Antrag der CSU-Fraktion zum Thema Trinkwasserqualität in
Nürnberg vom 1.8.2022:
Zu den im o.g. Antrag aufgeworfenen Fragen nehmen wir wie folgt Stellung:
Die aktuelle EU-Trinkwasserrichtlinie fordert die Umsetzung in nationales Recht bis spätestens Januar 2023. Derzeit existiert für die Novellierung der deutschen Trinkwasserverordnung lediglich ein Referentenentwurf, zu dem VKU und DVGW umfangreiche Stellungnahmen mit der Forderung nach zahlreichen Nachbesserungen abgegeben haben. Aus unserer Sicht steht bis heute nicht fest, welche Parameter neu aufgenommen werden und ob Grenzwerte im vorgeschlagenen Umfang abgesenkt werden.
Ungeachtet dessen hat die N-ERGIE vorausschauend und aus Eigenverantwortung heraus für einen Teil der möglicherweise neu aufgenommenen Parameter schon in den vergangenen Jahren Untersuchungen durchgeführt.
So liegen für PFAS, Halogenessigsäuren und somatische Coliphagen ausreichend Analysenergebnisse vor, um einen Konflikt mit den beabsichtigten Grenzwerten ausschließen zu können. Chrom, Arsen und Blei sind bereits Bestandteil der geltenden Trinkwasserverordnung, die diskutierten verschärften Grenzwerte werden hinsichtlich Blei und Chrom keine Auswirkungen auf die N-ERGIE haben. Wir weisen jedoch darauf hin, dass Hausinstallationen möglicherweise davon betroffen sein werden. Sollte der Grenzwert für Arsen auf den beabsichtigten Wert abgesenkt werden, müssen Planung und Realisierung einer im Wasserwerk Krämersweiher mittelfristig ohnehin vorgesehenen Aufbereitungsstufe zur Arsenreduzierung umgehend begonnen werden.
Für Microcystin-LR, Bisphenol A, Chlorit und Chlorat liegen bislang keine Untersuchungsergebnisse vor. Die derzeit verfügbaren Analysenverfahren erreichen die erforderlichen Nachweisgrenzen noch nicht. Einen Nachweis dieser Stoffe in relevanten Konzentrationen halten wir für unwahrscheinlich. Die Untersuchungen auf die letztgenannten Parameter planen wir für den Zeitraum nach Verabschiedung der novellierten Trinkwasserverordnung ein.
In der Anlage fügen wir einen ausführlichen Bericht über die Wasserschutzgebiete bei, in den Wasser für die Versorgung der Stadt Nürnberg gewonnen wird. Aufgrund mehrerer aufeinanderfolgender Trockenjahre sind die Grundwasserstände in den Wasserschutzgebieten Ranna und Ursprung ungewöhnlich niedrig. In den Wasserschutzgebieten Erlenstegen und Genderkingen zeigen die Grundwasserstände aufgrund der Nähe zu den entsprechenden Vorflutern einen an den Oberflächenwasserspiegel angelehnten Verlauf.