Entscheidungsvorlage
2015 wurden zum ersten Mal die Zuschussmittel für Gruppen, Künstlerinnen und Künstler, die der freien Szene Tanz und Theater zuzuordnen sind, gemeinsam und nach neuen Bestimmungen und Kriterien vergeben. Die Erfahrungen nach nunmehr acht Jahren Laufzeit bestätigen die Erkenntnisse aus den ersten Jahren: es ist festzustellen, dass die bessere Mittelausstattung und die geschaffenen Anreize zu Kooperationen und spartenübergreifendem Denken und Handeln die Qualität der geförderten Produktionen erhöht hat. Auch hat die Unterscheidung der Zuschussberechtigten aus diesem Fördertopf zwischen produzierenden Gruppen und institutionalisierten Einrichtungen für mehr Klarheit und Transparenz gesorgt. In den nächsten Jahren sollte eine intensive Evaluierung erfolgen, da Laufzeiten von ca. 10 Jahren für Zuschussvergaben dafür genau der richtige Zeitpunkt sind.
Aus der relativ stabilen, bzw. vergleichbaren Antragslage (siehe unten) lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
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Der 2014 durchgeführte Relaunch hat die erhofften Ergebnisse erzielt
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Eine adäquate Mittelausstattung wäre bei ca. 230Tsd € erreicht (derzeit 150 Tsd)
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Analog zur Spielzeitplanungsrealität sind die beantragten Projekte sinnvollerweise für
die Spielzeit zu planen, die auf den ersten erreichbaren Kulturausschuss im Haushaltsjahr folgt. Wenn z.B. der Ausschuss Ende Februar/Anfang März tagt, sollten die Projekte für die darauffolgende Spielzeit (September – Juli) geplant sein.
- Wiederaufnahmen werden in Ausnahmefällen (vollständige Überarbeitung, neue
Besetzung etc.) ebenfalls gefördert.
- die Folgen der Pandemie wirken sich auch im Jahr 2023 auf die Planungsläufe,
Abrechnungen oder Premierentermine aus.
Beratergremium
Das 2015 neu aufgestellte Beratergremium wurde im achten Jahr auf jenen Positionen umgesetzt, auf welchen BeraterInnen ausgeschieden waren. Aktuell gehören dem Gremium an: Thomas Reher (Theater Fürth), Susanne Ziegler (Theater Erlangen) und Andrea Erl (Regisseurin, Theater Mumpitz). Das Gremium arbeitet intensiv und kompetent zusammen und beweist hohen Sachverstand. Moderiert wird das Beratergremium von Mitarbeitenden des 2.BM/ GeschB Kultur.
Antragslage
Die Impulsförderung wurde 2021 für die Jahre 2021, 2022 und 2023 mit dem eingereichten Konzept „Kitsch vs. Kunst“ an die Choreographin und Konzeptkünstlerin Eva Borrmann vergeben und musste demnach nicht beschieden werden.
Für die Produktionsförderung liegen 18 Anträge vor, was eine Verstetigung der letzten Jahre darstellt. (2022: 19 Anträge; 2021: 23 Anträge; 2020: 16; 2019 und 2018 waren es 18), davon fünf Neuanträge (2022: elf; 2021: neun; 2020: drei, 2019 und 2018 vier). Die Gesamtantragssumme der 18 Anträge beläuft sich auf 231.810 € (2022: 237.250 €; 2021: 327.664 €; 2020: 219.305,00 €; 2019: 230.010 €, 2018: 225.050 €).
Bei zu verteilenden Mitteln in Höhe von 130.000 € war das Beratergremium angehalten, Schwerpunkte zu setzen, um förderwürdige Anträge mit ausreichend Mittel auszustatten, die eine Projektrealisierung auch möglich machen. Mangels ausreichendem Budget müssen dann auch interessante Projekte abgelehnt werden, da eine Realisierung mit einem zu geringen Zuschussanteil scheitern muss.
Bei diesem Prozess erwiesen sich 14 von 18 Anträgen (2022: 11 von 19 Anträge; 2021: 14 von 23; 2020: zehn von 16, 2019 waren es 13 von 18 Anträgen, 2018: 14 von 18) als tragfähig. Alle vier abgelehnten Anträge ließen – so die Meinung des Beratergremiums – die erforderliche künstlerische Brisanz und Fundiertheit vermissen, griffen keine relevanten Themen auf oder entsprachen anderen Kriterien nicht (z.B. Tanzfestival, Kunst im öffentlichen Raum).
Mit der neu definierten Produktionsförderung sollen künstlerische Arbeiten mit unterstützt werden, die als Bühnenstücke aufgeführt werden können, abendfüllend oder als Teil eines Aufführungskonzeptes. Alle empfohlenen Projekte entsprechen diesen Kriterien. Erfreulich dabei ist, dass der Aspekt der Vernetzung mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region oder anderen Partnern aufgenommen wurde. Weiterhin wurde darauf geachtet, dass Künstlerinnen und Künstler mit branchenüblichen, wenn auch immer noch geringen Honoraren entlohnt werden können.
Bezuschusst sollen letztlich 14 Anträge (2022: 11 Anträge; 2021: 14; 2020: 10; 2019 und 2018: 13) werden, die eine große Bandbreite aufweisen und für eine lebendige Szene sprechen. Sehr unterschiedlich im künstlerisch-ästhetischen Impetus, teils offen-performativ, teils klassisch konzeptioniert. Reine Tanz- oder Theaterformen finden sich genauso wie interdisziplinäre Ansätze, Tanztheater und Performance Art.
Die geförderten Produktionen werden in der laufenden Saison 2022/2023 und in der Saison 2023/2024 an verschiedenen Spielorten in Nürnberg Premiere haben.
Vergabeempfehlung
Impulsförderung (für die Jahre 2021/2022/2023) 3 Jahre je 20.000 €
| beantragt | empfohlen | ||
|---|---|---|---|
| 1. | Plan MEE - Borrmann, Eva: „Kitsch vs. Kunst“ | 20.000 € |
Produktionsförderung 130.000 €
| beantragt | empfohlen | ||
|---|---|---|---|
| 1. | Bess, Barbara: „Performativer Outdoor-walk inszenierte Installationen“ | 8.000 € | 8.000 € |
| 2. | Bonilla, Carlos: „Tanzplus Festval” | 16.260 € | 0 € |
| 3. | Brachland Ensemble - Gunnar Seidel: „As Good As You“ | 15.000 € | 10.000 € |
| 4. | Co>labs - Beate Höhn: „Wer lebt, der lügt“ | 22.000 € | 12.500 € |
|---|---|---|---|
| 5. | Cutty Shells - Simons, Kathi: „EXIT THROUGH THE UNIVERSE - ein transmediale Tanzperformance“ | 15.000 € | 5.000 € |
| 6. | Das Papiertheater - Johannes Volkmann: „Vision Nürnberg: Verkehrsschilder der Gerechtigkeit“ | 6.000 € | 0 € |
| 7. | Das Theaterprojekt – Nikolaus Struck „4.48 Psychose“ | 7.200 € | 7.200 € |
| 8. | Detrez, Franziska „down girl, this is not my story“ | 5.600 € | 0 € |
| 9. | EveryBody e.V. - Curtis, Susanna: „Stairways to Heaven? - eine inklusive Tanztheater- produktion für den öfftl. Raum” | 15.000 € | 15.000 € |
| 10. | Interdisziplinäres Forschungskolleg - Jakob Jokisch: „Zeig mir was Neues! Das kenn ich schon“ | 10.000 € | 6.000 € |
| 11. | Kaalund, Henrik: „Lost in Technology“ | 18.000 € | 10.000 € |
| 12. | Kapfwiesers RAUMFLOTTE: „lebensZEITraum“ | 17.700 € | 11.000 € |
| 13. | Karademir, Barish: „Die Orestie“ | 23.300 € | 15.000 € |
| 14. | Lima Pereira Michaela: „Asche Zitronengelb“ | 8.500 € | 8.500 € |
| 15. | MEGAPLOT – Claudia Schulz: „Immersive Theaterperformance“ | 9.750 € | 6.000 € |
| 16. | SETanztheater - Sebastian Eilers: „principle.agora“ | 15.000 € | 10.000 € |
| 17. | TheaterRäume - Nicole Schymiczek-Böhm: „Das Mamorbild“ | 9.000 € | 2.000 € |
| 18. | Wolfsherz - Johanna Steinhauser: „Aus meinem Mund“ | 10.500 € | 0 € |
| Restmittel, Reserve für neue Entwicklungen während des Jahres | 3.800 € |