Protokoll zur 235. Sitzung des Baukunstbeirates am 28./29. 07.22
Top 10 öffentlich / Vorprojekt / Wiedervorlage vom 5./6. Mai 2022
Mögeldorfer Plärrer
Bauherr: Stadt Nürnberg vertreten durch das Stadtplanungsamt Planung: Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten GmbH, Eichstätt vertreten durch Frau Stephanie Hackl
Vorgestellt wird die weiterentwickelte Planung für den Mögeldorfer Plärrer, der im Bebauungsplan Nr. 4424 als öffentliche Freifläche festgesetzt ist mit einem Rahmen aus Bäumen. Angelehnt an die Empfehlungen des BKB ist jetzt eine stärkere Begrünung mit einem Hain aus Großbäumen geplant, die den einfassenden Gehweg sowie eine Lichtung für Brunnen und Freischankflächen ausspart. Am Übergang zu den Straßen sind unter den Bäumen die nötigen Ausstattungselemente wie Radparker und Dächer der Haltestellen verortet. Sie sind sinnvoll gruppiert und sollen richtigerweise eine gemeinsame Gestaltsprache haben.
Zur Ostendstraße hin bildet unter dem Baumdach eine leicht erhabene, etwas zurückgesetzte Grünfläche eine weitere Grenze. Die mit Stauden bzw. Gräsern bepflanzte Fläche ist durch Sitzkanten umfasst und bietet die gewünschten verschatteten, nicht bewirtschafteten Sitzgelegenheiten. Die vollständige Versiegelung wird zurückgenommen und ersetzt durch wasserdurchlässige Beläge wie selbstdränierendes Pflaster, Rasen- oder Splittfugenpflaster oder wassergebundene Decken. Das Regenwasser soll in Baumrigolen gesammelt und zur Bewässerung der Bäume genutzt werden. Die Freischankflächen sind auf ein gutes Maß dimensioniert und werden mit Vorschlägen für eine einheitlichere Gestaltung in Farbwahl bzw. Typen von Schirmen und Mobiliar aufgewertet.
Die Vorschläge für die Umgestaltung des Mögeldorfer Plärrers werden vom BKB grundsätzlich begrüßt. Besondere Aufmerksamkeit im weiteren Planungsprozess muss gelegt werden auf: die Wahl der Baumart, die entsprechende Pflanzgröße sowie ausreichend große Baumgruben, die vollständige Entsiegelung des Platzes und Verwendung qualitätvoller, wasserdurchlässiger bzw. drainfähiger Beläge mit offenen Fugen, Versickerungsmöglichkeiten, die Ausbildung der erhabenen Grünfläche, verbunden mit einer Prüfung einer Verlängerung an der Ostendstraße und mögliche ‘Durchschnitte’ für Wege sowie die angemessene Bepflanzung, Qualität und gute Alterungsmöglichkeit der gewählten Materialien, da bei der geplanten Qualitätsverbesserung auch eine höhere Nutzungsfrequenz zu erwarten ist.
Die Auswahl der Gastronomiebetriebe – der Wechsel der bestehenden Eisdiele an der Ostendstraße auf den Platz, wäre sicher ein Qualitätsgewinn – spielt für die Frequentierung des Platzes eine wichtige Rolle, liegt jedoch in der Verantwortung des Eigentümers / der Eigentümerin der Liegenschaften.
Der BKB wünscht dem Projekt für die weiteren Schritte viel Erfolg. Eine Wiedervorlage ist nicht nötig.
Architektin/Stadtplanerin Prof. Engel (Vorsitz) Landschaftsarchitektin Prof. Böhm Architekt Brunner Architektin Prof. Samsøe Architekt Prof. Springer