Sachverhaltsdarstellung
Bilanz Corona-Impfzentrum
Das Impfzentrum der Stadt Nürnberg wurde im Dezember 2020 zunächst als Stabsstelle im Referat für Umwelt und Gesundheit eingerichtet, ab August 2022 war es bei Gh angesiedelt. Auftrag Ende 2020 war, die Impfstelle im Messezentrum aufzubauen und dabei die Feuerwehr zu entlasten, die dieser Aufgabe zuvor zusammen mit ZD nachgekommen war. Feuerwehr und ZD hatten den operativen Impfbetrieb ausgeschrieben und in Folge die Unternehmen IZ Bayern für die mobilen Teams sowie Ecolog für den Impfbetrieb in der Messe und die Lagerhaltung beauftragt. Die erste Impfung fand am 27. Dezember 2020 statt. Die zweite Ausschreibung im Jahr 2021 hat Ecolog gewonnen. Das Unternehmen war dann alleine für die Impfungen zuständig. Bei der dritten Ausschreibung im Jahr 2022 hat sich das Unternehmen 21Dx durchgesetzt.
Das Impfzentrum der Stadt hat zwischen 27. Dezember 2020 und 31. Dezember 2022 insgesamt 465.074 Impfungen durchgeführt. Davon entfielen auf:
| Mobile Teams: | 180.690 |
|---|---|
| Messe Nürnberg/ehemalige Kfz-Zulassung: | 226.910 |
| ehemaliges Kundenzentrum N-Ergie | 26.438 |
| Feuerbach-Saal IHK: | 16.284 |
| Kinderimpfungen: | 1.921 |
| Impfungen im Heilig-Geist-Saal durch Hilfsorganisationen: | 12.831 |
Damit zeichnet sich das städtische Impfzentrum für rund die Hälfte der insgesamt rund 1,1 Millionen Impfungen verantwortlich, die in diesem Zeitraum in der Stadt verabreicht wurden. An die Krankenhäuser wurden über 23.000 Impfdosen vergeben, auf die Arztpraxen entfielen über 611.000 Impfungen.
Am 31. Dezember 2022 hat das städtische Impfzentrum den Betrieb aufgrund rechtlicher Regelungen eingestellt. Danach ist der Impfbetrieb in die Hände der niedergelassenen Ärzte übergegangen. Auch einige Apotheken bieten weiter Covid-19-Impfungen an.
Niedrigschwelliges Angebot
Im Fokus der Impfstrategie stand ein umfassendes, niedrigschwelliges und zielgruppenorientiertes Angebot. Zum Start der Impfungen im Dezember 2020 war die Zielgruppe zunächst auf die vulnerable Gruppe der Hochbetagten fokussiert. Die ersten Impfungen im Nürnberger Messezentrum fanden bundesweite Aufmerksamkeit. Bei der Pressekonferenz waren neben Oberbürgermeister Marcus König und Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm auch der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder sowie der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn anwesend.
Im Verlauf des Jahres 2021 wurde der Personenkreis derer, die geimpft werden durften, sukzessive erweitert. Die Messe als zunächst einzige Impfstelle wurde im Oktober 2021 von der einstigen Kfz-Zulassungsstelle in der Großreuther Straße 115 b als Basis-Impfstelle abgelöst. Dazu kamen Impfstellen wie das ehemalige Kundenzentrum der N-Ergie in der Südlichen Fürther Straße 14. Mobile Impfteams waren zudem seit Beginn in Seniorenheimen, sozialen Einrichtungen und in der Justizvollzugsanstalt im Einsatz. Vorbildcharakter hatte Nürnberg mit dem bayernweit ersten Modellprojekt, den Nutzerinnen und Nutzern der Tafel ein Impfangebot zu unterbreiten.
Eine wichtige Rolle haben bei der Impfstrategie nicht zuletzt die Einkaufszentren gespielt. Da dort regelmäßig viele Menschen anzutreffen sind, waren Impfangebote an diesen Orten besonders vielversprechend. Das Impfzentrum war dementsprechend in allen großen Einkaufszentren – verteilt über das Stadtgebiet – vertreten. Die Impfstelle im zentral gelegenen City-Point war bis zur Schließung des Einkaufszentrums im Herbst 2021 in Betrieb. In Nürnbergs Süden stand den Bürgerinnen und Bürgern die Impfstelle im Franken-Center zur Verfügung, im Stadtnorden zog das Mercado-Einkaufszentrum regelmäßig zahlreiche Impfinteressierte an. Temporäre, über mehrere Wochen geöffnete Impfstellen im Zentrum waren zudem in der Industrie- und
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Handelskammer sowie im Heilig-Geist-Saal eingerichtet. Im Heilig-Geist-Saal wurden im Dezember 2021 die ersten Kinderimpfungen angeboten.
Darüberhinaus waren mobile Impfteams im ganzen Stadtgebiet im Einsatz. So gab es Impfangebote zum Beispiel im Gemeinschaftshaus Langwasser und im Nachbarschaftshaus Gostenhof. Regelmäßig Station gemacht haben die mobilen Teams auch im zentral gelegenen Kino Cinecittà. Einen wesentlichen Beitrag zu einem geografisch breit gefächerten Angebot hat der Impfbus geleistet. Auf seiner Tour durch die Stadt hat er zum Beispiel in Fischbach und Altenfurt sowie am Flughafen, am Westbad und bei Pflanzen Kölle in der Geisseestraße Station gemacht.
Durch dieses auf die Viertel verteilte Angebot mussten die Menschen nicht weit zur nächsten Impfstellen fahren, sondern konnten sich gleich in der Nähe zu ihrem Wohnort oder zu ihrer Arbeitsstelle impfen lassen. Darüberhinaus hat das Impfzentrum gezielt Personengruppen angesprochen, zum Beispiel die russischsprachige Community mit Impfangeboten im Gemeinschaftshaus Langwasser oder die muslimische Gemeinde mit Impfaktionen in der Ditib-Moschee. Auch in Kirchengemeinden waren die mobilen Impfteams aktiv, zum Beispiel bei der Vesperkirche in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, in der Paul-Gerhardt-Kirche in Langwasser sowie in der Markuskirche an der Frankenstraße. Außerdem war das Impfzentrum bei Großveranstaltungen wie der Blauen Nacht und dem Klassik-Open-Air präsent.
Große Flexibilität gefragt
Bei allem Handeln war große Flexibilität gefragt. Zum einen weil Regierungsbeschlüsse innerhalb der Impfkampagne zum Teil sehr plötzlich mitgeteilt wurden und dann schnell umgesetzt werden mussten. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Covid-19-Impfempfehlung 24 Mal aktualisiert. Zum anderen weil die Nachfrage nach Impfungen zeitweise schwer kalkulierbar war. So war das Interesse an Impfungen im Sommer 2021 gering, stieg dann aber im Herbst schlagartig an, so dass sich vor den Impfstellen lange Schlangen gebildet haben. Das Impfzentrum hat darauf sofort reagiert und neben den durch Ecolog betriebenen Impfstellen in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen eine zusätzliche Impfstelle im Heilig-Geist- Saal eingerichtet. Die wöchentliche Kapazität an Impfungen hat damit im Dezember 2021 mit 19.000 Impfungen den Höchststand erreicht.
Herausfordernd war auch die Corona-Impfverordnung als Taktgeber für die anfängliche Priorisierung und die damit verbundene Diskussion in der Stadtgesellschaft. Zudem waren die mRNA-Impfstoffe in den ersten Monaten sehr knapp bemessen. Problematisch war der Umgang mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca sowie der Impfstoff von Johnson + Johnson.
Im Verlauf des Jahres 2022 ist die Nachfrage kontinuierlich gesunken und nur bei der Einführung der an die Omikron-Varianten BA.1 und BA.4/BA.5 angepassten Impfstoffe im September kurzfristig etwas gestiegen. Die durchschnittliche Zahl der Impfungen pro Tag lag in der Kalenderwoche 50 bei 51 Impfungen, das sind auf die Woche gerechnet rund 300 Impfungen.
Während des gesamten Betriebs stand das Impfzentrum im intensiven Austausch mit anderen Impfzentren, mit beratenden Ärzten, mit der Apotheke des Klinikums sowie mit anderen städtischen Stellen wie zum Beispiel dem KoM. Das Interesse der Medien war bis zuletzt groß. Die jeweils aktuellen Impfangebote wurden von den lokalen Zeitungen regelmäßig veröffentlicht.
Was bleibt zu tun?
Nach Einstellung des Betriebes zum 31.12.2022 ist die Koordinierungsstelle Impfzentrum aktuell mit der Verwertung der Einrichtungsgegenstände sowie der Kostenabrechnung auf Basis der Impfzentrenkostenerstattungsrichtlinie befasst. Insgesamt fielen Kosten in Höhe von ca. 45,27 Millionen Euro an. Die Personalkosten schlugen mit etwa 750 000 Euro zu Buche. Im Bereich Sachkosten hat die Stadt ca. 44,52 Millionen Euro verauslagt. Zu den Sachkosten zählen nicht zuletzt Mieten sowie die Beauftragungen der Unternehmen IZ Bayern, Ecolog und 21Dx.
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