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Sachverhalt

Anlage · 10.11.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Gibitzenhof Schweinau Schule & Bildung Galgenhof Steinbühl St. Leonhard Gesundheitsausschuss Soziales & Gesundheit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Sachverhaltsdarstellung: Gesundheit für alle im Stadtteil.

1. Projektabschluss „Gesundheit für alle im Stadtteil“

Das Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“, eine Kooperation des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg mit der AOK Bayern (gefördert aus dem Schwerpunkt „Gesunde Kommune“), endet nach 5 Jahren Laufzeit. Grundlage für eine Projektförderung stellt das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG) (SGB V §20a) dar und wird nach der Förderzeit (01.05.2017-31.10.2022) abgeschlossen. Einmal jährlich wurden Zwischenberichte dem Gesundheitsausschuss vorgestellt, die Projektergebnisse wurden dem Gesundheitsausschuss zur Sitzung am 03.02.2022 vorgelegt. Verschiedene Veröffentlichungen und Produkte liegen zum Projektabschluss vor, welche hier kurz dargestellt werden: Zum Abschluss des Projekts liegt eine Projektbroschüre vor. Die Broschüre richtet sich sowohl an Akteurinnen und Akteure als auch an Bürgerinnen und Bürger. Sie informiert über Projektinhalte und -strukturen und gibt Einblicke in die Praxis anhand von Maßnahmen-Beispielen, Übungen und Rezepten. Die Übungen wurden auf Arabisch und Russisch übersetzt, um so noch mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger erreichen zu können.

Das Projekt wurde während der Laufzeit von einem Projektbeirat1 begleitet, der sich aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammensetzte. Die externen Beirätinnen und Beiräte haben eine Stellungnahme zum Projekt mit drei Empfehlungen für die Gesunde Stadt Nürnberg erstellt, diese liegt als Anlage bei. Im Gesundheitsausschuss vom 03.02.2022 wurde bereits eine Stellungnahme zum Projekt aus dem Referat V vorgelegt.

Im Rahmen des Projektes wurden spezielle Gesundheitsprofile für die Projektgebiete angefertigt, die nun den Akteurinnen und Akteuren sozialer Institutionen, Netzwerken und politischen Entscheidungsträger*innen zur Verfügung gestellt werden. In den Profilen werden mittels quantitativer Struktur-, Umwelt- und Individualdaten sowie

1 Beiratsmitglieder: Herr Ullrich Böttinger (Soziale und Psychologische Dienste Ortenaukreis); Frau Prof. Heike Köckler (Hochschule für Gesundheit Bochum); Frau Prof. Ruth Limmer (TH Nürnberg); Herr Dr. Dieter Rosner/Mareen Bähr (Seniorenamt Nürnberg); Frau Dr. Kerstin Schröder/Martina Haag (Jugendamt Nürnberg); Herr Waldemar Süß (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf).

Befragungsdaten aus qualitativen Expert*inneninterviews die Situationen für verschiedene Personengruppen in den Projekt-Stadtteilen skizziert. Die Profile dienen dazu, die sozialprofessionelle Praxis quantitativ zu begründen, bzw. als Grundlage um Konzepte und Handlungsschwerpunkte zu erstellen.

2. Beschluss zur Generierung von Geldern aus dem Präventionsgesetz und

der „Gesunden Kommune“

Hintergrund: Grundlage für eine Projektförderung stellt das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (Präventionsgesetz - PrävG) (SGB V §20a) dar. Das Präventionsgesetz soll die Grundlagen für die Zusammenarbeit von Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung darstellen und für alle Altersgruppen und in verschiedenen Lebensbereichen wie Kita, Schule und der Lebenswelt („gesunde Kommune“) mit Maßnahmen vor Ort verbessern2 und gesunde Lebensbedingungen gestalten, um einen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu unterstützen. Das Präventionsgesetz sieht vor, nachhaltig Angebote der Verhaltens- und Verhältnisprävention in der Lebenswelt der Menschen, d.h. dort wo sie wohnen, spielen, lernen und arbeiten, zu schaffen. Fördergelder aus dem Präventionsgesetz für Projekte können von der Kommune bei den Krankenkassenträgern beantragt werden.

3. Projektanträge

„Seelisch Gesund Aufwachsen im Stadtteil“

Im Rahmen des Projekts „Seelisch gesund Aufwachsen im Stadtteil“ (SeGASt) soll in vier Nürnberger Stadtteilen (a) St. Leonhard/Schweinau, b) Nürnberger Westen, c) Rabus/Gibitzenhof und d) Galgenhof/Steinbühl) sollen weitere Bedarfe, die aus dem Vorgänger Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ konstatiert wurden, im Folgeprojekt umgesetzt werden. Insbesondere für Kinder und Jugendliche sind durch die Pandemie zusätzliche Bedarfe in Bezug auf seelisch gesundes Aufwachsen deutlich geworden. Bereits vorhandene Problemlagen haben sich in den letzten beiden Pandemiejahren verschärft und Expertinnen und Experten sprechen von sichtbaren Auswirkungen für die junge Generation. Das Folgeprojekt wird ein Präventionsnetz aufbauen, um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien zu stärken. Gemeinsam mit der Zielgruppe und den Akteurinnen und Akteuren vor Ort sollen Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, um im Stadtteil psychisch gesund

2 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/praeventionsgesetz.html

aufwachsen zu können. Dabei ist beispielsweise an Angebote zu Resilienztraining und sozialem Kompetenztraining ebenso gedacht wie an eine Kooperation mit dem Projekt „Verrückt? Na und!“. Das bundesweite evaluierte Projekt befasst sich mit dem Thema „psychische Gesundheit bei Jugendlichen“ und hat mittlerweile v.a. für Jugendliche Angebote geschaffen. Pro Stadtteil ist jeweils eine Vollzeitstelle beantragt. Zusätzlich werden die „Gesundheitskoordinator*innen“ vor Ort durch eine Projektleitung (0,5 VK) und eine Teamassistenz (0,5 VK) unterstützt. Dafür ist eine Projektförderung im Rahmen der „Gesunden Kommune“ aus dem PrävG (s.o.) bei der AOK Bayern mit einem Gesamtfördervolumen von 2.95 Mio Euro für eine Laufzeit von 48 Monaten (2023-2026) beantragt. Die Bewilligung steht zum Zeitpunkt der Sachverhaltsdarstellung noch aus. Die Projektarbeit soll zum 01.01.2023 aufgenommen werden.

„Bindung Stärken“

Ein weiteres Projekt greift den ermittelten Bedarf aus dem ersten Projekt „Gesundheit für alle im Stadtteil“ auf und wird die Zielgruppe der werdenden Eltern und Familien mit Kindern von 0-3 Jahren in den Blick nehmen. Angeknüpft wird dabei insbesondere an die Arbeit des Netzwerks „Kinder“ 3 in dem Projektgebiet St. Leonhard/Schweinau. Die Expertinnen und Experten des Netzwerks Kinder konstatieren einen hohen Bedarf des Themas „sichere Bindung zwischen Eltern und Kindern“. Da in sozial benachteiligten und migrationsgeprägten Milieus vergleichsweise häufig Stressoren zu beobachten sind, die bindungsförderliche Beziehungsgestaltung erschweren, orientiert sich das Projekt mit der Fokussierung auf „sozial angespannte“ Quartiere besonders auf die oben genannte Zielgruppe. Ziel ist unter anderem einen niedrigschwelligen Zugang zu Programmen zu ermöglichen bzw. Programme ggf. auf die Zielgruppen anzupassen. Dieses Projekt soll zunächst in nur einem Modell Stadtteil (St. Leonhard/Schweinau) durchgeführt werden. Hier ist einerseits der Bedarf hoch und gleichzeitig bestehen bereits enge Netzwerkstrukturen. Zu dem liegen hier günstige Voraussetzung aufgrund des bereits bestehenden Modell-Präventionsnetzwerks St. Leonhard/Schweinau mit Fokus auf Kindergartenkindern vor. In Kooperation mit der Koordinierenden Kinderschutzstelle (Koki / Frühe Hilfen) wurde ein Workshop mit in diesem Bereich tätigen Anbietern und Expert*innen durchgeführt, der eine differenzierte Bedarfsanalyse und vor allem die Entwicklung niedrigschwelliger und adäquater Angebote vorbereiten soll. Für das Projekt ist es geplant 0,5 VK Gesundheitskoordination für Projekt Planung, Steuerung und Umsetzung sowie eine sozialpädagogische Fachkraft mit 0,5 VK

3 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/praeventionsgesetz.html

einzusetzen. Der geplante Förderzeitraum beläuft sich auf vier Jahre mit Beginn in 2023.

Beide Projekte sind im Bereich Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung im Gesundheitsamt angesiedelt. Die Projekte erlauben eine Laufzeit von maximal vier Jahren. Durch die im Rahmen des ÖGD Paktes neu geschaffenen Stellen (voraussichtliche Besetzung ab 01.12.22) im Bereich Gesundheitsförderung können diese Projekte, teilweise gesichert werden. Sowohl die Stelle „Verstetigung von Projekten in der Gesundheitsförderung“ als auch die „Dezentrale Gesundheitsförderung“ haben in ihrem Aufgabenportfolio die Einwerbung von Drittmitteln und die strategische Unterstützung und Verstetigung von Projekten.

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