in den Vergleichsjahren bis einschließlich 2019. Gleichzeitig hatte die Sorge vor einem erhöhten Infektionsrisiko sicherlich nach wie vor Auswirkungen auf die Wahl des individuellen Verkehrsmittels sowie grundsätzlich auf das Freizeitverhalten.

Die beiden Zähltage fielen 2022 auf eine der heißesten Perioden des Jahres. Es wurden entsprechende Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdiensts ausgesprochen. Die Aufsichtspersonen achteten daher besonders auf das Wohl der Schülerinnen und Schüler unter dieser nicht beeinflussbaren Rahmenbedingung. Aufgrund der extremen Hitze und den Warnungen vor dem Aufenthalt im Freien lässt sich vermuten, dass weniger Wege unternommen wurden als bei milderen Temperaturen, insbesondere von Älteren und Schwächeren. Besonders stark traf dieser Effekt den Rad- und Fußverkehr, da dafür größere körperliche Anstrengungen im Freien erforderlich sind als im häufig klimatisierten Pkw.

Im Juli 2022 nahmen zudem zwei Maßnahmen des Entlastungspakets der Bundesregierung bezüglich der hohen Energiepreise Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl. Einerseits wurde der Kraftstoffpreis staatlich subventioniert, andererseits galt das 9 Euro-Ticket bundesweit im öffentlichen Nahverkehr. Die Kraftstoffpreise blieben trotz „Tankrabatt“ immer noch deutlich über den Werten

der Vorjahre. Auch wenn der Benzinpreis an den beiden Zähltagen leicht unter dem Durchschnittswert des Monats Juli lag, hat dies nur wenig Einfluss auf die Verkehrsmenge. Es wird bei schwankenden Kraftstoffpreisen eher der Zeitpunkt des Tankens bewusst gewählt als der der zu unternehmenden Wege, die sich oft zeitlich nicht um mehrere Tage verschieben lassen. Die ersten Auswertungen des 9 Euro-Tickets bestätigen, dass von den zusätzlich mit dem ÖPNV unternommenen Wegen vor allem nachmittags und abends viele dem Freizeitverkehr zuzurechnen sind. An den wichtigsten U-Bahnhöfen wurden während der Zählung zwar noch nicht wieder die Fahrgastzahlen wie vor der Corona-Pandemie erreicht, allerdings eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den Werten in derselben Kalenderwoche 2021. Bei Betrachtung der Fahrgastzahlen im Verlauf des Monats Juli 2022 ist auffällig, dass insbesondere während der beiden Zähltage 19.07. sowie 20.07. rund 5%-10% weniger Fahrgäste die U-Bahn nutzten als an den Vergleichstagen eine Woche davor bzw. danach. Dies lässt auf ein grundsätzliches, verkehrsmittelübergreifend geringeres Verkehrsaufkommen an den beiden Zähltagen schließen. Ein Zusammenhang zwischen der Kfz-Verkehrsmenge an den Zähltagen und dem 9 Euro-Ticket kann nicht nachgewiesen werden. Aufgrund einer Steigerung der Fahrgastzahlen am Wochenende, die auf das 9 Euro-Ticket zurückgeführt werden kann, ist die Gesamtsumme der ÖPNV-Fahrgäste im Juli 2022 sogar geringfügig höher als im Juli 2019. Die Verkehrsmengen am Wochenende werden im Rahmen der manuellen Verkehrszählung nicht erfasst.

All diese Entwicklungen führen tendenziell zu einem – im Vergleich zu den Verkehrszählungen bis einschließlich 2019 – geringeren Verkehrsaufkommen der erfassten Verkehrsarten, insbesondere im Personenverkehr. Auf die Entwicklung im Schwerlastverkehr wird in den Kapiteln 9 und 11 dieses Berichts gesondert eingegangen. Um die Ergebnisse der diesjährigen Verkehrszählung mit Werten, die nicht durch das 9 Euro-Ticket beeinflusst wurden, vergleichen zu können, hat das Verkehrsplanungsamt vorab im April und Mai 2022 verstärkt automatische Zählungen an einigen Querschnitten der großen Verkehrszählung im Juli 2022, vorrangig am Außenkordon und auf den Pegnitzbrücken, durchgeführt. Auf diese Ergebnisse wird in den jeweiligen Unterkapiteln zum Außenkordon bzw. den Pegnitzbrücken eingegangen.

4. Entwicklung des Verkehrs am Außenkordon

Die regelmäßige Erfassung der Kfz-Verkehrsmenge an allen wichtigen stadtgrenzüberschreitenden Straßenquerschnitten dient dazu, die Ein- und Ausfahrten in das bzw. aus dem Stadtgebiet auswerten und als Datenreihe seit 1967 fortschreiben zu können. Zu Teilen ist in diesen Werten auch Durchgangsverkehr ohne Ziel oder Quelle in Nürnberg enthalten, der sich ohne aufwändige Kennzeichenerfassung nicht unterscheiden lässt. Dies trifft insbesondere auf die Hauptverkehrsstraßen und in besonderer Weise auf die Südwesttangente und den Frankenschnellweg zu.

Bei den Ergebnissen der Zählung im Juli 2022 ist auffällig, dass an zahlreichen Querschnitten des Außenkordons eine deutlich geringere Verkehrsmenge erfasst wurde als in den Jahren bis einschließlich 2019. Insgesamt wurden in den 16 Stunden der Zählung 466.975 Kfz an den Zählstellen des Außenkordons erfasst und somit rund 16% weniger Fahrzeuge als noch 2019. Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Regensburger Straße westl. der AS Fischbach (2019: 27.008 Kfz/16h, 2022: 17.162 Kfz/16h, -36%), Am Zollhaus (2019: 11.534 Kfz/16h, 2022: 6.842 Kfz/16h, -41%), der Schnieglinger Straße östl. Herderstraße (2019: 1.078 Kfz/16h, 2022: 491 Kfz/16h, -54%) sowie der Virnsberger Straße (2019: 8.596 Kfz/16h, 2022: 4.272 Kfz/16h, -50%) aus.

Gleichzeitig wurden an anderen Zählstellen des Außenkordons Verkehrsmengen in derselben Höhe wie in den Vergleichsjahren erfasst. Dazu gehören insbesondere die Oelser Straße (2022: 7.861 Kfz/16h) und die Südwesttangente an der Stadtgrenze zu Fürth (2022: 55.330 Kfz/16h), bei denen zwar 2019 etwas höhere 16 Stunden-Werte erhoben wurden, sich die neuen Ergebnisse in Anbetracht der Zählungen bis einschließlich 2018 jedoch immer noch auf einem ähnlichen Niveau befinden. An der Südwesttangente/A73 Höhe Zollhaus wurden mit 71.451 Kfz/16h

vergleichbar wenige Fahrzeuge wie 2019 gezählt, allerdings war der damalige Wert durch Einschränkungen im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus bedingt und lässt daher keine Rückschlüsse auf die mittelfristige Entwicklung des Verkehrsaufkommens zu. Während an der Rothenburger Straße, östl. Gebersdorfer Straße, der konstante, leichte Rückgang der Gesamtverkehrsmenge seit 2016 durch das Zählergebnis von 2022 bestätigt wurde (27.198 Kfz/16h), wurde an der Gebersdorfer Straße südlich der Rothenburger Straße und somit am selben Knoten 2022 ein deutlicher Rückgang erfasst (8.225 Kfz/16h). Die Zählresultate an beiden Querschnitten wurden jedoch in den Vorjahren immer wieder durch Bauarbeiten, beispielsweise an der Schlosskreuzung Stein oder der Charles-de-Gaulle-Brücke, beeinflusst. Die Ergebnisse an den Zählstellen des Außenkordons zeigen also kein einheitliches Bild.

Im Vergleich mit den im April/Mai 2022 durchgeführten automatischen Zählungen zeigt sich, dass an der Mehrheit der Querschnitte im Juli 2022 weniger Kfz in 16 Stunden erfasst wurden als noch im Frühjahr. Dies spricht dafür, dass das Pandemiegeschehen, eventuell das 9 Euro-Ticket sowie die Hitze im Juli 2022 Einfluss auf die Verkehrsmenge hatten. Besonders deutlich fiel dies unter den Außenkordonszählstellen in der Rennmühlstraße (Mai: 12.158 Kfz/16h, Juli: 9.742 Kfz/16h, -20%), in der Marktäckerstraße (Mai: 5.703 Kfz/16h, Juli: 4.644 Kfz/16h, -19%) sowie in der Höfleser Hauptstraße (April: 4.559 Kfz/16h, Juli: 3.682 Kfz/16h, -19%) auf.

700.000 25,0%

Außenkordon Pegnitzbrücken Anteil Radverkehr am Fahrzeugverkehr Pegnitzbrücken

466.97

11,3

149.17

600.000 5

20,0%

500.000

h

6 15,0%

400.000

/

z

fK

%

300.000

10,0%

200.000

5,0%

100.000

0 0,0%

Jahr

Abbildung 1: Entwicklung des Verkehrs

5. Entwicklung des Verkehrs auf den Pegnitzbrücken

Bei der Verkehrszählung im Juli dient die Erfassung der Verkehrsmengen auf den Pegnitzbrücken mit Kfz-Verkehr jedes Jahr dazu, eine Vergleichsgröße für den Nürnberger Binnenverkehr zu erhalten und dessen Entwicklung fortlaufend beobachten zu können. Natürlich nutzen nicht alle Fahrten des Binnenverkehrs die Pegnitzbrücken. Dennoch haben sich diese als repräsentative Vergleichsgröße für das innerstädtische Verkehrsaufkommen etabliert.

Auf den Pegnitzbrücken ist bereits seit einigen Jahren ein konstanter Rückgang des Kfz-Verkehrs bei gleichzeitiger Zunahme des Radverkehrs zu verzeichnen. Die Ergebnisse 2022 liegen – analog zur Entwicklung im gesamten Stadtgebiet – klar unter den Werten aus den Vorjahren. So wurden 2022 mit insgesamt 149.170 Kfz/16h deutlich weniger Fahrzeuge erfasst als in den Jahren zuvor, in denen zuletzt je um die 200.000 Kfz/16h gezählt wurden (-24%). Somit fiel der Rückgang im Binnenverkehr stärker aus als am Außenkordon (-16%). An den meisten Querschnitten der Pegnitzbrücken fallen starke Rückgänge der Gesamtmenge auf. Besonders deutlich wird dies an der Wahlerstraße (2019: 14.935 Kfz/16h, 2022: 7.218 Kfz/16h, -52%) und der Spitalbrücke (2019: 968 Kfz/16h, 2022: 528 Kfz/16h, -45%). Der Rückgang im Vergleich zu den Werten 2019 an der Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke (2019: 31.274 Kfz/16h, 2022: 20.466 Kfz/16h, -35%) ist zum Teil auch durch die Sanierungsbaustelle bedingt, der an der Maxbrücke (2019: 1.998 Kfz/16h, 2022: 300 Kfz/16h, - 85%) durch die 2020 umgesetzte Sperrung für den allgemeinen Kfz-Verkehr mit einzelnen Ausnahmen für Taxis und Touristenbusse. An der Johannisbrücke wurde wiederum mit 10.010 Kfz/16h annähernd der Vergleichswert aus dem Jahr 2019 (11.191 Kfz/16h, -11%) gezählt. Eine Verkehrszunahme war an keiner Pegnitzbrücke zu verzeichnen.

Vergleicht man diese Ergebnisse mit den automatischen Zählungen vor Einführung des 9 Euro- Tickets aus den Monaten April/Mai 2022, zeigt sich an einigen Pegnitzbrücken ein deutlicher Unterschied zu den Werten vom Juli 2022. Besonders auffällig war dieser Rückgang im Sommer auf der Spitalbrücke (548 Kfz/16h zu 1.076 Kfz/16h im Mai, -49%), der Maxbrücke (300 Kfz/16h statt 528 Kfz/16h im Mai, -43%), in der Wahlerstraße (7.218 Kfz/16h zu 10.089 Kfz/16h im Mai, -28%) sowie auf der Ludwig-Erhard-Brücke (7.277 Kfz/16h zu 9.755 Kfz/16h im Mai, -25%). Dies bestätigt den Einfluss der oben beschriebenen äußeren Rahmenbedingungen an den Zähltagen im Juli auch auf das innerstädtische Verkehrsaufkommen.

6. Besondere Zählquerschnitte

Der Zählstellenkatalog des Jahres 2022 ermöglichte aufgrund der erforderlichen Zählungen des Hafengebiets sowie von Hauptverkehrsstraßen für die Luftreinhaltung die Erfassung von nur wenigen weiteren Zählstellen, auch wenn der Bedarf aufgrund der zwei ausgefallenen Zähljahre sehr hoch war. Insbesondere die schwerpunktmäßige Erfassung von Rad- und Fußverkehr konnte leider nicht wie geplant durchgeführt werden und soll daher bei zukünftigen Zählungen besondere Beachtung finden.

Die Ausweisung von Fahrradstraßen ist ein wichtiger Bestandteil des Mobilitätsbeschlusses für Nürnberg vom Januar 2021. Fahrradstraßen besitzen insbesondere im innerstädtischen Bereich große Bedeutung für die Herstellung von Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten. Somit wurde im Rahmen der Zählung 2022 vereinzelt das Verkehrsaufkommen in Straßenzügen, die in der ersten Stufe des Fahrradstraßenkonzepts zu Fahrradstraßen wurden, erhoben. Hierzu gehören die Sandrartstraße und die Humboldtstraße. In der Humboldtstraße wurden westlich der Ammanstraße in 16 Stunden 1.188 Kfz und 1.653 Räder (2018, allerdings am Querschnitt westlich des Hummelsteiner Wegs: 1.261 Kfz und 1.571 Räder) erfasst, in der Sandrartstraße 1.026 Kfz und 919 Räder (2018: 1.404 Kfz und 632 Räder). Dies zeigt, dass beide Fahrradstraßen sehr gut angenommen werden und ähnlich viele oder sogar mehr Fahrradfahrende diese nutzen wie Kfz. Weitere Vergleichszählungen in bestehenden oder geplanten Fahrradstraßen werden von der Verwaltung fortlaufend automatisch per Radargerät durchgeführt. Der Knoten Pillenreuther

Straße/Gudrunstraße wurde ebenfalls aufgrund der Bedeutung für den Radverkehr manuell gezählt. In der Pillenreuther Straße wurden 2021 auf beiden Seiten zwischen Humboldtstraße und Frankenstraße breite Radstreifen rot markiert, die es Radfahrenden zwischen Altstadt, Südstadt, Hasenbuck, Gartenstadt und weiteren südlichen Stadtteilen komfortabel ermöglichen, diese wichtige Verbindungsachse zu nutzen. So konnte in der Pillenreuther Straße trotz des stadtweiten Verkehrsrückgangs die absolute Anzahl an Rädern aus dem Jahr 2015 deutlich übertroffen werden. Nördlich der Gudrunstraße wurden 2022 1.103 Räder/16h (2015: 869 Räder/16h), südlich davon 1.005 Räder/16h (2015: 743 Räder/16h) gezählt.

Im Frühjahr 2020 wurde der Weinmarkt in der Altstadt zur Fußgängerzone. Um die Entwicklung bei den Verkehrsträgern Kfz, Rad- und Fußverkehr beurteilen und die Maßnahme evaluieren zu können, wurden die Ströme an der Kreuzung Weinmarkt/Winklerstraße gezählt. Westlich der Winklerstraße und somit in der neuen Fußgängerzone wurden während der 16 Stunden nur noch 185 Kfz im Vergleich zu 1.552 Kfz im Jahr 2018 erfasst. Da der Lieferverkehr die Fußgängerzone von 5-20 Uhr legal befahren darf, sind die meisten der gezählten Kfz diesem zuzuordnen. Auch in der Winklerstraße südlich des Weinmarkts (1.305 Kfz/16h statt 1.902 Kfz/16h 2018, -31%) und insbesondere östlich des Weinmarkts hin zum Sebalder Platz ist ein deutlicher Verkehrsrückgang zu verzeichnen (1.214 Kfz/16h statt noch 2.634 Kfz/16h im Jahr 2018, -54%). Es wurden 2022 weniger Fahrräder erfasst als 2018, was auf den allgemeinen Rückgang der Verkehrsmenge und auf die besonderen Umstände der Verkehrszählung 2022 zurückgeführt werden kann. Der Rückgang betrug am Weinmarkt (Fußgängerzone) 281 Räder (781 statt 1.062, - 26%), in der Winklerstraße südlich Weinmarkt 33 Räder (316 statt 359, -9%) sowie in der Winklerstraße Richtung Sebalder Platz 322 Räder (631 statt 953, - 34%). Auch Fußgängerinnen und Fußgänger wurden 2022 weniger erfasst als 2018 (2.661 FG/16h zu 4.196 FG/16h, -37%), was zu Teilen auf die Hitze und das Pandemiegeschehen zurückzuführen ist.

Aufgrund der in Aufstellung befindlichen Bebauungspläne im Nürnberger Nordwesten wurden in der Raiffeisenstraße, der Bielefelder Straße sowie in der Schleswiger Straße Zählungen durchgeführt. Der letzte Vergleichswert aus der Raiffeisenstraße stammt aus dem Jahr 2006 und fiel mit 8.778 Kfz/16h deutlich höher aus als das Ergebnis 2022 (5.138 Kfz/16h). In der Schleswiger Straße wurden zuletzt 2017 7.287 Kfz/16h gezählt, was dieses Jahr mit 5.711 Kfz/16h ebenfalls deutlich unterschritten wurde. In der Bielefelder Straße wurde mit 3.421 Kfz/16h annähernd der Vergleichswert aus dem Jahr 2019 erreicht (3.662 Kfz/16h).

In der Fischbacher Hauptstraße wurde der Verkehr am östlichen Ortsrand (nördl. der Regensburger Straße) mit dem Ergebnis von 11.207 Kfz/16h gezählt und somit weniger Kfz als 2018 (13.451 Kfz/16h).

Aufgrund der Planungen für die Straßenbahnverlängerung über die Minervastraße, der Sanierung des „Mausloch“ genannten Tunnels im Verlauf der Julius-Loßmann-Straße unter den Bahnanlagen sowie der Bedeutung für den Hafenverkehr wurde der Knoten Minervastraße/Finkenbrunn/Julius-Loßmann-Straße als Stromzählung erfasst. Dort ergaben sich zwischen 14% (Querschnitt DB-Brücke) und 44% (Querschnitt Julius-Loßmann-Straße, östl. Finkenbrunn) weniger Kfz als in der Vergleichszählung 2019 (19.580 Kfz/16h an der DB-Brücke und 12.812 Kfz/16h östl. Finkenbrunn).

Auch bei diesen Zählergebnissen ist davon auszugehen, dass die 7-Tage-Inzidenz, die Möglichkeit zum Arbeiten zu Hause als auch die besondere Hitze Auswirkungen hatten.

7. Zusammensetzung des Verkehrs

Die Tabellen 1 und 2 zeigen auf, wie sich die Verteilung des Verkehrsaufkommens auf die unterschiedlichen Verkehrsmittel in den letzten Jahren am Außenkordon und auf den Pegnitzbrücken entwickelt hat.

Am Außenkordon ist der Anteil des Pkw-Verkehrs am Gesamtverkehr weiter zurückgegangen auf 88,7% (2019: 89,8%). Anteilig war bei Lastkraftwagen (Lkw) und Lastzügen (Lz) mehr Aufkommen zu verzeichnen (Lkw: 3,5%, Lz: 3,4%) als noch 2019 (Lkw: 2,9%, Lz: 3,0%), die absoluten Zahlen an Lkw und Lz blieben im Vergleich der beiden Jahre aber konstant. Somit setzt sich die bis 2019 beobachtete Tendenz zu einem rückläufigen Schwerverkehrsanteil an den Stadtgrenzen nicht fort, sondern wird durch die aktuellen Ergebnisse klar unterbrochen. Die absolute Schwerverkehrsmenge ist allerdings geringer.

Auf den Pegnitzbrücken zeigt sich, dass der Anteil an Pkw geringfügig von 82,9% (2019) auf 82,5% (2022) sank, während der Anteil von Lkw von 1,4% auf 1,7% stieg. Dennoch lässt sich konstatieren, dass der Rückgang des innerstädtischen Verkehrsaufkommens sich relativ gleichmäßig auf alle Verkehrsarten verteilt. Der geringfügige Rückgang des Anteils des Radverkehrs (11,3% statt 11,5% 2019) kann auf die Hitze an den beiden Zähltagen zurückgeführt werden.

Die Zunahme des Anteils der Lkw und Lz bei gleichzeitiger Verringerung der absoluten Anzahl lässt sich damit erklären, dass der Wirtschaftsverkehr weniger von den oben beschriebenen Rahmenbedingungen betroffen ist. Trotz Hitze müssen zum Beispiel Waren transportiert werden und Homeoffice ist in der Logistikbranche oder im produzierenden Gewerbe nur bei Bürotätigkeiten möglich, nicht aber im Transportwesen

Rad Krad Pkw Lkw Lz Bus
20221 8.382 9.181 421.675 16.687 16.365 3.067
1,8 % 1,9 % 88,7 % 3,5 % 3,4 % 0,6 %
20191 10.660 10.529 510.008 16.606 16.929 3.183
1,9 % 1,9 % 89,8 % 2,9 % 3,0 % 0,6 %
2018 10.189 10.562 517.052 18.720 18.301 2.902
1,8 % 1,8 % 89,5 % 3,2 % 3,2 % 0,5 %
2017 9.482 12.257 532.403 18.233 17.423 3.097
1,6 % 2,1 % 89,8 % 3,1 % 2,9 % 0,5 %
20161 10.401 12.368 515.441 18.927 13.520 2.867
1,8 % 2,2 % 89,9 % 3,3 % 2,4 % 0,5 %

Tabelle 1: Zählstellengruppe Außenkordon (Fz/16h)

Rad Krad Pkw Lkw Lz Bus
20221 19.097 4.820 138.791 2.889 899 1.761
11,3 % 2,9 % 82,5 % 1,7 % 0,5 % 1,0 %
2019 25.549 6.188 184.077 3.198 1.122 2.018
11,5 % 2,8 % 82,9 % 1,4 % 0,5 % 0,9 %
2018 23.320 6.449 187.717 3.436 1.093 1.982
10,4 % 2,9 % 83,8 % 1,5 % 0,5 % 0,9 %
2017 24.431 6.798 189.604 3.705 985 1.777
10,8 % 3,0 % 83,4 % 1,6 % 0,4 % 0,8 %
20161 23.423 6.766 186.801 3.573 746 1.827
10,5 % 3,0 % 83,7 % 1,6 % 0,3 % 0,8 %

Tabelle 2: Zählstellengruppe Pegnitzbrücken (Fz/16h)

8. Kraftfahrzeugbestand

Zum Zeitpunkt der Zählung (Stichtag 30.06.2022) waren in Nürnberg 538.889 Personen mit Hauptwohnsitz in 286.575 Haushalten gemeldet. Dies sind 2.568 Personen mehr als zum Zeitpunkt der letzten Zählung im Juli 2019 (+0,4%). Zwischen Herbst 2019 und Herbst 2021 verlor die Stadt zwar Einwohnerinnen und Einwohner, seit Oktober 2021 ist jedoch wieder eine positive Wanderungsbilanz zu verzeichnen, die zunächst leicht, ab März/April 2022 dann sprunghaft ausfiel, auch aufgrund der aus der Ukraine Geflüchteten.2

Der Kraftfahrzeugbestand belief sich zum Stichtag auf 299.028 zugelassene Fahrzeuge, was gegenüber Juli 2019 einer Zunahme von 2.086 Kfz entspricht (+0,7%). Während in den letzten Jahren ein Trend des überproportionalen Anstiegs der Kraftfahrzeugflotte im Verhältnis zum absoluten Bevölkerungswachstum zu verzeichnen war, wurde dieser Mitte 2022 mit einem Delta von 482 nicht fortgeführt. Da das sprunghafte Bevölkerungswachstum auch auf Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zurückzuführen ist, die in der Regel nicht unbedingt Kraftfahrzeuge zulassen (wohl aber eigene Fahrzeuge zugelassen mitbringen), handelt es sich hierbei um keine Trendumkehr. Auf ein Kraftfahrzeug kommen weiterhin durchschnittlich 1,8 Personen bzw. auf jeden Haushalt 1,04 Kraftfahrzeuge. Diese Quoten sind im Vergleich zum Jahr 2019 unverändert.

1 Abweichungen von 100,0% durch Rundung bedingt 2 Quelle: Stadt Nürnberg - Amt für Stadtforschung und Statistik (2022): Bevölkerungshoch in Nürnberg und Fürth. Berichte aus Stadtforschung und Statistik (M531).

9. Entwicklung des Schwerlastverkehrs

Die Entwicklung des Schwerlastverkehrs am Außenkordon wird bei jeder Zählung gesondert betrachtet und in eine Zeitreihe gestellt. Der Schwerlastverkehr setzt sich aus Lastkraftwagen (Lkw) und Lastzügen (Lz) zusammen. In der Abbildung 2 wird die Entwicklung des Schwerlastverkehrs am Außenkordon seit 2000 aufgezeigt. Im Juli 2022 passierten 33.052 Lkw und Lz den Außenkordon und damit nur geringfügig weniger als 2019 (- 483 Fahrzeuge). Der Anteil des Schwerlastverkehrs am Kfz-Gesamtverkehrsaufkommen des Außenkordons beträgt 6,9% und damit 0,9% mehr als noch 2019, was insbesondere auf die deutlich geringere gesamte Kfz- bzw. darunter vor allem Pkw-Menge zurückzuführen ist. Zudem schränkte 2019 eine Großbaustelle an der Südwesttangente den dortigen Verkehr ein, was den Rückgang zwischen 2018 und 2019 erklärt. An der Südwesttangente und am Frankenschnellweg werden in der Regel jedes Jahr ein Großteil der stadtgrenzüberschreitenden Lkw und Lz erfasst, 2022 über 60% (20.385 Lkw und Lz). An den drei Zählstellen der Südwesttangente und des Frankenschnellwegs ist zudem ein gewisser Anteil Durchgangsverkehr enthalten, der auch den Schwerlastverkehr betrifft. h 6 1 /z L + w 0 0 2 7 3 0 9 9 7 3 0 7 5 7 3 1 8 1 6 3 0 6 5 5 3 5 3 2 6 3 2 5 7 5 3 3 0 2 6 3 8 3 0 5 3 1 4 5 1 3 2 2 5 3 3 7 2 9 1 3 2 8 5 2 3 8 6 9 2 3 0 4 3 4 3 7 4 4 2 3 6 5 6 5 3 1 2 0 7 3 5 3 5 3 3 2 5 0 3 3

k

L

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 2 3 4 5 6 7 8 9 2 Abbildung 2: Entwicklung des 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 Schwerlastverkehrs am Außenkordon

Jahr

10. Entwicklung des Radverkehrs

Das Radverkehrsaufkommen wird besonders stark von der Witterung beeinflusst. Auch wenn in den Sommermonaten deutlich mehr Räder zu verzeichnen sind als in der kalten Jahreszeit, hat die Hitze während der beiden Zähltage 2022 einige Radfahrende dazu bewogen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen oder Wege gänzlich zu unterlassen. Von 2015 bis 2019 herrschte an den beiden Zähltagen zwar jeweils sommerliches Wetter, jedoch reichten die Temperaturen nicht an die Werte von 2022 heran.

Am Außenkordon hat die absolute Anzahl an Rädern im Vergleich zu den Vorjahren auf 8.382 Räder/16h abgenommen (2019: 10.660 Räder, -21%), der Anteil am Gesamtfahrzeugverkehr blieb jedoch mit 1,8% konstant (siehe Abbildung 1 und Tabelle 1). Dies zeigt somit erneut, dass der Radverkehr im stadtgrenzüberschreitenden Verkehr eine tendenziell untergeordnete Rolle besitzt. Jedoch gibt es zahlreiche Radwegeverbindungen über die Stadtgrenze mit hoher Bedeutung abseits von Straßen, die im Rahmen der Verkehrszählung nicht erfasst werden, beispielsweise im Pegnitztal oder Reichswald. Diese gewinnen für diejenigen mit weiteren Pendelstrecken, die häufig Pedelecs nutzen, zunehmend an Bedeutung.

Abbildung 3 zeigt die Entwicklung des Radverkehrs auf den Pegnitzbrücken. Dort wurden im Juli 2022 19.097 Räder in 16 Stunden gezählt und somit 6.452 Räder weniger als 2019, als ein neuer

Höchststand erreicht wurde (-25%). Damit fällt dieser Rückgang etwas stärker aus als am Außenkordon. Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Fahrzeugverkehr auf den Pegnitzbrücken mit Kfz-Verkehr betrug 11,3% (2019: 11,5%).

Zu Teilen sind diese Rückgänge auf die heißen Temperaturen zurückzuführen, was die Auswertung der zwei Rad-Dauerzählstellen im Stadtgebiet bestätigt. So waren im Karl-Bröger-Tunnel sowie am Königstorgraben an den beiden Zähltagen 19./20.07.2022 (KW 29) weniger Räder unterwegs als an den anderen Dienstagen und Mittwochen im Juli 2022. Der Rückgang betrug gegenüber den Kalenderwochen 27 und 28 (05./06.07. und 12./13.07.) 14 bzw. 13%, gegenüber der Kalenderwoche 30 (26./27.07.) immerhin noch 4% - wobei das Verkehrsaufkommen in dieser letzten Woche vor den Schulferien aufgrund vorgezogener Urlaube und Sonderveranstaltungen oftmals bereits von den Normalwerten abweicht. Es lässt sich somit zusammenfassen, dass ein Teil des doch deutlichen Rückgangs des Radverkehrs auf die Witterungsbedingungen zurückzuführen ist. Dennoch wirkten sich die weiteren in Kapitel 3 dieses Berichts beschriebenen Faktoren wie das Pandemiegeschehen und Homeoffice analog zum Kfz-Verkehr auch auf den Radverkehr aus.

Im Vergleich zu den automatischen Zählungen im April/Mai 2022 zeigt sich an den ausgewählten Querschnitten sowohl am Außenkordon als auch auf den Pegnitzbrücken eine leichte bis deutliche Zunahme des Radverkehrs im Juli 2022. Ausnahmen bilden hier die Obere Karlsbrücke sowie die Spitalbrücke (analog zum Kfz-Verkehrsaufkommen), bei denen Abnahmen von 34% bzw. 44% zu verzeichnen waren. Die regelmäßig durchgeführten Befragungen zum Mobilitätsverhalten der Nürnbergerinnen und Nürnberger zeigen zwar, dass normalerweise der Anteil an Wegen per Rad in den Monaten April, Mai und Juli ähnlich hoch ist. Die Unterschiede zwischen den Zählungen im Frühjahr sowie im Sommer könnten auf unterschiedliche Wegelängen oder regnerische Referenztage im Frühjahr, insbesondere im April 2022, zurückzuführen sein, aber auch auf die hohen Infektionszahlen.

30.000 0 8 9 0 .4 49 4 1 1 3 3 2 4 1 3 4 .4 0 2 3 5 .5 2 25.000

0 6 8 .5 1
3 1 11
3

20.000

15.000

10.000

h

/

r5.000

e

d

ä

R

Jahr

Abbildung 3: Entwicklung des Radverkehrs auf den Pegnitzbrücken mit Kfz-Verkehr

11. Entwicklung des Straßenverkehrs im und rund um den Hafen

Nach 2017 wurden wieder die Verkehrsmengen im Hafen, sprich an den Zu- und Abfahrten zum Hafengebiet von der Hafenstraße und der Wiener Straße aus, sowie an Knotenpunkten und Straßenquerschnitten in dessen Umfeld erfasst. Gezählt wurde somit auch am Knoten Eibacher Hauptstraße / Hafenstraße, am Kreisverkehr Wiener Straße / Vorjurastraße / Frankenschnellweg sowie am Knoten Wiener Straße / Marthweg. Da ab 2023 die Sanierung der Hafenbrücken ansteht, war diese Zählung die letztmalige Gelegenheit, vor der jahrelangen Großbaumaßnahme repräsentative Ergebnisse zu erhalten. Turnusmäßig wäre die Zählung im Hafen spätestens 2023 angestanden. Analog der letzten Zählungen des Hafengebiets in den Jahren 2008, 2013 und 2017 wurden an den Zu- und Abfahrten die einzelnen Abbiegeströme jeweils getrennt erhoben.

11.1. Verkehrsaufkommen an den Zu- und Abfahrten zum Hafengebiet

Während der beiden Zähltage im Juli 2022 wurden insgesamt 26.565 Kfz/16h an den Zu- und Abfahrten ins Hafengebiet erfasst (siehe Tabelle 3) und somit geringfügig weniger als 2017 (27.604 Kfz/16h, - 4%) . Die Linzer Straße wurde allerdings nicht mitgezählt, da diese aufgrund einer Sanierungsmaßnahme erst im Laufe des zweiten Zähltags befahren werden konnte und währenddessen die Kapazitäten der ursprünglich vorgesehenen Schülerinnen und Schüler anderswo benötigt wurden. Entsprechend wurde in der Preßburger Straße Mehrverkehr von 721 Kfz/16h im Vergleich zu 2017 (damals 2.935 Kfz/16h, heuer 3.656 Kfz/16h) verzeichnet, der allerdings nicht der Größenordnung des Aufkommens in der Linzer Straße entspricht (bei vorherigen Zählungen meist zwischen 1.600 – 2.700 Kfz/16h). Im Laufe des zweiten Zähltags am Mittwoch, den 20. Juli, stand die Linzer Straße wieder zur Verfügung, sodass die Zunahme in der Preßburger Straße insbesondere am Zähldienstag stattfand. Aufgrund der geringen Gesamtverkehrsmenge und der zeitweise ausschließlichen Erreichbarkeit der Grundstücke in der Linzer Straße über die Preßburger Straße hatte die Straßensperrung jedoch keinen nennenswerten Einfluss. Die geringfügige Zunahme der Verkehrsmenge in der südlichen Hamburger Straße um 211 Kfz/16h auf 6.030 Kfz/16h ist davon unbeeinflusst, da zwischen dieser Straße und dem südöstlichen Hafengebiet keine Verbindung besteht. Naheliegender ist, dass einige Fahrten, die bislang über die Hamburger Straße Nord zufuhren, diesmal die südliche Einfahrt in die Hamburger Straße wählten. In der Hamburger Straße Nord wurden deutlich weniger Kfz als 2017 erfasst (-1.410 Kfz/16h), während die Verkehrsmenge in der Rotterdamer Straße (+165 Kfz/16h) und insbesondere in der Bremer Straße (+924 Kfz/16h) zunahm. Somit nutzten viele die Bremer Straße anstatt der Hamburger Straße Nord, um in das Gebiet ein- oder aus diesem auszufahren. Dies ist auch auf die Entwicklung der Flächen in der Triester Straße zurückzuführen, die wohl vermehrt über die Bremer Straße angefahren werden.

Die Zählergebnisse zeigen wieder einmal, dass die nördlichen Hafenzufahrten mehr genutzt werden als die südlichen, da diese von Frankenschnellweg und Südwesttangente in der Regel kürzer erreichbar sind, über die Hafenstraße und Finkenbrunn die Route in die Innenstadt verläuft und die nördlichen Zufahrten eine größere Fläche erschließen. 64% des hafenbedingten Verkehrs nutzen die nördlichen Zu- und Abfahrten, 36% den Süden. Während 2017 noch eine Verkehrszunahme an den südlichen Zu- und Abfahrten festgestellt und dies auf die Fertigstellung des Kreisverkehrs Wiener Straße / Vorjurastraße / Frankenschnellweg zurückgeführt wurde, war 2022 aufgrund der Sperrung der Linzer Straße ein leichter Rückgang im Süden zu verzeichnen.

2003 2008 2013 2017 2022
Hamburger Straße Nord 12.132 10.683 10.859 10.811 9.410
Bremer Straße 2.296 2.712 3.480 4.245 5.169
Rotterdamer Straße 2.658 2.923 2.281 2.135 2.300
Zwischen- 17.086 16.318 16.620 17.191 16.879
summe Nord-
zufahrten
Hamburger Straße Süd 4.329 5.740 4.858 5.819 6.030
Preßburger Straße 1.062 2.858 2.750 2.935 3.656
Linzer Straße 1.611 2.782 1.772 1.659 gesperrt
Zwischen- 7.002 11.380 9.380 10.413 9.686
summe Südzu-
fahrten
Gesamtsumme 24.088 27.698 26.000 27.604 26.565

Tabelle 3: Verkehrsentwicklung an den Zu- und Abfahrten zum Hafengebiet (Kfz/16h)

2017 wurden an den Hafenzu- bzw. -abfahrten 12.154 Lkw+Lz/16h erfasst. Dieser Wert wurde 2022 mit 12.231 Lkw+Lz/16h geringfügig übertroffen (+ 0,6%). Der Anteil des Schwerverkehrs am Gesamtfahrzeugverkehr an den Hafenzu- und -abfahrten beträgt mit 46% etwas mehr als der bislang konstante Wert von 44% aus den Jahren 2008, 2013 und 2017.

Berücksichtigt man die einigen hundert Kfz-Fahrten in der Linzer Straße vom Zähltag Mittwoch, die in den Zählergebnissen fehlen, zeigt sich in der Summe ein gleichbleibendes Verkehrsaufkommen an den Zu- und Abfahrten des Hafengebiets im Vergleich zu den letztmaligen Zählungen. Dies weicht von der deutlichen Verkehrsabnahme im restlichen Stadtgebiet signifikant ab. Beim Verkehrsaufkommen im Hafen handelt es sich schwerpunktmäßig um Schwerverkehr bzw. beruflich bedingte Fahrten, welche vom 9 Euro-Ticket und Homeoffice-Optionen weit weniger beeinflusst wurden.

11.2. Entwicklung des Güteraufkommens im Hafen

Der Nürnberger Hafen und das angeschlossene Güterverkehrszentrum halten aufgrund der trimodalen Anbindung an die Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße eine besondere Stellung in Süddeutschland inne. Im Bayernhafen Nürnberg wurden 2021 insgesamt 331.214 TEU (twenty foot equivalent unit) an Containern umgeschlagen. Der Umschlag an Bahngütern wuchs von 2016 bis 2021 um 147.000 Tonnen auf 3,8 Mio. Tonnen, der von Schiffsgütern sank im selben Zeitraum um 67.000 Tonnen auf 207.000 Tonnen. 3 4 Es sind somit, wie in den Zeiträumen zuvor, Verlagerungen weg vom Binnenschiff auf andere Verkehrsträger erkennbar. Zahlen

3 Quelle: bayernhafen (2022): bayernhafen Nürnberg mit deutlichem Plus gegenüber Vorjahr, abgerufen unter: https://www.bayernhafen.de/bayernhafen-nuernberg-mit-deutlichem-plus-gegenueber-vorjahr/ (zuletzt am 30.01.2023). 4 siehe hierzu den Bericht zur Verkehrszählung 2017.

zum Umschlag des Lkw+Lz-Verkehrs werden von der Bayernhafen GmbH & Co. KG nicht mehr veröffentlicht. Eine detaillierte Aufschlüsselung des Güteraufkommens auf die Verkehrsträger, wie sie bis einschließlich 2017 in den Berichten zu Verkehrszählungen mit Schwerpunkt Hafen dargestellt wurde, ist daher nicht möglich. Der Hafenbetreiber investiert weiterhin in den Standort in Form von Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen, einer Teilverfülllung eines Abschnitts des Hafenbeckens sowie einer Terminal-Erweiterung.5 Die Ergebnisse dieser Verkehrszählung, die bisherige Entwicklung des Güteraufkommens sowie die weiteren Investitionen der Bayernhafen GmbH & Co. KG lassen tendenziell auf einen Zuwachs der Bedeutung des Lastentransports auf Straßen für den Hafen sowie einen entsprechend steigenden Umschlag per Lkw und Lz schließen.

11.3. Verkehrsverteilung im Hafenumfeld

Während im gesamten Stadtgebiet die Kfz-Verkehrsmengen teils deutlich unter den Ergebnissen der Vergleichsjahre lagen, wurden im Hafengebiet selbst keine vergleichbaren Rückgänge verzeichnet. Die Ergebnisse des Hafenumfelds müssen differenziert betrachtet werden.

Einfluss auf die Zählergebnisse hatte die Sperrung der Rampe der Südwesttangente am Kreuz Nürnberg-Hafen Richtung Katzwang/Reichelsdorf. Da die Umleitung über die Hafenstraße führte, wurden in dieser zwischen der Anschlussstelle Nürnberg-Hafen Ost und dem Frankenschnellweg teils mehr Kfz erfasst als im Vergleichsjahr 2017. Östlich der Rotterdamer Straße waren es 26.393 Kfz/16h (+ 718 Kfz/16h), westlich der Rotterdamer Straße 18.717 Kfz/16h (+ 354 Kfz/16h), östlich der Bremer Straße 19.098 Kfz/16h (- 20 Kfz/16h) und westlich der Bremer Straße 15.587 Kfz/16h (- 336 Kfz/16h), während in der Hafenstraße östlich der Eibacher Hauptstraße nur 12.744 Kfz/16h (- 2.489 Kfz/16h) gezählt wurden und somit deutlich weniger als 2017.

Im südlichen Hafenumfeld ist ein deutlicher Rückgang der Verkehrsmengen zu verzeichnen, vergleichbar zum gesamten Stadtgebiet. An der Kreuzung Wiener Straße / Marthweg betrug der Rückgang der Gesamtverkehrsmenge je nach Querschnitt zwischen 25% und 31%. So wurden im Marthweg nördlich der Wiener Straße 13.508 Kfz/16h erfasst (2019: 17.963 Kfz/16h, -25%), im Marthweg südlich der Wiener Straße 9.707 Kfz/16h (2019: 14.079 Kfz/16h, -31%) und in der Wiener Straße westlich des Marthwegs 6.591 Kfz/16h (2019: 8.756 Kfz/16h, -25%). Ähnlich stellt sich die Verkehrssituation am Kreisverkehr Frankenschnellweg / Vorjurastraße / Wiener Straße dar. Am Frankenschnellweg wurden 12.746 Kfz/16h gezählt (2019: 17.670 Kfz/16h, -39%), an der Vorjurastraße 14.177 Kfz/16h (2019: 18.281 Kfz/16h, -29%) und in der Wiener Straße östlich der Vorjurastraße 7.395 Kfz/16h (2019: 7.523 Kfz/16h, -2%).

Die Tabelle 4 zeigt die Entwicklung der Kfz- und Schwerlastverkehrsmengen an Straßenabschnitten im Hafenumfeld.

5 Quelle: bayernhafen (2022): bayernhafen Nürnberg mit deutlichem Plus gegenüber Vorjahr, abgerufen unter: https://www.bayernhafen.de/bayernhafen-nuernberg-mit-deutlichem-plus-gegenueber-vorjahr/ (zuletzt am 30.01.2023).

Frühere Zählun- 2008 2013 2017 2022
gen Kfz/16h Kfz/16h Kfz/16h Kfz/16h
Kfz/16h (davon Lkw+Lz) (davon Lkw+Lz) (davon Lkw+LZ) (davon Lkw+Lz)
Hafenstraße östl. Eibacher Hauptstr. 15.525 (2003) 15.049 (1.204) 13.418 (891) 15.233 (1.448) 12.656 (1.029)
Hafenstraße östl. Lechstraße / westl. Bremer Straße 20.956 (1999) 21.235 (2000) 18.939 (2003) 16.334 (2.445) 16.981 (2.348) 15.923 (2.321) 15.587 (2.222)
Wiener Straße östl. Vorjurastr. 5.678 (2003) 7.335 (1.535) 6.161 (1.119) 7.523 (1.332) 7.395 (1.515)
Frankenschnellweg nördl. Wiener Str. 17.025 (2003) 19.203 (1.626) 16.678 (1.172) 17.670 (1.413) 12.746 (1.808)
Vorjurastraße südl. Wiener Str. 18.337 (2003) 19.572 (529) 17.739 (405) 18.281 (413) 14.177 (531)
Marthweg nördl. Wiener Str. 16.257 (2001) 16.486 (2.601) 16.117 (2.201) 17.963 (3.309) 13.508 (2.451)
Marthweg südl. Wiener Str. 12.435 (2001) 13.162 (2005) 12.063 (267) 11.800 (193) 14.079 (838) 9.707 (272)
Wiener Straße westl. Marthweg 7.482 (2001) 7.951 (2.576) 7.373 (2.160) 8.756 (3.041) 6.591 (2.355)
Eibacher Hauptstraße südl. Hafenstr. 24.050 (1.188) 22.291 (829) 24.533 (1.130) 18.760 (953)
Finkenbrunn südl. Julius-Loßmann-Str. 24.271 (2001) (1.421) 24.126 (2012) (1.212) 18.808 (736)

Tabelle 4: Verkehrsentwicklung im Hafenumfeld

Bei Auswertung der Verkehrsmengen im Hafen muss berücksichtigt werden, dass nicht der gesamte Schwerlastverkehr im Umfeld hafenbedingt ist. Sowohl die Wiener Straße als auch die Hafenstraße sind Hauptverkehrsstraßen mit entsprechender Bedeutung, besonders als Zubringer zum Frankenschnellweg und zur Südwesttangente. Dort auftauchender Schwerlastverkehr hat auch andere Ziele oder Quellen als den Hafen, ob in Nürnberg oder in den angrenzenden Gemeinden.

13. Luftreinhaltung

Im Nürnberger Stadtgebiet wurden immer wieder NOx-Überschreitungen der EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe gemessen. Daher hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. eine Klage angestrebt. Ein Großteil der Emissionen stammt aus dem Verkehrssektor, sodass die Beobachtung der Verkehrsmenge an besonders belasteten Hauptverkehrsstraßen eine wichtige Datengrundlage für die Luftreinhalteplanung darstellt. 2022 wurden daher mehrere Zählstellen für diesen Zweck in den Katalog aufgenommen.

Hierzu gehören:  Bucher Straße (südl. Ring)  Bucher Straße / Pirckheimerstraße (Knotenstromzählung)  Dürrenhoftunnel  Frauentorgraben (Opernhaus), Standardzählstelle  Julius-Loßmann-Straße / Minervastraße / Finkenbrunn (Knotenstromzählung)  Maximilianstraße (nördl. Fürther Straße)  Nopitschstraße

 Regensburger Straße (südöstl. Ring)  Ulmenstraße (östl. Gibitzenhofstraße)  Von-der-Tann-Straße (südl. Rothenburger Straße)  Ziegelsteinstraße (südl. Bierweg)

Die Ergebnisse können im Anhang in Tabelle 7 eingesehen werden. Sie flossen in die 2022 erfolgte Fortschreibung des Masterplans für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität in Nürnberg aus dem Jahr 2017 ein. Im Herbst 2022 wurde auf Grundlage dieser Fortschreibung durch den Abschluss eines Vergleichs beider Parteien ein Gerichtsverfahren abgewendet.

14. Fazit

Die Ergebnisse der Verkehrszählung 2022 wurden nach der pandemiebedingten Unterbrechung in den Jahren 2020 und 2021 mit besonderer Spannung erwartet, um Aussagen zur Entwicklung des Verkehrsgeschehens treffen und die jahrzehntelang gepflegten Zeitreihen fortschreiben zu können.

Im Rahmen der Zählung wurden am Außenkordon 466.975 Kfz/16h (-16%) erfasst und auf den Pegnitzbrücken 149.170 Kfz/16h (-24%). Dies ist ein deutlicher Rückgang zu den Werten aus der letzten Verkehrszählung 2019, als am Außenkordon noch 557.255 Kfz/16h und auf den Pegnitzbrücken 196.603 Kfz/16h ermittelt wurden. Auch der Rad- und Fußverkehr nahm an vielen Zählstellen ab. Neben vereinzelten Querschnitten, wo keine Rückgänge zu verzeichnen waren, bewegt sich einzig der Schwerverkehr am Außenkordon sowie das Verkehrsaufkommen an den Hafenzu- und -abfahrten auf einem vergleichbaren Niveau zu den bisherigen Zählungen.

Die Zählung 2022 fand unter besonderen Rahmenbedingungen statt. Zwar galten keine relevanten Einschränkungen zur Vermeidung von Infektionen mit Covid-19 mehr (bis auf die Maskenpflicht im ÖPNV). Die hohen 7-Tage-Inzidenzen zum Zeitpunkt der Zählung beeinflussten allerdings die Organisation sowie die Ergebnisse ebenso wie unterlassene Wege aufgrund von Arbeitstätigkeiten im Homeoffice. Diese Effekte begründen ebenso wie die Hitze zu Teilen den deutlichen Rückgang der erfassten Verkehrsmengen an zahlreichen Zählstellen. In welchem Maße welcher Faktor Einfluss nahm, kann jedoch nicht geschlussfolgert werden. Weswegen andernorts vergleichbare Werte wie vor der Pandemie erfasst wurden, lässt sich nicht abschließend feststellen.

Es ist angesichts der Ergebnisse der vorliegenden Zählung von einem allgemeinen Verkehrsrückgang auszugehen, da verkehrsmittelübergreifend weniger Wege unternommen wurden als 2019, besonders jedoch im Pkw- und Personenverkehr. Es bleibt offen, inwiefern die Folgen der Corona-Pandemie wie beispielsweise die Verbreitung von Homeoffice und mobilem Arbeiten sich mittel- bis langfristig auf das Verkehrsgeschehen auswirken und sich dieses generell entwickeln wird. Die Hitze im Juli 2022 zeigt zudem, dass die reibungslose Durchführung der Zählung perspektivisch problematischer wird – 2011 musste sie bereits wegen Starkregen und Überschwemmungen abgesagt werden. Solche klimatischen Extremwetterereignisse hatten in den Jahrzehnten zuvor nie Einfluss auf die Durchführung. Auch erhöhte krankheitsbedingte Ausfälle bei den Zählenden sind zumindest in den nächsten Jahren wieder denkbar. 2022 war es gerade noch möglich, diese zu kompensieren, allerdings nur aufgrund der Aufgabe vorgesehener Zählstellen.

Die Ergebnisse der Verkehrszählung 2022 können daher nicht uneingeschränkt verwendet werden, sondern bedürfen immer einer entsprechenden Kommentierung. Für allgemeingültige Ergebnisse sind derzeit besser die Zahlen bis einschließlich des Jahres 2019 zu nutzen, bis absehbar ist, wie sich das Verkehrsgeschehen weiter entwickelt. Die Umsetzung der Ziele des Mobilitätsbeschlusses lassen für die folgenden Jahre ebenfalls Einfluss auf die Ergebnisse von zukünftigen Verkehrszählungen vermuten. Die Auswirkungen einzelner Maßnahmen können auf kleinräumiger Ebene auch mit automatischen Zählungen über das Jahr verteilt evaluiert werden.

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