Entscheidungsvorlage: Jahreskontrakt 2023 Amt für Kultur und Freizeit
1. Kurzrückblick 2022
In den ersten Monaten des Jahres galten weiterhin Coronabeschränkungen, so dass ein annähernd als normal zu bezeichnender Kulturbetrieb erst ab dem Frühjahr möglich wurde. Es finden 2022 ca.19.200 Veranstaltungen und Einzeltermine statt. Nach zwei Jahren konnten die meisten Stadtteilfeste sehr erfolgreich wiederaufgenommen werden, hinzu kamen aufsuchende Kulturangebote der Kulturläden in den Stadtteilen und die Durchführung der Kulturplattform KommVorZone mit über 100 Veranstaltungen.
Das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne erreichte mit Besuchszahlen von 66.041 in gut vier Monaten fast die Vor-Pandemie-Besuche. Der Publikumszuspruch bei den klassischen Kulturveranstaltungen war zunächst zurückhaltend, steigerte sich jedoch deutlich in den Sommermonaten, als Corona nicht mehr im Vordergrund stand. Mit 310.485 Besuchenden bis Juli liegen die Zahlen ca. 20% unter der Zeit vor der Pandemie. Die Kombination von steigenden Coronazahlen wie Lebenshaltungskosten wird diesen Trend beeinflussen.
Fokus Kulturelle Nachhaltigkeit Im Zentrum aller Nürnberger Kulturläden stand 2022 die Kampagne „11xGRÜN“ zur ökologischen Nachhaltigkeit mit knapp 100 Veranstaltungen, beispielsweise dem neuartigen Netzwerktreffen „Green Thursday“, 21 Exkursionen, vielen Workshops zu „Grünzeug“, Tauschbörsen sowie Stadtteilwerkstätten. Intern wurde diese Beschäftigung flankiert von Gebäudebegehungen zum Klimaschutz oder einer internen Selbstverpflichtung der Kulturläden zu klimaschonender Arbeit. Der Amtsfokus Nachhaltigkeit wurde z.B. auch mit dem Motto „Mensch und Natur“ beim Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne sowie bei Schwerpunktveranstaltungen wie dem großen Nachhaltigkeitswochenende umgesetzt.
Fokus Kulturelle Bildung Ein weiterer Fokus lag auf der Kinderkultur, um diejenigen zu stärken, die bis heute am meisten unter der Pandemie leiden. Der Stab Kinderkultur konnte erneut gemeinsam mit den Geschäftsbereichen Kultur, Soziales und Schule dank der Unterstützung mehrerer Rotaryclubs die KinderKulturOffensive mit 30 Projekttagen ausrufen. Das Mobile Erfahrungsfeld begann im Oktober eine Wertepartnerschaft mit einem externen Förderer und konnte so 40 Schulklassen zu „Klimadetektiven“ ausbilden. Die Musikschule holte im März ihr 85. Jubiläum mit einem Musikmonat März und dem Festkonzert des neu gegründeten Jugendorchesters nach. Sie nahm das Jubiläum zum Anlass, ihre Zukunftsperspektive bis 2030 zu erarbeiten (KUA Juli 2022). Mubikin konnte erstmals wieder in annährend „normalem“ Umfang Kinder durch sein kostenfreies Angebot musikalischer Bildung in Schulen und Kitas begleiten. Das vom Freistaat Bayern geförderte Sonderprojekt „Klangvielfraß“ förderte die Wahrnehmung von Tönen und mündete in einer Ausstellung aller beteiligten Kinder mit einem Klangkünstler.
Einen völlig neuen Ansatz kultureller Bildung mit peer-to-peer Schulungen setzte das Großprojekt „Frieden ist klasse“ mit einer umfassenden Abschlussveranstaltung auf der Wöhrder Wiese, bei dem 24 Klassen mit 510 Kindern aus 11 Schulen ihre Vorstellungen zum Thema Frieden mit künstlerischen Mitteln ausdrückten. Mit der Formatierung eines Peace-Zeichens setzte „Frieden ist klasse“ ein symbolkräftiges optisches Ausrufezeichen.
Fokus Vielfältige Stadtgesellschaft Am 8.Januar ging das vom Inter-Kultur-Büro mit initiierte Festival Global Art Nürnberg im Germanischen Nationalmuseum zu Ende. Um die beispielhafte Zusammenarbeit mit dem transkulturellen Global Art Netzwerk und die Öffnung des Museums für die superdiverse Stadtgesellschaft als singuläres Best- Practice-Beispiel weiterentwickeln zu können gab KuF die 101-seitige Dokumentation und Evaluation des Leuchtturmprojekts in Auftrag, die zudem Handlungsempfehlungen für zukünftige Projekte erarbeitet hat.
Im Juli fand nach coronabedingter Zwangspause in der Kulturwerkstatt Auf AEG unter dem Motto „Miteinander. Wir alle sind Nürnberg!“ die 8. Nürnberger Integrationskonferenz statt.
Die Deutsche Akademie für Fußballkultur hat sich verstärkt kulturpolitischen Fragen angenommen und erstmals eine Forschungsarbeit mit Ausstellung zum Arbeiterfußball in Nürnberg realisiert. Mit der Buchvorstellung „Der Kicker im Nationalsozialismus“ und Podiumsdiskussionen u.a. zur WM in Katar wurden Aspekte der Menschenrechtsverletzungen thematisiert sowie in Kunst- und Begegnungsformaten das verbindende Potenzial von Fußball in den Vordergrund gestellt.
2022 unterstützen insbesondere die Kulturläden Geflüchtete mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher - unbürokratisch, flexibel auf sich ändernde Bedarfe reagierend und intensiv nachgefragt.
Zu einer diversen Stadtgesellschaft gehört eine diverse Künstlerschaft, daher ist die Förderung von Kunst und Kultur in allen Projekten des KuF durch die enge Zusammenarbeit inhärent. Einen besonderen Akzent setzt der Raumkompass durch die Vermittlung kultureller Zwischennutzung (KuA Oktober 2022).
2. Personal, Finanzen, Baumaßnahmen 2023
Fortgeschriebene Einsparungen durch die Haushaltskonsolidierung in 2022 (Sachmittelkürzung 10%, Personal 5%), coronabedingte Ausfälle, der Fachkräftemangel im technischen Bereich oder die notwendige Aufbauarbeit der Kooperationsstruktur haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark belastet. 2023 wird sich diese Situation - je nach Konkretion der diskutierten Sparmaßnahmen - verschärfen. Weitere Einsparungen werden zu einer Reduktion des Leistungsspektrums, der Beteiligung und Unterstützung z.B. bei Stadtteilfesten, von Vereinen, Gruppen und Ehrenamtlichen führen müssen. Gleichzeitig soll und muss gerade Kultur einen Beitrag zum Miteinander der Stadtgesellschaft, wider Demokratie- und Politikverdrossenheit und Tendenzen der Spaltung leisten - mit wohnortnahen Kulturangeboten und gerade für Menschen, die (teils erstmals) auf Förderung und Instrumente wie den Nürnberg Pass für eine Teilhabe angewiesen sind. Problematisch ist, dass aufgrund Bundesgesetzgebung KuF ab 2023 gezwungen wird, auf seine Eintrittspreise bis zu 19% Mehrwertsteuer als durchlaufenden Posten aufzuschlagen, der jedoch vom Publikum bereits als Erhöhung wahrgenommen werden wird.
2023 soll seitens H die notwendige Instandsetzung des Dachstuhls der Musikschule im denkmalgeschützten Schmausenschloss beplant werden. Hier sind seit einiger Zeit Verformungen der Böden sowie sehr auffällige Rissebildungen sichtbar, die inzwischen statisch notgesichert werden mussten. Auch wenn große Sanierungsprojekte nicht angegangen werden können, bringen die im Sonderfonds zu kurzund mittelfristigen Energiesparmaßnahmen beschlossenen Maßnahmen Entlastung. Dank des Verfügungsfonds Aktionsplan UN-Behindertenrechtskonvention kann KuF in der Kulturwerkstatt Auf AEG und in der Villa Leon Maßnahmen zur Barrierefreiheit umsetzen.
Erfreulicherweise können, trotz mehrfacher coronabedingter Absagen, für 2023 aktuell fast alle Sponsorinnen und Sponsoren gehalten und neue Partnerschaften geknüpft werden. KuF nahm bisher, zusätzlich zu Eintrittseinnahmen, Drittmittel in Höhe von bis zu einer 1 Mio. Euro ein. Problematisch wird angesichts der angedachten Personaleinsparungen die Einhaltung der Vereinbarungen mit externen Partnerinnen und Partnern.
3. Übergreifende Aktivitäten und Angebote 2023
Die Energiekrise und zusätzliche Einsparmaßnahmen führen dazu, dass der Fokus des Amts für Kultur und Freizeit auf der Umsetzung seiner kulturpolitisch definierten Aufgaben liegen muss. Die derzeitigen Krisen verschieben das gesellschaftliche Gefüge, das Wachstumsparadigma steht auf dem Prüfstand. Daher ist KuF mehr denn je gefordert, allen Menschen des superdiversen Nürnberg den Zugang zu Kultur zu ermöglichen, die Kooperation zu fördern, Menschen zum aktiven (Mit)Machen zu empowern.
Entscheidend bleibt es, Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und damit eine ernsthafte Form der Mitgestaltung unserer demokratischen Stadtgesellschaft anzubieten. Ziel ist es, durch den aktivierenden, potenzialorientierten Ansatz der Kultur einer Spaltung der Stadtgesellschaft weiterhin aktiv entgegenzuwirken und gemeinsam die Krise zu meistern.
KuF pflegt ein großes Netzwerk mit rund 560 Partnerinnen und Partnern, die ebenfalls von den Auswirkungen der Energiekrise und den Sparmaßnahmen betroffen sein werden. Nur mit und dank dieses umfassenden Netzwerks funktioniert die breite Ansprache der Stadtgesellschaft, werden neuartige Ansätze eingebracht und realisiert. Die 560 externen KuF-Kooperationspartnerinnen und -partner sind in beigelegter Liste dargestellt. Städtische Ämter, Parteien oder die vielen Einzelpersonen sind nicht enthalten. Dieses umfassende - und doch öffentlich nie sichtbare - Netzwerk bildet die Grundlage der Arbeit, ja ihr Erfolgsgeheimnis. In vielen Jahren konnte ein hohes Vertrauen generiert werden, so dass Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft im Schulterschluss arbeiten. Die Stadt Nürnberg ist so direkte Kulturermöglicherin.
Trotz und gerade angesichts der heutigen fordernden Situation hält KuF an dem Amtsfokus der Nachhaltigkeit fest, den die Kulturläden als Jahresschwerpunkt „11xFAIR“ umsetzen. Es geht auch darum, jungen Kulturschaffenden ein Podium zu bieten, die Nachwuchsarbeit zu stärken und damit die Basis für die Nürnberger Kulturlandschaft der Zukunft zu legen. Die Beschäftigung mit sozialer Nachhaltigkeit für Kultureinrichtungen spiegelt sich im Amtsschwerpunkt der diversen Stadtgesellschaft, der Inklusion und des bewusst für alle erschwinglichen Angebots wider. Der Arbeit zu den Bäumen der Menschenrechte, gebündelt bei der Villa Leon, und der Durchführung der Friedenstafel kommt 2023, 75 Jahre nach Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen, eine besondere Bedeutung zu.
Immer wieder wird moniert, dass die Angebote des KuF zu wenig bekannt sind, gleichzeitig steht die ohnehin gering ausgestattete Öffentlichkeitsarbeit vor weiteren Sparmaßnahmen. Das zentrale Programm „Kultur&Freizeit“ wird weiterhin dreimal im Jahr erscheinen, jedoch kompakter und gekürzt. Social Media und der Umgang mit Bewegtbild muss stärker personell unterfüttert werden. Ganz wichtig ist es, Menschen in einer verständlichen Sprache anzusprechen. 2023 bildet daher die Übersetzung aller Landing Pages und zentralen Seiten des umfassenden KuF-Internetangebots in leichte Sprache, die dank einer Förderung des Verfügungsfonds Aktionsplan UN-BRK erst möglich wurde, einen Schwerpunkt.
4. Ausgewählte Aktivitäten und Angebote einzelner Arbeitsbereiche 2023
Nachdem 2022 mit „11xGRÜN“ die ökologische Nachhaltigkeit im Vordergrund stand, widmen sich die Nürnberger Kulturläden mit „11xFAIR“ der Thematik der sozialen Gerechtigkeit kultureller Einrichtungen für das Publikum wie für lokale Kulturschaffende.
Mit Blick auf die Bevölkerung gehören dazu u.a. Veranstaltungen von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft wie die „2. Mögeldorfer Engagement-Börse“, der „Familientag“ in der Gartenstadt oder die gemeinschaftliche Pflege des Quartiers in Formaten wie „Beach-Cleaning“. Hinzu kommen zielgruppenspezifische Angebote u.a. in Zusammenarbeit mit den Seniorennetzwerken sowie offene Treffs für Geflüchtete, Chorgesang oder intergenerationelle Theaterarbeit. Beim Stadtteilpicknick für die Menschenrechte mit dem Kulturladen Zeltnerschloss oder dem Projekt „Misch dich ein“ werden relevante Themen einem breiten Publikum nahe gebracht. Nicht zuletzt setzen die stark frequentierten Tausch- und Flohmarktformate, Schenktage oder das Repaircafé Röthenbach weiterhin Impulse zum nachhaltigen und fairen Umgang, also kaputte Gegenstände mit fachkundiger Hilfe zu reparieren oder kreatives Upcycling zu initiieren. Der Kulturladen Röthenbach hat sich bereits in 2022 mit dem Schwerpunkt kultureller Nachhaltigkeit neu aufgestellt. Die Einbindung und Begegnung der Bevölkerung des stark wachsenden Stadtteils „Neu“-Röthenbach wird mit Veranstaltungen im öffentlichen Raum gefördert. Auch die interaktive Ausstellung „Almoshof – ein Dorf erzählt seine Geschichte“, gemeinsam mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vor Ort entwickelt, fördert den Zusammenhalt des Stadtteils
2023 finden wieder Festivals wie „Ost Anders“ in der Kulturwerkstatt Auf AEG oder die Türkisch- Deutschen Theatertage in der Villa Leon statt, die hier exemplarisch für zahlreiche Festivals, Konzerte, Lesungen und Ausstellungen genannt seien. Die Kulturläden führen fast alle ihrer Veranstaltungen mit lokalen Akteur*innen durch. Die von den Bundesmitteln Neustart geförderten Open-Air-Bühnen in der Kulturwerkstatt Auf AEG und im Kulturladen Loni-Übler-Haus bieten professionelle Plattformen nicht nur für den künstlerischen Nachwuchs. Hier wird die gesamte Vielfalt des Nürnberger Kulturlebens sichtbar. Dieser Schwerpunkt bedeutet auch die Notwendigkeit der steten internen Überprüfung zum eigenen amtsinternen Umgang mit Nachhaltigkeit. Die bereits 2022 erarbeitete Selbstverpflichtung der Nürnberger Kulturläden wird in der praktischen Umsetzung geschärft, auch auf Basis der 2022 durchgeführten Umfrage zur Besuchendenmobilität. Nach der Pandemie sind viele Vereine und Initiativen in die Kulturläden zurückgekehrt. Weitere Gruppen - auch in Zusammenarbeit mit Geflüchteten aus der Ukraine - sind hinzugekommen. Den Kooperationsstrukturen mit den - allein bei den Kulturläden - 430 Partnerinnen und Partner aus Vereinen, Institutionen und Gruppen sowie jungen Kulturschaffenden kommt gerade bei „11xFAIR“ eine besondere Aufmerksamkeit zu, fördert doch die Stärkung und Konsolidierung zivilgesellschaftlicher Strukturen nachhaltig eine solidarische Stadtgesellschaft. Ein Fokus in 2023 sind die Stadtteilfeste. Die gestiegenen Kosten machen eine Überprüfung und Neuaufstellung der Stadtteilfeste notwendig, um die Umsetzung weiterhin leisten zu können und den zahlreichen Vereinen und Initiativen eine Teilnahme und Plattform für ihre Arbeit zu ermöglichen. Die Tradition der Stadtteilfeste - Röthenbach feiert 2023 sein 40. Stadtteilfest - wie der rege Besuch (von unter 3.000 Besuchenden an einem Tag bis zu über 45.000 Besuchende in drei Tagen) zeugt von der Bereitschaft wie Notwendigkeit der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit aus dem Stadtteil für den Stadtteil.
Die Abteilung kulturelle und politische Bildung wird auf dem Erfahrungsfeld 2023 mit neuen Stationen und Angeboten die Themen Nachhaltigkeit und Inklusion in den Vordergrund stellen. Das Mobile Erfahrungsfeld bietet zusätzlich zu seinen bewährten Angeboten dank externer Förderung 40 Nürnberger Schulen das Projekt „Klimadetektive“ für Klassenstufe 3 bis 6 kostenfrei an. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit startet das PolitMobil mit 80, ebenfalls kostenfreien Workshops für Grundschulen. Das mobile Erfahrungsfeld ist dann in allen bayerischen Regierungsbezirken unterwegs. Das „Science Camp“ wird als Sommer-Ferienprogramm wieder im August stattfinden. Zudem ist ein zweites inklusives Ferienangebot für Kinder geplant.
Die Musikschule Nürnberg hat bereits im vergangenen Jahr ihre Palette an Angeboten und Veranstaltungen erweitert und überarbeitet. Sie setzt als „Musikschule für alle“ neue Akzente, z.B. mit dem neu ausgerichteten Konzert in Kooperation mit dem Staatstheater. Die neue eingeführte Veranstaltungsreihe Chor:Begegnung hat sich das Ziel gesetzt Chöre aller Altersgruppen in Nürnberg zu vernetzten und das gemeinsame Singen auf allen Ebenen zu fördern. Das neue Onlineangebot für Musiktheorie wird weiter ausgebaut, wie auch das Angebot Elementare Musizierpraxis für Erwachsene und Seniorinnen und Senioren. Der neue Unterrichtsstandort in der Holzgarten Grundschule wird erweitert. Erstmals finden interkulturelle Musikangebote im Fach Saz/Baglama statt. Neu ist zudem eine gezielte Fortbildung aller Lehrkräfte im Bereich der Inklusion. Ziel der Musikschule ist es, die Kooperationen mit Grundschulen im offenen und gebundenen Ganztag zu stärken und weitere Synergien zu schaffen. Als „Musikschule für alle“ setzt sie neben dem regulären Unterricht vor allem auf die Stärkung der Persönlichkeit jeden/jeder Einzelnen durch gemeinschaftliches Erleben beim Musizieren.
Die Arbeit von MUBIKIN kann an acht Grundschulsprengeln mit 40 Kindertageseinrichtungen im Jahr 2023 fortgeführt werden.
Im Arbeitsfeld der Stabstelle Kinderkultur werden 2023 Angebotsformate wie die Kindertheaterreihe, die KinderUni mit einer entsprechenden Diplomfeier (anlässlich des 200-jährigen Jubiläums an der Technischen Hochschule Nürnberg) oder das dann 25.Sternenhaus fortgeführt und weiterentwickelt.
Durch Corona entstandene Open-Air Formate wie die KinderKulturPicknicks, werden, soweit finanzierbar, den aktuellen Bedarfen angepasst und mit reduzierter Veranstaltungsanzahl weitergeführt. Als Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit ergänzt der Stab Kinderkultur das Portfolio im Amt durch die „Spielzeugtauschbörse“. Im Fokus steht 2023 die frühkindliche kulturelle Bildung mit dem KitaKunstTag, einem Pilot „KreativKita“ und dem neuartigen inklusiven Format „Ohne Sprache über Kunst und Kreatives in Kontakt kommen“, das auch geflüchtete Kinder adressiert. Darüber hinaus führt die Stabsstelle Kinderkultur ein Workshopangebot für Jugendliche aus der psychosomatischen Station des Nürnberger Klinikums durch. Die bereichsübergreifende KinderKulturOffensive soll weiterentwickelt werden. Besonderes Augenmerk erhält das 15jährige Jubiläum des KinderKunstRaums am 14. Mai 2023.
Unter dem Motto „Was zählt“ bringt die überregional aufgestellte und bundesweit einzigartige Deutsche Akademie für Fußballkultur drängende Fragen aus Kultur, Sport und Gesellschaft in Zusammenarbeit mit vielen Partnerinnen und Partnern in den Diskurs: Wo liegen die unverhandelbaren Werte, woher kommen Regeln, wie konnten sie entstehen und was kann die Kultur daraus lernen? Wie geht man im Fußball mit den aktuellen Krisen um? Wo liegt das Potenzial für die Gesellschaft? Veranstaltungshighlight ist die Verleihung der Deutschen Fußball-Kulturpreise im Oktober 2023 mit seinen fünf Fußballkultur-Preisen.
Die Stabsstelle Koordination Integrationsprogramm fokussiert in der Koordinierungsgruppe Integration die Überprüfung und Weiterentwicklung der städtischen Leitlinien. Hierfür sollen die Aktivitäten aller gesammelt, geclustert und evaluiert werden. Weiterhin ist die Stabsstelle stark eingebunden in lokale wie überregionale Arbeitskreise zum Thema Integration/Diversity. Zudem hat die Stabsstelle die Arbeit mit geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainerin begleitet.
Das Inter-Kultur-Büro steht vor der großen Herausforderung, interkulturelle Kulturarbeit insbesondere durch die Unterstützung und Zusammenarbeit mit Migrant*innenorganisationen wieder viel stärker sichtbar zu machen. Die Coronakrise sowie die aktuelle Energiekrise machen sich stark bemerkbar. So plant das Inter-Kultur-Büro erstmals eine Kultur-Station zur Blauen Nacht im Heilig-Geist-Spital, die von Migrant*innenorganisationen im Sinne eines transkulturellen Ansatzes gemeinsam bespielt werden soll. Die gute Zusammenarbeit mit dem Germanischen Nationalmuseum soll mit einem kulturpolitischen Akzent bei der Ausstellung zur Geschichte der Zuwanderung „Horizonte“ 2023 fortgesetzt und so die in einer Evaluation publizierten Handlungsempfehlungen weiter erprobt werden. Für die Ausstellung hat auch der Kulturladen Villa Leon ein Schulprojekt gestaltet.
2023 etabliert das Inter-Kultur-Büro zentrale Kooperationsprojekte mit Vereinen und anderen Dienststellen wie die „Griechischen Filmtage“, die Reihe „Literatur ohne Grenzen“ oder „AKWABA“ aufs Neue. Der neu gegründete transkulturelle Chor soll erweitert werden. Vereinsberatung, Zuschussberatung sowie die inter- wie transkulturelle Beratung anderer Kulturveranstaltenden ist Bestandteil der Alltagsarbeit.