Anlage: Jahreskontrakt 2023 - KunstKulturQuartier
Rück- und Ausblick für das Produkt
Digitalisierung und Vermittlung, Kultur Information
Nachdem der DMS Rollout 2022 wie geplant eingeführt wurde, soll die für das KunstKulturQuartier zu erarbeitende Digitalstrategie für die kommenden Jahre in die Umsetzung kommen. Dies betrifft vollumfänglich die Arbeit der Programmmacherinnen und –macher, die der Vermittelnden, der Verwaltung und Technik. Kernstück des zeitgemäßen Arbeitens ist das im Beschaffungsprozess befindliche „Veranstaltungsmanagementtool“, dessen Konzeption seit zwei Jahren mit Einsatz der Dienststelle begleitet wird. Bereits 2023 sollen neue Software Anwendungen wie das Kollaborationstool Stackfield die Arbeit vereinfachen.
Mit der Barrierefreiheit der Homepages und zoom:in App bestreitet die Dienststelle schon länger den Weg, Einrichtungen, Dienstleistungen und Angebote so zu gestalten, dass sie allen Menschen offenstehen. Neu sind nun die Informationen in Leichter Sprache im Internet, aber z.B. auch die Begleitung der Besuchenden von Ausstellungen. Wer Texte versteht, kann mitreden, teilhaben und mitentscheiden.
Zur besseren Vermittlung wird die zielgruppenorientierte Ansprache weiter ausgebaut. Um die Angebote noch attraktiver und kundenfreundlicher zu gestalten, erhalten die Homepages ein Re-Design (Neugestaltung) mit gleichzeitiger technischer Erneuerung für eine bessere Auffindbarkeit im Netz. Eine Anstrengung wird unternommen, die Reichweite der Kommunikationskanäle z.B. einem neuartigen Newsletter der Kultur Information zu erhöhen und damit mehr Umsatz zu generieren. Zentral ist und bleibt dabei die Veranstaltungskalender- Datenbank für den Großraum Nürnberg, den die Dienststelle im Auftrag der ARGE betreibt. Bis September 2022 wurden beinahe 40.000 Veranstaltungen eingetragen und neue Kunden gewonnen. Damit ist man weit über dem Wert von vor der Pandemie. Die Steigerung der Abrufe auf den ausgebenden Plattformen wie der Zugewinn von Neukunden steht im Fokus der Arbeit für 2023.
Kulturinformation
Die Kulturinformation erweitert nach dem Umzug in das neue Künstlerhaus Foyer ihre Angebotspalette. Mit der Übernahme des Ticketings online für die Ausstellungshäuser durch das zentrale Ticketingsytem und des Kartenverkaufes für das Kunsthaus – inklusive der ans Kunsthaus angepassten Öffnungszeiten – entsteht ein Info- und Verkaufstresen mit angegliedertem Shop - kombiniert mit serviceorientierter Willkommenskultur im Künstlerhaus. In Ausstellungszeiten erweitert die Kulturinformation damit ihr Informations- und Serviceangebot auch auf die Wochenenden. Nach mehreren Pilotprojekten im Einzelhandel und der Gastronomie plant die Kulturinformation 2023 ebenfalls auf bargeldlosen Zahlungsverkehr umzustellen. Bargeldloses Bezahlen erhöht die Sicherheit der Mitarbeitenden an diesem Brennpunkt, regelt die Arbeitsabläufe effizienter und stellt einen konsequenten Schritt in eine digitale Zukunft dar.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kunst und Ausstellungen
Kunsthalle Nürnberg – Kunstvilla – Kunsthaus
Kunsthalle Nürnberg
Seit dem 1. August 2022 hat die Kunsthalle Nürnberg mit Dr. Harriet Zilch eine neue Leiterin und ab dem 2. November 2022 wurde mit Dr. Anne Schloen auch die Stelle der Kuratorin neu besetzt. Für 2023 ist, neben drei
| der Kunsthalle Nürnberg in vielen Berei- | ||
|---|---|---|
| chen geplant. Dazu gehört beispielsweise eine Neukonzeption des Foyers zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität | ||
| sowie eine neue Präsenz des KreativRaums mit einem abwechslungsreichen, analogen wie digitalen museums- | ||
| pädagogischen Programm. Auch wurden neue Kooperationen mit international renommierten Ausstellungshäu- | ||
| sern zur Kostenersparnis bei Katalog- und Ausstellungsprojekten eingegangen. Thematischer Schwerpunkt des | ||
| Jahres 2023 wird die gemeinsam mit dem Kunsthaus konzipierte Gruppenausstellung Who’s Afraid Of Stardust? | ||
| Positionen queerer Gegenwartskunst ( | sein. Die Ausstellung mit rund 40 |
internationalen Künstlerinnen und Künstlern präsentiert Werke, die um Leben und Begehren jenseits der Hete-
ronormativität kreisen und damit einen substantiellen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über Diversität leis-
ten.
On Stage - So nennt der international renommierte Maler Andreas Schulze seine Ausstellung, mit der er die
Kunsthalle Nürnberg zur Bühne für seine surrealen Bildwelten werden lässt. Bis zum 12. Februar 2023 wird On
Stage noch in Nürnberg zu sehen sein, bevor die Ausstellung in die Londoner
wird. Der Bildhauer Oliver van den Berg (4. März bis 4. Juni 2023) wurde durch seine Skulpturen und Installationen bekannt, die technische Instrumente wie Radargeräte, Flugschreiber oder Sternenprojektoren als Vorlage nutzen. So entstehen Skulpturen mit futuristisch-technoider Anmutung, die ihrer Funktion jedoch beraubt sind. Oliver van den Berg fertigt seine Skulpturen zumeist aus Holz. In der Konfrontation dieses klassischen Werkstoffs mit der Funktion der technischen Hochglanzvorbilder führt er Fortschrittsutopien ad absurdum und stellt zugleich die Frage nach Original und Abbild. Die Einzelausstellung Alex Müller. Bis die Zeit vergeht wird in den acht Oberlichtsälen der Kunsthalle Nürnberg vom 24. Juni bis 1. Oktober 2023 präsentiert. Das komplexe Phänomen Zeit wird bei der Konzeption der Ausstellung einen inhaltlichen Schwerpunkt bilden, da Alex Müller immer wieder eindrückliche Bildäquivalente für die Zeit findet, für ihr Voranschreiten wie für ihre Relativität. Die Ausstellung wird alle Medien berücksichtigt, da die Künstlerin die narrative Offenheit ihrer Arbeiten stets durch ein kluges Spiel mit den Grenzverläufen zwischen Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und Installation verstärkt.
Kunstvilla
Rückblick: Auf die bis Ende Mai 2022 laufende Ausstellung Das Bernsteinzimmer – endlich gefunden!, die in der Reihe der Präsentationen Nürnberger Künstlergruppen und –vereine stand, folgte die mit einem mehrjährigen Forschungsprojekt vorbereitete Ausstellung Grauzonen – Nürnberger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus, die das Nürnberger Kunstschaffen zwischen Repression und Anpassung in der Zeit des sogenannten Dritten Reichs vorstellte. Es erschien ein umfangreicher, von der Ernst von Siemens Kunststiftung geförderter Begleitband. Aufgrund des großen Interesses wurde die Ausstellung Die Nürnberger Hopfenhändler- und Bankiersfamilie Hopf verlängert. Auf Initiative des Fördervereins die „Kunstvilligen e.V.“ entstand ein von „Geschichte Für Alle“ konzipierter Stadtrundgang durch die Marienvorstadt, der in der Kunstvilla endet und sich großen Zuspruchs erfreut. Der Rundgang floss in den im September 2022 erschienenen Stadtteilband „Marienvorstadt“ ein, der auch Beiträge zur Kunstvilla, zur Familie Hopf und zur Marienvorstadt als Künstlerviertel enthält. Mit der Ausstellung Naturstoff / Kunststoff greift die Kunstvilla ab Winter 2022 ein aktuelles Thema auf: der Verbrauch an Plastik und vor allem der daraus entstehende Müll bedroht unsere Ökosysteme und ist dadurch in Verruf geraten, jedoch stellt Kunststoff in seinen verschiedenen Formen seit dem 20. Jahrhundert ein bedeutendes Material zeitgenössischer Kunst dar. Die Ausstellung untersucht die Verwendung von Natur- und Kunststoffen in der Nürnberger Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung konnte auch 2022 um zahlreiche Stiftungen erweitert werden, unter welchen die umfangreiche Sammlung des verstorbenen Sammlerehepaars Madi und Peter Schmid, u.a. mit Werken von Werner Knaupp, Franz Vornberger und Inge Gutbrod, sowie der Künstlernachlass von Erich Kohout den größten Teil ausmachen, aber auch Einzelwerke, u.a. von den „Kunstvilligen“ aus der Ausstellung Bernsteinzimmer für die Kunstvilla erworben, zu erwähnen sind. Zahlreiche Veranstaltungen, u.a. ein Konzert mit Matthias Egersdörfer und „Fast zu Fürth“ sowie die „Blaue Nacht“ lockten ein großes Publikum in die Kunstvilla. Die Kunstvilla errang den Publikumspreis der „Blauen Nacht“ mit der Lichtprojektion „Nachts vorm Museum“ des Lichtbildclubs Fürth. Außerdem wurde ein Instagram-Kanal für die Kunstvilla installiert, der die Reichweite erhöht und ein zunehmend jüngeres Publikum anzieht.
Ausblick: Ab Ende Juni 2023 zeigt die Kunstvilla die Ausstellung Vive la France! und spürt damit dem Einfluss der französischen Kunst auf das Nürnberger Kunstschaffen nach. Beginnend mit dem Impressionismus über die Fauves, Picasso, Matisse bis zur École de Paris: durchgängig war die französische Malerei Impulsgeber für Form- und Farbexperimente. Zahlreiche Nürnberger Künstlerinnen und Künstler hielten sich längere Zeit in Frankreich, vor allem in Paris, aber auch im Süden auf, und brachten Inspirationen zurück in ihre Heimatstadt. Im Herbst 2023 folgt mit dem „Borgo Ensemble“ rund um Reiner Bergmann die Präsentation einer Künstlergruppe, deren Engagement Nürnberg zahlreiche Ausstellungen und Projekte verdankt. Die auch als Musiker Aktiven versprechen ein buntes Begleitprogramm. Im Bereich Sammlung ist für 2023 die Onlinestellung von Sammlungswerken auf der Homepage geplant und soll außerdem die Bereinigung der Daten in Museumplus sowie die Revision, d.h. der Datenabgleich mit KuM, abgeschlossen werden. Des Weiteren soll in der Peuntgasse ein Depot eingerichtet werden, um einen Lagerort für die Stiftungen, darunter die von der Stadt angenommene Stiftung Kertz, zu begründen.
Kunsthaus
Rückblick: Mit der Ausstellung … immer viel Licht des international renommierten Nürnberger/Fürther Lochkamerafotografen Günter Derleth präsentierte das Kunsthaus über den Jahreswechsel einen einflussreichen Künstler aus der Region, der international tätig ist und zeigt mit der Retrospektive die bis dahin größte und umfangreichste Einzelschau des Künstlers. Mit der raumbezogenen Ausstellung Falling Apart hat das Kunsthaus vier international junge Positionen aus Deutschland präsentiert. Tobias Buckel (Nürnberg), Heike Gallmeier, Sinta Werner, Gloria Zein (alle Berlin) hatten eine Ausstellung auf die Räume des Kunsthauses hin konzipiert. Das gemeinsame Thema dieser Schau galt der Inszenierung von Bedeutungsverschiebungen und Illusionen und fordert auf, die Komplexität der Welt zu akzeptieren, statt scheinbar einfachen Lösungen auf den Leim zu gehen. Der diesjährige Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten hatte mit seiner 30. Ausrichtung Jubiläum. Parallel dazu wurden wieder im Glasbau Deck 1 (vorher: Glasbau 1. OG) die Debütanten des BBK Nürnberg-Mittelfranken mit ihrer ersten Ausstellung und Katalogvorstellung präsentiert. Mit dem langjährigen Partner aus der freien Szene, der Diskurswerkstatt e.V., wird aktuell die Schwerpunkt-Ausstellung mit dem Titel Lebens(t)räume. Künstlerhaus|KOMM|K4 |Künstlerhaus zur Eröffnung des 3. Bauabschnitts des Künstlerhauses im Frühjahr 2023 vorbereitet und gezeigt.
Ausblick: Die letztgenannte Ausstellung wird über den Jahreswechsel gezeigt und widmet sich dem Wert von Kunst und Kultur für die Stadtgesellschaft. Berührungspunkte werden sich dabei zu den großen gesellschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit wie Klimakrise, Corona Pandemie, Energieknappheit u.a. ergeben und was all dies für die Zukunft eines Kulturortes bedeutet. Von März bis Juni 2023 wird die Ausstellung SPECTRES von dem Nürnberger Künstler Thomas Bergner in Kooperation mit dem emeritierten Professor für Fotografie an der Zokei University in Tokio, Nakazato Katshuito, Schwerpunkt sein. Die Ausstellung widmet sich den beiden seelenverwandten Fotografen, die trotz unterschiedlicher Generationen angehörend, die gleiche atmosphärische Suche nach Licht und Schatten in nächtlicher Umgebung verbindet. Was der eine in Frankens Nächten sucht, findet der andere in den Nächten an den Küsten Japans oder den historischen Stätten in Tokio. Die Ausstellung wird an weitere Kunsthäuser vermittelt. Danach wird die jährliche Erfolgsschau des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten wieder im Kunsthaus zu Gast sein, parallel dazu wieder im Glasbau Deck 1 die Debütanten des BBK Nürnberg-Mittelfranken. Für September ist das temporäre Ausstellungs-Projekt Shift/Walls in Kooperation mit dem Kunsthaus und Künstlerinnen und Künstler aus der freien Szene zum vierten Mal geplant. Für zwei Wochen wird vor Ort gearbeitet und das Publikum kann Kunst beim Entstehen zusammen mit den Kunstschaffenden begleiten. Im Herbst werden die Kunsthalle Nürnberg und das Kunsthaus die gemeinsame Ausstellung Who’s Afraid of Stardust – Positionen queerer Gegenwartskunst (Oktober 2023 bis Februar 2024) zeigen. Siehe Kunsthalle Nürnberg.
Die Kooperation zwischen Kunsthalle und Kunsthaus wird programmatisch auch in den nächsten Jahren zu the-
menspezifischen Ausstellungen intensiviert werden.
Künstlerhaus/Glasbau
Die Ausstellungsfläche im Glasbau des Künstlerhauses (Deck 1) hat nach wie vor nur einen reduzierten Spielbetrieb, da sie als Ausweichort für Veranstaltungen und Kaffeebetrieb während des kba_3 vorgehalten wird. 2022 fanden hier Ausstellungen der Werkbundwerkstatt Nürnberg sowie die Debütanten des BBK Mittelfranken statt, eine Kooperation, die vom Bayerischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft gefördert wird. Beide Ausstellungen werden als fester Kooperationsbestandteil mit Gruppen der freien Szene auch für 2023 ihre Fortsetzung finden. Für den Jahreswechsel 22/23 ist mit Small But Pretty erstmals eine Kooperationsausstellung mit dem Bund freier Fotografen und Filmschaffender (BFF) geplant. Der BFF ist einer der größten Dachorganisationen für Fotografie und Filmschaffen in Deutschland.
Rück- und Ausblick für das Produkt Kultur und Theater
Künstlerhaus – Filmhaus – Tafelhalle – St. Katharina – Internationales
figuren.theater.festival
Künstlerhaus
Rückschau: Das Jahr 2022 stand im Künstlerhaus in jeder Hinsicht im Zeichen der inhaltlichen und strukturellen Vorbereitung auf die Wiedereröffnung des Hauses. Die erneute Bauverzögerung konnte erfolgreich genutzt werden, um vor allem die interne Kommunikation im Bereich der Hausgruppen, Vereine und Werkstätten, die zum Teil durch dezentrale Interimsquartiere, aber vor allem durch die eingeschränkten Möglichkeiten im Pandemiegeschehen gelitten hatten, wieder deutlich zu intensivieren. Gemeinsame thematische Schwerpunkte von „Städtischen“ und „Freien“ liegen im Bereich der Diversität, Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalität: So konnte etwa das queer-feministische „body on“-Festival nach einer rein digitalen Ausgabe in 2020 weiter ausgebaut und hybrid umgesetzt werden. Mit „gentle machine“ konnte im K:OSK93 ein nachhaltiges Vorzeige-Projekt nicht nur gefördert, sondern durch eine erfolgreich begleitete Crowdfunding-Aktion zu einer dauerhaften Umsetzung verholfen werden. Die Fahrradwerkstatt ist seit dem Frühsommer mit einem eigens umgebauten Lastenfahrrad im Stadtraum mobil. Das inklusive Format EveryBody für Tänzerinnen und Tänzer mit und ohne Einschränkungen bietet im Künstlerhaus regelmäßige Workshops an. Bürgerbeteiligung wird im Künstlerhaus trotz noch begrenztem Raumangebot groß geschrieben. Zur „Blauen Nacht“ bestand z.B. die Möglichkeit im Rahmen von KOMM, wir malen Künstlerhaus sich von Illustratorinnen und Illustratoren die eigene Vision des künftigen Künstlerhauses malen zu lassen. Eine gemeinsame Ausstellung mit der Stabstelle Reichsparteitagsgelände führte zu einer Podiumsdiskussion mit hoher Beteiligung zur Zukunft der Kongresshalle. Gemeinsam mit den Relevanzreportern und engagierten Kunstschaffenden fanden ad hoc (Podiums-)Veranstaltungen zum Krieg in der Ukraine statt.
Ausblick: Wiederöffnung des nördlichen Traktes! Wenn der Dritte Bauabschnitt (kba_3) abgeschlossen ist, verschiebt sich der Eingang ins großzügig gestaltete neue Künstlerhaus Foyer in die Mitte des Hauses und bildet ein neues Verteilerzentrum. Der Wiedereinzug erfolgt in enger Abstimmung aller haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden des Hauses. Nach den pandemiebedingten Einschränkungen gilt es nach dem Wiedereinzug beim Ausbau der Infrastruktur in neuen und alten Räumen mitzuwirken und die Synergieeffekte untereinander sichtbar zu machen. Eine große Chance bietet der neue Werkhof. Auch die zurückkehrenden Festival-Formate wie „Blues will eat“, „Mischen“, „NIHRFF“, „Filmfestival Türkei-Deutschland“, „Linke Literturmesse“, „Saatgutfestival“ „Winterkiosk“, „Nürnberg Pop“, „Figurentheaterfestival“, „Panoptikum“, „Zauberwort“ u.a. werden sich dem Haus neu erschließen wollen. Der Festsaal soll für externe Veranstalter interessant werden.
Die Eröffnung präsentiert sich im Rahmen eines „Wochenendes der offenen Türen“ mit vielseitigem Programm, das Hand in Hand von städtischen und ehrenamtlichen sowie freien Protagonisten und Gruppen des Hauses werden wird. Daran an schließt sich ein „Soft-Opening“-Prozess, bei dem Stück für Stück die unterschiedlichen Teilbereiche des Hauses durch jeweilige Schwerpunkt-Aktionen (Sparten / Werkstätten / Vereinsaktionen) wieder für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden. Themenschwerpunkte des Künstlerhauses bleiben auch nach der Wiederöffnung: eine Andockstelle für freie Szenen jeder Art, Diversität der Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Inklusion, spartenübergreifende Kunst sowie Digitalität. Nach „Alles bleibt anders“ rückt mit dem Slogan „Kultur im Zentrum“ das Künstlerhaus in seiner ganzen Tragweite in den Mittelpunkt: als kultureller Standort aber auch als kulturpolitischer Standpunkt im Herzen der Stadt Nürnberg. Das Künstlerhaus steht mit seiner bunten und wechselvollen Historie für ein Stück Kulturgeschichte in der ganzen Bundesrepublik und ist sich dabei natürlich auch seiner Verantwortung durch die Wiederöffnung in kulturell herausfordernden Zeiten bewusst. Dieser Thematik widmet sich auch die kulturpolitische Podiums-Reihe „Keep The Change – Von der (Un-)Ordnung kultureller Gegenwart“ (fünf Termine bis Juli 2023), die mit hochkarätigen Gästen aus Kultur, Politik, freier Szene und Lehre dem aktuell, herausfordernden Wandel in Kultur und Gesellschaft nachspüren möchte und auch nach unkonventionellen Lösungen fragt. Ausgangspunkt ist dabei die im Oktober 22 entstandene Publikation „KOMM – 23 Jahre Soziokultur in Selbstverwaltung“ des ehemaligen KUF-Leiters Michael Popp (Hrsg. Christof Popp): eine Bestandsaufnahme und Einordnung zur Geschichte des Hauses zwischen Schandfleck und kulturellem Meilenstein. Das Augenmerk liegt aber klar auf den Herausforderungen der Gegenwart, dem aktuellen gesellschaftlichen Wandel und notwendigen, neuen Lösungsansätzen für die Zukunft. Die Auftaktveranstaltung „Goodbye Culture – Die prekäre Situation der Kultur und ihre Folgen für die Demokratie“ findet mit Dr. Tobias Knoblich (Präsident der KuPoGe und Beigeordneter für Kultur und Stadtentwicklung in Erfurt) u.a. statt. In Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nürnberg und dem Nordkurve e.V. beteiligt sich das Künstlerhaus im Rahmen seiner Wiederöffnung zudem am Prototyp (Probelauf) für das sogenannte „Brandschutzkonzept für Diskriminierung“ bei dem Mitarbeiter*innen von Kultureinrichtungen als Brandschutzhelfer*innen für das Nachtleben (in den Bereichen Awarness, Mobbing, Gewalt, diskriminierende Übergriffe in Bezug auf Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe oder Behinderung) geschult werden, etwa vergleichbar dem Modell „Schule ohne Rassismus“.
Filmhaus
Aus dem Vorbild des digitalen Kino3 des Filmhauses ist mittlerweile ein Netzwerk und eine Plattform für engagierte Kinos in ganz Deutschland geworden. Wie bei allen Kultureinrichtungen und allen Kinoformen werden die Besucherzahlen von 2019 noch lange nicht erreicht, doch sehr allmählich steigen die Besucherzahlen trotz der angespannten Situation wieder. Beispielweise die Schulkinowochen mit 900 Schülerinnen und Schülern im Sommer. Auch das SommerNachtFilmfestival konnte mit größerem Erfolg durchgeführt werden als 2021. Endlich konnte die langgeplante Reihe DECOLONIZING THE SCREEN mit Ausstellung und Lesung durchgeführt werden und die Kurzvariante des FILMFESTIVALS DER MENSCHENRECHTE, der NIHRFF Weekender. Das Interesse der Besucher war auch hier zufriedenstellend. Im DEZEMBER wird, nach vier Jahren Anlauf, endlich der internationale Regisseur COSTA CAVRAS (u.a. Z) das Filmhaus besuchen. 2023 findet mit HEIMAT! DAS FILMFESTIVAL - eine kurze Variante des Filmfestivals statt, das das Filmhaus schon seit über zehn Jahren zusammen mit dem Bezirk Mittelfranken veranstaltet. Diesmal ist die digitale Kino-Wiederaufführung von DIE ZWEITE HEIMAT, dem epischen Werk von Edgar Reitz geplant, flankiert mit Werkgesprächen und Lesungen, gefolgt von den STUMMFILMMUSIKTAGEN, den FRAUENFILMTAGEN, den LATEINAMERI- KAFILMTAGEN und dem FILMFESTIVAL TÜRKEI DEUTSCHLAND. Das Filmhaus versucht die Situation auch mit weniger Fördermittel mit vermehrten Kooperationen ein wenig zu entschärfen, versuchen aber trotz der angespannten Situation möglichst keine Abstriche an der Qualität des Programmes zu machen.
Auch 2022 erhielt das Filmhaus Nürnberg die höchste Auszeichnung, die kommunale Kinos in Deutschland erreichen können, den Kinopreis des Kinemathekenverbunds, der auch Voraussetzung ist um an den anderen Förderprogrammen des Bundes teilzunehmen und ist damit das Kino, das diesen Preis am häufigsten seit seinem Bestehen 1999 verliehen bekam. Die nötigen Einsparungen wurden vorgenommen durch einen Schließmonat (August) und Absage der Matinee Reihe. Sollte in 2023 keine Kompensation der arbeitsrechtlich notwendig gewordenen Umstellungen im Bereich der Filmvorführer erfolgen, werden die Filmfestivals Türkei-Deutschland und NIHRFF nicht mehr von unseren Filmvorführer „gefahren“ werden können. Einschränkungen bei den Schulfilmprogrammen werden zudem nicht zu verhindern sein.
Tafelhalle/ St. Katharina/ Internationales figuren.theater.festival
Tafelhalle und Katharinenruine
Die Tafelhalle wird 2023 den in 2021 bereits begonnenen Weg der nachhaltigen Fokussierung, Vernetzung und Öffnung weitergehen. Konsequent werden bereits begonnene Aktivitäten fortgeführt, um sich auch im „Normalbetrieb“ zu verstetigen. Das re:festival, das sich mit künstlerisch nachhaltigen Formaten wie Wiederaufnahmen, Improvisation und Tausch bayernweit auseinandersetzt, wird weitergeführt und um neue Formate, auch in Verbindung mit bundesweiten und internationalen Netzwerken ergänzt. Die Impulsförderung, die 2021-2023 Eva Borrmann für „Kitsch und Kunst“ zuerkannt wurde, soll um einen internationalen Austausch mit Nürnbergs Partnerstadt Prag bereichert werden. Perlentauchen, ein neues (begonnen im Herbst 2022), vielseitiges Vermittlungsprogramm, das alternative Verstehens-Methoden zugänglich macht und das Publikum zur Wiederentdeckung der eigenen, wichtigen Rolle als Zuschauerin und Zuschauer einlädt, wird weiter ausgebaut und um mannigfaltige Formate, auch in verschiedenen Medien (Audioeinführungen, Video-Tutorials, Live-Aktionen) und mit unterschiedlichen Kooperationspartnern (Universitäten, Volkshochschulen) weiterentwickelt. INS BLAUE! – die Musik-Tanz-Theater-Sneak (in Kooperation mit dem Masterstudiengang Theater-Forschung- Vermittlung der FAU) wird in 2023 fortgeführt. Hier hat sich bereits in 2022 die Erschließung eines neuen Publikumssegments abgezeichnet - Forschungs-ergebnisse folgen. Every.Body – unter diesem Label wird weiter an der sukzessiven Inklusion möglichst vieler Gruppen von Besuchenden gearbeitet. In 2023 wird es verschiedene Ansatzpunkte geben, vom vermehrten Einführen von relaxed Performances über Talk-Formate bis hin zu Gastspieleinladungen. Ein neues EveryBody-Festival für mixed-abled Tanz und Publikum ist dann für 2024 geplant. Theater für Jugendliche: Wir bauen unser Angebot für Schulen aus. Es wird über das Jahr verteilt verstärkt Schulvorstellungen für das Alter 14+ geben, mit dem Ziel eine Lücke im Angebot für Jugendliche in Nürnberg zu schließen und nachhaltig jüngeres Publikum ans Haus zu binden. Zwei neue Musikreihen sollen in 2023 in der Tafelhalle entstehen. Bei „intense music“(AT) wird es um die Zusammenführung von (inter)national anerkannten Vertreterinnen und Vertretern von aktueller Musik und den Musikerinnen und Musikern der Region (insbesondere der HfM) gehen. „Gepflegtes Remmidemmi“ (AT) wird sich in Richtung Clubszene bewegen und zielt auf jüngeres Publikum. Auch in der Katharinenruine bedarf es einer Verjüngung des Publikums. Das st. katharina open air wird deshalb sein Programm über verstärkte Kooperationen mit Clubs und anderen Initiativen (wie beispielsweise „It isn’t happening“) noch deutlicher in die popkulturelle Richtung erneuern. Aufgrund der dünnen Personaldecke vor allem im Bereich der Technik, wird es darüber hinaus keine weiteren Projekte an diesem Spielort geben.
Internationales figuren.theater.festival
Die nächste Ausgabe soll vom 12. – 21. Mai 2023 stattfinden. Die Planungen beginnen im November 2022.
KunstKulturQuartier
Finanzen, Personal, Kennzahlen
Das Jahr 2021 konnte KuKuQ nach Abzug aller Coronaeffekte mit einem positiven Budgetergebnis abschließen. Wegen der bereits für das Jahr 2022 zu erwartenden hohen finanziellen Belastungen für den Gesamthaushalt der Stadt Nürnberg, u. a. aufgrund der weiter anhaltenden Corona-Pandemie, wurden die Budgetregelungen für den Übertrag von Budgetresten aus dem Jahr 2021 auf das Jahr 2022 außer Kraft gesetzt. Ein Übertrag war deshalb nur für zweckgebundene Ansätze möglich.
Im Jahr 2022 stellt sich die Personal- und Finanzsituation bei KuKuQ wie folgt dar: Personalsituation und -budget
| 2023* | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|
| Sollvollkraftstellen Gesamt | 54,62 | 54,62 | 54,39 |
| Ist-Vollkraftstellen Gesamt | --- | 52,96 | 52,34 |
Stand:31.08.2022 *Sollkraftstellen 2023 voraussichtlicher Wert
Im Jahr 2022 standen bisher vier Stellen zur Wiederbesetzung an, von denen inzwischen drei erfolgreich nachbesetzt werden konnten. Erhebliche Schwierigkeiten bestehen bei der Nachbesetzung einer Meisterstelle für Veranstaltungstechnik. Nachdem sich nach zwei Ausschreibungen niemand auf die Stelle beworben hat (zunächst befristet, dann unbefristet), wird sie im dritten Anlauf für einen breiteren Personenkreis geöffnet. Hier werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei der Personalakquise deutlich sichtbar. Die unsichere Situation hat viele Fachkräfte für Veranstaltungstechnik dazu bewogen sich beruflich neu zu orientieren.
In K2 wird bis zum Jahresende durch die dreimonatige Freihaltung von neu zu besetzenden Stellen und durch geringere Auslastung bei den Kassen- und Garderobenkräfte ein ausgeglichenes Budget erwartet.
Finanzdaten konsumtiv Aufgrund der coronabedingten Hygienemaßnahmen war im 1. Halbjahr 2022 nur ein eingeschränkter Spielbetrieb mit geringeren Einnahmen möglich. Des Weiteren herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung weiterhin eine Verunsicherung bezüglich steigender Infektionszahlen, so dass selbst nach Aufhebung der Hygienemaßnahmen ein zurückhaltendes Besucherverhalten erkennbar ist. Zum Stichtag (31.7.2022) liegen die bisherigen K1 Erträge i. H. v. -437.682 Euro deutlich unter der anteiligen Ermächtigung i. H. v. -609.014 Euro.
Mit den bisherigen Aufwendungen i. H. v. 1.058.794 Euro wurde die anteilige Ermächtigung i. H. v. 1.334.040 Euro nicht ausgeschöpft. Ursächlich hierfür sind ebenfalls die Covid-19 bedingten Einschränkungen, so z. B. Einsparungen bei den Bewachungskosten aufgrund nicht stattgefundener Veranstaltungen.
Mit den Coronaeffekten ergibt sich bei KuKuQ aufgrund der letzten Hochrechnung bis zum Jahresende ein Defizit in K1 in Höhe von 160.367 €. Ursächlich sind hier vor allem die geringeren Einnahmen durch Ticketverkäufe aufgrund der geringeren Auslastung der Veranstaltungen sowie einer insgesamt geringeren Anzahl stattfindender Veranstaltungen.
| Euro | Euro | Euro | Euro |
|---|
| Budget | Ansatz 2023 Entwurf | Ansatz 2022 | Januar - Juli 2022 | Hochrechnung 2022 |
|---|---|---|---|---|
| K1 Erträge | -1.202.110 | - 1.044.087 | -437.682 | -795.608 |
| K1 Aufwen- dungen | 2.480.232 | 2.287.312 | 1.058.794 | 2.199.199 |
| K1 Sachbudget | 1.278.122 | 1.243.224 | 621.112 | 1.403.591 |
Bei Herausnahme der Coronaeffekte wird nach dem derzeitigen Planungs- und Kenntnisstand KuKuQ das K1 im Haushaltsjahr 2022 im Rahmen der Ermächtigung abschließen können.
Finanzdaten investiv Das Budget für investive Beschaffungen ist in den letzten Jahren stark rückläufig. Ersatzbeschaffungen für den Spielbetrieb von mehreren Veranstaltungseinrichtungen sind hiermit dauerhaft nicht mehr finanzierbar. Hier ist dringend eine Korrektur notwendig.
| Euro | Euro | Euro | Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Budget | Ansatz 2023 | Ansatz 2022 | Januar - Juli 2022 | Hochrechnung 2022 |
| Immaterielles / Bewegliches Vermögen | 20.000 | 60.000 | 5.549,97 | 60.000 |
| Geringwertige Wirtschafts- güter | 0 | 0 | 0 | 0 |
| I1 Auszahlun- gen | 20.000 | 60.000 | 1.434,95* | 60.000 |
*Zum Stichtag 31.07.2022 wurde eine Korrektur bei der Buchung des immateriellen Vermögens vorgenommen, da Kosten für Schulung und Administrierung der beschafften Museumssoftware in Höhe von 4.115,02 Euro nicht aktivierbar sind.
Im Wert von 5.549,97 Euro wurde eine Tonanlage für die Katharinenruine beschafft. Das restliche I1 Budget wird in der zweiten Jahreshälfte vor allem für eine neue Bestuhlung in der Katharinenruine (34.000 Euro) und für Schweinwerfer/Spots (14.000 €) benötigt.
Das I1 Budget wird bis Jahresende im Rahmen der Ermächtigung liegen. Im Filmhauskino ist eine Ersatzbeschaffung für einen digitalen Filmprojektor erforderlich. Dieser ist mit einem Alter von 12 Jahren bereits am Ende seiner Lebenszeit und zeigt erhebliche Einschränkungen und Ausfälle, so dass jederzeit mit einem dauerhaften Ausfall gerechnet werden muss. Eine Reparatur ist aufgrund des Alters und Standes der Technik nicht mehr möglich. Eine Neuanschaffung in Höhe von ca. 50.000 Euro kann aus den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht bestritten werden. Aus diesem Grunde wurde die Kostenübernahme im Rahmen des Kämmereipaketes beantragt.
Ziele und Kennzahlen Die Kennzahlen spiegeln die Auswirkungen der Corona-Pandemie. So sind die Kundenkontakte in der Kultur Information und die Besucherzahlen bei den Veranstaltungen stark rückläufig gewesen.
| Pro- dukt | Kennzahlen-Text | Ein- heit | Ist 01- 07/2022 | Plan 01-12/2022 |
|---|---|---|---|---|
| 252010 | Kundenkontakte Kultur Information | ANZ | 9.524 | 32.000 |
| 252020 | Besuchende Kunst und Ausstellungen | ANZ | 12.697 | 39.200 |
| 261001 | Besuchende | ANZ | 33.337 | 147.000 |