Entwicklung der Klassen- und Schülerzahlen an den öffentlichen beruflichen
Schulen in Nürnberg im Schuljahr 2022/23
hier: Sachverhalt
- Gesamtentwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an den öffentlichen beruflichen
Schulen
Die Gesamtschülerzahl verringerte sich an den öffentlichen beruflichen Schulen im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 555 Schülerinnen und Schüler (-2,6%). Sie liegt aktuell bei 20.590 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in 878 Klassen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den Fachklassen der Berufsschulen ist insgesamt rückläufig (-473; -3,3%). Die Schülerzahlen in den Eingangsfachklassen stabilisierten sich. Die Trends in den verschiedenen Branchen werden im Folgenden beschrieben. Klassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz wurden nicht mehr gebildet. Es verblieben 73 noch Berufsschulpflichtige ohne Ausbildungsplatz in den Fachklassen (sogenannte „JoA-verteilt“). Hier handelt es sich um Jugendliche, die insbesondere wegen unregelmäßigem Schulbesuch im BVJ im Schuljahr 2021/22 auch im Folgejahr weiterhin berufsschulpflichtig blieben und keine BvB der Agentur für Arbeit besuchen (möchten). Berufsfachschulen verzeichneten ebenso rückläufige Schülerzahlen (-101 Schülerinnen und Schüler; dies entspricht einem Minus von 8,8%). Insgesamt erlernen in diesem Schuljahr 1.138 Jugendliche einen Ausbildungsberuf vollschulisch an einer städtischen Berufsfachschule. Die Schulen im Bereich der Weiterbildung (Fachschulen, Meisterschulen und Fachakademien) verzeichnen insgesamt einen Rückgang der Schülerschaft um 74 Schülerinnen und Schüler bzw. Studierende (Minus 7%). Öffentliche Fach- und Berufsoberschulen zeigten insgesamt rückläufige Schülerzahlen (-91 Schülerinnen und Schüler; -2,8%), wobei der Rückgang auf die Berufsoberschulen zurückzuführen ist. Die Wirtschaftsschule Nürnberg verzeichnet ein Schülerplus, welches nicht nur auf der Einrichtung zusätzlicher Klassen für ukrainische Schülerinnen und Schüler beruht (+88 Schülerinnen und Schüler; + 15,4%). Entwicklung der Schülerzahlen an den öffentlichen beruflichen Schulen in Nürnberg
| Schularten | SJ 17/18 | SJ18/19 | SJ19/20 | SJ 20/21 | SJ 21/22 | SJ 22/23 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berufsschule duale Ausbildung *) | 15.160 | 15.091 | 15.233 | 14.573 | 14214 | 13.741 | -3,3% |
| Berufsschule BVJ, BIK, DK-BS, Neu- start | 1.475 | 1.310 | 1.226 | 1.042 | 824 | 929 | +12,7% |
| Berufsfach-schulen | 1.166 | 1.274 | 1.286 | 1.288 | 1.248 | 1.138 | -8,8% |
| FOS/BOS | 3.481 | 3.507 | 3.266 | 3.164 | 3.238 | 3.147 | -2,8% |
| Berufliche Weiter- bildung (Fachaka- demien/ Fachschu- len) | 1.105 | 1.120 | 1.299 | 1122 | 1.051 | 977 | -7,0% |
| Wirtschaftsschule (inkl. IVK-WS, Brü- ckenklassen 5-9) | 620 | 582 | 548 | 537 | 570 | 658 | +15,4% |
| GESAMT | 23.007 | 22.884 | 22.858 | 21.726 | 21.145 | 20.590 | -2,6% |
*) inklusive BGJ Quelle: SchB-Statistik 2022/23
Folgende grafische Darstellung zeigt die längerfristigen Trends: Deutlich zu erkennen sind die kontinuierlich leicht sinkenden Schülerzahlen der Auszubildenden im dualen System seit 2010/11.
Gesamtschülerzahl an den beruflichen Schulen der Stadt Nürnberg
Berufsoberschule 25000
Fachoberschule
20000 Fachakademie
Fachschule n e n15000 n -i / r Wirtschaftsschule (ohne e lü IVK-WS, ohne h c Brückenklassen 5-9) S 10000 Berufsfachschule
Berufsschule - JoA 5000 Berufsschule BVJ, BIK, Brückenklasse 10, DK-BS, Neustart 0 Berufsschule - dual inkl. 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 BGJ (B11) Schuljahre
Quelle: SchB-Statistik 2022/23
2. Entwicklungstrends an den Schularten
a) Berufsschulen - Duale Ausbildung
Die Industrie- und Handelskammern in Bayern verzeichneten zum 14.10.2022 einen leichten Zuwachs an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Vergleich zum Vorjahr.1 Der Bayerische Handwerkstag meldete zu Beginn des Ausbildungsjahres 2022/23 ein Minus von 1,1% bei den abgeschlossenen Neuverträgen (insgesamt 20.623 Neuverträge) im Vergleich zum Vorjahr bei einer noch hohen Zahl von nicht besetzten Ausbildungsstellen (5.800 bayernweit), sodass auch im Herbst 2022 noch viele Möglichkeiten für Jugendliche bestehen, im Handwerk eine duale Ausbildung zu beginnen.2 Bis zum 30.09.2022 hat sich die Zahl der Neuabschlüsse dann noch merklich auf 24.533 erhöht. Damit liegt die Ausbildungsbilanz im bayerischen Hand-
| Die Handwerksbranchen, die die Energie- und Mobilitätswende stel- | |
|---|---|
| len, sind bei jungen Menschen derzeit besonders gefragt. Reges Interesse besteht aktuell an | |
| Berufen wie Anlagenmechaniker/-in SHK, Elektroniker/-in, Kaminkehrer/-in oder Kfz-Mechatroni- | |
| ker/-in. |
1 vgl. Industrie- und Handelskammern in Bayern: Informationen für Presse, Funk und Fernsehen, Pressemitteilung vom 14.10.2022 2 Bayerischer Handwerkstag: Pressemitteilung vom 31.08.2022, https://www.hwk-bayern.de/artikel/krisensicherer-einstieg-ins-berufsleben-74,1650,10940.html, Stand 07.11.2022 3 Agentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern: Presseinfo Nr. 23 vom 02.11.2022, https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-by/2022-23
Die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, meldete am 02.11.2022, dass sich der
Ausbildungsmarkt trotz großer Herausforderungen gut entwickelt hat. Der Fachkräftebedarf steht
bei den Betrieben weiterhin im Fokus. Die leichte Zurückhaltung während der Pandemie sei ak-
tuell nicht mehr zu beobachten. Unternehmen sichern sich ihren Fachkräftebedarf in erster Linie
über eigene Auszubildende. Die aktuellen Herausforderungen, die sich aus dem Krieg in der Uk-
raine ergeben, bringen für Unternehmen viele Unsicherheiten, wirtschaftliche Einschränkungen,
teils Existenzängste mit sich, dennoch halten die bayerischen Unternehmen an ihrer Ausbildungs-
bereitschaft fest und meldeten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt 3.289 bzw. 3,3
Prozent mehr Ausbildungsstellen in Bayern bei den Arbeitsagenturen.4
a) Entwicklung der Fachkassen (duale Ausbildung) an den Nürnberger Berufsschulen
Die Gesamtzahl der Auszubildenden in der dualen Ausbildung ist im laufenden Schuljahr weiterhin rückläufig. Im Vergleich zu den von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Jahren 2020/21 und 2021/22 stabilisierten sich die Schülerzahlen in den Eingangsklassen. Die Gesamtschülerzahlen in den Fachklassen erreichten zum 20.10.2022 dennoch bei weitem nicht das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie.
Gewerblich-technische Ausbildungsberufe Die Berufsschule 1 verzeichnet einen leichten Schülerrückgang der dualen Klassen in den Fachbereichen Elektrotechnik und Metalltechnik (Anlagenmechaniker/-innen und Baumetallberufe im Handwerk). Stabile Zahlen sind im Ausbildungsberuf Mechatroniker/-in zu verzeichnen. Auch in den fertigungstechnischen Berufen der Industrie an der B2 ist die Gesamtzahl der Auszubildenden leicht rückläufig bei wieder steigenden Neuanmeldungen in den Eingangsklassen, so z. B. im „klassischen“ Mechanikerberuf“ Industriemechaniker/-in. Im Berufsbereich Kfz blieben die Schülerzahlen stabil. Verkehrsbetriebe, insbesondere die Deutsche Bahn AG sowie deren Konzerntöchter, bilden vermehrt Eisenbahner/-innen im Betriebsdienst aus, der gleiche Trend zeigt sich bei den Fachkräften im Fahrbetrieb. Die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe an der B6 in den Bereichen Druck/Foto/Medien verzeichneten einen unerwartet hohen Rückgang der Anmeldezahlen. In den Bauberufen an der B11 blieben die Schülerzahlen (inklusive Baugrundklassen, BGJ) konstant. Dies betrifft die Bauspezialberufe (Bauzeichner/-innen, Bauwerksabdichter/-innen), den Berufsbereich Holztechnik (Zimmerer und Schreiner/-innen) sowie Maler/Lackierer/-innen. Leicht zu nahm die Schülerzahl bei den Rohrleitungsbauern.
Trends bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen an Nürnberger Berufsschulen Die Auszubildendenzahlen in den „klassischen“ kaufmännischen Berufen der B4 sind, wie in den Vorjahren, erneut leicht rückläufig. Dies betrifft die Berufe Bankkaufmann/-frau, Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel. Stabil entwickelten sich die Ausbildungszahlen bei den Automobilkaufleuten (bei steigender Zahl der Auszubildenden in den Eingangsklassen) und im Bereich der Steuerfachangestellten. Der Berufsbereich Industriekaufleute entwickelte sich stabil, allerdings auf niedrigem Niveau. Auch an der B4 zeigt sich, dass sich die Neuanmeldungen (Jahrgangsstufe 10) wieder etwas stabilisieren. Das Vor-Corona-Niveau wurde jedoch nicht erreicht. Die Zahl der Ausbildungsabbrüche und Nichtantritte liegt weiterhin auf hohem Niveau.
Dies führt bei der Versicherungswirtschaft zur Verringerung der Fachklassen in den aufsteigenden Jahrgangsstufen, in den Bereichen Automobilwirtschaft, Großhandel, Steuerfachangestellte zu einer Reduzierung der Schülerinnen und Schüler.
4 Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern: Presseinfo Nr. 22 vom 02.11.2022, https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-by/2022-22-ausbildungsmarkt
Die B6 verzeichnete eine leicht steigende Tendenz bei den Anmeldezahlen in den kaufmännischen Medienberufen: Gestalter für visuelles Marketing sowie im Buchhandel und bei den Kaufleuten für Marketingkommunikation. Im Einzelhandel sind die Schülerzahlen leicht rückläufig. Auch an der Berufsschule 6 brechen Jugendliche ihre duale Ausbildung relativ häufig ab. Die Berufsschule 9, Kompetenzzentrum für Büro- und Verwaltungsberufe, meldete zum Statistiktag 20.10.2022 in der dualen Ausbildung eine insgesamt stabile Entwicklung. Dies betrifft den branchenübergreifenden Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement sowie den Beruf Verwaltungsfachangestellte. Bei den Sozialversicherungsfachangestellten stieg die Zahl der Azubis in den Eingangsklassen im laufenden Schuljahr. Unternehmen der Logistikbranche bildet aktuell an der B14 weniger aus als im Vorjahr. Die Schülerzahlen in den Berufen Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen, Fachlagerist/-in und Fachkraft für Lagerlogistik sind leicht rückläufig. Die gleiche Tendenz zeigt sich bei den Re- NoPat-Berufen. Kaufleute für Verkehrsservice und Tourismuskaufleute werden in diesem Schuljahr mit leicht steigender Schülerzahl ausgebildet.
Berufe in der Gastronomie und im Lebensmittelhandwerk Erfreulich entwickelten sich die Auszubildendenzahlen an der Berufsschule 3, Kompetenzzentrum für Gastronomieberufe und Lebensmittelhandwerk: Die Schule verzeichnet insgesamt ein Plus von 37 Schülerinnen und Schülern in den Fachklassen. Dieser ist dem Zuwachs in den Berufen der Gastronomie geschuldet. Im Lebensmittelhandwerk blieben die Schülerzahlen konstant auf niedrigem Niveau.
Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen und naturwissenschaftliche Berufe Die Berufsschule 8 meldete insgesamt einen leichten Rückgang der Auszubildenden in den Berufsbereichen Zahntechnik, Augenoptik und Zahnmedizinische Fachangestellte. Zugenommen haben erneut die Schülerzahlen im Beruf Medizinische Fachangestellte.
b) Berufsvorbereitung und Berufsintegration
Während der Sommerferien ab dem 01.08.2022 bis zum 20.10.2022 wurden alle Mittelschulabsolventeninnen und -absolventen, die noch nicht in dualen oder vollschulischen Ausbildungsgängen angemeldet waren, weiterhin die Mittelschule besuchen oder an eine weiterführende Schule wechselten, zur zentralen Beratung beim Amt für Berufliche Schulen eingeladen. Das Team Berufsschulberatung von SCHLAU und die für das Sachgebiet Berufsschulpflicht bei SchB zuständige Verwaltungskraft berieten die noch unversorgten Mittelschulabsolventeninnen sowie -absolventen und meldeten die Jugendlichen verbindlich in den für sie passenden Berufsvorbereitungsklassen an. An den Berufsschulen wurden insgesamt 46 Klassen der Berufsvorbereitung und Berufsintegration gebildet. Elf kooperative Klassen (Start Schuljahresbeginn) wurden öffentlich ausgeschrieben, darunter erstmals auch eine Neustartklasse mit ESF-Finanzierung. Ziele des Projektes BVJ Neustart sind es, alternative Wege beim Umgang mit benachteiligten Jugendlichen zu finden, die eine Verringerung der Zahl jener Jugendlichen im Schulsprengel bewirkt, die bisher nicht zum Schulbesuch oder zum Besuch von Vollzeitmaßnahmen zu bewegen waren. Die Schülerakquise und die Auswahl der Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer erfolgte an der B3. Mit jedem Schüler und jeder Schülerin sowie deren Erziehungsberechtigten wurden Aufnahmegespräche geführt und Vereinbarungen zum Schulbesuch getroffen. Der Förderumfang schließt eine intensive (auch aufsuchende Sozialarbeit) von mindestens 20 Zeitstunden pro Woche ein, die vom außerschulischen Kooperationspartner geleistet wird. Die Mindestschülerzahl einer Neustartklasse beträgt zum 20.10. des Jahres acht Jugendliche, die Klasse an der B3 umfasste zum Stichtag 12 Berufsschulpflichtige.5
5 vgl. KMS VI.1-BS9220.0-1/23/12 vom 12.05.2021
Zwei ganzjährige DK-BS-Klassen6 für ukrainische Schülerinnen und Schüler wurden zu Schuljahresbeginn in Kooperation mit dem BCN gebildet. Aktuell sind nach Genehmigung der Klassen und der Fördermittel durch die Regierung von Mittelfranken fünf weitere kooperative Klassen öffentlich ausgeschrieben: Zwei zusätzliche DK-BS- Klassen für Schülerinnen und Schüler, die nach Schuljahresbeginn neu aus dem Ausland nach Nürnberg gezogen sind sowie drei BV-Flexi-Klassen für Berufsschulpflichtige, die ihre duale Ausbildung abbrechen bzw. die Probezeit an einer Berufsfachschule nicht bestehen werden und deshalb unterjährig in Klassen der Berufsvorbereitung aufgefangen werden müssen. Die B5 führte am 10.11.2022 den nächsten Sprachtest mit Schülerinnen und Schülern durch, die aus dem nicht deutschsprachigem Ausland in den letzten Wochen nach Unterrichtsbeginn im September nach Nürnberg gekommen sind. Eine der beiden DK-BS-Klassen, die nach der Durchführung der öffentlichen Ausschreibung starten kann, ist bereits jetzt mit 23 Jugendlichen gefüllt. Der Planungs- und Organisationsaufwand in der Berufsvorbereitung und Berufsintegration (inklusive Ausschreibung der kooperativen Klassenformen) sowie der Aufwand für die verwaltungstechnische Abwicklung und Dokumentation stellt SchB vor besondere Herausforderungen.
Berufsvorbereitungsklassen, Berufsintegrationsvorklassen, Berufsintegrationsklassen,
Neustartklasse, DK-BS-Klassen, Brückenklasse 10
| Berufsvorbereitung und Berufsintegration an beruflichen | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Schulen | |||||
| Klassenart | Klassen | Schüler/-innen | |||
| BVJ/schulisch | 13 | 250 | |||
| BVJ/kooperativ | 6 | 112 | |||
| Neustart | 1 | 12 | |||
| BIK/V schulisch | 11 | 168 | |||
| BIK/schulisch | 8 | 232 | |||
| BIK/kooperativ | 4 | 83 | |||
| Brückenklasse 10 | 1 | 23 | |||
| DK-BS ganzjährig | 2 | 49 | |||
| Brückenklasse 5-9 (WS) | 2 | 41 | |||
| IVK (WS) | 3 | 69 | |||
| geplant | |||||
| DK-BS unterjährig | 2 | offen | |||
| BV-Flexi unterjährig | 3 | offen | |||
| 56 | 1039 |
Quelle: SchB-Statistik 2022/23 Insgesamt besuchen 194 ukrainische Schülerinnen und Schüler die beruflichen Schulen (Berufsschulen und Wirtschaftsschule) im laufenden Schuljahr (Stand Ende September 2022) in DK-BS- Klassen, Brückenklassen, IVK-WS-Klassen und BIK/V-Klassen. In der Großstadt Nürnberg müssen auch in Zukunft institutionenübergreifend stets neue Wege gefunden werden, um Jugendliche ohne klare Berufsorientierung Schritt für Schritt in die Arbeitsund Berufswelt zu integrieren. Hierbei sind u. a. zweijährige Berufsausbildungen (mit niedrigeren Anforderungsprofilen) ein wichtiger Baustein.
6 vgl. KMS VI.1-BS9400.10-1/66/33 vom 08.03.2022 sowie KMS SF-BS4400.10/257/1 vom 18.07.2022
Entwicklung der Schülerzahlen in der Berufsvorbereitung, Berufsintegration und Zahl der berufsschulpflichtigen Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in den Fachklassen (JoA-
verteilt)
Berufsvorbereitung/Berufsintegration und JoA
1200 1100
| 480 | 558 525 459 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 436 | 380 | ||||
| 307 | |||||
| 90 |
1000
800 n e n n600 4 -i / r e lü 400 h c S200
0 2010/112011/122012/132013/142014/152015/162016/172017/182018/192019/202020/212021/222022/23 Schuljahre Berufsschule BVJ, BIK, Brückenklasse 10, DK-BS, Neustart Berufsschule - JoA
Quelle: SchB-Statistiken 2022/23
c) Berufsfachschulen
Die Berufsfachschulen der Stadt Nürnberg besuchen im laufenden Schuljahr insgesamt 1.138 Jugendliche und qualifizieren sich damit in vollschulischer Form für einen Beruf im Handwerk oder in der Industrie bzw. streben einen staatlichen Berufsabschluss an. Dies sind 110 Schülerinnen und Schüler weniger als im Vorjahr. Folgende Trends zeigten sich an den einzelnen Berufsfachschulen: Stabil zwei Klassen für Technische Assistenteninnen und Assistenten für Informatik führt die B1 mit insgesamt 41 Schülerinnen und Schülern. Die Berufsfachschule für Fertigungstechnik besuchen 32 Jugendliche. An den Modeschulen werden 140 Berufsfachschülerinnen und -schüler für Bekleidung und 19 angehende bekleidungstechnische Assistenteninnen sowie Assistenten beschult. Rückläufige Tendenzen zeigen sich an der B7: Hier lernen aktuell 166 Jugendliche an der Berufsfachschule für Sozialpflege und 108 Schülerinnen sowie Schüler an der BFS für Ernährung und Versorgung. 108 Schülerinnen und Schüler werden an der B8 zu Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenteninnen und -assistenten ausgebildet. Im nächsten Schuljahr können an der BFS-MTLA nur noch Schülerinnen und Schüler mit einem Ausbildungsvertrag, den sie mit Kliniken oder Labors schließen, im Rahmen einer betrieblich-schulischen Ausbildung neu aufgenommen werden. Grundlage ist das zum 01.01.2023 bundesweit in Kraft tretende MTA-Reformgesetz. Die B8 veranstaltete dazu bereits eine Informationsveranstaltung für Ausbilderinnen und Ausbilder der Kliniken und Laborbetriebe und steht mit den bisherigen Praktikumsbetrieben in engem Kontakt, um den Übergang in die neue Ausbildungsform mit ihnen gemeinsam zu gestalten. Die ausgebildeten Fachkräfte werden von Kliniken und Labors auch zukünftig weiterhin dringend benötigt. Die Zahl der Berufsfachschülerinnen und -schüler an der BFS Büroberufe blieb nahezu konstant und beträgt aktuell 266 im Vergleich zu 271 im Vorjahr. An der B10 erhöhte sich die Zahl der angehenden Kinderpflegerinnen und -pfleger von 241 auf 254.
Der Rückgang der Berufsfachschülerinnen und -schüler an der B11 ist dem auslaufenden zweijährigen Beruf des Oberflächenbeschichters geschuldet. Die Berufsfachschule für Farb- und Raumgestaltung endet zum 31.07.2023.
Schülerinnen und Schüler in vollschulischen Ausbildungsgängen an den städtischen Be-
rufsfachschulen
Entwicklung der Schülerzahlen an den Berufsfachschulen der
Stadt Nürnberg
1600 1453 1424 1408 1391 1400
8 1200
n e 1000 n n
/ -i 800 r e lü h 600 c S
400
200
0 2010/112011/122012/132013/142014/152015/162016/172017/182018/192019/202020/212021/222022/23 Schuljahre
Quelle: SchB-Statistiken 2022/23
d) Fachschulen und Meisterschulen
Die Meisterschule für Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik (einjähriger Lehrgang an der B1) umfasst im Schuljahr 2022/23 insgesamt 27 angehende Meisterinnen und Meister. Die Meisterschule für Maler und Lackierer der B11 bildet 20 junge Erwachsene zu Meistern in diesem Handwerk aus. An den Fachschulen sind die Schülerzahlen rückläufig im Vergleich zum Vorjahr: Insgesamt 320 junge Erwachsene bilden sich im laufenden Schuljahr zu Staatlich geprüften Technikerinnen und Techniker an der Rudolf-Diesel-Fachschule (RDF) weiter (Vorjahr 381 Schülerinnen und Schüler). Um auf den Rückgang der Anmeldungen flexibel reagieren zu können, beantragte die Leitung der RDF im Mai 2022 die Einrichtung eines sogenannten Y-Modells für die Fachrichtungen Informatiktechnik und Elektrotechnik. Das Y-Modell ermöglicht es, alle inhaltsgleichen Fächer zweier Fachrichtungen gekoppelt zu unterrichten. Spareffekt: 16 (1. Jahr) bzw. 17 (2. Jahr) Unterrichtsstunden können fachrichtungsübergreifend unterrichtet werden. Alle weiteren, fachrichtungsspezifischen Fächer 21 (1. Jahr) bzw. 17 (2. Jahr) bleiben getrennt. Erst zu Unterrichtsbeginn am 13.09.2022 erhielt die B2 die Rückmeldung von der Regierung von Mittelfranken, dass das StMUK das beantragte Y-Modell nicht genehmigt. Zu diesem Zeitpunkt startete bereits der Unterricht und die Schülerinnen und Schüler waren aufgenommen. Sie müssen nun in zwei getrennten Klassen unterrichtet werden. Eine Minderklasse in der Fachrichtung Informatiktechnik mit 10 Schülerinnen und Schülern war nun nicht mehr vermeidbar. In Abstimmung mit Stk wird die Schule die Mehrkosten durch den Verzicht auf zwei Anrechnungsstunden sowie mit ihrem konsumtiven Budget in den Haushaltsjahren 2022, 2023 und 2024 ausgleichen.
e) Fachakademien
Die Studierendenzahlen an den städtischen Fachakademien bleibt insgesamt stabil:
Die Fachakademie für Wirtschaft der B6 führt aktuell 39 Studierende in zwei Klassen. An der B7 werden 64 junge Erwachsene zu Betriebswirtinnen und -wirten für Ernährungs- und Versorgungsmanagement ausgebildet (zzgl. 32 Berufspraktikantinnen und -praktikanten). Auch diese Fachkräfte sind, wie alle Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Weiterbildungseinrichtungen der Stadt, gefragte Fachkräfte, die sich im Anschluss an ihre Weiterbildung sehr gut auf dem Arbeitsmarkt positionieren können. Insgesamt 466 angehende Erzieherinnen und Erzieher besuchen aktuell die B10 an der Fachakademie für Sozialpädagogik (zzgl. 90 Berufspraktikantinnen und -praktikanten).
f) Wirtschaftsschule
Die Schülerzahlen an der Wirtschaftsschule Nürnberg stiegen im Vergleich zum Vorjahr (ohne die zusätzlichen Klassen für ukrainische Schülerinnen und Schüler) leicht an: 658 Schülerinnen und Schüler umfassen die insgesamt 29 Klassen der städtischen und staatlichen Wirtschaftsschule im Vergleich zu 570 Kindern in 26 Klassen im Vorjahr. Sehr engagiert hatte sich die Schule im Sommer 2022 bereiterklärt, zusätzliche Klassen für ukrainische Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9 in zwei staatliche Brückenklassen und der Jahrgangsstufe 10 in einer weiteren staatlichen IVK-WS-Klasse aufzunehmen.
g) FOS/BOS und Berufsschule Plus
Fachoberschulen Die Zahlen der Fachoberschülerinnen und –schüler an den öffentlichen Fachoberschulen, der BON, der Lothar-von-Faber-Schule sowie an der Staatlichen FOS II sind stabil und liegen aktuell bei insgesamt 2.652 Schülerinnen und Schüler (2021/22: 2.646 Schülerinnen und Schüler).
Berufsoberschulen Erneut rückläufig zeigt sich der Trend an den öffentlichen Berufsoberschulen: Die Staatliche BOS unterrichtet im laufenden Schuljahr 322 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr 396 Schülerinnen und Schüler), die städtische BOS Sozialwesen und Gesundheit 173 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr: 196 Schülerinnen und Schüler).
Berufsschule Plus am BBZ in Nürnberg Sehr leistungsfähigen Jugendlichen bietet die Berufsschule Plus am Berufsbildungszentrum in Nürnberg weiterhin die Möglichkeit, neben einer dualen Berufsausbildung an einer Berufsschule oder an einer Berufsfachschule in drei Jahren die Fachhochschulreifeprüfung abzulegen.
In diesem Schuljahr konnte an der B2 keine Eingangsklasse gebildet werden. An der B6 hingegen sind wieder zwei Eingangsklassen eingerichtet. Dort wurden die neun Schülerinnen und Schüler aus gewerblich-technischen Berufen mit aufgenommen.
Die Schülerinnen und Schüler besuchen die Berufsschule Plus entweder ab dem ersten Ausbildungsjahr. In diesem Fall gilt es im dritten Schulbesuchsjahr die Abschlussprüfung im Beruf und die Fachhochschulreifeergänzungsprüfung abzulegen. Starten Schülerinnen und Schüler in der elften Jahrgangsstufe an der Berufsschule Plus, dann können sie zeitlich versetzt ein Jahr nach dem Erwerb des Berufsabschlusses die Fachhochschulreifeprüfung ablegen.
Entwicklung der Schülerzahlen an der Berufsschule Plus in den Jahren 2018/19 bis
2022/23
| BBZ (B2) | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stichtag | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | Summe | ||||
| Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | |
| 20.10.2018 | 16 | 1 | 15 | 1 | 13 | 1 | 44 | 3 |
| 20.10.2019 | 38 | 1 | 13 | 1 | 16 | 1 | 67 | 3 |
| 20.10.2020 | 22 | 1 | 20 | 1 | 13 | 1 | 55 | 3 |
| 20.10.2021 | 12 | 1 | 16 | 1 | 21 | 1 | 49 | 3 |
| 20.10.2022 | 0*) | 0 | 18 | 1 | 26 | 1 | 44 | 2 |
| BBZ (B6) | ||||||||
| Stichtag | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | Summe | ||||
| Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | Schüler | Klassen | |
| 20.10.2018 | 61 | 2 | 22 | 1 | 27 | 1 | 110 | 4 |
| 20.10.2019 | 65 | 2 | 60 | 2 | 26 | 1 | 151 | 5 |
| 20.10.2020 | 55 | 2 | 43 | 2 | 39 | 2*) | 137 | 6 |
| 20.10.2021 | 53 | 2 | 52 | 2 | 30 | 1 | 135 | 5 |
| 20.10.2022 | 58 | 2 | 20 | 1 | 27 | 1 | 105 | 4 |
| *) Genehmigung von Regierung vom 28. Juli 2020 zur Bildung von drei 3. Klassen | ||||||||
| *) B2 keine 10. Eingangsklasse, die 9 Schülerinnen u. Schüler (gewerbl. techn.) werden an B6 beschult. |
Fazit
Die Tendenz rückläufiger Schülerzahlen an den beruflichen Schulen ist noch immer gegeben, obwohl Unternehmen eine hohe Ausbildungsbereitschaft zeigen, um dem Fachkräftemangel in vielen Branchen entgegen zu wirken. In den Eingangsklassen der dualen Ausbildung stabilisieren sich die Schülerzahlen aktuell. Der Schülerrückgang betrifft neben der beruflichen Erstausbildung auch die Weiterbildungsgänge. Gleichzeitig werden die jungen Fachkräfte in allen Branchen sehr gut vom Arbeitsmarkt absorbiert. Die Berufsintegrationsklassen und die Wirtschaftsschule besuchen im laufenden Schuljahr knapp 200 ukrainische berufsschulpflichtige Jugendliche. Neue Klassenformen in der Berufsvorbereitung (Neustartklasse, BV-Flexi-Klassen) wurden gebildet, um Jugendlichen ein passgenaues schulisches Angebot machen zu können. Klassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz wurden nicht mehr gebildet. An der RDF konnte ein Y-Modell in den Fachrichtungen Informatiktechnik und Elektrotechnik wider Erwarten nicht eingerichtet werden. Nach Jahren des Schülerrückgangs stabilisiert sich die Schülerzahl an der Wirtschaftsschule Nürnberg. Auch die öffentlichen Fachoberschulen sind nach wie vor sehr beliebt. Die Berufsoberschulen verzeichnen hingegen einen weiteren Schülerrückgang.