Haushaltssperre

← Sitzung des Schulausschusses (21.10.2022)

Sachverhalt

Anlage · 21.10.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Schule & Bildung

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Berichterstattung zum Sachstand von laufenden Baumaßnahmen im Schulbereich

hier: Antrag ÖDP-Stadtratsgruppe „Schulgärten mitdenken“ vom 17.02.2022

In der Sitzung des Schulausschusses am 11.12.2020 wurde zuletzt über den Sachstand laufender Baumaßnahmen größerer Art berichtet. Diese regelmäßige Information wird hiermit fortgeschrieben.

Der Sachstandsbericht (09/2022) enthält Maßnahmen, die im gültigen MIP 2022-2025 bereits enthalten sind und deren Bau- und Sanierungsbeginn bereits erfolgt ist (Statusspalte "grün") bzw. mit deren Planung bereits begonnen wurde (Statusspalte "gelb"). Veränderungen gegenüber dem Bericht aus dem Dezember 2020 sind in kursiver Schrift und durch Unterstreichung markiert.

Ferner werden laufende (noch nicht finanzierte) Maßnahmen in der VOR-BIC-Liste (09/2022) und BIC-Liste (09/2022) geführt.

Schulgärten an Nürnberger Schulen

Antrag ÖDP-Stadtratsgruppe „Schulgärten mitdenken“ vom 17.02.2022

Die Verfassung des Freistaats Bayern legt im Artikel 131 Absatz 2 das „Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt“ als eines der obersten Bildungsziele fest. Die „Richtlinien für die Umweltbildung an den bayerischen Schulen“ beziehen sich darauf und empfehlen eine Persönlichkeitsbildung, die den „ganzen Menschen mit seinem Gefühl, seinem praktischen Können und seinem Sachverstand“ gleichermaßen erreicht und betonen darüber hinaus die Verknüpfung von Lernen und Handeln (StMUK 2003). Schulgärten können hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten. Ein Schulgarten ist grundsätzlich in der Stadt Nürnberg bei jeder (Neu-) Baumaßnahme- unabhängig von der Schulart - in einem Umfang von mindestens 100 Quadratmetern miteingeplant. Die Art der Nutzung bzw. der Bepflanzung ist den Schulen dabei freigestellt; häufig ist die Arbeit im Schulgarten ein Baustein der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung durch Unterricht und Betreuung insbesondere bei Grundschulen bzw. wird bei weiterführenden Schulen als Wahlfach für Schülerinnen und Schüler angeboten. Der Standort der Schule sowie etwaige Einschränkungen (Feuerwehrzufahrt, Freisportflächen, Pausenhofgröße, etc.) haben Einfluss darauf, in welcher Größe ein Schulgarten im Einzelnen berücksichtigt werden kann.

Allgemeinbildende Schulen Vor drei Jahren unterstützte das Amt für Allgemeinbildende Schulen (SchA) im Rahmen einer W-Seminararbeit einen Schüler eines städtischen Gymnasiums zum Thema „Urban Gardening an Schulen. Praxisbeispiele an ausgewählten Nürnberger Schulen“, um Informationen zum Status Quo und künftigen Interesses der Nürnberger allgemeinbildenden Schulen in diesem Bereich zu erhalten. Die Abfrage an den Schulen ergab vielfältige Erkenntnisse und Impulse: So verfügen viele Nürnberger Schulen bereits über einen Schulgarten oder leisten durch (Langzeit-)Projekte im Bereich Urban Gardening ihren Beitrag dazu. Etliche Schulen sind in MINT-Programme involviert und haben im Zuge dessen sogenannte „Grüne Klassenzimmer“ in ihren Schulgärten eröffnet, die dem naturwissenschaftlichen Unterricht zuträglich sind.

Nürnberger Schulgärten/Stand Sept. 2019

Schulgarten vorhanden kein Schulgarten vorhanden

20 7 2 1 2
6 11
16
4
31

Abbildung 1

Grundschule Mittelschule Förderzentrum Realschule Gymnasium

Mit Ausnahme einer Schule (Anmietung eines Schrebergartens) befinden sich die Schulgärten auf dem jeweiligen Schulgelände. Schulgärten werden oft im Rahmen von AGs betrieben. Neben Zierpflanzen werden in jedem vierten Schulgarten Nutzpflanzen angebaut, Tierhaltung (Bienen/Schulimkerei, Insekten/Insektenhotel, Fische/Teiche) spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die wichtigste Erkenntnis der Umfrage war jedoch folgende: Vergleicht man das Interesse an zusätzlichen und kreativen Gartenprojekten von Schulen mit Schulgärten mit Schulen ohne Schulgärten zeigt sich, dass Schulen, die sich über ihre gärtnerische Aktivität im Schulgarten Expertise angeeignet haben, deutlich interessierter an einer Ausweitung von Gartenprojekten sind. Und genau aus diesem Grund sind Schulgärten auch in Zukunft nicht nur unerlässlich, sondern wichtiger denn je: Sollen unsere Städte in Zukunft grüner werden, müssen über unsere Schulen unsere Kinder erreicht werden. Somit leisten Schulgärten einen wichtigen Beitrag zur Quartiersbegrünung. Unabhängig vom pädagogischen Wert von Schulgärten für Kinder und Jugendliche gibt es von den Schulen klar benannte Anforderungen, die notwendig für die praktische Arbeit dort sind:

Das Amt für Allgemeinbildende Schulen wird sich auch in Zukunft für Schulgärten an den allgemeinbildenden Schulen in Nürnberg einsetzen und die wertvolle Arbeit der Schulen bei Bedarf unterstützen.

Berufliche Schulen Für die beruflichen Schulen werden aktuell zwei Schulneubauten für die Berufsoberschule Nürnberg (BON/B13) sowie für die B5/B14 geplant. Neben sogenannten „Grünen Klassenzimmern“, die den Unterricht im Freien ermöglichen, sind Schulgärten für die fachliche Ausbildung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Freien vorgesehen.

Die Berufliche Oberschule der Stadt Nürnberg (BON/B13) ist eine Fachoberschule, an der die Ausbildungsrichtungen Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie (ABU), Sozialwesen, Technik und Wirtschaft und Verwaltung angeboten werden. In der Ausbildungsrichtung ABU

sind die MINT-Bereiche Biologie, Chemie, Physik und Technologie als Profilfächer definiert. Für das Profilfach Biologie ist als Experimentierfläche ein Schulgarten im Außenbereich notwendig und entsprechend im Raumprogramm vorgesehen. Er umfasst 100 Quadratmeter. Die Fachrichtung ABU (Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie) ist eine sehr moderne Fachrichtung mit dem Unterrichtsfach Biologie als Schwerpunkt, unterstützt durch die Fächer Chemie und Physik sowie Technologie. Diese Fachrichtung gilt als der sogenannte „Grüne Bereich“ oder Zweig der „angewandten Naturwissenschaften“ und vertieft in der Praktikumsphase der 11. Jahrgangsstufe u. a. die neuen Technologien im Bereich von Ernährung und Biotechnologie, Umweltsicherung, Gartenbau, Landwirtschaft und Forsten. Der Fachbereich beinhaltet Grundaspekte der menschlichen Versorgung und Erhaltung des Lebens. Das Fach Biologie trägt dabei in besonderem Maße zur Umweltbildung im Sinne eines ressourcenschonenden nachhaltigen Handelns bei. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verbindet Fragen der Ökologie, eines der Fachgebiete der Biologie, mit ökonomischen und sozialen Problemstellungen in einer global vernetzten Welt. Die Schülerinnen und Schüler werden sich dadurch der Bedeutung einer intakten Umwelt für ihr persönliches Wohlbefinden und für die Erhaltung ihrer Gesundheit bewusst und wissen zugleich, dass sie Umweltschäden selbst verursachen und zu deren Verhinderung beitragen können. Sie erkennen, dass der Mensch die Ressourcen von Ökosystemen nutzt und reflektieren durch Abwägung von Kosten und Nutzen die menschlichen Eingriffe in die Natur. Die Beschäftigung mit Lebewesen und Lebensvorgängen, mit deren Komplexität und mit der wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Mensch und Umwelt ermöglicht den Aufbau einer verantwortungsvollen Haltung zur Natur und Mitwelt.

Die Berufliche Schule - Direktorat 5 ist das Kompetenzzentrum für Ausbildung und Weiterbildung in den Bereichen Modeschulen, Körperpflege/Friseure/-innen, Berufsvorbereitung und Berufsintegration. Der Lehrplan der Fachschule für Bekleidungstechnik umfasst im Fach Chemie und Werkstoffkunde des zweiten Schuljahres u. a. die Lerninhalte Veredelungsmaßnahmen und ihr Einfluss auf textile Materialien. Dazu gehören die Unterrichtsinhalte Färben und Bedrucken sowie die Vermeidung von Umweltbelastungen durch Prozessoptimierung und die Substitution umweltbelastender Veredelungsmaßnahmen. Aus diesem Grund ist die Errichtung eines Färbergartens (mit Schnellkomposter) geplant, um den Schülerinnen und Schülern im Unterricht die Möglichkeiten, umweltverträgliche, natürliche Farben herzustellen, praktisch zu vermitteln.

Im Schulbereich Berufsvorbereitung werden die Jugendlichen in der Fachpraxis in drei Lehrküchen auf Berufsausbildungen in den Bereichen Ernährung und Versorgung vorbereitet. Der Unterricht ist handlungs- und projektorientiert konzipiert. Die Schule betreibt dazu ein Schülercafé. Speisen werden selbst hergestellt und verkauft. Hierfür ist im Raumprogramm ein Schulgarten mit Hochbeeten, in welchem Gemüse, Kräuter und Obst selbst angebaut und für den Unterricht verwendet werden können, vorgesehen. Großer Wert wird dabei auf Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Förderung umweltbewussten Verhaltens und Handelns der Jugendlichen gelegt.

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