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← Sitzung der Sportkommission (11.11.2022)

Bericht Sportstättenentwicklung Nürnberg-West

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Dr. Stefan Eckl

Sportstättenentwicklungsplanung

Nürnberg West

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 3

Abbildung 4

Abbildung 5

Abbildung 6

Abbildung 7

Abbildung 8

Impressum

Stuttgart, Juli 2022

Verfasser

Dr. Stefan Eckl Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung GbR Reinsburgstraße 169, 70197 Stuttgart Telefon 07 11/ 553 79 55 E-Mail: info@kooperative-planung.de Internet: www.kooperative-planung.de

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Im Sinne einer besseren Lesbarkeit haben wir meist die männliche Form der Bezeichnung gewählt. Gemeint sind alle Geschlechter und Identitäten.

Inhaltsverzeichnis

1 Sportstättenentwicklungsplanung für den Nürnberger Westen ............................................ 5

2 Sport- und Bewegungsräume – Gestaltungsprinzipien und Potenziale ............................... 6

2.1 Sportnachfrage und Sport- und Bewegungsräume ...................................................................... 6 2.2 Sport- und Bewegungsräume in der Stadtentwicklung und in der Freiraumplanung ................... 8 2.3 Gestaltungsprinzipien bei der Planung von Sport- und Bewegungsräumen ................................ 9

3 Bestandsaufnahmen ................................................................................................................ 10

3.1 Bestandsaufnahmen Bevölkerung .............................................................................................. 10 3.2 Bestandsaufnahme Sportstätten ................................................................................................ 11 3.3 Auslastung städtische Sporthallen ............................................................................................. 13 3.4 Bestandsaufnahme Bewegungsflächen ..................................................................................... 14 3.5 Bedarfe Schulsport ..................................................................................................................... 16 3.6 Bedarfe Sportvereine .................................................................................................................. 16 3.7 Bekannte Planungen im Nürnberger Westen ............................................................................. 17

4 Entwicklungsperspektiven im Nürnberger Westen .............................................................. 18

4.1 Potenziale im Nürnberger Westen .............................................................................................. 18 4.2 Organisatorische Maßnahmen ................................................................................................... 20 4.2.1 Sicherung von ausgewiesenen Sport- und Bewegungsflächen ................................................. 20 4.2.2 Optimierung der Sportstättenvergabe ........................................................................................ 20 4.2.3 Öffnung der Schulsportanlagen für den Freizeitsport ................................................................. 21 4.2.4 Öffnung von Sportplatzanlagen für den Freizeitsport ................................................................. 23 4.2.5 Öffnung von Sport- und Bewegungsräumen in anderer Trägerschaft ....................................... 24 4.2.6 Öffentlichkeitsarbeit zu Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Nürnberger Westen .............. 24 4.2.7 Mobile, temporäre Angebote mit dem Bewegungsbus ............................................................... 25 4.3 Bauliche Maßnahmen ................................................................................................................. 26 4.3.1 Temporäre Sport- und Bewegungsflächen (Popup-Flächen für Sport und Bewegung) ............. 26 4.3.1.1 übergeordnet ................................................................................................................ 26 4.3.1.2 Höfen ............................................................................................................................ 26 4.3.1.3 Sündersbühl ................................................................................................................. 28 4.3.1.4 Eberhardshof ................................................................................................................ 28 4.3.2 Erhalt und qualitative Aufwertung des Bestands ........................................................................ 29 4.3.2.1 übergreifend ................................................................................................................. 29 4.3.2.2 Schweinau .................................................................................................................... 29 4.3.2.3 St. Leonhard ................................................................................................................. 29 4.3.2.4 Sündersbühl ................................................................................................................. 31 4.3.2.5 Sündersbühl – Gaismannshof ...................................................................................... 31 4.3.2.6 Gaismannshof .............................................................................................................. 33 4.3.2.7 Bärenschanze .............................................................................................................. 33 4.3.2.8 Eberhardshof ................................................................................................................ 35 4.3.2.9 Muggenhof ................................................................................................................... 35 4.3.3 Ergänzung vorhandener Anlagen um weitere Angebote ............................................................ 36 4.3.3.1 St. Leonhard ................................................................................................................. 36 4.3.3.2 Sündersbühl ................................................................................................................. 36 4.3.3.3 Gaismannshof .............................................................................................................. 38 4.3.3.4 Bärenschanze .............................................................................................................. 38

4.3.3.5 Eberhardshof ................................................................................................................ 39 4.3.3.6 Muggenhof ................................................................................................................... 39 4.3.4 Neuschaffung von Bewegungsflächen ....................................................................................... 41 4.3.4.1 Eberhardshof ................................................................................................................ 41 4.3.4.2 Muggenhof ................................................................................................................... 42 4.3.4.3 Sandreuth/Schweinau .................................................................................................. 42 4.3.4.4 Bärenschanze .............................................................................................................. 42 4.3.5 Neuschaffung von Bewegungsparks und -inseln im öffentlichen Raum .................................... 43 4.3.6 Neubau von Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport ...................................................... 44

5 Workshops ................................................................................................................................ 45

5.1 Workshop am 14. März 2022 ...................................................................................................... 45 5.2 Workshop „öffentlicher Raum“ am 23. Juni 2022 ....................................................................... 47 5.3 Workshop „Sportanlage Dürer-Gymnasium“ am 23. Juni 2022 ................................................. 48 5.4 Workshop „Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße“ am 27. Juni 2022 .................................... 49

6 Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 51

1 Sportstättenentwicklungsplanung für den Nürnberger Westen

Für den Nürnberger Westen wird eine Sportstättenentwicklungsplanung durchgeführt. Betrachtet werden sowohl Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport als auch Bewegungsflächen im öffentlichen Raum. Aufgabe ist es, Vorschläge und Konzepte für die Sport- und Bewegungsräume zu erarbeiten und untereinander sowie mit anderen Fachplanungen abzustimmen.

Hierzu werden im Vorfeld diverse Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen durchgeführt. Die Ergebnisse der Bestands- und Bedarfsanalysen werden dann in moderierten Arbeitsgruppen vorgestellt und diskutiert und daraus Maßnahmenkonzepte abgeleitet.

Abbildung 9

Abbildung 10

Abbildung 1: Projektablauf

Konkret wurde unmittelbar nach Auftragserteilung mit der Analyse der vorhandenen Daten und Informationen begonnen. Im März 2022 wurde an zwei Tagen das Untersuchungsgebiet begangen und zahlreiche Sport- und Bewegungsräume sowie andere Flächen besichtigt. Mit einem ersten Workshop, der sich vor allem an die zentralen Institutionen vor Ort richtete (z.B. Bürgerverein West), wurden erste Bedarfe gesammelt und anschließend erste Vorschläge erstellt. In einer verwaltungsinternen Instruktion konnten die anderen Fachämter Rückmeldung zu den Vorschlägen geben und eigene Ideen und Hinweise in den gesamten Prozess einbringen.

Daran schlossen sich im Juni 2022 drei weitere Workshops an, bei denen einzelne Vorschläge konkreter diskutiert und konkretisiert wurden. Abschließend wurde die vorliegende Dokumentation erstellt.

2 Sport- und Bewegungsräume – Gestaltungsprinzipien und Po-

tenziale

2.1 Sportnachfrage und Sport- und Bewegungsräume

Die Veränderung der Sportnachfrage der Bevölkerung stellt eine wichtige Grundlage für eine bedarfsorientierte Anpassung von Sport- und Bewegungsräumen dar. Kommunale Entscheidungsträger, öffentliche Sportverwaltung und der organisierte Sport in seiner Gesamtheit stehen vor der großen Herausforderung, angemessen auf diesen Wandel des Sports zu reagieren und die traditionelle Sportinfrastruktur an die gewandelten Sportbedürfnisse der Bevölkerung anzupassen.

Grundlegende Strukturdaten für eine effektive und innovative Zukunftssteuerung liefern uns in einem ersten Zugang die Ergebnisse der zahlreichen empirischen Studien zum Sport- und Bewegungsverhalten und zu den Bedürfnissen der Bevölkerung in Deutschland, die einen tiefgreifenden Wandel des Sport- und Bewegungsverständnisses und eine zunehmende Differenzierung des Sportsystems konstatieren. Im Folgenden werden einige zentrale Ergebnisse von Sportverhaltensstudien vorgestellt, die exemplarisch zeigen, wie es sich derzeit um das Sport- und Bewegungsverhalten der Deutschen verhält (vgl. Wetterich, Eckl & Schabert, 2009, S. 73ff.).

Park, Wald, Wege 29

Straße

Zuhause

Fitness-Studio

Turn- und Sporthalle

Hallenbad

Sportplatz 4

Sondersportanlage 4

Gymnastikraum 4

Offenes Gewässer, Fluss 3

Freibad 3

Freizeitspielfeld 2

0 5 10 15 20 25 30 35

Abbildung 2: Ort der Sport- und Bewegungsaktivitäten (Angaben in Prozent bezogen auf die Anzahl der Nennungen; Mehrfachantworten möglich; Quelle Sportverhaltensstudien ikps (27er-Studie 2017-2021)).

Demnach stellen Sport und Bewegung für annähernd zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung ein zentrales Element der aktiven Freizeitgestaltung dar, bei den Kindern und Jugendlichen liegt der Anteil sogar noch höher. Auch mit steigendem Alter geht die Sportaktivität nur unwesentlich zurück, so dass wir von einem sportlichen Altern sprechen können. Sport und Bewegung bedeutet dabei nicht nur eine Fokussierung auf die klassischen Sportarten wie Leichtathletik, Fußball, Handball oder Turnen. Haupt-

gründe für Sport und Bewegung sind aus Sicht der Befragten „Gesundheit und Wohlbefinden“ (96 Prozent geben dies sehr wichtigen oder wichtigen Grund an), „Fitness, Kondition und Beweglichkeit“ (93 Prozent) und „Ausgleich, Entspannung, Erholung“ (89 Prozent). Der Großteil der Sport- und Bewegungsaktivitäten kann daher dem Freizeitsport zugeordnet werden, der dann auch größtenteils außerhalb der Sportvereine oder anderer Institutionen alleine, mit Freunden oder mit der Familie ausgeübt wird. Typische Aktivitäten sind hier Jogging, Laufen, Nordic Walking, Radfahren, Gymnastik, Fitnesstraining und Schwimmen. Dabei wird v.a. der öffentliche Raum für die Sport- und Bewegungsaktivitäten genutzt, also Straßen, Plätze, Wiesen, die freie Natur und Parkanlagen. Auf den klassischen Sportplätzen finden nur etwa sechs Prozent aller Sport- und Bewegungsaktivitäten statt, auf Straßen und Plätzen hingegen 19 Prozent. Fasst man alle Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum zusammen, werden fast zwei Drittel aller Aktivitäten dort ausgeübt.

Doch nicht nur die reale Nutzung von Sport- und Bewegungsräumen und das Sportverhalten der Bevölkerung sind für die Bestimmung der Nachfrage ausschlaggebend, sondern auch das Wissen um mögliche Wünsche und denkbare Anpassungen der Sport- und Bewegungsräume aus Sicht der Sportlerinnen und Sportler. Bei einer fiktiven Mittelvergabe würde die Bevölkerung einen Großteil der finanziellen Mittel in die Verbesserung der Bäder, in die Sanierung und der bestehenden Sportanlagen und in die Erweiterung der bestehenden Sportanlagen um Angebote für den Freizeitsport investieren. Aber besonders fällt auf: Über 40 von 100 Punkten würden die Befragten für die Verbesserung der Sportgelegenheiten im Wohnumfeld oder für die Schaffung bewegungsfreundlicher Schulhöfe ausgeben. Die sportund bewegungsfreundliche Stadt umfasst also mehr als nur Sportplätze, Sporthallen, Bäder und Wettkampfarenen, sondern manifestiert sich auch in der Anzahl und Qualität der frei zugänglichen Sportund Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum.

Diese Zahlen verdeutlichen die Relevanz einer sport- und bewegungsfreundlichen Stadtgestaltung. Angesichts eines zunehmend sportlichen Alterns, der fortschreitenden Individualisierung und im Zuge dessen einer zunehmenden Abkehr von Sportvereinsstrukturen wird eine Herausforderung darin bestehen, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten so zu planen und zu gestalten, dass sie vielfältig und frei nutzbar sind, sich am lokalen Bedarf orientierten und allen Altersgruppen die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung geben.

2.2 Sport- und Bewegungsräume in der Stadtentwicklung und in der Frei-

raumplanung

Konzepte zur Planung und Gestaltung von Sport-, Spiel- und Bewegungsräumen können nicht losgelöst von stadt- und freiraumplanerischen Überlegungen gesehen werden. Die Stadtentwicklung folgte lange Zeit dem Leitbild einer räumlichen Trennung und störungsfreien Lokalisierung von städtischen Grundfunktionen wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Erholen. Dieser stadtplanerische Ansatz, geboren aus dem Interesse an Rationalisierung und Funktionalisierung des öffentlichen Lebens, wird heute zu Recht als eine Fehlentwicklung betrachtet. Er orientierte sich - wenn auch mangelhaft genug - ausschließlich an einem Alterstyp, dem des erwerbsfähigen Erwachsenen. Auch das Leitbild einer „Urbanität durch Dichte“, das in der Praxis eine zunehmende Zentralisierung des städtischen Lebens sowie eine Verdichtung der Bebauung und damit eine Einschränkung freier Flächen bewirkte, orientierte sich eher an ökonomischen Gesichtspunkten als an einer Verbesserung menschlicher Lebensqualität.

Aktuelle Urbanisierungstendenzen wie Innenverdichtung und Innenstadtorientierung bei gleichzeitiger räumlicher Expansion, Suburbanisierung und Außenraum-Orientierung haben zu einem weitgehenden Verlust oder einer schweren Erreichbarkeit von nicht vordefinierten, zweckoffenen Dispositions- und Freiflächen und damit von wohnungsnahen Bewegungsräumen geführt. Als Folge ist auf der einen Seite eine Minimierung von Eigenbewegung im menschlichen Alltag und in den Wohnquartieren, auf der anderen Seite eine Maximierung von Bewegung in spezifischen, eigens dafür geschaffenen und oft weit entfernten Räumen zu beobachten. Dieser durch die Parzellierung der Lebensbereiche hervorgerufene, in verschiedenen Stadtvierteln und Kommunen unterschiedlich ausgeprägte Zustand kann vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und lebenspraktischer Erfahrungen nicht befriedigen. Die Einschränkung und Funktionalisierung städtischer Räume trifft insbesondere Kinder und Jugendliche, die ihre natürlichen Bewegungs- und Aktionsräume weitgehend verloren haben, aber auch die Erwachsenen, deren erholungs- und gesundheitsorientierten Interessen und Bewegungsbedürfnisse die vorhandenen Sport- und Bewegungsräume immer weniger entsprechen.

Seit längerem hat in der Stadtentwicklungsplanung ein Umdenkungsprozess eingesetzt. Die mit der Lokalen Agenda 21 angestrebte „Nachhaltigkeit" der kommunalen Entwicklung versucht, soziale, ökonomische und ökologische Entwicklungen zum Wohle der Menschen miteinander in Einklang zu bringen. Der Stadtraum soll wieder menschengerechter werden und eine ganzheitliche Lebenspraxis ermöglichen. Das neue städtebauliche Leitmotiv heißt Nutzungsmischung in den Stadtquartieren statt der bisherigen Funktionstrennung (vgl. Breckner, 2008, S. 219; Wetterich, Eckl & Schabert, 2009, S. 52- 55).

Im Kontext der Planung und Gestaltung von städtischen Sport-, Spiel- und Bewegungsräumen ist es deshalb aus stadtplanerischer Perspektive das Ziel, Freiräume zu sichern, die bestehenden Freiflächen für Sport und Bewegung besser auszunützen und Alternativen zum Sport in der Landschaft zu schaffen. Aus Sicht der Freiraumplanung ist es zusätzlich erstrebenswert, dass eine zukunftsorientierte Freiflächenpolitik eine Kompensation von Freiflächenverlusten ermöglicht, Bewegungsräume vernetzt, Grünanlagen multifunktional genutzt und wohnungsnahe Spiel- und Sportgelegenheiten errichtet werden, die umweltfreundliche Erreichbarkeit gewährleistet ist und naturnahe Bewegungsräume ausgewiesen werden.

Im Zuge dieses Umdenkungsprozesses haben somit Gesundheit, Bewegung und Sport verstärktes Gewicht in der Diskussion um eine menschengerechte Stadtentwicklung erhalten. Sowohl das „Healthycities-Konzept“ der Weltgesundheitsorganisation als auch das in der Sportwissenschaft vertretene Leitbild einer „sport- und bewegungsfreundlichen Stadt“ betonen die Bedeutung der Gesundheits- und Bewegungsförderung im Rahmen der Stadtentwicklung. Für die Sportbewegung besteht daher heute die Notwendigkeit und die Chance, ihre sowohl anthropologisch wie historisch und freizeitkulturell begründeten Vorstellungen von einer zeitgemäßen Sport- und Bewegungskultur in das übergeordnete Leitbild einer menschengerechten Stadt einzubringen.

2.3 Gestaltungsprinzipien bei der Planung von Sport- und Bewegungsräu-

men

Vor diesem Hintergrund kann als erste Zielsetzung einer zukunftsorientierten Planung von Sport- und Bewegungsräumen die Schaffung vielfältig nutzbarer, attraktiver und am lokalen Sportbedarf orientierter Bewegungsräume für Menschen unterschiedlicher Interessen und jeden Alters formuliert werden. Es sollen vielseitige und anregungsreiche Sport- und Bewegungsflächen entstehen, die gleichermaßen freizeit-, gesundheits- und leistungsorientierte Aspekte des Sporttreibens sowie regenerative und kommunikative Bedürfnisse berücksichtigen und damit nicht nur für die „sportive Mitte“ des Lebens, sondern für alle Generationen Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten bieten.

Die im Folgenden vorgestellten Handlungsleitlinien bzw. Gestaltungsprinzipien fassen einerseits interdisziplinäre theoretische Überlegungen und die wissenschaftliche Diskussion zusammen, haben sich andererseits in der Praxis und bei der Gestaltung und Evaluation von Modellprojekten als richtungsweisend für eine Umorientierung bei der Planung von Sport- und Bewegungsräumen erwiesen. Die Gestaltungsprinzipien stellen lediglich idealtypische Orientierungspunkte für die konkreten Planungen vor Ort dar und ermöglichen eine Fülle unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen und Gestaltungen. Im Einzelnen sollen zukunftsorientierte Sport- und Bewegungsräume unter anderem folgende Aspekte berücksichtigen:

 Vielfältigkeit – Angebote sowohl für den Wettkampfsport als auch den Freizeitsport  Veränderbarkeit  naturnahe und ökologische Gestaltung  Offenheit, Vernetzung und Erreichbarkeit  Erlebnis- und Bewegungsintensität  generationsübergreifende Gestaltung  barrierefreie und inklusive Gestaltung  ganzjährige Nutzbarkeit

3 Bestandsaufnahmen

Im Folgenden werden die vorgenommenen Bestandsaufnahmen in der notwendigen Kürze vorgestellt. Im Regelfall bauen sie auf anderen städtischen Konzepten und Planungen auf.

3.1 Bestandsaufnahmen Bevölkerung

Zentraler Ausgangspunkt der Überlegungen zur Auswahl des Stadtbereichs, der in dieser Pilotstudie untersucht werden soll, ist die wachsende Bevölkerung Nürnbergs. Vor allem im Westen der Stadt ist in den nächsten Jahren von einem deutlichen Bevölkerungswachstum auszugehen. Dies trifft vor allem auf die Statistischen Bezirke Großreuth b. Schweinau, Eberhardshof und Höfen zu.

Abbildung 11

Abbildung 12

Abbildung 13

Abbildung 14

Abbildung 3: Erwartete Neubaubezieher bis zum Jahr 2035 Quelle: Stadt Nürnberg (2021). Kleinräumige Bevölkerungsprognose (StA); Angebotsplanung mit Gewichtung 50%; Investitionsplanung mit Gewichtung 100%.

3.2 Bestandsaufnahme Sportstätten

Unter Sportstätten werden Flächen verstanden, die vornehmlich für Sport genutzt werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Sportanlagen für den Schul- und /oder Vereinssport. In einer Untersuchung des SportService der Stadt Nürnberg zum Versorgungsgrad mit Sportstätten zeigt sich unter anderem für den Bereich C, der weitgehend dem Gebiet des Pilotprojektes entspricht, eine rechnerisch stark unterdurchschnittliche Versorgung an gedeckten Sportstätten (Hallen und Räume) und bei den Freisportstätten.

Gedeckte Sportstätten: m² pro Einwohner pro Stadtbereich
Stadtbereich a b c d e f g h i j k l Gesamt
Fläche in m² 6483 8508 8597 6928 10141 12611 13110 6211 24778 1549 8046 5021 111981
EW Zahl 58211 85956 64123 49650 48433 48500 52574 34556 47112 12971 15968 14277 532331
m² pro EW 0,11 0,10 0,13 0,14 0,21 0,26 0,25 0,18 0,53 0,12 0,50 0,35 0,21
Freisportstätten: m² pro Einwohner pro Stadtbereich
Stadtbereich a b c d e f g h i j k l Gesamt
Fläche in m² 10214 11728 66292 96656 84387 255537 265854 123501 166387 75524 126963 83840 1366880
EW Zahl 58211 85956 64123 49650 48433 48500 52574 34556 47112 12971 15968 14277 532331
m² pro EW 0,18 0,14 1,03 1,95 1,74 5,27 5,06 3,57 3,53 5,82 7,95 5,87 2,57

Abbildung 4: Versorgungsgrad mit Sportstätten Quelle: Stadt Nürnberg (2021). Sportkommissionsbericht, S. 2ff.

Abbildung 15

Abbildung 16

Abbildung 17

Abbildung 5: Kleinräumige Betrachtung des Versorgungsgrads mit Sportstätten eigene Berechnungen. Angaben in qm/EW (31.12.2020).

Abbildung 18

Abbildung 19

Abbildung 6: Prognostische kleinräumige Betrachtung des Versorgungsgrads mit Hallen und Räumen eigene Berechnungen Jahr 2030: inkl. Hallen und Räume „Tiefes Feld“ und Ersatzbau GS Henry-Dunant.

Abbildung 20

Abbildung 21

Abbildung 7: Prognostische kleinräumige Betrachtung des Versorgungsgrads mit Freisportanlagen eigene Berechnungen Jahr 2030: inkl. Jahr 2030: inkl. Sportfelder „Tiefes Feld“ und GS Henry-Dunant.

In der prognostischen Abschätzung und unter Berücksichtigung der geplanten Sportstättenneubauten im Tiefen Feld und an der Grundschule Henry-Dunant wird es bis zum Jahr 2030 zu keiner Verbesserung der Versorgungsgrade kommen. Die neuen Sportanlagen tragen lediglich zu einer Stabilisierung der Versorgung mit Sportanlagen bei, führen aber nicht zu einer Verbesserung in Richtung einer Annäherung an den gesamtstädtischen Durchschnittswert. Daraus kann gefolgert werden, dass der Nutzungsdruck auf die Hallen und Räume und auf die Freisportanlagen im Westen weiterhin hoch bleiben wird.

3.3 Auslastung städtische Sporthallen

In einer eigenen Auswertung haben wir den Auslastungsgrad der städtischen Sporthallen im Untersuchungsgebiet analysiert (Nutzung Montag bis Freitag). Dabei gehen wir auf den Zeitraum zwischen 18 und 22 Uhr ein, der in der Regel dem Vereinssport vorbehalten ist. Auf Grundlage der aktuellen Belegungspläne haben wir untersucht, welche Zeiten von den Sportvereinen genutzt werden und welche Zeiten / Zeiträume noch für eine Nutzung zur Verfügung stünden.

Tabelle 1: Auslastung städtische Sporthallen (18-22 Uhr)

18-22 Uhr Auslastung in %
Dürer-Gymnasium Dreifachturnhalle (K01 NK16) 100,0
Geschwister-Scholl-Realschule, Dreifachturnhalle (00 0011) 100,0
Michael-Ende-Schule, Zweifachturnhalle (K01 U.01-02) 100,0
90% und mehr
Johann-Daniel-Preißler-Schule, Zweifachturnhalle (01 0215) 95,0
Johann-Pachelbel-Realschule/2.Staatliche FOS, Dreifachturnhalle (UG
20) 93,3
Henry-Dunant-Schule, Turnhalle (00 0018) 87,5 80-90%
Johann-Pachelbel-Realschule/2. Staatliche FOS, Turnhalle (UG 22) 72,5 70-80%
Schule St. Leonhard, Turnhalle (00 0014) 67,5
Friedrich-Wanderer-Schule, Turnhalle (00 T027) 63,5 60-70%
SFZ An der Bärenschanze, Turnhalle (00 0007) 62,5
Johann-Daniel-Preißler-Schule, Turnhalle (00 0010) 58,8 50-60%
Carl-von-Ossietzky-Schule, Gymnastikhalle (00 0061) 37,4
Schule St. Leonhard, Gymnastikhalle (01 0114) 25,0 weniger als 50%
Carl-von-Ossietzky-Schule, Turnhalle (00 0058) 20,0

Insgesamt liegt die Auslastung aller städtischer Hallen und Räume im Untersuchungsgebiet bei 85 Prozent (Montag bis Freitag). Vor allem die Mehrfachhallen (Zweifach- und Dreifachhallen) erfahren eine hohe Auslastung, während vor allem die kleineren Hallen und Räume oftmals eine deutlich unterdurchschnittliche Auslastung haben. Keine Aussagen können wir zu den konkreten Angeboten oder zu den Teilnehmerzahlen machen, da diese nicht aus den Belegungsplänen ersichtlich sind.

3.4 Bestandsaufnahme Bewegungsflächen

Die meisten öffentlichen Bewegungsflächen werden vom Jugendamt der Stadt Nürnberg bereitgestellt. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren stehen dabei im Fokus. Für diese Gruppen konzeptioniert und plant das Jugendamt Spielplätze und andere Spielflächen, die dann in der Regel von den Servicebetrieben öffentlicher Raum (SöR) betrieben werden.

Abbildung 22

Abbildung 23

Abbildung 24

Abbildung 8: Versorgungsgrad Spielflächen (laut Jugendhilfeplan) Quelle: Stadt Nürnberg; eigene Berechnungen (Einwohner zum 31.12.2020; Fläche laut JHP 2018).

Wertet man die Angaben zu den Spielflächen aus dem Jugendhilfeplan aus und ermittelt einen Versorgungsgrad, zeigen sich deutliche Ungleichheiten in der Versorgung der verschiedenen statistischen Bezirke mit Spielflächen.

Der SportService hat in einer eigenen Untersuchung ebenfalls eine ungleiche Versorgung der statistischen Bezirke mit Freizeitsportflächen ermittelt. Die Ergebnisse decken sich im Wesentlichen mit den Erkenntnissen aus dem Jugendhilfeplan.

Tabelle 2: Bewegungsflächen im öffentlichen Raum (ohne Spielplätze) (Quelle: Stadt Nürnberg (2022). SportService (eigene Erhebungen))

Bezirk Anzahl Flächen Fläche Einwohner- zahl Kennzahl Vorgeschla- gene Maßnahmen (Instruktion) Explizit auch für Erwachsene
(m²) (m² pro Einwoh- ner)
18 0 412 0 0
19 2 672 5.192 0,13 2
20 6 3459 14.415 0,24 5 Marie-Juchacz mit 84m²
21 5 2526 6.060 0,42 0
22 4 581 9.601 0,06 5
60 0 6.557 0 0
62 3 780 5.895 0,13 2
63 0 3.475 0 2
64 8 4920 10.006 0,49 9 Quellepark mit 1692 m²
65 0 2.510 0 4

3.5 Bedarfe Schulsport

Der SportService ist u.a. auch für die angemessene Versorgung der Schulen mit Sportanlagen zuständig. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig die Bedarfe der Schulen an Sportanlagen erhoben und dem Bestand gegenübergestellt. Für das Untersuchungsgebiet gelangt der SportService zu folgenden Aussagen:

 Derzeit fehlen im Gebiet 6 Übungseinheiten (1 Übungseinheit = 1-fach Halle) für den Hallensport der Schulen.  Es besteht ein ungedeckter Bedarf an 8 Rasenspielfeldern. Die meisten Schulen sind für den Freisport der Anlage der SG Viktoria zugeteilt, dort steht ein Rasenspielfeld für die Schulen zur Verfügung.  Prognostisch ist ein Anstieg der Schülerzahlen zu erwarten; deshalb werden die Schulneugründungen GS Tiefes Feld und GS West angestrebt.  Hier werden neue Hallen realisiert, der bestehende Fehlbedarf wird dadurch nicht direkt ausgeglichen, lediglich der entstehende neue Bedarf gedeckt. Die entstehenden Freisportanlagen werden können den steigenden Bedarf nicht vollständig abdecken, der Fehlbedarf erhöht sich.

3.6 Bedarfe Sportvereine

Der SportService erhebt regelmäßig die Bedarfe der Nürnberger Sportvereine im Hinblick auf Sportanlagen und Belegungszeiten. Die letzten Abfragen aus den Jahren 2019/20 deuten im Untersuchungsgebiet v.a. auf fehlende Hallenkapazitäten hin. Zudem regt der größte Verein im Untersuchungsgebiet (SG Viktoria Nürnberg) an, die beiden genutzten Sportgelände weiter zu entwickeln.

Abbildung 25

Abbildung 26

Abbildung 9: Bekannte Bedarfe Sportvereine an Hallen und Räumen Quelle: SportServiceStadt Nürnberg (Berichtsbogen 2019, 2020).

3.7 Bekannte Planungen im Nürnberger Westen

Bei den Überlegungen zu möglichen Entwicklungspotenzialen wurden bekannte Fachplanungen und Konzepte aufgegriffen und auf ihr Potenzial für Sport und Bewegung gesichtet. Im Einzelnen wurden folgende Planungen analysiert:

 Tiefes Feld: Wohnraum für ca. 3.000 neue Einwohner und mit Schule, Kita, Bildungszentrum  Ferner Westen – grünes Westband: Etablierung der urbanen Parklandschaft „Grünes Westband

 Züricher Straße: in Großreuth wird SÖR eine neue öffentliche Grünanlage einrichten: den Züricher Park  Von-der-Tann-Straße: an der Von-der-Tann-Straße ist die Anlage einer ca. 0,5 ha neuen großen öffentlichen Grünfläche geplant  Rothenburger Straße: kombinierte Einrichtung aus Kinder- und Jugendhaus und Trendsporthalle

4 Entwicklungsperspektiven im Nürnberger Westen

4.1 Potenziale im Nürnberger Westen

Für den Nürnberger Westen wurden strukturiert mögliche Potenziale und Potenzialflächen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Sport- und Bewegung erhoben. Hierzu wurden zum einen vorhandene Datenbestände gesichtet (siehe auch Kapitel 3), zum anderen wurde eine zweitägige Begehung vor Ort durchgeführt. Diese Begehung wurde ergänzt durch eine Instruktion der anderen Fachbereiche und Ämter der Stadt Nürnberg.1 Sowohl bei der Begehung als auch durch die Antworten im Rahmen der Instruktion konnten zahlreiche Vorschläge und Überlegungen zu Potenzialen und zu Potenzialflächen entwickelt werden. Abbildung 10 gibt einen Überblick über die identifizierten Potenzialflächen, die es im Nürnberger Westen gibt.

Die Potenziale werden nachfolgend ausführlicher dargestellt. Dabei gliedern wir die Potenziale nach verschiedenen Kategorien, beginnend bei organisatorischen Maßnahmen bis hin zu baulichen Maßnahmen. Innerhalb dieser Kategorien werden weitere Unterkategorien benannt.

Wichtig ist uns hervorzuheben, dass wir bei der Identifizierung von Potenzialen keine Unterscheidung nach Zuständigkeiten und Fachbereichen machen. In unserem Verständnis ist die Verbesserung der Versorgung mit Sport- und Bewegungsflächen eine Querschnittsaufgabe der gesamten kommunalen Verwaltung und setzt notwendigerweise eine ressortübergreifende Betrachtung voraus. Auch lassen wir die in Nürnberg praktizierte Zuordnung bestimmter Zuständigkeiten zu bestimmten Sport- und Bewegungsräumen (z.B. SportService ist ausschließlich für Sportanlagen zuständig, J zeigt sich hauptsächlich für Spielflächen für Kinder und für Aktionsflächen von Jugendlichen zuständig) außen vor.

Die vorliegenden Vorschläge haben bisher einen Empfehlungscharakter und sind selbstredend weiter im Detail auf Realisierungsmöglichkeit und Machbarkeit in Abstimmung mit den anderen Fachbereichen der Stadt Nürnberg zu prüfen.

1 Es liegen Rückmeldung vor von: Ref. V/SRE; WiF; UwA; SenA; Stpl; J; Gh/GF; SchB; Vpl

Abbildung 10: Übersicht Potenzialflächen

4.2 Organisatorische Maßnahmen

Unter organisatorische Maßnahmen verstehen wir Optimierungsmaßnahmen, die auf eine veränderte Nutzung bestehender Sport- und Bewegungsräume zielt, ohne dass es baulicher Maßnahmen bedarf.

4.2.1 Sicherung von ausgewiesenen Sport- und Bewegungsflächen

Wie in Kapitel 3.4 bereits dargelegt, weist der Nürnberger Westen eine deutlich unterdurchschnittliche Versorgung mit Sport- und Bewegungsflächen auf.

Vorschlag 1:

Die ausgewiesenen Sportflächen sind im Bestand zu sichern. Dies gilt insbesondere für die im Flächen-

nutzungsplan als Vorbehaltsfläche für den Sport ausgewiesene Fläche an der Uffenheimer Straße.

Vorschlag 2:

Vorhandene Grünflächen sind immer potenzielle Bewegungsfläche für den ungebundenen Freizeitsport.

Aus diesem Grund sind diese wertvollen Flächen in ihrem Bestand zu sichern, so z.B. die Grünfläche

an der Sielstraße (ehemaliges Lederergelände).

4.2.2 Optimierung der Sportstättenvergabe

Die bisherige Sportstättenvergabe für städtische Sportanlagen (in der Regel Turn- und Sporthallen) erfolgt über den SportService der Stadt Nürnberg. Dabei haben Schulbelegungen Vorrang vor Belegungen anderer Nutzer. Vor allem am späten Nachmittag und am Abend werden die Turn- und Sporthallen überwiegend durch Sportvereine genutzt. Die Auslastung der Turn- und Sporthallen ist im Nürnberger Westen überwiegend hoch, vor allem die großen Sporthallen sind nahezu vollständig ausgelastet (siehe auch Kapitel 3.3). Nach Mitteilung des SportService gibt es derzeit kein schriftlich fixiertes Reglement, welches die Belegung der Turn- und Sporthallen hinsichtlich Prioritäten etc. regelt (Hallenbelegungsrichtlinie).

Vorschlag 3:

Die Stadt Nürnberg erarbeitet Hallenbelegungsrichtlinien, in denen geregelt wird, wie städtische Turn-

und Sporthallen zu belegen sind. Diese Regelung umfasst beispielsweise die notwendige Größe der

Sportgruppe (Anzahl Sportler), welche Nutzergruppen oder Sportarten Vorrang vor anderen Nutzern

haben (z.B. Jugendsport vor Erwachsenensport, Hallensport vor Outdoorsport) und in welchem Turnus

die Hallenbelegung kontrolliert bzw. komplett neu aufgestellt wird. Die Hallenbelegungsrichtlinie umfasst

ebenfalls Aussagen zu Sanktionsmaßnahmen, sofern gegen die Belegungsrichtlinien verstoßen wird.

Die reale Belegung ist regelmäßig zu überprüfen.

4.2.3 Öffnung der Schulsportanlagen für den Freizeitsport

Die meisten Schulen haben auf dem Schulhofgelände Spiel- und Sportmöglichkeiten, die in Teilen der Nachbarschaft zugänglich sind (Schulspielhöfe). In der Regel werden diese Schulspielhöfe von der Bevölkerung gut angenommen. In Einzelfällen gibt es bei den Schulen jedoch Schulfreianlagen (Teile von Pausenhofflächen, Schulsportanlagen), die der Bevölkerung offiziell nicht zugänglich sind. So ist beispielsweise der Allwetterplatz der Michael-Ende-Schule mit einem Zaun gesichert, der jedoch Kinder nicht davon abhält, über den Zaun zu klettern und den Allwetterplatz trotz Verbot zu nutzen. In diesem Zusammenhang kommt es zu Beschädigungen der Zaunanlage.

Vorschlag 4:

Die Schulfreiräume, vor allem die Allwetterplätze, werden grundsätzlich zum Spielen und Bewegen für

alle Altersgruppen freigegeben, da vor allem im verdichteten Nürnberger Westen es an Spiel- und Frei-

flächen mangelt. Die Freigabe umfasst auch die Allwetterplätze der ÖPP-Schulen (Michael-Ende-

Schule, Johann-Pachelbel-Realschule / 2.Staatliche FOS). Mit den Betreibern sind entsprechende Re-

gelungen zu treffen. Die örtlichen Hausmeister sollen durch die Stadt Nürnberg beim erhöhten Reini-

gungsaufwand unterstützt werden.

Abbildung 27

Abbildung 28

Abbildung 11: Allwetterplätze auf Dachflächen (oben: Johann-Pachelbel-Realschule; unten: Michael-Ende- Schule)

4.2.4 Öffnung von Sportplatzanlagen für den Freizeitsport

Im Nürnberger Westen gibt es nur wenige Sportplatzanlagen für den Vereinssport. Zum einen gibt es die städtische Sportanlage Muggenhof an der Adolf-Braun-Straße, darüber hinaus die Sportanlage Regelsbacher Straße und die Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße (beide SGV Nürnberg Fürth 1883). Während die Sportplatzanlagen an der Regelsbacher Straße und an der Bertha-von-Suttner-Straße teilweise auch von Freizeitsportlern genutzt werden können (Duldung durch den Verein), ist eine Nutzung der Sportanlage Muggenhof durch Freizeitsportler bisher untersagt.

Vorschlag 5:

Die städtischen und vereinseigenen Sportanlagen werden für den Freizeitsport geöffnet, wobei Vereins-

nutzungen Vorrang vor Freizeitsportnutzungen haben. Für die Vereinssportanlagen sind für den erhöh-

ten Reinigungsaufwand und für die erhöhte Abnutzung Absprachen zu treffen (z.B. neuer Fördertatbe-

stand in der Sportförderrichtlinie „Öffnung von Sportanlagen für den Freizeitsport“).

Abbildung 29

Abbildung 12: Sportplatzanlagen (oben: Sportanlage Muggenhof; unten: Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße)

4.2.5 Öffnung von Sport- und Bewegungsräumen in anderer Trägerschaft

Neben den Schulsportanlagen und den Sportplatzanlagen gibt es in Nürnberg weitere Sport- und Bewegungsflächen, die in anderer Trägerschaft betrieben werden und keine oder nur eine eingeschränkte öffentliche Nutzung erfahren. Diese Flächen bieten damit Potenziale für den Freizeitsport.

Vorschlag 6:

Die teilöffentlich zugänglichen DATEV-Gärten könnten weitere Potenzialflächen für Bewegungsange-

bote sein. In Zusammenarbeit mit der DATEV-Gruppe sollten die Überlegungen geprüft werden, Teile

der Gärten stärker als bisher für Bewegung zu nutzen.

Vorschlag 7:

Die Freiflächen des Zentrums für Hören in der Pestalozzistraße werden bisher ausschließlich schulisch

genutzt. Mit dem Bezirk Mittelfranken soll daher in Gespräche eingetreten werden, um Teile der Schul-

hoffläche nach dem Nürnberger Modell der Schulspielhöfe zu gestalten.

4.2.6 Öffentlichkeitsarbeit zu Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Nürnberger Westen

Obwohl der Nürnberger Westen mit Sport- und Bewegungsmöglichkeiten nicht optimal ausgestattet ist, gibt es eine Vielzahl an Sport- und Bewegungsflächen, die von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung über die Sport- und Bewegungsmöglichkeiten informiert werden.

Vorschlag 8:

Der SportService erarbeitet in Kooperation mit dem Jugendamt (J) und dem Servicebetrieb Öffentlicher

Raum (SÖR) ein Konzept für eine Informationskampagne zu den Spiel-, Sport- und Bewegungsmög-

lichkeiten im Nürnberger Westen. Ziel ist es, über eine zielgruppenspezifische Ansprache Informationen

über das Angebot bereitzustellen. Über die örtlichen Sportvereine, über das Quartiersmanagement,

über den Bürgerverein und über andere vor Ort tätigen Einrichtungen sollen die Informationen dann

gestreut werden.

4.2.7 Mobile, temporäre Angebote mit dem Bewegungsbus

Da der Nürnberger Westen durch wenig Sport- und Bewegungsflächen und dadurch einem hohen Nutzungsdruck auf öffentliche Grünflächen charakterisiert ist, sind mobile und temporäre Angebote ebenfalls mitzudenken.

Vorschlag 9:

Ein Bewegungsbus soll Menschen jeden Alters und jeder körperlicher Fitness Anregungen für mehr

Bewegung im Leben geben. Mit der Aktion sollen verschiedene Sportangebote zu Unternehmen, Schu-

len, Kitas, Stadtteileinrichtungen, Mädchentreffs, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie

Seniorenheimen gebracht werden. Dafür soll mit Trainerinnern und Trainern zusammengearbeitet wer-

den, mit denen ein abwechslungsreiches Sportprogramm für die unterschiedlichen Zielgruppen zusam-

mengestellt wird.

4.3 Bauliche Maßnahmen

4.3.1 Temporäre Sport- und Bewegungsflächen (Popup-Flächen für Sport und Bewegung)

Der Nürnberger Westen ist durch eine Flächenknappheit für öffentliche Belange und durch eine rege Bautätigkeit gekennzeichnet. Gerade im Bereich Höfe / Gaismannshof sind mit Ausnahme des Westparks öffentliche Grünflächen oder Freizeitsporteinrichtungen Mangelware. Um diesem Defizit zu begegnen, ist neben der Schaffung von öffentlichen Flächen auch über andere Nutzungsformen nachzudenken. Dabei könnte vor allem die temporäre Nutzung von Flächen, die erst in einigen Jahren weiterentwickelt werden, ein Denkansatz sein. Diese brachliegenden Flächen können mit mobilen Geräten versehen werden, die dann bei Bedarf an einen anderen Standort verlagert werden können.

4.3.1.1 übergeordnet

Vorschlag 10:

Für den Nürnberger Westen ist in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Nürnberg ein Flä-

chenkataster mit Brachflächen oder Flächen für eine temporäre Nutzung zu erstellen.

Vorschlag 11:

Über den J oder den SportService soll ein mobiler Pumptrack erworben werden, der dann im gesamten

Stadtgebiet temporär für einige Zeit aufgestellt und genutzt werden kann. Nach einer gewissen Stand-

zeit kann der Pumptrack dann auf einer anderen Fläche im Stadtgebiet aufgestellt werden.

4.3.1.2 Höfen

Vorschlag 12:

In Kooperation zwischen SportService, Jugendamt (J) und dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum

(SÖR) sollen Konzepte für eine temporäre Nutzung von Flächen für Bewegung und Sport entwickelt

werden. Als Popup-Flächen für Sport und Bewegung sollen Angebote wie beispielsweise Boulefelder,

Beachvolleyballfelder, Tischtennisplatten, Streetball, Soccerflächen, Fitnessgeräte und andere Sport-

möglichkeiten auf brachliegenden Flächen realisiert werden. Sobald die Fläche weiterentwickelt wird

(z.B. für gewerbliche Nutzung), sollen die Sporteinrichtungen auf eine andere Brachfläche verlagert

werden.

Konkret sollen von der Stadt Nürnberg folgende Flächen für eine temporäre Nutzung geprüft werden:

  1. Flächen entlang der Höfener Spange

  2. stadteigene Fläche an der Rauhäckerstraße („Schneiderwiese“)

  3. in Kleinreuth südlich der Rothenburger Straße

  4. stadteigene Fläche neben dem alten Schulhaus in Höfen

  5. Fläche der geplanten Trendsporthalle

Abbildung 13: Potenzialflächen für temporäre Sport- und Bewegungsflächen

4.3.1.3 Sündersbühl

Vorschlag 13:

Im Bezirk Sündersbühl bietet das Bahn-Gelände an der Dörflerstraße eine Option für eine sportliche

Zwischennutzung, z.B. für Ballsportspiele.

4.3.1.4 Eberhardshof

Vorschlag 14:

Das obere Parkdeck des Admira-Centers wird bereits heute von Jugendlichen als informeller Ort für

Ballspiele genutzt. Der SportService soll gemeinsam mit J prüfen, ob die Fläche temporär als offizielle

Sportfläche genutzt werden kann, evtl. sogar bei Erfolg in einem Dauerbetrieb. Hierzu soll die Stadt

Nürnberg mit dem Betreiber des Parkdecks ein Nutzungskonzept entwickeln.

4.3.2 Erhalt und qualitative Aufwertung des Bestands

Wie die Bestandsaufnahme zeigt, ist der Nürnberger Westen mit Freiflächen für Spiel, Sport und Bewegung eher unterversorgt. Aus diesem Grund sind Maßnahmen zu treffen, den vorhandenen Bestand an Anlagen zu erhalten und diese zu attraktivieren bzw. qualitativ aufzuwerten.

4.3.2.1 übergreifend

Vorschlag 15:

An ausgewählten Standorten im Nürnberger Westen sollen in einem Pilotprojekt Sportgeräte zum Aus-

leihen vorgehalten werden. Hierzu gibt es mehrere Anbieter. Der Verleih von Sportgeräten basiert dabei

auf einer App und die Nutzer werden an den Kosten beteiligt.

4.3.2.2 Schweinau

Vorschlag 16:

Der Lochnerpark in Schweinau ist eine der wenigen Grünflächen in diesem Bezirk. Seine Ausstattung

scheint überaltert zu sein. Insgesamt weist die Fläche ein großes Potenzial für ein generationsübergrei-

fendes Bewegungsangebot auf.

4.3.2.3 St. Leonhard

Vorschlag 17:

Der Bolzplatz beim Spielplatz Leopoldstraße wird mit Aufenthaltsmöglichkeiten wie z.B. Tische, Bänke

und andere Sitzmöglichkeiten aufgewertet.

Vorschlag 18:

Die Beleuchtung der Skateanlage am Pferdemarkt wird derzeit bereits um 21 Uhr abgeschaltet. Künftig

soll sie bis 22 Uhr in Betrieb sein. Dabei muss kein Dauerlicht vorhanden sein, sondern über einen

Anforderungsknopf kann die Beleuchtung bedarfsorientiert aktiviert werden.

Vorschlag 19:

Der Schulspielhof der Schule St. Leonhard weist große bauliche Mängel auf und wird nicht mehr als

Schulsportanlage genutzt (Nutzung der Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße). Die Fläche dient über-

wiegend als Pausenhof. Am Nachmittag / außerhalb der Unterrichtszeit wird der Schulspielhof von Kin-

dern aus dem Quartier genutzt. Für den Schulspielhof ist zwingend eine neue Konzeption zu erarbeiten,

die die Fläche aufwertet, neu strukturiert und Angebote für den Schulsport und für Spiel, Bewegung und

Sport außerhalb der Unterrichtszeiten berücksichtigt. Damit bietet sich die Chance, einen Teil des Schul-

sportunterrichts wieder auf dem Schulgelände durchzuführen.

Abbildung 30

Abbildung 31

Abbildung 14: Schulspielhof Schule St. Leonhard

4.3.2.4 Sündersbühl

Vorschlag 20:

Die Sportanlage an der Bertha-von-Suttner-Straße soll sich langfristig zu einer Sport- und Freizeitanlage

weiterentwickeln (siehe auch Kapitel 4.3.3). Für den vereinsorganisierten Fußballsport stehen im Nürn-

berger Westen aktuell zu wenig Trainings- und Spielflächen zur Verfügung, vor allem im Winter. Daher

soll der östliche Bereich der Sportplatzanlage Bertha-von-Suttner-Straße neu gegliedert werden. Im ab-

getrennten Bereich für den Sportverein soll ein Kunstrasenspielfeld für den Fußballsport und für Ameri-

can Football eingerichtet und damit der alte Tennenbelag ersetzt werden. Zwischen den beiden Spiel-

feldern ist eine kleine Steintribüne anzulegen. Die ganzjährige Nutzbarkeit beider Plätze soll über eine

Flutlichtanlage (LED) gewährleistet werden.

4.3.2.5 Sündersbühl – Gaismannshof

Vorschlag 21:

Der Westpark bildet das grüne Herz des Nürnberger Westens und weist sehr viele Spiel-, Sport- und

Bewegungsmöglichkeiten auf. Das Angebot an Bewegungsmöglichkeiten scheint jedoch keiner Struktur

zu folgen und teilweise sind die Sportmöglichkeiten älteren Datums und daher modernisierungsbedürf-

tig.

Damit bietet sich die Chance, den Westpark bezüglich Sport und Bewegung komplett neu zu positionie-

ren und neuere Überlegungen zur Gestaltung von Sport- und Bewegungsmöglichkeiten einzubinden.

Neben Spielfeldern für Ballsportarten (z.B. Fußball, Streetball, Beachvolleyball), Sportgeräten wie etwa

Tischtennisplatten könnten Trendsportmöglichkeiten (z.B. Slackline, sportliches Bouldern, Calisthenics,

Fitnessgeräte, Disc-Golf) und generationsübergreifende Bewegungs- und Spielmöglichkeiten den West-

park deutlich aufwerten.

Die Spiel-, Sport- und Bewegungsmöglichkeiten könnten wie an einer Perlenschnur an einer Sportmeile

angesiedelt sein. Diese Sportmeile könnte als Laufstrecke / Inlinerstrecke die beiden großen Sportan-

lagen an der Bertha-von-Suttner-Straße und an der Regelsbacher Straße miteinander verbinden.

Die angestellten Überlegungen sollen in die Planungen des „Grünen Westbandes“ einfließen.

Abbildung 15: Potenzialfläche Westpark und Sportmeile

4.3.2.6 Gaismannshof

Vorschlag 22:

Die Sportanlage Regelsbacher Straße wird intensiv von der SGV Nürnberg Fürth 1883 genutzt. Darüber

hinaus stellt die Anlage die Außensportanlage für die Johann-Pachelbel-Realschule dar. Die Realschule

nutzt vor allem die leichtathletischen Einrichtungen, zwei Rasenplätze und das Allwetterspielfeld. Ge-

rade das Allwetterspielfeld ist jedoch nur eingeschränkt nutzbar – derzeit keine Nutzung im Winter, keine

Nutzung bei Regen und keine Nutzung, wenn es besonders heiß ist (fehlender Sonnenschutz). Daher

wird empfohlen, diese Fläche zu überdachen, um damit eine witterungsgeschützte Sportfläche für den

Schulsport und für den Vereinssport zu schaffen.

4.3.2.7 Bärenschanze

Vorschlag 23:

Die Schulsportanlage des Dürer-Gymnasiums an der Pegnitz befindet sich in einem desolaten bauli-

chen Zustand und wird von der Schule nicht mehr genutzt. Hier ergibt sich die Chance einer kompletten

Neukonzeption für diese Sportanlage für Nutzungen, die größere Flächen benötigen (z.B. Dirt Park,

großer Pumptrack) oder für vielfältige Angebote für den Freizeitsport. Dabei ist zu prüfen, ob die Pegnitz

als Sportort in diese Überlegungen einbezogen werden kann.

Für das gesamte Schulsportgelände ist ein Masterplan zu entwickeln, an dessen Erarbeitung das Dür-

rer-Gymnasium, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Sportvereine und andere Einrichtungen zu be-

teiligen sind. Denkbar wäre, die seit ca. zwei Jahren gesperrte Anlage so zu qualifizieren, dass wieder

Schulsport möglich ist und den Rest des Geländes für weitere Nutzergruppen und/oder die Öffentlichkeit

nutzbar zu machen.

Abbildung 32

Abbildung 33

Abbildung 34

Abbildung 35

Abbildung 16: Potenzialfläche Schulsportanlage Dürer-Gymnasium

Vorschlag 24:

Offiziell gibt unter der Theodor-Heuss-Brücke einen Skatepark der Skateboardfreunde Nürnberg. Diese

Sportanlage wurde 2015 errichtet und von der Stadt gefördert. Bei der Begehung zeigt sich die Sport-

anlage in einem desaströsen Zustand, was wahrscheinlich auf die Fremdnutzung durch Obdachlose

zurückzuführen ist. Im Zuge der Überplanung der Schulsportanlage Dürer-Gymnasium ist daher zu prü-

fen, ob der Skatepark dorthin verlagert werden kann und die Skateboardfreunde Nürnberg dort eine

neue Heimat finden. Laut Skateboardfreunde Nürnberg benötigen sie ein ca. 500 Quadratmeter große

asphaltierte Fläche.

Abbildung 36

Abbildung 17: Skateanlage unter der Theodor-Heuss-Brücke

4.3.2.8 Eberhardshof

Vorschlag 25:

Die Schulsportanlagen der Friedrich-Wanderer-Schule sind derzeit aufgrund von Baumaßnahmen nur

eingeschränkt nutzbar. Nach Ende der Baumaßnahme müssen die Schulsportanlagen wiederhergestellt

werden. In diesem Zusammenhang ist frühzeitig zu prüfen, wie eine Öffnung der Schulsportanlagen für

das Quartier ermöglicht werden kann und welche Sport- und Bewegungsangebote über die klassischen

Schulsportbedarfe hinaus auf dieser Fläche installiert werden können.

Für das gesamte Schulsportgelände ist ein Masterplan zu entwickeln, an dessen Erarbeitung die Fried-

rich-Wanderer-Schule, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Sportvereine und andere Einrichtungen

zu beteiligen sind.

Vorschlag 26:

Der Heinickeplatz an der Johann-Sebastian-Bach-Straße / Muggenhofer Straße führt ein Schattenda-

sein. Die Grünfläche wird vor allem als Hundeauslaufplatz genutzt, der Spielplatz erscheint wenig at-

traktiv. Insgesamt ist für diesen Platz ein Konzept zur Neugestaltung zu erarbeiten.

Vorschlag 27:

Der Außenbereich des Kinder- und Jugendhauses TetriX soll einer Überplanung mit dem Ziel weiterer

jugendkultureller Sportangebote unterzogen werden.

4.3.2.9 Muggenhof

Vorschlag 28:

Der Bolzplatz des Don Bosco Jugendwerks an der Sigmundstraße ist derzeit aufgrund baulicher Mängel

geschlossen. Die Fläche ist als Freizeitsportfläche zu erhalten, eine Konzeption als Bewegungsfläche

für alle Altersgruppen zu erstellen und die notwendigen baulichen Maßnahmen umzusetzen. Dabei ist

Einvernehmen mit dem Don Bosco Jugendwerk herzustellen.

4.3.3 Ergänzung vorhandener Anlagen um weitere Angebote

Ein weiterer Ansatz besteht in der Ergänzung vorhandener Anlagen um Angebote für weitere Nutzergruppen. Vor allem die Spielfelder an den Schulen orientieren sich sehr stark am Ballsport (vorwiegend Fußball) und schließen damit andere Nutzer (z.B. Mädchen) oder andere Sportarten aus.

4.3.3.1 St. Leonhard

Vorschlag 29:

Die Freizeitfläche am Pferdemarkt ist eine der attraktivsten Flächen im Nürnberger Westen. Sie wird

von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr gut angenommen, so dass in Teilen eine

Überlastung der Anlage zu beobachten ist. Aus diesem Grund soll bei der Neuplanung der SÖR-Zent-

rale nördlich des Pferdemarktes eine Ergänzung der angedachten Grünfläche um Sportangebote ge-

prüft werden.

Vorschlag 30:

Der Maria-Juchacz-Park ist eine der größten Potenzialflächen in St. Leonhard. Aufgrund seiner Größe

böte sich hier die Chance, neben dem bestehenden Spielplatz weitere Angebote für alle Altersgruppen

zu schaffen.

4.3.3.2 Sündersbühl

Vorschlag 31:

Die Sportplatzanlage Bertha-von-Suttner-Straße ist eine wichtige Potenzialfläche sowohl für den Ver-

einssport, den Schulsport und für den Freizeitsport. Mit der der Sanierung der Rundlaufbahn kann von

einer deutlichen Verbesserung für den Schulsport und für den Vereinssport ausgegangen werden. Der

östliche Bereich der Sportanlage bietet ein weiteres Entwicklungspotenzial.

Bezogen auf den Freizeitsport soll der östliche Bereich der Anlage (heute: Parkplatz, Trampolinpark,

Gebüsch) erschlossen und neu gestaltet werden. Denkbar sind in diesem Bereich Spielfelder (z.B.

Streetball), ein Outdoor-Fitness-Bereich, eine Boulderwand, ein Slackline-Parcours und andere Sport-

und Bewegungsmöglichkeiten, die dann der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zu prüfen ist, ob die

derzeit abgebaute Skatefläche auf der Witschelstraße integriert werden kann.

Auf die Potenziale für den Vereinssport wird in Kapitel 4.3.2.4, für den Schul- und Vereinssport wird in

Kapitel 4.3.6 eingegangen.

Abbildung 18: Potenzialfläche Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße

4.3.3.3 Gaismannshof

Vorschlag 32:

Die Sportanlage Regelsbacher Straße bietet weitere Optimierungsmöglichkeiten. Durch den Bau einer

neuen Eisenbahntrasse wird die alte Tischtennishalle entfallen. Ein Neubau könnte im Bereich der Gast-

stätte entstehen.

Die im nördlichen Bereich angesiedelten Spielfelder werden aktuell nicht von der SGV Nürnberg Fürth

genutzt. Jedoch bietet sich die Fläche nach Fertigstellung der Bauarbeiten zur Eisenbahntrasse als

Sportraum an. Da es noch keine konkreten Vorstellungen gibt, sind mit dem Verein Gespräche für eine

Konzeption / Nachnutzung zu führen.

Abbildung 19: Potenzialfläche Sportanlagen Regelsbacher Straße

4.3.3.4 Bärenschanze

Vorschlag 33:

Die Veit-Stoß-Anlage könnte als Potenzialfläche für weitere Bewegungsangebote in den Blick genom-

men werden (z.B. Vorrichtungen für Slacklines). Für Kleinkinder gibt es auf der Anlage bereits einen

Kinderspielplatz.

4.3.3.5 Eberhardshof

Vorschlag 34:

Am Leiblsteg gibt es einen Spielplatz mit einer großen Spielwiese, die sich unstrukturiert darstellt. Damit

bietet sich die Chance, die Fläche für ein altersübergreifendes Angebot weiter zu entwickeln.

Vorschlag 35:

An der Hautschstraße gibt es einen weiteren Kinderspielplatz mit einer großen Spielwiese, die das Po-

tenzial für weitere Angebote hat. Eine Weiterentwicklung der Fläche durch J ist perspektivisch geplant.

Eine Ergänzung um Angebote für Erwachsene ist denkbar. Die angrenzende abgezäunte Grünfläche

ist kontaminiert, eine Nutzbarmachung als öffentliche Grünfläche aktuell nicht absehbar.

Vorschlag 36:

Der Bereich zwischen AEG und Pegnitz könnte Möglichkeiten bieten, entlang des Weges Bewegungs-

angebote zu schaffen (z.B. Fitnessgeräte).

4.3.3.6 Muggenhof

Vorschlag 37:

Die städtische Sportanlage Muggenhof wird ausschließlich vom Vereinssport genutzt. Jedoch gibt es

immer wieder Versuche von Freizeitsportlern, auf der Anlage Fußball zu spielen, die vom Platzwart

oftmals vereitelt werden. Dies zeigt den Bedarf an frei zugänglichen Spielfeldern für Freizeitgruppen.

Daher schlagen wir vor, im westlichen Bereich der Anlage die freie Rasenfläche für den Freizeitsport zu

nutzen und dort entsprechende Angebote zu errichten. Dabei sind die Anforderungen des Hochwasser-

schutzes zu beachten.

Abbildung 20: Potenzialfläche Sportanlage Muggenhof

4.3.4 Neuschaffung von Bewegungsflächen

Außerhalb der bestehenden Flächen können weitere Flächen für Bewegung und Sport erschlossen werden. Diese Flächen weisen heute eine andere Nutzung auf und befinden sich teilweise in Besitz des Bundes, des Freistaates oder sind in privatem Besitz.

4.3.4.1 Eberhardshof

Vorschlag 38:

Das Gelände „Auf AEG“ nimmt eine bedeutende Fläche im Nürnberger Westen ein, verfügt aber über

keine öffentlich zugänglichen Sport- und Bewegungsflächen.

Vorschlag 39:

Gerade für jugendkulturellen Trendsport könnte die Fläche unter der Hochbahn weiterentwickelt wer-

den.

Vorschlag 40:

Innerhalb der Kläranlage 2 (Gertrudstraße) sind mehrere Becken nicht mehr in Betrieb und könnten für

Bewegung und Sport genutzt werden.

Vorschlag 41:

Die Dreiecksfläche Adolf-Braun-Straße / Muggenhoferstraße könnte mittelfristig als Grünfläche mit Be-

wegungsangeboten weiterentwickelt werden.

4.3.4.2 Muggenhof

Vorschlag 42:

Das Außengelände der Naturfreunde an der Adolf-Braun-Straße könnte sich als weitere neue Fläche

für Bewegung und Sport anbieten.

4.3.4.3 Sandreuth/Schweinau

Vorschlag 43:

Potenzial bieten die Kleingartenflächen westlich der Bahnlinie Nürnberg-Schwabach sowie die Klein-

gärten östlich der Bahnlinie Nürnberg-Schwabach / nördlich Sandreuthstraße.

Vorschlag 44:

Der Parkplatz nördlich Nopitschstraße / westlich Haltepunkt Nürnberg-Sandreuth könnte eine weitere

Potenzialfläche für Bewegungs- und Sportangebote sein.

4.3.4.4 Bärenschanze

Vorschlag 45:

Südlich der Austraße hin zum Bahngelände gibt es städtische Flächen, die als Potenzialflächen für

Bewegung und Sport zur Verfügung stünden.

4.3.5 Neuschaffung von Bewegungsparks und -inseln im öffentlichen Raum

Mit dem Konzept der Bewegungsparks hat Nürnberg eine Pionierrolle bei der Bewegungsförderung im öffentlichen Raum übernommen. Im gesamten Stadtgebiet gibt es derzeit sieben Bewegungsparks, an den an Geräten trainiert werden kann. Im Nürnberger Westen gibt es bisher kein entsprechendes Angebot.

Vorschlag 46:

Das Konzept der Bewegungsparks wird auch auf den Nürnberger Westen übertragen. In einer Grünan-

lage soll ein entsprechendes Angebot umgesetzt werden.

Neben den Bewegungsparks, die sich vor allem an ältere Erwachsene richten, hat die Nachfrage nach Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und die Nachfrage nach Fitnesstrainingsgeräten / Calisthenics-Anlagen ist stark angestiegen. Die Nachfrage nach solchen Anlagen ist vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen bis zum mittleren Erwachsenenalter hoch.

Vorschlag 47:

In den Grünflächen und Parks oder auf zugänglichen Schulfreiräumen und Sportanlagen werden ver-

stärkt Fitnesstrainingsanlagen / Calisthenics-Anlagen installiert, die von der Öffentlichkeit genutzt wer-

den können. Mit der angedachten Calisthenics-Anlage am Schlachthofgelände wird ein erster Schritt in

diese Richtung unternommen. Weitere denkbare und geeignete Standorte sind der Westpark und die

Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße.

4.3.6 Neubau von Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport

Die Bestandsaufnahme zeigt eine deutliche Unterversorgung des Nürnberger Westens mit Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport. Davon sind vor allem die Turn- und Sporthallen betroffen. Trotz des angedachten Neubaus von Sportanlagen im Zuge der Aufsiedelung des Tiefen Feldes und des Ersatzbaus der Grundschule Henry-Dunant wird die rechnerische Unterversorgung weiterhin bestehen.

Vorschlag 48:

Die beiden Turnhallen der Carl-von Ossietzky-Schule weisen bauliche Mängel auf und sind zudem für

den Schulsport zu klein. Da hier Ensemble-Schutz besteht, sind bauliche Veränderungen nur schwer

umsetzbar. Aus diesem Grund sehen wir im Neubau eines Schulgebäudes auf der Sportanlage der

Bertha-von-Suttner-Straße ein großes Potenzial. Dringend ist zu prüfen, ob der Neubau eine Sporthalle

enthalten kann, die primär von der Schule, am Abend jedoch auch von Sportvereinen genutzt werden

kann. Hierzu ist der bestehende Gebäudekomplex zurück zu bauen und die Eingangssituation anzu-

passen. Für die Vereinsnutzung ist im neuen Gebäude ebenfalls eine Nutzung vorzusehen (z.B. Kabi-

nen/Umkleiden, Räume für Schiedsrichter / Erste Hilfe, Raum für Platzwart, Fläche für Platzpflegege-

räte, Fläche für Sportgeräte Außenanlage, Verpflegungsraum). Einige der Räume sollen von Schulen

und dem Verein gemeinsam genutzt werden (z.B. Sanitär / Umkleiden).

Vorschlag 49:

Südlich der Pachelbel-Realschule könnten im Rahmen der Ausarbeitung des Bebauungsplans Flächen

für Bewegung und Sport (Schulsport, Vereinssport) gesichert werden.

5 Workshops

5.1 Workshop am 14. März 2022

Herr Kolb vom SportService Nürnberg begrüßte die Anwesenden und führte in das Thema ein. Hintergrund der Sportstättenentwicklungsplanung sei einerseits die wachsende Bevölkerung in Nürnberg, andererseits die Nachfrage nach Sport- und Bewegungsräumen durch Sportvereine, Schulen und durch den Freizeitsport. Bei den üblichen Bebauungsplanverfahren komme der Sport in der Regel mit Flächenbedarfen nicht zum Zuge, so dass die Sportverwaltung von einem steigenden Defizit an Sport- und Bewegungsflächen in der Stadt ausgeht. Erste Bestandsanalysen haben auch bereits rechnerisch klar unterdurchschnittlich versorgte Stadtgebiete im Vergleich zum Nürnberger Durchschnitt ergeben. Aus diesem Grund wird für den Nürnberger Westen ein erstes Pilotprojekt durchgeführt, um diese Fragen zu beantworten und zugleich mögliche Potenzialflächen für die Verbesserung der Sport- und Bewegungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Herr Dr. Eckl (ikps) gab einen ersten Einblick in die bekannten Daten zur Bevölkerungsentwicklung im Nürnberger Westen und zur Versorgungslage mit Sportanlagen. Der Nürnberger Westen habe nach der Innenstadt die schlechtesten Versorgungswerte im Hinblick auf Sporthallen und Sport-freiflächen. Für die offen zugänglichen Bewegungsräume lägen keine Daten vor.

Herr Dr. Eckl stellte anschließend anhand von Beispielen Entwicklungs- und Nutzungsmöglichkeiten für die Sport- und Bewegungsmöglichkeiten vor.

Anhand von Arbeitsfragen wurden erste Überlegungen zur Einschätzung des Ist-Situation, zu den Bedarfen und zu möglichen Potenzialflächen angestellt. In der Diskussion stellte sich heraus, dass sowohl die Ergänzung bestehender Sportfreiflächen, Grünflächen und Parks als auch die temporäre Nutzung von brachliegenden Flächen ein Ansatzpunkt sein könnte, die Versorgungssituation im Westen zu verbessern.

Abbildung 37

Abbildung 38

Abbildung 21: Ideen

5.2 Workshop „öffentlicher Raum“ am 23. Juni 2022

Herr Kolb vom SportService Nürnberg begrüßte die Anwesenden und führte in das Thema ein.

Herr Dr. Eckl (ikps) gab einen ersten Einblick in die bekannten Daten zur Bevölkerungsentwicklung im Nürnberger Westen und zur Versorgungslage mit Freizeitsportflächen. Er ging überblicksartig auf die bisher ausgearbeiteten Vorschläge ein. Im Folgenden wurden sieben Vorschläge nochmals detaillierter diskutiert.

Vorschlag Diskussionsergebnis
Vorschlag 28 (Pferdemarkt)  Erweiterung um einen Pumptrack auf der Grünfläche wird von SÖR und UwA abgelehnt; es handele sich dabei um ein gestalterisches Element und um eine Ruhefläche sowie um eine der letzten Grün- bereiche im Stadtbezirk  denkbar sei jedoch, bei geplanten Neubau der SÖR-Zentrale und den damit angedachten Park bei der Planung einen Pumptrack bzw. eine Verknüpfung der geplanten Grünfläche und den Angebo- ten beim Pferdemarkt mitzudenken  offen zeigen sich die Beteiligten, einen mobilen Pumptrack anzu- schaffen, der dann im Stadtgebiet rollierend aufgebaut werden könnte; die Anschaffung könnte durch den SportService im Zusam- menspiel mit Sponsoren erfolgen; die Unterhaltung müsste dann von SÖR übernommen werden (mögliche weitere Vorgehensweise: siehe Vorschlag 11)
Vorschlag 20 (Westpark)  Überplanung des Westparks steht in den nächsten Jahren, hat bei SÖR eine hohe Priorität; aus Sicht von J hat die Überplanung und Realisierung der Planung eine hohe Dringlichkeit  bei den Wegeverbindungen sollte auch eine Fuß- und Radwege- verbindung ins Tiefe Feld mitgedacht werden  der Erwerb der ehemaligen Gärtnerei sei realistisch; die Fläche soll aller Voraussicht nach dem Westpark zugeschlagen werden
Vorschlag 11 (temporäre Nutzung)  grundsätzlich werden temporäre Nutzungen positiv bewertet, so- fern die Rahmenbedingungen stimmen (z.B. Fläch in Eigentum der Stadt oder Übereinkunft mit Grundstückseignern)  Höfener Spange: die Flächen sind in Hand Dritter und werden wohl langfristig nicht in städtische Hand übergehen  Schneiderwiese: Parkplatz ist in städtischer Hand, Wiese ist privat. Parkplatzfläche oder Teile davon könnten theoretisch temporär ge- nutzt werden -> Abstimmung mit Bezirk-SÖR notwendig, da offen- bar derzeit als Materiallager genutzt  Rothenburger Straße: Fläche ist stadteigen, daher temporäre Nut- zung grundsätzlich denkbar. Aktuell ist die Fläche an einen Land- wirt verpachtet. Zu klären ist, ob die Fläche als Baustelleneinrich- tungsfläche für die U-Bahn benötigt wird  Trendsporthalle: temporäre Nutzung bis zum Bau des Kinder- und Jugendhauses wünschenswert, vor allem unter Berücksichtigung der mobilen Jugendarbeit  J und SpS stimmen sich in einem weiteren Termin über das Thema ab; in der Folge muss mit SÖR geklärt werden, ob der Aufbau und der Unterhalt über SÖR erfolgen kann
Vorschlag 27 (Don Bosco)  Platz ist derzeit gesperrt (bauliche Mängel); 2/3 des Platzes könn- ten jedoch nutzbar gemacht werden; Öffnung für Kinder und Ju- gendliche wird angestrebt  Nutzungsvereinbarung für den Platz gilt noch 7 Jahre (Bindefrist)
Vorschlag Diskussionsergebnis
 J ist an diesem Thema dran, hat für J hohe Priorität; nach Möglich- keit soll der Vertrag nach den 7 Jahren verlängert werden
Vorschlag 43 (Fürther Straße)  ist unrealistisch  aus Vorschlagskatalog entfernen und nicht weiter verfolgen
Vorschlag 42 (Dreiecksfläche) Vorschlag 44 (Naturfreunde)  Dreiecksfläche ist in einem Ideenteil eines Wettbewerbs aufgeführt und hat einen eher mittelfristigen Umsetzungshorizont  keine Aussagen zu Vorschlag 44

In der weiteren Diskussion wurde auf den Vorschlag 33 (Austraße) eingegangen. Aus Sicht J sollte keine Ergänzung vorgenommen werden, da dann wieder eine Verdrängung jüngerer Kinder stattfinden könnte.

SÖR legte dar, dass man sich auf der Veit-Stoß-Anlage im Bereich der Slacklinevorrichtungen eine sportspezifische Nachrüstung vorstellen könne. Außerdem werde im Zuge einer Neugestaltung des Heinickeplatzes die Möglichkeit gesehen, an den Randbereichen punktuelle Sportangebote zu schaffen.

5.3 Workshop „Sportanlage Dürer-Gymnasium“ am 23. Juni 2022

Herr Kolb vom SportService Nürnberg begrüßte die Anwesenden und führte in das Thema ein.

Herr Dr. Eckl (ikps) gab einen ersten Einblick in die bekannten Daten zur Bevölkerungsentwicklung im Nürnberger Westen und zur Versorgungslage mit Freizeitsportflächen. Er ging auf den Vorschlag zur Sportanlage Dürer-Gymnasium ein.

In der folgenden Diskussion wurden folgende Punkte festgehalten:

 die Anlage ist bereits seit zwei Jahren für den Sport gesperrt, da Sicherheitsmängel bestehen  kurzfristig kann keine Perspektive für die Anlage aufgezeigt werden, da befürchtet wird, dass eine Sanierung erneuten Vandalismus durch die zahlreichen unbefugten Nutzer der Anlage (Zaunanlage ist nicht intakt) nach sich zieht  weiterhin Notwendigkeit einer Schulsportanlage für das Dürer-Gymnasium und angrenzende Schulen (Förderzentrum, Preißler-Schule, Reutersbrunnenschule (Grundschule) haben bereits eine Nutzung angefragt)  für den Schulsport des Dürer-Gymnasiums genügt ca. die Hälfte der Fläche (Sprintbahn, Weitsprung, Kleinspielfeld, Kugelstoßanlage), das Großspielfeld wird nicht prioritär vom Schulsport benötigt; falls Bedarf besteht, kann hier die Deutschherrnwiese genutzt werden  für Schule soll die Fläche nicht nur als Schulsportanlage gedacht werden, sondern auch im Rahmen der Ganztagsbetreuung und für AGs mitgenutzt werden (die Schule verfügt insgesamt über sehr wenig Freifläche)  für Schule wären Wasser und Strom sowie Lagermöglichkeiten und ein Unterstand sowie eine Toilette ideal  bisheriges Großspielfeld könnte als Freizeitsportfläche und als Fläche für den Vereinssport (außer Fußball) weiterentwickelt werden; denkbar wären hier Trendsportangebote / -vereine; J bekundet großes Interesse an einer derartigen Nutzung  SÖR hat Bereitschaft signalisiert, die evtl. entstehende Freizeitsportfläche zu bewirtschaften  auch die Option der Sanierung des Rasenspielfeldes und Aufnahme zur Vereinsnutzung sollte geprüft werden

 SÖR schlägt vor, das Großspielfeld zunächst als Sportplatz / Bolzplatz zu nutzen und dann nach und nach ein gezieltes Jugendangebot zu entwickeln; hierzu muss allerdings das Thema Verkehrssicherung gelöst werden  eine Teilung des Geländes ist für die Schule nur bei getrennten Zufahrten denkbar; Rettungsund Erschließungsweg für den westlichen Bereich ggf. über die Zufahrt der Kläranlage darstellbar  bezüglich der Fläche unter der Theodor-Heuss-Brücke wird J anfragen, ob der Standort von den Obdachlosen aufgegeben wurde; das Sozialreferat soll bei den anstehenden Gesprächen eingebunden werden; auch die Skateboardfreunde sind hier einzubeziehen, da diese Pächter der Fläche sind, aber offenbar aktuell keine Nutzung anstreben  für das Areal soll in einer Koordinierungsgruppe (SÖR, SpS, J, Schule) ein Gesamtkonzept entwickelt werden (Masterplan), welches sowohl Überlegungen zur inhaltlichen Ausgestaltung als auch zum Betriebskonzept umfasst  eine Finanzierungsmöglichkeit wird im Zuge des Stadterneuerungsgebietes (läuft noch bis 2030) oder durch den Investitionspakt Sport gesehen

5.4 Workshop „Sportanlage Bertha-von-Suttner-Straße“ am 27. Juni 2022

Herr Schneider vom SportService Nürnberg begrüßte die Anwesenden und führte in das Thema ein.

Herr Dr. Eckl (ikps) gab einen ersten Einblick in die Vorschläge zur Sportanlage Bertha-von-Suttner- Straße. Demnach solle zum einen ein Teil der Sportanlage als Freisport- und Bewegungsfläche für die öffentliche Nutzung geöffnet und umgestaltet werden, zum anderen die Sportfläche für den Fußballsport qualitativ aufgewertet werden (Bau eines Großspielfelds aus Kunstrasen). Drittens werde die Prüfung eines Neubaus einer Sporthalle auf dem Gelände vorgeschlagen, um sowohl für den Schul- als auch für den Vereinssport zusätzlich attraktive und sportfunktionale Sporthallenflächen zu schaffen.

Dabei könnten zwei Alternativen verfolgt werden. In Alternative 1 werde davon ausgegangen, dass ein möglicher Hochbau für den Schul- und Vereinssport im Süden des Geländes im Fußabdruck der heutigen Hochbauten erfolge. Die Auswirkung auf die Kaltluftleitbahn, die eine der sieben Hauptluftleitbahnen in Nürnberg darstellt, müsse geprüft werden. Im östlichen Bereich des Geländes könnte die vorhandene Fläche unter Berücksichtigung (ggf. Reduzierung) der Parkplätze als öffentlich zugängliche Freisport- und Bewegungsfläche genutzt werden. Für diesen Bereich sei im Rahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden geplant, ein Pilotprojekt mit dem Sportverein und dem städtischen Sportservice anzustoßen.

Alternative 2 setze die Schwerpunkte anders. In dieser Überlegung entstünde im Osten der Anlage der neue Hochbau für die Schule und den Sportverein inkl. einer KJND-Wohngruppe für das Jugendamt (wäre auch in Alternative 1 unterzubringen), die bestehenden Hochbauten würden zugunsten eines besseren Zugangs zum Westpark aufgegeben. Die Freizeitsportmöglichkeiten entstünden auf einem Teil der Fläche der ehemaligen Gärtnerei. UwA informierte, dass die Fläche der ehem. Gärtnerei, sofern sie erworben wird, im Rahmen des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum) eine Potenzialfläche für eine Westparkerweiterung (Referentenbesprechung vom 21.12.2021) sei. Das Masterplan Freiraum Projekt Urbane Parklandschaft „Grünes Westband – Vom Westpark bis zum Tiefen Feld“, das u.a. das Ziel der Westparkerweiterung und Sicherung der Kaltluftleitbahn verfolgt, sei eine prioritäre Maßnahme im Freiraumkonzept Nürnberger Süden.

In beiden Alternativen sei zu prüfen, ob die Turnhallen der Carl-von Ossietzky-Schule für andere schulische Nutzungen umgebaut werden können, sofern das neue Gebäude auf der Sportanlage eine Sporthallen / Doppelhalle umfasst.

Die Anwesenden begehen gemeinsam das Gelände.

In der sich anschließenden Diskussion wurden folgende Aspekte herausgearbeitet:

 Derzeit liegt noch kein Raumprogramm für den schulischen Bedarf vor. Dieses Raumprogramm soll bis Ende des Jahres 2022 stehen.  Laut Bebauungsplan ist ein Ersatzbau eines Sportfunktionsgebäudes auf der Grundfläche des Bestandsgebäudes zulässig. Sollte hinsichtlich Funktion und / oder Grundfläche des Ersatzgebäudes davon abgewichen werden, ist zu prüfen, ob eine Befreiung von den Auflagen des Bebauungsplans aufgrund besonderen öffentlichen Interesses möglich ist. Sollte dies nicht möglich sein, muss geprüft werden, ob der Bebauungsplan geändert werden kann.  Zu prüfen ist, welche Anzahl an Stellplätzen für die Sportanlage nachzuweisen ist.  Auf den Turnhallen der Carl-von-Ossietzky-Schule liegt Denkmal- und Ensembleschutz. Nach Auskunft der Bauordnungsbehörde ist eine Umnutzung und Erweiterung grundsätzlich denkbar. Bei einem Ersatzgebäude auf dem Vereinsgelände wären ggf. ebenfalls Auflagen aus dem Ensembleschutz zu beachten. Ansprechpartnerin für weitere Abstimmungen mit der Bauordnungsbehörde ist Frau Reisch-Bolduan.  Hinsichtlich eines Neubaus im Osten des Geländes ist zu prüfen, inwieweit hier in den Baumbestand eingegriffen werden kann. Im Gegenzug würde die Zugangsqualität zum Westpark verbessert und die vorhandene Hochbauten zurückgebaut werden. Seitens UwA wird die Situierung von Gebäuden bzw. Hallen im Bereich der östlichen Grünflächen und somit eine Grünflächenreduzierung und ein Verbau der Kaltluftleitbahn abgelehnt. Diese Variante steht dem FNP mit integriertem LP, dem B-Plan sowie den Zielsetzungen der Grün- und Freiraumplanung und des Freiraumkonzepts Nürnberger Süden (Masterplan Freiraum) entgegen. UwA spricht sich für den Erhalt des bestehenden Baumbestands im östlichen Vereinsgelände aus.  Weiterhin ist zu klären, inwieweit bei Errichtung eines Neubaus im Süden des Geländes die Kaltluftleitbahn beeinträchtigt wird.  Übereinstimmend wird die vorgezogene Realisierung des Kunstrasenspielfeldes als unproblematisch eingestuft. Ein ausreichender Abstand zu dem nördlich bestehenden Baumbestand ist zu berücksichtigen. Für die Baustelleneinrichtung stünde noch genügend Fläche zur Verfügung. Zu klären ist in diesem Zusammenhang allerdings, ob das Kunstrasenspielfeld durch den Verein oder durch die Schule erstellt und finanziert wird. Hierzu sollen zunächst die Zuschussmöglichkeiten gegenübergestellt werden.

Folgendes weiteres Vorgehen wurde vereinbart:

 Referat 4 übernimmt die Rolle des Projekttreibers:

samten Westpark ist notwendig. : UwA stimmt sich hinsichtlich des Westparks mit SÖR/1-G im Rahmen der AG Kernteam Masterplan Freiraum zeitnah ab.- Prüfung Denkmalschutz / Ensembleschutz -> was ist möglich?

 im Februar 2023 sollen die Beteiligten wieder zu einem weiteren Austausch zusammenkommen  der SportService soll sich aktiv in die Planungen des Westparks einbringen und Bedarfe für die erwachsenen Sportlerinnen und Sportler ermitteln / einbringen

6 Literaturverzeichnis

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Wetterich, J. & Maier, W. (2000). Familienfreundlicher Sportplatz. Grundlagen und Tipps zur zukunftsorientierten Gestaltung. Stuttgart: Württembergischer Fußballverband.

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