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Sachverhalt

Anlage · 10.02.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Schule & Bildung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Schulpartnerschaften an Nürnbergs Schulen

Partnerschaften mit anderen deutschen oder internationalen Schulen sind in der Nürnberger Schullandschaft gängig; neben dem klassischen Austausch sind in der Zwischenzeit, auch unter den vielfältigen Förderprogrammen von ERASMUS, weitere Formen der Kooperation wie e-Twinning, digitale Kooperationen zu verschiedenen Themen, Fortbildungen etc. entstanden. Das Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg unterstützt Schulen zudem beim Aufbau von Schulpartnerschaften und war im November 2022 zu einer Informationsrunde in die Direktorenkonferenz der Schulleitungen der städtischen allgemeinbildenden Schulen geladen.

Durch die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie sind für die Schulen hinsichtlich Mobilität und Unterrichtszeiten in den vergangenen zwei Schuljahren auch die Schulpartnerschaften zurückgegangen. Derzeit ist festzustellen, dass viele bestehende oder auch neue Kontakte noch nicht (wieder-)hergestellt werden konnten. Dies führt nun dazu, dass derzeit viele Schulen sich eher um das weitere Pflegen bzw. die Neuaufnahme hinsichtlich Schulpartnerschaften in Ländern bemühen, die dem aktiven Spracherwerb in höheren Klassen dienen, etwa England, Frankreich oder Italien.

In den letzten Monaten konnten verschiedene Anfragen von ausländischen Schulen bei SchA mit der Bitte um Vermittlung einer Schulpartnerschaft ebenso (noch) nicht zu einer Vermittlung führen, da die Schulen sich derzeit in einer Art Orientierungsphase befinden, wie nach zwei Jahren Pause für die jeweilige Schule künftig das Fahrtenprogramm gestaltet werden sollte. Allerdings signalisierten die angefragten Schulen ein positives Interesse für langfristige Vorhaben ab etwa 2023.

Derzeit pflegen fünf allgemeinbildende städtische Schulen eine langfristige Schulpartnerschaft mit den Ländern Tschechien, Polen, Frankreich, Italien und Finnland sowie den USA. Ein Austausch fand auch auf Lehrerebene statt. Damit werden auch östliche EU-Länder und insbesondere Polen im Austausch erreicht. Der Austausch mit einer Schule in Krakau steht bei der Peter-Vischer-Schule in den 8. Klassen auf dem Fahrtenprogramm. Derzeit wirkt SchA an einer längerfristigen Schulpartnerschaft einer städtischen Schule mit einer Schule in der Türkei mit. An den beruflichen Schulen bestehen laut einer aktuellen Abfrage über 20 Programme, die sich hauptsächlich auf den europäischen Raum (Frankreich, (Nord-)Irland, Kroatien, Schottland, Spanien und die Tschechische Republik) beziehen. Häufig sind diese mit einem Praktikum verbunden, wodurch für die Schülerinnen und Schüler neben dem Ausbau der sozialen, sprachlichen und kulturellen Kompetenzen zusätzliche Vorteile entstehen.

Neben diesen wiederkehrenden Programmen gibt es auch projektbezogene Begegnungen, wie beispielsweise der Austausch des städtischen Sigena-Gymnasiums mit Schulen in Rumänien und Schweden im Jahr 2018.Zudem gibt es immer wieder Schulen, die mit Partnern aus Israel Schüleraustausche organisieren. Beispielhaft zu nennen ist dabei die zehntägige Fahrt von 17 Auszubildenden zur Schreinerin bzw. zum Schreiner im November 2022. Der Austausch verfolgte mehrere Ziele zur beruflichen, sprachlichen und politischen Bildung. Die Auszubildenden aus Nürnberg haben bei der Planung und dem gemeinsamen Bau eines Holzhockers praktische Projektarbeit in Interaktion mit israelischen Jugendlichen geleistet. Die „Expertinnen“ und „Experten“ aus Nürnberg haben dabei in ihrer Rolle als Lehrende Schülerinnen und Schülern aus Israel ihre fachlichen Kenntnisse in englischer Sprache vermittelt. In dieser ungewohnten Rolle wurden neben den fachlichen Erkenntnissen soziale Kompetenzen gefördert und die Schülerinnen und Schüler erfuhren voneinander sowie von den aktuellen Lebenswirklichkeiten in beiden Ländern. Das Verständnis für die von starken politischen, sozialen, religiösen und territorialen Konflikten geprägte israelische Gesellschaft konnte durch Begegnungen und Gespräche mit verschiedenen Personengruppen vermittelt Seite 1 von 2

werden. Solche Austausche münden oftmals in einer festen Partnerschaft. Auch die Möglichkeit, ein Erasmus+ Programm an der eigenen Schule zu installieren, wird immer wieder wahrgenommen. Dies wird nun, da die Mobilität wieder erleichtert ist, auch von SchA und SchB unterstützend an den Schulen begleitet.

Als besonderes Austauschprojekt hervorzuheben ist das vielfältige Programm „Viva-Europa“ der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement der Beruflichen Schule 7 (FAEVM) in Nürnberg. Schon seit dem Jahr 2009 können die Studierenden der FAEVM wertvolle Erfahrungen mit Mobilitäten in zehn Partnerländern der Beruflichen Schule 7 im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus+ sammeln. Viele der künftigen Betriebswirte für Ernährungs- und Versorgungsmanagement nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, einen Teil ihres Berufspraktikums im Ausland abzuleisten und ein Europass- Zertifikat erwerben. Jedes Schuljahr sind Studierende in dem Kurs Projektmanagement für das Projekt "Viva-Europa" zuständig, welches bereits im Schuljahr 2010/11 eingeführt wurde. Viva-Europa koordiniert seither interkulturelle Events an der FAEVM, hält Kontakt zu den Partnerschulen und -betrieben der Beruflichen Schule 7 und betreut deren ausländische Gäste. Bereits 2007 wurden Kontakte mit zwei Beruflichen Schulen in Helsinki/Finnland und Meran/Südtirol geknüpft. Seitdem wurden die Partnerschaften stetig erweitert. So kamen mit der Zeit Antalya/Türkei, Brasov/Rumänien, Córdoba/Spanien, Glasgow/ Schottland, Krakau/Polen, Nizza/Frankreich, Prag/Tschechien und Skopje/Nordmazedonien dazu.

Viva-Europa erhält zahlreiche Fördergelder verschiedener Gremien für die finanzielle Unterstützung der Auslandspraktika und die Betreuung ausländischer Schülerinnen und Schüler in Nürnberg. So fördert Erasmus+, ein Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union, die Auslandspraktika der Studierenden der FAEVM. Bei dem von der Stadt Nürnberg ausgeschriebenen Wettbewerb "Be U - Share Democracy" gewann Viva- Europa im Jahr 2019 sogar einen Preis von 2.000 Euro und war ein Teil der Bewerbung Nürnbergs als Kulturhauptstadt.

Nachdem die Corona-Pandemie das Projekt in den Jahren 2020 und 2021 quasi auf Eis legte, konnten 2022 erstmalig gleich vier Austausch-Studentinnen aus Glasgow vom Viva-Europa- Team in Nürnberg empfangen und betreut werden. Alle Impressionen dieser ereignisreichen Woche können auch auf dem von Studierenden gepflegten Instagram-Account der FAEVM (zu finden unter: fachakademie_nuernberg) nachgelesen werden. Gleichzeitig absolvierten 2022 je zwei Studierende ein dreiwöchiges Auslandspraktikum in Meran und Glasgow. Darüber hinaus gestaltet die Projektgruppe einen interkulturellen Schaukasten im Schulhaus, der im Wechsel über alle Partnerländer informiert, und hat für die 14. Klasse eine 6-tägige Studienfahrt nach Dublin organisiert. Die FAEVM strebt in Zukunft weitere Partnerschaften an, um das Netzwerk der Schule in Europa noch zu erweitern.

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