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Südstadt Schule & Bildung

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

SCHLAU Übergangsmanagement: Ergebnisse Schuljahr 2021/2022

hier: Bericht mit Stellungnahme zum Antrag von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und SPD zur

Fortführung des Projekts Intensivierte Berufliche Orientierung an Schulen (IBOS)

1. Neue Entwicklungen bei SCHLAU

Die letzten zwei Jahre und entsprechende Berichterstattungen von SCHLAU drehten sich viel um die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das Arbeitsfeld der Berufsorientierung. Wie in den letzten zwei Jahren geschildert, war und ist es dem Team mehr als gelungen, die negativen Effekte, insbesondere durch zeitweise nicht mögliche Präsenzberatung sowie mangelnde Möglichkeiten für Praktika, mit innovativen Methoden zu kompensieren. Auswirkungen der Fluchtbewegungen aus der Ukraine sind bei SCHLAU derzeit noch nicht spürbar. Gegebenenfalls werden sich diese im laufenden Schuljahr 2022/2023 zeigen. Veränderungen bei der Zielgruppe Das Team SCHLAU ging im Juni 2022 in eine zweitägige Klausur und beschäftigte sich mit einem anderen Thema: die sich stetig verändernde Zielgruppe. Hierzu tauschte sich das Kollegium aus und entwickelte neue Strategien. Das Stichwort „fehlende Ausbildungsreife“ wurde genauer analysiert und analog zu aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen kommen wir auch bei SCHLAU zu dem Ergebnis, dass die Zielgruppe verstärkt folgende Merkmale aufweist:  soziale Probleme  psychische Probleme  mangelnde Alltagskompetenz  mangelnde Sprachkompetenz  Unzuverlässigkeit  und nicht zuletzt unzureichende Schulnoten Hinzu kommen weitere erschwerende Aspekte:  fehlende technische Ausstattung zuhause sowie fehlende Medienkompetenz im Umgang mit der Technik  mangelnde Unterstützung durch die Eltern Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung geht darüber hinaus in eine Richtung, die die Teilnehmenden bei SCHLAU zunehmend überfordert. Die aus der Organisationsentwicklung bekannte Beschreibung einer VUCA-Welt empfanden wir als sehr zutreffend:  V = volatility (Volatilität)  U = uncertainty (Unsicherheit)  C = complexity (Komplexität)  A = ambiguity (Mehrdeutigkeit) Was also hat sich das Team von SCHLAU vorgenommen um entgegenzuwirken? Im Zentrum der Überlegungen stand die Zusammenarbeit mit unseren festen Kooperationsbetrieben. In den Berichten der letzten Jahre wurde immer wieder geschildert, wie wichtig diese Kooperationen bzw. gemeinsame Veranstaltungsformate sind, um leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler, die über die übliche schriftliche Bewerbung kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz hätten, durch den direkten Kontakt mit Personalverantwortlichen in eine betriebliche Ausbildung zu führen. Die geschilderten Vermittlungshemmnisse bei den Teilnehmenden führten in den letzten Jahren dazu, dass Betriebe, die stets viele Jugendliche aufgenommen hatten, zunehmend zögerlicher waren, weil immer weniger SCHLAU-Teilnehmende die schulischen Mindestvoraussetzungen (Quali oder Mittlere Reife) erfüllen konnten.

SCHLAU hat beschlossen, einige solcher Betriebe aus dem Veranstaltungsprogramm zu nehmen, da Aufwand und Nutzen unverhältnismäßig geworden sind. Es werden zunächst keine alternativen Betriebe akquiriert, sondern es werden die Kooperationen mit Multiplikatoren intensiviert (vor allem mit IHK, HWK und Berufsverbänden), um zielgerichtet geeignete Betriebe für schwer vermittelbare junge Menschen zu identifizieren. Ebenso entwickelt SCHLAU in mehreren Arbeitsgruppen aktuell innovative, an die sich verändernde Zielgruppe angepasste, Gruppenworkshops. Diese sollen niedrigschwellig durch spielerische Methoden dazu führen, dass die neuen Teilnehmenden noch schneller einen vertrauten Zugang zu SCHLAU finden, um im Anschluss umso effizienter mit der persönlichen Ansprechperson in Richtung eines passgenauen Anschlusses arbeiten zu können. Ergänzend werden in diesen Workshops erfolgreiche Azubis, die zuvor bei SCHLAU teilgenommen hatten, als Vorbilder und Ratgeberinnen sowie Ratgeber eingeladen. Neuer Bereich auf der Homepage Mit unermüdlichem Einsatz einiger Mitarbeitenden entstand im Laufe des letzten Schuljahres ein komplett neuer Bereich auf unserer Homepage: die SCHLAUen Tipps für Schülerinnen und Schüler. Hier finden die jungen Menschen umfangreiche Infos rund um die berufliche Orientierung in folgenden Rubriken:  Duale oder schulische Ausbildung – was passt zur mir?  Bewerbungen schreiben – wie geht das?  Weiterführende Schule – ist das was für mich?  Erfolgsstorys – Mein Weg mit SCHLAU Die neuen Seiten und Infos finden Sie unter www.schlaue-tipps.nuernberg.de

2. Ergebnisse aus den einzelnen Fachteams bei SCHLAU

Team Mittelschule für Vorentlassklassen (achte Jahrgangsstufe) Wie im letzten Jahr geschildert, führten Verwerfungen in der Förderlandschaft dazu, dass SCHLAU seine Teilnehmendenplätze für Entlassklassen an der Mittelschule deutlich reduzieren musste, dafür aber 150 Schülerinnen und Schüler aus der achten Jahrgangsstufe mit einem neu entwickelten Format begleiten durfte. Das Konzept sieht im Gegensatz zu anderen SCHLAU- Angeboten im Kern zehn Gruppenworkshops zu folgenden Themen vor:  Projektpräsentation und Information  Praktikumswahl - Schwerpunkt Selbsteinschätzung  Praktikumswahl - Schwerpunkt Wunschpraktikum  Bewerbungsunterlagen  Training kommunikativer Kompetenzen - Schwerpunkt Kontakttraining mit Praktikumsbetrieb  Training kommunikativer Kompetenzen - Schwerpunkt Vorstellungsgespräch  Vorbereitung auf das Praktikum - Schwerpunkt Kompetenztraining  Vorbereitung auf das Praktikum - Schwerpunkt Inhaltliche Vorbereitung  Information über Auswahlverfahren  Reflexion und Ausblick

Die Teilnehmenden haben zudem die Möglichkeit Einzelcoachings bei ihrer vertrauten Ansprechperson in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich auch mit Workshops noch unsicher bezüglich ihrer beruflichen Orientierung oder bei der Praktikumswahl fühlen.

Das Team von SCHLAU freut sich sehr, dass sie bereits nach der erstmaligen Durchführung überaus positive Rückmeldungen von den teilnehmenden Schulen zu dem neuen Angebot bekommen haben. Im Schuljahr 2022/2023 wird das Modul von 150 auf 225 Plätze ausgeweitet.

Team Mittelschule für Entlassklassen Am Übergang zwischen Schule und Beruf begleiteten fünf Mitarbeiterinnen (vier Vollzeitstellen) 340 Schülerinnen und Schüler aus den Abgangsklassen der Nürnberger Mittelschulen, also Jugendliche aus den neunten Klassen sowie aus M10- und V2-Klassen (dieser Teilnehmendenkreis durfte maximal 20% Gesamtzahl betragen). Im Schuljahr 2022/2023 wird das Modul von 340 auf 440 Plätze für Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgeweitet, es dürfen dann wieder ein Drittel Schülerinnen und Schüler aus M10 und V2-Klassen aufgenommen werden. Die Grafik zeigt die Anschlussergebnisse nach Abschluss der Teilnahme im Schuljahr 2021/22.

Anschlüsse Schuljahr 2021/2022

Team Mittelschule

Betriebliche Ausbildung / BGJ 1% 4% 1% 5% Ausbildung in vollqualifizierender Berufsfachschule u. FakS

13% 36% Weiterführende Schule

Schulische Anschlüsse am Übergang (z.B. BVJ, BIK, BO-Klasse)

Weitere Anschlussergebnisse (z.B. FSJ, BVB, Bundeswehr) 27% 13% Wiederholende

Anmerkungen: Die Ergebnisse sind fast identisch zum Vorjahr, also gewohnt erfreulich, liegen die Einmündungen in Ausbildung doch signifikant über der Vergleichsgruppe aller Nürnberger Mittelschülerinnen und -schüler. Um einen Schulleiter zu zitieren: „Ein Platz bei SCHLAU ist für unsere Schülerinnen und Schüler ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl“.

Team Berufsschulberatung Im Team Berufsschulberatung werden von zwei Mitarbeitenden sämtliche Neuntklässler der Nürnberger Mittelschulen rund um das Thema Berufsschulpflicht und Berufsausbildung beraten. Zu der Frage, wohin der weitere Weg führen kann, wenn man nach der neunten Klasse (noch) keinen qualifizierenden Anschluss gefunden hat, werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern geeignete Alternativen erarbeitet. Das im Sommer 2021 erstmals tätige „Zuweisungsbüro“ hat sich überaus bewährt und wurde auch dieses Jahr mit Beginn der Sommerferien bis zum 20. Oktober 2022 angeboten. Hier können sich Jugendliche, die nach dem Abschluss der Mittelschule noch keinen Anschluss gefunden haben, als Berufsschulpflichtige von Mitarbeitenden des Amtes für Berufliche Schulen und von der SCHLAU Berufsschulberatung nochmals beraten lassen. Münden sie nicht in eine

duale oder vollschulische Berufsausbildung und entscheiden sie sich nicht für den Besuch einer weiterführenden Schule, dann erhalten sie eine festen Schulplatz in einer BVJ-Klasse.

Team Ausbildungsakquisition

Drei Mitarbeiterinnen (zwei Vollzeitstellen) begleiteten 100 Schülerinnen und Schüler aus dem Übergangssystem der beruflichen Schulen (Jugendliche, die ohne Anschluss die Mittelschule verlassen haben und somit noch berufsschulpflichtig sind) auf dem Weg zu einem qualifizierenden Anschluss. Die Jugendlichen weisen noch deutlich stärker als Teilnehmende an anderen SCHLAU-Angeboten die Merkmale der eingangs geschilderten veränderten Zielgruppe aus. Wenn Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Höflichkeit schwach ausgeprägt sind, gleicht die Vermittlung in duale Ausbildung einer Herkulesaufgabe. Mit einem Ergebnis von 60% Einmündung in duale Ausbildung und 22% in schulische Ausbildung hat sich das Team dennoch selbst übertroffen.

Anschlussergebnisse Schuljahr 2021/2022

Betriebliche Ausbildung / BGJ 2% 5% 1% 2% 3% vollqualifizierende Berufsfachschule u. FakS 3% Wiederholer BVJ 2% Geförderte Maßnahmen der Agentur f. Arbeit / EQ und BaE Geförderte Maßnahmen der Agentur f. Arbeit / BvB Arbeitsaufnahme o. SV- 22% 60% Beschäftigung Arbeits- oder ausbildungsplatzsuchend Verbleib unbekannt

Umzug

Team Ausbildungsakquisition für jugendliche Geflüchtete Zwei Mitarbeitende kümmern sich insbesondere um Schülerinnen und Schüler aus den Nürnberger Berufsintegrationsklassen (BIK), aber auch um weitere junge Menschen mit Fluchtoder Zuwanderungsgeschichte, die durch die weitläufigen Netzwerkkontakte von SCHLAU den Weg in die Beratung finden. Eine unmittelbare Vermittlung in Ausbildung ist für die Jugendlichen dieser Zielgruppe erfahrungsgemäß schwierig, da insbesondere sprachliche Defizite dies erschweren, obwohl die Motivation bei den jungen Menschen meist sehr hoch ist. Selbst übertroffen hat sich im letzten Schuljahr auch dieses Team, erzielte es doch mit einer Einmündung von 47% der Teilnehmenden

in duale Ausbildung und 33% in schulische Ausbildung das mit Abstand beste Ergebnis seit Bestehen des Projekts (2017).

Anschlüsse Schuljahr 2021/2022

Team Ausbildungsakquisition für Flüchtlinge

1; 1% 2; 2% 3; 4% Betriebliche Ausbildung / BGJ

8; 10% vollqualifizierende Berufsfachschule u. FAK 2; 3% Weiterführende Schule

38; 47% Geförderte Maßnahmen der Agentur f. Arbeit - BvB Weitere Anschlussergebnisse (Studium, FSJ) Arbeitsaufnahme o. SV- 27; 33% Beschäftigung Sonstiges

Team IBOS (Intensivierte berufliche Orientierung an Schulen) Bei IBOS werden Schülerinnen und Schüler der siebten bis neunten Jahrgangsstufen aus den Mittelschulen Scharrerstraße und Hummelsteiner Weg von zwei Mitarbeiterinnen intensiv beruflich orientiert. Dies geschieht insbesondere durch hohe Anteile betrieblicher Praktika. Der Bericht zum Projekt IBOS steht diesmal am Schluss. Wie letztes Jahr erläutert, sind die bisherigen Zuschussgeber nicht mehr bereit weitere Fördermittel für das Projekt bereitzustellen, insbesondere infolge der Verwerfungen in der Förderlandschaft durch die zweimal angekündigte Beendigung der Förderung der Berufseinstiegsbegleitung. Mit dem Schuljahr 2022/2023 läuft das Angebot dank der Unterstützung der Stadt Nürnberg ein weiteres Jahr mit rein städtischer Finanzierung, allerdings nur mehr zur abschließenden Versorgung der neunten Jahrgangsstufe. Diese Schülerinnen und Schüler hätten die Maßnahme andernfalls ohne Beendigung verlassen müssen. Entsprechend sind die Ressourcen reduziert (Personalkapazität 0,75 VK statt vormals 1,75 VK). Auch IBOS hat sich im möglicherweise vorletzten Jahr noch einmal selbst übertroffen. Das Projekt liefert seit Bestehen (2008) konstant weit überdurchschnittliche Ergebnisse. Jahr für Jahr münden ca. zweieinhalb Mal so viele IBOS-Teilnehmende in eine duale Ausbildung ein wie bei der Vergleichsgruppe aller Nürnberger Mittelschülerinnen und Mittelschüler. Dabei unterscheidet sich das Projekt auch von den anderen SCHLAU-Angeboten dadurch, dass die Einmündungsquoten nicht nur noch höher sind, sondern dass nur sehr wenige IBOS-Teilnehmende den weiterführenden Schulbesuch präferieren. In Zeiten händeringend nach Nachwuchs suchender Ausbildungsbetriebe ein bemerkenswerter Erfolg. Der Schlüssel dazu liegt augenscheinlich in der Mitte der siebten Jahrgangsstufe beginnenden, intensivierten und professionell begleiteten

Praxis. Die folgende Grafik spricht für sich, eine Einmündung von 89% in Ausbildung in sozial benachteiligten Quartieren der Nürnberger Südstadt darf ohne Übertreibung als sensationell bezeichnet werden:

Übergänge der IBOS-Teilnehmenden 2022

Duale Ausbildung

8% 3%

Berufsfachschule / BGJ

32% Weiterführende Schule

57%

BVJ

Wiederholung Klasse 9

Stellungnahme zum Antrag von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und SPD zur Fortführung des Projekts Auf der operativen Ebene trafen die Zuschussgeber, Bundesagentur für Arbeit und Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK), die Entscheidung, die Finanzierung des Projekts mit dem Schuljahr 2021/2022 auslaufen zu lassen. In seiner Geschichte seit 2008 stand IBOS bereits mehrfach auf der Kippe, da die Geldgeber die Mittel stets aus einem für ganz Mittelfranken zur Verfügung gestellten Topf entnehmen mussten. Die Finanzierung eines Projekts nur mehr an zwei Mittelschulen in Nürnberg erschien somit auf Dauer ungerecht. Der beispiellose Erfolg von IBOS sowie Fürsprecherinnen und Fürsprecher auf allen Seiten konnten jeweils eine Weiterfinanzierung bewirken. Mit der erstmals im Februar 2020 angekündigten Beendigung des Förderprogramms „Berufseinstiegsbegleitung“ (bayernweit jährlich ca. 70 Mio. Euro) und den daraus entstehenden Nöten weiterhin sinnvolle Berufsorientierungsangebote vorhalten zu können, schien den Zuschussgebern eine Weiterförderung von IBOS noch unverhältnismäßiger. Durch den persönlichen Einsatz des Oberbürgermeisters und der Referentin für Schule und Sport konnte beim StMUK eine Weiterförderung im Schuljahr 2021/2022 bewirkt werden, die es ohne dieses Engagement bereits nicht mehr gegeben hätte. Dieses Engagement hat ferner bewirkt, dass das StMUK die Einberufung eines Runden Tisches angeregt hat, an dem am 24.10.2022 mit allen relevanten Beteiligten (Referentin für Schule und Sport, StMUK, Regierung von Mittelfranken, Staatliches Schulamt, Bundesagentur für Arbeit, Leitung SchB, Schulleitungen der beteiligten Mittelschulen, Leitung SCHLAU & IBOS-Koordinatorinnen) mögliche Perspektiven geprüft wurden. Eine Lösung konnte dazu im ersten Termin nicht gefunden werden. Klargestellt wurde seitens des Kultusministeriums aber bereits, dass man nicht bereit ist gesonderte Mittel, jenseits des für Mittelfranken für Berufsorientierungsmodule vorhandenen Budgets, zur Verfügung zu stellen. Der bisherige Kostenträger der anderen 50%, die Bundesagentur für Arbeit, signalisierte grundsätzlich Bereitschaft das Projekt - in welcher Form auch immer - zu finanzieren, kann dies aber nur mit einem Kofinanzierer, der die andere Hälfte der Kosten trägt. Das Referat für Schule und Sport wird ca. Mitte November zu einem Folgetermin einladen. In der Zwischenzeit sind die Beteiligten aufgerufen zwei verschiedene Szenarien zu überdenken und zu berechnen:  Wie kann IBOS an den beiden Schulen aus dem bestehenden Budget für Berufsorientierungsmodule weiterfinanziert werden? Es gilt insbesondere zu prüfen, ob die

beiden Schulen zum Ausgleich auf Plätze für andere Schülerinnen und Schüler in anderen Berufsorientierungsangeboten verzichten können.  Oder kann erneut überlegt werden, mit den bestehenden Mitteln oder mit einem Schulterschluss zwischen Bundesagentur und Stadt (ohne Mittel des StMUK), ein erweitertes Konzept für alle Nürnberger Mittelschulverbünde zu entwickeln, das die wesentlichen Erfolgsfaktoren von IBOS beinhaltet. Verhandlungen in diese Richtung waren vor etwa eineinhalb Jahren gescheitert, weil die Agentur für Arbeit Konflikte mit ihren gesetzlichen Grundlagen gesehen hatte. Da ein vergleichbares Konzept in München jedoch mit eben jenen Beteiligten umgesetzt wird, dürfen solche Überlegungen grundsätzlich als nicht aussichtslos bewertet werden. Sollten bis zum Ausschuss am 24.11.2022 weitere Ergebnisse vorliegen, kann dort berichtet werden. Unabhängig davon analysiert die Leitung von SCHLAU Übergangsmanagement darüber hinaus seit Jahren alle alternativen Fördermöglichkeiten. Das Problem ist, dass ein Projekt, welches bereits so viele Jahre in der Regelförderung nach §48 SGB III durchgeführt wurde, definitiv nicht durch Bundes- oder Landesprogramme weitergefördert werden kann, da diese ausschließlich Innovationen fördern, die es vorher noch nicht gab. Selbiges gilt für Stiftungen, z. B. die Dr.-Theo- Schöller-Stiftung wurde angefragt. Hoffnungen lagen zuletzt beim „Start-Chancen-Programm“, welches von der neuen Bundesregierung letztes Jahr angekündigt wurde. Hier sollen die Mittelschulen ein eigenes Budget erhalten, aus dem die Finanzierung von IBOS evtl. möglich gewesen wäre. Ursprünglich hätten erste Gelder 2022 fließen sollen, beim umsetzenden BMBF ist mittlerweile von Förderbeginn 2024/2025 die Rede. Dieser Zeitpunkt kommt also für eine lückenlose Weiterfinanzierung von IBOS definitiv zu spät. Die Finanzierung des gesamten Programms „Start- Chancen“ ist zudem bis heute nicht geklärt. Über die Jahre wurden immer wieder Ausbildungsbetriebe, die besonders von IBOS profitiert haben, wegen einer Finanzierungsbeteiligung angefragt. Leider war bislang nicht ein einziger Betrieb dazu bereit – obwohl IBOS stets hoch gelobt wird. Bei einem Fundraising, also einer zersplitterten Finanzierung über mehrere Betriebe, käme erschwerend hinzu, dass dies bei einem so kleinen Projekt einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit nach sich ziehen würde. Eine Ausweitung des Projekts wäre im Sinne benachteiligter Nürnberger junger Menschen und der mit großen Nachwuchs- und Fachkräftesorgen belasteten regionalen Wirtschaft äußerst wünschenswert. Unter den geschilderten schwierigen finanziellen Bedingungen wäre jedoch zunächst der Erhalt des Projekts mit der bisherigen Ausstattung bereits ein großer Erfolg. Es bleibt festzuhalten, dass die Finanzierung bis zum Tage der Berichterstellung ungeklärt ist. Ein Projekt das von allen Seiten hochgelobt wird, muss möglicherweise zum Ende dieses Schuljahrs beendet werden.

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