Haushaltssperre

← Sitzung des Jugendhilfeausschusses (15.12.2022)

Sachverhalt Jugendhilfeplanung Kita-Ausbau 2022

Anlage · 15.12.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage 1.1 zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 15.12.2022

Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg –

Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung bis 2030

1. Einleitung

Die vorliegende Ausschussvorlage ist eine Fortschreibung des Jugendhilfeplanes „Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg". Sie bezieht sich auf die Angebote im Bereich aktuell geltender Rechtsansprüche zur Bildung, Betreuung und Erziehung im Krippen- und Kindergartenalter gemäß § 24 SGB VIII. Die Verwaltung des Jugendamts berichtet hierzu jährlich gemäß ihrem Auftrag zur kommunalen Jugendhilfeplanung nach § 80 SGB VIII und Art. 7 BayKiBiG. Die letzte Fortschreibung des Jugendhilfeplanes „Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg" wurde dem Jugendhilfeausschuss am 29. April 2021 vorgelegt. Planungen und Beschlüsse zum Ausbau der Betreuungsangebote im Grundschulalter sind Gegenstand des „Masterplans zur Bedarfs- und Ausbauplanung für ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung durch Unterricht und Betreuung für Grundschulkinder in Nürnberg“ und werden separat im gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss behandelt. Die diesjährige Fortschreibung der Jugendhilfeplanung zur Kindertagesbetreuung in Nürnberg beinhaltet die Berichterstattung zur aktuellen Versorgungssituation sowie zur kleinräumigen Bedarfsanalyse und Ausbauplanung unter Berücksichtigung der aktuell vorliegenden Befunde zur kleinräumigen Bevölkerungsentwicklung. Neben der Entscheidungsvorlage und dem dazu verfassten Beschlussvorschlag wird den Ausschussmitgliedern eine Fortschreibung des kleinräumigen Bestands- und Bedarfsplans für die zehn Nürnberger Planungsregionen (Anlage 3) als zentrales Planungsdokument vorgelegt.

2. Aktueller Ausbaustand und Versorgungssituation in Nürnberg

Zum Betriebsjahr 2021/2022 standen in der Stadt Nürnberg für  39% (= 1.016 Tagespflege- und 4.778 Krippenplätze) der unter 3-Jährigen und  für 95% (= 15.936 Plätze) der Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung Kindertagesbetreuungsplätze zur Verfügung.

Abbildung 1

In den vergangenen Jahren wurde der Kita-Ausbau in Nürnberg mit großen Anstrengungen und einem hohen Investitionsvolumen stetig vorangetrieben. Doch trotz aller Mühen und Anstrengungen seitens der freien Träger, Investoren und Bauträger sowie des Dienstleistungszentrums Kita-Ausbau im Jugendamt ist und bleibt die Schaffung einer bedarfsgerechten Betreuungsinfrastruktur in Nürnberg eine große Herausforderung. Die letzten Jahre vor der Corona-Pandemie waren geprägt von einem stetigen und sehr dynamischen Bevölkerungszuwachs in Nürnberg, was auch steigende Kinderzahlen zu Folge hatte. Auch wenn sich dieser Trend während der Corona-Phase kurz abschwächte, so wird Nürnberg die nächsten Jahre auch weiterhin vom Bevölkerungswachstum betroffen sein. Aufgrund der erforderlichen Planungs- und Bauzeiten für neue Einrichtungen wurde es in der jüngeren Vergangenheit immer schwieriger, mit den sich rasch vollziehenden Entwicklungen Schritt zu halten und zeitnah neue Plätze im erforderlichen Umfang zu schaffen. Erschwert wird der Kita-Ausbau zudem dadurch, dass das verfügbare Raum- und Flächenangebot insb. in den hoch verdichteten Innenstadtgebieten (Norden, Westen, Südstadt) zunehmend knapper wird, und man bei der Suche nach geeigneten Standorten und Mietobjekten für Kita-Neubauten in Konkurrenz zu den Bedarfen nach Wohnraum-, Grün-, Gewerbe- und Industrieflächen tritt. Zeitliche Verschiebungen von Bauvorhaben sowie Platzverluste aufgrund von Sanierungen bzw. Ersatzneubauten und die Schließung von Einrichtungen verschärfen zusätzlich die Versorgungssituation zumindest zeitweise. Das alles ist Grund dafür, dass zuletzt trotz umfangreicher Platzschaffungen Steigerungen bei den Versorgungsquoten nur in kleinen Schritten erzielt werden konnten. Im Jahr 2022 konnten neun Einrichtungen mit Krippen- und Kindergartenplätzen neu eröffnet werden (siehe Anlage 1):  Im Fokus stand – wie im Vorjahr – die Schaffung von Kindergartenplätzen. Hier konnte der Platzbestand um insgesamt 468 Plätze ausgebaut und die Versorgungsquote somit auf 95 % gesteigert werden. Der Großteil des Ausbaus ergibt sich aufgrund der 325 neu geschaffenen Plätze in den 2022 in Betrieb genommenen Einrichtungen. Weitere Plätze konnten durch Aufstockungen in Bestandseinrichtungen sowie durch temporäre Umnutzungen von Hort- in Kindergartenplätze durch das 2020 aufgesetzte Kita-Notprogramm geschaffen werden.  Im Krippenbereich sind im Zuge der Neueröffnungen 96 Plätze neu entstanden. Demgegenüber steht jedoch ein Netto-Platzverlust von Tagespflegeplätzen, bedingt dadurch, dass im Vergleich zu den Vorjahren das durchschnittliche Niveau der Neuakquise von Tagespflegepersonen nicht erreicht werden konnte. Die Versorgungsquote bleibt unverändert bei 39 %.

3. Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfsanalyse und Ausbauplanung bis 2030

3.1 Erläuterungen zu den Planungsgrundlagen und methodischem Vorgehen

Ausbauziele bis 2030

Die Stadt Nürnberg hat sich als Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 für 48 % der unter 3-Jährigen und für alle Kinder ab 3 Jahren bis zur Einschulung einen Platz in Kindertageseinrichtungen anbieten zu können. Unter Berücksichtigung des aktuellen Platzbestandes und der zu erreichenden Ausbauziele bis 2030 ergibt sich vor dem Hintergrund der aktuellen Annahmen zur künftigen Entwicklung der Kinderzahlen stadtweit folgender Ausbedarf:

Abbildung 2

Raumbezug der Planung zur Sicherstellung des wohnortnahen Versorgungsprinzips

Beim Ausbau einer bedarfsgerechten und wohnortnahen Betreuungsinfrastruktur war und ist auch weiterhin das Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ eine zentrale Richtschnur der kommunalen Jugendhilfeplanung in Nürnberg. Dieser Planungsmaxime entsprechend erfolgt bis dato die Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfsanalyse und Ausbauplanung für das gesamte Stadtgebiet unterteilt nach 48 Kindergartenplanungszonen. Doch künftig wird das Prinzip der wohnortnahen Versorgung (=Bedarfsdeckung innerhalb der bisherigen Kindergartenplanungszonen) vor allem in den hoch verdichteten Stadtgebieten nicht allerorts zu gewährleisten sein. Dies liegt vor allem darin begründet, dass nutzbare Flächen bzw. bestehende Immobilien zur Schaffung weiterer Kita-Plätze nur noch sehr begrenzt verfügbar sind. Durch die Schaffung der beiden Regionalkindergärten in der Zugspitzstr. 175 und der Großreuther Str. 115c (beide Einrichtungen sind 2021 in Betrieb gegangen) wurde auf diese Problemlage bereits reagiert, um zeitnah und flexibel auf Versorgungslücken im gesamtem Stadtgebiet besser reagieren zu können. Künftig gilt: Immer dann, wenn direkt vor Ort keine Lösungen gefunden werden können, sind räumlich weiter gefasste Einrichtungsplanungen und Versorgungskonzepte unabkömmlich. Um hierzu die kleinräumigen Bedarfe planerisch sinnvoll zusammenfassen und bedienen zu können, ist eine Kita- Planungszonenübergreifende Betrachtungsweise nötig. Hierzu wurden im Jahr 2020 die 48 Planungszonen in zehn übergeordnete Planungsregionen zusammengefasst (siehe Karte in Anlage 2). Die zehn Planungsregionen wurden so gebildet, dass sich alle Kindergartenplanungszonen vollständig und eindeutig einer Planungsregion zuordnen lassen, dass die Bezüge zu Bürgerversammlungsgebieten weitestgehend erhalten bleiben und dass alle Einrichtungen innerhalb der Planungsregion für alle dort wohnenden Familien ohne unzumutbare Anfahrzeiten zu erreichen sind (Erreichbarkeit mit dem ÖPNV innerhalb einer ½ -Stunde). Die zehn Planungsregionen und die darunter jeweils subsummierten Kita-Planungszonen mit engerem Stadtteilbezug bilden die Basis für die kleinräumige Bedarfsanalyse und Ausbauplanung zu Angeboten der Kindertagesbetreuung in Nürnberg (siehe Punkt 3.2).

Kleinräumige Bevölkerungsentwicklung als Basis der Bedarfsprognose und Ausbauplanung Grundlage für die mittel- bis langfristige Ausbauplanung der Angebote zur Kindertagesbetreuung sind die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen in den Nürnberger Stadtteilen. Das Amt für Stadtforschung und Statistik erstellt hierzu in regelmäßigen Abständen eine kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung, auf deren Datenbasis die kommunale Jugendhilfeplanung aufsetzt. Den Prognosedaten zur Kinderzahlentwicklung wird der aktuelle Bestand an Kita-Plätzen, die konkret in Planung befindlichen Plätze durch Erweiterung von Bestandseinrichtungen oder Kita-Neubauten sowie erwartbare Platzverluste durch Sanierungen oder Einrichtungsschließungen für die nächsten Jahre gegenübergestellt. Auf dieser Datenbasis wird die Entwicklung der Versorgungssituation bewertet und der weitere Ausbaubedarf kleinräumig bestimmt und gesteuert. Über die Dynamik der Bevölkerungsentwicklung und die damit verbundenen Unsicherheiten für die kleinräumige Bedarfsprognose und Ausbauplanung zu Angeboten der Kindertagesbetreuung wurde in den vergangenen Jahren im Jugendhilfeausschuss ausführlich berichtet[1]. Wurden im Zuge der Fortschreibung der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2019 (ausgehend vom Bevölkerungsbestand 31.12.2018) die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen deutlich nach oben korrigiert, so zeigte sich mit Blick auf die nachfolgende Bevölkerungsentwicklung im Zeichen der Pandemie (sowie nötiger Bereinigungen im Melderegister), dass

[1] Siehe Bericht „Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg – Zwischenbericht zu den Auswirkungen der aktualisierten kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung auf den weiteren Kita-Ausbau im Krippen- und Kindergartenalter“ zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 30.09.2021; Bericht „Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg – Fortschreibung der kommunalen Jugendhilfeplanung 2021“ zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 29.04.2021; Bericht „Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg – Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung bis 2030 (inklusive Vorschlag für ein Kita- Notprogramm)“ zur Sitzung des Ferienausschusses vom 22.04.2020

zumindest die kurzfristigen Annahmen nicht so eintreffen wie erwartet. Das dynamische Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre setzte sich im Jahr 2019 und 2020 nicht fort. Bezogen auf die Kinder im Krippen- und Kindergartenalter zeigte sich, dass insb. am Innenstadtrand (im Süden, Westen und Norden) zum Jahresende 2020 dort teils deutlich weniger Kinder lebten, als das mittels Bevölkerungsvorausberechnung zwei Jahre zuvor für das Jahresende 2020 prognostiziert worden war. Doch die Bevölkerung in Nürnberg wird in naher Zukunft wieder wachsen. Bereits seit dem letzten Quartal 2021 ziehen wieder erneut mehr Menschen in die Stadt zu als fort. Im September 2022 lebten in Nürnberg bereits mehr als 541.000 Personen mit Hauptwohnung – ein Bevölkerungswachstum von mehr als 11.000 Menschen innerhalb dreier Quartale (größtenteils bedingt durch den Zuzug von Menschen aus der Ukraine) –, was die Stadt für die kurz-, mittel- und langfristige Infrastrukturplanung vor große Herausforderungen stellt (s.u.). Doch inwieweit und wann genau sich die Entwicklung der Kinderzahlen wieder an das Niveau der Prognoseannahmen zur mittel- bis langfristigen Bevölkerungsentwicklung – welche vor der Corona- Pandemie galten – annähern werden, ist insb. auf der kleinräumiger Ebene von Stadtteilen nach wie vor schwierig zu beantworten. Aktuell bestehen größere Unsicherheiten in Hinblick auf die weitere Entwicklung der Geflüchteten aus der Ukraine und der Entwicklung in Bezug auf Neubauaktivitäten aufgrund der Schwierigkeiten in der Baubranche (Verfügbarkeit von Material, Preisanstieg, Rohstoffverknappung u.v.m.). Beide Parameter beeinflussen jedoch zentral die Bevölkerungsentwicklung, deren Folgen heute schwer abschätzbar sind und somit auch keine Berücksichtigung in der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung finden können. Das Amt für Stadtforschung und Statistik hat in diesem Jahr mit angepassten Annahmen zum Wanderungsverhalten und der Geburtenentwicklung sowie einer Aktualisierung der Annahmen zur Wohnraumentwicklung die gesamtstädtische und kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung (ausgehend vom Bevölkerungsbestand 31.12.2021) auf Ebene der statistische Stadtteile fortgeschrieben[2]. Ergänzend wurden den Fachdienststellen für die Planung städtischer Infrastrukturen auch kleinräumigere Daten zur Bevölkerungsentwicklung zur Verfügung gestellt, welche im Vergleich zur Vorgängerprognose zum Teil markante Abweichungen ausweisen. Da die Berechnungsparameter aktuell jedoch mit großen Unsicherheiten verbunden sind, müssen die vorliegenden Befunde zur kleinräumigen Entwicklung der Kinderzahlen immer im Kontext zur letzten Vorausberechnung betrachtet und interpretiert werden. Dies geschieht am besten dadurch, dass man im Vergleich beider Vorausberechnungen einen Korridor aufspannt, innerhalb dessen eine Entwicklung unter Berücksichtigung der eigenen fachplanerischen Erkenntnisse und Erfahrungen wahrscheinlich anzunehmen ist. Für die Fortschreibung der Bedarfsplanung wurde deshalb durch das Jugendamt eine „gemittelte Vorausberechnung“ der Kinderzahlen in den jeweiligen Kita-Planungszonen auf der Grundlage der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnungen der letzten beiden Jahre erstellt und den weiteren Planungen zugrunde gelegt. Die nächste Fortschreibung der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung durch das Amt für Statistik und Stadtforschung wird voraussichtlich im Jahr 2024 erfolgen. Dann wird sich zeigen, inwieweit die tatsächliche Entwicklung mit den erwarteten, berechneten Werten in Einklang stehen und wo die Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung korrigiert werden müssen. Beachtet werden muss zudem, dass die vorliegende Vorausberechnung auf Basis der Einwohnerzahl am 31.12.2021 zzgl. der im Januar nachgemeldeten Geburten aus dem Jahr 2021 gerechnet wurde. Damit sind die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine – sprich die Auswirkungen der Flucht von Familien mit Kindern auf den Nürnberger Bevölkerungsbestand – in den Berechnungsergebnissen nicht berücksichtigt. Festzustellen ist aber, dass die Zahl der Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit von Dezember 2021 auf September 2022 um etwa 7.650 Personen auf knapp 11.660 Personen gestiegen ist (+191%). Demzufolge wird eine nicht unerhebliche Anzahl von Kindern aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien kurz- bis mindestens mittelfristig einen zusätzlichen Bedarf an Betreuungsangeboten in Kindertageseinrichtungen auslösen. Aber weder der Gesamtumfang noch die Verteilung dieser Bevölkerungsgruppen im Stadtgebiet ist heute für die Zukunft plausibel kalkulierbar.

[2] Siehe Berichte aus Stadtforschung und Statistik: Kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung Nürnberg 2022- 2035 (22.08.2022 I M529). Abrufbar unter: www.nuernberg.de/internet/statistik/sus_2020_2024.html

3.2 Kleinräumige Bedarfsanalyse und Ausbauplanung bis 2030

Auf Ebene der zehn Planungsregionen werden folgend die jeweilige Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung sowie die Ausbauplanung skizziert. Dem aktualisierten kleinräumigen Bestands- und Bedarfsplan für den Krippen- und Kindergartenbereich (Anlage 3) können ergänzend detaillierte Übersichten zur Entwicklung der Kinderzahlen, den Versorgungsbedarfen, den vorhandenen und geplanten Plätzen nach Einrichtungsarten sowie der vor Ort bestehenden Bedarfsdeckung entnommen werden. Die Darstellung erfolgt untergliedert nach den zehn Planungsregionen und den dazu jeweils zugehörigen Kindergartenplanungszonen. Dabei erfolgt zu Beginn jeweils eine Zusammenfassung der Kerndaten für die jeweilige Planungsregion und darunter folgend pro Kindergartenplanungszone die entsprechenden Detaildaten inklusive der Auflistung aller Bestandseinrichtungen sowie der bereits bestehenden Standortplanungen.

Planungsregion 1 (Nordwestliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 1 umfasst die Kindergartenplanungszonen Großgründlach, Boxdorf, Neunhof, Buch und Almoshof1.

1 (Nord-westl. Vorstadtgebiete)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 369 366 356 352 356 361 370 376 384 391
Entwicklung Platzbestand 175 160 160 172 172 172 157 157 157 157
Entwicklung Platzbedarf 177 176 171 169 171 173 178 180 184 188
Entwicklung Versorgungsquote 47% 44% 45% 49% 48% 48% 42% 42% 41% 40%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -2 -16 -11 3 1 -1 -21 -23 -27 -31
Ausbauziele (Versorgungsquote) 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 493 452 445 428 432 445 457 461 466 468
Entwicklung Platzbestand 501 501 501 501 501 476 475 475 475 475
Entwicklung Platzbedarf 502 461 454 436 441 454 466 470 475 477
Entwicklung Versorgungsquote 102% 111% 113% 117% 116% 107% 104% 103% 102% 101%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -1 40 47 65 60 22 9 5 0 -2
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Für diese Altersgruppe verfügt die Planungsregion bereits heute über eine sehr gute Versorgungssituation, welche mit 47 % deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Weiterer Ausbaubedarf entsteht erst langfristig durch weitere Wohnbauprojekte im Knoblauchsland, insb. in Boxdorf-Nordost (BP 4627). Zudem muss aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs in Neunhof die Kinderkrippe „An der Wind 1“ aufgegeben werden. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Auch hier zeigt sich eine sehr gute Versorgungssituation. Bis zum Abbau der 25 Plätze in der Neunhofer Hauptstr. 73a (zeitlich befristete Nutzung von Hortplätzen für Kindergartenbedarfe) wird es zwischenzeitlich sogar eine Überversorgung in der Region geben. Langfristig besteht Ersatzbedarf für drei Kindergartengruppen durch den Wegfall von zwei sanierungsbedürftigen Einrichtungen (Röthgasse 4 in Buch und Kraftshofer Hauptstr. 159 in Neunhof) sowie durch weitere Wohnbauprojekte (s.o.).

1 Hinweise zur Lesart der Tabellen: Unter „Entwicklung Kinderzahl“ sind pro Jahr die Werte der gemittelten Bevölkerungsprognose für die jeweilige Planungsregion wiedergegeben. Die Daten zum Jahr 2021 entsprechen dem tatsächlichen Bevölkerungsbestand. Unter „Entwicklung Platzbestand“ ist die Summe an Betreuungsplätzen ausgewiesen, die unter Berücksichtigung der Planungen und Platzverluste in der Planungsregion pro Jahr zur Verfügung stehen. Unter „Entwicklung Platzbedarf“ wird pro Jahr der Wert an Plätzen ausgewiesen, welche zur Erreichung des für 2030 festgelegten Ausbauziels nötig wären. Unter „Entwicklung Versorgungsquote“ wird die tatsächliche Versorgungssituation pro Jahr dargestellt. Die Werte unter „Überhang (+) / Fehlbedarf (-)“ bringen zum Ausdruck, wie viele Plätze pro Jahr in Bezug auf das langfristig zu erreichende Ausbauziel noch fehlen bzw. überhängig sind. Unter „Ausbauziele (Versorgungsquote)“ wird das bis 2030 zu erreichende Ausbauziel angezeigt. Dieses kann im Krippenbereich zwischen 44-50% variieren, im Kindergartenbereich ist das Ausbauziel mit 102% überall gleich.

b) Ausbauplanung

In der Volkacher Str. in Großgründlach wird ein neues Haus für Kinder gebaut und soll 2024 in Betrieb gehen. In diese Einrichtung wird dann das Haus für Kinder aus der Georg-Horner-Str. 13 umziehen. Zur geplanten Wohnbebauung in Buch-Süd auf dem Areal des früheren Backhefewerks Bast hat das Jugendamt den Bedarf zur Schaffung eines 3-gruppigen Kindergartens angemeldet. Dieser soll als Ersatzstandort für die Standorte Röthgasse 4 in Buch und Kraftshofer Hauptstr. 159 in Neunhof dienen. Weitere Kita-Plätze werden erst im Zuge der Aufsiedelung weiterer Neubaugebiete geschaffen. Mittels städtebaulicher Verträge sollen hierzu in den Wohnungsbau integrierte Kita-Maßnahmen mit den dann vor Ort tätigen Investoren vereinbart werden.

Planungsregion 2 (Nordöstliche Vorstadt)

Die Planungsregion 2 umfasst die Kindergartenplanungszonen Buchenbühl, Ziegelstein und Schoppershof.

2 (Nord-östl. Vorstadt)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 673 695 714 711 707 694 690 685 681 672
Entwicklung Platzbestand 339 333 357 369 369 369 369 369 369 369
Entwicklung Platzbedarf 337 347 357 355 353 347 345 343 341 336
Entwicklung Versorgungsquote 50% 48% 50% 52% 52% 53% 53% 54% 54% 55%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 3 -14 0 14 16 22 24 26 28 33
Ausbauziele (Versorgungsquote) 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 854 811 792 801 802 809 805 793 785 777
Entwicklung Platzbestand 857 857 917 967 967 967 967 967 967 967
Entwicklung Platzbedarf 871 827 808 817 818 825 821 809 800 793
Entwicklung Versorgungsquote 100% 106% 116% 121% 121% 120% 120% 122% 123% 124%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -14 30 109 150 149 142 146 158 167 174
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die aktuelle Versorgungssituation in der Planungsregion ist sehr gut bis überdurchschnittlich. Es ist bekannt, dass insb. in Ziegelstein Einrichtungen aufgrund ihrer besonderen Konzepte überregional belegt sind und in Teilen auch zur Bedarfsdeckung anderer Stadtteile beitragen. Mit dem bereits bestehenden Angebot und den weiteren Planungen ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Krippenplätzen in der Region langfristig gesichert. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Analog zum Krippenbereich stellt sich die Versorgungssituation im Kindergartenbereich dar. Hier gibt es deutliche rechnerische Überhänge aufgrund der überregionalen Belegung von einigen Einrichtungen, die aktuell und auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Bedarfsdeckung anderer Stadtteile, insb. in der angrenzenden Planungsregion 3, darstellen.

b) Ausbauplanung

In der Merianstr. geht 2023 ein neues Haus für Kinder in Betrieb. Damit wird das wohnortnahe Betreuungsangebot in Schoppershof deutlich verbessert. In der Arno-Hamburger-Str. in Ziegelstein entsteht bis 2024 ein Haus für Kinder der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Auch diese Einrichtung wird mit einem überregionalen Belegungskonzept arbeiten.

Planungsregion 3 (Nürnberg-Nord)

Die Planungsregion 3 umfasst die Kindergartenplanungszonen Schniegling, St. Johannis, St. Sebald, Thon, Nordstadt und Rennweg.

3 (NÜ-Nord)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 2.963 3.127 3.194 3.164 3.139 3.128 3.110 3.096 3.094 3.083
Entwicklung Platzbestand 1.174 1.187 1.187 1.211 1.193 1.277 1.349 1.370 1.370 1.370
Entwicklung Platzbedarf 1.482 1.563 1.597 1.582 1.569 1.564 1.555 1.548 1.547 1.542
Entwicklung Versorgungsquote 40% 38% 37% 38% 38% 41% 43% 44% 44% 44%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -308 -376 -410 -371 -376 -287 -206 -178 -177 -172
Ausbauziele (Versorgungsquote) 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 2.992 3.022 3.039 3.116 3.193 3.264 3.283 3.270 3.274 3.269
Entwicklung Platzbestand 2.822 2.907 2.909 2.954 2.934 3.009 3.134 3.219 3.219 3.219
Entwicklung Platzbedarf 3.052 3.082 3.100 3.178 3.256 3.329 3.349 3.335 3.340 3.334
Entwicklung Versorgungsquote 94% 96% 96% 95% 92% 92% 95% 98% 98% 98%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -230 -175 -191 -224 -322 -320 -215 -116 -121 -115
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote im Nürnberger Norden liegt mit 40 % aktuell leicht über dem städtischen Durchschnitt. Gegenwärtig können die Bedarfe der hier ansässigen Familien mit dem Angebot vor Ort sowie dem Angebot in den angrenzenden Stadtteilen bedient werden. Langfristig steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen im Krippenalter aufgrund des weiteren Bevölkerungswachstums. Unter Anrechnung der Überhänge in den angrenzenden nordöstlichen und östlichen Stadtteilen bedarf es zur Absicherung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebots im Krippenalter über die bereits bestehenden Planungen hinaus noch der Schaffung von rund 7 Krippengruppen in der Planungsregion. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Aktuell kann mit dem Angebot in angrenzenden Stadtteilen der Versorgungsbedarf an Kindergartenplätzen in der Nordstadt ausgeglichen werden. Doch auch hier steigt der Bedarf nach Betreuungsplätzen in den nächsten Jahren aufgrund der wachsenden Kinderzahlen weiter an. Unter Berücksichtigung der auch langfristig bestehenden Überhänge in den angrenzenden nordöstlichen Stadtteilen sind hier aktuell jedoch keine weiteren Ausbauplanungen angezeigt, die über die bereits bestehenden Standortplanungen in der Nordstadt hinausgehen.

b) Ausbauplanung

In der Nordstadt entstehen in den nächsten Jahren 10-11 neue Einrichtungen und diverse Ersatz- und Erweiterungsneubauten. Durch diese Projekte kann der Platzbestand nach Gegenrechnung aller Platzverluste bis 2030 im Krippenbereich um rund 200 Plätze und im Kindergartenbereich um rund 400 Plätze ausgebaut werden (Details zu den einzelnen Planungen siehe Anlage 3). Besonders zu erwähnen gilt in diesem Zusammenhang die Planung zum Neubau des Haus für Kinder in der Grünewaldstr. 18b. An diesem Standort sollten bis Ende 2022 100 Kindergarten- und 150 Hortplätze in Betriebsträgerschaft der Stadt Nürnberg neu entstehen. In diese Einrichtung sollte dann die städtische Kita aus der Grünewaldstr. 18a umziehen. Durch einen Großbrand am 9. Mai 2022 wurde der Neubau kurz vor der Fertigstellung vollständig zerstört. Das ausgebrannte Gebäude ist mittlerweile abgerissen, ein Neubau soll am selbigen Standort schnellstmöglich erfolgen. Glücklicherweise konnten zum neuen Betriebsjahr 2022/2023 relativ schnell zwei neue Kitas in der Harrichstr. 30 und der Antalyastr. 11a in Betrieb gehen und Kinder, die bereits in der geplanten neuen Einrichtung in der Grünewaldstr. 18b angemeldet waren, kurzfristig aufnehmen.

Planungsregion 4 (Nürnberg Ost)

Die Planungsregion 4 umfasst die Kindergartenplanungszonen Erlenstegen, St. Jobst, Mögeldorf, Laufamholz, Wöhrd und Zerzabelshof.

4 (NÜ-Ost)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.622 1.648 1.691 1.694 1.693 1.676 1.655 1.636 1.621 1.609
Entwicklung Platzbestand 746 763 787 767 767 827 827 827 827 827
Entwicklung Platzbedarf 779 791 812 813 813 804 794 785 778 772
Entwicklung Versorgungsquote 46% 46% 47% 45% 45% 49% 50% 51% 51% 51%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -33 -28 -25 -46 -46 23 33 42 49 55
Ausbauziele (Versorgungsquote) 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.878 1.933 1.902 1.906 1.898 1.905 1.901 1.881 1.868 1.856
Entwicklung Platzbestand 1.870 1.895 1.972 1.972 1.972 2.017 1.947 1.945 1.945 1.945
Entwicklung Platzbedarf 1.916 1.971 1.940 1.944 1.936 1.943 1.939 1.919 1.905 1.894
Entwicklung Versorgungsquote 100% 98% 104% 103% 104% 106% 102% 103% 104% 105%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -46 -76 32 28 36 74 8 26 40 51
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Mit 46 % ist in der Planungsregion aktuell eine sehr gute Versorgungslage gegeben. Mit dem weiteren Ausbau von Plätzen in der Planungsregion können mittel- und langfristig alle Betreuungsbedarfe im Krippenalter vor Ort bedient und zum Teil auch darüber hinaus ein Beitrag zur Mitversorgung angrenzender Stadtteile geleistet werden. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Analog zum Krippenbereich ist auch hier aktuell sowie künftig durch die bereits bestehenden Planungen eine sehr gute Versorgungssituation gewährleistet. Etwaige Überhänge können künftig ebenso zur Mitversorgung angrenzender Stadtteile einen Beitrag leisten, insb. durch Einrichtungen, die aufgrund besonderer Betriebskonzepte eine überregionale Belegung anstreben.

b) Ausbauplanung

In Mögeldorf geht nächstes Jahr auf dem Sportplatz des Vereins der SpVgg. Mögeldorf ein neues Haus für Kinder mit dem Konzept einer Sport-Kita in Betrieb. Und im Schmausenbuckpark ist eine Wald-Kita für nächstes Jahr in Planung. Ein weiteres Haus für Kinder entsteht 2026 in St. Jobst im neuen Stadtquartier auf dem sog. Branntweinareal. Ebenfalls zum Jahr 2026 sind zwei weitere Kitas in Zerzabelshof geplant, eine Krippe in der Waldgärnterstr./Waldluststr. sowie ein Haus für Kinder in der Regensburger Str., welches als Familienzentrum in kommunaler Trägerschaft betrieben werden soll. Abhängig der weiteren Bevölkerungsentwicklung wird zu prüfen sein, ob und in welchem Umfang ein Ersatzneubau für die sanierungsbedürftige kommunale Kita in der Osternoherstr. 28 in Laufamholz zu realisieren ist. Durch diese Planungen kann der Platzbestand nach Gegenrechnung aller Platzverluste bis 2030 im Krippenbereich um 80 Plätze und im Kindergartenbereich um 75 Plätze ausgebaut werden (Details zu den einzelnen Planungen siehe Anlage 3).

Planungsregion 5 (Nürnberg West)

Die Planungsregion 5 umfasst die Kindergartenplanungszonen Muggenhof, Gostenhof, St. Lorenz, Schweinau, St. Leonhard und Leyh/Höfen.

5 (NÜ-West)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 2.636 2.751 2.802 2.820 2.852 2.881 2.943 3.009 3.025 3.017
Entwicklung Platzbestand 1.028 1.068 1.092 1.128 1.176 1.308 1.332 1.332 1.356 1.356
Entwicklung Platzbedarf 1.265 1.321 1.345 1.354 1.369 1.383 1.413 1.444 1.452 1.448
Entwicklung Versorgungsquote 39% 39% 39% 40% 41% 45% 45% 44% 45% 45%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -237 -253 -253 -226 -193 -75 -81 -112 -96 -92
Ausbauziele (Versorgungsquote) 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3.011 2.971 2.954 2.975 3.031 3.099 3.180 3.262 3.306 3.316
Entwicklung Platzbestand 2.959 2.991 3.001 3.101 3.151 3.331 3.311 3.286 3.361 3.361
Entwicklung Platzbedarf 3.071 3.030 3.014 3.034 3.091 3.161 3.244 3.327 3.372 3.382
Entwicklung Versorgungsquote 98% 101% 102% 104% 104% 107% 104% 101% 102% 101%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -112 -39 -13 67 60 170 67 -41 -11 -21
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote im Nürnberger Westen liegt im Krippenbereich aktuell im städtischen Durchschnitt. Doch mit Blick auf die Entwicklung der Kinderzahlen in obiger Tabelle wird deutlich, dass der Versorgungsdruck in der Planungsregion noch deutlich zunehmen wird. Ausgehend vom heutigen Bestand an Betreuungsangeboten bedarf es zur Erreichung der angestrebten Versorgungsquote von 48% bis 2030 noch der Schaffung von 420 Plätzen. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Analog zum Krippenbereich stellt sich Situation im Kindergartenalter dar. Auch hier steigt der Bedarf nach Betreuungsplätzen aufgrund steigender Kinderzahlen in den nächsten Jahren an. Zum Ziel der Vollversorgung bedarf es bis 2030 ebenfalls der Schaffung von rund 420 Plätzen.

b) Ausbauplanung

Im Nürnberger Westen gibt es eine Vielzahl von Planungen. Insgesamt sind bis 2030 konkret 16 Neubau- bzw. Ersatz- und Erweiterungsbauprojekte in Umsetzung bzw. Planung. Im Gegenzug dazu müssen bis dahin zehn Einrichtungen schließen. Vielerorts entstehen die Kita-Bauten im Zuge der Erschließung größerer Neubaugebiete, wie z.B. auf dem ehemaligen Quelle- und AEG-Nordareal, der Züricher Str. oder dem Tiefen Feld. Durch die Summe aller Projekte kann der Platzbestand nach Gegenrechnung aller Platzverluste bis 2030 im Krippenbereich um rund 330 Plätze und im Kindergartenbereich um rund 400 Plätze ausgebaut werden. Im Krippenbereich bestünde mit Blick auf ein Versorgungsziel von 48% darüber hinaus noch Ausbaubedarf in Höhe von bis zu 7 Gruppen. Im Kindergartenbereich würde man mit den bestehenden Planungen das Ausbauziel der Vollversorgung erreichen (Details zu den einzelnen Planungen siehe Anlage 3).

Planungsregion 6 (Nürnberg Südstadt)

Die Planungsregion 6 umfasst die Kindergartenplanungszonen St. Peter, Sandreuth, Werderau, Bleiweiß, Hasenbuck, Galgenhof und Steinbühl.

6 (Südstadt)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3.148 3.199 3.261 3.237 3.203 3.171 3.120 3.075 3.044 3.218
Entwicklung Platzbestand 1.105 1.110 1.122 1.134 1.170 1.206 1.206 1.230 1.230 1.326
Entwicklung Platzbedarf 1.448 1.471 1.500 1.489 1.473 1.459 1.435 1.414 1.400 1.481
Entwicklung Versorgungsquote 35% 35% 34% 35% 37% 38% 39% 40% 40% 41%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -343 -361 -378 -355 -303 -253 -229 -184 -170 -155
Ausbauziele (Versorgungsquote) 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3.299 3.371 3.359 3.356 3.335 3.355 3.340 3.301 3.269 3.473
Entwicklung Platzbestand 2.992 3.067 3.092 3.167 3.212 3.265 3.265 3.275 3.275 3.475
Entwicklung Platzbedarf 3.364 3.439 3.426 3.423 3.402 3.422 3.407 3.367 3.334 3.543
Entwicklung Versorgungsquote 91% 91% 92% 94% 96% 97% 98% 99% 100% 100%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -372 -372 -334 -256 -190 -157 -142 -92 -59 -68
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote im Nürnberger Süden liegt im Krippenbereich aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Mit Blick auf die generelle Entwicklung der Kinderzahlen in obiger Tabelle wird deutlich, dass der Nachfragedruck in den nächsten Jahren hoch bleiben wird. Legt man die angestrebte Versorgungsquote von 46% zugrunde, so bedarf es ausgehend vom heutigen Bestand an Betreuungsangeboten bis 2030 noch der Schaffung von rund 380 Plätzen. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Auch hier liegt die aktuelle Versorgungsquote deutlich unter dem städtischen Durchschnitt. Ein Teil der Kinder in der Südstadt können durch das Angebot des Regionalkindergartens in Neuselsbrunn mitversorgt werden, was die Situation etwas entschärft. Aufgrund steigender Kinderzahlen bleibt der Versorgungsdruck konstant hoch. Um bis zum Jahr 2030 das Ziel der Vollversorgung zu erreichen, bedarf es zur Sicherstellung einer wohnortnahen Versorgung der Schaffung von über 550 Plätzen.

b) Ausbauplanung

In der Südstadt sind bis 2030 insgesamt 14 Neubau- bzw. Ersatz- und Erweiterungsbauprojekte in Umsetzung bzw. Planung. Durch die Summe aller Projekte kann der Platzbestand nach Gegenrechnung der Platzverluste bis 2030 im Krippenbereich um rund 220 Plätze und im Kindergartenbereich um rund 480 Plätze ausgebaut werden. Vier neue Kindertageseinrichtungen entstehen alleine im neuen Stadtteil Lichtenreuth. Erwähnenswert ist auch die Schaffung des neuen 3-gruppigen Kindergartens am Aufseßplatz, im ehemaligen Kaufhaus Schocken. Die Einrichtung soll als Familienzentrum betrieben werden, dem räumlich auch eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle direkt angegliedert ist. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Förderung und Unterstützung benachteiligter Kinder und Familien im Stadtteil geleistet. Im Krippenbereich bestünde mit Blick auf ein Versorgungsziel von 46% über die bereits bestehenden Standortplanungen hinaus noch Ausbaubedarf in Höhe von rund 13 Gruppen. Im Kindergartenbereich besteht über die bestehenden Planungen hinaus noch ein weiterer Ausbaubedarf von 2-3 Gruppen (Details zu den einzelnen Planungen siehe Anlage 3).

Planungsregion 7 (Südwestliche Vorstadt)

Die Planungsregion 7 umfasst die Kindergartenplanungszonen Eibach, Röthenbach, Gebersdorf und Reichelsdorf (einschließlich Reichelsdorfer Keller).

7 (Süd-westl. Vorstadt)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.373 1.285 1.268 1.232 1.211 1.187 1.160 1.141 1.129 1.128
Entwicklung Platzbestand 441 458 460 460 460 484 484 484 484 484
Entwicklung Platzbedarf 659 617 609 591 581 570 557 548 542 541
Entwicklung Versorgungsquote 32% 36% 36% 37% 38% 41% 42% 42% 43% 43%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -218 -159 -149 -131 -121 -86 -73 -64 -58 -57
Ausbauziele (Versorgungsquote) 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48% 48%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.546 1.478 1.469 1.495 1.481 1.466 1.431 1.397 1.377 1.367
Entwicklung Platzbestand 1.241 1.266 1.316 1.316 1.316 1.364 1.364 1.364 1.364 1.364
Entwicklung Platzbedarf 1.577 1.507 1.498 1.524 1.511 1.495 1.460 1.425 1.404 1.394
Entwicklung Versorgungsquote 80% 86% 90% 88% 89% 93% 95% 98% 99% 100%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -336 -241 -182 -208 -195 -131 -96 -61 -40 -30
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote im Krippenbereich liegt aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Zur Erreichung der langfristigen Ausbauziele bedarf es ausgehend vom heutigen Platzbestand der Schaffung von 100 Plätzen. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Auch im Kindergartenbereich liegt die Versorgungsquote unter dem städtischen Durchschnitt. Aktuell kann der Platzbedarf vor Ort nicht vollends bedient werden, sodass auf das Betreuungsangebot in anderen Stadtteilen ausgewichen werden muss. Um bis 2030 das Ziel der Vollversorgung vor Ort zu erreichen, bedarf es der ausgehend vom heutigen Platzbestand der Schaffung von rund 150 Plätzen.

b) Ausbauplanung

In Röthenbach geht nächstes Jahr in der Dombühler Str. eine neue 3-gruppige Krippe in Betrieb und in Gebersdorf wird die wegfallende Krippengruppe am Neumühlweg 2 durch eine Großtagespflegestelle am selbigen Standort ersetzt. Zudem eröffnet im nächsten Jahr der neue Hort in der Dollnsteiner Str. in Reichelsdorf. Dort werden mit Inbetriebnahme der Einrichtung zeitlich befristet zwei Hortgruppen in Kindergartengruppen umgewidmet, um bestehende Versorgungslücken bis zum Neubau weiterer Kitas in der Planungsregion abfedern zu können. Bis 2026 wird sowohl in Gebersdorf (Umspannwerk), als auch im Reicheldorfer Keller (Alte Radrennbahn) ein neues Haus für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen gebaut. Ein Anteil der Krippenplätze im neuen Haus für Kinder im Reicheldorfer Keller soll auch einen Beitrag zur Bedienung von Betreuungsbedarfen in Katzwang leisten. Im Krippenbereich besteht über die bestehenden Planungen hinaus noch Ausbaubedarf in Eibach im Umfang von 3 Gruppen und in Röthenbach von einer Gruppe. Im Kindergartenbereich können mit den bestehenden Standortplanungen die Bedarfe zum Ziel der Vollversorgung nahezu erreicht werden.

Planungsregion 8 (Südöstliche Vorstadt)

Die Planungsregion 8 umfasst die Kindergartenplanungszonen Bauernfeind, Neuselsbrunn, Langwasser NO, Langwasser-SO, Langwasser-SW sowie die weite Teile der Gartenstadt.

8 (Süd-östl. Vorstadt)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.244 1.240 1.241 1.203 1.171 1.151 1.139 1.123 1.114 1.109
Entwicklung Platzbestand 440 431 441 453 453 501 501 501 501 501
Entwicklung Platzbedarf 547 546 546 529 515 507 501 494 490 488
Entwicklung Versorgungsquote 35% 35% 36% 38% 39% 44% 44% 45% 45% 45%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -107 -115 -105 -76 -62 -6 0 7 11 13
Ausbauziele (Versorgungsquote) 44% 44% 44% 44% 44% 44% 44% 44% 44% 44%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1.563 1.525 1.481 1.465 1.448 1.445 1.434 1.410 1.396 1.384
Entwicklung Platzbestand 1.578 1.638 1.638 1.663 1.624 1.524 1.499 1.499 1.499 1.499
Entwicklung Platzbedarf 1.594 1.555 1.510 1.495 1.477 1.474 1.462 1.438 1.424 1.411
Entwicklung Versorgungsquote 101% 107% 111% 113% 112% 105% 105% 106% 107% 108%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -16 83 128 168 147 50 37 61 75 88
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote im Krippenbereich liegt aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Das verfügbare Angebot scheint allerdings den aktuellen Bedarf abzudecken, denn im Vergleich zum Durchschnitt der übrigen Stadtgebiete fällt hier die Nachfrage etwas geringer aus. Dies ist auch ein Befund der zuletzt im Sommer 2021 durchgeführten Bedarfserhebung bei Eltern für die Betreuung unter 3-Jähriger, aufgrund dessen das Ausbauziel in der Planungsregion zunächst nur auf eine Versorgungsquote von 44 % festgelegt wurde. Um dieses Ausbauziel zu erreichen, bedarf es bis 2030 ausgehend vom heutigen Platzbestand der Schaffung von weiteren 48 Plätzen. Dieser Ausbaubedarf wird sich jedoch langfristig noch erhöhen, wenn im Zuge der geplanten städtebaulichen Entwicklungsprozesse in der Planungsregion neue Wohnungsbaupotenziale erschlossen und damit einhergehend ein weiteres Bevölkerungswachstum zu verzeichnen ist2. Dieses Bevölkerungswachstum ist in der vorliegenden Prognose zur Entwicklung der Kinderzahlen noch nicht berücksichtigt. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Alle Bedarfe nach einem Kindergartenplatz können in der Planungsregion aktuell bedient werden. Der 2021 in Neueselbrunn in Betrieb genommene Regionalkindergarten in der Zugspitzstr. 175 dient zudem der Mitversorgung ungedeckter Bedarfe im angrenzendem Stadtgebiet, insb. der Südstadt. Hierdurch erklären sich auch die rechnerischen Überhänge ab dem Jahr 2023. Weiterer Ausbaubedarf bis 2030 besteht vor allem aufgrund der Schließung von Einrichtungen, deren Platzverluste kompensiert werden müssen.

b) Ausbauplanung

In Langwasser Nordost geht im nächsten Jahr im Carossaweg eine Großtagespflegestelle mit 10 Plätzen zur Betreuung unter 3-Jähriger in Betrieb. Eine weitere Krippe wird bis zum 2026 in der Gartenstadt Ecke Königshammer Str./Leerstetter Str. entstehen. Im Zuge der Wohnbebauung in der Imbuschstr. in Langwasser Südost entsteht ein Haus für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen. Ein weiteres Haus für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen entsteht in der Bonhoefferstr. in Langwasser Südwest. Parallel zu diesen Planungen müssen in den nächsten Jahren drei Einrichtungen ihren Betrieb aufgegeben. Mit den bestehenden Planungen können die Bedarfe im Krippen- und im Kindergartenbereich in der Planungsregion mittelfristig bedient werden. Abhängig der weiteren Bevölkerungsentwicklung in der Planungsregion wird auch zu entscheiden sein, ob der Regionalkindergarten in der Zugspitzstr. 175 mittel- bis langfristig für Hortzwecke umgenutzt werden kann. Weitere Kita-Bedarfe werden wie oben skizziert erst im Zuge der geplanten städtebaulichen Entwicklungsprozesse entstehen. Die Schaffung weiterer Betreuungsangebote sind dann Bestandteil dieser Entwicklungsprozesse, zu welcher sich

2 Siehe Bericht zur Potenzialuntersuchung „Mehrwerte für Langwasser“ zur Sitzung des Stadtplanungsausschusses vom 27.10.2022.

auch die bereits eingetaktete Planung in der Imbuschstr. teilweise zuordnen lässt. Im Rahmen der Potenzialuntersuchung „Mehrwerte für Langwasser“ hat das Jugendamt zudem weitere Bedarfe bereits angemeldet.

Planungsregion 9 (weitere südöstliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 9 umfasst die Kindergartenplanungszonen Fischbach und Altenfurt.

9 (weitere süd-östl. Vorstadtgebiete)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 423 399 403 403 405 401 396 393 393 396
Entwicklung Platzbestand 134 137 149 149 149 149 149 149 149 149
Entwicklung Platzbedarf 195 184 185 185 186 184 182 181 181 182
Entwicklung Versorgungsquote 32% 34% 37% 37% 37% 37% 38% 38% 38% 38%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -61 -47 -36 -36 -37 -35 -33 -32 -32 -33
Ausbauziele (Versorgungsquote) 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46% 46%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 523 491 476 492 500 500 497 491 489 491
Entwicklung Platzbestand 467 467 489 489 489 464 464 464 464 464
Entwicklung Platzbedarf 533 501 486 502 510 510 507 501 499 501
Entwicklung Versorgungsquote 89% 95% 103% 99% 98% 93% 93% 95% 95% 95%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -66 -34 3 -13 -21 -46 -43 -37 -35 -37
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Aktuell liegt die Versorgungsquote in der Planungsregion, insb. in Fischbach, deutlich unter dem städtischen Durchschnitt. Bis 2030 besteht vor Ort über die bereits bestehende Planung in der Brunner Hauptstr. hinaus noch eine Betreuungslücke im Umfang von 2-3 Krippengruppen. Der Bedarf wird nach 2030 zudem abhängig der Realisierung weiterer Wohnbauprojekte in Fischbach noch weiter ansteigen. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Auch hier liegt die Versorgungsquote aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Bis 2030 besteht noch ein Ausbaubedarf im Umfang von ein bis zwei Gruppen. Zwischenzeitlich können über den Regionalkindergarten in der Zugspitzstr. 175 unversorgte Kinder mit betreut werden. Auch hier wird langfristig aufgrund weiterer Wohnbauprojekte in Fischbach der Bedarf noch weiter ansteigen.

b) Ausbauplanung

In der Brunner Hauptstr. wird nächstes Jahr ein Ersatz- und Erweiterungsneubau für den bisherigen Kindergarten des AWO Kreisverband Nürnberg e.V. in Betrieb gehen. Anstatt der bisherigen 28 Kindergartenplätze stehen im Stadtteil dann 12 Krippen- und 50 Kindergartenplätze zur Verfügung. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Entspannung der aktuellen Versorgungslage geleistet. Zur Bedienung weiterer Bedarfe sollen mittels städtebaulicher Verträge in den Wohnungsbau integrierte Kita-Maßnahmen mit Investoren vereinbart werden, die künftig im Zuge weiterer Wohnbauprojekte vor Ort tätig werden. Zudem soll geprüft werden, ob vor Ort kurzfristig das Angebot zur Betreuung unter 3-Jähriger durch zusätzliche Tagespflegeplätze ausgebaut werden kann.

Planungsregion 10 (südliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 10 umfasst die Kindergartenplanungszonen Katzwang, Herpersdorf und Kornburg.

10 (Südl. Vorstadtgebiete)
Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 553 540 526 516 515 508 501 494 489 491
Entwicklung Platzbestand 212 215 215 215 251 275 265 265 265 265
Entwicklung Platzbedarf 277 270 263 258 258 254 251 247 244 246
Entwicklung Versorgungsquote 38% 40% 41% 42% 49% 54% 53% 54% 54% 54%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -65 -55 -48 -43 -7 21 14 18 21 19
Ausbauziele (Versorgungsquote) 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50% 50%
Bildung, Betreuung und Erziehung 3-6,5 Jähriger 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 670 671 670 672 675 672 665 649 637 635
Entwicklung Platzbestand 649 649 649 644 672 697 697 670 670 670
Entwicklung Platzbedarf 683 684 683 685 689 685 678 662 650 648
Entwicklung Versorgungsquote 97% 97% 97% 96% 100% 104% 105% 103% 105% 106%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -34 -35 -34 -41 -17 12 19 8 20 22
Ausbauziele (Versorgungsquote) 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102% 102%

a) Versorgungssituation und Bedarfsentwicklung

Betreuung von Kindern im Krippenalter: Die Versorgungsquote für Kinder im Krippenalter entspricht aktuell dem städtischen Durchschnitt. Ist es in den vergangenen Jahren immer gut gelungen, alle Bedarfe in den südlichen Vororten durch die Summe des Platzangebotes in den drei Kita-Planungszonen Katzwang, Herpersdorf und Kornburg zu bedienen, so zeigt sich aktuell im Vergleich zu den Vorjahren, dass der Anteil von Eltern mit Betreuungsbedarf an allen Eltern mit Kindern unter 3 Jahren sprunghaft angestiegen ist. Auch die im Sommer 2021 durchgeführte Bedarfserhebung bei Eltern für die Betreuung unter 3-Jähriger hat ergeben, dass in den südlichen Vororten der Betreuungsbedarf höher ist als im Durchschnitt der übrigen Nürnberger Stadtteile. Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Kinderzahlen bis zum Jahr 2030, in welcher auch die bis dahin in die Neubaugebiete hinzuziehenden Familien eingerechnet sind, bedarf es bezogen auf die gesamte Planungsregion der Schaffung von 2-3 weiteren Krippengruppen. Erst im Falle der Wohnbebauung weiterer Gebiete in Kornburg West sowie Worzeldorf Süd (Umfang sowie zeitliche Realisierung ist aus heutiger Sicht noch nicht absehbar) werden die Betreuungsbedarfe wieder ansteigen und den Bedarf an weiteren Krippenplätzen nach sich ziehen. Betreuung von Kindern im Kindergartenalter: Die Versorgungsquote für Kinder im Kindergartenalter liegt mit aktuell 97 % leicht über dem städtischen Durchschnitt. Aktuelle kleinere Versorgungsengpässe erklären sich zum Großteil durch die Aufsiedlung von Neubaugebieten in Kornburg und Katzwang, welche nicht vollständig durch die Überhänge im Platzangebot der direkt angrenzenden Stadtteile Worzeldorf, Herpersdorf, Weiherhaus und Gaulnhofen ausgeglichen werden können. Mittelfristig besteht in Katzwang und Kornburg unter Berücksichtigung der Platzüberhänge je ein Fehlbedarf von einer Kindergartengruppe.

b) Ausbauplanung

Durch den zeitnahen Neubau eines Hauses für Kinder in Kornburg wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um die aktuell bestehenden und mittelfristigen Versorgungslücken im Krippen- und Kindergartenbereich vor Ort zu schließen. Mit geplanter Inbetriebnahme der Einrichtung im Jahr 2025 können dann die prognostizierten Betreuungsbedarfe wohnortnah bis mindestens 2030 bedient werden. Im Zuge der ersten Teilbebauung des Entwicklungsgebiets in Worzeldorf West entsteht durch den dort tätigen Investor der Bau eines weiteren Hauses für Kinder mit Krippen- und Kindergartenplätzen. Zur Abfederung der Versorgungsengpässe im Krippenbereich hat das Jugendamt in diesem Jahr zudem die kurzfristig wegfallenden Plätze einer Krippengruppe in Herpersdorf, welche bisher durch die gemeinnützige Gesellschaft für evangelische Kindergärten im Nürnberg Süden mbH (GGK) „An der Radrunde 142“ betrieben wurde, am selbigen Standort durch die Unterstützung der Anmietung für eine Großtagespflegstelle mittels eines freiwilligen Mietkostenzuschusses für die Betreiberinnen unterstützt. Dieses auf fünf Jahre zeitlich befristete Angebot soll einen Teil der Versorgungslücke kompensieren, welche bis zum Neubau der beiden zuvor genannten Einrichtungen in der Planungsregion besteht. Versorgungsengpässe im Krippenbereich in Katzwang sollen durch den Neubau des Hauses für Kinder im angrenzenden Stadtteil Reichels-

dorfer Keller mit abgefedert werden. Kita-Bedarfe, die im Zuge der weiteren Erschließungen von Neubaugebieten in Kornburg West sowie Worzeldorf Süd entstehen, sollen durch in den Wohnungsbau integrierte Kita-Maßnahmen mittels städtebaulicher Verträge abgesichert werden.

3.3. Zusammenfassung: Bilanz zum weiteren Kita-Ausbau

Für den Großteil der erforderlichen Ausbaubedarfe bis zum Jahr 2030 gibt es schon konkrete Standortplanungen zu Neubauten sowie Platzaufstockungen in Bestandseinrichtungen. Zudem steigt der Anteil der sanierungsbedürftigen Einrichtungen, was wiederum bei der Steuerung der Ausbauplanung (Generalsanierungen und/oder Ersatz- und Erweiterungsbauten) zunehmend eine Rolle spielt.  Zur Betreuung von Kindern im Krippenalter würde man mit den bereits bestehenden Standortplanungen nach Gegenrechnung der bis dahin sich ergebenden Platzverluste durch Einrichtungsschließungen den Bestand an Betreuungsplätzen bis 2030 um rund 1.000 Plätze ausbauen. Damit würde man stadtweit eine Versorgungsquote von rund 45 % erreichen. Zur Erreichung des Versorgungszieles einer stadtweit durchschnittlichen 48%igen Versorgungsquote müssen über die bestehenden Standortplanungen hinaus noch weitere rund 400 Plätze geschaffen werden. Der Ausbau der Angebote für unter 3-Jährige stützt sich im Wesentlichen auf die Schaffung von Krippenplätzen. Die Ausweitung der Kapazitäten im Bereich der Tagespflege bleiben das Ziel, diese Säule der Kindertagesbetreuung ist auch weiterhin wichtig. Zuwächse gelingen allerdings nur langsam; primäres Ziel ist daher die Absicherung des aktuellen Bestandsangebots.  Zur Betreuung von Kindern im Kindergartenalter besteht das Ausbauziel einer Vollversorgung. Bislang galt für diese Altersgruppe eine Versorgungsquote von rund 95 % als bedarfsdeckend. Die Stadt Nürnberg strebt hier langfristig allerdings eine bis zu 102%-ige Versorgungsquote an, um auf Faktoren wie die wachsenden inklusiven Förderbedarfe, temporäre Platzreduktionen bei Sanierungen, schrittweise Belegungen der Plätze bei Neubauten sowie unterjährige Aufnahmen und Austritte flexibel reagieren zu können. Zur Betreuung von Kindern im Kindegartenalter würde man mit der Realisierung der angedachten Standortplanungen nach Gegenrechnung aller bis dahin erfolgten Platzverluste den Bestand um über 1.400 ausbauen und damit das Versorgungsziel von 102 % erreichen. Die hiermit vorgelegte Fortschreibung der Jugendhilfeplanung ist als eine Momentaufnahme in einem nach wie vor sehr dynamischen Planungsfeld mit vielen Unsicherheiten zu bewerten. Der Bericht benennt auf Basis des heutigen Wissenstandes zur künftigen Entwicklung der Kinderzahlen einen Fahrplan für die weitere Ausbauplanung und zeigt kleinräumige Entwicklungsbedarfe auf. Es wird jedoch weiterhin nötig sein, auf Basis aktualisierter kleinräumiger Bevölkerungsvorausberechnungen die getroffenen Annahmen zur Bedarfsentwicklung engmaschig zu überprüfen und bei Bedarf die Ausbauplanungen flexibel anzupassen. Mit Blick auf die bereits laufenden und in Vorbereitung befindlichen Standortplanungen muss beachtet werden, dass trotz eines bis dato hoch eingeschätzten Realisierungspotenzials deren Umsetzung in den nächsten Jahren aufgrund der aktuellen Krisenlage alles andere als sicher sind. Steigende Kosten sowie Materialmangel und Lieferengpässe in der Bauwirtschaft erfordern vielerorts eine Überprüfung der Finanzierung und Wirtschaftlichkeit der angedachten Planungen. Die Handlungsspielräume für Investoren, freie Träger und auch die Stadt werden enger. Es zeichnet sich bereits ab, dass zumindest teilweise bisherige Planungen zu Neubauten und Sanierungsmaßnahmen sich verzögern oder sogar aufgegeben werden müssen. Und auch bei Investitionsentscheidungen zur Bestandssicherung oder Erweiterungen ist nicht sicher, ob die freien Träger diese im Zuge der wirtschaftlich angespannten Lage künftig stemmen können und in Folge dessen ggf. auch Einrichtungen aufgegeben werden müssen. Investoren und Träger fordern bereits Nachbesserungen bei den Förderregularien und mehr finanzielle Unterstützung beim Kita-Ausbau. Die Stadt Nürnberg wird aufgrund der angespannten Haushaltslage diese Forderungen nur sehr begrenzt bedienen können. Es bedarf hier auch weiterer Unterstützung durch die Landes- und Bundesebene, will man an den wichtigen und ehrgeizigen Zielen zum Kita- Ausbau festhalten. Auch die baulichen Standards müssen weiter wie bisher immer wieder überprüft und Ansatzpunkte zur Senkung von Baukosten sondiert werden, damit Kitabauten auch weiterhin in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen umsetzbar bleiben.

4. Beschlussfassung für die weitere Ausbauplanung und nächste Schritte

Damit die Stadt Nürnberg auch weiterhin die im SGB VIII verankerten Rechtsansprüche auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz bedarfsgerecht bedienen kann, wird die Verwaltung auf Basis der vorgelegten Fortschreibung der Jugendhilfeplanung zu den Angeboten der Kindertagesbetreuung in Nürnberg alle bereits bestehenden Standortplanungen mit Nachdruck vorantreiben. Die kleinräumige Bedarfsanalyse und Ausbauplanung zu Angeboten der Kindertagesbetreuung wird nach Vorlage einer aktualisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Amts für Stadtforschung und Statistik im Jahr 2024 fortgeschrieben und dem Jugendhilfeausschuss dann erneut zur Behandlung vorgelegt. Zu den beiden vorgenannten Punkten liegt den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses ein Beschluss zur Abstimmung vor. Zum Stand der Umsetzung der Maßnahmen zur Ausbauplanung wird die Verwaltung des Jugendamts im Herbst 2023 im Jugendhilfeausschuss einen Zwischenbericht vorlegen.

Download ↓