Potenzialuntersuchung Mehrwerte für Langwasser Band 2: Strategie und Leitbild
Die Stadt der neuen Möglichkeiten bauen + OFFENHEIT Städtebauliche + URBANITÄT Vielfalt herstellen Klimaneutral Leben Neue Mobilitätsformen fördern Straßenraum neu denken + KLIMAANPASSUNG + NACHBARSCHAFT Langwasser ist bunt Schwammstadt entwickeln Nahversorgung sichern + LANDSCHAFT Nachbarschaftsleben stärken Grüne Schätze + PRODUKTION schützen & erhalten Freiräume qualifizieren, Die Stadt als Kreislauf sichern & multicodieren Langwasser als Arbeitsort stärken + MISCHUNG Mehr Mischung zulassen
Inhaltsverzeichnis
BAND 1
BAND 2
SCHWERPUNKTE DER WEITERENTWICKLUNG: 5
Potenziale und Strategieansätze
Quartiersentwicklung und Wohnen 7
Grün- und Freiraum 10
Mobilität 14
LEITBILD 17
EINLEITUNG 18
Themen der Entwicklung 19
KONKLUSION: HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 22
QUELLEN- UND ABBILDUNGSNACHWEIS 24
BAND 3
Schwerpunkte der Weiterentwicklung Potenziale & Strategieansätze
Quartiersentwicklung
und Wohnen
Potenzialkarte
WETTERSTEIN- PASSAGE
FRANKEN- CENTER
Qualifizierungspotenziale nach Bereich
Garagenhöfe / größflächige Parkplätze als Potenzialflächen für bauliche Entwicklung Nahversorgungszentren stärken Suchräume bauliche Ergänzung Einzugsradius (500 m)
Bereiche entlang der U-Bahn-Achse als Potenzialge- Folgebedarfe der soziale Infrastruktur biete für eine bauliche Entwicklung Die neuen potenziellen Einwohnerinnen und Ein- Die meisten Suchräume für eine bauliche Entwick- wohner lösen auch neue Bedarfe bei der sozialen lung liegen entlang der Innenbereiche des Stadtteils. Infrastruktur aus. Das vorhandene Prognoseszenario Sie sind durch die U-Bahn-Linie gut erschlossen und bezüglich Kitaplätzen zeigt, dass mit einer Steigerung bestehen vorwiegend aus Geschosswohnungsbau. der Bevölkerungszahl (6.000 neue Einwohnerinnen Mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erschlossene und Einwohner) im Quadrant Nordwest eine 2-grup- Standorte sollten zur Förderung der Mobilitätswende pige Krippe (24 Plätze) erforderlich wird. In Südwest mit einer Priorität gegenüber Standorten mit einer werden ein Haus für Kinder mit 2 Kindergärten (50 größeren Entfernung zu ÖPNV-Haltestellen städte- Plätze) sowie 2 bis 3 Hortgruppen (50-75 Plätze) baulich weiterentwickelt werden. benötigt. Die aufgrund der vorliegenden Prognose gestiegenen Schülerzahlen könnten in den vorhan- Größere Grundstücke im Besitz eines Eigentümers denen Einrichtungen bis zum Jahr 2035 abgedeckt bieten Chancen für eine zügige Umsetzung einer er- werden. Dies gilt unter Berücksichtigung einer maxigänzenden Bebauung. Es ist grundsätzlich einfacher, malen Klassengröße von 25 Kindern und unter Beimit einem oder wenigen Eigentümerschaften Projek- behaltung der bisherigen Einschulungsquote. Außerte der Weiterentwicklung umzusetzen. dem ist zu beachten, dass der prognostizierte Bedarf an Kita- und Schulplätzen unter der Voraussetzung Die Einfamilienhausgebiete haben aufgrund ihrer erfüllt wird, dass die bereits geplanten Vorhaben geringen Dichte ein hohes Potential für Maßnahmen umgesetzt werden. Für die Zeit nach 2025 könnte wie z.B. Aufstockung und / oder ergänzende Bebau- eine weitere Steigerung der Anzahl der Grundschulung von Stellplatzanlagen. Aufgrund der Vielzahl an kinder erfolgen. Daher sollten an allen bestehenden Eigentümern wird eine Aktivierung dieser Potenziale Grundschuldstandorten Erweiterungsmöglichkeiten jedoch als schwierig und sehr aufwendig einge- planerisch vorgesehen werden, um gegebenenfalls schätzt. Dennoch erscheint es sinnvoll, zukünftig eine einen späteren Anstieg durch Ergänzung um Klassen- Strategie zur ökologischen (Weiter-)Entwicklung der und Fachunterrichtsräume und Pausenflächen abfan- Einfamilienhausgebiete anzustoßen. gen zu können. Ebenso sind auch mögliche erhöhte pflegerische Bedarfe bei Seniorinnen und Senioren Um das bauliche Potenzial Langwassers zu ermessen, einzukalkulieren. wurde in zwei Schritten ein grobes, überschlägiges Potenzial neuer Wohneinheiten und Einwohnerin- FAZIT nen und Einwohner für Langwasser ermittelt. Dabei Insgesamt ist in Langwasser ein gutes Potenzial zur wurde im ersten Schritt generell die Anpassung und Weiterentwicklung des Stadtteils vorhanden. Das Erweiterung von bestehenden Gebäuden genauso in bisher ermittelte, überschlägige Potenzial muss im Betracht gezogen wie die Nutzung von Potenzialflä- Einzelfall anhand der vorhandenen Restriktionen chen. geprüft werden. Bei der Weiterentwicklung Langwas- In einem zweiten Schritt wurden die so erhobenen sers sind Lagen zur priorisieren, die über eine gute Potenziale anhand örtlicher Restriktionen wie dem ÖPNV-Erschließung verfügen. Auch die vorhandene Baumbestand, vorhandenen Biotopen, Grünverbin- Eigentümerstruktur der Potenzialfläche sollte ein dungen und bereits geplanten Projekten vertieft wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Standorte geprüft. Mit diesem methodischen Vorgehen konnte sein. eine belastbare Ersteinschätzung eines Neubaupoten- Zu beachten sind jeweils die aus einer Weiterentwickzials vorgenommen werden. Dieses liegt im Bereich lung hervorgehenden Bedarfe an Kita- und Schulvon circa 3.000 Wohneinheiten, was zu circa 6.000 plätzen. Der prognostizierte Zuwachs kann über die neuen Einwohnerinnen und Einwohner führen wür- bisherige Planung hinausgehende Bedarfe vor allem de. (Einwohnerzahl Langwasser 2020: 32.953) im Bereich der Kitas in den Quadranten Nordwest Hinweis: Bei der Berechnung des baulichen Poten- und Südwest auslösen. zials wurde der Ersatz von Gebäuden (durch Abriss und Neubau) nicht berücksichtigt. Damit könnte eine Dichte erreicht werden, die über das hier berechnete Potenzial hinausgeht.
STRATEGIE QUARTIERSENTWICKLUNG UND WOHNEN
Aufgelockerten Charakter („Gartenstadt“) mit lesbaren Quartieren weiterentwickeln
Eingänge in den Stadtteil definieren
Potenziale der bereits versiegelten Flächen nutzen: Stellflächen umnutzen,
Aufstockungen vornehmen
Integration aller Nutzergruppen, Berücksichtigung des demographischen Wandels
(barrierefrei / frei zugängliche Angebote)
Wohnungsangebot erweitern: z.B. Familienwohnen, besondere Wohnformen wie WGs,
Clusterwohnen, Mehrgenerationenhaus, Baugruppen, Wohnungsbaugenossenschaften
Bezüge Erdgeschossnutzung / Freiraum verbessern: gemeinschaftliche und
gewerbliche EGs mit Bezug zum Freiraum, Erdgeschosswohnen mit direkter Zugänglich-
keit zum Freiraum (Terrasse), Mietergärten für mehr Nutzungsmischung
Integration neuer, kleinteiliger Infrastrukturen im Huckepackverfahren
Wohnraumförderung nutzen, um bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum für alle
Bevölkerungsschichten zu schaffen und im Sinne der verankerten Kriterien nachhalti-
gen Wohnraum bereit zu stellen
STRATEGIE SOZIALE INFRASTRUKTUR
Strategie Ergänzung: neue Kita als freistehendes Gebäude auf ausreichend großem
Grundstück
Strategie Aufstockung: neue Kita durch Aufstockung von Flachbauten
Strategie Umnutzung: Nutzung ehemaliger Nahversorgungszentren
Strategie Integration: Erdgeschosse von Neubauprojekten zur Belebung der EG-Zonen
und Nutzungsmischung nutzen
Grün- und Freiraum
Potenzialkarte
Qualifizierungspotenziale nach Bereich
Dachbegrünung (Flachdächer) halböffentliche Grünflächen Wohnbauflächen: (Klimaanpassung, Biodiversität, Pflege, etc) öffentliche Grünflächen: (Klimaanpassung, Biodiversität, Pflege, etc) Straßen Stellplätze Entsieglung (nach INSEK) Freiraumkonstellation (nach INSEK)
Öffentliche Grün- und Freiräume Regelanforderung werden, die Situation bei baulicher Obwohl Langwasser sehr grün wirkt, ist mit Ausnah- Entwicklung durch eine gleichzeitige Entwicklung von me des Quadranten Süd-Ost ein Defizit an öffent- Wohnungsbau und Schaffung öffentlicher Spiel- und lichen Grünflächen vorhanden. Daher müssen die Bewegungsflächen zu verbessern. Zugleich muss es vorhandenen öffentlichen Grün- und Freiflächen Ziel sein, auch unabhängig von baulicher Entwicklung erhalten und hinsichtlich ihrer Nutzungs- und Ange- Potenziale für neue Spiel- und Bewegungsflächen zu botsvielfalt verbessert werden (‚Freiraumqualitätsof- erschließen. fensive‘). Die nach dem Leitbild der aufgelockerten Stadt gestalteten fließenden Grünräume besitzen ein Klimaanpassung und Förderung der biologischen Potenzial der Aufwertung. Weiterhin sollen Verbin- Vielfalt, Produktives Stadtquartier dungen und Vernetzungen zwischen den Freiflächen Langwasser wurde in einer Zeit gebaut, als Themen gestärkt werden, Barrieren (insbesondere durch die wie Klimaanpassung, biologische Vielfalt sowie Stoffgroßen Verkehrsachsen) abgebaut und die Erreichbar- und Energieströme keine oder nur eine untergeordnekeit des umliegenden Waldes und der Landschaftsräu- te Rolle spielten. Mit der Baustruktur und den damit me verbessert werden. Der öffentliche Straßenraum verbundenen Freiflächenangeboten hat dieser Siedbesitzt mit seinen zum Teil sehr groß dimensionierten lungstyp ein erhebliches Potenzial, um produktiver zu Straßenprofilen und Stellplatzflächen in den Wohn- werden. Regenwasser kann verdunsten und zur Kühquartieren Potenziale, um diesen hinsichtlich der lung in Hitzeperioden beitragen. Die Freiflächen, aber Freiraumnutzung aufzuwerten. Gleichzeitig müssen auch die Gebäude bieten ein Potenzial für ein Mehr aber auch Möglichkeiten überprüft werden, neue an biologischer Vielfalt, indem Blühwiesen angelegt öffentliche Grün- und Freiräume zu schaffen. Es ist das werden, Gehölze artenreich umgebaut werden oder Ziel zu verfolgen, die aus einer neuen Wohnbebauung Konzeptansätze des Animal aided Design umgesetzt resultierenden Bedarfe zu berücksichtigen und Mög- werden. Freiflächen können auch produktiv werden, lichkeiten auszuloten, bislang privat genutzte Grün- indem sie Möglichkeiten für urbanes Gärtnern anbieflächen als öffentliche Grünflächen zu übertragen. ten. Im Beton der Gebäude steckt gebundene graue Ener- Halböffentliche Grün- und Freiräume gie, die weiter nutzt werden kann. Humose Böden Die halböffentlichen Grün- und Freiflächen sind zum und Bäume binden CO2 und leisten damit einen Teil in die Jahre gekommen. Sie entsprechen mit den Beitrag als Kohlenstoffsenke. Diese Potenziale sollen prägenden Gestaltungselementen Rasenflächen, im Sinne einer zukunftsorientierten Siedlungsentwick- Baumgruppen, Wegen und privaten Kleinkinderspiel- lung mit gehoben werden. flächen nicht mehr den vielfältigen Ansprüchen einer heterogenen Stadtgesellschaft, die sich aufgrund des FAZIT derzeitigen demographischen Wandels noch ver- Den Grün- und Freiflächendefiziten ist vor allem stärken wird. Es bedarf einer aktiven Strategie der qualitativ zu begegnen. Mit unterschiedlichen Stra- Aktivierung der Flächenpotenziale. Für solche Qualifi- tegieansätzen lassen sich die Flächen gestalterisch, zierungsstrategien sind viele Potenziale gegeben. funktional und klimaangepasst qualifizieren. Auch Straßenraum und Gebäude sind in solchen Strategien Spiel- und Bewegungsflächen mit zu berücksichtigen. Spielflächen sollten vor allem Das Angebot an öffentlichen Spiel- und Bewegungs- einhergehend mit städtebaulichen Entwicklungen flächen ist nicht ausreichend und zudem ungleich- neu geschaffen oder qualifiziert werden. Auch die mäßig verteilt. Es fehlen Spielflächen für alle Alters- Ausweisung öffentlicher Grün- und Freiflächen ist bei gruppen, jedoch insbesondere für Jugendliche. Die künftigen Neubauvorhaben zu berücksichtigen. Die beiden Quadranten Nord-Ost und Süd-Ost weisen eine städtebauliche Weiterentwicklung des Stadtquartiers qualitative gute Versorgung an Flächen für Bewegung soll gleichzeitig die Klimaanpassung, den Klimaschutz, und Sport auf. Beispielhaft für öffentliche Bewe- biologische Vielfalt fördern und offene Stoffströme gungsflächen ist der Bewegungspark in Langwasser in Sinne einer produktiven Stadt verstärkt schließen. Süd-Ost, der explizit von allen Altersklassen nutzbar Aber auch Strategieansätze zur Schaffung neuer ist. Das Defizit an Spiel- und Bewegungsflächen wird öffentlicher Grün- und Freiflächen sowie Spiel- und besonders in Nord-West und Süd-West deutlich. Um Bewegungsflächen sollen zum Beispiel in Form eines dieses Defizit verringern zu können, sollte es zur Freiraumkonzeptes entwickelt werden.
STRATEGIE GRÜN- UND FREIRAUM
Freiräume im „Huckepackverfahren“ zusammen mit städtebaulicher Entwicklung stärken
Halböffentliches Grün im Zuge von Neubauprojekten aktivieren und umfassend qualifizieren: z.B. Spielplätze, Mietergärten, generationsübergreifende Gemeinschaftsflächen bereit-
stellen, Bezüge Wohnung und Innenhaus herstellen
Durch Neubauprojekte ausgelöste weitere Bedarfe an öffentlichen Grünflächen im Stadtteil abbilden (z.B. durch Übertragung privater Grundstücke als öffentliche Grünflächen)
Von einheitlichen Freiräumen zu imagebildenden Orten mit klaren Themen kommen (z.B.
Sportorte, Spielorte, Bewegungsorte, essbare Orte etc.)
Besondere Freiraumorte mit Ausstrahlung und Identität entwickeln (z.B. Sport- und Bewe-
gungspark, Treffpunkt für Jugendliche, der Wohlfühlpark, die Naturoase usw.)
Geeignete Orte im öffentlichen Raum mit Infrastruktur für Veranstaltungen ausstatten (Was-
ser-/Elektroanschlüsse, Toiletten), z.B. im Grünzug Ferdinand-Drexler-Weg
Klimatische Anpassung mit städtebaulicher Entwicklung zusammen denken, z.B. Regenwasser als Ressource nutzen, Abkoppelung der Regenwasserbewirtschaftung von den Kanälen zur Starkregenvorsorge und Verbesserung der Gewässerqualität in Langwasser, Hitzeanpas-
sung durch Vegetation, Gebäudebegrünung
Klimaschutz durch Nutzung vorhandener, gebundener Energien beim Um- und Weiterbau
Mehr Biodiversität schaffen: Pflanzenauswahl, Strukturanreicherung, Vernetzung von Grün-
flächen, naturnahe Pflege, Konzepte des Animal aided Design fördern
Freiflächengestaltungsplan als strategisches Tool nutzen
Eine weiterführende sorgfältige Analyse der (öffentlichen) Freiflächen hinsichtlich ihres ökologischen, gestalterischen und funktionalen Wertes muss erfolgen (in Form eines Freiraumkonzeptes oder von Masterplänen, wie zum Beispiel dem Masterplan zur Sanierung
des Grünzuges am Ferdinand-Drexler-Weg in Langwasser Süd-Ost)
STRATEGIE SPIELFLÄCHEN
Strategie zur Aktivierung privater und halböffentlicher Flächen: bei Neubebauung prüfen, ob benannte Flächen als öffentlich nutzbare Spielflächen geeignet sind und umsetzen
Strategie Qualifizierung: bestehende Spielflächen qualifizieren und mit neuen Angeboten erneuern, hierzu gehört explizit auch die Schaffung neuer Bewegungsflächen für alle Alters-
gruppen, besondere Treffpunkte für Jugendliche schaffen
Strategie Umwidmung: Erschließung von neuen Flächen mit Spielqualitäten (verkehrsberuhigte Bereiche, Spielgelegenheiten in öffentlichen Grünflächen, im Abstandsgrün der Ränder)
Strategie Doppelnutzung: Doppelnutzung von Schulfreiflächen fortsetzen und weiter qualifi-
zieren
Mobilität
Potenzialkarte
Qualifizierungspotenziale nach Bereich
Hauptverkehrsstraßen Straßen mit Umgestaltungspotenzial Parkplätze und Garagenhöfe mit Umgestaltungspotenzial großflächige Stellplätze mit Umgestaltungspotenzial Stichstraßen Potenzialflächen für autoarme Wohngebiete Potenzial für Mobiltätsstationen Lücke im Fußwegenetz deutliches Verbesserungspotenzial Fußwege bestehendes Hauptwegenetz bestehendes Radroutennetz geplantes Radroutennetz Radvorrangnetz
Straßennetz im Allgemeinen Fuß- und Radwegenetze
Das Straßensystem in Langwasser ist prinzipiell durch Die feingliedrige Erschließung des Fuß- und Radvergroße, leistungsstarke Magistralen in den Randberei- kehrs hat noch Qualifizierungspotenzial. So könnte chen und zwischen den Quadranten sowie kleinere die Ausweisung von Fahrradstraßen in Anbindung an Erschließungsstraßen in den Quadranten geprägt, die die vorhandene Radvorrangroute geprüft werden. meist die Wohngebiete erschließen und die Fein- Auch eine Anreicherung von kleineren Mobilitätsverteilung leisten. Obwohl das Stadtquartier über- stationen mit Leihfahrrädern, Fahrradstellplätzen wiegend sehr gut mit dem öffentlichen Nahverkehr vor Wohngebäuden und Ähnlichem sollte bei einer erschlossen ist, besteht eine extrem starke Autoori- weiteren Entwicklung des Stadtteils mitgedacht werentierung. Die Autoorientierung ist nicht nur mit der den, um den individuellen Kfz-Besitz zu senken und Planung Langwassers als autofreundliches Gebiet, den Umweltverbund, bestehend aus ÖPNV, Rad- und wobei viele private Stellplätze hergestellt worden Fußverkehr, zu stärken. sind, sondern auch mit der Präsenz der angrenzenden Eine mögliche Führung von Radwegen innerhalb Messe verbunden: Straßen mit ausreichender Kapa- öffentlicher Grünanlagen wird innerhalb der Stadtzität werden für ihre Zubringerfunktion benötigt. verwaltung kontrovers diskutiert. Ein Konsens konnte Innerhalb der Quadranten gibt es aber Potenzial für bislang noch nicht gefunden werden, so dass das eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs. Thema im Zusammenhang weiterer Planungen und Konzepte näher untersucht werden muss.
Große Magistralen
Die großen Magistralen bilden Barrieren zwischen den Quadranten und zu den benachbarten Siedlungs- FAZIT gebieten und Naherholungsräumen aus. Die Que- Der Umbau der autogerechten Stadt stellt eine Gerung dieser Barrieren sollte für zu Fußgehende und meinschaftsaufgabe dar. Es können umfangreiche Flä- Radfahrende verbessert werden. Schattenspendende chenpotenziale für ein Mehr an Aufenthaltsqualität Straßenbäume fehlen in einigen Bereichen. Das Flä- und Nachhaltigkeit generiert werden. Damit können chenpotenzial der Straßenquerschnitte ist erheblich Freiraumdefizite sowie ökologische und klimatische und sollte aus der Perspektive des Fuß- und Radver- Beeinträchtigungen durch eine zunehmende Bebaukehrs qualifiziert werden. ung gemindert und die umwelt- und stadtverträgliche Abwicklung des Verkehrs gesteigert werden. Der Erschließungsstraßen in den Quadranten öffentliche Raum wird gestärkt. Ein Mobilitätskon- Die raumgreifenden Erschließungsstraßen im Inneren zept für Langwasser greift, wenn die großräumige weisen ein großes Potenzial zur Qualifizierung des wie auch die kleinteilige Erschließung übergreifend Stadtteils auf. Ein partieller Rückbau oder eine Um- mit Schwerpunkt auf den Umweltverbund gedacht widmung dieser teils überdimensionierten Straßen wird und Verkehrsräume multifunktional gestaltet und der daran angeschlossenen Stellplätze schafft werden. Raum für eine Qualifizierung des öffentlichen (Frei-) Ein Umbau der Straße ist im Zusammenhang von raumes sowie generiert des Weiteren Flächen für eine anstehenden Straßensanierungsmaßnahmen denkbar bauliche Entwicklung. und sollte auch im Zusammenhang mit angrenzenden Eine markante Gestaltung der Eingänge in die Quar- größeren Baumaßnahmen überprüft werden. tiere mit einer Platzgestaltung und die Reduzierung von Stellplätzen im öffentlichen Raum würde zum einen zur Aufwertung des Raumes beitragen, zum anderen die Möglichkeit zur Erreichung autoarmer Wohngebiete schaffen. Quartiersgaragen sind insbesondere bei Neubaugebieten mit einem reduzierten Stellplatzschlüssel denkbar. Mobilitätsstationen in verschiedenen Größen mit z.B. Carsharing oder Leih- und Lastenfahrrädern sollen für die Nutzerinnen und Nutzer erreichbar sein. Wichtig ist, ein dichtes Netz an gut erreichbaren Standorten zu schaffen.
STRATEGIE MOBILITÄT
Differenzierung im Straßennetz, öffentlichen Straßenraum für Alle schaffen: Fußgänge-
rinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer, ÖPNV, MIV
Verknüpfung der straßenunabhängigen Fuß-und Radwege mit dem Netz der Erschlie-
ßungsstraßen als Alltags- und Freizeitwege
Erhöhung der Gestaltqualität in den Erschließungsstraßen und Hauptnetz für Fuß-
gängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer, (z.B. Anlage von breiten Gehwegen, Gehwegvorstreckungen, Reduzierung der Stellplätze, Integration von Fahrrad- und E-Scooter-Abstellflächen, Haltegriffe oder Abstellfläche für Füße an Ampeln, Entsiegelung zu Gunsten von begrünten Unterstreifen mit Blühwiesen und Flächen für
die Regenwasserbewirtschaftung, Alleepflanzungen, ergänzende Baumsetzungen)
Gestaltung der Eingänge / Quartiersübergänge
Quartiersgarage bei der Realisierung von Neubaugebieten, gekoppelt mit Reduktion
Stellplätze im öffentlichen Raum
Kleinräumige Abstellanlagen für Fahrradparken einplanen und systematisch einrichten. Vorhandene Anlagen quantitativ und qualitativ angemessen ausstatten. Dazu gehören auch Servicestationen für Kleinreparaturen.
Übergeordnete Straßen wie Breslauer Straße (im Zusammenhang mit der Entwicklung
des neues Schulcampus) mit Aufenthaltsqualitäten entwickeln
Aufwertung der Radwegeverbindung innerhalb der Grünstreifen entlang der Otto-
Bärnreuther-Straße
Ausbau Mobilitätsstationen und sinnvoller Alternativen zum Motorisierten Individual-
verkehr
Entwicklung einer Kommunikationsstrategie zur Vorbereitung der Mobiltitätswende in
Langwasser
Leitbild Leitbildentwicklung Mehr Langwasser - MehrWertStadt
Leitbild Langwasser
Einleitung und Entwicklungsprozess
Mehr Langwasser
MehrWertStadt
Die Stadt der neuen Möglichkeiten bauen Städtebauliche + URBANITÄT + OFFENHEIT Vielfalt herstellen Klimaneutral Leben Neue Mobilitätsformen fördern Straßenraum neu denken + KLIMAANPASSUNG + NACHBARSCHAFT Langwasser ist bunt Schwammstadt entwickeln Nahversorgung sichern + LANDSCHAFT Nachbarschaftsleben stärken
Grüne Schätze + PRODUKTION schützen & erhalten Freiräume qualifizieren, Die Stadt als Kreislauf sichern & multicodieren Langwasser als Arbeitsort stärken + MISCHUNG
Mehr Mischung zulassen
Ausgehend von den Qualitäten und Elementen, die gene Siedlungsstruktur mit verschiedenen städtebaujeden einzelnen Quadranten charakterisieren, wurden lichen Qualitäten besteht aus eigenständigen kleinteidie für die Entwicklung des Stadtteils relevanten The- ligen Nachbarschaften/Inseln mit jeweils homogener men identifiziert. Sie wurden in einem Leitbild zusam- Typologie und Bewohnerstruktur. mengefügt. Das Leitbild inkludiert den bestehenden Identifikationsslogan „Langwasser ist Bunt“ und will Die aktuellen Angebote an Wohn- und Freiraum, die Idee eines vielfältigen Stadtteiles weiterverfolgen Versorgung und Mobilität, die Form der zentralen und erweitern. Regenentwässerung, die fehlende Gebäudebegrünung Für jedes Leitthema wurden Ziele formuliert, die meh- entsprechen nicht mehr den Anforderungen und den rere Maßnahmen vorschlagen. Das Leitbild versammelt Bedarfen einer sich wandelnden Stadtgesellschaft nach Ziele, Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für differenzierten Angeboten sowie den Anforderungen, die Weiterentwicklung des Quartiers. die sich durch den Klimawandel und Verlust der biolo- Diese allgemeinen Richtlinien dienen als übergeordne- gischen Vielfalt in der Stadt ergeben. te Strategie für eine umfangreiche Entwicklung. Aus diesem Werkzeugkasten können einzelne Werkzeuge Ein Update des Bestandes ist für die langfristige Sicheherangezogen und auf die einzelnen Quadranten rung der Funktionsfähigkeit, Resilienz und Lebendigangewendet werden. Jeder Quadrant kann in seiner keit des Quartiers notwendig. Darüber hinaus würde Entwicklung davon profilieren. die Realisierung innovativer und experimenteller Zentral für die Weiterentwicklung ist die Schaffung Maßnahmen Langwasser als attraktiven Stadtteil für von Mehrwerten: eine bauliche Entwicklung bedeu- verschiedene Bevölkerungsgruppen stärken. tet auch gleichzeitig Mehrwerte für das Quartier zu schaffen. Die Weiterentwicklung Langwassers ist sowohl als Chance für die Modernisierung des Bestandes als auch Der Stadtteil Langwasser im Süden Nürnbergs wurde für neue Möglichkeiten zu sehen. Für eine zukunftsfäin seiner heutigen Form seit den 1950er Jahren in vier hige und nachhaltige Weiterentwicklung Langwassers Quadranten geplant und errichtet. Langwasser wird wurden folgende Leitthemen identifiziert. durch die Planungsprinzipien der autogerechten Stadt und „Wohnen im Grünen“ charakterisiert. Die hetero-
- OFFENHEIT
Die Gebäude in Langwasser haben meist keine direkte oder nutzbare Verbindung zum Frei- und öffentlichen Raum. Um Langwasser als „offenes Quartier und Experimentierstadt“ zu entwickeln, braucht es Offenheit für Veränderungen und Innovation, beginnend mit einer punktuellen räumlichen Öffnung der Erdgeschosszonen als Initialzündung für neue Nutzungen, Angebote und Möglichkeiten:
Die Stadt der neuen Möglichkeiten bauen
-
Bauliche Entwicklung als Motor für neue Möglichkeiten nutzen
-
Nutzungsoffenheit durch multifunktionale Räume und Flächen erzeugen
-
Nutzungsflexible Erdgeschosszonen etablieren und umbauen
-
Institutionelle Freiflächen als Orte der Begegnung weiter öffnen und qualifizieren
-
Räume der Partizipation für Kommunikation und bürgerschaftliches Engagement öffnen
- MISCHUNG
Die typische funktionale Trennung der aufgelockerten Stadt der 50er/60er Jahre soll reduziert werden. Durch kleinteilige Nutzungsmischung und ein breites Wohnungs- und Freiraumangebot soll Langwasser zu einem vielfältigen, urbanen und sozialgemischten Quartier entwickelt werden, das unterschiedliche Bevölkerungsgruppen einbindet:
Mehr Mischung zulassen
-
Nutzungsmischung durch hybride Gebäude erzeugen
-
Um- und Mehrfachnutzung von Räumen und Flächen fördern
-
Gemeinschaftlich genutzte Infrastrukturen und Räume schaffen
-
Zwischennutzung für die Kreativwirtschaft fördern
-
Experimentelle, vielseitige und sozialdurchmischte Wohnraumkonzepte schaffen: Wohnraum
für alle Bevölkerungsgruppen, Alters- und Einkommensklassen mit unterschiedlichen Lebensmodellen gewährleisten
- Mischung der Bauträger sichern, um ein vielfältiges Wohnraumangebot sicherzustellen
- NACHBARSCHAFT
Langwasser verfügt über eine gut ausgebaute soziale Infrastruktur. Es besteht ein aktives Netzwerk des Zusammenlebens im Quartier. Allerdings gibt es einen Bedarf an informellen Orten der Begegnung für das Quartiersleben und an nicht-kommerziellen Angeboten im direkten Wohnumfeld:
Nachbarschaft stärken
-
Bestehende Akteurs- und Kooperationsnetzwerke weiter ausbauen
-
Gemeinschaftliche und kulturelle Angebote und Räume zur Stärkung des Zusammenlebens
schaffen
-
(nicht kommerzielle) Treffpunkte und Räume für alle Generationen schaffen
-
Wohnstraßen als nachbarschaftlich genutzte Orte denken und gestalten
-
Identitätsstiftende Quartierszentren gestalten
Nahversorgung sichern
-
Angebot erweitern und attraktivieren durch neue gewerbliche Konzepte
-
Nahversorgungszentren mit neue Nutzungen anreichern
-
Fußläufige Erreichbarkeit schaffen und gewährleisten
- URBANITÄT
Langwasser wurde als durchgrünter Stadtteil der autogerechten Stadt geplant. Urban ist Langwasser schon heute in Bereichen, in denen sich unterschiedliche Nutzungen überlagern. In der weiteren, kleinteiligen Mischung der Nutzungen liegt die Chance für mehr Urbanität - einhergehend mit einer baulichen Entwicklung:
Städtebauliche Vielfalt herstellen
- Neue Dichte einführen: Qualität der baulichen Entwicklung innerhalb einer wirtschaftlichen
Projektentwicklung herstellen
-
Gebäude mit niedriger Geschossigkeit und Flachdach aufstocken
-
Bautypologische Vielfalt erzeugen
-
Mit möglichst diversen Bautypologien und Grundrissen Möglichkeitsräume für unterschied-
liche Nutzungen schaffen
Neue Mobilitätsformen fördern
- Mobilitätsangebote schaffen und vernetzen, z.B. Mobilitätsstationen und Reduzierung der
Stellplätze im öffentlichen Raum, Sharing Angebote, Anbindung an den ÖPNV
-
Autoarme und autofreie Quartiere schaffen, fuß- und radverkehrfreundlich
-
Straßennetz neu dimensionieren und überflüssige Erschließung umgestalten/rückbauen
-
Ausbau und Verbesserung von kurzen und direkten Wegeverbindungen für den Fuß- und
Radverkehr
-
Systematische Errichtung dezentrale Radstellablagen
-
Anwendung des Mobilitätsbaukastens für neue Bauprojekte
- LANDSCHAFT
Langwasser ist ein durchgrüntes Quartier und weist neben öffentlichen Grünflächen und Grünzügen auch viele halböffentliche / private Freiräume auf. Bei einer Weiterentwicklung des Stadtteiles sollen öffentliche Grün- und Spielflächen nicht baulich in Anspruch genommen werden, sondern qualitativ aufgewertet und mehrfach genutzt werden und darüber hinaus auch halböffentliche und private Freiräume stärker für die Stadtgesellschaft nutzbar gemacht werden:
Freiräume qualifizieren, sichern und multicodieren
- Bestehende Öffentliche Grünanlagen, Spiel-, Sport- und Bewegungsflächen für alle Generatio-
nen schützen, erneuern, qualifizieren und Möglichkeiten einer Multicodierung prüfen
- Halböffentliche und private Freiflächen im Sinne der Mehrfachnutzung aktivieren, öffentlich
zugänglich gestalten und Nutzungsangebote etablieren
- Entwicklung neuer Konzepte für eine gemeinsame Entwicklung von Freiräumen und Städte-
bau, z.B. Gartenstadt 2.0
-
Die Quadranten stärker miteinander über Freiräume verbinden
-
Verknüpfungen mit dem umliegenden Wald stärken, seine Nutzung als Naherholungsraum
soll detailliert geprüft und mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden
- Biologische Vielfalt durch Gestaltung und Pflege fördern
Grüne Schätze schützen und erhalten
- Die grünen Schätze Langwassers wie Altbäume und Naturdenkmäler sind identitätsstiftend
und sind zu erhalten
- KLIMAANPASSUNG
Hitzeperioden (Urban Heat Effekt) und Starkregenereignisse als Folgen der Klimakrise werden in Zukunft häufiger auftreten. Sie können immense Schäden verursachen und sich negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken. Daher ist auch Langwasser dazu aufgefordert, sich klimatisch anzupassen. Im Zentrum stehen dabei ein neuer Umgang mit der Ressource (Regen-)Wasser und damit einhergehend Strategien der Hitze- und Starkregenvorsorge sowie eine Neucodierung stark versiegelter Straßenräume. Diese Maßnahmen sind auch unter Berücksichtigung des bereits bestehenden Klimabaukastens der Stadt Nürnberg zu entwickeln:
Schwammstadt entwickeln
- Klimaanpassungsmaßnahmen im Sinne der Schwammstadt umsetzen: (Regen-)Wasser von
den Kanälen abkoppeln, speichern und verfügbar machen, durch Verdunstung kühlen und durch Retention Starkwasserereignissen vorbeugen
- Regenwasser von den versiegelten Flächen für die Bewässerung der Bäume nutzen
Straßenraum neu denken
-
Graue Infrastrukturen entsiegeln und klimagerecht umbauen
-
Straße als Freiraum entwickeln: Begegnungsräume mit Aufenthaltsqualität schaffen
-
Straßenbaumoffensive starten
Klimaneutral leben
-
Langwasser zum Energieerzeuger und -speicher machen
-
Straßenbaumoffensive starten
-
Durch Verdunstung des Regenwassers Kühle produzieren
- PRODUKTION
Die Notwendigkeit nachhaltiger Prozesse fordert eine stärker auf Mehrfachnutzung und Kompaktheit ausgerichtete Siedlungsentwicklung. Langwasser soll in Zukunft stärker auch Möglichkeiten des Arbeitens im Quartier bereitstellen und sich auf den Weg machen, selbst klimaneutral produktiv zu werden und bestehende Ressourcen besser zu nutzen:
Langwasser als Arbeitsort stärken
-
Förderung von Gewerbe und Einzelhandel im Quartier
-
Neue Formen der Verknüpfung von „Wohnen und Arbeiten“ schaffen
-
Vorhandenes Gewerbegebiet zwischen Thomas-Mann-Straße und Breslauer Straße sichern
-
Wohnungsnahe Dienstleistungen in den Quartieren sicherstellen und vor allem in den Erdge-
schossen integrieren
Die Stadt als Kreislauf
- Neuen Umgang mit Ressourcen etablieren, Stoffkreisläufe nutzbar machen (Urban Mining),
biologische Viefalt fördern
- Graue Energie nutzen, Bestand um- und weiternutzen, vorhandene Baustoffe so weit mög-
lich wiederverwenden
- Produktive Dachlandschaften: Energie und urbane Landwirtschaft etablieren
Konklusion -
Handlungsempfehlungen
Zur Sicherung der Weiterentwicklung Langwassers sind eine Hand-
lungsstrategie sowie Steuerungsinstrumente notwendig:
- UPDATE DES BESTANDES:
Der Bestand benötigt eine Modernisierung sowie einen kontinuierli-
chen Umbau- und Erneuerungsprozess. Für die öffentlichen Flächen ist
die Stadt Nürnberg gefordert, für einen Teil der Bauflächen wiederum
die wbg. Die Städtebauförderung und die Wohnraumförderung über
das Bayerische Modernisierungsprogramm können dazu einen Beitrag
leisten, reichen aber alleine nicht aus.
- MEHRWERTE DURCH BEBAUUNG GENERIEREN:
Wohnungsbau als Motor der Veränderung für die Umsetzung des
Leitbildes nutzen. Im Huckepack der baulichen Entwicklung sollen
Mehrwerte für die Stadtgesellschaft sowie für die Umwelt, biologische
Vielfalt, Klimaschutz und Klimaanpassung auf dem Baugrundstück
und in der Nachbarschaft generiert werden. So können auch die Nach-
haltigkeitskriterien der Wohnraumförderung erfüllt werden.
- INSTRUMENTE/WERKZEUGKASTEN:
Um Mehrwerte zu generieren, ist die Anwendung des Werkzeugkas-
tens städtischer Instrumente der Steuerung erforderlich. Hierfür be-
darf es eines klaren, auf die Bedarfe Langwassers abgestimmten Auf-
trags.
- KRITERIEN/ANFORDERUNGSKATALOG:
Die Sicherung der Mehrwerte erfordert einen einheitlichen Kriterien-
katalog für Bauvorhaben, der städtebauliche, freiräumliche, umwelt-
fachlich, gewerbliche und verkehrliche Aspekte, Folgebedarfe der sozi-
alen und grünen Infrastruktur sowie Wirkungen auf die Nachbarschaft
u.a. mit einbezieht. Im Baulandbeschluss sind bereits wesentliche
Anforderungen für die soziale und grüne Infrastruktur formuliert. Bei
neuer Bebauung wird auch relevant, diese mit weiteren Aufwertungs-
maßnahmen für das Gesamtgebiet zu verknüpfen.
Quellen- und
Abbildungsverzeichnis
Literatur und Dokumente Stadt Nürnberg, Jugendamt: Jugendhilfeplanung. Offene Kinder- und Jugendarbeit, 2017 Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth: Auszug der Bezirkstabellen Stadt Nürnberg, Jugendamt: Jugendhilfeplan „Spieund Karten aus den Innergebietliche Strukturdaten len in der Stadt“, 2008; Werkstadtbericht 2019. DIN Nürnberg 2020, 2020. 18034-1, 2020
Stadt Nürnberg, Stadtplanungsamt: Flächennutzungs- Referat für Jugend, Familie und Soziales: Seismograplan der Stadt Nürnberg mit integrierten Landschafts- fentreffen: Langwasser-NO & SO, 2021 plan (FNP), 2021 Stadt Nürnberg, Verkehrsplanungsamt: Mobilitäts- Stadt Nürnberg, Bürgermeisteramt: Integriertes baukasten, 2018 Stadtteilentwicklungskonzept Nürnberg Südost. Vernetzen!, 2015. Stadt Nürnberg, Verkehrsplanungsamt: Radroutenkonzept, 2021 Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung - Landesgruppe Bayern (Hg.): Städtebau im Stadt Nürnberg, Servicebetrieb öffentlicher Raum: Wandel. Stadtteil Nürnberg-Langwasser, 1987. Masterplan Ferdinand-Drexler-Weg, 2021
Stadt Nürnberg, Wirtschaftsreferat (Hg.), GEWOS Stadt Nürnberg, Umweltamt: Stadtklimagutachten, Institut für Stadt- und Regionalforschung GmbH: 2014 Stadtentwicklungskonzept „Wohnen im Jahr 2025 in Nürnberg“, 2015. Stadt Nürnberg, Mobilitätsbeschluss, 2021
Stadt Nürnberg, Wirtschaftsreferat, Stab Wohnen, Stadtklimagutachten, Stadt Nürnberg, Umweltamt, Quaestio - Forschung & Beratung GmbH: Wohnungs- GEO-NET Umweltconsulting GmbH, 2014 marktbeobachtung 2019, 2020
Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit: Karten und Grafiken Masterplan Freiraum, 2014 Kartengrundlage: Stadt Nürnberg, Umweltamt/ Umweltplanung: Akti- Geobasisdaten Bayerische Vermessungsverwaltung: onsplan „Kompaktes Grünes Nürnberg“, 2021 Digitale Stadtgrundkarte, 2019
Stadt Nürnberg, Umweltamt/ Umweltplanung: Ge- alle weiteren Karten und Graphiken: samtstädtisches Freiraumkonzept Nürnberg, 2014 yellow z und bgmr
Stadt Nürnberg, Planungs- und Baureferat, Stadtplanungsamt: Baulandbeschluss, 2020 Fotonachweis yellow z und bgmr Stadt Nürnberg, Beschluss Machbarkeitsstudie Langwasser, Stadtplanungsausschuss, 09. Juli 2020
Stadt Nürnberg, Stellplatzsatzung, 2016
Stadt Nürnberg, Referat für Schule und Sport: Fort- Hinweis: schreibung Schulraumentwicklungsplanung 2020, Das Impressum ist nur in Band 1 dargestellt
Impressum: Herausgeber: Stadt Nürnberg Stadtplanungsamt Lorenzer Straße 30 90402 Nürnberg