Haushaltssperre

← Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses (20.10.2022)

Entscheidungsvorlage

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Beilage

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Betreff: Am Tiergarten 30, Neubau Baumwipfelpfad

hier: Entscheidungsvorlage

1. Ausgangssituation und Planungsanlass

Zur Steigerung der Attraktivität des Tiergartens Nürnberg wird im östlichen Teil ein Waldpfad als Baumwipfelpfad errichtet. Dieser soll, angelehnt an die in letzter Zeit in verschiedenen Regionen errichteten Baumwipfelpfade, die Betrachtung des Waldes aus einer anderen Perspektive ermöglichen. Zudem werden vielfältig gestaltete Spielstationen den Aufenthalt zu einem Erlebnis machen und didaktische Informationen über individuelle Einrichtungen bis hin zu einem „Grünen Klassenzimmer“ gefördert werden. Der Zugang zum Waldpfad ist für die Besucherinnen und Besucher des Tiergartens kostenfrei. Deshalb ist eine Kasse oder Kontrollstelle nicht notwendig.

2. Planung und Baubeschreibung

Die Baumaßnahme umfasst sowohl den nordöstlichen Bereich des Tiergartens (Fl.Nr. 993/2 Gem. Mögeldorf) sowie den angrenzenden Zerzabelshofer Forst mit einer Zufahrtsstraße zur Waldschänke sowie mehreren Wanderwegen (Fl.Nr. 1000/1 Gem. Mögeldorf).

Das gesamte Gebiet ist Teilfläche von drei Schutzgebieten

 FFH-Gebiet „Tiergarten Nürnberg Schmausenbuck“ (Nr. 6532-372)  EU-Vogelschutzgebiet „Nürnberger Reichswald“ (Nr. 6533-471.03)  Landschaftsschutzgebiet „Schmausenbuck“ (Nr. 00536.16)

Notwendige Natur- /Umweltschutzrechtliche Voruntersuchungen wurden bereits durchgeführt oder sind in Bearbeitung. Die Genehmigung des Naturschutzbeirates war einstimmig unter folgenden Auflage: „Zur Auflage wird gemacht, dass der Pfad absperrbar sein muss und außerhalb der normalen Öffnungszeiten des Tiergartens nur für Veranstaltungen des Tiergartens geöffnet wird.“

Die sich auf dem Gelände befindenden Gebäude bleiben vom Neubau des Waldpfades unberührt.

Der Einstieg zum Waldpfad erfolgt vom Vorplatz der Waldschänke aus, führt mit einer großzügigen Wegschleife nahe an das Eisbärengehege heran und dann nach Osten hinein in den Mischwald. In einer Höhe von ca. 19 m überquert er den äußeren Begrenzungszaun des Tiergartens ehe er nach ca. 200 m außerhalb des Tiergartens in einer Höhe von ca. 6,00 m wieder auf dessen Gelände zurückkehrt. Der Waldpfad endet nach einer Länge von ca. 453 m auf dem Vorplatz der Waldschänke. Durch den nach Süden hinabfallenden Hang

ist es möglich den Waldweg nahezu ohne Steigungen und Gefälle auszuführen. In Verbindung mit der Fußleistenführung beim Geländer wird der Pfad somit barrierefrei ausgeführt werden. Durch die Geländeform erreicht der Pfad eine Höhe von zwei bis 18 m Höhe. Toiletten für Besucherinnen und Besucher sind im Tierpark bereits vorhanden.

Der Steg wird zum Großteil aus Holz errichtet, nur einzelne, verbindende Elemente sind aus Stahl. Damit wird auch dem konstruktiven Holzschutz Rechnung getragen. Die tragenden Hauptstützen bestehen aus jeweils drei Massivholzstämmen. Um der statisch notwendigen Dimensionierung der Stämme Rechnung zu tragen, wird als Holzart Douglasie verwendet. Die Stämme werden am oberen Ende durch ein Stahlteil zu einer Dreiecksstütze verbunden. Zusätzliche Stämme dienen als „Kopfbänder“ oder Streben und verkürzen so die Spannweiten. So können von Dreieckstütze zu Dreieckstütze ca. 30 m überspannt werden. Dadurch ist es möglich mit einer nur relativ geringen Anzahl von Einzelfundamenten den Pfad umweltschonend in den Wald zu bauen.

Die Anlieferung der Werkstoffe, Baumaterialen während der Bauzeit erfolgt über die Zufahrt zur Waldschänke. Die Lager- Montageflächen befinden sich seitlich dieser Zufahrt. Die Zufahrt zur Waldschänke dient auch als Feuerwehrzufahrt, weshalb diese während der Bauphase freigehalten werden muss. Auch die Anlieferung für die Waldschänke erfolgt während dieser Zeit über die gleiche Zufahrt. Sämtliche Erschließungswege auf das Grundstück, die durch die Maßnahme während der Baustelle vorübergehend geändert werden, werden nach Abschluss der Maßnahme wiederhergestellt. Die Eingriffe in den Wald und in den Boden werden möglichst geringgehalten.

3. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Bei dieser Sonderbaumaßnahme ist aufgrund der speziellen Randbedingungen die Erstellung des Nachhaltigkeitschecks der Stadt Nürnberg für Neubauten und Sanierungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen >500.000 Euro nicht sinnvoll durchführbar und kann daher ausnahmsweise entfallen. (Siehe Anlage Vermerk H/ZA-KEM)

4. Kosten

Hier ist zu beachten:

 5% Risikozuschlag aufgrund der unsicheren Preislage

 Die Kosten für die Unter-/Grundkonstruktion Erlebnispädagogische Ausstattung (EPA) sind in der Kostenberechnung Waldpfad enthalten. Die EPA wird erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt als der Waldpfad. Aus wirtschaftlichen Gründen wird aber die Unterkonstruktion schon jetzt mit geplant und ausgeführt. Dies ist auch der Fall bei der Vogelvoliere und dem Amphibiengehege.

 Die Ergänzung der Ausstattung von Teilen der EPA, der Voliere und den Gehegen wird im Nachgang vom Tiergarten aus Eigenmitteln ergänzt.

Kostenaufstellung nach Kostengruppen:

300.1 Baumeisterarbeiten Pfad 829.875,00 EUR 300.1 Zimmererarbeiten Pfad 2.298.295,00 EUR 300.2 Klassenzimmer 198.480,00 EUR 300.3 Vorbereitung Einbauten 326.615,00 EUR 400 techn. Anlagen 40.000,00 EUR 700 Baunebenkosten 920.000,00 EUR

Gesamt Brutto 4.613.265,00 EUR

BVK Projektmanagement (3,78%) 174.381,42 EUR BVK wirtschaftl. Betreuung (3,53%) 162.848,26 EUR

Gesamt Brutto inkl. BVK 4.950.494,68 EUR

Brutto (mit 19% MwSt)

5. Finanzierung/Fördermittel

Historie: Gesamtansatz MIP 2022-2025 Der Baumwipfelpfad war bisher mit dem Leopardengehege zusammen im MIP angesetzt. Baumwipfelpfad 3.000.000,00 EUR Leopardengehege 960.000,00 EUR

Aktuell zur Genehmigung vorliegender Haushalt: Diese beiden Maßnahmen wurden im MIP 2023-26 nun getrennt Baumwipfelpfad MIP-Nr. 1162 Neuer Gesamtansatz 5.150.000,00 EUR

Dieser setzt sich wie folgt zusammen:

Waldpfad 4.100.000,00 EUR Spende der Zukunftsstiftung der Sparkasse (3 Mio. EUR + Nachförderung 1,1 Mio. EUR) Rentiere 300.000,00 EUR Eigenmittel Tiergarten Vogelvoliere 350.000,00 EUR Eigenmittel Tiergarten Erlebnispädagogik (EPA) 350.000,00 EUR Eigenmittel Tiergarten Amphibien 50.000,00 EUR Eigenmittel Tiergarten

Summe MIP 2023-26 5.150.000,00 EUR (bei Betrachtung mit 19% MwSt.)

6. Zeitliche Umsetzung

Übersicht Grobterminplan von H:

2021 2022 2023 2024
Wiederaufnahme der Entwurfsarbeiten – Weiterentwicklung des Konzeptes aus dem Jahr 2013 Beschränkung des Projektes auf BA 1 Zusammenstellung des Planungsteams Interessenbekundungsver- fahren / Ausschreibung Freiberuflich Tätiger (FBT’ler) Kostenschätzung Naturschutzrechtliche Voruntersuchungen (saP, FFH-Vorprüfung, LBP) Vorstellung des Projektes im Naturschutzbeirat Fertigstellung Kostenberechnung u. baufachliches Gutachten Maßnahmen-genehmigung im BVA. Nach Genehmigung der Maßnahme Ausführungsplanung und Ausschreibungen Baubeginn Feb 2023 Fertigstellung Pfad / Rentiergehege Juni 2023 Betriebsbeginn Juli 2023 Fertigstellung Erlebnispädagogische Ausstattung und Amphibiengehege Juli 2024 2025 Juli: Fertigstellung Vogelvoliere

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